{"id":18453,"date":"2022-02-21T06:00:00","date_gmt":"2022-02-21T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=18453"},"modified":"2022-02-19T21:18:43","modified_gmt":"2022-02-19T20:18:43","slug":"warum-du-glaubst-und-warum-du-nicht-glaubst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/recursos\/por-que-se-cree-y-por-que-no-se-cree\/","title":{"rendered":"Warum es geglaubt wird und warum es nicht geglaubt wird"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage nach den Gr\u00fcnden f\u00fcr pers\u00f6nliche Haltungen, die sich, wie in dem von uns untersuchten Fall, vor allem auf die Freiheit und Verf\u00fcgbarkeit des Menschen angesichts des Geheimnisses Gottes und seiner selbst beziehen, ist eine Frage von einiger Schwierigkeit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht nur, dass der Umfang der Begriffe, um die es geht (Gott, Mensch, Glaube, Freiheit, Wahrheit usw.), un\u00fcberschaubar ist, sondern auch, weil es sich um Handlungen handelt, die zur besonderen Sph\u00e4re eines jeden Subjekts geh\u00f6ren, ist das Ziel, eine allgemeine Antwort zu geben, unzureichend. Das Verb glauben oder sein Gegenteil wird nicht in der unpers\u00f6nlichen Form (se cree-no se cree), sondern in der ersten Person Singular (creo-no creo) oder im Plural (creemos-no creemos) konjugiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese doppelte Frage (warum man glaubt - warum man nicht glaubt) ist angesichts der Realit\u00e4t und Transzendenz des menschlichen Ph\u00e4nomens, das sie beinhaltet, in ihrer grundlegenden anthropologischen Bedeutung untersucht worden, da es zu allen Zeiten und an allen Orten Menschen gab und gibt, die geglaubt oder nicht geglaubt haben. Die Analyse der Tendenz, zu glauben, dass das menschliche Wesen als solches schl\u00e4gt, sowie die des Gegenteils, ist zweifellos von gro\u00dfem Interesse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne dieses Terrain grunds\u00e4tzlich zu verlassen, werden wir uns der Frage jedoch aus einem anderen Blickwinkel n\u00e4hern. Wir werden uns im Hier und Jetzt der gegenw\u00e4rtigen Gesellschaft verorten, aber was wir vor allem mit Blick auf die westliche Welt in Betracht ziehen werden, ist nicht so sehr ihr \"postmoderner\" Zustand als vielmehr ihr Wesen als \"postchristliche\" Gesellschaft, wie sie manchmal genannt wird, d.h. religi\u00f6s und kulturell gepr\u00e4gt vom Glauben an Jesus Christus und vom Vertrauen in die Kirche, aber in der Praxis inzwischen - wenn auch nur teilweise - von ihren Wurzeln entfernt. Wenn in diesem Zusammenhang ein B\u00fcrger, der in einem sozialen und kulturellen Umfeld mit katholischen Wurzeln aufgewachsen und erzogen wurde, sagt: \"Ich glaube\" oder \"Ich glaube nicht\", was sagt er dann und warum sagt er es?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"fe-confianza-y-verdad\"><strong>Glaube, Vertrauen und Wahrheit<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Glaube ist eine pers\u00f6nliche Handlung und Haltung, die im Wesentlichen mit der rationalen und relationalen Natur des Menschen verbunden ist. Es bedeutet, die Wahrheit dessen zu akzeptieren, was mir von einem anderen, dem ich vertraue, mitgeteilt wird. Es geht nicht nur darum, zu wissen, was mir \u00fcbermittelt wird, sondern es als Wahrheit zu akzeptieren, und zwar, weil es mir von jemandem mitgeteilt wird, dem ich mein Vertrauen geschenkt habe. Die Haltung des Glaubens als Annahme von etwas als wahr, obwohl es hier und jetzt unvermeidlich ist, ist untrennbar mit dem Vertrauen verbunden, das der Gl\u00e4ubige in denjenigen setzt, der ihm diese Wahrheit offenbart. Die Erkenntnis des Glaubens ist vor allem, wie es oft hei\u00dft, eine Erkenntnis der Wahrheit. <em>per testimonium.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Glaube an die Wahrheit einer Sache und das Vertrauen in denjenigen, der sie sagt, sind untrennbar miteinander verbunden: Wenn das Vertrauen in den Zeugen versagt, verschwindet die Akzeptanz seiner Botschaft als Wahrheit, und die Gewissheit der Glaubenserkenntnis ist folglich gebrochen. Insbesondere als Christen nehmen wir im Gehorsam des Glaubens die Wahrheit einer Lehre an, die uns mitgeteilt wird, oder die Koh\u00e4renz eines moralischen Verhaltens, das uns gelehrt wird, weil wir \"vorher\" oder gleichzeitig auf das Zeugnis der Kirche vertraut haben, in dem wir die Autorit\u00e4t Jesu Christi anerkennen, an den wir als Gott und Erl\u00f6ser glauben und ihm vertrauen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der gegenw\u00e4rtigen Krise des Glaubens - oder vielmehr des Glaubenslebens, denn es sind die \u00e4u\u00dferen Handlungen, die wir beobachten k\u00f6nnen - bei Menschen und Bev\u00f6lkerungen der alten christlichen Tradition lassen sich verschiedene Situationen erkennen, die wir kurz beschreiben werden, bis wir zur letzten kommen, auf die wir eingehen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Manchmal kommt es zu einer Abschw\u00e4chung der Akzeptanz der Lehre und des Lebensmodells der Kirche und zu einer Distanzierung von der Kirche selbst, weil das Vertrauen in die Kirche in der Vergangenheit geschwunden ist, vielleicht aufgrund der mangelnden Vorbildlichkeit einiger ihrer Vertreter. Dies ist zwar kein unwichtiges Thema, aber nicht der Hauptgrund f\u00fcr die weit verbreitete Glaubenskrise.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Eine Abkehr vom Glauben k\u00f6nnte, in einem zweiten Beispiel, eine moralisch mangelhafte Veranlagung offenbaren, die sich nicht korrigieren lassen will und die dazu f\u00fchrt, dass man sich weigert, einer Lehre zuzustimmen, die eine Korrektur des Verhaltens erzwingen w\u00fcrde. Wenn dies geschieht, wenn ein Gl\u00e4ubiger nicht bereit ist, sich pers\u00f6nlich f\u00fcr die Wahrheit, an die er glaubt, zu engagieren, kann er sich am Ende weigern, so zu sein. Ein verwundetes Herz ist in der Lage, die Stimme des Gewissens zum Schweigen zu bringen und die nat\u00fcrliche Tendenz der Intelligenz, in der Wahrheit zu ruhen, zu d\u00e4mpfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Als Konkretisierung des vorigen Falles kann es auch vorkommen, dass sich der Vertrauensschwund nicht mehr auf die Kirche als Zeugin Christi bezieht, sondern auf sich selbst als des Vertrauens Gottes unw\u00fcrdig. Wer sich aufgrund seines moralischen Verhaltens nicht f\u00fcr w\u00fcrdig h\u00e4lt, die g\u00f6ttliche Barmherzigkeit zu empfangen - was bedeutet, ihr zu misstrauen -, kann auch seinen Glauben in Quarant\u00e4ne stellen. Eine solche Veranlagung kann, wie das Gleichnis vom verlorenen Sohn lehrt, nur durch eine Bewegung der Umkehr zur v\u00e4terlichen Barmherzigkeit Gottes \u00fcberwunden werden. Und in beiden F\u00e4llen ist diese Bekehrung m\u00f6glich, weil in diesen Personen ein pers\u00f6nliches Schuldbewusstsein vorhanden ist, auch wenn sie es nur ungern zugeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">d) Neben diesen Verhaltensweisen, die eher dazu f\u00fchren, den Glauben nicht zu praktizieren oder ihn aus moralischen Gr\u00fcnden nicht annehmen zu wollen, als zum Nichtglauben im engeren Sinne, gibt es in der heutigen Gesellschaft aber auch eine dem Glauben entgegengesetzte Haltung, die weit verbreitet ist und objektiv schwerwiegendere Folgen hat. Sie besteht im Wesentlichen darin, mit theoretischen Argumenten die Existenz einer objektiven Wahrheit zu bestreiten und jede Autorit\u00e4t abzulehnen, die behauptet, sie zu vermitteln. Die anhaltende Hegemonie dieser intellektuellen Haltung, die zum Relativismus und der in der westlichen Welt vorherrschenden Kultur der Gleichg\u00fcltigkeit gef\u00fchrt hat, ist urs\u00e4chlich f\u00fcr den heutigen Unglauben vieler Menschen. Wenn wir in den vorangegangenen F\u00e4llen von einer relativ leicht durchf\u00fchrbaren Umkehr gesprochen haben, so ist es in diesem Fall im Gegenteil notwendig, die Schwierigkeit zu betonen, denn die Leugnung aller objektiven Wahrheit bringt die Ablehnung der Objektivit\u00e4t der Schuld mit sich, und ohne ein Bewusstsein der Schuld kann es keine Umkehr geben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"relativismo-e-increencia\"><strong>Relativismus und Unglaube<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wahrheit zu kennen und anzunehmen ist die gro\u00dfe F\u00e4higkeit des Menschen und zugleich seine gro\u00dfe Versuchung, denn er kann sie auch freiwillig nicht annehmen. Diese F\u00e4higkeit ist - wenn man sich der Frage im Lichte des Glaubens n\u00e4hert - in die Tatsache eingeschrieben, dass der Mensch ein Gesch\u00f6pf nach dem Bilde Gottes ist. In Gott selbst ist die erkannte Wahrheit (das Wort) immer die geliebte Wahrheit; dar\u00fcber hinaus ist die Liebe in Gott die Liebe zur Wahrheit. Indem er uns sein Ebenbild gegeben hat, hat er uns f\u00e4hig gemacht, die Wahrheit aus freien St\u00fccken zu lieben, sie aber auch abzulehnen. In diesem Sinne leugnet man, wenn man die Existenz der Wahrheit als solche leugnet und folglich die nat\u00fcrliche Tendenz der menschlichen Intelligenz zu ihr, ihre Eigenschaft als Grundlage der pers\u00f6nlichen Freiheit usw. ablehnt, ... auch den Zustand des Menschen als Ebenbild Gottes an der Wurzel.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gro\u00dfen zeitgen\u00f6ssischen Konflikte und Herausforderungen - darunter auch die Frage des Glaubens oder Nichtglaubens, um die es hier geht - werden in der Tat auf einer im Wesentlichen anthropologischen Ebene er\u00f6rtert, auf der unterschiedliche Auffassungen einander gegen\u00fcberstehen. Es ist daher wichtig, ohne vom Thema abzuweichen, auf das hinzuweisen, was das gl\u00e4ubige (christliche) Menschenbild von dem in der postmodernen, relativistischen und gleichg\u00fcltigen Gesellschaft verbreiteten grunds\u00e4tzlich unterscheidet. Wie soeben erw\u00e4hnt, besteht die offenkundige Wurzel der Gr\u00f6\u00dfe und W\u00fcrde des Menschen darin, dass er nach dem Bilde Gottes geschaffen und f\u00e4hig geworden ist, aus Gnade ein Kind Gottes zu werden. Aus dieser Perspektive sind die nat\u00fcrliche Erkenntnis und die Erkenntnis des Glaubens in der Einheit des Subjekts eng miteinander verbunden und stehen in Kontinuit\u00e4t zueinander. Das christliche Denken hat es in verschiedenen kulturellen Kontexten, aber durchg\u00e4ngig in seiner Geschichte verstanden, diese enge Beziehung zwischen Glaube und Vernunft aufzuzeigen und zu verteidigen, gleichzeitig aber auch ihre qualitativen Unterschiede und ihren unterschiedlichen erkenntnistheoretischen Status hervorzuheben. Dies hat es zum Beispiel erm\u00f6glicht - wobei das Beispiel von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung ist -, ein metaphysisches Wissen zu entwickeln, dessen spekulative Kraft bewundernswert ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Behauptung der Objektivit\u00e4t des Seins, der realen ontologischen Analogie und Differenz zwischen dem Gesch\u00f6pf und Gott sowie der F\u00e4higkeit, objektive Wahrheit sowohl in der nat\u00fcrlichen als auch - durch die Gnade - in der \u00fcbernat\u00fcrlichen Ordnung zu erlangen, sind unverzichtbare Elemente der christlichen Argumentation. Darin wird, einfach ausgedr\u00fcckt, die Vernunft des Menschen an der objektiven Wahrheit gemessen, die Wahrheit am Sein und das Sein am Sch\u00f6pfer.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich ist die Glaubenserkenntnis in der Dynamik der Entwicklung des christlichen Denkens von Natur aus an bezeugende Quellen gebunden, die sie getreu \u00fcberliefern und mit Autorit\u00e4t auslegen. Es ist nicht so, da\u00df die Vernunft in der Aus\u00fcbung ihrer eigenen T\u00e4tigkeit mit dem Glauben und dem Lehramt, das sie vorschl\u00e4gt, verbunden ist, sondern es ist der Gegenstand dieser T\u00e4tigkeit (die Wahrheit), den das Lehramt mit Autorit\u00e4t zeigen kann. Die Vernunft des Gl\u00e4ubigen sagt, dass die Lehre der Kirche durch die Vermittlung der Wahrheit, die sie vorschl\u00e4gt, einen notwendigen Bezug hat. Und ebenso m\u00fcssen sich das freie sittliche Verhalten des Christen und das pers\u00f6nliche Gewissensurteil auf diese Wahrheit und auf diese Autorit\u00e4t beziehen - in dem Ma\u00dfe, wie die Kirche sie manifestiert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Behauptungen, die wir in aller K\u00fcrze aufstellen, weil es sich um wohlbekannte Lehren handelt, sind dennoch seit drei Jahrhunderten von einem Teil des philosophischen und theologischen Denkens stark kritisiert und sogar abgelehnt worden. Bekanntlich hat das moderne Denken durch die Einf\u00fchrung eines neuen Vernunftbegriffs zwei Br\u00fcche mit der christlichen Tradition vollzogen: den Bruch mit der Objektivit\u00e4t des Seins und der Wahrheit und den Bruch mit der innigen Beziehung zwischen Glaube und Vernunft. Die Vernunft wird nicht mehr als die F\u00e4higkeit gesehen, eine Wahrheit zu erkennen, die \u00fcber sie hinausgeht, sondern als Funktion einer Wahrheit, die sie selbst konstituiert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vernunft ist also losgel\u00f6st von allem, was au\u00dferhalb des Subjekts liegt, und findet ihre Rechtfertigung in sich selbst. Vernunft bedeutet also Selbstbestimmung und Befreiung von der normativen Kraft aller Tradition und Autorit\u00e4t.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"un-nuevo-modo-de-comprension\"><strong>Eine neue Art des Verst\u00e4ndnisses&nbsp;<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben es also nicht nur mit einem neuen Konzept der Vernunft und der Erkenntnis zu tun, sondern auch, und das ist der springende Punkt, mit einem neuen Selbstverst\u00e4ndnis des Menschen, einem anthropologischen Konzept, das sich von dem der katholischen Tradition entfernt. Die Folgen dieser intellektuellen Dynamik, die den Bruch der Einheit von Glaube und Vernunft postuliert, waren und sind f\u00fcr unsere Frage entscheidend.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Bereich der Moral bedeutet eine solche Aufteilung zum Beispiel die Aufrechterhaltung der v\u00f6lligen Trennung zwischen einer Ethik des Glaubens (die nicht organisch mit der Vernunft verbunden ist) und einer rationalen Ethik (die ihre Best\u00e4tigung in der Autonomie der praktischen Vernunft findet). Und es wird dazu f\u00fchren, dass die kirchliche Morallehre als unvereinbar mit der W\u00fcrde des Menschen und seiner Freiheit dargestellt wird. Und in \u00e4hnlicher Weise wird durch die Ablehnung der objektiven Grundlage der Wahrheit und ihre Reduzierung auf reine Subjektivit\u00e4t jede Bezugnahme des Gewissens auf eine moralische Norm au\u00dferhalb des Subjekts als des Menschen unw\u00fcrdig, als reiner legalistischer Formalismus und als Zerst\u00f6rung der authentischen Moral in Frage gestellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sollte daher nicht \u00fcberraschen, dass der Satz aus dem Evangelium: <em>\"Die Wahrheit wird euch frei machen\".<\/em> durch das Gegenteil ersetzt werden: <em>\"Die Freiheit wird dich wahrhaftig machen\".<\/em>. Diese Umkehrung schafft die Voraussetzungen f\u00fcr schwerwiegende moralische Konsequenzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Tat scheinen die Glaubenslehre und die moralische Praxis, die die Kirche in diesen Fragen vermittelt, in der Denkstruktur der modernen Welt an Plausibilit\u00e4t verloren zu haben und werden von vielen unserer Zeitgenossen als etwas dargestellt und betrachtet, das von der Zeit \u00fcberholt wurde. Das ist zwar eine ernste Angelegenheit, aber objektiv gesehen ist es noch ernster, dass diese Arten des Menschenverst\u00e4ndnisses - die im Grunde die Alternative zwischen Glauben und Gegenglauben, zwischen Glauben und Nichtglauben darstellen - allt\u00e4glich geworden sind und von den Christen aufgegriffen und sogar akzeptiert werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"en-la-cultura-del-relativismo-y-la-increencia\"><strong>In der Kultur des Relativismus und des Unglaubens<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie wir bereits dargelegt haben, steht hinter dem Glauben und dem Nichtglauben immer ein bestimmtes Menschenbild (eine Anthropologie), das notwendigerweise zu einer Theorie des moralischen Verhaltens (einer Ethik) f\u00fchrt, die mit diesem Ausgangspunkt \u00fcbereinstimmt und in letzter Konsequenz in einer Konzeption des sozialen, kulturellen, politischen Lebens usw. konvergiert (ein Sinn f\u00fcr die Gestaltung der Gesellschaft). Aus diesem Grund m\u00fcssen wir in der Entfremdung vieler Getaufter von der Lehre und dem Lebenssinn, die von der Kirche vermittelt werden, und von der Kirche selbst, oder anders gesagt, hinter dem Grund f\u00fcr die Distanzierung und sogar den theoretischen oder praktischen Unglauben so vieler, die Schw\u00e4chung des christlichen Sinns der Person durch Unwissenheit, durch mangelnde Bildung, unter dem vorherrschenden Einfluss anderer anthropologischer Auffassungen und insbesondere des Relativismus, der die Gesellschaft und die Medien durchdringt, entdecken k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist keine leichte Aufgabe, eine geordnete Synthese dessen zu pr\u00e4sentieren, was diese Verdunkelung der christlichen Vision der Person im realen Leben der Gl\u00e4ubigen darstellt, geschweige denn, besondere L\u00f6sungen f\u00fcr die Probleme aufzuzeigen, die sie aufwirft. Wegen ihrer Bedeutung erw\u00e4hnen wir jedoch nur beispielhaft zwei Bereiche, in denen die Schw\u00e4chung des christlichen Menschenbildes dazu beitr\u00e4gt, unter den Gl\u00e4ubigen moralische und soziale Haltungen des Unglaubens zu f\u00f6rdern, d. h. eine heimliche Verlagerung der Praxis vom Glauben zum Unglauben. Sie sind: a) mangelndes pers\u00f6nliches Engagement f\u00fcr die Wahrheit; b) Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber der Krise von Ehe und Familie.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Die Wahrheit zu kennen und sie nicht zu lieben - was dazu f\u00fchrt, sie zu verwerfen - ist eine schwere Sch\u00e4digung des Gewissens und f\u00fchrt unweigerlich zu einem Bruch der inneren Einheit der Person. Dies ist eine schwere geistige Krankheit, an der heute viele B\u00fcrger leiden, die in traditionell christlichen Gesellschaften geboren und erzogen wurden. Wer sich in Glaubens- und Sittenfragen so verh\u00e4lt, stellt seiner allgemeinen Zugeh\u00f6rigkeit zur Gemeinschaft der Gl\u00e4ubigen eine existenzielle Haltung des Unglaubens gegen\u00fcber. Er landet auch leicht dabei, eine \"doppelte Moral\" zu postulieren und eine \"doppelte Wahrheit\" zuzulassen, was ein Schritt weg vom reinen Nicht-Glauben ist. Im Gegenteil, das Engagement des Gl\u00e4ubigen f\u00fcr die Wahrheit f\u00fchrt zu einer moralischen Haltung von gro\u00dfer pers\u00f6nlicher und gesellschaftlicher Bedeutung, die in der Lage ist, den gegenw\u00e4rtigen ethischen Konformismus zu \u00fcberwinden, der in fast allen L\u00e4ndern vorherrscht. Wir lassen also die evangelisierende Transzendenz der Einheit des christlichen Lebens anklingen, auch wenn wir sie nicht entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) In der Sph\u00e4re von Ehe und Familie - und auch in der Sph\u00e4re der prim\u00e4ren und sekund\u00e4ren Bildung - findet in der Regel die erste und entscheidende Vermittlung des Modells eines gl\u00e4ubigen Lebens statt. Die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Erf\u00fcllung ihrer erzieherischen Funktion enth\u00e4lt wichtige Gr\u00fcnde, warum Menschen glauben, ebenso wie ihre St\u00f6rung die Wurzeln daf\u00fcr n\u00e4hrt, warum Menschen nicht glauben. In diesem Zusammenhang sollten einige Worte von Benedikt XVI. hervorgehoben werden: <em>\"Es gibt eine klare Entsprechung zwischen der Krise des Glaubens und der Krise der Ehe\".<\/em> (Predigt bei der Er\u00f6ffnungsmesse der Bischofssynode, 8. Oktober 2012). Denn was der Wahrheit von Ehe und Familie schadet, schadet auch der Weitergabe des Glaubens als religi\u00f6se Haltung und als vertrauensvolles Festhalten an bestimmten Wahrheiten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die christliche Bedeutung von Ehe und Familie aktiv bek\u00e4mpft wird, wie es heute unabl\u00e4ssig geschieht, und ihr Bild in der \u00d6ffentlichkeit entstellt wird, wird auch ihre F\u00e4higkeit besch\u00e4digt, die grundlegenden Fundamente der Gewissensbildung und der moralischen Einstellungen zu verbreiten - den kindlichen Bezug zu Gott und zur Kirche, die Bedeutung der Aufrichtigkeit, die Pflichten der Treue, der N\u00e4chstenliebe und der Gerechtigkeit, den Sinn f\u00fcr die S\u00fcnde, die Verpflichtung, Gutes zu tun usw. -.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort, in der Aneignung dieser grundlegenden Elemente der sittlichen Verantwortung, die in der Familie auf dem wirksamsten Weg, n\u00e4mlich dem der Liebe, weitergegeben werden, beginnt sich die Pers\u00f6nlichkeit des Gl\u00e4ubigen zu formen. Daraus ergibt sich die dringende Notwendigkeit, die Wahrheit der Ehe und der christlichen Familie zu sch\u00fctzen, um dazu beizutragen, den Reichtum des Glaubens zu bewahren und zu verbreiten, ohne den auch der Mensch als solcher verloren geht. Die zentrale Bedeutung einer Realit\u00e4t, die auch von Benedikt XVI. umrissen wurde, wird damit hervorgehoben, auch wenn sie, wie im vorhergehenden Fall, in der gegenw\u00e4rtigen Situation nicht entwickelt wird, <em>\"Die Ehe ist dazu berufen, nicht nur Objekt, sondern auch Subjekt der Neuevangelisierung zu sein\".<\/em> (<em>ebd.<\/em>). <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Preguntarse por el porqu\u00e9 de unas actitudes personales que, como en el caso que estudiamos, hacen principalmente referencia a la libertad y a la disponibilidad del hombre frente al misterio de Dios y de s\u00ed mismo, significa adentrarse en una cuesti\u00f3n de cierta dificultad.&nbsp; No s\u00f3lo, en efecto, es inabarcable la magnitud de las nociones [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":18458,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[537],"tags":[29],"class_list":["post-18453","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-recursos","tag-libertad-religiosa"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Por qu\u00e9 se cree y por qu\u00e9 no se cree<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"\u201cCreer\u201d o \u201cno creer\u201d: \u00bfqu\u00e9 significan estas expresiones (estas decisiones) personales? 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