{"id":14402,"date":"2017-03-10T12:49:00","date_gmt":"2017-03-10T11:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=14402"},"modified":"2025-03-20T12:52:04","modified_gmt":"2025-03-20T10:52:04","slug":"die-ankundigung-im-fruhen-mittelalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/cultura\/la-anunciacion-en-el-arte-hasta-el-medioevo\/","title":{"rendered":"Die Verk\u00fcndigung in der Kunst bis zum Hochmittelalter"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Neun Monate vor dem Fest der Geburt des Herrn begeht die Kirche das Fest der Verk\u00fcndigung an Maria. K\u00fcnstler aller Zeiten haben sie dargestellt. Seine wichtigste ikonografische Quelle ist das Lukasevangelium (1,26-38). Die \u00e4ltesten Darstellungen finden sich in den Katakomben von Rom, z. B. in der Bemalung des Gew\u00f6lbes einer <em>cubiculum<\/em> aus den Katakomben von Priscilla aus dem 3. Jahrhundert. Seit dem 5. Jahrhundert findet sich dieses Motiv auch in Kirchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der r\u00f6mischen Basilika St. Maria Major (432-440) ist die Verk\u00fcndigung die erste Szene auf der linken Seite des Triumphbogens. Maria wird als K\u00f6nigin dargestellt. Bekleidet mit einem goldenen kaiserlichen Gewand sitzt sie auf einem Thron. An ihren Seiten wird sie feierlich von drei Engeln in wei\u00dfen Gew\u00e4ndern begleitet. Ihr Haar ist mit kostbaren Perlen geschm\u00fcckt, und ihre F\u00fc\u00dfe ruhen auf einem <em>suppedaneum<\/em>. Diese zeremoniell-h\u00f6fischen Details erkl\u00e4ren sich durch den Beschluss des Konzils von Ephesus (431), sie als Mutter Gottes zu definieren (<em>Theotokos<\/em>). &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Dialog zwischen Maria und Gabriel<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Szene der Geburt Christi erscheint nicht im Triumphbogen der Basilika. Es ist also davon auszugehen, dass die Verk\u00fcndigung hier die Menschwerdung einschlie\u00dft. \u00dcber den Wolken am Himmel verk\u00fcndet der vierte Engel Maria die Empf\u00e4ngnis. Dar\u00fcber hinaus kann eine wei\u00dfe Taube als Symbol f\u00fcr den Heiligen Geist gesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maria bereitet ein Purpurtuch f\u00fcr den Schleier des Tempels vor, der links synthetisch dargestellt ist. Das Motiv des Webens des Purpurschleiers geht auf legend\u00e4re Erg\u00e4nzungen der <em>Protoevangelium des Jakobus<\/em> (PsJac 11, 1-3), aus dem 2. Jahrhundert. Eine weitere Quelle ist die <em>Evangelium des Pseudo-Matth\u00e4us<\/em> (PsMt 9), aus dem 9. Jahrhundert. In der Volksfr\u00f6mmigkeit und der Ikonographie war das Motiv auch bis ins sp\u00e4te Mittelalter weit verbreitet, denn die <em>Legenda aurea<\/em> (um 1264) von Jacobus de Voragine, die weithin gelesen wurde, erhielt diese beiden apokryphen Texte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor allem in der byzantinischen Kunst war das Motiv des Purpurtuchs weit verbreitet. Auf dem Elfenbeinrelief der Verk\u00fcndigung auf dem Stuhl des Erzbischofs Maximian (546-556 in Ravenna, Erzbisch\u00f6fliches Museum) sitzt Maria auf einem hochlehnigen Thron. Ihre linke Hand h\u00e4lt eine violette Spindel fest. Ihre rechte Hand zeigt auf den Erzengel Gabriel, der die frohe Botschaft verk\u00fcndet. Wie <em>engel<\/em>Gabriel tr\u00e4gt normalerweise einen Botenstab. In Ravenna kennzeichnet ihn ein Kommandostab als \"F\u00fcrst der himmlischen Miliz\" (<em>Archistrategos<\/em>). Marias Haupt ist mit einem Jungfrauenschleier bedeckt (<em>Maphorion<\/em>). &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Mittelalter stellten die K\u00fcnstler den Dialog zwischen Maria und Gabriel meist im Stehen dar und betonten Handgesten und Blicke. Auch bei der Illumination von B\u00fcchern und Manuskripten bevorzugten die Kompositionen stehende Figuren. Die <em>Evangelien von Otto III.<\/em> (um 1000, Aachen, Domschatzkammer) zeigt die Verk\u00fcndigung in einem feierlichen und monumentalen Stil (fol. 125r). Die Hand Gottes des Vaters auf einem runden Bild weist auf das \u00fcbernat\u00fcrliche Geschehen bei der Menschwerdung des Sohnes hin. Dieser Typus mit den stehenden Figuren setzte sich in der Bildhauerei an den Portalen der gotischen Kathedralen fort, so in Chartres, Reims, Amiens, Stra\u00dfburg, Bamberg, Freiburg und K\u00f6ln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Heilige Geist, das wirksame Prinzip der Menschwerdung, wurde fr\u00fcher symbolisch als Taube entlang eines Lichtstrahls dargestellt, wie auf dem Gem\u00e4lde von Carlo Crivelli (1486, London), <em>Nationalgalerie<\/em>) oder direkt \u00fcber Marias Gesicht, wie 1480-1489 auf dem Gem\u00e4lde von Hans Memling (New York, <em>Das Metropolitan Museum of Art<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erz\u00e4hlerischer Realismus<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im 15. Jahrhundert entstand eine Art von Verk\u00fcndigung, in der das Christuskind in voller Gestalt erscheint. Die <em>Antependium<\/em> des Hochaltars in der Kathedrale von Teramo (1433-1448, Nicola da Guardiagrele) stellt Jesus als einen <em>bambino<\/em> in den H\u00e4nden des Engels, der ihn Maria anbietet. Im Tympanonrelief der Marienkapelle in W\u00fcrzburg (1430-1440) hingegen steigt Jesus kopf\u00fcber durch den Blitz herab. Wie ein Schlauch f\u00fchrt dieser Lichtstrahl vom Mund Gottes, des Vaters, zu Marias Ohr, wo der Heilige Geist ihr die frohe Botschaft ins Ohr haucht (<em>Conceptio per aurem<\/em>). In der zentralen Tabelle des <em>M\u00e9rode Triptychon<\/em> (1425-1435), von Robert Campin (New York, <em>Metropolitan Museum of Art<\/em>), erscheint das Jesuskind mit einem kleinen Kreuz auf den Schultern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche Bedeutung kann diese kleine Figur des zu Maria \"fliegenden\" Christus haben? Auf den ersten Blick scheint es hier einen Konflikt mit der dogmatischen Tradition zu geben. Im Glaubensbekenntnis betet die Kirche auch heute noch: <em>\"...durch die Kraft des Heiligen Geistes wurde er von Maria, der Jungfrau, inkarniert\".<\/em> (<em>et incarnatus est de Spiritu Sancto ex Maria Virgine<\/em>). Ein Blick auf die byzantinische und mittelalterliche westliche Ikonographie zeigt, dass die genannten Bilder keineswegs als \"h\u00e4retisch\" zu betrachten sind. Anhand des Beispiels \"Mary's falling asleep\" (<em>koimesis, dormitio<\/em>) zeigt, dass die menschliche Seele in der k\u00fcnstlerischen Tradition dieser Zeit als kleine Figur dargestellt wurde. In den Darstellungen der Verk\u00fcndigung symbolisiert das \"Kind\" also die von Gott geschaffene Seele, w\u00e4hrend der Leib Jesu allein von Maria stammt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ort der Verk\u00fcndigung wurde ab dem 15. Jahrhundert als ein bestimmter Raum dargestellt. In Italien stellte Piero della Francesca 1452-1466 die Szene in einem Palast (Arezzo, San Francesco) und Fra Angelico 1430-1432 in einem Portikus (Madrid, Prado) dar. Beide betonen auch die Majest\u00e4t und Demut Marias. Die fr\u00fchen Flamen zogen das Innere einer Kirche vor, wie Jan van Eyck in den Jahren 1434-1436 (Washington, <em>Nationale Kunstgalerie<\/em>) oder das zeitgen\u00f6ssische b\u00fcrgerliche Interieur, wie Rogier van der Weyden um 1455 mit dem Triptychon des Altars von St. Columba in K\u00f6ln (M\u00fcnchen, <em>Alte Pinakothek<\/em>). Der erz\u00e4hlerische Realismus dieser Gem\u00e4lde sollte die Aufmerksamkeit der Betrachter auf sich ziehen. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nueve meses antes de la fiesta de la Natividad del Se\u00f1or, la Iglesia celebra la fiesta de la Anunciaci\u00f3n a Mar\u00eda. Artistas de todos los tiempos la han representado. Su principal fuente iconogr\u00e1fica es el relato del Evangelio de san Lucas (1, 26-38). 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