{"id":15808,"date":"2021-09-25T05:47:00","date_gmt":"2021-09-25T04:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=15808"},"modified":"2021-09-24T15:10:20","modified_gmt":"2021-09-24T14:10:20","slug":"gott-ist-gut-in-jedem-menschen-geworden-wahrend-der-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/recursos\/dios-ha-ido-sacando-bienes-en-cada-persona-durante-la-pandemia\/","title":{"rendered":"\"Gott hat w\u00e4hrend der Pandemie in jedem Menschen etwas Gutes bewirkt\"."},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Gottes sch\u00f6pferischer Plan, die kontingente Evolution der Natur, Fragen \u00fcber Gottes Handeln in der Welt, wie z. B. die Frage, wo Gott w\u00e4hrend der Pandemie war, die Offenheit oder Verschlossenheit von M\u00e4nnern und Frauen gegen\u00fcber der Transzendenz oder das stets komplexe Thema des Zufalls sind Themen von Interesse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gestern, Professor <strong>Juan Jos\u00e9 Sanguineti <\/strong>an der Universit\u00e4t von Navarra die <a href=\"https:\/\/www.unav.edu\/web\/ciencia-razon-y-fe\/leccion-mariano-artigas\">VI. Mariano Artigas-Gedenkvortrag<\/a>Die Veranstaltung wurde von der Forschungsgruppe Wissenschaft, Vernunft und Glaube (CRYF) der Universit\u00e4t von Navarra organisiert, deren Leiter der Forscher des Instituts f\u00fcr Kultur und Gesellschaft (ICS), Javier S\u00e1nchez Ca\u00f1izares, ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige Tage zuvor hatte Omnes Gelegenheit, diese Fragen mit dem argentinischen Professor zu er\u00f6rtern, der auch am Institut f\u00fcr Philosophie der Universit\u00e4t Austral (Buenos Aires, Argentinien) lehrt und Autor von mehr als sechzehn B\u00fcchern und hundert wissenschaftlichen Artikeln ist, insbesondere \u00fcber Naturphilosophie, Wissenschaftstheorie, Kosmologie, Philosophie des Wissens und des Geistes sowie Neurowissenschaften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir bieten heute das Interview mit Professor Sanguineti an, das morgen auf dieser Website fortgesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>-Zun\u00e4chst einmal eine Frage, die sich die Menschen heute stellen, in einer Gesellschaft, die durch die Pandemie verwundet wurde, die aber jetzt Hoffnung auf eine Impfung setzt. Das wurde der heilige Johannes Paul II. gefragt. Wenn Gott Liebe ist, warum gibt es dann so viel B\u00f6ses? Oder anders gefragt: Wo ist Gott w\u00e4hrend der Pandemie oder in anderen Krisen gewesen?<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist die Frage, die der inzwischen verstorbene deutsche Philosoph Jonas zu Auschwitz stellte. Er selbst, ein hebr\u00e4ischer Philosoph und Gl\u00e4ubiger, stellte die ber\u00fchmt gewordene Frage: Wo war Gott in Auschwitz? Und Jonas' Antwort lautete, dass Gott am menschlichen Schmerz teilnahm und in gewissem Sinne auch ein Opfer war; das hei\u00dft, dass Gott mit den Menschen litt und ihnen gleichzeitig, da er barmherzig ist, half, was aber auch bedeutete, dass Gott nicht allm\u00e4chtig war, dass er nicht m\u00e4chtig genug war, das B\u00f6se aus der Welt zu verbannen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Antwort ist verst\u00e4ndlich, denn sie ist sehr schwierig, es ist eine Frage, die sich jeder gestellt hat, aber sie rettet sicher nicht die Transzendenz Gottes. Denn ein Gott, der nicht allm\u00e4chtig ist, ist nicht wirklich Gott, er mag eine hohe geistige Instanz sein, aber er kann nicht Gott sein. Das ist nat\u00fcrlich nicht leicht zu verstehen. Das Problem des B\u00f6sen ist ein R\u00e4tsel, von dem ich jetzt sage, dass ich nicht vorgebe, es zu l\u00f6sen, weil ich glaube, dass niemand es gel\u00f6st hat, es ist ein R\u00e4tsel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage, die man sich stellen kann, ist, wie es m\u00f6glich ist, dass Gott ein wunderbares, unglaubliches Universum erschaffen hat, das eine enorme Intelligenz beweist, wenn man all die Wunder der Natur sieht, und dennoch eine Natur erschaffen hat, in der Leid, Tod, Schmerz, Hunger und Ungerechtigkeit entstehen... Was war also Gottes Plan?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Gott weise ist, auch wenn es ein bisschen gewagt ist, in den Kopf Gottes einzudringen und zu sehen, vor allem wenn man ber\u00fccksichtigt, dass Gott in der religi\u00f6sen Tradition, nicht nur der christlichen, sondern einer viel breiteren, die Vorsehung ist, das hei\u00dft, wie handelt dann die Vorsehung Gottes? Wenn Gott f\u00fcrsorglich ist, sagt man: ja, er k\u00fcmmert sich um alle Wesen, Jesus Christus sagt es im Evangelium, dass jedes einzelne Haar auf unserem Kopf ber\u00fccksichtigt wird, dass Gott sich um die kleinen V\u00f6gel k\u00fcmmert, und all das ist in Gottes Weisheit und Vorsehung enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>-Sie haben sich auf Hiob bezogen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"237\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/pati_job.jpeg\" alt=\"pati_job\" class=\"wp-image-15810\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, eine erste Antwort w\u00e4re die von Hiob aus dem Alten Testament. Es ist eine Antwort der Demut. Dass wir Gott nicht verstehen k\u00f6nnen, aber trotzdem sind wir dem\u00fctig, und wir beugen unser Haupt ein wenig und sagen, dass Gott viel mehr ist, als wir denken k\u00f6nnen. Und nach all diesem gewaltigen Dialog, dem Dialog \u00fcber das B\u00f6se, das ein unschuldiger Mensch wie Hiob erlitten hat, mit all den Argumenten, die ihm die Gef\u00e4hrten, die ihn tr\u00f6sten wollen, zu sagen versuchen, und die gute Argumente sind, die immer wieder vorgebracht wurden, sagt Hiob am Ende: Nun, ich habe schon zu viel gesagt, genug, jetzt halte ich den Mund. Gott ist ein Sch\u00f6pfer, er wei\u00df mehr, viel mehr. Er gibt keine Antwort, sondern verh\u00e4lt sich einfach nur dem\u00fctig ignorant.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine andere, st\u00e4rkere Antwort ist die, die man von Jesus Christus am Kreuz erhalten kann. Jesus Christus nimmt am Kreuz die menschlichen Schmerzen, die Ungerechtigkeiten, die Verwundbarkeit des K\u00f6rpers, die Erniedrigung auf sich. Das ist zwar auch keine rationale L\u00f6sung, aber es gibt einem wenigstens ein Licht. Man kann sagen, wie das christliche Leben sagt, dass man mit dem Kreuz Christi, mit dem Leiden Christi verbunden ist. Meine Leiden, selbst wenn ich krank bin, selbst wenn ich im Gef\u00e4ngnis sitze, selbst wenn ich Krebs habe, all das macht Sinn. Ich verbinde mich mit dem Kreuz Christi, und das hat zumindest einen Wert der Miterl\u00f6sung und einen Wert, der mit dem Leiden Christi verbunden ist, der f\u00fcr unsere S\u00fcnden gelitten hat. Denn manchmal ist das Beunruhigendste f\u00fcr den Menschen nicht das Leiden, sondern die Tatsache, dass dieses Leiden keinen Sinn hat, das ist das Schlimmste. Dass man leidet, dass es keinen Sinn hat und f\u00fcr niemanden von Bedeutung ist und im Nichts endet. Das Kreuz Christi gibt also eine gewisse Antwort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>-K\u00f6nnen wir ber\u00fccksichtigen, dass es viele \u00dcbel gibt, die von menschlichen S\u00fcnden herr\u00fchren, weil Gott die Freiheit respektiert... sogar in Auschwitz?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sollten uns daran erinnern, dass das, was in Auschwitz geschah, die Frucht der gro\u00dfen S\u00fcnden der Menschheit, der Nazi-Ideologie und all dessen ist. So wie Jesus Christus sich kreuzigen l\u00e4sst, aber am Ende siegt, aber er siegt mit Liebe, er siegt nicht, indem er vom Kreuz heruntersteigt, sondern er siegt mit Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann gibt es noch andere \u00dcbel, die durch physische Zuf\u00e4lle entstehen (Krankheiten, Ungl\u00fccksf\u00e4lle, Unf\u00e4lle). Das kommt nicht von der S\u00fcnde, sondern von der Tatsache, dass die Welt so ist, dass sie die Welt des Lebens ist, eine Welt, in der es Geburt und Freude gibt, aber auch den Tod. Und die Pandemie geh\u00f6rt zu dieser Art des B\u00f6sen, sie ist eine Epidemie, eine Krankheit. Ich glaube, dass wir mit einem gewissen Ma\u00df an Weisheit die physische Welt, in der wir leben und von der wir ein Teil sind, mit ihrer Unvollkommenheit, mit ihrer Freude und den sch\u00f6nen Dingen, die sie hat, akzeptieren m\u00fcssen, aber es gibt auch eine Dimension des Schmerzes im Leben, in der Biologie selbst und im menschlichen Leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man muss auch eine Vision der Ewigkeit haben, dass es mehr gibt als diese Welt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>In Gott gibt es eine Vorsehung, und Gottes Vorsehung bedeutet nicht, dass Gott alle unsere unmittelbaren Probleme in seinen Pl\u00e4nen l\u00f6st, aber es ist wahr, dass Gott immer wei\u00df, wie er aus dem B\u00f6sen und dem Leid Gutes hervorbringen kann, selbst wenn es vom Menschen selbst verursacht wird.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott wei\u00df in gewisser Weise, wenn es vor allem gute Neigungen gibt, aber auch wenn es sie nicht gibt, f\u00fcr jeden einzelnen etwas Gutes hervorzubringen, und sogar nicht nur f\u00fcr jeden einzelnen, sondern manchmal auch f\u00fcr alle zusammen. Dieses Gut kann das Gut des Martyriums sein, das Gut der Tugenden, das Gut des medizinischen Fortschritts, zum Beispiel bei der Pandemie ist es offensichtlich, dass wir viel lernen. Die Medizin wird sich nat\u00fcrlich weiterentwickeln, denn sie hat sich schon immer mit physischen und biologischen Krankheiten weiterentwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>-Und dieses Argument, dass ich so schlecht bin oder mich so schlecht benommen habe, dass Gott mir nicht zuh\u00f6ren oder sich nicht um mich k\u00fcmmern wird?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott k\u00fcmmert sich um jeden mit einer besonderen Vorsehung, wenn er unschuldig ist, aber auch wenn er schuldig ist. Auch wenn jemand leidet oder stirbt, auf besondere oder pers\u00f6nliche Weise, wird jeder es wissen oder nicht, aber Gott k\u00fcmmert sich um jeden, ohne verallgemeinern zu k\u00f6nnen.<strong> <\/strong>Wir sehen das zum Beispiel im Leben Christi. Jesus Christus beginnt mit der Heilung von Krankheiten, einige werden erbeten, er k\u00fcmmert sich um die Heilung, andere macht er aus eigenem Antrieb.<\/p>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n\t<p><p>Gott k\u00fcmmert sich um jeden mit einer besonderen Vorsehung, wenn er unschuldig ist, aber auch wenn er schuldig ist. Auch wenn jemand leidet oder stirbt, auf besondere oder pers\u00f6nliche Weise, wird jeder es wissen oder nicht, aber Gott k\u00fcmmert sich um jeden, ohne verallgemeinern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/p>\n\t<cite>Juan Jos\u00e9 Sanguineti<span><\/span><\/cite>\n<\/blockquote>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber das ist noch nicht alles, denn was Jesus Christus tut, ist nicht, dass er alle Krankheiten der Hebr\u00e4er seiner Zeit heilt, sondern er heilt einige von ihnen ein wenig, um zu zeigen, dass es eine h\u00f6here Botschaft gibt, n\u00e4mlich das Heil, eine tiefere Botschaft. Diese Welt ist nicht alles, es gibt mehr als diese Welt. Nach dem Tod gibt es noch etwas anderes. Wenn Sie diese Vision nicht haben, werden Sie nat\u00fcrlich nichts verstehen. Also,<strong> <\/strong>Wo ist Gott bei der Pandemie und anderen \u00dcbeln? Gott war in der Pandemie in vielerlei Hinsicht pr\u00e4sent und hat in jedem Menschen das Gute zum Vorschein gebracht. Es gibt viele Geschichten von Menschen, die zu Gott gekommen sind, oder von Menschen, die etwas anderes erlebt haben. Es gibt Dinge, die kann man sehen, und manchmal sieht man sie nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was jedoch vermieden werden sollte, sind theologische oder pseudotheologische, ich w\u00fcrde sagen konkrete, Erkl\u00e4rungen, die versuchen, Gottes Beweggr\u00fcnde zu ergr\u00fcnden. Wer zum Beispiel sagt, dass die Pandemie eine Strafe oder eine S\u00fcnde der Menschheit ist, der kann das nicht sagen. Wir wissen nichts. Wir k\u00f6nnen nicht sagen, dass dieses \u00dcbel eine Strafe ist, wie manche behaupten. Das wissen wir nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Tat hat Gott seine Motive, die manchmal allgemein f\u00fcr die gesamte Menschheit und manchmal konkret sind, und das kann man im Evangelium sehen. Gott, als er den Blindgeborenen heilt und sie ihn fragen: Hat er ges\u00fcndigt oder seine Eltern? Und er sagt: Nein, nein, weder er noch seine Eltern haben ges\u00fcndigt, sondern es ist so, dass in diesem Fall die Herrlichkeit Gottes offenbart wird. Sie sehen also, dass es einen besonderen Plan gibt, den wir nicht kennen, den Gott aber f\u00fcr jeden von uns hat.<\/p>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n\t<p><p>Wo ist Gott bei der Pandemie und anderen \u00dcbeln? Gott war in der Pandemie in vielerlei Hinsicht pr\u00e4sent und hat in jedem Menschen das Gute zum Vorschein gebracht. Es gibt viele Geschichten von Menschen, die zu Gott gekommen sind, oder von Menschen, die etwas anderes erlebt haben. Es gibt Dinge, die kann man sehen, und manchmal sieht man sie nicht.<\/p>\n<\/p>\n\t<cite>Juan Jos\u00e9 Sanguineti<span><\/span><\/cite>\n<\/blockquote>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>-eine <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=TADk7OM8cYo\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Omnes Forum<\/a> Jacques Philippe stellte fest, dass \"die Pandemie die Grenzen und die Zerbrechlichkeit der westlichen Zivilisation aufgezeigt hat\". Kann die derzeitige Pandemie mit dem identifiziert werden, was Sie im Titel Ihres Vortrags \"Wie handelt Gott bei zuf\u00e4lligen Ereignissen\" als \"zuf\u00e4llige Ereignisse\" bezeichnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es stimmt, dass die Pandemie nicht nur die Grenzen der westlichen Zivilisation, sondern der ganzen Welt aufgezeigt hat. Sie hat uns unsere Zerbrechlichkeit vor Augen gef\u00fchrt, manchmal dachten wir, wir seien stolz und w\u00fcrden schon alles ein wenig beherrschen, und dann sehen wir pl\u00f6tzlich etwas, das sich unseren H\u00e4nden entzieht, und wir sehen auch die Gefahr, die halbe Welt in k\u00fcrzester Zeit auszul\u00f6schen, das hei\u00dft, die Geschwindigkeit und Schnelligkeit, mit der es sich ausbreitet, und das muss uns wachsam machen, denn inmitten gro\u00dfer technologischer Erfolge kann immer etwas kommen, das uns zu Fall bringen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig ist dies ein Beweis f\u00fcr die menschliche Gr\u00f6\u00dfe und Intelligenz, denn wir haben diese Pandemie in der Tat stark verlangsamt. Obwohl es fast 5 Millionen Tote auf der Welt gab, h\u00e4tte es die H\u00e4lfte der Welt sein k\u00f6nnen. In der Vergangenheit starben bei Epidemien ein Drittel oder die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung, man denke an europ\u00e4ische St\u00e4dte, an Epidemien wie den Schwarzen Tod, bei denen ein Drittel der Bev\u00f6lkerung starb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dank der Medizin und vieler anderer Dinge k\u00f6nnen wir sie heute viel besser kontrollieren. Obwohl die Kommunikation es erm\u00f6glicht hat, dass die Pandemie wirklich zu einer Pandemie wurde, und zwar in einem sehr schnellen Tempo, sagt dieselbe Kommunikation voraus, dass sie sich dank der Medizin und so vieler guter Dinge, die die menschliche Vernunft tut, schnell verlangsamt hat, und das muss auch ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>-Ist die Pandemie zuf\u00e4llig?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein, das ist nicht zuf\u00e4llig. Aber sie wird durch eine Reihe von Zuf\u00e4llen erm\u00f6glicht, weil der Zufall eingreift. Aber dazu muss man erst einmal definieren, was ein Zufall ist, und dar\u00fcber reden wir sp\u00e4ter, wenn Sie m\u00f6chten. Zufall bedeutet nicht, dass irgendetwas einfach so passiert, aber zun\u00e4chst einmal w\u00fcrde ich sagen, dass die Pandemie eine Auswirkung eines Ereignisses ist, wie jede Krankheit, eines zuf\u00e4lligen Ereignisses. Es ist nicht das fatale Ereignis. Es gibt keinen Raum f\u00fcr Determinismus. Es handelt sich um ein Ereignis, das eigentlich nicht h\u00e4tte eintreten d\u00fcrfen, das aber bei jeder Krankheit vorkommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich gibt es einige Krankheiten, die notwendig sind und zwangsl\u00e4ufig auftreten, aber andere sind kontingent. Aber selbst wenn es sich um eine Eventualit\u00e4t handelt, ist die Pandemie wahrscheinlich, sie ist ein wahrscheinliches Ereignis. Es kann sehr wahrscheinlich oder unwahrscheinlich sein, und zuf\u00e4llig ist immer so. Aber zuf\u00e4llig, sagen wir nicht-deterministisch, kann es passieren und nicht passieren, wie ein Unfall in der Regel ist, ist es mehr zuf\u00e4llig, je weniger wahrscheinlich es ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Epidemiologen haben untersucht, dass Epidemien, wie jede Krankheit, wahrscheinlich sind, sie sind etwas Wahrscheinliches, ich kann krank werden wie jeder andere von jeder Krankheit. Aber es gibt Umst\u00e4nde, die diese Krankheit beg\u00fcnstigen. Im Falle der Pandemie k\u00f6nnte es sich um den Verzehr von Wildtieren handeln, wie in Wuhan gesagt wurde, denn es kommt zu einer Zoonose, bei der das Virus von einer Spezies auf eine andere \u00fcbergeht, oder es k\u00f6nnte auch, was wir nicht wissen, ein Laborfehler sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich glaube nicht, dass es sich um einen absichtlichen Fehler handelt, aber ein Laborfehler ist nicht auszuschlie\u00dfen, und wenn er auftritt, kann er verdeckt sein, aber wenn er auftritt, w\u00e4re es ein zuf\u00e4lliges Ereignis. Eine Reihe von Umst\u00e4nden, die aufgrund einer Reihe von unerw\u00fcnschten Zusammentreffen von Dingen pl\u00f6tzlich zu einem Unfall f\u00fchren. Jetzt k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich die Wahrscheinlichkeiten reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man also Ma\u00dfnahmen ergreift, ist eine Pandemie nicht einfach das Ergebnis des Zufalls, sondern es gibt eine Vielzahl von Elementen, die manchmal kleine Zufallselemente sind (menschliche Unachtsamkeit, zuf\u00e4llige Begegnungen der Natur auf einem Markt oder was auch immer), die die Wahrscheinlichkeit erh\u00f6hen und ein Risiko darstellen. Und das passiert bei allen Arten von Unf\u00e4llen. Wir wollen also die M\u00f6glichkeit, dass so etwas passiert, verringern. Und da kommt der Zufall ins Spiel. Und sie ist immer mit Kontingenz verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>-Manchmal hat man den Eindruck, dass in unserer Gesellschaft die katholischen Gl\u00e4ubigen bei der Wahl von Amtstr\u00e4gern, in der Politik, in der Wirtschaft oder in anderen gesellschaftlichen Bereichen diskriminiert werden, als ob ihre Ans\u00e4tze nicht rational w\u00e4ren. Warum verschlie\u00dft sich der heutige Mensch manchmal der Transzendenz?<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es stimmt, dass in der heutigen Kultur der zeitgen\u00f6ssische Mensch, vor allem im Westen, der Transzendenz gegen\u00fcber verschlossen ist, dass er Gott nicht in Betracht zieht, dass er Agnostiker ist, dass er ein praktischer Atheist ist oder was auch immer. Dies ist, wie schon immer, auf Unwissenheit oder Arroganz zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Unwissenheit mag daran liegen, dass wir in einer Kultur leben, die sehr wenig \u00fcber Gott spricht, die falsche Vorstellungen von Gott, von der Kirche, von Jesus Christus hat. Sie reicht weit zur\u00fcck, sagen wir bis ins 18. und 19. Jahrhundert, aber jetzt ist sie sehr weit verbreitet, weil sie nicht mehr nur unter Intellektuellen verbreitet ist, sondern sehr popul\u00e4r ist. Aber es kann auch vorkommen, dass es Menschen gibt, die Gott aus menschlicher Arroganz ablehnen, ich habe das bei vielen Menschen gesehen. Sie wollen sich nicht etwas unterwerfen, das dem Menschen \u00fcberlegen ist, sie denken, dass der Mensch alles ist.<\/p>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n\t<p><p>Fr\u00fcher mussten wir zu Gott gehen, um zu ihm zu beten, weil wir Krankheiten hatten, weil wir wirtschaftliche Probleme hatten. Jetzt scheint es, dass die Wirtschaft oder die Medizin das Problem l\u00f6sen werden, und der Gang zu Gott ist eine Sache f\u00fcr Kinder. <\/p>\n<\/p>\n\t<cite> Juan Jos\u00e9 Sanguineti <span><\/span><\/cite>\n<\/blockquote>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke, dass der kulturelle Moment aufgrund der Entdeckungen, des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts zu dieser Arroganz tendiert, obwohl die Dinge komplex sind. Dann wird das menschliche Wohlergehen viel weiter verbreitet, besser als zuvor, und seit der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts hat das menschliche Wohlergehen viele Gesellschaften auf der ganzen Welt erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir Menschen, M\u00e4nner und Frauen, glauben also, dass wir autark sind. Fr\u00fcher mussten wir uns an Gott wenden und zu ihm beten, weil wir krank waren oder wirtschaftliche Probleme hatten. Jetzt scheint es, dass die Wirtschaft oder die Medizin sie l\u00f6sen werden, und die Hinwendung zu Gott ist eine Sache f\u00fcr Kinder. Das denken viele Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits, wenn der Mensch sich seiner Zerbrechlichkeit und seiner Grenzen bewusst wird, f\u00fchrt ihn das manchmal dazu, Gott wiederzuentdecken, es f\u00fchrt ihn zu Gott. Ich sage keine Katastrophen voraus, aber ich sage, dass \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Wohlstand oft der menschlichen Arroganz weicht. Ich glaube, dass man Gott auf viele Arten erreichen kann, man kann Gott erreichen, indem man das Wunder des Kosmos, der Natur sieht, wie Collins' Arbeit \u00fcber das menschliche Genom, der, als er das Wunder des Genoms sah, bekehrt wurde und begann, an Gott zu glauben.<\/p>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n\t<p><p>Andererseits f\u00fchrt der Mensch, wenn er sich seiner Zerbrechlichkeit und seiner Grenzen bewusst wird, manchmal dazu, dass er Gott wiederentdeckt, dass er zu Gott findet. Ich sage keine Katastrophen voraus, aber ich sage, dass \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Wohlstand oft zu menschlicher Arroganz f\u00fchrt.<\/p>\n<\/p>\n\t<cite>Juan Jos\u00e9 Sanguineti<span><\/span><\/cite>\n<\/blockquote>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann aber auch zu der Einsicht gelangen, dass es ein menschliches Streben ist, Gott zu erkennen, und das w\u00e4re eine M\u00f6glichkeit. Eine andere M\u00f6glichkeit ist aber auch, unsere Grenzen und das B\u00f6se selbst zu erkennen. Seltsamerweise kann uns das, was uns manchmal von Gott zu entfernen scheint, manchmal n\u00e4her zu Gott bringen, denn wenn wir keinen Gott haben, wenn es keinen Gott gibt, bewegen wir uns auf den Nihilismus zu. Und das wirft ein Dilemma auf, das sich die Menschen am Ende fragen k\u00f6nnen, n\u00e4mlich: \"Nun, wenn es keinen Gott gibt, gehen wir zum Nihilismus \u00fcber, das Leben hat keinen Sinn\". Denn selbst wenn wir das ganze Problem gel\u00f6st haben, ich wei\u00df nicht, ob medizinisch oder wirtschaftlich, wird der eigentliche Sinn des Lebens nicht durch Wirtschaft oder Politik gel\u00f6st. Das ist etwas, das genau mit Gott zu tun hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vielen Dank, Herr Professor. Wir werden morgen weitermachen. Wir m\u00fcssen auch \u00fcber Zuf\u00e4lle, Gebete, Beg\u00fcnstigungen, \"Zuf\u00e4lle\", Wunder und Naturgesetze sprechen...<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>El plan creador de Dios, la evoluci\u00f3n contingente de la naturaleza, preguntas sobre la acci\u00f3n de Dios en el mundo como d\u00f3nde ha estado Dios durante la pandemia, la apertura o la cerraz\u00f3n de los hombres y mujeres a la transcendencia, o el tema siempre complejo del azar, son cuestiones que interesan. 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