{"id":25334,"date":"2022-10-06T14:51:46","date_gmt":"2022-10-06T13:51:46","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=25334"},"modified":"2025-11-28T13:44:45","modified_gmt":"2025-11-28T11:44:45","slug":"fragen-opus-dei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/recursos\/preguntas-opus-dei\/","title":{"rendered":"Einige h\u00e4ufig gestellte Fragen zum Opus Dei"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor ein paar Wochen, als die<a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/motu-ad-charisma-tuendum\/\"> Motu proprio\u00a0<em>Ad carisma tuendum<\/em><\/a> Papst Franziskus \u00fcber die Personalpr\u00e4latur des Opus Dei hatte ich die Gelegenheit, mit einigen jungen Leuten zu sprechen, die gewisse Zweifel an einer Reihe von Kommentaren zu dieser p\u00e4pstlichen Norm und der Einrichtung, auf die sie sich bezieht, zu kl\u00e4ren suchten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei dieser Gelegenheit habe ich mich daf\u00fcr entschieden, sie zu fragen, welche Definition sie f\u00fcr den Begriff <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/der-opus-die-anpassung-ihrer-statuten-an-den-charisma-tuendum\/\">Opus Dei<\/a>. Von den verschiedenen Antworten, die sie gegeben haben, m\u00f6chte ich mich auf eine beschr\u00e4nken: Sie ist eine Einrichtung der katholischen Kirche, deren Mitglieder durch ihre Arbeit und ihr t\u00e4gliches Leben nach Heiligkeit streben. Diese Definition wird uns helfen, zu er\u00f6rtern, was eine Personalpr\u00e4latur ist, in welchem Kontext sie steht und welchen Platz sie in der Kirche einnimmt, und einige Fragen zu kl\u00e4ren: ob sie ein Privileg f\u00fcr eine Elite der Kirche ist und ob das Opus Dei eine Art \"Parallelkirche\" ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ist die Personalpr\u00e4latur ein Privileg des Opus Dei?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 28. November 1982 errichtete Papst Johannes Paul II. die <a href=\"http:\/\/www.opusdei.org\">Opus Dei<\/a> zu einer Personalpr\u00e4latur durch die Apostolische Konstitution\u00a0<em>Ut sit<\/em>. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte diese Einrichtung den rechtlichen Status eines weltlichen Instituts, in dem verschiedene kirchliche Realit\u00e4ten mit religi\u00f6sen Instituten gleichgesetzt wurden, d. h. mit Gl\u00e4ubigen der Kirche, die sich Gott durch Gel\u00fcbde weihen und nach Regeln leben, die von der Autorit\u00e4t der Kirche gebilligt wurden. Daher stellt sich nat\u00fcrlich die Frage: Warum hat der heilige Johannes Paul II. dem Opus Dei diese neue Figur der Personalpr\u00e4latur zugestanden? Ist es vielleicht ein Privileg? Um diese Fragen zu beantworten, m\u00fcssen wir zun\u00e4chst wissen, was eine Personalpr\u00e4latur ist und was die Realit\u00e4t des Opus Dei ausmacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Figur der Personalpr\u00e4latur ist relativ neu, wie sie in Nr. 10 des Dekrets erscheint\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_decree_19651207_presbyterorum-ordinis_sp.html\"><em>Presbyterorum ordinis<\/em>,<\/a> des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dort hei\u00dft es: \"Wo es die R\u00fccksicht auf das Apostolat erfordert, soll nicht nur die angemessene Verteilung der Priester, sondern auch die den verschiedenen sozialen Gruppen eigent\u00fcmliche Seelsorge in einer Region oder Nation oder in einem beliebigen Teil der Erde erleichtert werden. Zu diesem Zweck k\u00f6nnen daher zweckm\u00e4\u00dfigerweise bestimmte internationale Seminare, besondere Di\u00f6zesen oder Personalpr\u00e4laturen und andere derartige Einrichtungen geschaffen werden, in die Priester zum gemeinsamen Wohl der ganzen Kirche nach jeweils zu bestimmenden Normen eintreten oder inkardiniert werden k\u00f6nnen, wobei die Rechte der Ortsordinarien stets gewahrt bleiben\" (vgl. can. 294 Codex des kanonischen Rechts). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hei\u00dft, es handelt sich um eine sehr flexible Zahl, die nicht nur auf die Verteilung der Priester ausgerichtet ist, sondern auch auf besondere pastorale Aufgaben, bei denen die Priester inkardiniert sind, das hei\u00dft, sie sind darauf angewiesen, um sich um diese besondere Aufgabe zu k\u00fcmmern oder, anders gesagt, um eine Gruppe von Gl\u00e4ubigen zu betreuen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Personalpr\u00e4laturen sind also Gestalten, die eine bessere Betreuung der Gl\u00e4ubigen entsprechend der jeweiligen Arbeit und den jeweiligen Bed\u00fcrfnissen erm\u00f6glichen, im Gegensatz zu den Di\u00f6zesen, die durch das Gebiet, in dem sie sich befinden, gekennzeichnet sind. Das hei\u00dft, die Gl\u00e4ubigen einer Di\u00f6zese geh\u00f6ren zu diesem Kreis, weil sie in diesem Gebiet wohnen, und daher werden sie, was die allgemeine Sendung der Kirche betrifft, vom Bischof des Ortes abh\u00e4ngen und die Aufmerksamkeit der Priester genie\u00dfen k\u00f6nnen, die in dieser Di\u00f6zese inkardiniert sind. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Personalpr\u00e4laturen hingegen haben ein pers\u00f6nliches Kriterium, d.h. wo immer es ein Mitglied der Pr\u00e4latur gibt, das dieser besonderen Aufmerksamkeit bedarf, soll es betreut werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So verh\u00e4lt es sich mit \u00f6stlichen Eparchien in Gebieten mit anderem Ritus, deren Gl\u00e4ubige aufgrund der Tradition, der sie angeh\u00f6ren (Antiochener, Alexandriner, Chald\u00e4er usw.), besonderer Aufmerksamkeit bed\u00fcrfen. In solchen F\u00e4llen kommt es auf die Person an und nicht auf das territoriale Kriterium.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Personalpr\u00e4latur ist eine Einrichtung mit einem Pr\u00e4laten an der Spitze, um den sich einige Priester gruppieren, deren Aufgabe es ist, sich um die Gl\u00e4ubigen zu k\u00fcmmern, die beispielsweise aufgrund ihrer besonderen Lebensumst\u00e4nde, ihrer Arbeit, ihrer Berufung usw. besondere Aufmerksamkeit ben\u00f6tigen. Mit anderen Worten: Die Personalpr\u00e4latur kann nicht verstanden werden, wenn sie nicht \u00fcber eine Gruppe von Gl\u00e4ubigen verf\u00fcgt, die sie geistlich betreuen kann, denn das ist schlie\u00dflich die Aufgabe der Kirche. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Josemar\u00eda Escriv\u00e1, der Gr\u00fcnder des Opus Dei, verstand, dass diese Figur, die Personalpr\u00e4latur, die angemessene Form f\u00fcr die Wirklichkeit des Werkes ist, einer Institution, deren Charisma darin besteht, dass ihre Mitglieder - die meisten von ihnen Laien, die \u00fcbrigen Priester - die Heiligkeit durch die Erf\u00fcllung gew\u00f6hnlicher Pflichten wie Studium oder Arbeit suchen, mitten in der Welt, als gew\u00f6hnliche Gl\u00e4ubige, so wie die ersten Christen danach strebten, heilig zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Opus Dei sollte einen Rechtsstatus haben, der dieses Charisma, diese Sendung und diese besondere Physiognomie sch\u00fctzt, zu der sowohl M\u00e4nner als auch Frauen, einfach getaufte Menschen, die weder Ordensleute (geweiht) noch ihnen \u00e4hnlich sind, geh\u00f6ren sollten: Rechtsanw\u00e4lte, Arbeiter, Taxifahrer, Gesch\u00e4ftsleute, Studenten, Lehrer, Hausangestellte usw. Und genau das ist das zweite Merkmal, das es zu bewahren gilt, n\u00e4mlich die Tatsache, dass sie einfache Gl\u00e4ubige sind, Laien, die, wie das Zweite Vatikanische Konzil betont, \"berufen sind, sich um das Reich Gottes zu bem\u00fchen, indem sie die zeitlichen Angelegenheiten verwalten und sie nach dem Willen Gottes ordnen. Sie leben in der Welt, das hei\u00dft in allen Pflichten und Besch\u00e4ftigungen der Welt und in den gew\u00f6hnlichen Bedingungen des famili\u00e4ren und sozialen Lebens, mit denen ihre Existenz gleichsam verwoben ist\" (Lumen gentium, Nr. 31). Es sind Menschen, die mitten in der Welt und in der ganzen Welt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da das Opus Dei g\u00f6ttlich inspiriert war und zum Wohl so vieler Seelen diente, war es nur recht und billig, ihm eine juristische Form zu geben, die seinem Wesen entsprach. Zu diesem Zweck berief sich der Gr\u00fcnder auf die Autorit\u00e4t der Kirche. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der heilige Paul VI. wies den heiligen Josefmaria darauf hin, dass es ratsam sei, das Zweite Vatikanische Konzil abzuwarten, und auch die sp\u00e4teren Umst\u00e4nde lie\u00dfen es ratsam erscheinen, noch eine Weile zu warten. Johannes Paul II. hat dem Opus Dei schlie\u00dflich 17 Jahre sp\u00e4ter die Figur einer Personalpr\u00e4latur zuerkannt, allerdings erst nach einer gr\u00fcndlichen Untersuchung \u00fcber die Zweckm\u00e4\u00dfigkeit und, wie wir sagen w\u00fcrden, auch \u00fcber die Gerechtigkeit, diesem Ersuchen stattzugeben (zu diesem Zweck wurde auf der Ebene der unmittelbar betroffenen Kongregationen der R\u00f6mischen Kurie eine gr\u00fcndliche Untersuchung durchgef\u00fchrt, die \u00fcber eine gemeinsame Kommission aus Experten des Heiligen Stuhls und des Opus Dei lief, um bis zur Unterschrift des Papstes auf alle Fragen, die sich ergeben k\u00f6nnten, antworten zu k\u00f6nnen). Dem Charisma, der Sendung und der spirituellen Physiognomie des Opus Dei entsprechend, war die Personalpr\u00e4latur in der Tat die geeignete Figur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dem bisher Gesagten ergibt sich eine neue Frage: Wenn die Personalpr\u00e4latur kein Privileg des Opus Dei ist, warum ist es dann die einzige Personalpr\u00e4latur, die es gibt? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die endg\u00fcltige Antwort kann nur von Gott gegeben werden. Wir k\u00f6nnen jedoch ein paar Dinge sagen. Erstens ist die Personalpr\u00e4latur eine offene Gestalt, die auch f\u00fcr andere Realit\u00e4ten, die sie erfordern, dienen kann; sie ist n\u00e4mlich in den Kanones 294 bis 297 des Codex des kanonischen Rechts allgemein geregelt, die auch vorsehen, dass die Statuten jedes einzelnen von ihnen in die Einzelheiten gehen. Sie ist also nicht nur f\u00fcr das Opus Dei bestimmt und auch nicht auf dieses beschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sei auch daran erinnert, dass in der Kirche die Jahre in Jahrhunderten gez\u00e4hlt werden, das hei\u00dft, dass Personalpr\u00e4laturen in der Kirche neu sind, und au\u00dferdem (das ist der zweite Gedanke) hat diese Zahl ihre eigenen Merkmale, die nicht ohne eine sorgf\u00e4ltige Untersuchung ihrer Eignung auf alle kirchlichen Realit\u00e4ten \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ist das Opus Dei f\u00fcr die wenigen Privilegierten?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dem vorher Gesagten k\u00f6nnte man vielleicht f\u00e4lschlicherweise schlie\u00dfen, dass die Personalpr\u00e4latur des Opus Dei f\u00fcr Privilegierte gedacht ist, da sie f\u00fcr Menschen gedacht ist, die besondere Aufmerksamkeit und besondere Arbeit ben\u00f6tigen. Der Begriff \"besonders\" kann uns sofort an Ausschlie\u00dflichkeit oder Privilegien denken lassen, die sich auf eine Befreiung von einer ausschlie\u00dflichen Verpflichtung oder einen Vorteil beziehen, den eine Person genie\u00dft und der von einem Vorgesetzten gew\u00e4hrt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer kann dem Opus Dei angeh\u00f6ren? Gem\u00e4\u00df den Statuten des Opus Dei (<em>Statuta<\/em>), ist die erste Bedingung, dass f\u00fcr die Zugeh\u00f6rigkeit zu dieser Personalpr\u00e4latur eine g\u00f6ttliche Berufung erforderlich ist (vgl. Statuta, Nr. 18). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist kein Privileg im eigentlichen Sinne, sondern ein Element, das es uns erlaubt, zu unterscheiden, wer Teil dieser Institution sein kann, die gerade wegen ihres Charismas und ihrer Sendung - in besonderer Weise zur Verk\u00fcndigung des allgemeinen Rufs zur Heiligkeit beizutragen - und der g\u00f6ttlichen Berufung, die ihre Mitglieder haben, ein besonderes Werk ist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb k\u00f6nnen und sollen dem Opus Dei Menschen aus allen sozialen Schichten, aus den unterschiedlichsten Verh\u00e4ltnissen, Rassen, Berufen usw. angeh\u00f6ren, die von Gott eine besondere Berufung erhalten haben, die Heiligkeit inmitten der Welt, in ihrer t\u00e4glichen Besch\u00e4ftigung oder Arbeit, auf diesem besonderen Weg zu suchen, der eine besondere pastorale Betreuung erfordert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach den offiziellen Angaben des P\u00e4pstlichen Jahrbuchs 2022 geh\u00f6ren 93.510 gl\u00e4ubige Katholiken zu dieser Pr\u00e4latur. Das ist keine geringe Zahl f\u00fcr eine Institution, die noch nicht einmal ein Jahrhundert alt ist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet jedoch nicht, dass Menschen, die nicht zum Opus Dei berufen sind, nicht von den geistlichen G\u00fctern der Pr\u00e4latur profitieren k\u00f6nnen. Wie ihr Gr\u00fcnder sagte, ist das Werk eine gro\u00dfe Katechese, d.h. die Institution und ihre Mitglieder widmen sich der christlichen Bildung durch verschiedene Mittel. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Logischerweise richtet sich diese Ausbildung an alle Menschen, wobei es keinen Sinn machen w\u00fcrde, zwischen Personen oder geschlossenen Gruppen zu unterscheiden, da die Sendung darin besteht, den universalen Ruf zur Heiligkeit und zum Apostolat zu verbreiten, der universal, nicht partikular und nicht geschlossen ist. Diese Botschaft oder diesen Aufruf an eine privilegierte Gruppe zu richten, w\u00fcrde ihrem Charisma und ihrem Auftrag v\u00f6llig zuwiderlaufen (vgl.\u00a0<em>Statuta<\/em>, n. 115).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben wiederholt von einer Mission, einem Charisma und einer Berufung gesprochen. Nachdem wir oben den Auftrag vorgestellt haben, wollen wir uns nun ansehen, worin diese Berufung und das Charisma bestehen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Berufung ist ein g\u00f6ttlicher Ruf, der einen Prozess der Unterscheidung erfordert, was Papst Franziskus in seinen \u00f6ffentlichen Ansprachen und Katechesen betont. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Berufung ist mit einem Charisma verbunden und weist bestimmte Merkmale des Geistes des Opus Dei auf, die nicht auf sozialem oder wirtschaftlichem Status, physischen oder kulturellen Merkmalen usw. beruhen, sondern auf einer Reihe von \u00fcbernat\u00fcrlichen Merkmalen wie der g\u00f6ttlichen Abstammung, der Heiligung der Arbeit, dem Laiengeist, der Heiligen Messe als Zentrum und Wurzel des inneren Lebens und anderen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ist das Opus Dei eine Kirche innerhalb der Kirche?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einmal sagte jemand zu einem Mitglied des Opus Dei, dass die Mitglieder des Opus Dei typischerweise gegen Abtreibung seien. Er erkl\u00e4rte ihm, dass das Opus Dei die Abtreibung nicht als etwas Eigenes ablehnt, sondern weil sie Teil der Lehre der katholischen Kirche ist, wie sie in der <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/archive\/ccc\/index_it.htm\">Katechismus<\/a>. Diese Anekdote beschreibt sehr gut die Idee, die wir in einigen F\u00e4llen finden k\u00f6nnen, dass das Opus Dei eine Gruppe au\u00dferhalb der Kirche ist. So ist es verst\u00e4ndlich, dass die Verleihung der Personalpr\u00e4latur durch Johannes Paul II. von einigen als Privileg verstanden wird, so dass sie eine Art Kirche in der Kirche darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies ist jedoch in der Struktur der Kirche nicht zul\u00e4ssig, deren oberste Autorit\u00e4t der r\u00f6mische Papst und das Apostolische Kollegium mit dem Papst an der Spitze sind (vgl. Kanones 330-341 des Codex des kanonischen Rechts). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So \u00fcbt der Papst als Bischof von Rom seine Macht universell aus. Die Bisch\u00f6fe ihrerseits \u00fcben ihre Macht innerhalb der Grenzen ihrer Di\u00f6zese und im Rahmen des bisch\u00f6flichen Kollegiums aus. Ob der Papst oder die Bisch\u00f6fe, sie alle \u00fcben diese Macht in \u00dcbereinstimmung mit dem von Jesus Christus empfangenen Auftrag aus, in dieser dreifachen Funktion: zu lehren, zu heiligen und zu leiten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Johannes Paul II. dem Opus Dei \u00fcber die Personalpr\u00e4latur ein Privileg einger\u00e4umt h\u00e4tte, w\u00e4re das ein Widerspruch zu der Struktur, die wir skizziert haben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Norm zur Schaffung der Personalpr\u00e4laturen hei\u00dft es n\u00e4mlich eindeutig, dass diese Figur \"unter Wahrung der Rechte der Ortsordinarien\" vergeben werden muss (<em>Presbyterorum ordinis,<\/em>\u00a0n, 10). Mit anderen Worten: Die Personalpr\u00e4latur ist in ihrer urspr\u00fcnglichen Ausgestaltung darauf ausgerichtet, friedlich mit der Macht der Bisch\u00f6fe zu koexistieren, wo immer sie wirken, und die Macht des Pr\u00e4laten bezieht sich nur auf die Ziele der Pr\u00e4latur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch eine logische Konsequenz aus der Tatsache, dass die Gl\u00e4ubigen des Opus Dei einfache Menschen sind, die die Heiligkeit dort suchen m\u00fcssen, wo sie sich befinden, n\u00e4mlich in den Di\u00f6zesen, in denen sie leben, wenn man zum Beispiel bedenkt, dass niemand in der Pr\u00e4latur getauft wird, sondern in einer Pfarrei, die Teil der Di\u00f6zese, des Volkes Gottes, ist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit anderen Worten: Da die Gl\u00e4ubigen des Opus Dei gew\u00f6hnliche Menschen sind, sollten sie nicht von der Macht des Bischofs ausgenommen werden (man beachte, dass die Gl\u00e4ubigen des Opus Dei in erster Linie der Di\u00f6zese angeh\u00f6ren, in der sie leben), noch sollten sie eine separate Gruppe in der Di\u00f6zese oder in der Pfarrei bilden, sondern sie sollten in dem christlichen Umfeld leben, in dem sie leben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig ben\u00f6tigen diese Menschen aufgrund ihrer besonderen Berufung ihre eigene Aufmerksamkeit, entsprechend ihrem Charisma, aber vor allem muss jeder dieser Gl\u00e4ubigen, M\u00e4nner und Frauen, seinen Beruf, seine Arbeit oder seine Aufgabe heiligen, wo immer er sich befindet, gem\u00e4\u00df dem Geist des Opus Dei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Praxis, nach den Normen des Kirchenrechts und der rechtlichen Gestaltung des Werkes, <strong>Kann das Opus Dei eine Parallelkirche werden?<\/strong> Um dies zu erkl\u00e4ren, m\u00fcssen wir von der Person sprechen, die an der Spitze der Personalpr\u00e4latur steht, dem Pr\u00e4laten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Personalpr\u00e4latur verdankt ihren Namen dem Pr\u00e4laten, der dieser Institution vorsteht, um sie in ihrer Sendung zu leiten, und der daher mit einer Reihe von F\u00e4higkeiten ausgestattet ist, um dieses Ziel zu erreichen, das eine rein \u00fcbernat\u00fcrliche Bestimmung ist. Diese Befugnisse sind jedoch gut begrenzt, da sie bereits durch die Macht des Papstes in jeder Kirche und die der Bisch\u00f6fe in ihren jeweiligen Di\u00f6zesen eingeschr\u00e4nkt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daher sind die F\u00e4higkeiten des Pr\u00e4laten auf den Auftrag der Pr\u00e4latur beschr\u00e4nkt und reichen nicht aus, um zu sagen, dass wir es mit einer Parallelkirche zu tun haben. So kann der Pr\u00e4lat seine Mitglieder auffordern, sich besonders um den Besuch der Heiligen Messe als Zentrum und Wurzel des inneren Lebens zu bem\u00fchen, um sich enger mit Christus zu identifizieren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits kann er den Mitgliedern der Pr\u00e4latur nicht vorschreiben, ihre Arbeit zu \u00e4ndern, ebenso wenig wie der Papst oder die Bisch\u00f6fe, da dies nicht in ihre Zust\u00e4ndigkeit f\u00e4llt, geschweige denn von ihnen verlangen, die vom Papst oder den Bisch\u00f6fen in Gemeinschaft mit dem Papst erlassenen Normen zu missachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/charisma-und-hierarchie-im-opus-dei\/\">Motu proprio\u00a0<em>Ad charisma tuendum<\/em><\/a>\u00a0ist keine Norm, die das Opus Dei jeglicher Privilegien beraubt hat, die es hatte. Diese Institution der Kirche bleibt eine Personalpr\u00e4latur gem\u00e4\u00df der von Johannes Paul II. gegebenen Norm, der apostolischen Konstitution\u00a0<em>Ut sit<\/em>sowie ihre vom Heiligen Stuhl genehmigten Statuten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus betont dieses Motu proprio in besonderer Weise das Charisma, das der heilige Josefmaria empfangen hat, und die Bedeutung dieses Werkes Gottes f\u00fcr die Evangelisierungssendung der Kirche, und Papst Franziskus sagt: \"Um das Charisma zu sch\u00fctzen, hat mein Vorg\u00e4nger Johannes Paul II. in der Apostolischen Konstitution\u00a0<em>Ut sit<\/em>vom 28. November 1982 wurde die Pr\u00e4latur der\u00a0<em>Opus Dei<\/em>Die Kirche hat ihn mit der pastoralen Aufgabe betraut, in besonderer Weise zum Evangelisierungsauftrag der Kirche beizutragen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Geistesgabe, die der heilige Josemar\u00eda Escriv\u00e1 empfangen hat, ist die Pr\u00e4latur der Pr\u00e4latur der\u00a0<em>Opus Dei<\/em>unter der Leitung ihres Pr\u00e4laten die Aufgabe, den Ruf zur Heiligkeit in der Welt zu verbreiten, und zwar durch die Heiligung der Arbeit und der famili\u00e4ren und sozialen Verpflichtungen\" (Einleitung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu diesem Zweck unterstreicht er die Bedeutung der Kleriker (Priester), die in dieser Pr\u00e4latur inkardiniert sind, und die organische Zusammenarbeit mit den Laien. Letzteres ist von entscheidender Bedeutung, weil sowohl Kleriker als auch Laien dazu berufen sind, je nach ihrer Stellung in der Kirche unterschiedliche Aufgaben zu erf\u00fcllen, so dass die Laien den Dienst des Priesters verlangen und das Priestertum gerade dazu da ist, diesen Gl\u00e4ubigen der Pr\u00e4latur sowie allen, die zu ihren Apostolaten kommen, zu dienen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die einen und die anderen beanspruchen einander unter der Einheit eines Pr\u00e4laten, der sie nach dem gleichen Charisma und der gleichen Berufung leitet, im gleichen Boot der Kirche.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unas semanas atr\u00e1s, cuando fue publicado el motu proprio\u00a0Ad carisma tuendum del Papa Francisco sobre la prelatura personal del Opus Dei, tuve la oportunidad de conversar con algunos j\u00f3venes que buscaban aclarar ciertas dudas a causa de una serie de comentarios sobre esta norma pontifica y la instituci\u00f3n a la que se refiere. 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