{"id":21977,"date":"2022-07-08T06:00:00","date_gmt":"2022-07-08T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=21977"},"modified":"2025-11-13T11:24:38","modified_gmt":"2025-11-13T09:24:38","slug":"weibliche-figuren-mythische-weibliche-figuren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/figuras-misticas-femeninas\/","title":{"rendered":"Weibliche mystische Figuren. Die Erfahrung von Gott als Inkarnation"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Louis Bouyer ist eine \u00e4u\u00dferst interessante Figur der Theologie des 20. Jahrhunderts. Er war ein aktiver Teilnehmer an der theologischen Erneuerungsbewegung, die dem Zweiten Vatikanischen Konzil vorausging, und hat auch die schwierige nachkonziliare Zeit in der Kirche miterlebt - in seinem Fall w\u00e4re es besser zu sagen: durchlitten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter seinen wertvollen Beitr\u00e4gen und Verantwortlichkeiten ist hervorzuheben, dass Louis Bouyer aktiv an der Gr\u00fcndung des Centre de Pastorale Liturgique in Paris mitwirkte, Professor f\u00fcr Geschichte der Spiritualit\u00e4t am Institut Catholique in derselben Stadt war, zum Berater des Konzils ernannt wurde und Mitglied des kirchlichen Organs f\u00fcr dessen Anwendung in liturgischen Fragen und die Reform des eucharistischen Kanons war, Er wurde zum Berater des Konzils und Mitglied des kirchlichen Gremiums f\u00fcr dessen Anwendung in liturgischen Fragen und die Reform des eucharistischen Kanons ernannt, wurde von Paul VI. f\u00fcr zwei Amtszeiten zum Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission gew\u00e4hlt und war zusammen mit Balthasar, Rahner und Ratzinger, neben anderen der wichtigsten europ\u00e4ischen Theologen der Zeit, Mitinitiator der Zeitschrift <em><a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/ressourcen\/theologie-und-zeitgenossische-kultur-dra-rowland-im-omnes-forum\/\">Communio<\/a>. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab den sp\u00e4ten 1970er und 1980er Jahren zog er sich jedoch allm\u00e4hlich aus der \u00d6ffentlichkeit zur\u00fcck, insbesondere in Europa, und geriet in Vergessenheit. Diese Reaktion beruhte auf Unverst\u00e4ndnis f\u00fcr seine scharfe Kritik an der kirchlichen Entwicklung, insbesondere in liturgischen, disziplin\u00e4ren und kirchlichen Fragen. Sein Leben kann als ein Prozess der Identifikation mit der Kenosis Christi im Licht der <em>Ostergeheimnis<\/em>Dies war ein zentrales Thema in seinem pers\u00f6nlichen Leben und in seiner Theologie - das Werk, das er unter dem gleichen Namen schrieb, war eines der wichtigsten Werke des Autors \u00fcber Liturgie und ein unsch\u00e4tzbarer Beitrag zur Wiederentdeckung von Ostern und seiner Feier als zentrales Geheimnis des christlichen Lebens. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Laufe seines Lebens hat Bouyer alles verloren, bis er in seinen letzten Lebensjahren unter einer extremen Situation der Einsamkeit und Isolation litt, die durch die Alzheimer-Krankheit, an der er starb, tragischerweise noch verschlimmert wurde und die seine F\u00e4higkeit zur Reflexion und zum Umgang miteinander v\u00f6llig verschleierte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt Spuren einer gewissen Prophezeiung in Bouyer. Er ahnte im Voraus bestimmte Schwierigkeiten und Probleme, die zu seiner Zeit noch nicht so deutlich sichtbar waren. Diese Sch\u00e4rfe des Blicks \u00fcber den Tellerrand hinaus sowie sein schwieriger und ironischer Charakter, den er oft bissig und provokant zum Ausdruck brachte, haben das Unverst\u00e4ndnis und eine gewisse Zur\u00fcckhaltung ihm gegen\u00fcber, von denen wir gesprochen haben, noch verst\u00e4rkt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem 21. Jahrhundert werden seine Person und sein theologisches Denken wiederentdeckt und viel besser verstanden. Wahrscheinlich erkl\u00e4rt sich diese k\u00fchne F\u00e4higkeit, die Realit\u00e4t zu interpretieren, aus seiner Tendenz, alle Themen stets aus einer diachronen Perspektive zu betrachten. Die Vergangenheit bietet immer Anhaltspunkte daf\u00fcr, wie die Zukunft in der Gegenwart aussehen wird. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bouyer war ein Liebhaber der Geschichte, der Entwicklung von Prozessen - in allen seinen B\u00fcchern widmet er der historischen Analyse der Entwicklung von Inhalten viel Raum - und der Entwicklung von Konzepten. Dies war ein Erbe seines geliebten Kardinals Newmann, als dessen Sch\u00fcler er sich immer sah, und seiner gemeinsamen reformierten Erziehung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies war paradoxerweise auch der Kompass, der ihn zum Katholizismus f\u00fchrte, da er in der historischen dogmatischen und theologischen Entwicklung die Permanenz eines Elements der Ewigkeit erkannte, das das erste und einzige Offenbarungsereignis, das Christusereignis, lebendig hielt und darauf verwies. In diesem Sinne war die Entdeckung und das Verst\u00e4ndnis der authentischen Bedeutung der Tradition der Schl\u00fcssel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er wurde 1913 in einer lutherischen Familie in Paris geboren. Im Protestantismus fand er seine pers\u00f6nliche Glaubenserfahrung und seine Berufung und wurde 1936 zum evangelischen Pfarrer ordiniert. Seinen pastoralen Dienst \u00fcbte er in Stra\u00dfburg und Paris aus. Er wurde von einigen der besten lutherischen Theologen des 20. Jahrhunderts unterrichtet und hatte auch engen Kontakt zu Mitgliedern anderer christlicher Konfessionen, was in ihm eine Bewunderung und Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die orthodoxe und katholische Tradition weckte, insbesondere f\u00fcr die liturgische und mystische Dimension des Glaubens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einer schweren pers\u00f6nlichen und geistlichen Krise erkannte er, dass die Prinzipien des protestantischen Glaubens - allein die Gnade, allein der Glaube, allein Christus, allein die Schrift - nur in der katholischen Kirche in F\u00fclle gelebt werden k\u00f6nnen - ein Thema, das in seinem ebenfalls bei Encuentro erschienenen Werk beschrieben und begr\u00fcndet wird, <em>Vom Protestantismus zur Kirche<\/em>- Er legte sein Amt als Pfarrer nieder und trat in die katholische Kirche ein. Im Jahr 1944 wurde er zum Priester geweiht und widmete sich von da an dem Studium und der Lehre der Theologie und anderer humanistischer Disziplinen an verschiedenen Universit\u00e4ten in der ganzen Welt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein theologisches und literarisches Werk ist enorm. Er hat \u00fcber drei\u00dfig B\u00e4nde zu theologischen Themen verfasst, eine riesige Liste von Artikeln geschrieben, vier fiktive Romane \u00fcber die Suche nach dem Heiligen Gral verfasst und ist fasziniert von Tolkiens Verm\u00e4chtnis und seinem Werk. <em>Der Herr der Ringe<\/em>dessen Sch\u00fcler und Freund er in Oxford war. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innerhalb der Theologie sind die Themen seiner Werke \u00e4u\u00dferst vielf\u00e4ltig: Dogmatik, Liturgie, Bibel, Spiritualit\u00e4t, Geschichte, \u00d6kumene, Lebenslagen, Seelsorge... Viele seiner Schriften sind als Trilogien konzipiert, wie die Trinitarische Trilogie: <em>Der unsichtbare Vater. Ann\u00e4herungen an das Mysterium der G\u00f6ttlichkeit.<\/em> (Paris 1976); <em>Le Fils \u00e9ternel. Th\u00e9ologie de la Parole de Dieu et Christologie.<\/em> (Paris 1974); <em>Der Consolateur. Esprit und Grazie <\/em>(Paris 1980); die Wirtschafts-Trilogie: <em>L'Eglise de Dieu. Der Leib Christi und der Tempel des Geistes<\/em> (Paris 1970); <em>Le Trone de la Sagesse. Essai sur la signification du culte marial.<\/em> (Paris 1957); <em>Kosmos. Die Welt und der Globus Gottes<\/em> (Paris 1982); die Trilogie \u00fcber die theologische Methode: <em>Gnosis. Le connaissance de Dieu dans l'Ecriture.<\/em> (Paris 1988); <em>Misterion. Du myst\u00e8re a la mystique<\/em> (Paris 1986); <em>Sophia oder die Welt unter dem Himmel<\/em> (Paris 1994); die Trilogie der Lebenszust\u00e4nde: <em>Der Sinn des priesterlichen Lebens<\/em> (Paris 1962); <em>Der Sinn des kl\u00f6sterlichen Lebens<\/em> (Paris 1950); <em>Einf\u00fchrung in das spirituelle Leben. Pr\u00e8cis de th\u00e9ologie ascetique et mystique.<\/em> (Paris 1960), und meiner Meinung nach k\u00f6nnen wir auch eine Trilogie \u00fcber das Weibliche erstellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Trilogie besteht aus dem ersten Band mit dogmatischem Charakter, seinem Werk \u00fcber Anthropologie, das Maria gewidmet ist: <em>Le Tr\u00f4ne de la Sagesse<\/em>Der zweite Band der ekklesiologischen Themen: <em>Ministerin und Frauenministerin<\/em>Paris 1976; und die dritte, die soeben zum ersten Mal auf Spanisch erschienen ist: <em>Feminine mystische Figuren<\/em> (Paris 1989) mit einer eher existentiellen, bezeugenden und vitalen Ausrichtung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ihr Interesse f\u00fcr das Weibliche<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum dieses Interesse am Thema Frauen bei Louis Bouyer? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt zwei sehr unterschiedliche, aber einander erg\u00e4nzende Motivationen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste ist rein theologischer Natur. Louis Bouyer ist zu der \u00dcberzeugung gelangt, dass in der Offenbarungsgeschichte der Beziehungen zwischen Gott und der Sch\u00f6pfung Gott, der sich, wenn er von sich selbst spricht, niemals an ein Geschlecht binden l\u00e4sst, um seine Transzendenz zu verteidigen, sich auf die Sch\u00f6pfung und insbesondere auf den Menschen bezieht, indem er die m\u00e4nnliche Rolle \u00fcbernimmt. Wir sehen dies vor allem in der Hochzeitsmetapher, und sie wird ihre Erf\u00fcllung in der Inkarnation des Wortes finden. Um die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen durch diese Metapher zu beschreiben, identifiziert sich Gott mit dem M\u00e4nnlichen, w\u00e4hrend das geschaffene Wesen die weibliche Rolle \u00fcbernimmt. Gott sieht immer Maria vor sich, wenn er das Gesch\u00f6pf anschaut, von dem er ein freies Ja der Liebe erwartet, das es ihm erlaubt, die Liebe auszugie\u00dfen, die jedem von uns von Ewigkeit her vorausgeht, die der Grund f\u00fcr unsere Existenz ist und die gleichzeitig darauf wartet, in der zwischenmenschlichen Gemeinschaft angenommen und vollendet zu werden. Das Weibliche als Ausdruck der Freiheit, die einwilligt, die empf\u00e4ngt, die das erste Geschenk annimmt, wird f\u00fcr Bouyer zum Paradigma der christlichen Seele.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt noch einen weiteren Grund f\u00fcr Bouyers Vorliebe f\u00fcr Frauen, und der hat mit seinem eigenen Lebensweg zu tun. Er ist ein Einzelkind und der einzige \u00dcberlebende der vier Kinder des Ehepaars Bouyer. Louis beschreibt seine Kindheit als gepr\u00e4gt von einer ganz besonderen Beziehung zu seiner Mutter, die fr\u00fch starb und ihn im Alter von 12 Jahren als Waise zur\u00fccklie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schock dieses Ereignisses ist so gro\u00df, dass der kleine Louis die Sprache und den Bezug zur Realit\u00e4t verliert, dass sein Vater ihn aus Paris aufs Land, in die Region Lorenne, zu einer seiner Mutter nahestehenden Familie schicken muss. Dort wird die j\u00fcngste Tochter dieser Familie, Elisabeth, ein Jahr lang dank des Kontakts mit der Sch\u00f6nheit der Umgebung und der Gesellschaft eines jungen M\u00e4dchens, in das er sich unsterblich verlieben wird, aus dieser dunklen Nacht auftauchen und das Leben wieder genie\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sch\u00f6nheit und Z\u00e4rtlichkeit des Weiblichen wird f\u00fcr ihn immer ein Begleiter der Gnade und des Lebens und eine heilende Erinnerung an die Gegenwart und Z\u00e4rtlichkeit der Mutter sein. In der Tat begleiteten mehrere Frauen Bouyers Leben durch eine tiefe und bew\u00e4hrte Freundschaft, und er wird in seinen Memoiren ausdr\u00fccklich von Julien Green und Elisabeth Goudge sprechen. Letzterem widmet er das Buch <em>Das Geheimnis und der Dienst der Frauen<\/em>. Die Verbindung zwischen Louis Bouyer und Hedwige d'Ursel, Marquise de Maupeou Monbail, der er das Buch der <em>Mystische weibliche Figuren<\/em>ist uns v\u00f6llig unbekannt.<\/p>\n\n\n<div class=\"omnes-block-ficha-horizontal\">\n\t<div class=\"clearfix\">\n\t\t<div class=\"left\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/figuras-misticas.jpeg\" \/>\n\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"right\">\n\t\t\t<h2>Mystische weibliche Figuren<\/h2>\n\n\t\t\t<div class=\"v\"><strong>Titel<\/strong>Weibliche mystische Figuren<\/div><div class=\"v\"><strong>Autor<\/strong>Louis Bouyer <\/div><div class=\"v\"><strong>Seiten<\/strong>: 172<\/div><div class=\"v\"><strong>Leitartikel<\/strong>Begegnung<\/div><div class=\"v\"><strong>Stadt<\/strong>: Madrid<\/div><div class=\"v\"><strong>Jahr<\/strong>: 2022<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Buch<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Buch, das 1989 geschrieben und in Frankreich mehrmals neu aufgelegt wurde, ist das erste, das ins Spanische \u00fcbersetzt wurde. Die Autorin stellt es als Versuch eines kritischen Dialogs mit der Frauenbefreiungsbewegung dar, die in den Vereinigten Staaten und Europa im 20. Jahrhundert sehr stark war. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Vorwort stellt der Autor seine Ausgangspunkte klar dar. Einerseits distanziert er sich mit einer sehr negativen Bewertung von den Versuchen, durch den Kampf f\u00fcr die Gleichstellung mit dem Mann die Anerkennung der W\u00fcrde und der F\u00e4higkeiten der Frauen zu erreichen. Dies ist ein echter Misserfolg, denn es bedeutet den Verzicht auf die besondere und einzigartige Art und Weise, das Menschsein aus dem weiblichen Zustand heraus zu leben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Bouyer haben Frauen eine besondere Art, die Wirklichkeit zu sehen und zu interpretieren und damit auch die religi\u00f6se Erfahrung zu leben. Das Ziel, dass die Frau so sein und handeln soll wie der Mann, und damit die Perspektive der Komplementarit\u00e4t zwischen den Geschlechtern aufgibt, schadet daher sowohl der Frau als auch dem Mann, der sie in der F\u00fclle ihrer Einzigartigkeit und Besonderheit braucht, um er selbst zu werden und so gemeinsam die Gesellschaft und das Reich Gottes aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits bekr\u00e4ftigt die Autorin, dass das Christentum im Gegensatz zu dem, was viele glauben und verk\u00fcnden, in sich selbst ein Potenzial f\u00fcr die Vormundschaft und den Respekt gegen\u00fcber Frauen tr\u00e4gt, das es vielen Frauen im Laufe der Kirchengeschichte erm\u00f6glicht hat, neue Wege der Spiritualit\u00e4t zu beschreiten, ausgehend von ihrer pers\u00f6nlichen und echten Erfahrung der Begegnung und Gemeinschaft mit Christus. Von hier aus haben sie eine bedeutende F\u00fchrungsrolle in der Kirche ausge\u00fcbt, oft in der paradoxen Situation eines verborgenen Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele andere Namen h\u00e4tten gew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen, aber Bouyer entscheidet sich f\u00fcr diese f\u00fcnf Figuren, von denen nur die erste, die Begine Hadewijch von Antwerpen, keine Karmelitin ist. Durch sie wird uns eine diachrone Perspektive auf das Thema der Rolle der Frau in der Kirche geboten, da die erste Mystikerin uns ins 13. Jahrhundert versetzt und wir uns mit Edith Stein, der letzten Zeugin, in die Mitte des 20. Jahrhunderts begeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Tat finden wir in den verschiedenen Kapiteln des Buches weder einen biographischen Bericht noch eine Hagiographie im \u00fcblichen Sinne. Auch wenn immer wieder kurz auf die herausragendsten Ereignisse im Leben jeder dieser Frauen hingewiesen wird, geht Bouyer in Wirklichkeit auf die besondere spirituelle Erfahrung ein, die jede von ihnen in ihrem konkreten Kontext und unter ihren eigenen Umst\u00e4nden macht. Es ist diese pers\u00f6nliche Erfahrung der Begegnung mit der Liebe Gottes, die sich in Christus offenbart, die die Autorin erstaunt und \u00fcberrascht und die diese besondere Art, die religi\u00f6se Erfahrung der Frauen zu leben, zum Ausdruck bringt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ihnen, so Bouyer, wird das Gnadenereignis der Liebe Gottes, der sich dem Menschen schenkt, mit einem weiblichen Herzen empfangen und aufgenommen, das das Leben Gottes mit einer solchen Aufnahmef\u00e4higkeit erfasst, dass es das Ereignis der Inkarnation erneuert; Gott wird in der Welt durch sie gegenw\u00e4rtig, die, indem sie sich als T\u00f6chter erkennen und annehmen, von der Liebe bewegte Ehefrauen zu sein, zu M\u00fcttern Christi selbst werden, die ihn f\u00fcr und in der Welt geb\u00e4ren; der konkreten Welt, in der sie leben und f\u00fcr die sie sich einsetzen und der sie sich hingeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bouyer m\u00f6chte, dass wir in jedem von ihnen diese besondere Beziehung zu Gott erkennen, die, da sie zutiefst pers\u00f6nlich ist, allen Menschen einen Weg der Gnade er\u00f6ffnet. Sie sind die Lehrer der gro\u00dfen Schulen der Spiritualit\u00e4t in der Kirche, Schulen, die in vielen F\u00e4llen begrifflich formuliert und methodisch und erkl\u00e4rend von M\u00e4nnern, ihren Sch\u00fclern, bekannt gemacht wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schreibstil von Louis Bouyer ist nicht einfach. Er vermischt eine seri\u00f6se akademische theologische Sprache, in der er im \u00dcbrigen viele Informationen als selbstverst\u00e4ndlich voraussetzt, die er mit Leichtigkeit beherrscht, die aber den meisten Lesern, die viel weniger kultiviert sind als er - er verf\u00fcgte \u00fcber eine enorme intellektuelle Kapazit\u00e4t und eine gro\u00dfe theologische und humanistische Kultur - nicht so vertraut sind, mit einer direkten, umgangssprachlichen und ironischen Sprache. So m\u00f6gen manche \u00c4u\u00dferungen \u00fcber \"unsere Heilige\", Teresa von Jesus, und \u00fcber Spanien - die im \u00dcbrigen von einem Franzosen gemacht wurden (obwohl Bouyer spanischer Herkunft war und eine besondere Sympathie f\u00fcr den spanischen Charakter zeigte, den er, wie er behauptete, gut kannte, ebenso wie f\u00fcr unser Land) - etwas stolz erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer sehr positiver Aspekt des Buches sind die st\u00e4ndigen bibliographischen Verweise auf diese Frauen und auf sie selbst. Die Textauswahl der Autorin zu jeder von ihnen macht Lust auf mehr, auf den direkten Kontakt mit den Worten jeder dieser Frauen und damit auf ein Kennenlernen aus erster Hand.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gemeinsame Merkmale dieser Frauen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich drei gemeinsame Elemente dieser f\u00fcnf Frauen hervorheben, die jede von ihnen auf besondere Weise erlebt, die aber \u00fcbereinstimmen und die vielleicht der Grund f\u00fcr Bouyers Auswahl dieser f\u00fcnf Figuren sind:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Einzigartige Erfahrung mit Gott<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jede von ihnen hat eine einzigartige Erfahrung der Begegnung mit Gott gemacht, in der ihre weibliche Veranlagung der Schl\u00fcssel war, um etwas von dem g\u00f6ttlichen Geheimnis zu erfassen: Hadewijchs Gemeinschaft mit Christus, die uns in die trinitarische Liebe einf\u00fchrt, Thereses Betrachtung Gottes durch die Betrachtung des Menschseins Christi, Therese von Lisieux' Beziehung des v\u00f6lligen Vertrauens und der Hingabe an die Liebe Gottes, des Vaters, Elisabeths Aufruf, im Lobpreis der Herrlichkeit der Dreifaltigkeit zu leben, und Edith Steins Anerkennung der Liebe und Weisheit Gottes, die sich in ihrer F\u00fclle im erl\u00f6senden Kreuz Christi manifestiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>K\u00fchnheit bei der Bew\u00e4ltigung der Herausforderungen seiner Zeit.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jede von ihnen zeichnet einen Weg der Begegnung mit Gott f\u00fcr die M\u00e4nner und Frauen ihrer Zeit, der Gegenwart, in der sie leben, nach, wobei sie einige Aspekte \u00fcbernehmen, die diesem historischen Moment eigen sind, und gleichzeitig mit einer einzigartigen K\u00fchnheit mit den Formen, Schemata oder Klischees brechen, die die Neuheit des Geistes unterdr\u00fccken k\u00f6nnten, um die Aktualit\u00e4t des Christusereignisses lebendig zu halten, bis hin zu dem Punkt, selbst Erneuerer der christlichen Spiritualit\u00e4t zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Geleitet von den Quellen der Offenbarung: Schrift und Tradition<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Licht, das diesen Weg weist, ist nicht der Genius einer philosophischen oder theologischen Vorbereitung, nicht ein abstrakter akademischer Diskurs, sondern die Erfahrung eines Lebens, das mit dem Wort Gottes konfrontiert ist, von ihm geleitet und von der Tradition der Kirche, insbesondere dem liturgischen Leben, gen\u00e4hrt wird. Die st\u00e4ndige R\u00fcckbesinnung auf den Ursprung des christlichen Lebens erm\u00f6glicht eine anziehende Originalit\u00e4t, die sich mit der Quelle der Offenbarung verbindet: der Liebe Gottes und dem Gegenstand der Offenbarung: dem unruhigen Herzen des Menschen, der immer noch tastend nach dem Gott sucht, f\u00fcr den er geschaffen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurzum, das Ziel der Autorin und der Wert und die Aktualit\u00e4t dieser Publikation bestehen darin, dass durch ihre Lekt\u00fcre die st\u00e4ndige innere Wiedergeburt, die die Frauen in der Kirche bewirkt haben, geweckt und lebendig gehalten werden kann, um so einen Weg zur Kl\u00e4rung der stets wichtigen und heiklen Frage nach der Rolle der Frau heute in der Welt und in der Kirche angesichts der Herausforderungen unserer Zeit zu weisen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Louis Bouyer es una figura sumamente interesante de la teolog\u00eda del siglo XX. 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