{"id":22781,"date":"2020-07-30T14:28:00","date_gmt":"2020-07-30T13:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=22781"},"modified":"2022-08-17T14:34:41","modified_gmt":"2022-08-17T13:34:41","slug":"kardinal-sturla-die-kirche-ermuntert-zu-einem-post-pandemie-leben-mit-mehr-hoffnung-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/cardenal-sturla-la-iglesia-alienta-una-vida-post-pandemia-con-mas-esperanza\/","title":{"rendered":"Kardinal Sturla: \"Die Kirche ermutigt zu einem Leben nach der Pandemie mit mehr Hoffnung\"."},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die uruguayische Bischofskonferenz organisierte den V. Nationalen Eucharistischen Kongress, der im Oktober stattfinden sollte. Palabra hatte geplant, Kardinal Daniel Sturla bei dieser Gelegenheit zu interviewen. Es stellte sich die Frage, ob angesichts der Verz\u00f6gerung bis 2021 aufgrund von Covid-19 auch das Interview verschoben werden sollte. Und wenn der Erzbischof von Montevideo eines nicht kann, dann ist es, nein zu sagen. Er hat einen hart erarbeiteten Ruf. Er hat sich seinen Ruf hart erarbeitet. Und er antwortete: \"<em>Komm schon, komm schon. <\/em>Und dann wies er darauf hin, dass der V. Eucharistische Kongress eigentlich schon mit der Erneuerung der Weihe Uruguays an die Jungfrau von Treinta y Tres im November letzten Jahres begonnen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Land, in dem der Fu\u00dfball eine Leidenschaft ist, ist es nicht leicht, die <em>\"Partei\"<\/em> die die Kirche in Montevideo zu spielen hat. \u00d6ffentliche Bildung ist <em>\"weltlich, frei und obligatorisch\".<\/em>erinnert der Salesianerkardinal, f\u00fcr den es wichtig ist, dass <em>\"eine feste, starke, transparente und freudige katholische Identit\u00e4t zu f\u00f6rdern und gleichzeitig die F\u00e4higkeit zum Dialog zu haben\".<\/em>. In dem Interview spricht er \u00fcber kirchliche Initiativen, Berufungen, die <em>\"Peripherien\"...<\/em> Er bezieht sich zum Beispiel auf Pater \"Cacho\" (Rub\u00e9n Isidoro Alonso, SDB). Er pflegte zu sagen, dass unsere Armen \"die Armen Gottes\" sind, so der Kardinal, denn ein Teil der Realit\u00e4t der S\u00e4kularisierung in Uruguay hat vor allem die \u00c4rmsten getroffen. Wir beginnen mit dem Papst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Warst du \u00fcberrascht, zum Kardinal ernannt zu werden, und kanntest du Papst Franziskus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Es war eine totale \u00dcberraschung! Ich sage das nicht, um bescheiden zu sein, sondern weil es eine Realit\u00e4t ist. Der Papst hat mich zum Kardinal ernannt, als Geschenk an die uruguayische Kirche, die er sehr sch\u00e4tzt, weil er sie kennt, weil sie ihm nahe steht, weil er viele Freunde in Uruguay hat. Ich kannte Papst Franziskus nicht. Ich hatte ihn zum ersten Mal getroffen, als ich Weihbischof in Rio de Janeiro war, beim Weltjugendtag 2013. Und ich hatte in einem Jahr als Erzbischof auch nichts Relevantes getan. Ich glaube, es war eine Geste der Zuneigung gegen\u00fcber der uruguayischen Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Auf jeden Fall hat sich die Geste des Papstes gelohnt: Der Kardinal ist in dem Teil der Kirche, der ihm zugefallen ist, sehr beliebt, und er erreicht Ziele und gewinnt an Unterst\u00fctzung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Die Kirche in Montevideo ist wundersch\u00f6n! In Montevideo ist sie, wie die gesamte uruguayische Kirche, eine arme und freie Kirche, klein und sch\u00f6n. Sie war frei, weil die S\u00e4kularisierung vor hundert Jahren bedeutete, dass sie sich selbst\u00e4ndig machen musste, ohne die Unterst\u00fctzung des Staates und oft mit einer gewissen Feindseligkeit... einer friedlichen, nicht aggressiven Feindseligkeit, einer gewissen Verachtung. Und deshalb hat sie die Sch\u00f6nheit, eine Kirche zu sein, in der niemand aus sozialer Bequemlichkeit katholisch ist, in der niemand Priester wird, weil er sich am\u00fcsieren will, in der Berufungen eher Leidensberufungen sind... Und all das gibt ihr ihre eigenen Merkmale.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist auch eine Kirche, die in der nachkonziliaren Zeit sehr gelitten hat, wie andere Kirchen auch, und in der die Beteiligung der Gl\u00e4ubigen sehr stark zur\u00fcckgegangen ist... Das ist es, was uns in Frage stellt und worauf wir versuchen zu antworten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sie haben als pastorale Dringlichkeit darauf bestanden, die am meisten benachteiligten Viertel, die \"Peripherien\", wie Papst Franziskus sie nennt, zu erreichen.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Pater \"Cacho\" (Rub\u00e9n Isidoro Alonso, SDB), ein Priester, dessen Seligsprechungsprozess wir angesto\u00dfen haben, verbrachte die letzten vierzehn Jahre seines Lebens in einem <em>\"cantegril\" (\"Villa miseria\"),<\/em> ein sehr armer Ort. Er sagte, unsere Armen seien <em>\"Die Armen Gottes\",<\/em> weil ein Teil der Realit\u00e4t der S\u00e4kularisierung in diesem Land vor allem die \u00e4rmsten Menschen trifft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich meine, unsere Armut hat dieses Merkmal: Es sind arme Menschen, die Gott nicht kennen, die nicht wissen, wer Jesus Christus ist, deren religi\u00f6ses Leben sehr unwissend, sehr gleichg\u00fcltig ist. Viele von ihnen verweisen auf Pfarreien und katholische Sozialwerke, aber dieser Bezug ber\u00fchrt nicht den religi\u00f6sen Aspekt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Seit fast einem Jahrhundert erhalten die Sch\u00fcler an staatlichen Schulen keine christliche Erziehung mehr. Wie k\u00f6nnen wir in einer Gesellschaft, die durch das Fehlen christlicher Werte gekennzeichnet ist, evangelisieren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Ich glaube, es gibt zwei Dinge, die f\u00fcr mich sehr wichtig sind.<strong>. <\/strong>Wie kann man mit absoluter Klarheit eine feste, starke, transparente und fr\u00f6hliche katholische Identit\u00e4t f\u00f6rdern und gleichzeitig die F\u00e4higkeit zum Dialog haben? Das ist wichtig, denn immer wenn die Identit\u00e4t hervorgehoben wird, scheint es, als ob man sich eine Kreuzritterr\u00fcstung zulegen w\u00fcrde...<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorschlag besteht darin, in einer pluralen Gesellschaft eine klare Identit\u00e4t zu haben, mit einem Geist des Dialogs, ohne Komplexe, wie es sie vielleicht in der Kirche Uruguays gegeben hat. Und gleichzeitig ohne Anma\u00dfung eines Christentums, das in Uruguay nie stark war und seit hundert Jahren nicht mehr existiert. Es geht also nicht darum, zu einer glorreichen Vergangenheit zur\u00fcckzukehren, die wir in Uruguay nie hatten, sondern mit Gelassenheit und Freude auf unsere katholische Identit\u00e4t zu blicken, im Kontext der pluralistischen und demokratischen Gesellschaft, die unsere uruguayische Kultur kennzeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>In diesem Sinne plante Kardinal Sturla eine wichtige Mission in der Erzdi\u00f6zese.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Wir haben ein Missionsprogramm durchgef\u00fchrt <em>\"Jacinto Vera<\/em> (ehrw\u00fcrdiger erster Bischof von Montevideo, 1813-1881), dessen Ziel es war, in der Tat zu sein, <em>\"Kirche auf dem Weg nach drau\u00dfen\", <\/em>und das nicht nur auf dem Papier. Letztes Jahr wurde die erste Erfahrung gemacht, die den Namen <em>Mission Casa de Todos<\/em>. Die Pfarreien, die sich beteiligen wollten, 50 der 83 Pfarreien der Erzdi\u00f6zese, schlossen sich an. Es gab eine Mobilisierung, um auf die Stra\u00dfe zu gehen, in die Einkaufszentren, in die Busse, um Aktivit\u00e4ten durchzuf\u00fchren, um Menschen aus den verschiedenen Vierteln zu einer von der Gemeinde organisierten Aktivit\u00e4t einzuladen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war vor allem eine Mobilisierung der Pfarreien... Und viele sagten: Endlich kann man die katholische Kirche auf der Stra\u00dfe sehen, endlich geht die Kirche hinaus, um zu evangelisieren...<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zu zeigen, dass die Kirche lebendig ist, ist f\u00fcr alle wichtig... Es gibt pastorale Initiativen in der Erzdi\u00f6zese, die besondere Spuren hinterlassen haben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Jahr 2016 haben wir die Kampagne<em> \"Weihnachten mit Jesus\",<\/em> ein Programm, das w\u00e4hrend der Adventszeit entwickelt werden soll und aus f\u00fcnf Punkten besteht: eine Novene zur Unbefleckten Empf\u00e4ngnis, das Beten des Rosenkranzes der Morgenr\u00f6te an bestimmten Orten; eine Geste der Solidarit\u00e4t seitens der Familie oder der Gemeinschaft; ein Gebet, das am Heiligen Abend in den Familien gebetet werden soll, da hier offiziell der Weihnachtstag der Tag der Familie ist: in Uruguay wurde der Kalender 1919 s\u00e4kularisiert...&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <em>\"Weihnachten mit Jesus <\/em>umfasst auch die Anbringung eines Balkons mit diesem Ausdruck und mit dem Bild der Krippe. Das war sehr beliebt und hat sich auch im Landesinneren verbreitet: Die Balkone wurden zu Tausenden verkauft...&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich ermutigen wir die Menschen, am Sonntag vor Weihnachten das Bild des Christkinds zur Segnung in die Kirche zu bringen. Auf diese Weise ermutigen wir die Familien, die Krippe aufzubauen (die <em>\"Krippe\"),<\/em> weil sie es sich abgew\u00f6hnten und nur noch den Baum aufstellten...<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sie haben oft davon gesprochen, dass die Kirche gemeinsam vorankommt, von der Rolle der Eltern in der Erziehung, davon, wie wichtig es ist, Christus in die zeitlichen Realit\u00e4ten zu bringen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Das ist sicherlich der Fall. Und ich denke, die Kirche in Uruguay hat viel Erfahrung. Erstens, weil sie mit zwei Universit\u00e4ten, der Katholischen Universit\u00e4t und der Universit\u00e4t von Montevideo, vom Kindergarten bis zur Universit\u00e4t im Bildungsbereich t\u00e4tig ist. Und mit sehr viel Erfahrung im Bereich des sozialen Dienstes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig haben wir M\u00f6glichkeiten zum Dialog geschaffen. Wir lassen eine katholische Institution wieder aufleben, die damals sehr wichtig war, n\u00e4mlich den 1878 gegr\u00fcndeten Katholischen Club, der den Dialog mit der Gesellschaft suchte. Andererseits werben wir f\u00fcr eine sehr interessante Erfahrung, die sich <em>\"Kirche im Dialog\". <\/em>Dies geht auf eine Aufforderung von Pr\u00e4sident Tabar\u00e9 V\u00e1zquez aus dem Jahr 2016 zur\u00fcck, Vorschl\u00e4ge f\u00fcr den sozialen Dialog zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es hat sich nicht durchgesetzt, aber es entstand eine Dynamik, die dazu f\u00fchrte, dass im letzten Jahr, einem Wahljahr, alle Pr\u00e4sidentschaftskandidaten zu Treffen mit dieser Gruppe eingeladen wurden. <em>\"Kirche im Dialog\", <\/em>die von Laien durchgef\u00fchrt werden. Ich habe an den Treffen teilgenommen, aber in Wirklichkeit waren sie es, die das Projekt vorantrieben und bei denen die Kirche ihre Stimme und ihre Vorschl\u00e4ge einbringen konnte, die wir zu f\u00fcnf Themen der uruguayischen Realit\u00e4t ausgearbeitet hatten: Bildung, b\u00fcrgerliches Zusammenleben, Umwelt, Frauenf\u00f6rderung, Wirtschaft und Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Da die Evangelisierung die Aufgabe aller in der Kirche ist, sind die Priester nat\u00fcrlich unverzichtbar. Am ersten Donnerstag des Monats beten wir besonders f\u00fcr Berufungen in der Erzdi\u00f6zese....<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Es ist eine sehr harte Realit\u00e4t. In Uruguay gab es schon immer einen Mangel an Priester- und Ordensberufen, und auch heute kommen die Berufungen nur sporadisch. Im interdi\u00f6zesanen Priesterseminar, dem einzigen in ganz Uruguay, sind 25 junge M\u00e4nner, sieben davon aus der Erzdi\u00f6zese Montevideo. Aber wir werden nicht aufgeben. Zurzeit gibt es eine interessante Jugendbewegung, die Fr\u00fcchte tragen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ihr <em>\"bewegt\". <\/em>pers\u00f6nliche Berufungsgeschichte, ich meine die Geschichte Ihrer priesterlichen Berufung, wie lautet sie?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Meine salesianische Berufung wurde im Institut Juan XXIII geboren, als ich 17 Jahre alt war und das f\u00fcnfte Jahr des Gymnasiums besuchte. Der Direktor war ein Mann Gottes, ein sehr guter Mann, der sich f\u00fcr Berufungen einsetzte, Pater F\u00e9lix Irureta. Nach Exerzitien mit meiner Klasse am 8. September, dem Fest Mari\u00e4 Geburt, fragte er mich, ob ich daran gedacht h\u00e4tte, Priester zu werden... Und er f\u00fcgte etwas sehr Wichtiges hinzu: dass er mir diese Frage stelle, aber dass er sie mir nie wieder stellen w\u00fcrde, dass ich mich v\u00f6llig frei f\u00fchlen solle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damals habe ich mich bei ihm bedankt, ihm aber auch gesagt, dass ich mir vorstellen k\u00f6nnte, eine Familie zu gr\u00fcnden, eine Karriere zu machen... Er hat nie wieder etwas zu mir gesagt. Ich habe weiter studiert, bin ausgegangen, in einer sehr sch\u00f6nen Umgebung, in einer sehr schwierigen Zeit f\u00fcr das Land... Au\u00dferdem hatte ich meine beiden Eltern innerhalb von drei Jahren verloren: mein Vater starb, als ich dreizehn war, und meine Mutter starb, als ich sechzehn war. Ich bin das j\u00fcngste von f\u00fcnf Geschwistern, und wir mussten zusammenleben und uns selbst organisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich mein Studium an der Johannes XXIII. beendete, trat ich in die juristische Fakult\u00e4t ein, aber die Unruhe pochte immer noch in meinem Herzen. In jenem ersten Jahr des Jurastudiums beschloss ich schlie\u00dflich, 1979 im Alter von neunzehn Jahren in das Noviziat der Salesianer einzutreten... Um es kurz zu machen, ich wurde am 21. November 1987 im Alter von 28 Jahren zum Priester geweiht, und nach einigen Jahren war ich Direktor von Juan XXIII. Sp\u00e4ter wurde ich zum Provinzial und Inspektor der Salesianer in Uruguay ernannt, und nach drei Jahren als Inspektor ernannte mich Papst Benedikt zum Weihbischof von Montevideo.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Priester aus anderen L\u00e4ndern sind nach Montevideo gekommen, um mitzuhelfen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Uruguay ist eine Herausforderung; ich liebe es, wenn Priester, die hierher kommen, es schaffen, den uruguayischen Geist zu erfassen und die erste H\u00fcrde zu \u00fcberwinden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Priester sind entmutigt, vor allem diejenigen, die aus L\u00e4ndern kommen, in denen die Figur des Priesters sehr angesehen ist; sie kommen hierher und stellen fest, dass der Priester nicht nur wertvoll ist, weil er Priester ist, sondern weil er ein guter Priester ist, nicht weil er einen Titel, eine Position oder ein Halsband hat... Der Priester, der diese Erfahrung macht, der die positiven Aspekte und die Herausforderung sieht, die sie mit sich bringt, schafft es, die Realit\u00e4t zu verstehen und Fr\u00fcchte zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt eine argentinische Gruppe, die seit sechs Jahren kommt und sehr gut arbeitet und viele Fr\u00fcchte tr\u00e4gt, die Gesellschaft des Heiligen Johannes. Letztes Jahr kam eine peruanische Gemeinde, <em>Pro Ecclesia Sancta<\/em>Auch in einer Pfarrei und an der Katholischen Universit\u00e4t arbeiten sie gut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Am Pfingstsonntag wurde in ganz Uruguay das nic\u00e4no-konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis gebetet, ein weiterer Ausdruck der Sorge um die \"Armen Gottes\" auf allen Ebenen der Gesellschaft.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Wir m\u00fcssen im Glauben geformt werden. Ich spreche nicht von der theologischen Ausbildung, sondern von der Grundausbildung; oft fehlen den Katholiken bei mangelhafter Katechese die Grundelemente des Glaubens. Darin liegt die Sorge aller Bisch\u00f6fe, dass der Glaube bekannt wird, dass wir uns mit Begeisterung zum katholischen Glauben bekennen, mit einer klaren Identit\u00e4t in einer pluralistischen Welt wie der Uruguays, die sehr s\u00e4kularisiert ist. Es geht nicht darum, uns zu verkleinern oder zu vergr\u00f6\u00dfern, sondern darum, mit dem Glauben, an den wir glauben und den wir leben, zufrieden zu sein. Dazu m\u00fcssen wir sie kennen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb haben wir in der Osterzeit hier begonnen und in allen Di\u00f6zesen einen Ausbildungsprozess eingeleitet, der aus einem Zuschuss besteht, der jeden Tag einen Punkt des Katechismus und eine Erneuerung des Glaubensbekenntnisses am Pfingsttag bringt. Die Rezitation des Glaubensbekenntnisses von Niz\u00e4a-Konstantinopel, das katechetischer ist als das Apostolische Glaubensbekenntnis und die wesentlichen Glaubenswahrheiten besser erkl\u00e4rt, geht in dieselbe Richtung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die uruguayische Bischofskonferenz wollte den V. Nationalen Eucharistischen Kongress im Oktober veranstalten, aber Covid-19 zwang sie, ihn auf 2021 zu verschieben. Was erwarten Sie von dieser Veranstaltung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Der Kongress begann in Wirklichkeit mit der Erneuerung der Weihe Uruguays an die Jungfrau von Treinta y Tres, die wir Bisch\u00f6fe am 11. November letzten Jahres in der Kathedrale von Florida vorgenommen haben. Ich sage Erneuerung, denn das ist es, was wir getan haben: zu der Weihe zur\u00fcckzukehren, die der heilige Johannes Paul II. 1988, als er unter uns war, vorgenommen hat. In allen Di\u00f6zesen gab es einen Monat der Vorbereitung, und es war ein Ereignis des Lebens und des gelebten Glaubens in allen Gemeinden. In dieser Zeit der Pandemie werden \u00fcber <em>vergr\u00f6\u00dfern.<\/em>Wir feiern vor allem das Pfingstfest, wie ich bereits erkl\u00e4rt habe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ziel des Kongresses ist es <em>\"eine Erneuerung des Glaubens des in Uruguay pilgernden Gottesvolkes zu bewirken, insbesondere im Hinblick auf das eucharistische Geheimnis\".<\/em>. Das Thema, <em>Die Eucharistie: das Opfer Christi, das die Welt rettet<\/em>. Und der Slogan, <em>Nehmt und esst: Mein Leib wird f\u00fcr euch hingegeben<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie Sie sehen k\u00f6nnen, betonen wir die Opferwirklichkeit der Eucharistie. In Uruguay wie auch anderswo, aber in Uruguay im Besonderen, wurde seinerzeit die gemeinschaftliche Dimension der Eucharistiefeier, die offensichtlich ein Schl\u00fcsselelement f\u00fcr das Leben der Kirche darstellt, sehr stark betont. <em>\"Versammlung einberufen\".<\/em>. Und die einberufene Versammlung der Kirche dr\u00fcckt sich im Wesentlichen in der Eucharistie aus, aber obwohl ich glaube, dass dies bei den Gl\u00e4ubigen sehr pr\u00e4sent ist, ist die Tatsache des Opfers Christi, dass die Eucharistie eine Verwirklichung des Opfers Christi ist, im christlichen Bewusstsein sehr verw\u00e4ssert geblieben. Deshalb wollten wir Bisch\u00f6fe diese Dimension betonen, ohne die andere zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wir leben in einer Zeit, in der \u00fcberall Pandemien auftreten, mit all den Besonderheiten, die dies f\u00fcr das Glaubensleben mit sich bringt. In Uruguay ist die Zahl der Infizierten und der Todesf\u00e4lle gering. Wie hat sich die Kirche in dieser Zeit verhalten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Ich bin sehr froh, denn als die Pandemie ausbrach, schien es in vielerlei Hinsicht, als w\u00fcrde die Nacht f\u00fcr uns kommen. Doch anders als in anderen L\u00e4ndern wurden die Kirchen hier nie geschlossen. Hier konnten sie ge\u00f6ffnet bleiben; was sie nicht konnten, war, Feiern zu veranstalten, die die Gl\u00e4ubigen zusammenbrachten; das hing von den Pfarrern oder Rektoren der Kirchen ab, wenn sie sie offen hielten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war eine sehr sch\u00f6ne Erfahrung. Sonntags wurde der Segen mit dem Allerheiligsten Sakrament in den Vierteln und in der Stadt erteilt; die meisten Priester taten dies, und ich glaube, es hat Fr\u00fcchte getragen. In den sozialen Netzwerken gab es sofort ein Echo. Bereits am Tag nach Beginn der Niederkunft wurden die Messen auf den Plattformen \u00fcbertragen. Und fast alle Pfarreien und Einrichtungen begannen auf diese Weise zu arbeiten, ebenso wie die katholischen Schulen und Universit\u00e4ten. Gleichzeitig wurde von den Gl\u00e4ubigen der Wunsch ge\u00e4u\u00dfert, die wirtschaftliche Zusammenarbeit fortzusetzen, und es wurde darauf geachtet, dass es dem Priester an nichts mangelt; die Priester in Uruguay leben sehr sparsam, aber es fehlt keinem Priester am Lebensnotwendigen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All dies spricht sehr f\u00fcr uns. Und jetzt, seit dem 19. Juni, der in diesem Jahr das Herz-Jesu-Fest war, gibt es eine gro\u00dfe Freude unter den Menschen, zur Feier der Messen zur\u00fcckzukehren; es war sehr sch\u00f6n, es gab wirklich eine Sehnsucht, an der Eucharistie teilzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Und schlie\u00dflich: Wie reagiert die Kirche auf die Realit\u00e4t einer globalisierten Welt, die sehr besorgt dar\u00fcber ist, was diese Pandemie hinterlassen hat?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Die Antwort der Kirche ist die Verk\u00fcndigung des Glaubens an Jesus Christus, den Erl\u00f6ser der Welt, das Vertrauen in Gott, der die Geschichte letztlich leitet, und damit die Aussaat von Hoffnung in den Herzen der Menschen. Die Welt hat andere Epidemien gekannt, nat\u00fcrlich keine in der heutigen globalisierten Welt, aber, nun ja, Epidemien in anderen Zeiten sind vergangen, sie haben ihre Nachwirkungen hinterlassen und diese wird auch ihre Nachwirkungen hinterlassen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mir scheint, dass die Kirche in dem Ma\u00dfe, in dem sie in der Lage ist, den auferstandenen Christus, den Herrn der Geschichte, in unserer N\u00e4he zu verk\u00fcnden, ihren Auftrag erf\u00fcllt und zu einem hoffnungsvolleren Leben nach der Pandemie ermutigt, denn zweifellos f\u00fchrt eine Situation wie die, in der wir leben, zu grundlegenden Fragen \u00fcber das Leben: das Warum, das Wozu, was ist der Sinn des Schmerzes, was ist der Sinn unserer Existenz. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>La Conferencia Episcopal Uruguaya estaba organizando el V Congreso Nacional Eucar\u00edstico, que iba a celebrarse en octubre. Palabra hab\u00eda pensado entrevistar al cardenal Daniel Sturla con este motivo. La duda era si con el retraso a 2021, debido al Covid-19, proced\u00eda retrasar tambi\u00e9n la entrevista. 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