{"id":18525,"date":"2022-02-24T06:00:00","date_gmt":"2022-02-24T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=18525"},"modified":"2022-02-07T12:22:35","modified_gmt":"2022-02-07T11:22:35","slug":"interview-mit-natalia-peiro-generalsekretarin-der-caritas-spain","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/mundo\/espana\/entrevista-a-natalia-peiro-secretaria-general-de-caritas-espanola\/","title":{"rendered":"<b>Natalia Peiro<\/b>Die zentralen Handlungsfelder der Caritas sind die Menschen\"."},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Interview mit dem Generalsekret\u00e4r der Caritas Spanien<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">C\u00e1ritas Espa\u00f1ola ist, wie die offizielle Bezeichnung lautet, der von der Bischofskonferenz gegr\u00fcndete offizielle Zusammenschluss der karitativen und sozialen Einrichtungen der katholischen Kirche in Spanien. Aber \u00fcber die strukturelle Definition hinaus k\u00f6nnte man C\u00e1ritas, wie ihr Generalsekret\u00e4r es nennt, als \"C\u00e1ritas Espa\u00f1ola\" bezeichnen, <em>\"Die Z\u00e4rtlichkeit Gottes\".<\/em>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute und seit einem Dreivierteljahrhundert ist die Caritas der karitative Arm f\u00fcr Hunderttausende von Menschen, die durch die verschiedenen Di\u00f6zesan- und Pfarr-Caritas und die verschiedenen Projekte Begleitung, Hilfe, einen Ausweg oder eine Ausbildung f\u00fcr eine Besch\u00e4ftigung finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor einem Jahr hat die St\u00e4ndige Kommission der Spanischen Bischofskonferenz Manuel Bret\u00f3n als Vorsitzenden von C\u00e1ritas Espa\u00f1ola und Natalia Peiro als Generalsekret\u00e4rin, die diese Aufgabe seit 2017 innehatte, f\u00fcr eine neue dreij\u00e4hrige Amtszeit best\u00e4tigt. Dieses Team der Allgemeinen Dienste hat die sozio\u00f6konomische Krise infolge der Pandemie sowie das Entstehen neuer sozialer Ausgrenzungsl\u00fccken erlebt. Ein Wandel in der Gesellschaft, der den Dienst der N\u00e4chstenliebe, den die Freiwilligen und Mitarbeiter der Caritas verk\u00f6rpern, noch wichtiger macht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Caritas bereitet sich darauf vor, ihr 75-j\u00e4hriges Bestehen in Spanien zu feiern. Was hat sich seit ihrer Gr\u00fcndung ver\u00e4ndert und was ist geblieben? &nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Die Wurzel bleibt. Unsere F\u00fc\u00dfe gr\u00fcnden sich auf das Evangelium, auf die christliche Gemeinschaft. Die Caritas ist Ausdruck dieser christlichen Gemeinschaft, und das bleibt in allen L\u00e4ndern der Welt so.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bleibt? Der Geist, der uns beseelt, und die Gotteserfahrung, die wir bei unserer Arbeit in der Caritas machen. Die Caritas k\u00fcmmert sich in besonderer Weise um die Herzensbildung der Menschen, die ihr angeh\u00f6ren. Unsere Arbeit \u00fcberwindet diese Trennung zwischen Aktion und Kontemplation, zwischen Gerechtigkeit und geistlichem Leben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es bleibt die Daseinsberechtigung, die uns sagt, dass unsere Aufgabe ein Ausdruck unseres Glaubens ist. Und es bleibt immer der Dienst an allen, ohne Ausnahme, ohne zu fragen, woher man kommt oder wie man ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Organisation und die Aktivit\u00e4ten haben sich stark ver\u00e4ndert, weil sich die gesellschaftliche Realit\u00e4t ver\u00e4ndert hat. Von der amerikanischen Milch, die bei der Gr\u00fcndung der Caritas verteilt wurde, bis hin zu den Besch\u00e4ftigungs- und Recyclingprojekten hat sich vieles ver\u00e4ndert... Das Leben hat sich ver\u00e4ndert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was unterscheidet die Caritas von jeder anderen NRO, auch wenn sie aus Katholiken besteht?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Der entscheidende Unterschied ist unsere Organisation, die von der Kirche untrennbar ist. In jeder Di\u00f6zese sind unsere Vorsitzenden die Bisch\u00f6fe, und unsere lokale Organisation sind die Pfarreien. Wir sind die Kirche. Wir sind das kirchliche Amt der N\u00e4chstenliebe, eines der drei \u00c4mter neben Liturgie und Wort.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Identifikation gibt uns, abgesehen von der Bedeutung, diese Durchl\u00e4ssigkeit, die M\u00f6glichkeit, alle Orte, alle Ecken zu erreichen. Die Tatsache, dass wir Kirche sind, verleiht uns eine Universalit\u00e4t, die andere NRO, nicht einmal internationale, nicht haben. Durch die Zugeh\u00f6rigkeit zur Weltkirche haben wir eine andere Kapillarit\u00e4t, eine Vision der Welt als eine einzige Menschheitsfamilie.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>In diesen 75 Jahren hat die Caritas die Entwicklung der spanischen Gesellschaft miterlebt und sich mit ihr weiterentwickelt. Was sind die Kernpunkte der heutigen Arbeit der Caritas?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Ich denke, die Caritas unternimmt gro\u00dfe Anstrengungen, um Menschen auf ihrem Weg zu einem erf\u00fcllten, integrierten Leben zu unterst\u00fctzen und zu begleiten. Sie fragen mich, was die Kernpunkte der Caritas-Arbeit sind: Die Kernpunkte sind die Menschen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind keine Organisation, die eine Reihe von Priorit\u00e4ten setzt, zum Beispiel im Bereich Gesundheit oder Bildung, sondern wir begleiten die Menschen auf ihrem Weg.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich heute einige andere Herausforderungen hervorheben sollte, dann denke ich, dass wir derzeit mit einigen extremeren Randbedingungen arbeiten: Menschenhandel oder Obdachlose. Diese Arbeit stellt uns vor ganz andere Herausforderungen, wenn wir \u00fcber das Leben nachdenken, das wir diesen Menschen geben k\u00f6nnen. Eine weitere gro\u00dfe Herausforderung sind Einsamkeit und Isolation. Besonders deutlich wird dies bei \u00e4lteren Menschen oder zum Beispiel bei Migranten. Wir leben in einer st\u00e4rker individualistisch gepr\u00e4gten Gesellschaft und die Begleitung ver\u00e4ndert sich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Sinne sehen wir mit gro\u00dfer Sorge die Weitergabe von Armut zwischen den Generationen und die Gefahr des Zusammenbruchs des Sozialstaates. Als wir den FOESSA-Bericht \u00fcber die Folgen der Pandemie in Spanien vorstellten, sprach dieser von einem Bruch des Gesellschaftsvertrags mit den Jugendlichen. Mit anderen Worten: Wenn wir nicht das Beste, was wir k\u00f6nnen, an die jetzigen und k\u00fcnftigen Generationen weitergeben, wenn wir nicht den Schw\u00e4chsten helfen, steuern wir auf eine Gesellschaft zu, die nichts mit Rechtsstaatlichkeit und sozialem Zusammenhalt zu tun hat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen uns fragen, in welcher Gesellschaft wir leben wollen: in einem Staat, in dem diejenigen, die keine Papiere haben, gezwungen sind, auf der Stra\u00dfe zu leben und sogar zu sterben, oder an einem Ort, an dem es sozialen Zusammenhalt und Solidarit\u00e4t gibt, die uns ein Leben in Frieden und Gerechtigkeit erm\u00f6glichen? Unsere Begleitung hat zu einem Werk der prophetischen Anklage gef\u00fchrt, das wir im Evangelium einrahmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Diese zwei Jahre der Pandemie waren zweifellos eine Herausforderung f\u00fcr die gesamte Organisation Caritas Espa\u00f1ola. Wie haben Sie diese Momente in Ihrem Inneren und bei Ihrer Arbeit erlebt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Es war ein <em>Schock<\/em> Der Unterschied zwischen der Caritas und der Kirche ist f\u00fcr die Kirche und insbesondere f\u00fcr eine Institution wie die Caritas sehr gro\u00df, denn der Unterschied liegt in der <em>Sein und Sein<\/em>. Wir sind es gewohnt, den Menschen sehr nahe zu sein, und deshalb hat diese Situation unsere Arbeitsweise, die Lebensweise unserer Freiwilligen usw. verletzt. Eine sehr gro\u00dfe Auswirkung auf die gesamte spanische Gesellschaft und besonders stark in den Gruppen, Pfarreien oder Nachbarschaftsgemeinschaften..., die tagt\u00e4glich in menschlichen Beziehungen verwurzelt sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste Umstellung, die wir vornehmen mussten, konzentrierte sich darauf, wie wir weiterhin <em>nahe seiend<\/em> ohne sich k\u00f6rperlich nahe sein zu k\u00f6nnen. Strom<em> offen bleiben<\/em> schlie\u00dfen zu m\u00fcssen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In unserer Kampagne der letzten Jahre haben wir darauf hingewiesen, dass \"die Wohlt\u00e4tigkeit nicht geschlossen wird\", und das war auch der Fall. Die gesamte Caritas, Di\u00f6zese und Pfarrei, hat viele Menschen aufgenommen, die von der \u00f6ffentlichen Verwaltung \u00fcberwiesen wurden, die sich nicht um sie k\u00fcmmern konnte....&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine halbe Million neue Menschen erreichten die Caritas \u00fcber die Caritas-Hotlines, die Website oder die sozialen Medien.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da viele Menschen um Hilfe baten, mussten wir uns auch selbst umstellen, um in der Lage zu sein, Initiativen, Vorschl\u00e4ge und viele Menschen, die helfen wollten, aufzunehmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das alles ansprechen <em>tsunami<\/em> der Appelle und der Solidarit\u00e4t musste sehr stark organisiert werden. Wir mussten viel Arbeit hineinstecken, von der Pfarrcaritas bis zu den Allgemeinen Diensten. Wir mussten alle bei 150% sein, um alles zu erledigen, was von uns verlangt wurde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben schnell festgestellt, dass die Digitalisierung viele Menschen ausschlie\u00dft. Die zusammengebrochene und vollst\u00e4ndig digitalisierte Verwaltung lie\u00df viele Menschen au\u00dfen vor. Das Gewirr von Vorschriften, das sich daraus ergab, erforderte eine gr\u00fcndliche Analyse: Was durften Freiwillige tun und was nicht, wie konnte man das Existenzminimum beantragen, was geschah mit den Hausangestellten, was durften Sozialkantinen und Integrationsfirmen tun usw.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Organisation, die sich nicht nur einer Sache widmet, musste eine sehr schnelle Analyse durchgef\u00fchrt werden. Diese Analyse bot die Gelegenheit zum Dialog mit der Verwaltung, indem wir zum Beispiel darum baten, als wesentliche Dienstleistungen eingestuft zu werden, oder darum, wie wir unsere Integrationsunternehmen umgestalten k\u00f6nnen, um keine Arbeitspl\u00e4tze zu verlieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mittelfristig mussten wir uns um die Begleitung der Familien und die Ausbildungsprogramme k\u00fcmmern, die bereits sehr digital sein mussten. Wir haben analysiert, welche Berufe am ehesten f\u00fcr unsere Besch\u00e4ftigungsprogramme ben\u00f6tigt werden, und bereits im Sommer 2020 wurden zahlreiche Kurse f\u00fcr Fachkr\u00e4fte in den Bereichen Reinigung und Desinfektion, Maskenherstellung usw. geplant.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus wurden zahlreiche Initiativen gef\u00f6rdert, um den Nachbarn zu helfen, denjenigen, die in der N\u00e4he sind..., um in gewissem Ma\u00dfe die Schwierigkeit der Anwesenheit zu l\u00f6sen. In diesem Sinne haben die jungen Leute viel Unterst\u00fctzung geleistet: Sie haben sich in sozialen Netzwerken engagiert, Videos gedreht, virtuelle Pr\u00e4senz gezeigt...&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gibt es noch Freiwillige und gibt es eine Zukunft f\u00fcr Caritas-Freiwillige? &nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Es gibt noch Freiwillige, Gott sei Dank. Wir stehen in diesem Bereich vor einer gro\u00dfen Herausforderung, die die Herausforderung der gesamten Kirche ist. Die Freiwilligen der Caritas kommen aus der christlichen Gemeinschaft und den Kirchengemeinden. Die Freiwilligenarbeit bei der Caritas hat damit zu tun, dass wir die Logik der Gabe, der Unentgeltlichkeit, der Hingabe an andere kennen lernen. Es ist nicht dasselbe wie andere Freiwilligenarbeit, die wir kennen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Herausforderung ist, wie die der ganzen Kirche, die Weitergabe des Glaubens, die Weitergabe der Werte. Die Caritas muss diesen Teil an die Kirche abgeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sehen zum Beispiel, dass es im l\u00e4ndlichen Raum, in den Gemeinden, an jungen Menschen mangelt, die diesen \u00dcbergang schaffen. Dies ist ein wichtiges Thema. Caritas ist die Z\u00e4rtlichkeit der Kirche. Wir m\u00fcssen lernen, Freiwillige zu integrieren, die nicht nur \"Pfarrfreiwillige\" sind, sondern die durch die Menschen, mit denen wir arbeiten und die wir begleiten, das Gesicht Christi entdecken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kirche hat uns alles gegeben, und wir wollen einen Beitrag zur Zukunft dieser Weitergabe des Glaubens leisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Europa gibt es zum Beispiel eine Revolution der Jugend-Caritas. Es war schwierig zu verstehen, dass junge Menschen an Universit\u00e4ten, in Unternehmen oder in Bewegungen sind und wir uns von ihnen \u00fcberraschen lassen und sie integrieren m\u00fcssen. Hei\u00dfen Sie diese Menschen willkommen, die viel zu geben haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir sehr vorsichtig sein, denn ein Freiwilliger bei der Caritas ist nicht dasselbe wie ein Freiwilliger bei einer anderen NRO. Mit Blick auf diese Herausforderung versuchen wir, Mittel und Wege zu \u00e4ndern, damit mehr Menschen Teil der Caritas werden k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt Jahre, in denen es sehr schwierig ist, sich ehrenamtlich zu engagieren; Beruf und Familie lassen keine Zeit, usw. Wenn Sie aber schon in jungen Jahren an der Universit\u00e4t ehrenamtlich t\u00e4tig waren, ist es einfacher, mit 50 Jahren, wenn Ihre Kinder \u00e4lter sind, diese Aufgabe wieder zu \u00fcbernehmen. Diese Saat musste von jemandem gepflanzt werden, und hier haben wir eine Aufgabe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erneuerung der Freiwilligent\u00e4tigkeit ist eine Schl\u00fcsselachse unseres Strategieplans, und ein sehr sch\u00f6ner Punkt darin ist die Beziehung zwischen den Generationen von Freiwilligen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was sind Ihrer Meinung nach die neuen Armutsprobleme?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Ich denke, dass es im Allgemeinen wenig Neues in Bezug auf die Schwierigkeiten gibt, die Menschen haben und die sie ausgrenzen. Bei den Profilen handelt es sich im Wesentlichen um junge Menschen, Frauen mit abh\u00e4ngigen Minderj\u00e4hrigen und Einwanderer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neuen Formen der Armut sind auf zwei grundlegende Probleme zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der erste ist die Verschlechterung der Arbeitsmarktbedingungen. Die Arbeitsbedingungen von Menschen, die vor 2008 angefangen haben zu arbeiten und immer noch arbeiten, haben nichts mit den Arbeitsbedingungen von Menschen zu tun, die nach der Krise 2008 angefangen haben zu arbeiten. Dies ist eine Realit\u00e4t, die wir \u00fcberall um uns herum sehen. Zus\u00e4tzlich zu dieser Realit\u00e4t gibt es noch ein zweites Problem, n\u00e4mlich die gegenl\u00e4ufige Entwicklung zwischen L\u00f6hnen und Wohnungspreisen. Letztendlich bleiben Besch\u00e4ftigung und Wohnung die grundlegenden Schl\u00fcssel zur sozialen Eingliederung. Wenn eine Person wenig verdient und bei der Zahlung der Wohnkosten arm bleibt, ist es sehr schwierig, etwas anderes zu tun: Bildung, Gesundheit, soziale Beziehungen oder den Verfall des Hauses zu beheben. Diese neuen Armen sind Menschen, die arbeiten, vielleicht nur Teilzeit oder mit befristeten Vertr\u00e4gen, aber die meisten von ihnen ziehen die Arbeit der \"paguita\" vor.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Haben wir diese Krise \"besser\" oder schlechter \u00fcberstanden?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Die Wahrheit ist, dass ich Zweifel habe. Der Papst hat uns zu Beginn dieser Krise gesagt, dass wir nicht auf die gleiche Weise aus ihr herauskommen werden. Es ist wahr, dass alle Menschen unter dem Druck der Not das Beste aus sich herausholen, aber beim Verlassen einer Notlage gibt es eine gro\u00dfe Tendenz, nicht zur\u00fcckzuschauen, um herauszukommen. Dieses \"Nichtsehen\" spiegelt sich zum Beispiel in den Daten des FOESSA-Berichts wider. Diejenigen von uns, die ein gewisses Ma\u00df an Stabilit\u00e4t im Leben haben - ein Gehalt, einen Job -, haben einige t\u00e4gliche Probleme, aber es gibt auch andere Probleme, die da sind und die wir nicht \"sehen\". Was ist zum Beispiel mit den Kindern, die allein gelassen wurden, weil ihre Eltern arbeiten gehen mussten und es keinen Platz f\u00fcr Telearbeit gab, oder mit den Haushalten, in denen nur eine Person arbeitet und entlassen wurde, was ist mit den Menschen, die keine digitalen F\u00e4higkeiten haben und nicht zur Bank gehen oder einen Arzttermin vereinbaren konnten? Wir m\u00fcssen uns bewusst machen, dass die Kluft existiert, dass diese Realit\u00e4ten existieren, auch wenn wir sie nicht jeden Tag sehen oder nicht \"zur\u00fcckblicken\" wollen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und diese Realit\u00e4ten treten nicht ein, weil diese Menschen sich nicht bem\u00fchen. Wenn wir die Menschen fragen, was sie tun, um aus dieser Situation herauszukommen, sind acht von zehn aktiv: Sie arbeiten ein paar Stunden, suchen aktiv nach einem Arbeitsplatz oder nehmen an einem Ausbildungsprogramm teil. In unserer Gesellschaft verschlie\u00dfen wir manchmal T\u00fcren, weil wir die Realit\u00e4t nicht kennen. Man muss sie kennen, um sie zu verstehen. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entrevista a la Secretaria general de C\u00e1ritas Espa\u00f1ola. C\u00e1ritas Espa\u00f1ola es, seg\u00fan su denominaci\u00f3n oficial, la confederaci\u00f3n oficial de las entidades de acci\u00f3n caritativa y social de la Iglesia cat\u00f3lica en Espa\u00f1a, instituida por la Conferencia Episcopal. 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