{"id":18141,"date":"2022-01-26T11:44:05","date_gmt":"2022-01-26T10:44:05","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=18141"},"modified":"2025-10-24T12:02:41","modified_gmt":"2025-10-24T10:02:41","slug":"erziehung-im-leid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/foco\/educar-en-el-sufrimiento\/","title":{"rendered":"Erziehen im Leiden"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Graciano beschleunigte sein Tempo, w\u00e4hrend er sein Halstuch zurechtr\u00fcckte. Wie kalt es an diesem fr\u00fchen Morgen war. Er steckte seine Hand in die Tasche, um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob er seinen Hausschl\u00fcssel mitgenommen hatte, als er hinausging. \"In der Eile vergisst man alles\", dachte er und erinnerte sich an die Zeit, als er, ebenfalls mitten in der Nacht, seinen Schl\u00fcssel drinnen vergessen hatte. Eine so kalte Nacht wie diese sollte man nicht im Freien verbringen. Er dachte an Petra. Vielleicht war es ihre letzte Nacht. Diese energische alte Dame. Wie oft hatte sie sein Essen in die Sakristei gebracht: \"Graciano, wenn ich nicht aufpasse, isst du tagelang nichts\", sagte sie zu ihm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als sie das kleine Haus mit Licht erreichte, ging sie zur T\u00fcr und klopfte. Petras kleine Tochter Clara \u00f6ffnete die T\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Danke, Vater. Zu dieser Stunde wusste ich nicht, ob ich dich anrufen sollte, aber sie war so hartn\u00e4ckig... Sie hat seit Tagen kaum gesprochen und mich den ganzen Nachmittag gebeten, dich anzurufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Das hast du gut gemacht, mein Kind. Ich habe weder Tage noch N\u00e4chte f\u00fcr mich selbst. Sie geh\u00f6ren alle dem Herrn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Clara sah ihn dankbar an und f\u00fchrte ihn, nachdem sie ihm den dicken Mantel abgenommen hatte, in das Zimmer, in dem ihre Mutter lag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Petra war eine kleine alte Frau. Sie wirkte verloren zwischen so vielen Decken und Kissen. Sie hielt einen Rosenkranz fest in der Hand und starrte auf die T\u00fcr. Als sie die Schritte h\u00f6rte und ihre Tochter eintreten sah, war sie voller Leben. Als ob sie alles Leben, das sie noch hatte, in ihren Augen konzentrierte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Haben Sie Graciano mitgebracht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ja, Mutter. Hier ist Pater Graciano\", ein erleichtertes L\u00e4cheln erhellte sein faltiges Gesicht, und er schien von Frieden erf\u00fcllt zu sein. Graciano betrat das Zimmer und n\u00e4herte sich vorsichtig der kranken Frau. Clara ging und schloss die T\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Hallo, Petra. Guten Abend, Petra. Ihre Tochter hat mir gesagt, dass es ihr schlechter geht, und ich bin hierher gekommen, um ihr die letzte \u00d6lung zu erteilen und die Kommunion zu spenden\", sagte Don Graciano, der ihr das Sakrament spendete und sich nach der Kommunion neben sie setzte. Petra sah gl\u00fccklich aus und ergriff seine Hand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- An wie viele Dinge k\u00f6nnen Sie sich erinnern, seit Sie in die Stadt gekommen sind? Er ist frisch geweiht und kommt aus der Stadt. Hier hie\u00df es, du w\u00fcrdest dich nicht an ein so hartes, zur\u00fcckgezogenes Leben anpassen\", l\u00e4chelte Graciano.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Hier habe ich die Familie gefunden, die Gott f\u00fcr mich wollte. Jedes einzelne meiner Gemeindemitglieder und diejenigen, die sich weigern, Gemeindemitglieder zu sein\", nickte Petra.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ich war sehr gl\u00fccklich, Graciano. Jetzt, wo das Ende naht, verstehe ich, dass Gott alles gut macht. Ich habe jung geheiratet und vier Kinder verloren, bevor ich Manuel und Clara bekam. Ich dachte, ich w\u00fcrde nie \u00fcber so viel Schmerz hinwegkommen. Dann die harte Arbeit, das Studium meiner Kinder im Ausland und Antonios Krankheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ich erinnere mich an ihn in seinem Rollstuhl mit seinem Schl\u00e4ger in der Hand. Wenn ihm jemand den Weg versperrte oder ihn bel\u00e4stigte, schlug er ihn damit\", lachte Petra leise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ja, was hatten wir f\u00fcr einen \u00c4rger mit dieser gl\u00fcckseligen Garrotte. Ich habe sogar damit geschlafen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Hast du starke Schmerzen, Petra?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Viele, aber das ist mir egal. Ich habe viele Jahre und einen gro\u00dfen Glauben. Gott hat mich gelehrt, was nicht in den B\u00fcchern steht: zu leben und deshalb auch zu sterben, wenn er es will - Graciano sah sie liebevoll an, ohne die Tr\u00e4nen zu verbergen, die sein Gesicht zu benetzen begannen. Diese Frau war, wie ihre ganze Generation, eine starke Frau. Wie viele Lektionen sie ihr noch erteilen mussten. Es war eine weise Generation, geboren, um zu \u00fcberleben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Es ist m\u00f6glich, im Leiden gl\u00fccklich zu sein, Graciano. Meine Kinder verstehen das nicht, und vielleicht liegt es daran, dass sie es so leicht hatten. Und das Leben lehrt auch durch Schmerz. Vielleicht fehlt ihnen die Erfahrung, nichts zu wissen. Sie glauben, dass sie alles tun k\u00f6nnen. Sie glauben, dass die Wissenschaft und ihre Intelligenz alles regeln k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Graciano l\u00e4chelte. Er mochte es, wenn sie redete. Er hat von ihr gelernt. Er wurde nicht m\u00fcde, zuzuh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Nein, nat\u00fcrlich nicht. In diesem Leben macht nur das gl\u00fccklich, was den Dingen Sinn und Wert verleiht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Was ist der Sinn von Schmerzen, Petra?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ah... Graciano, du wei\u00dft es genau, aber du bringst mich zum Reden. Nein, l\u00e4cheln Sie nicht. Wir kennen uns schon seit vielen Jahren. Du hast \u00f6fter bei mir gegessen, als ich mich erinnern kann. Sie haben mich bei der Beerdigung mehrerer meiner Kinder und meines Mannes begleitet. Ich habe nie vergessen, was Sie bei der Beerdigung des kleinen Jungen gesagt haben: \"Im Leben und im Tod geh\u00f6ren wir zu Gott\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Das steht in der Heiligen Schrift.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ich wei\u00df es nicht, ich habe nicht lesen gelernt. Aber wie viel Wahrheit steckt da drin. Wer wei\u00df, dass er der Sohn dessen ist, der ihn am meisten liebt, hat keine Angst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- F\u00fchlst du dich von Gott geliebt, Petra?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ja. Bei jedem Schmerz schrie ich ihn an und wurde w\u00fctend. Aber ich wusste immer, dass er an meiner Seite war. Leide mit mir. Er gibt der Bedeutungslosigkeit einen Sinn. Er formt uns in gewisser Weise. So wie mein Mann es mit den Skulpturen gemacht hat. Mit Schl\u00e4gen, mit H\u00e4rte. Um uns zu befreien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Frei?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ja, kostenlos. Wir halten an so vielen Dingen fest, die geschehen. Wir setzen unser Herz an so viele Dinge, die es nicht wert sind. Und doch erkennen wir im Ungl\u00fcck, dass das Einzige, was z\u00e4hlt, die Liebe zu Gott und die Liebe zu den anderen ist. Das ist es, was es bedeutet, frei zu sein. Im Herzen nicht an etwas gebunden zu sein. Ich werde heute in Frieden gehen. Bei meinen Fehlern wei\u00df ich, dass mein Leben so war, wie er es wollte. Ich mache mir nur Sorgen um meine Kinder und mein Enkelkind. Meine Kinder sind so sehr mit Dingen besch\u00e4ftigt, die nichts wert sind. Mein \u00c4ltester ist durch die Viruserkrankung verr\u00fcckt geworden. \"Mama, das Einzige, was z\u00e4hlt, ist die Gesundheit\", sagte er neulich zu mir.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Und was haben Sie ihm gesagt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ich sagte ihm, er sei ein Bettler. Stellen Sie sich vor, Sie setzen Ihr Gl\u00fcck und Ihr Vertrauen in etwas, von dem Sie wissen, dass Sie es verlieren werden. Und die andere, Clara, ist ein gutes M\u00e4dchen, aber sie will alles selbst in die Hand nehmen. Sie versteht nicht, dass der Weg zum Gl\u00fcck darin besteht, Gott zu gehorchen und seinen Willen zu tun. Sie interessiert sich nur f\u00fcr Geld und Komfort. Sie h\u00e4tte sie besser unterrichten sollen, als sie noch Kinder waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Den Sinn des Lebens zu lernen, ist eine mehrj\u00e4hrige Lehrzeit, Petra.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Glaubst du, sie werden es jemals verstehen\", seufzte sie, \"ich habe mich als Mutter geirrt. Ich habe ihnen nie beigebracht, zu leiden. Jedes Mal, wenn sie einen R\u00fcckschlag erlitten, habe ich alles getan, was ich konnte, um ihn zu beseitigen. Und als der Schmerz kam, lie\u00df ich sie einfach wegschauen. Ich habe ihnen nie beigebracht, wie man damit umgeht. Ich h\u00e4tte sie unterrichten sollen. Denn dann stie\u00dfen sie auf Schlagl\u00f6cher und wussten nicht, woran sie sich festhalten sollten. F\u00fcr sie ist das Gebet das Aufsagen kleiner Worte in voller Geschwindigkeit. Sie wissen nicht, wer Jesus ist. Sie wissen nicht, was das Kreuz bedeutet. Ich habe ihnen nicht beigebracht, zu opfern, wie meine Mutter es mir beigebracht hat. Ich dachte, es sei ein zu harter Unterricht. Ich dachte, sie w\u00fcrden es nicht verstehen, bevor sie nicht einen st\u00e4rkeren Glauben haben. Und doch, wie weit sind sie gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Sie haben noch Zeit, Gott kennenzulernen, Petra. Lasst uns f\u00fcr sie und ihren Enkel beten. Wenn Sie nicht mehr da sind, werde ich sie weiter begleiten. Aber du kannst vom Himmel aus helfen, denn die Aufgabe ist gro\u00df\", l\u00e4chelte Petra.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Vielen Dank, Graciano. Graciano begann zu beten und Petra begleitete ihn. Erst leise und dann vom Himmel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem er seine Tochter getr\u00f6stet und versprochen hatte, gleich morgen fr\u00fch zur\u00fcckzukehren, ging Graciano wieder in die K\u00e4lte hinaus. Aber jetzt verga\u00df er, seinen Schal zu richten und sogar seinen Mantel zu schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Leiden erziehen... erziehen und begr\u00fcnden, dachte er. Aber wie? Wie kann man das gro\u00dfe Geheimnis der Liebe und des Leidens Gottes erkl\u00e4ren? Die Gesellschaft versteht Schmerz und Tod nicht, weil sie das Leben nicht versteht. Gratian dachte \u00fcber Abtreibung nach. Er dachte an Euthanasie. Er dachte an den Materialismus, den er so oft sah, und an die K\u00e4lte gegen\u00fcber allem, was transzendent ist. Er dachte an so viele Menschen, f\u00fcr die ein Leben wie das von Petra ohne Qualit\u00e4t sinnlos war. Er dachte an diejenigen, die denken, dass Gott wie ein Geist in der Lampe ist, der alles erf\u00fcllen muss, was wir uns w\u00fcnschen, und wenn nicht, dann raus. Anstatt zu verstehen, dass er Gott ist und wir schwache Gesch\u00f6pfe. Wie k\u00f6nnen wir all dies anderen zeigen, wenn sie weder danach fragen noch sich daf\u00fcr interessieren? Graciano f\u00fchlte sich sehr klein, und dann l\u00e4utete die Kirchenglocke. Er l\u00e4chelte, wie es Verliebte tun, und \u00e4nderte seinen Weg. Er w\u00fcrde in dieser Nacht nicht mehr nach Hause kommen. Er w\u00fcrde zum Haus seines Vaters gehen. In die Kirche, wo in einem kleinen Tabernakel der Herr aller Dinge wohnt. Er w\u00fcrde ihn um die Gnade, die Hilfe und den Trost bitten, sich am n\u00e4chsten Tag mit Freude der gro\u00dfen Aufgabe zu stellen, die Gott ihm anvertraut hatte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"sociedad-sin-sufrimiento\">Eine Gesellschaft ohne Leiden?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Gesellschaft, in der dem menschlichen Leben, das nach modernen Ma\u00dfst\u00e4ben keine \"Qualit\u00e4t\" hat, kein Wert beigemessen wird, besteht ein zunehmender Bedarf an Scheinwerfern, an Leuchtfeuern, die die Sinnlosigkeit erhellen und ihr einen Sinn geben. Die Suche nach dem Sinn des Leidens hilft uns, es auf m\u00f6glichst humane Weise zu leben. Deshalb ist es wichtig, sich mit dieser Realit\u00e4t n\u00e4her zu befassen. Wie oft haben wir von unseren \u00c4ltesten geh\u00f6rt, dass wir es aufgeben sollen, wenn wir einen R\u00fcckschlag erlitten haben. Verstehen wir, was das bedeutet?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In unserer Gesellschaft wird es immer notwendiger, im Leiden zu erziehen. Den Kindern je nach ihren F\u00e4higkeiten beizubringen, dass Leiden zum Leben dazugeh\u00f6rt. Es w\u00e4re naiv zu glauben, dass wir unseren Kindern die Erfahrung von Schmerz vorenthalten k\u00f6nnen, und es ist wichtig, ihnen zu zeigen, wie sie sich in solchen Momenten verhalten, woran sie sich festhalten und wie sie damit umgehen k\u00f6nnen. Es ist sehr frustrierend, wenn man nicht wei\u00df, wie man mit dem eigenen Schmerz oder dem Schmerz der Menschen um einen herum umgehen soll. Wenn man mit den Kindern entsprechend ihrer Lebensumst\u00e4nde und ihrer Verst\u00e4ndnisf\u00e4higkeit spricht, ohne ihnen zu verheimlichen, was ihnen fr\u00fcher oder sp\u00e4ter begegnen wird, muss man ihnen die F\u00e4higkeit vermitteln, sich diesen Momenten zu stellen.  Es ist auch erstaunlich, wie Kinder das Geheimnis des Schmerzes verstehen und wie sie stark und einf\u00fchlsam werden, wenn wir ihnen helfen, sich ihm zu stellen und ihn nicht zu verleugnen, als ob es ihn nicht g\u00e4be. Es ist sehr positiv, in diesem Bereich auszubilden. Andererseits ist es traurig zu sehen, wie viele Gl\u00e4ubige ihre kleinen Kinder nicht \u00fcber das Kreuz belehren wollen, aus Angst, ihre Sensibilit\u00e4t zu verletzen. Es ist sogar heuchlerisch in einer Gesellschaft, in der Videospiele und Filme mit sinnloser Gewalt \u00fcberladen sind. Sie lehren uns, unseren Schmerz aufzugeben, uns auf das Gebet, das Beten des Rosenkranzes und der Sakramente, auf die Liebe und die Unterst\u00fctzung unserer Lieben zu verlassen. All diese Werkzeuge hat Gott uns hinterlassen, damit wir ihn im Schmerz finden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"el-sufrimiento-cristiano\">Christliches Leiden<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist m\u00f6glich, im Schmerz Freude zu finden. Es ist m\u00f6glich, Hoffnung zu finden, wo es scheinbar nichts mehr zu tun gibt. Und das ist m\u00f6glich, weil es Christus gibt. Weil Christus von den Toten auferstanden ist und uns von Tod und Leid befreit hat, indem er sie in seinen Erl\u00f6sungsplan aufgenommen hat. Und er tat es durch Gehorsam. Denn er war gehorsam bis zum Tod, sogar bis zum Tod am Kreuz. In der Tat gibt es einen Zusammenhang zwischen Gehorsam und Leiden. Und nicht Gehorsam als blo\u00dfe Befolgung oder passive Akzeptanz. Sondern Gehorsam als Bejahung. Als positives Handeln, das etwas Gr\u00f6\u00dferes bekr\u00e4ftigt, auch wenn es manchmal nicht klar ist: Gottes Liebe unter allen Umst\u00e4nden und seine liebevolle F\u00fcrsorge f\u00fcr jeden Einzelnen. Christus war gehorsam bis zum Tod, weil er die Seinen bis zum Ende liebte. Sein Gehorsam war vollkommen und aus Liebe geboren. Er hat sich nicht damit begn\u00fcgt, das zu akzeptieren, was auf ihn zukam\", sondern ist dar\u00fcber hinausgegangen, indem er im Leiden eine Gelegenheit sah, etwas Gr\u00f6\u00dferes zu bekr\u00e4ftigen: die Liebe zu seinem Vater in der Liebe zu den Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christus hat den Gehorsam durch Leiden gelernt. Diese Aussage ist sehr aufschlussreich. Ein Gehorsam, der aus der Liebe geboren ist, der bejaht, verlangt von uns Leiden. Es erfordert einen Tod f\u00fcr uns selbst. Es verlangt von uns, dass wir aufh\u00f6ren, auf uns selbst zu schauen, und auf ihn schauen. Paradoxerweise ist dies f\u00fcr uns, die wir Schmerzen haben, \"leichter\". Es ist einfacher f\u00fcr uns, wenn wir nichts mehr haben. Wenn es nur um uns und ihn geht. Wir m\u00fcssen \"zerst\u00f6rt\" werden, damit er uns wieder aufbauen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir werden nur dann wie Christus, wenn wir ihm erlauben, in uns zu wirken. Und wir lassen ihn nur handeln, wenn wir die Erfahrung machen, uns selbst zu sterben. Wenn wir diese Erfahrung gemacht haben, werden wir verstehen. F\u00fcr diejenigen, die ihren eigenen Zusammenbruch noch nicht erlebt haben, ist er unverst\u00e4ndlich. Erst wenn uns alles fehlt, was uns wichtig erschien, k\u00f6nnen wir unser Herz wirklich sehen. Was oder besser gesagt, wen wir vor allem brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Leiden an sich ist ein \u00dcbel, und das B\u00f6se ist die Abwesenheit des Guten. Leiden ist die Abwesenheit von k\u00f6rperlichen und\/oder geistigen G\u00fctern. Das wahre und gr\u00f6\u00dfte Leid ist die Abwesenheit von Gott, denn ohne ihn kann es nichts Gutes geben. Deshalb hat Jesus Christus das Leiden am Kreuz besiegt. Denn er hat es so auf sich genommen, dass wir uns in jedem Schmerz mit ihm identifizieren k\u00f6nnen. In jedem Schmerz sind wir bei ihm. Es gibt keine vollst\u00e4ndige Abwesenheit mehr. Bedeutungslosigkeit kann einen Sinn, einen Wert haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christus hat das Leiden des Menschen nicht beseitigt, weil er die menschliche Freiheit und auch die durch die S\u00fcnde gesch\u00e4digte Natur respektiert. Bis die Stunde der Gerechtigkeit und das Ende der Zeit kommen, werden wir mit Schmerz und Tod leben. Jesus Christus hat das Leiden nicht beseitigt, aber er hat es an seiner tiefsten Wurzel verwandelt. Er nahm bis zum \u00c4u\u00dfersten am Leiden teil, bis zu dem Punkt, dass er mit seiner Gegenwart in das Leiden eindrang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich noch nie die Frage nach dem Wert des eigenen Lebens gestellt hat, kann den Sinn von Leid und Tod nur schwer verstehen. Man stirbt, wie man gelebt hat. Das Problem der heutigen Gesellschaft ist nicht, dass sie die Kranken nicht sch\u00e4tzt oder den Tod nicht respektiert, weil er \"das Ende\" ist, das Problem der heutigen Gesellschaft ist vor allem, dass sie ihre eigene Existenz nicht sch\u00e4tzt. Wir treffen auf verstockte Menschen, die so leben, als w\u00e4ren sie blo\u00dfe Materie, und es ist sehr schwierig, ihnen einen Horizont der Hoffnung zu er\u00f6ffnen. F\u00fcr sie ist das alles vorbei. Diesen Menschen sollten wir zuerst die Frage nach dem Sinn ihres Daseins stellen, um ihnen die M\u00f6glichkeit zu geben, einen Sinn in ihrem Leben zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manchmal denken wir, dass Gott ein Flaschengeist ist, der uns geben muss, was wir wollen, wenn wir nur fest genug darum bitten. Heute wird kaum noch gepredigt, dass man den Willen Gottes tun soll, was auch immer das sein mag. Die ganze Bibel ist voll von Passagen, in denen Gottes Volk aufgefordert wird, Gottes Willen zu tun. Unser Leben ist f\u00fcr Gott, um seinen Willen zu tun. Es stimmt, dass wir um die Beseitigung dieses oder jenes Leidens oder um eine L\u00f6sung unserer Probleme beten k\u00f6nnen. Aber das Gebet und das Vertrauen auf Gott m\u00fcssen immer darauf ausgerichtet sein, seinen Willen zu akzeptieren. Der Zorn auf Gott, wenn das Leid kommt, liegt darin, dass wir die Z\u00fcgel unseres Lebens nicht loslassen wollen, weil wir es so wollen, wie wir es wollen, oder dass wir das Leid f\u00e4lschlicherweise f\u00fcr ein Gebot Gottes halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Gesellschaft k\u00f6nnen wir eine Menge tun. Erstens, wie wir bereits erw\u00e4hnt haben, indem wir unsere Kinder von klein auf dazu erziehen, die Bedeutung des Leidens zu verstehen. Aber auch durch die F\u00f6rderung der Solidarit\u00e4t, die Pflege der Kranken, Investitionen in die Ausbildung des Gesundheitspersonals, in die Palliativmedizin... Wir m\u00fcssen das Bild, das oft von den \u00e4lteren Menschen gezeichnet wird, \u00e4ndern, ihnen ihren Raum geben und die Bedeutung und den Wert, den sie angesichts einer Kultur der Jugend und des Materialismus haben. Wir m\u00fcssen den Wert, den wir dem Leben beimessen, \u00e4ndern und den Wert des Leidens und des Todes erkennen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Graciano apret\u00f3 el paso mientras se arreglaba la bufanda. Qu\u00e9 fr\u00edo hac\u00eda aquella madrugada. Se meti\u00f3 la mano en el bolsillo para comprobar si hab\u00eda cogido la llave de su casa al salir. \u201cCon las prisas todo se olvida\u201d pens\u00f3 acord\u00e1ndose de aquella vez en la que, requerido tambi\u00e9n en plena noche, se hab\u00eda dejado [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":18142,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[552,548],"tags":[599],"class_list":["post-18141","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-educacion","category-foco","tag-familia"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Educar en el sufrimiento<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"El problema de la sociedad actual no es que no valore al enfermo, el problema es 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