{"id":22464,"date":"2022-08-03T05:59:00","date_gmt":"2022-08-03T04:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=22464"},"modified":"2022-08-01T11:37:09","modified_gmt":"2022-08-01T10:37:09","slug":"pio-xii-amigo-israel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/pio-xii-amigo-israel\/","title":{"rendered":"Pius XII., ein gro\u00dfer Freund des Volkes Israel"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">In Anbetracht der bevorstehenden <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/archiv-judio\/\">Aufhebung des Geheimhaltungsgrades von Dokumenten<\/a> Die Archive des Vatikans im Zusammenhang mit der Judenverfolgung durch Nazi-Deutschland (dem \"Holocaust\") sind ein guter Zeitpunkt, um die Reaktionen von Pius XII. auf diese heidnische Ideologie zu \u00fcberpr\u00fcfen: Stimmt es, dass ihm oft vorgeworfen wird, angesichts der Nazi-Verbrechen \"geschwiegen\" zu haben, dass er \"mehr h\u00e4tte tun k\u00f6nnen\"?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Eugenio Pacelli, der am 2. M\u00e4rz 1939, dem Tag seines 63. Geburtstags, als Nachfolger von Pius XI. zum Papst gew\u00e4hlt wurde, am 9. Oktober 1958 starb, gab es eine Reihe von Trauer- und Anerkennungsbekundungen. Besonders hervorzuheben sind die \u00c4u\u00dferungen der damaligen israelischen Premierministerin Golda Meier, die den Verlust \"eines gro\u00dfen Freundes des israelischen Volkes\" beklagte. Es ist auch bekannt, dass Israel Zolli, der zwischen 1939 und 1945 Oberrabbiner von Rom war, bei seiner Taufe in die katholische Kirche am 13. Februar 1945 als Dank f\u00fcr die Bem\u00fchungen von Pius XII. um die Rettung der Juden in Rom den Vornamen Eugen w\u00e4hlte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Daten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend der deutschen Herrschaft in Rom, zwischen dem 10. September 1943 und dem 4. Juni 1944, gab der Papst die Anweisung, Kl\u00f6ster und sogar den Vatikan selbst und die Sommerresidenz des Papstes in Castengandolfo zu \u00f6ffnen, um von der SS und der Gestapo verfolgte Juden zu beherbergen: 4.238 r\u00f6mische Juden wurden in 155 Kl\u00f6stern in Rom versteckt.238 r\u00f6mische Juden wurden in 155 Kl\u00f6stern in Rom versteckt, hinzu kommen die 477 Juden, die im Vatikan aufgenommen wurden, und die etwa 3.000, die in Castengandolfo Zuflucht fanden, wo das Zimmer des Papstes schwangere j\u00fcdische Frauen beherbergte: im p\u00e4pstlichen Bett wurden etwa 40 Kinder geboren.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese auf das direkte Eingreifen des Papstes zur\u00fcckzuf\u00fchrende Hilfst\u00e4tigkeit beschr\u00e4nkte sich nicht nur auf Rom; durch die \"stille\" vatikanische Diplomatie wurden Hunderttausende von Menschenleben gerettet; 2002 best\u00e4tigte Ruth Lapide, die Ehefrau des ber\u00fchmten j\u00fcdischen Schriftstellers Pinchas Lapide, dass er die Zahl der zwischen 1939 und 1945 direkt durch die vatikanische Diplomatie geretteten Juden auf etwa 800.000 Menschen sch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Pius XII., Gerechter unter den V\u00f6lkern<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vatikanische Hilfe f\u00fcr verfolgte Juden verschaffte Papst Pius XII. einen Ruf, der sich in der Anerkennung des Titels \"Gerechter unter den V\u00f6lkern\" durch das Yad-Vashem-Komitee f\u00fcr r\u00f6mische Priester wie Kardinal Pietro Palazzini (1912-2000) niederschlug, der w\u00e4hrend der Monate der deutschen Besetzung Roms Vizerektor des r\u00f6mischen Priesterseminars war. Als Pietro Palazzini 1985 diese Ehrung in Yad Vashem entgegennahm, verwies er auf die Person, die hinter all der Hilfe des Vatikans stand: Papst Pius XII. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Deutschland hat sich nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus bei Pius XII. bedankt, indem es z. B. die Benennung von Stra\u00dfen nach ihm offiziell anerkannt hat. Ein weiteres Beispiel f\u00fcr das Ansehen, das Pius XII. zu seinen Lebzeiten genoss, ist das ihm gewidmete Titelbild der Zeitschrift <em>Zeit<\/em> im August 1943, in dem er f\u00fcr seine Friedensbem\u00fchungen ausgezeichnet wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Theaterst\u00fcck<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch nur f\u00fcnf Jahre nach seinem Tod vollzog sich in der internationalen \u00f6ffentlichen Meinung eine 180-Grad-Wende in der Wahrnehmung von Pius XII. Die schwarze Legende \u00fcber den Papst beginnt mit einem Theaterst\u00fcck: <em>Der Vikar<\/em> von Rolf Hochhuth, uraufgef\u00fchrt 1963. Erstaunlicherweise hat sich die einseitige Sichtweise dieses St\u00fccks durchgesetzt. Diese Interpretation hat sich \u00fcber Jahrzehnte gehalten; in einer der umstrittensten \u00c4u\u00dferungen ging John Cornwell so weit, ihn als \"Hitlers Papst\" zu bezeichnen: dies war der Titel seines Buches von 1999, <em>Hitlers Papst<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Artikel f\u00fcr die Tageszeitung <em>Die Welt<\/em>Der Journalist Sven Felix Kellerhoff sagte dazu: \"Es gibt wohl keine andere historische Figur von Weltrang, die wie Eugenio Pacelli - in so kurzer Zeit nach seinem Tod - von einem weithin geachteten Vorbild zu einer von der Mehrheit verurteilten Person geworden ist. Dies war vor allem auf das Spiel zur\u00fcckzuf\u00fchren <em>Der Vikar <\/em>von Rolf Hochhuth\".<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vergessene Fakten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gegensatz zu den Arten, die durch <em>Der Vikar<\/em>Aber die Fakten sprechen eine andere Sprache. Eugenio Pacelli, von 1917 bis 1929 Apostolischer Nuntius in Deutschland, zun\u00e4chst in M\u00fcnchen und ab 1925 in Berlin, erteilte dem Nationalsozialismus von Anfang an eine klare Absage, n\u00e4mlich anl\u00e4sslich des Staatsstreichs von Ludendorff und Hitler mit seinem Marsch auf die Feldherrnhalle in M\u00fcnchen am Freitag, den 9. November 1923. In seinem Bericht an den Vatikan \u00fcber diese Unruhen bezeichnete der Nuntius Hitlers Bewegung als \"fanatisch antikatholisch\"; w\u00e4hrend des Prozesses gegen Ludendorff bezeichnete Eugenio Pacelli den Nationalismus als die \"schwerste H\u00e4resie unserer Zeit\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jahre sp\u00e4ter, als er bereits Kardinalstaatssekret\u00e4r war, vertrat Eugenio Pacelli am 29. April 1935 offiziell Papst Pius XI. in Lourdes bei einer gro\u00dfen Veranstaltung zum Friedensgebet; in seiner Rede verurteilte Pacelli den \"Aberglauben an Blut und Rasse\", eine klare Anspielung auf die Nazi-Ideologie.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine Enzyklika von \"Pius XII\".\u00a0<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am deutlichsten zeigte er seine Ablehnung des Nationalsozialismus in der Enzyklika <em>Mit brennender Sorge<\/em>. Obwohl sie - am 21. M\u00e4rz 1937 - von Papst Pius XI. verk\u00fcndet wurde, tr\u00e4gt sie die Handschrift des damaligen Staatssekret\u00e4rs Eugenio Pacelli. Die Enzyklika war nicht nur eine Reaktion auf die zahlreichen Angriffe auf Vertreter der Kirche, sondern insbesondere auf die Nichtbeantwortung der Proteste der deutschen Regierung gegen die Verletzung des am 20. Juli 1933 zwischen dem Heiligen Stuhl und der deutschen Regierung unterzeichneten Konkordats: Im Laufe der Jahre \u00fcbermittelte Pacelli mehr als 50 diplomatische Protestnoten an den deutschen Botschafter beim Heiligen Stuhl, jedoch ohne Erfolg. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eugenio Pacelli pr\u00e4gte sogar den Titel der Enzyklika, der ersten in der Geschichte, die in einer anderen als der lateinischen Sprache verk\u00fcndet wurde, ein weiterer Beweis f\u00fcr die Bedeutung, die der Heilige Stuhl ihr beimisst: Der vom M\u00fcnchner Bischof Michael Faulhaber ausgearbeitete Entwurf begann mit den Worten \"Mit grosser Sorge\"; Eugenio Pacelli strich das Wort \"grosser\" eigenh\u00e4ndig durch und ersetzte es durch \"brennender\"; damit stand der Titel der Enzyklika fest, der in die Geschichte eingehen sollte: \"Mit brennender Sorge\" (oder in der offiziellen vatikanischen \u00dcbersetzung: \"Mit lebendiger Sorge\").<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Enzyklika, die die nationalsozialistische Ideologie als \"Pantheismus\" bezeichnete und die Tendenzen der nationalsozialistischen F\u00fchrung zur Wiederbelebung alter germanischer Religionen kritisierte, brachte in unmissverst\u00e4ndlichen Worten die Ablehnung der nationalsozialistischen Ideologie von \"Rasse und Volk\" zum Ausdruck und stellte sie dem christlichen Glauben gegen\u00fcber. Die Enzyklika <em>Mit brennender Sorge<\/em> war in der Tat der einzige gro\u00dfe Protest in den zw\u00f6lf Jahren des Nationalsozialismus. Sie erreichte die rund 11.500 Pfarreien, die es im Reich gab und von denen die Gestapo bisher nichts wusste.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Reaktion der Nazis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die nationalsozialistische F\u00fchrung sah darin einen klaren Angriff auf ihre Ideologie und reagierte darauf mit harter Repression. Ein Beispiel ist ein Gespr\u00e4ch zwischen dem Augsburger Weihbischof Franz Xaver Eberle und Hitler am 6. Dezember 1937, das Kardinal Faulhaber auf ausdr\u00fcckliche Anweisung von Kardinalstaatssekret\u00e4r Pacelli schriftlich nach Rom gemeldet hat. In diesem Gespr\u00e4ch sagte Hitler zu Eberle, dass die Deutschen nur einen Kardinal im Vatikan h\u00e4tten, der sie verstehe, und \"leider ist das nicht Pacelli, sondern Pizzardo\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant ist auch die Meinung von Joseph Goebbels \u00fcber Pacelli, der ihn mehr als hundert Mal in seinem Tagebuch erw\u00e4hnt. So schrieb er zum Beispiel 1937: \"Pacelli, ganz gegen uns. Liberalist und Demokrat\". Anl\u00e4sslich der Wahl von Eugenio Pacelli zum Papst am 2. M\u00e4rz 1939 schrieb der deutsche Propagandaminister: \"Pacelli zum Papst gew\u00e4hlt (...) Ein politischer Papst und m\u00f6glicherweise ein k\u00e4mpferischer Papst, der listig und geschickt agieren wird. Achtung! Und am 27. Dezember 1939 verwies Joseph Goebbels auf die Weihnachtsansprache des Papstes: \"Voller sehr b\u00f6ser und versteckter Angriffe gegen uns, gegen das Reich und den Nationalsozialismus. Besonders bezeichnend ist, was er am 9. Januar 1945 notiert: \"...die Weihnachtsansprache des Papstes war voll von sehr bissigen und versteckten Angriffen gegen uns, gegen das Reich und den Nationalsozialismus\".<em>Prawda<\/em> greift den Papst wieder einmal scharf an. Es ist merkw\u00fcrdig, fast schon komisch, dass der Papst als Faschist bezeichnet wird und dass er mit uns unter einer Decke steckt, um Deutschland aus seiner Misere zu retten\".<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ursachen der Diskreditierung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch im Laufe der Zeit war dies leider der Fall: Was Goebbels, und er muss es wohl gewusst haben, \"merkw\u00fcrdig, fast lustig\" fand - dass Pius XII. als nazifreundlich galt -, trat kurz nach seinem Tod ein. Wie ist es m\u00f6glich, dass angesichts dieser Handlungen und Verurteilungen, angesichts dessen, was die Nazis selbst von Pius XII. hielten, das Bild des \"schweigenden Papstes\" oder gar des \"Hitler-Papstes\" immer noch so weit verbreitet ist? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Jurist und Theologe Rodolfo Vargas, ein Experte f\u00fcr Pius XII. und Pr\u00e4sident der Vereinigung <em>Solidatium Internationale Pastor Angelicus<\/em>Als Antwort auf diese Frage verweist er auf die \"Macht der Fiktion\": \"Die Fiktion ist sehr m\u00e4chtig und hat eine Faszinationskraft, die Fachliteratur und Forschung nicht haben\". <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine andere Erkl\u00e4rung bietet der bereits erw\u00e4hnte Journalist Sven Felix Kellerhoff in einem Artikel, der anl\u00e4sslich des 50. Jahrestages der Premiere des Films ver\u00f6ffentlicht wurde <em>Der Vikar<\/em>Die Vision des Papstes in diesem St\u00fcck \"hat nichts mit der Realit\u00e4t zu tun; aber es ist bequemer, das angebliche Schweigen eines Papstes f\u00fcr den V\u00f6lkermord verantwortlich zu machen als die Kollaboration von Millionen 'arischer' Deutscher, die - zumindest - weggesehen, oft davon profitiert und nicht selten mitgemacht haben\".<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Sinneswandel<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit einiger Zeit beginnt sich diese Wahrnehmung jedoch zu \u00e4ndern, zumindest in Fachpublikationen: Anl\u00e4sslich des 50. Todestages von Pius XII. im Jahr 2008 erschienen mehrere Werke, die sein stilles, aber wirkungsvolles Wirken hervorheben. Dies ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, welche Angst in der Ewigen Stadt w\u00e4hrend der deutschen Herrschaft herrschte. Dass diese Bef\u00fcrchtung real war, zeigt die Tatsache, dass Bischof Ludwig Kaas, der als Vorsitzender der katholischen Zentrumspartei Anfang April 1933 nach Rom \u00fcbersiedelt war, daran dachte, sein gesamtes Material aus der Zeit der Weimarer Republik zu vernichten, weil \"zu erwarten war, dass die SS den Vatikan besetzen w\u00fcrde\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Historiker Michael Hesemann argumentiert in Bezug auf die Frage, ob Pius XII. \"ausreichend\" gegen den V\u00f6lkermord an den Juden protestiert habe, dass diejenigen, die Pius XII. vorwerfen, er habe nicht deutlicher gegen den Holocaust protestiert, nicht ber\u00fccksichtigen, dass seine Hilfsaktionen gerade deshalb m\u00f6glich waren, weil der Papst nicht offen protestierte: \"H\u00e4tte die SS den Vatikan besetzt, h\u00e4tte dieser umfangreiche Rettungsplan nicht durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen und h\u00e4tte den sicheren Tod von mindestens 7.000 Juden zur Folge gehabt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein entscheidender Pr\u00e4zedenzfall<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gab einen Pr\u00e4zedenzfall, dessen sich der Papst wohl bewusst war: Als die deutschen Besatzungstruppen im August 1942 die Juden aus den Niederlanden deportierten, protestierte der katholische Bischof von Utrecht. Infolgedessen schickten die Nazis auch Katholiken j\u00fcdischer Herkunft nach Auschwitz; das ber\u00fchmteste Opfer war Edith Stein, die vom Judentum zum Christentum konvertiert war und sp\u00e4ter in den Karmeliterorden eintrat. Bereits 1942, als er zum ersten Mal von der Shoah erfuhr, bemerkte Pius XII. gegen\u00fcber seinem Vertrauten Don Pirro Scavizzi: \"Ein Protest meinerseits h\u00e4tte nicht nur niemandem geholfen, sondern h\u00e4tte den Zorn gegen die Juden entfacht und die Gr\u00e4ueltaten vervielfacht. Es h\u00e4tte vielleicht das Lob der zivilisierten Welt erregt, aber f\u00fcr die armen Juden h\u00e4tte es nur zu einer noch grausameren Verfolgung gef\u00fchrt, als sie erlitten haben\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In j\u00fcngster Zeit wurden auch einige Aufkl\u00e4rungsarbeiten durchgef\u00fchrt, um eine objektivere Sichtweise auf Pius XII. zu vermitteln. So fand 2009 in Berlin und M\u00fcnchen eine Ausstellung \u00fcber ihn statt, die in einem Raum mit dem Titel \"Hier h\u00f6rt man das Schweigen des Papstes\" endete. Tats\u00e4chlich konnte man die Radiobotschaft von Pius XII. zu Weihnachten 1942 h\u00f6ren, in der Papst Pacelli von \"den Hunderttausenden von Menschen sprach, die ohne eigenes Verschulden, manchmal nur aus Gr\u00fcnden der Nationalit\u00e4t oder der Rasse, zum Tod oder zur fortschreitenden Vernichtung bestimmt sind\". Dass Pius XII. zum Holocaust geschwiegen habe, wie es der Schriftsteller Rolf Hochhuth seit 1963 behauptet hatte, um die \u00f6ffentliche Debatte in Deutschland zu beeinflussen, ist nun endg\u00fcltig durch Fakten widerlegt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neue Perspektiven auf Pius XII.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits gab es in den letzten Jahren auch eine Trendwende in der Welt der Fiktion; neben anderen Filmen drehte das Erste Programm (ARD) des \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehens in Deutschland zwischen 2009 und 2010 eine Miniserie, die die Rolle von Eugenio Pacelli als Nuntius, als Kardinalstaatssekret\u00e4r und auch als Papst Pius XII. portr\u00e4tiert: <em>Gottes m\u00e4chtige Dienerin<\/em> (<em>Die m\u00e4chtige Magd Gottes<\/em>), ist die Adaption eines 2007 erschienenen Romans und wird aus der Sicht von Schwester Pascalina Lehnert erz\u00e4hlt, wobei der Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung Pius' XII. mit seinem eigenen Gewissen liegt. In der <a href=\"https:\/\/www.cinemanet.info\/2009\/10\/un-film-sobre-pio-xii-visto-por-sor-pascalina\/\">Exklusivinterview <\/a>Der Papst befand sich in einer \u00e4u\u00dferst schwierigen historischen Situation und musste die verschiedenen Argumente abw\u00e4gen, um richtig zu handeln\", erz\u00e4hlte mir der Regisseur Marcus O. Rosenm\u00fcller w\u00e4hrend der Dreharbeiten zum Film. Unser Film versucht, seine \u00dcberlegungen in Bilder zu \u00fcbersetzen; zum Beispiel wirft Pius XII. nach der Razzia in Utrecht im Juli 1942, nach den Protesten des Bischofs gegen die Deportation der Juden, ein von ihm bereits verfasstes Dokument Seite f\u00fcr Seite in den K\u00fcchenherd.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Marcus O. Rosenm\u00fcller kommentierte die seit langem bestehenden einseitigen Darstellungen \u00fcber Pius XII: \"Der Vorwurf des Antisemitismus gegen Pacelli erscheint mir v\u00f6llig absurd; er ist eine reine Provokation. Wir stellen einen Papst vor, der intellektuell gegen den Nationalsozialismus war und dem es aufgrund bestimmter Ereignisse - wie der Deportationen in den Niederlanden - nicht leicht fiel, die richtige Entscheidung zu treffen. Da er auch ein Diplomat durch und durch war, ist es m\u00f6glich, dass diese Diplomatie ihm das Handeln etwas erschwerte. Wir haben uns aber auch bem\u00fcht, die Zeit, in der er lebte, zu ber\u00fccksichtigen. Es ist ein Anachronismus, vom Vatikan und insbesondere von Eugenio Pacelli zu verlangen, dass sie alles von Anfang an mit kristalliner Klarheit h\u00e4tten sehen m\u00fcssen. Das Ph\u00e4nomen \"Hitler\" ist auch ein Ph\u00e4nomen der Untersch\u00e4tzung: Lange Zeit haben englische und franz\u00f6sische Politiker das Ausma\u00df des Nationalsozialismus untersch\u00e4tzt. Wenn Hochhuth behauptet, die ganze Welt sei gegen Hitler gewesen und nur Pius XII. habe sich den Hilfesuchenden gegen\u00fcber taub gestellt, dann sagt er schlichtweg die Unwahrheit\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht k\u00f6nnen diese fiktionalen Werke mit der Zeit das verzerrte Bild umkehren, das vor fast 60 Jahren von einem anderen fiktionalen Werk von einem Papst vermittelt wurde, der angesichts des V\u00f6lkermords nicht nur nicht schwieg, sondern sich bem\u00fchte, so viele Menschen wie m\u00f6glich zu retten, und dem dies gerade dadurch gelang, dass er es auf stille Weise tat.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ante la inminente desclasificaci\u00f3n de los documentos que obran en el archivo vaticano en relaci\u00f3n con la persecuci\u00f3n jud\u00eda por la Alemania nazi (el \u201cholocausto\u201d), es un buen momento para revisar las respuestas de P\u00edo XII a esta ideolog\u00eda pagana: \u00bfes cierto el reproche que suele hac\u00e9rsele, de que \u201ccall\u00f3\u201d frente a los cr\u00edmenes nazis, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":399,"featured_media":22465,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[36,39],"tags":[609,790,819,789],"class_list":["post-22464","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-actualidad","category-cultura","tag-alemania","tag-judios","tag-nazismo","tag-pio-xii"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>P\u00edo XII, un gran amigo del pueblo de Israel - Omnes<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"La silenciosa labor de la diplomacia vaticana para salvar jud\u00edos del holocausto concuerda con el rechazo del nazismo por P\u00edo XII\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/pt\/nachrichten-2\/pio-xii-amigo-israel\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"P\u00edo XII, un gran amigo del pueblo de Israel - Omnes\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"La silenciosa labor de la diplomacia vaticana para salvar jud\u00edos del holocausto concuerda con el rechazo del nazismo por P\u00edo XII\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/pt\/nachrichten-2\/pio-xii-amigo-israel\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Omnes\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2022-08-03T04:59:00+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/47764179_303-1-1.jpeg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"920\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"526\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Jos\u00e9 M. 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