{"id":2450,"date":"2017-04-12T13:16:45","date_gmt":"2017-04-12T12:16:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.omnesmag.com\/?p=2450"},"modified":"2025-05-13T12:20:19","modified_gmt":"2025-05-13T10:20:19","slug":"a-global-reference-ecumenism-finland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/foco\/una-referencia-mundial-ecumenismo-finlandia\/","title":{"rendered":"Eine weltweite Referenz. \u00d6kumene in Finnland"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">\"Aber dieser Redner, ist er Lutheraner oder Katholik? Das fragte ein deutscher lutherischer Bischof seinen Sitznachbarn. Dies war der Fall auf dem j\u00fcngsten Internationalen Symposium \u00fcber <em>Luther und die Sakramente<\/em> an der R\u00f6mischen Universit\u00e4t <a href=\"https:\/\/www.unigre.it\/it\/\">Gregoriana <\/a>im Februar dieses Jahres. Der Referent war in diesem Fall Jari Jolkkonen, lutherischer Bischof von Kuopio, einer finnischen Stadt. Das Thema seines Vortrags war das Sakrament der Eucharistie nach Luther. Das Symposium wurde u.a. vom P\u00e4pstlichen Rat f\u00fcr die Einheit der Christen gesponsert. Rund 300 Personen, vor allem aus Deutschland, nahmen daran teil. Auf ausdr\u00fcckliche Einladung des P\u00e4pstlichen Rates nahmen insgesamt 15 Theologen aus Finnland teil, die beiden Konfessionen angeh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\"Aber dieser Redner, ist er Lutheraner oder Katholik? Obwohl der Grund f\u00fcr diesen Ausruf einer zumindest entfernten Ratlosigkeit entspringt, scheint er mir sehr gut den Unterschied zwischen der gegenw\u00e4rtigen deutschen lutherischen Theologie und der finnischen lutherischen Theologie zu zeigen. Diese Frage steht im Mittelpunkt der Arbeit, die wir in der offiziellen lutherisch-katholischen Dialoggruppe in Finnland leisten. Seit drei Jahren treffen sich sechs lutherische und sechs katholische Theologen und Theologinnen, um unser Verst\u00e4ndnis der Kirche, der Eucharistie und des ordinierten Amtes zu studieren und zu vertiefen. Das gemeinsame Dokument macht Fortschritte. Unser Ziel ist es, den Bericht im n\u00e4chsten Oktober dem Heiligen Vater vorzulegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Zeit des Gespr\u00e4chs und des pers\u00f6nlichen Kontakts hat uns geholfen, zu erkennen, wie nahe wir uns im Bekenntnis zum gleichen Glauben stehen, mit einigen erkl\u00e4renden Unterschieden, die aber keine gegens\u00e4tzlichen oder unvereinbaren Inhalte bedeuten. In den Augen unserer lutherischen Mitarbeiter stehen sie den Katholiken n\u00e4her als den deutschen Lutheranern selbst. Und das sind sie auch. Die Situation in unserem Land ist einzigartig. Es wird gesagt, dass Vergleiche normalerweise nicht gut sind, und vielleicht noch weniger im \u00f6kumenischen Bereich, aber die Realit\u00e4t zeigt, dass der \u00f6kumenische Dialog mit den Lutheranern in den nordischen L\u00e4ndern Lichtjahre von dem in der Mitte Europas entfernt ist. Innerhalb der nordischen L\u00e4nder ist Finnland ebenfalls etwas Besonderes, ich w\u00fcrde sagen, etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eigenartige lutherische Reformation in Finnland<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Ausnahme in Finnland hat vor allem historische Gr\u00fcnde. Der christliche Glaube geht auf den heiligen Henrik zur\u00fcck, der zu Beginn des 12. Jahrhunderts der erste Bischof war, der einen eigenen Sitz in Finnland erhielt. Die lutherische Reformation kam durch den schwedischen K\u00f6nig, zu dessen Krone die finnischen L\u00e4nder geh\u00f6rten, in unser Land. Alle lutherischen Historiker haben anerkannt, dass der Hauptgrund daf\u00fcr wirtschaftlicher und sozialer Natur war. Die katholische Kirche in Finnland war eine lebendige Kirche, verwurzelt in den Herzen und Gewissen der finnischen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die lutherische Reformation als theologisches, liturgisches und disziplin\u00e4res Konzept dringt allm\u00e4hlich in die <em>modus credendi et vivendi<\/em> des finnischen Volkes und der finnischen Hierarchie. Es ist sogar belegt, dass bis nach 1600 in mehreren Kirchen an der S\u00fcdwestk\u00fcste, wo die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung lebte, noch Tabernakel und Eucharistiefeiern abgehalten wurden. Die Finnen hatten es nicht n\u00f6tig, ihre Trennung von Rom ostentativ zu betonen, wie es in Deutschland der Fall war. Das finnische Volk war einfach und fromm. Mehr als 80 Steinkirchen stehen heute noch. Wenn man bedenkt, dass die meisten Kirchen, die gebaut wurden, aus Holz waren und niedergebrannt wurden, so zeugt diese Zahl von einem weit verbreiteten und tiefen Glauben: Wo immer mehrere Familien in einem kleinen Dorf lebten, hatten sie ihre eigene Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mikael Agrikola gilt als der erste lutherische Bischof. Er studierte in Deutschland, wo er Luther und dessen Reformbestrebungen kennenlernte. Nach seiner R\u00fcckkehr nach Finnland widmete er sich intensiv der \u00dcbersetzung der Heiligen Schrift, liturgischer Texte und Gebete ins Finnische. Er wurde vom schwedischen K\u00f6nig zum Bischof gew\u00e4hlt, der sich bereits vom Stuhl Petri getrennt hatte. Doch Agrikola war nicht erfreut \u00fcber eine Kirche, die der weltlichen Macht unterworfen war. Dieser Unzufriedenheit wollte er dadurch begegnen, dass er zu den liturgischen Gew\u00e4ndern aus katholischer Zeit zur\u00fcckkehrte und ein Messbuch auf der Grundlage des alten katholischen Messbuchs f\u00fcr Finnland genehmigen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Finnland haben sich die bisch\u00f6fliche Sukzession und eine Liturgie, die sich parallel zur r\u00f6mischen weiterentwickelt hat, erhalten. Im aktuellen \u00f6kumenischen Dialog pr\u00fcfen wir, ob sie auch die apostolische Sukzession bewahrt haben. Die Lutheraner behaupten dies. Dies ist eine heikle Frage, denn die apostolische Sukzession wird nicht ohne Tradition und ohne universelle Gemeinschaft in der Kirche verstanden. <em>episcopatus unus et indivisus<\/em>. Einige grundlegende Differenzen im Bereich der Moral und die Einf\u00fchrung der Frauenordination im Jahr 1986 deuten auf einen m\u00f6glichen tiefen Riss hin, der nicht nur eine pastorale, sondern auch eine lehrm\u00e4\u00dfige Komponente hat. Dies sind Fragen, denen wir uns mit Aufrichtigkeit, Respekt vor der Wahrheit und Vertrauen in die g\u00f6ttliche Gnade stellen und stellen werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Rat der Kirchen in Finnland<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor etwas mehr als 100 Jahren wurde in Finnland der \u00d6kumenische Rat der Kirchen gegr\u00fcndet. Seit einigen Jahren ist auch die katholische Kirche in Finnland Vollmitglied dieses Rates. In seinem st\u00e4ndigen Ausschuss ist immer ein Vertreter der katholischen Kirche vertreten. Es wurde viel getan und es wurden gro\u00dfe Fortschritte erzielt. So kann man ohne \u00dcbertreibung sagen, dass Finnland der Geburtsort der weltweit wirkungsvollsten Ann\u00e4herung an die Pfingstgemeinden ist. Hier hatten wir ein offizielles Treffen mit Vertretern beider Konfessionen, an dem auch vom Heiligen Stuhl entsandte Delegierte teilnahmen. Bei diesem Treffen geschah etwas Besonderes. Der Heilige Geist ber\u00fchrte den Verstand und die Herzen aller. Es war, als ob pl\u00f6tzlich ein Schleier verschwand, der es schwierig machte, das Gesicht des anderen als Bruder in Christus zu sehen. Und das geschah in Finnland.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die orthodoxe Kirche Finnlands, die dem Patriarchat von Konstantinopel untersteht, hat etwa 60.000 Mitglieder (fast 2 % der Bev\u00f6lkerung). Wir haben ein br\u00fcderliches Verh\u00e4ltnis zu ihnen, das von Zuneigung und Vertrauen gepr\u00e4gt ist. Aufgrund des Mangels an katholischen Pfarreien erlauben sie uns, ihre Kirchen f\u00fcr die sonnt\u00e4gliche Feier der Heiligen Messe zu nutzen. Bei einer Gelegenheit war ich nach der G\u00f6ttlichen Liturgie, an der ich in ihrer Kathedrale in Helsinki teilnahm, von Priestern und Diakonen umgeben, die voller Trauer, aber auch voller Hoffnung ausriefen: \"Wann werden wir eine Kirche sein! Wir waren uns einig, dass wir beten, uns l\u00e4utern und mehr miteinander reden m\u00fcssen. Tats\u00e4chlich organisierten wir Monate sp\u00e4ter eine theologische Konferenz, auf der wir \u00fcber die Sakramente und das Petrusamt diskutierten. Es war eine einzigartige Erfahrung zu erkennen, dass wir praktisch ein und dieselbe Kirche sind. Es wurde vereinbart, dass das Petrusamt zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt ausf\u00fchrlicher behandelt wird. Niemand bezweifelt, dass dies der gr\u00f6\u00dfte Stolperstein ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00d6kumene ist notwendig. Die gro\u00dfe Herausforderung besteht meiner ganz pers\u00f6nlichen Meinung nach darin, sie nicht darauf zu reduzieren, nur \u00fcber das zu sprechen und zu handeln, was uns eint. Es ist wichtig, auf Fragen und Aspekte einzugehen, bei denen es unterschiedliche Auffassungen gibt. Eine echte Gefahr, die wir auf dem \u00d6kumenischen Rat sehen, besteht darin, sich nur auf soziale Fragen, Ungerechtigkeit, Einwanderung, Gewalt und Kriege zu konzentrieren. Wir m\u00fcssen uns mutig mit theologischen Fragen auseinandersetzen, die uns trennen, wie Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus bei mehreren Gelegenheiten betont haben. Ohne Angst oder Vorurteile, aber wir m\u00fcssen uns mit Anthropologie, Sakramentologie, Ehemoral, Bioethik usw. befassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gemeinsam mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands und der Orthodoxen Kirche werden wir eine theologische Agenda f\u00fcr die kommenden Jahre ausarbeiten, in der wir uns besser kennen lernen und versuchen k\u00f6nnen, m\u00f6gliche Differenzen auszugleichen. Wir verlassen uns dabei sicherlich auf das Licht des Heiligen Geistes.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00d6kumenische Delegation in Rom<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit fast 30 Jahren wird am Fest des Heiligen Henrik, des Schutzpatrons Finnlands, eine Pilgerfahrt nach Rom organisiert. <em>videre Petrum<\/em>. Diese \u00f6kumenische Delegation trifft jeden Januar ununterbrochen mit dem Papst zusammen. Es ist eine kleine Delegation, nur 10 Personen. Von katholischer Seite ist der Bischof von Helsinki, dessen Di\u00f6zese das ganze Land umfasst, anwesend, begleitet von einem Priester, der sich jedes Jahr mit anderen abwechselt. Auf lutherischer Seite ist ein Bischof anwesend, ebenfalls abwechselnd mit einigen Pfarrern. Dieser offizielle Empfang des Papstes ist au\u00dfergew\u00f6hnlich. Sie begann nach der Reise von Johannes Paul II. nach Finnland im Jahr 1989. Er kam sehr beeindruckt von dem zur\u00fcck, was er hier sah. Bei seiner R\u00fcckkehr nach Rom bekundete er sein Interesse an einer Intensivierung des Dialogs mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Atmosph\u00e4re bei diesen Treffen ist sehr freundlich und famili\u00e4r. Nat\u00fcrlich gibt es auch offizielle Reden. Aber die Atmosph\u00e4re ist keineswegs \"offiziell\". Diesem Treffen mit dem Papst geht ein gef\u00fchrter Besuch am Grab des Heiligen Petrus voraus, wo wir f\u00fcr die Einheit beten. Au\u00dferdem wird jedes Jahr abwechselnd eine katholische Messe und ein lutherischer Gottesdienst, auch \"Messe\" genannt, gefeiert. Mit besonderer Erlaubnis des Heiligen Stuhls h\u00e4lt der lutherische Bischof in der katholischen Messe die Predigt und der katholische Bischof in der lutherischen Messe die Predigt. Dar\u00fcber hinaus beten wir an diesen Tagen gemeinsam das Stundengebet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses private Treffen mit dem Papst und der Besuch beim P\u00e4pstlichen Rat f\u00fcr die Einheit der Christen, wo wir ein Gespr\u00e4ch mit dessen Pr\u00e4sidenten f\u00fchrten, sind ein weiterer Beweis f\u00fcr die au\u00dfergew\u00f6hnliche Situation, die wir in Finnland erleben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Dialog: Kirche, Eucharistie und Amt<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch kommen wir zur\u00fcck zum bilateralen theologischen Dialog mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Die letzte Sitzung fand in Rom kurz vor dem oben erw\u00e4hnten Symposium statt. Zuvor hatte uns Kardinal Kurt Koch im Jahr 2015 in Helsinki besucht. Er bot uns einige Leitlinien an, die wir bei der Ausarbeitung des Dokuments befolgen konnten. Und da haben wir uns mit gro\u00dfem Enthusiasmus auf den Weg gemacht. Ausgehend vom Geheimnis der Kirche und ihrer Sakramentalit\u00e4t k\u00f6nnten wir uns auf das Sakrament der Eucharistie konzentrieren. Es ginge darum, mit theologischer Ehrlichkeit und in aller Tiefe zu untersuchen, was die Eucharistie bedeutet, ihre liturgische Feier als Ged\u00e4chtnis des Erl\u00f6sungsopfers Christi am Kreuz, als Kommunion und als reale und substantielle Gegenwart Christi. Angesichts eines so gro\u00dfen Geheimnisses muss man sich fragen, ob es noch eine andere <em>Geheimnis<\/em>eine andere <em>sacramento<\/em> die die Eucharistie m\u00f6glich macht. Zu diesem Zweck werden wir das ordinierte Amt und seine Apostolizit\u00e4t, das Bischofsamt und seine Sakramentalit\u00e4t, das Amt der Einheit und seine Notwendigkeit untersuchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich kann die Ergebnisse nicht vorwegnehmen. Ich bitte nur um Gebete. Kardinal Koch bezeichnete in seiner Er\u00f6ffnungsrede auf dem erw\u00e4hnten Symposium unseren finnischen Dialog als ein weltweites Referenzdokument. Unter uns Finnen entstand eine Art gesunder Stolz, aber auch ein Gef\u00fchl der gro\u00dfen Verantwortung. Bis jetzt haben wir einige gro\u00dfe Schritte in der lehrm\u00e4\u00dfigen Ann\u00e4herung zwischen unseren beiden Kirchen gemacht, aber was w\u00e4re, wenn wir mit Gottes Gnade einen weiteren Sprung nach vorn wagen w\u00fcrden? Dies wird noch vor dem n\u00e4chsten Weihnachtsfest zu sehen sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>\"Cum Petro\", ohne zu z\u00f6gern. \"Sub Petro\", offene M\u00f6glichkeit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Evangelisch-Lutherische Kirche Finnlands hat ihren Sitz in Turku, der ehemaligen Hauptstadt Finnlands, die damals unter der Herrschaft des K\u00f6nigreichs Schweden stand. Dies war der erste Bischofssitz, von dem aus St. Henrik die Evangelisierung des Landes vorantrieb. Heute pr\u00e4sentieren sich nicht wenige lutherische Erzbisch\u00f6fe in dieser Stadt als Nachfolger des heiligen Henrik. Es mag wie ein Ehrentitel oder eine blo\u00dfe Anekdote klingen, aber Tatsache ist, dass innerhalb der lutherischen Hierarchie das Gef\u00fchl weit verbreitet ist, dass die heutige evangelisch-lutherische Kirche die Fortsetzung der katholischen Kirche in Finnland ist. Einerseits ist dies eindeutig nicht der Fall. Und das f\u00fchrt zu einigen Missverst\u00e4ndnissen. Andererseits sagt es viel \u00fcber den Grundgedanken aus: Sie f\u00fchlen sich in Kontinuit\u00e4t mit der katholischen Kirche des 16. Jahrhunderts und in gewisser Weise in Gemeinschaft mit Petrus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute w\u00fcrde jeder Christ, der in der \u00d6kumene t\u00e4tig ist, akzeptieren, dass ein Dienst an der Einheit f\u00fcr die ganze Kirche Christi w\u00fcnschenswert ist. Viele w\u00fcrden es sogar begr\u00fc\u00dfen, wenn der Papst ein solches Amt inneh\u00e4tte. Finnland ist, wie immer, der Zeit voraus. Ein solcher Dienst an der Einheit ist nicht nur w\u00fcnschenswert, sondern auch notwendig. Die evangelisch-lutherische Kirche nimmt ein Amt der Einheit an, und das w\u00e4re das Petrusamt. Die Gemeinschaft mit<em>um Petro<\/em> ist notwendig, um in Gemeinschaft mit der Weltkirche zu sein. Es stellt sich die Frage, was es bedeutet, in Gemeinschaft mit der Weltkirche zu stehen. <em>unter Petro<\/em>. In diesem Dialog versuchen wir gemeinsam, diese entscheidende Frage zu beantworten. So Gott will, wird eine Antwort in dem Dokument mit den finnischen lutherischen Bedingungen f\u00fcr die Annahme der Richtlinie gegeben werden. <em>unter Petro.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kirche in Bewegung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke gerne daran, und das habe ich letzten Monat Papst Franziskus pers\u00f6nlich gesagt, dass das letzte Wort, das Jesus sprach, bevor er in den Himmel auffuhr, war <em>\"Finnland\"<\/em>. <em>\"Ich werde bei dir sein bis zum Ende der Welt\".<\/em>. Auf einer zweidimensionalen Landkarte der Erde liegt Finnland, zumindest in Europa, ganz oben. Der Schnee und das Eis der Trennung schmelzen. Durch Gebet, Dialog und Zusammenarbeit wird dieses g\u00f6ttliche Wasser auch andere L\u00e4nder und \u00f6kumenische Dialoge bew\u00e4ssern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeit ist gekommen, das Evangelium gemeinsam zu verk\u00fcnden. Es gibt keine Zeit mehr zu verlieren. Die Welt, die an so viel pers\u00f6nlicher und sozialer Krankheit erstickt, schreit nach Fl\u00fcssigkeitszufuhr, Sauerstoffzufuhr und geistiger Nahrung. Das gemeinsame Zeugnis f\u00fcr das Wort Gottes, gest\u00fctzt durch das gemeinsame Gebet, wird uns zur Einheit f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anl\u00e4sslich einer l\u00e4ngeren Reise nach Nordfinnland \u00fcbernachtete ich im Haus eines guten Freundes, eines lutherischen Pastors. Am n\u00e4chsten Morgen feierte ich, nat\u00fcrlich mit seiner Erlaubnis, die Messe im Wohnzimmer. Er beteiligte sich sehr fromm an der Beantwortung der verschiedenen Gebete. Am Ende der Messe habe ich ihm daf\u00fcr gedankt, dass er die Messe feiern konnte. Mit tr\u00e4nenfeuchten Augen antwortete er, dass er es war, der mir daf\u00fcr dankte, dass ich die Messe gefeiert hatte, denn <em>\"Zum ersten Mal war Jesus physisch in meinem Haus\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz gesagt, \u00d6kumene bedeutet, Jesus in unser Haus zu lassen, in jedes Herz, jede Gemeinschaft, jede Kirche. Nur er kann mit der Kraft des Heiligen Geistes seine eigene Bitte an den Vater erf\u00fcllen: <em>\"ut unum sint<\/em>. Und in Finnland weht der Geist stark. n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Einige Referenzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>St. Heinrich (Henrik).<\/strong> Apostel und erster Bischof in Finnland, lebte im 12. Jahrhundert. An seinem Festtag (19. Januar) reist eine \u00f6kumenische Delegation nach Rom.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gustav I. von Schweden (Gustav Vasa).<\/strong> Er regierte ab 1523 in Schweden. Er f\u00fchrte den Protestantismus im Land ein.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Mikael Agrikola.<\/strong> Erster lutherischer Bischof, gestorben 1557. Er gilt als der erste Schriftsteller in finnischer Sprache.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Prozents\u00e4tze.<\/strong> 73,7 % der Finnen sind evangelisch, 2 % sind orthodox und 0,2 % sind katholisch.<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cPero \u00e9ste que habla, \u00bfes luterano o cat\u00f3lico?\u201d. As\u00ed preguntaba extra\u00f1ado un obispo luterano alem\u00e1n a la persona sentada a su lado. Esto ocurr\u00eda en el reciente Simposio internacional sobre Lutero y los sacramentos celebrado en la romana Universidad Gregoriana en febrero de este a\u00f1o. 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