{"id":22675,"date":"2022-08-12T06:44:00","date_gmt":"2022-08-12T05:44:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=22675"},"modified":"2022-09-15T11:15:58","modified_gmt":"2022-09-15T10:15:58","slug":"farfan-sinodo-peru","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/foco\/farfan-sinodo-peru\/","title":{"rendered":"<b>Edinson Farfan<\/b>Die Laien sind keine Menschen zweiter Klasse, wir sind alle Teil des Volkes Gottes\"."},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Monsignore Edinson Farf\u00e1n C\u00f3rdova, OSA, ist der Bischof der <a href=\"https:\/\/www.deperu.com\/iglesia-catolica\/jurisdicciones-eclesiasticas\/prelatura-de-chuquibambilla-392\">Pr\u00e4latur Chuquibambilla<\/a> (Apur\u00edmac, Peru) und Koordinator der Synode in der peruanischen Bischofskonferenz. Er wurde in Tambo Grande (Piura, 1974) geboren. Er trat 1998 in den Orden des Heiligen Augustinus ein. Er legte am 11. Januar 2003 seine Ordensprofess ab und wurde am 26. Juli 2008 zum Priester geweiht. Er hat ein Lizenziat in spiritueller Theologie und P\u00e4dagogik von der Katholischen Universit\u00e4t San Pablo de Cochabamba (Bolivien).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er war Koordinator der Internationalen Kommission f\u00fcr Kommunikation und Ver\u00f6ffentlichungen der Organisation der Augustiner von Lateinamerika (OALA-2006-2014); Meister der Pr\u00e4novizen des Augustinerordens (2011-2012); Pfarrer von Our Lady of Montserrat in der Erzdi\u00f6zese Trujillo (2012-2013); Professor f\u00fcr Theologie an der Katholischen Universit\u00e4t Benedikt XVI. in der Erzdi\u00f6zese Trujillo (2013-2015); Prior und Meister der Professen des Augustinerordens (2013-2017) und Generalsekret\u00e4r der Organisation der Augustiner von Lateinamerika (OALA-2015-2019).  Seit April 2018 war er Apostolischer Administrator der Territorialpr\u00e4latur Chuquibambilla; am 7. Dezember 2019 wurde er zum Bischof der besagten Pr\u00e4latur ernannt, im Januar 2022 wurde er zum Vorsitzenden der Bisch\u00f6flichen Kommission f\u00fcr Kommunikation der peruanischen Bischofskonferenz gew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Monsignore, Sie sind Vorsitzender der bisch\u00f6flichen Kommission f\u00fcr die Synode in Peru. Wie wurde die gegenw\u00e4rtige Synode in allen peruanischen Di\u00f6zesen aufgenommen, gab es eine organisierte und partizipative Arbeit w\u00e4hrend des Prozesses?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Wir haben eine gute Resonanz erhalten, der synodale Prozess wurde in den 46 kirchlichen Gerichtsbarkeiten Perus durchgef\u00fchrt. Zun\u00e4chst setzte der St\u00e4ndige Rat der peruanischen Bischofskonferenz (CEP) die Nationale Kommission ein, die die Synode der Synodalit\u00e4t in Peru beleben sollte. Wir sammelten alle vom Generalsekretariat der Synode vorbereiteten Leitlinien und Dokumente und passten sie an die Realit\u00e4t des Landes an. Dann haben wir jede kirchliche Jurisdiktion eingeladen, die Synode einzuleiten, jede aus ihrer eigenen Realit\u00e4t und ihrem eigenen Kontext heraus; und dann haben wir die Bisch\u00f6fe eingeladen, ihre Di\u00f6zesankommission zu bilden, die den synodalen Prozess in ihrem Gebiet vorantreibt. Es wurde auch gefordert, dass ein Synodalausschuss der Kirchengemeinden f\u00fcr den Prozess des Zuh\u00f6rens eingerichtet wird. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was war der Zweck dieses ganzen Prozesses?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Das Ziel war, alle Orte zu erreichen, die 95% der Jurisdiktionen bildeten ihre Di\u00f6zesankommission. Wir haben organisiert gearbeitet, mit monatlichen Koordinierungssitzungen. Peru hat auf die Synodalit\u00e4t reagiert, es ist ein katholisches Volk und liebt seine Missionare sehr, es hat sich von seinen Bisch\u00f6fen, Priestern, Ordensm\u00e4nnern und -frauen und engagierten Laien begleitet gef\u00fchlt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf diesen Prozess des Zuh\u00f6rens haben die Menschen mit Dankbarkeit und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit reagiert, die Gl\u00e4ubigen haben das Gef\u00fchl, dass ihre Stimme geh\u00f6rt und gesch\u00e4tzt wird. Es war auch eine Zeit, in der Wunden geheilt werden konnten, da die Gl\u00e4ubigen irgendwann sagten, dass sie nicht ber\u00fccksichtigt wurden, und nun konnten sie in dieser Zeit ihre Bed\u00fcrfnisse, Beschwerden oder Hoffnungen zum Ausdruck bringen. Wir k\u00f6nnen sagen, dass die Synode auf dem Weg ist und die peruanische Kirche die Verpflichtung \u00fcbernommen hat, die Herausforderungen, die sich auf dem Weg sicherlich ergeben werden, gemeinsam zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Welche Themen sind nach der nationalen Umfrage f\u00fcr die katholischen Gl\u00e4ubigen in Peru von Interesse oder Sorge?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Wenn man die Synthesen der Gerichtsbarkeiten betrachtet, gibt es konstante und vorrangige Themen, die sich in dieser Phase des Zuh\u00f6rens herauskristallisiert haben: die st\u00e4ndige Weiterbildung der Getauften, um eine kirchliche Verpflichtung zu \u00fcbernehmen, die Familienpastoral durch katechetische Ausbildung, die Ausbildung der Laien im Bereich der Politik, die prophetische Dimension, die durch die Soziallehre der Kirche erhellt wird, die Evangelisierung durch die Medien und die Ausbildung von Religionslehrern durch das Katholische Schulamt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Anliegen waren die Feier der Liturgie, eine gr\u00f6\u00dfere Klarheit und Konkretheit der Laien\u00e4mter, der Wert der Volksfr\u00f6mmigkeit, die Glaubenserfahrung der Menschen entsprechend ihrer Lebenswirklichkeit, der Mangel an Missionaren in abgelegenen D\u00f6rfern, die Berufsf\u00f6rderung, die Option f\u00fcr die Armen, ohne jemanden auszuschlie\u00dfen, eine gr\u00f6\u00dfere Rolle f\u00fcr Frauen und junge Menschen in Kirche und Gesellschaft, die Folgen des Kovid 19 und der \u00f6kumenische Dialog. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Themen waren der Klerikalismus, der sich auf das Leben der Gl\u00e4ubigen auswirkt, der sexuelle Missbrauch im kirchlichen Bereich, die Begleitung \u00e4lterer Menschen, der Menschenhandel und die Migranten, die Notwendigkeit eines organischen und strukturierten Pastoralplans in jeder Jurisdiktion, die Ausbildung k\u00fcnftiger Priester im Rahmen der Synodalit\u00e4t, die Konflikte im Bergbau, die Sorge um das gemeinsame Haus und den Amazonas, die Sorge um die indigenen Kulturen und die Aufnahme von Menschen, die ausgegrenzt sind. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies sind die st\u00e4ndigen Themen, die sich in den meisten kirchlichen Gerichtsbarkeiten manifestieren und \u00fcber die das Volk Gottes nachgedacht hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vor welchen Herausforderungen steht die Kirche in Peru nach dieser Lesung?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Erstens: die st\u00e4ndige Weiterbildung der Laien. Diese Frage hat sich in allen kirchlichen Gerichtsbarkeiten gestellt. Wir fragen uns, welche Art von Ausbildung unsere Gl\u00e4ubigen w\u00fcnschen und wirklich brauchen: Was sind die grundlegenden Themen, in denen das Volk Gottes ausgebildet werden muss? Dies ist die Unterscheidung, die die Kirche treffen muss, wobei sie nat\u00fcrlich immer die zentrale Bedeutung des Geheimnisses Jesu Christi im Auge behalten muss; in diesem Sinne ist der Prozess des H\u00f6rens sehr n\u00fctzlich. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Ausbildung muss auch zu einem kirchlichen Engagement f\u00fchren. In Aparecida wurde ein schwacher Glaube der Menschen mit wenig kirchlichem Engagement festgestellt, was auf die mangelnde Ausbildung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Diese Frage ist sehr wichtig und muss in aller Ruhe er\u00f6rtert werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verstehe, und welche anderen Fragen werden aufgeworfen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ein weiteres wichtiges Thema ist die Ausbildung von Laien in der Politik.<strong> <\/strong>Papst Franziskus hat seine dritte Enzyklika \"Fratelli Tutti\" ver\u00f6ffentlicht, die uns einl\u00e4dt, das Feld der Politik zu betreten. Wir m\u00fcssen unsere Gl\u00e4ubigen ausbilden und sie lehren, dass Politik gut ist, dass Politik an sich bedeutet, das Gemeinwohl zu suchen. Wie wir unsere Gl\u00e4ubigen ermutigen k\u00f6nnen, in diesen Bereich einzusteigen, ist sicherlich eine gro\u00dfe Herausforderung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kirche muss auf die Bed\u00fcrfnisse der Welt achten, die Zeichen der Zeit erkennen und das Lehramt der Soziallehre der Kirche bekannt machen. Die Laien m\u00fcssen sich an der Politik beteiligen; sie ist eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr das ganzheitliche Wachstum unserer V\u00f6lker. In der Politik wird immer das Gemeinwohl angestrebt, und ich bin \u00fcberzeugt, dass ein gut ausgebildeter Laie viel zur Entwicklung der Gesellschaft und des Menschen beitragen kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist mit der Volksfr\u00f6mmigkeit?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-&nbsp;<strong>Volksfr\u00f6mmigkeit <\/strong>ist eine St\u00e4rke f\u00fcr unser Land, gleichzeitig aber auch eine Herausforderung. Es ist unsere Aufgabe als Bisch\u00f6fe, das Volk Gottes zu begleiten und dabei die Kultur des Volkes zu beachten, zu respektieren und zu sch\u00e4tzen. Fr\u00fcher war von Reinigung und Ausrottung die Rede, jetzt m\u00fcssen wir diesen Ausdruck des Glaubens begleiten und daraus lernen. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir uns auch um das Wesentliche k\u00fcmmern: den Glauben des Volkes, die lehrm\u00e4\u00dfige Ausbildung; das hei\u00dft, die Volksfr\u00f6mmigkeit muss uns auch zum sakramentalen Leben und zum kirchlichen Engagement f\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Seelsorger ist es unsere Aufgabe, das heilige Volk Gottes, zu dem auch wir als Getaufte geh\u00f6ren, zu begleiten und es in der Heiligen Schrift, der Tradition, dem Lehramt und dem Sensus Fidei zu bilden. Stets den Reichtum zu sch\u00e4tzen, der in jedem Menschen steckt. Die Volksfr\u00f6mmigkeit ist der Schatz der Kirche. In Lateinamerika, in Peru, hat unser Volk seinen Glauben durch Volksfr\u00f6mmigkeit, durch einfachen Glauben bewahrt. Es ist eine Herausforderung, diese Glaubenserfahrungen so zu begleiten, dass sie uns immer zu einer pers\u00f6nlichen Begegnung mit dem Herrn, zur Praxis des sakramentalen Lebens und zum kirchlichen Engagement f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"920\" height=\"525\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/image-1-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-22700\" srcset=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/image-1-2.jpg 920w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/image-1-2-600x342.jpg 600w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/image-1-2-700x399.jpg 700w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/image-1-2-300x171.jpg 300w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/image-1-2-768x438.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>Foto: Monsignore Farf\u00e1n bei einer marianischen Prozession in Chuquibambilla<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">In den letzten Jahren wurde viel \u00fcber die Pflege der einheimischen Kulturen gesprochen. Wie ist die Situation in Peru?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Der Amazonas und die Pflege der gemeinsamen Heimat und der einheimischen Kulturen ist ein dringender Aufruf. Papst Franziskus fordert uns immer wieder auf, die Sorge um unser gemeinsames Haus st\u00e4rker in den Blick zu nehmen. In \"Laudato Si\", \"Dear Amazonia\", \"Fratelli Tuti\", aber auch im lateinamerikanischen Lehramt: Medellin, Puebla, Santo Domingo, Aparecida und zuletzt in der prophetischen Stimme der Ersten Kirchlichen Versammlung Lateinamerikas und der Karibik k\u00f6nnen wir die Augen nicht verschlie\u00dfen: Die Natur wird weiterhin angegriffen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2019 fand die Synode des Amazonasgebiets statt. Unsere Bisch\u00f6fe des Amazonasgebiets sind eine prophetische Stimme f\u00fcr die V\u00f6lker des Amazonasgebiets, sie sp\u00fcren am eigenen Leib die Misshandlung des Landes, die Sorge um verseuchtes Wasser, den Schmerz einiger indigener Gemeinschaften, die sich au\u00dferhalb ihres Landes befinden, weil dieses gesch\u00e4digt wurde. Die Bisch\u00f6fe des Amazonasgebiets gehen mit ihrem Volk und kennen dessen Bed\u00fcrfnisse. F\u00fcr uns alle reicht es jedoch nicht aus, zu sagen: \"Wir m\u00fcssen uns k\u00fcmmern\" oder \"Wir m\u00fcssen die einheimischen oder indigenen Kulturen wertsch\u00e4tzen und pflegen\", sondern wir m\u00fcssen unsere Sensibilit\u00e4t schulen, um handeln zu k\u00f6nnen. Es liegt in der Verantwortung eines jeden, sich in den verschiedenen Handlungsfeldern st\u00e4rker zu engagieren. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">K\u00f6nnen Sie ein konkretes Beispiel nennen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich lebe an einem Ort, an dem es st\u00e4ndig Konflikte mit dem Bergbau und der Umweltverschmutzung gibt. Es ist die Region Apur\u00edmac, in der sich das gr\u00f6\u00dfte Kupferbergbauunternehmen Perus, \"Las Bambas\", befindet. Es kommt immer wieder zu Konflikten zwischen den b\u00e4uerlichen Gemeinschaften und dem Bergbauunternehmen. Ein gro\u00dfes Problem in dieser Region ist jedoch die Zunahme des informellen Bergbaus. Die Umweltverschmutzung ist alarmierend, die Berge st\u00fcrzen ein, das Wasser ist verschmutzt und die Menschen werden t\u00e4glich krank. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was sollten wir angesichts dieser harten Realit\u00e4t tun? Es ist unsere moralische Verantwortung, konkrete Schritte zu unternehmen, um f\u00fcr unser gemeinsames Haus zu sorgen; es ist ein Schrei von der peruanischen K\u00fcste, dem Dschungel und dem Hochland. Der Prozess des Zuh\u00f6rens auf der Synode hat es dem Volk Gottes erm\u00f6glicht, einen Dialog \u00fcber diese alarmierende Realit\u00e4t zu f\u00fchren, der uns dazu bringen sollte, konkrete pastorale Orientierungen zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lassen Sie uns das Thema wechseln. Der Klerikalismus ist ein weiteres Thema, das Papst Franziskus Sorgen bereitet.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ja, und das ist auch ein Thema, das immer wieder auftaucht. Es ist eine Herausforderung, weil wir die Laien nicht in einem infantilen Stadium halten k\u00f6nnen, indem wir sie zur\u00fcckweisen und sie bei Entscheidungen nicht ber\u00fccksichtigen. Heute m\u00fcssen wir wirklich gemeinsam gehen. Wir alle geh\u00f6ren zum Volk Gottes, weil wir das Sakrament der Taufe empfangen haben: Bisch\u00f6fe, Kleriker, Ordensm\u00e4nner und -frauen und gl\u00e4ubige Laien. Der Priester sollte nicht immer befehlen und befehlen m\u00fcssen, wir m\u00fcssen lernen, als Volk Gottes Verantwortung zu verteilen und zu delegieren. Es geht nicht darum, dass die Laien das tun, was der Priester tut, und der Priester das tut, was die Laien tun, sondern darum, dass wir gemeinsam aufgrund unserer Berufung und unseres Dienstes zum Wachstum der Kirche und ihrer Sendung beitragen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was meint Papst Franziskus, wenn er vom Volk Gottes oder dem heiligen Volk Gottes spricht? <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Die Antwort findet sich in der Ekklesiologie des Zweiten Vatikanischen Konzils, im Kapitel II: \"Das Volk Gottes\" der Dogmatischen Konstitution \u00fcber die Kirche \"Lumen Gentium\" Wer bildet das Volk Gottes? Alle Getauften, das hei\u00dft, bevor wir Bisch\u00f6fe und Priester sind, sind wir in erster Linie das Volk Gottes, unser Ausweis ist unsere Taufe. Es ist oft falsch verstanden worden, dass das Volk Gottes nur aus Laien besteht. Dies ist ein Thema, das noch weiter erforscht werden muss. In den pastoralen Herausforderungen und Leitlinien der Ersten Kirchlichen Versammlung von Lateinamerika und der Karibik wurde dieses Thema als eine Priorit\u00e4t herausgestellt, die dringend angegangen werden muss.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie werden Sie das Problem des Missbrauchs angehen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Eine weitere aktuelle Herausforderung f\u00fcr die gesamte Kirche ist der Missbrauch im kirchlichen Bereich. Jede Bischofskonferenz in der Welt unternimmt Schritte durch Listening Offices. Die Menschen verlangen, dass man ihnen zuh\u00f6rt, und nat\u00fcrlich m\u00fcssen die Betroffenen begleitet werden. Meiner Meinung nach muss dies auf seri\u00f6sere und verantwortungsvollere Weise geschehen. Wir unternehmen Schritte als Kirche in Peru. Als Bischofskonferenz haben wir die Bedeutung dieses Problems als Priorit\u00e4t erkannt: die Begleitung der betroffenen und misshandelten Menschen zu jeder Zeit. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Professionelle Hilfe ist auch notwendig, um bestimmte F\u00e4lle begleiten zu k\u00f6nnen. Wir haben viel \u00fcber dieses Thema nachgedacht, wir k\u00f6nnen unsere Augen nicht vor dieser schmerzlichen Realit\u00e4t verschlie\u00dfen. Einige schmerzhafte Situationen sind offensichtlich, weshalb dieser Raum der Begleitung notwendig ist, um Wunden zu heilen, auch die des T\u00e4ters\/der T\u00e4terin.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie wurden die Erfahrungen mit der Synodalit\u00e4t w\u00e4hrend des Prozesses gemacht? Welche zuk\u00fcnftigen M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnen sich im Rahmen dieser Arbeitsform in der Kirche?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Wir haben getan, worum uns Papst Franziskus in seiner Predigt bei der Einweihung des <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/die-synode-beginnt-im-stein-von-vielen-strassen-und-von-vielen-kirchen\/\">Synode f\u00fcr die ganze Kirche<\/a>Das Wichtigste an dieser Synodenerfahrung waren die Begegnungen mit Menschen, ob virtuell oder von Angesicht zu Angesicht. Was bei dieser Synodenerfahrung am meisten auffiel, war das Zusammentreffen von Menschen, ob virtuell oder von Angesicht zu Angesicht, in R\u00e4umen der Gemeinschaft. Dieses Treffen hat den Menschen die M\u00f6glichkeit gegeben, sich zu \u00e4u\u00dfern, ihren Standpunkt darzulegen und sich angeh\u00f6rt zu f\u00fchlen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Zuh\u00f6ren l\u00e4sst uns im Glauben und in unseren Verpflichtungen reifen; weise ist derjenige, der zuh\u00f6rt und um Rat fragt. Diese Begegnungsr\u00e4ume haben uns veranlasst, uns mit verschiedenen Themen zu befassen, die der lokalen Realit\u00e4t entsprechen. Die Synode hat uns zwar einige Themen vorgegeben, aber viele andere sind deutlich geworden. In unserem Land mit seiner reichen Vielfalt haben diese R\u00e4ume die Gemeinschaft beg\u00fcnstigt. Darin liegt auch die Herausforderung; es ist f\u00fcr uns alle schwierig, gemeinsam zu gehen, uns hinzusetzen und einander zuzuh\u00f6ren, und es erfordert viel Geduld. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist auch wichtig, die spirituelle Dimension der Synode zu verstehen. Es ist der Geist, der seine Kirche leitet und begleitet. Er f\u00fchrt uns auf neue Wege, zu neuen herausfordernden Themen, bei denen es Raum zum Nachdenken und sogar f\u00fcr Klagen oder Beschwerden gibt. Immer in der Gewissheit, dass, wenn wir uns in seine H\u00e4nde begeben, er uns sicher zu einem erfolgreichen Abschluss f\u00fchren wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Synodalit\u00e4t ist eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr unsere Kirche in Peru<\/strong>.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- In dieser synodalen Zeit der Ersten Kirchlichen Versammlung von Lateinamerika und der Karibik und des Prozesses des Zuh\u00f6rens der Synode ist der Wunsch nach einem gemeinsamen Weg deutlich geworden. Ich sehe die Bisch\u00f6fe Perus sehr geeint, sie denken \u00fcber sehr aktuelle Themen nach. Die Virtualit\u00e4t in diesem Sinne hat uns sehr geholfen, es gibt eine gute Kommunikation, wir sind \u00fcberzeugt, dass die Synodalit\u00e4t immer erhalten bleiben muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl die Realit\u00e4t in Peru sehr unterschiedlich ist - K\u00fcste, Hochland und Dschungel - gibt es ein gro\u00dfes Engagement f\u00fcr die Gemeinschaft. Eine der Herausforderungen, die bereits in mehreren Versammlungen der KEP diskutiert wurde und die, da bin ich mir sicher, bald konkrete Schritte nach sich ziehen wird, ist die materielle Unterst\u00fctzung zwischen den kirchlichen Jurisdiktionen, sowohl in Bezug auf die Pr\u00e4senz von Missionaren als auch in finanzieller Hinsicht. Es gibt Gerichtsbarkeiten, die sich finanziell selbst versorgen k\u00f6nnen, und andere, die finanziell sehr arm sind. Andere haben gen\u00fcgend Geistliche, wieder andere haben keinen Priester. Kurzum, es ist eine gro\u00dfe Herausforderung, in diesem Sinne zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig mit den M\u00f6glichkeiten der jeweiligen Gerichtsbarkeit zu unterst\u00fctzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie wird die Synode in Peru abgeschlossen werden?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-<strong>&nbsp;<\/strong>Wir arbeiten jetzt an der endg\u00fcltigen Synthese, die eine Bereicherung f\u00fcr die Kirche in Peru darstellt. Es ist gut, die einfachen Worte der Gl\u00e4ubigen zu lesen. So wie es in den Sitzungen zum Ausdruck gebracht wurde, ist es auch schriftlich festgehalten worden. Die Nationale Kommission hat nun die Aufgabe, in einem Klima des Gebets und der Unterscheidung eine nationale Synthese zu erstellen. Mit den Informationen, die sie von den Jurisdiktionen erhalten hat, und mit den Eindr\u00fccken, die sie w\u00e4hrend der Vorsynodal- oder Vorbereitungstreffen sammeln konnte. Bei der nationalen Synthese wird alles ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 5. August m\u00fcssen wir die nationale Synthese dem St\u00e4ndigen Rat der PEC zur Genehmigung vorlegen. Anschlie\u00dfend muss er bis zum 15. August beim Generalsekretariat der Synode eingereicht werden. Wir sind auf dem richtigen Weg, wir haben den Zeitplan bereits organisiert. Wir werden auch die di\u00f6zesanen Synthesen der Gerichtsbarkeiten als technische Unterst\u00fctzung zur Information und zum Nachschlagen \u00fcbermitteln, was von einer ernsthaften und verantwortungsvollen Arbeit zeugt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der n\u00e4chste Schritt wird die kontinentale Phase sein, die der CELAM zusammen mit dem Generalsekretariat der Synode koordiniert. Die Synodalit\u00e4t muss immer gewahrt bleiben. Von Lateinamerika aus m\u00fcssen wir weiter an den Herausforderungen und pastoralen Orientierungen arbeiten, die uns die Erste Kirchliche Versammlung hinterlassen hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was ist Ihre abschlie\u00dfende \u00dcberlegung zu diesem synodalen Prozess?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Meine letzte \u00dcberlegung ist, dass wir uns vom Heiligen Geist leiten lassen. Manchmal besteht die Versuchung, alles kontrollieren zu wollen, aber es kommt vor, dass der Geist uns \u00fcberflutet und uns aus unserer Bequemlichkeit herausrei\u00dft und seine Kirche auf neue und \u00fcberraschende Wege f\u00fchrt. Gerade in diesem vollen Vertrauen auf den Herrn, der mit seiner Kirche geht und sie liebt, m\u00fcssen wir vorankommen. Es reicht nicht aus zu sagen, ich glaube an die Synodalit\u00e4t, wir m\u00fcssen konkrete Schritte unternehmen, Schritte, in denen sich dieser synodale Geist in der Kirche zeigt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir stehen vor gro\u00dfen Herausforderungen, um als Kirche der Gemeinschaft, der Teilhabe und der Mission weiter zu wachsen; dies gelingt, wenn wir uns gemeinsam auf den Weg machen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monse\u00f1or Edinson Farf\u00e1n C\u00f3rdova, OSA, es Obispo de la Prelatura de Chuquibambilla (Apur\u00edmac, Per\u00fa) y Coordinador del S\u00ednodo en la Conferencia Episcopal Peruana. Naci\u00f3 en Tambo Grande (Piura, 1974). Ingres\u00f3 en la Orden de san Agust\u00edn en 1998. 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