{"id":25139,"date":"2022-10-04T06:00:00","date_gmt":"2022-10-04T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=25139"},"modified":"2022-10-03T11:50:25","modified_gmt":"2022-10-03T10:50:25","slug":"der-vatikan-stadt-staat-vergangenheit-und-gegenwart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/el-estado-de-la-ciudad-del-vaticano-pasado-y-presente\/","title":{"rendered":"Der Staat Vatikanstadt, Vergangenheit und Gegenwart"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Durchbruch der Porta Pia am 20. September 1870 in Rom bedeutete den Verlust des Kirchenstaates, der \u00fcber Jahrhunderte hinweg ein Symbol f\u00fcr die weltliche Macht des Papstes war. Dieses historische Ereignis kann aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden: aus politischer, historischer, rechtlicher und kirchlicher Sicht. F\u00fcr die katholische Kirche und insbesondere f\u00fcr Papst Pius IX. war dies eine traumatische Situation. Es ist logisch, sich zu fragen, ob es im Interesse der Kirche war, weiterhin an Territorien und weltlicher Macht festzuhalten, wenn ihre Mission \u00fcbernat\u00fcrlich war. Sicher ist, dass diese Gebiete f\u00fcr immer verloren waren und dass dies die Vereinigung des italienischen Territoriums zum K\u00f6nigreich Italien bedeutete. Heute jedoch befindet sich auf italienischem Staatsgebiet, in der Stadt Rom, einer der kleinsten Staaten der Welt, mit nur 0,49 km Fl\u00e4che.<sup>2<\/sup>: die <a href=\"https:\/\/www.vaticanstate.va\/it\/\">Staat Vatikanstadt<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die <em>Die r\u00f6mische Frage<\/em><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Fall des Kirchenstaates kam es zu einem Bruch in den Beziehungen zwischen der Kirche und dem neuen K\u00f6nigreich Italien, der als \"p\u00e4pstlicher Krieg\" bekannt wurde. <em>Die r\u00f6mische Frage<\/em>. In dieser Angelegenheit erkannte Pius IX. das italienische K\u00f6nigreich nicht an und beschloss, sich als Gefangener im Vatikan zu betrachten, einem Gebiet auf der anderen Seite des Tibers, wo der Petersdom steht. Bis dahin wohnten die P\u00e4pste im Quirinalspalast, dem heutigen Sitz des Pr\u00e4sidenten der Italienischen Republik.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pius IX. \u00fcbte so starken Druck aus, dass er den italienischen Katholiken die Teilnahme an den Wahlen verbot. Sie konnten weder gew\u00e4hlt werden noch Wahlm\u00e4nner sein (<em>n\u00e8 eletti, n\u00e8 elettori<\/em>), als eine Form des Protests, w\u00e4hrend gleichzeitig versucht wird, die Existenz des italienischen Staates nicht zu legitimieren. Daher ist die <em>Die r\u00f6mische Frage<\/em> blieb offen, bis er durch die Lateranvertr\u00e4ge von 1929 gel\u00f6st wurde, mit denen der Staat Vatikanstadt gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erforderliche Unabh\u00e4ngigkeit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum war es im Interesse der Kirche, ein Territorium zu erhalten? Im Grunde geht es um die Unabh\u00e4ngigkeit in zeitlichen Dingen. Das ist seit Jahrhunderten eine Lehre. Der Friede Konstantins bedeutete f\u00fcr die Christen eine Atempause von den blutigen r\u00f6mischen Verfolgungen. Der Preis, der daf\u00fcr zu zahlen war, scheint jedoch hoch gewesen zu sein, denn von nun an musste sich die Kirche der Macht des Kaisers und sp\u00e4ter den Interessen der verschiedenen K\u00f6nige oder F\u00fcrsten unterwerfen, die nach dem Untergang des Reiches Karls des Gro\u00dfen die Macht an sich rei\u00dfen wollten. Es wurde deutlich, dass es w\u00fcnschenswert war, \u00fcber Territorien zu verf\u00fcgen, die eine gewisse Unabh\u00e4ngigkeit von der weltlichen Macht garantierten, selbst wenn dies eine eigene Armee und Marine einschloss. F\u00fcr die damalige europ\u00e4ische Christenheit war die wahre Macht des Papstes jedoch eine Macht in g\u00f6ttlichen Dingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die P\u00e4pste, die auf Pius IX. folgten, war klar, dass es notwendig war, dem Krieg ein Ende zu setzen. <em>Die r\u00f6mische Frage<\/em>Die Bem\u00fchungen der Kirche reichten nicht aus, nicht nur wegen der fehlenden Beziehungen zu Italien, sondern auch, damit die Kirche ihren Auftrag erf\u00fcllen konnte. W\u00e4hrend des verbleibenden Pontifikats von Pius IX. schien sich die Kirche von der Welt abgeschottet zu haben, und die Bem\u00fchungen von Leo XIII. reichten nicht aus, bis die Spaltung \u00fcberwunden war. So begannen die Gespr\u00e4che zwischen den beiden Parteien, die am 11. Februar 1929 im Lateranpalast zur Unterzeichnung der Vertr\u00e4ge f\u00fchrten, die die Anerkennung der Unabh\u00e4ngigkeit und Souver\u00e4nit\u00e4t des Heiligen Stuhls und die Gr\u00fcndung des Staates Vatikanstadt beinhalteten. Dazu geh\u00f6rte auch das Konkordat zur Regelung der zivilen und religi\u00f6sen Beziehungen zwischen der Kirche und der italienischen Regierung in Italien. All dies geschah unter der Leitung des damaligen Kardinalstaatssekret\u00e4rs Pietro Gasparri auf Seiten des Heiligen Stuhls und des Regierungschefs und Ministerpr\u00e4sidenten Benito Mussolini f\u00fcr das K\u00f6nigreich Italien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Beziehungen sind sehr eng, wenn man bedenkt, dass es sich um ein Gebiet innerhalb des italienischen Staates handelt. Aus diesem Grund sieht das Konkordat vor, dass Italien die Souver\u00e4nit\u00e4t des Vatikanstaates garantiert und jede Art von Einmischung, auch durch m\u00f6gliche Besatzer, vermeidet. Zum Beispiel im Falle eines Kriegseintritts Italiens, wie er im Zweiten Weltkrieg stattfand. Das Konkordat geht auf Details wie die Wasserversorgung und das Eisenbahnsystem ein. Der Vatikan verf\u00fcgt \u00fcber einen eigenen Bahnhof, der heute in Betrieb ist und es Besuchern erm\u00f6glicht, mit dem Zug vom alten Bahnhof nach Castel Gandolfo zu fahren, einer p\u00e4pstlichen Residenz in der gleichnamigen Stadt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Funktionsweise des Staates<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl der Staat Vatikanstadt und der Heilige Stuhl f\u00fcr die meisten Menschen ein und dasselbe sind, handelt es sich in Wahrheit um zwei Einheiten, die unterschieden werden sollten, um besser zu verstehen, wie die Regierung der Kirche funktioniert. Der Heilige Stuhl ist das Leitungsorgan der weltweiten Kirche. An ihrer Spitze steht der Papst, der mit Hilfe der Dikasterien regiert. Der Vatikanstaat hingegen ist die Institution, die die Einrichtungen, die die Kirche leiten, materiell unterst\u00fctzt. Obwohl die h\u00f6chste Autorit\u00e4t auch hier der Papst ist, werden seine Aufgaben an eine Kommission f\u00fcr die Regierung der Vatikanstadt delegiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie funktioniert der Staat Vatikanstadt? Zun\u00e4chst einmal muss gesagt werden, dass wir es mit einem ganz besonderen Staat zu tun haben, denn technisch gesehen handelt es sich um eine Monarchie, da der Papst der oberste Hierarch ist, der \u00fcber alle Befugnisse verf\u00fcgt, d.h. \u00fcber die exekutive, legislative und judikative Gewalt. Denn der Staat wurde geschaffen, um die Unabh\u00e4ngigkeit des Heiligen Stuhls bei der Erf\u00fcllung seines Evangelisierungsauftrags zu gew\u00e4hrleisten. Daher residiert der Papst dort und hat alle Vorrechte eines Monarchen. Das ist in der heutigen Zeit seltsam, denn die heutigen K\u00f6nige oder Monarchen \u00fcben keine wirkliche Macht aus wie in der Vergangenheit, sondern sind Repr\u00e4sentationsfiguren mit einigen Funktionen von Staatsoberh\u00e4uptern. Heute sind es eher andere Gremien wie die Parlamente, die Macht aus\u00fcben. Die Organe des Vatikanstaates sind jedoch auf ein Minimum reduziert worden, je nach den Erfordernissen des Falles und immer mit Blick auf die Mission der Kirche. Ein Beispiel daf\u00fcr ist die Zahl von 618 Einwohnern, von denen nur 246 innerhalb der vatikanischen Mauern leben, einschlie\u00dflich der Mitglieder der Schweizergarde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die drei Befugnisse<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es stimmt zwar, dass der Papst aus Gr\u00fcnden der Besonnenheit und der guten Regierungsf\u00fchrung die gesamte Macht innehat, doch wird diese Macht st\u00e4ndig von bestimmten Gremien ausge\u00fcbt, die zu diesem Zweck ernannt wurden. So liegt die richterliche Gewalt bei einem Einzelrichter, einem Berufungsgericht und einem Kassationsgerichtshof, die ihre Funktionen im Namen des Papstes aus\u00fcben. Die Legislativgewalt hingegen wird sowohl vom Papst als auch von der P\u00e4pstlichen Kommission f\u00fcr den Staat Vatikanstadt ausge\u00fcbt. Die Exekutivgewalt schlie\u00dflich wird vom Kardinalpr\u00e4sidenten der P\u00e4pstlichen Kommission f\u00fcr den Staat Vatikanstadt ausge\u00fcbt, deren vereinfachte Bezeichnung lautet <em>Pr\u00e4sident des Governatorato<\/em>derzeit <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/interview-fernando-vergez\/\">Msgr. Fernando V\u00e9rgez Alzaga<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie jeder Staat braucht er ein Organ zum Schutz seiner B\u00fcrger und nat\u00fcrlich des Papstes, weshalb der Staat Vatikanstadt \u00fcber ein Gendarmeriekorps verf\u00fcgt. Sie sind f\u00fcr die \u00f6ffentliche Ordnung, die Sicherheit und die Funktion der Kriminalpolizei zust\u00e4ndig. Diese Einrichtung ist zwei Jahrhunderte alt und hie\u00df damals noch P\u00e4pstliches Carabinieri-Korps. Sie waren es auch, die sich den Truppen stellen mussten, die 1870 Rom einnahmen. Diesem Korps ist die Feuerwehr angegliedert, die nicht nur Br\u00e4nde l\u00f6scht, sondern auch f\u00fcr die Sicherheit und den Schutz von Leben und Eigentum im Falle verschiedener Katastrophen zust\u00e4ndig ist. Die Arbeit dieser beiden Korps ist keine kleine Aufgabe, denn obwohl es sich um ein sehr kleines Gebiet handelt, m\u00fcssen sie sich jeden Tag mit Tausenden von Pilgern auseinandersetzen, die diesen urspr\u00fcnglichen Staat, insbesondere den Petersdom und die Vatikanischen Museen, besuchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzteres ist in der Tat etwas ganz Besonderes, denn es handelt sich um einen Staat, der also seine Grenzen hat, auch wenn er sich innerhalb eines anderen Staates befindet. Der Vatikanstaat ist von antiken Mauern umgeben, die ihn sch\u00fctzen und gleichzeitig begrenzen. Dennoch gibt es einige Orte, zu denen Besucher Zutritt haben, wie der bereits erw\u00e4hnte Petersdom und die Vatikanischen Museen, die t\u00e4glich von Tausenden von Menschen besucht werden, die hier beten oder die unsch\u00e4tzbaren Kunstwerke besichtigen wollen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Petersdom<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele andere Denkm\u00e4ler bewachen die vatikanischen Mauern. Der Petersdom ist einer der wichtigsten, aber in seinem Inneren kann man die Vatikanischen Grotten besichtigen, R\u00e4ume unter der Basilika, in denen die Leichen der verstorbenen Pontifexe aufbewahrt werden, ganz zu schweigen von der Grabst\u00e4tte des Apostelf\u00fcrsten Petrus selbst. Hinter der Sakristei befindet sich die Schatzkammer von St. Peter, in der heilige Gew\u00e4nder, Statuen, p\u00e4pstliche Diademe und andere Geschenke von K\u00f6nigen und Prinzen ausgestellt sind. Von besonderem Interesse ist die vorkonstantinische Nekropole oder besser bekannt als die <em>Scavi Vaticani<\/em>Es handelte sich um heidnische Gr\u00e4ber aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., zu denen sich Gr\u00e4ber von Christen gesellten, die in der N\u00e4he des Ortes bestattet wurden, an dem Petrus selbst begraben sein soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber es geht nicht nur um Denkm\u00e4ler und Pal\u00e4ste. Der Staat Vatikanstadt hat seine eigenen Gesetze und Vorschriften, da er immer noch ein Staat ist. Deshalb musste er sich an die internationalen Normen anpassen, z. B. an die Normen zur Verhinderung illegaler Aktivit\u00e4ten im Finanz- und W\u00e4hrungsbereich, zur Geldw\u00e4sche usw. Sie verf\u00fcgt auch \u00fcber Vorschriften zum Schutz von Minderj\u00e4hrigen und schutzbed\u00fcrftigen Personen, die alle mit der Politik von Papst Franziskus \u00fcbereinstimmen, die eine Nulltoleranz gegen\u00fcber dem Missbrauch von Minderj\u00e4hrigen vorsieht. Aus diesem Grund musste dieser Staat in den letzten Jahren seine Vorschriften und sein Strafgesetzbuch an die aktuellen Anforderungen anpassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben den Vatikan ger\u00f6ntgt, der nichts anderes ist als eine menschliche Formel, die es den P\u00e4psten und der Kirche erm\u00f6glicht, den Auftrag zu erf\u00fcllen, den Christus ihnen gegeben hat: alle V\u00f6lker zu evangelisieren. Ist diese ganze Struktur eines Staates notwendig, um diese Mission zu erf\u00fcllen? Nicht unbedingt, aber es ist sehr zweckm\u00e4\u00dfig, denn die Geschichte zeigt, dass die Kirche ein Minimum an weltlicher Macht braucht, das ihr eine gewisse Unabh\u00e4ngigkeit in der Aus\u00fcbung ihrer Funktion verleiht, frei von den politischen Wechself\u00e4llen des Augenblicks, damit sie nicht zwischen dem Extrem des C\u00e4saropapismus, das hei\u00dft der Unterordnung der Kirche unter den Staat, oder der Hierokratie, der Unterordnung des Staates unter die Kirche, schwankt. Ein Beweis daf\u00fcr ist die Art und Weise, in der der Papst seine monarchischen Funktionen an Gremien delegiert, deren Aufgabe es ist, einen Staat im Dienst der Kirche und damit der Seelen zu erhalten. n<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Vatikan im Detail<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Text&nbsp;<strong><em>Javier Garc\u00eda Herrer\u00eda<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vatikanstadt ist ein Staat auf allen Ebenen. Deshalb hat sie eine Hymne, eine Flagge und Gerichte; sie gibt auch P\u00e4sse, Briefmarken, M\u00fcnzen und Nummernschilder heraus. Die Flagge des Vatikans besteht aus zwei vertikalen Streifen in Gelb und Wei\u00df. In der wei\u00dfen Fl\u00e4che befinden sich die Schl\u00fcssel des Himmelreichs, die Christus dem heiligen Petrus gegeben hat und die die p\u00e4pstliche Autorit\u00e4t symbolisieren. Die wei\u00dfe Farbe symbolisiert den Himmel und die Gnade.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gendarmerie des Vatikans oder Schweizer Garde?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie verf\u00fcgt \u00fcber die \u00fcblichen Dienstleistungen eines Staates, allerdings mit minimalen Anteilen. Einer der Hauptbereiche ist die Sicherheit. Dabei st\u00fctzt sich der Vatikan einerseits auf die Schweizergarde und andererseits auf die Gendarmerie des Vatikans. Bekanntlich sind die etwas mehr als 100 Schweizergardisten f\u00fcr die Sicherheit des Papstes und der Eing\u00e4nge zu einigen Teilen des Vatikans zust\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weit verbreitete Legende besagt, dass die symboltr\u00e4chtige Uniform der Schweizergarde von Michelangelo selbst entworfen wurde. Die Realit\u00e4t ist in diesem Fall jedoch weit weniger poetisch. Es ist sicher, dass die Uniform von Major Jules Repond entworfen wurde, der die H\u00fcte abschaffte und die heutigen schwarzen Barette einf\u00fchrte. Die Uniform f\u00fcr die Alltagskleidung ist komplett blau. Die Ausgehuniform, f\u00fcr die sie weltber\u00fchmt sind, besteht aus dem markanten wei\u00dfen Kragen, Handschuhen und einem leichten Helm mit einer Strau\u00dfenfeder, die je nach Rang der Offiziere unterschiedlich gef\u00e4rbt ist. Die Farben sind die traditionellen Medici-Farben Blau, Rot und Gelb, die gut zu den wei\u00dfen Handschuhen und dem wei\u00dfen Kragen passen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gendarmerie ist auch f\u00fcr den Schutz des Papstes zust\u00e4ndig. Die Polizei ist auch f\u00fcr die \u00f6ffentliche Ordnung, den Grenzschutz, die Verkehrskontrolle, die Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung und die Sicherheit des Papstes au\u00dferhalb des Vatikans zust\u00e4ndig. Die Gendarmerie hat 130 Mitglieder und ist Teil der Abteilung f\u00fcr Sicherheitsdienste und Zivilschutz, zu der auch die Feuerwehr des Vatikans geh\u00f6rt. Die Gendarmerie ist nicht zu verwechseln mit der Vatikanabteilung der italienischen Polizei, die aus den italienischen Polizisten besteht, die den Petersplatz und seine Umgebung bewachen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Apotheke, Postamt und Sternwarte<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vatikanstadt ist finanziell unabh\u00e4ngig vom italienischen Staat und legt daher ihre eigenen Steuergesetze fest. Die Apotheke und der Supermarkt in den Mauern unterliegen beispielsweise nicht der Mehrwertsteuer, so dass ihre Produkte 25 % weniger kosten als in Italien. Diese Preise sind ein Segen f\u00fcr die Angestellten des Vatikans, da ihre Geh\u00e4lter nicht besonders hoch sind. Die Vatikan-Apotheke ist \u00fcbrigens seit 400 Jahren im Dienst des Petrus-Sitzes. Von Anfang an bot es einen hochmodernen Service, denn seine Produkte stammten von Pflanzen aus der ganzen Welt, die von Botschaftern und Missionaren nach Rom gebracht wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere der bekanntesten Dienstleistungen ist der Postdienst. In einer Welt, die aufgeh\u00f6rt hat, per Brief zu kommunizieren, ist die vatikanische Numismatik f\u00fcr viele Pilger immer noch attraktiv. Jeder freut sich \u00fcber Briefe, erst recht, wenn sie von einem so symboltr\u00e4chtigen Ort wie dem Petersplatz kommen. Aus diesem Grund ist der gro\u00dfe Laden, der sich direkt vor der Basilika befindet, oft \u00fcberf\u00fcllt. Dies ist der Grund, warum seit einigen Jahren ein Truck-Shop aus dem <em>Vatikanpost<\/em> wird zum H\u00f6hepunkt der Pilgersaison auf dem Petersplatz aufgestellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von <em>Governatorato <\/em>h\u00e4ngt auch von der Verwaltung der Vatikanischen Museen ab. Sie bewahren nicht nur ein wertvolles k\u00fcnstlerisches Erbe, sondern sind auch eine wichtige Einnahmequelle f\u00fcr den Vatikan. Um eine Vorstellung von der Gr\u00f6\u00dfe des Unternehmens zu bekommen, gen\u00fcgt es, sich vor Augen zu f\u00fchren, dass es 700 Mitarbeiter hat, von denen 300 allein f\u00fcr die Sicherheit zust\u00e4ndig sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus wird die Sommerresidenz der P\u00e4pste in Castel Gandolfo nicht mehr genutzt. Der Papst arbeitet im Sommer, und wenn er sich ausruht, tut er das in Rom. Papst Franziskus hat daher beschlossen, dass der Palast und die G\u00e4rten von Castel Gandolfo von Touristen besucht werden k\u00f6nnen. Zu den Kuriosit\u00e4ten, die in der Residenz Castel Gandolfo untergebracht sind, geh\u00f6rt das p\u00e4pstliche Zimmer, in dem w\u00e4hrend der Verfolgung durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg j\u00fcdische Fl\u00fcchtlingskinder geboren wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Vatikanische Astronomische Observatorium. Kulturelle Klischees stellen oft Glaube und Wissenschaft gegeneinander, aber jeder, der die Geschichte der Kirche studiert hat, wei\u00df, dass dies keineswegs der Fall ist. Die Wissenschaft ist in einem christlichen kulturellen Kontext entstanden, und viele Gl\u00e4ubige haben sich dieser edlen T\u00e4tigkeit gewidmet. Ein Beweis f\u00fcr das Interesse der Kirche an der wissenschaftlichen Entwicklung ist die Existenz dieser Sternwarte. Sie wurde 1578 gegr\u00fcndet und ist eine der \u00e4ltesten der Welt. Die Beitr\u00e4ge des Observatoriums zur Geschichte der Astronomie sind zahlreich, und da die Lichtverschmutzung in der Region zugenommen hat, wurde der neue Hauptsitz des Observatoriums ausgerechnet in Arizona (USA) eingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Konten des Vatikanstaats und des Heiligen Stuhls<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Institut f\u00fcr die Werke der Religion (IOR), besser bekannt als Vatikanbank, wurde 1942, mitten im Weltkrieg, gegr\u00fcndet, um das Verm\u00f6gen von Di\u00f6zesen und kirchlichen Einrichtungen zu sch\u00fctzen, die in einigen Teilen der Welt belagert wurden. Das IOR war im letzten Jahrzehnt Gegenstand zahlreicher Schlagzeilen und Skandale, obwohl seine Zahlen im Vergleich zu denen einer durchschnittlichen Bank eher bescheiden sind. Es ist in der Tat ziemlich traurig, dass eine vatikanische Institution dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung nicht in h\u00f6chstem Ma\u00dfe vorbildlich ist, obwohl sowohl Benedikt XVI. als auch Franziskus gl\u00fccklicherweise erhebliche Fortschritte bei der Kontrolle und Transparenz aller Wirtschaftsgremien des Heiligen Stuhls und des Vatikanstaats gemacht haben. Eines der Ergebnisse dieses Prozesses war die f\u00fcr 2021 vorgesehene Ver\u00f6ffentlichung des Erbes beider Einrichtungen, die zum ersten Mal in der Geschichte erfolgte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2020 hatte der Heilige Stuhl Einnahmen von 248 Millionen Euro und Ausgaben von 315 Millionen Euro. Ihr Gesamtnettoverm\u00f6gen bel\u00e4uft sich auf rund 1.379 Millionen Euro. Auf die r\u00f6mischen \u00c4mter und Nuntiaturen entfallen 36 % des Gesamthaushalts, auf den Staat Vatikanstadt 14 %, auf das IOR 18 %, auf andere Stiftungen und Fonds 24 %, auf die St. Petersbullen 5 % und auf andere Fonds im Zusammenhang mit dem Staatssekretariat 3 %. Die Ausgaben des Vatikanstaats sind etwas geringer als die des Heiligen Stuhls. 600 Millionen Euro pro Jahr. Dies mag ein sehr hoher Betrag sein, aber er ist nicht so gro\u00df, wenn man ihn mit dem Budget deutscher Di\u00f6zesen wie der Di\u00f6zese K\u00f6ln (\u00fcber 900 Millionen) oder anderen amerikanischen Di\u00f6zesen vergleicht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einnahmen im Jahr 2021 beliefen sich auf 58 % aus Einnahmen, Investitionen, Besuchern und Dienstleistungen, 23 % aus externen Spenden (von Di\u00f6zesen oder anderen Einrichtungen) und 19 % von verbundenen Einrichtungen (wie IOR oder von der <em>Governatorato<\/em>). Es sei darauf hingewiesen, dass der Heilige Stuhl \u00fcber 5.000 Immobilien besitzt, die \u00fcber die ganze Welt verteilt sind: 4.051 in Italien und 1.120 im Ausland, nicht eingerechnet die Botschaften in aller Welt. Viele dieser Immobilien sind vermietet und bieten dieses Einkommen. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>La brecha de la Puerta P\u00eda el 20 de septiembre de 1870, en la ciudad de Roma, marc\u00f3 la p\u00e9rdida de los Estados Pontificios, s\u00edmbolo del poder temporal del Papa a lo largo de los siglos. Este hecho hist\u00f3rico puede ser abordado desde diversos puntos de vista: pol\u00edtico, hist\u00f3rico, jur\u00eddico, eclesi\u00e1stico. 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