{"id":26907,"date":"2023-01-03T06:00:00","date_gmt":"2023-01-03T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=26907"},"modified":"2023-01-03T09:16:57","modified_gmt":"2023-01-03T08:16:57","slug":"interview-mayte-rodriguez","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/mundo\/espana\/entrevista-mayte-rodriguez\/","title":{"rendered":"Mayte Rodr\u00edguez: \"Juden und Christen m\u00fcssen zusammenarbeiten und einen Dialog \u00fcber alles f\u00fchren, was uns verbindet\"."},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte des <em><a href=\"https:\/\/www.cejc-madrid.org\/index.php\/es\/\">Zentrum f\u00fcr j\u00fcdisch-christliche Studien<\/a><\/em>Die Schwestern Unserer Lieben Frau von Sion, die dem Erzbistum Madrid unterstehen, k\u00f6nnen nicht verstanden werden, ohne die Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau von Sion zu erw\u00e4hnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Kongregation, die auf Anregung von Theodore und Alphonse Ratisbonne, zwei Br\u00fcdern j\u00fcdischer Herkunft, die zum Katholizismus konvertierten und zu Priestern geweiht wurden, gegr\u00fcndet wurde, hat als Charisma die Arbeit und das Gebet in der Kirche, um die treue Liebe Gottes zum j\u00fcdischen Volk zu offenbaren und das Reich Gottes auf Erden durch br\u00fcderliche Zusammenarbeit zu verwirklichen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist die Linie dieser 50 Jahre Arbeit, wie Mayte Rodr\u00edguez, eine Laienschwester, die das Charisma der Schwestern von Sion kurz nach ihrer Ankunft in Spanien kennenlernte und seither zu diesem Studienzentrum geh\u00f6rt, in diesem Interview betont.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wann wurde das Zentrum f\u00fcr j\u00fcdisch-christliche Studien gegr\u00fcndet?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Um 1960 kamen Schwester Esperanza und Schwester Ionel in Spanien an. Als erstes suchten sie die j\u00fcdische Gemeinde auf, die sie mit offenen Armen empfing. Dort wurde die Gr\u00fcndung des <em>J\u00fcdisch-christliche Freundschaft, <\/em>vom Erzbistum Madrid genehmigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sprechen \u00fcber die Zeit vor der <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/jahrestag-des-vatikanischen-konzils-ii\/\">Zweites Vatikanisches Konzil<\/a>. Nach dem Konzil beschloss Kardinal Taranc\u00f3n die Errichtung einer <em>Zentrum f\u00fcr j\u00fcdisch-christliche Studien<\/em>Die offizielle Institution der Kirche, d.h. sie wird zu einer offiziellen Institution der Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tats\u00e4chlich sind wir die einzige offizielle kirchliche Einrichtung f\u00fcr den Dialog mit dem Judentum hier in Spanien. Das Zentrum als solches wurde am 21. September 1972 gegr\u00fcndet und seine Verwaltung der Kongregation Unserer Lieben Frau von Sion anvertraut.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum ist die Kongregation in Spanien ans\u00e4ssig?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Im Sommer 1947 traf sich eine gro\u00dfe Gruppe von Juden und Christen aus 19 L\u00e4ndern in Seelisberg, Schweiz. Zu ihnen geh\u00f6rten Jacques Maritain und Jules Isaac. Dieses Treffen war ein Schl\u00fcsselereignis. Darin wurde unter anderem aufgezeigt, wie ein gewisser Teil des Schreckens des j\u00fcngsten j\u00fcdischen Holocausts auf eine falsche Sichtweise der Christen gegen\u00fcber den Juden zur\u00fcckzuf\u00fchren sein k\u00f6nnte. Wir beziehen uns dabei auf Ideen wie die, dass die Juden <em>\"schuldig am Tod Christi\". <\/em>Seelisberg f\u00f6rdert so genannte \"j\u00fcdisch-christliche Freundschaften\".&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es stimmt, dass wir in Spanien, das nicht am Zweiten Weltkrieg beteiligt war, die Verfolgung der Juden vielleicht nicht so wahrgenommen haben wie in Frankreich oder Deutschland, aber in Spanien gab es ganz offensichtlich sephardische, j\u00fcdische Wurzeln. Nicht umsonst werden die Juden in sephardische und aschkenasische Juden unterteilt, wobei erstere spanischen Ursprungs sind und letztere mitteleurop\u00e4ische Wurzeln haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Welche Rolle spielt die Erkl\u00e4rung in dieser Geschichte? <em>Nostra Aetate<\/em>?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-In den letzten Jahren hat die Zahl der kirchlichen Dokumente zu diesem Thema zugenommen. Zugegeben, es gab jahrhundertelang Missverst\u00e4ndnisse, und das hat zu Missverst\u00e4ndnissen, Missverst\u00e4ndnissen und so weiter gef\u00fchrt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Jahren wurden viele Fortschritte erzielt. In dieser Hinsicht ist der Beitrag des Zweiten Vatikanischen Konzils und insbesondere der Erkl\u00e4rung <em>Nostra Aetate,<\/em> war von grundlegender Bedeutung. Dies ist meiner Meinung nach drei Personen zu verdanken: Johannes XXIII., Jules Isaac und Kardinal Agustin Bea SJ.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach diesem Treffen mit Seelisberg bat Jules Isaac um ein Gespr\u00e4ch mit dem Heiligen Johannes XXIII. In diesem Interview dr\u00fcckte er sein Bedauern dar\u00fcber aus, dass er zwar keine antisemitischen Stellen in den Evangelien gefunden habe, sich aber frage, woher die historische Feindseligkeit gegen\u00fcber dem j\u00fcdischen Volk komme. In diesem Gespr\u00e4ch fragte Isaac den Papst: <em>\"Heiligkeit, kann ich meinem Volk Hoffnung bringen?<\/em>\"Johannes XXIII. antwortete:<em> \"Sie haben ein Recht auf mehr als nur Hoffnung. <\/em>Nach diesem Treffen beauftragte der Papst Kardinal Agust\u00edn Bea mit der Ausarbeitung einer Erkl\u00e4rung, die sp\u00e4ter als<em> Nostra Aetate.<\/em> Diese Erkl\u00e4rung war sehr umstritten: F\u00fcr einige Teile der Kirche war sie unzureichend, f\u00fcr andere \u00fcbertrieben. Auch auf Seiten der anderen Konfessionen gab es Missverst\u00e4ndnisse. Am Ende <em>Nostra Aetate<\/em> kam durch, und das war der Beginn des Wandels. Nicht nur von Seiten der Katholiken, sondern im Falle der j\u00fcdischen Gemeinschaft auch, wie sie uns Christen sahen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hat sich auch die Mentalit\u00e4t der j\u00fcdischen Gemeinschaft ge\u00e4ndert?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Es ist zu bedenken, dass die Christen von den Juden oft als eine Art Sekte, eine H\u00e4resie des Judentums betrachtet wurden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Jahren sind wichtige Schritte unternommen worden. In neueren Dokumenten erkennen die Juden zum Beispiel an, dass die Christen Teil von Gottes unendlichem Plan sind. Nicht nur das, sondern in gewissem Sinne gehen wir parallele Wege, und wenn Gott will, werden wir uns treffen. In der Zwischenzeit m\u00fcssen wir an all dem, was uns verbindet, arbeiten und einen Dialog f\u00fchren. Dies ist sehr wichtig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist wirklich paradox, aber das, was uns am meisten mit unseren \u00e4lteren Br\u00fcdern im Glauben verbindet, ist auch das, was uns am meisten trennt: die Gestalt Christi. Jesus war Jude, seine Mutter war J\u00fcdin, die Apostel waren Juden... Der gro\u00dfe Unterschied ist, dass er f\u00fcr uns der Messias ist und f\u00fcr sie ein gro\u00dfer Rabbiner. An dieser Stelle verweise ich oft auf den Namen der Zeitschrift des Zentrums, <em>El Olivo<\/em>. Diese Zeitschrift verdankt ihren Namen diesen Worten aus dem 11. Kapitel des R\u00f6merbriefs:<em> \"Wenn die Wurzel heilig ist, sind es auch die Zweige. Andererseits, wenn ein Teil der Zweige abgebrochen wurde, w\u00e4hrend du als wilder \u00d6lbaum an seiner Stelle eingepfropft wurdest und an der Wurzel und dem Saft des \u00d6lbaums teilhattest. <\/em>Die Juden sind der Stamm, und wenn wir heilig sind, dann weil sie auch heilig sind. Wir wissen, dass die Christen oft eine distanzierte Sicht auf das j\u00fcdische Volk haben. Ich denke, es ist mehr ein Mangel an Interesse als alles andere. Gott sei Dank sehen wir jedoch, dass sich dies \u00e4ndert und es mehr Offenheit gibt. Aber es ist noch viel mehr n\u00f6tig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie sehen die Zukunftsperspektiven des Zentrums aus, das nun 50 Jahre alt ist?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Ich glaube, dass Gott dieses Zentrum will, damit er wei\u00df, was er in Zukunft tun soll. Wir haben viele H\u00f6hen und Tiefen durchlebt und tun dies auch heute noch. Jeden Morgen, wenn ich im Zentrum ankomme, gehe ich in die Kapelle, die wir hier haben, und sage zum Herrn: \"Ich gehe in die Kapelle. <em>\"Das geh\u00f6rt dir, mal sehen, was du kannst!\"<\/em>. Ich glaube, das ist es, ein Werk Gottes. Wir arbeiten f\u00fcr sein Volk und durch sein Volk, und diejenigen von uns, die diese Zuneigung sp\u00fcren, sehen das auch so.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zentrum arbeiten fast alle von uns ehrenamtlich, selbst die gro\u00dfartigen Lehrer, die an unseren Konferenzen teilnehmen, tun dies auf freiwilliger Basis. Als die Schwestern von Zion nach Spanien kamen und eine Gruppe von Intellektuellen, Politikern usw. zusammenbrachten, war das Wichtigste, dass sie das j\u00fcdische Volk liebten und seine Kultur verbreiten wollten, und das ist es, was wir weiterhin tun. Neben Vortragsreihen zu verschiedenen Themen im Zusammenhang mit dem Judentum und dem Christentum bieten wir Hebr\u00e4ischkurse an, die f\u00fcr alle offen sind. Die meisten Menschen, die hierher kommen, sind \u00e4lter, weil sie mehr Zeit haben und daran interessiert sind, etwas \u00fcber die Geschichte des j\u00fcdischen Volkes oder die Beziehung zu den Christen zu erfahren. Wir w\u00fcrden uns w\u00fcnschen, dass mehr junge Menschen kommen, aber angesichts der begrenzten Zeit, die sie haben, ist das schwierig. Wir verf\u00fcgen auch \u00fcber eine sehr gute Bibliothek, die Gelehrten und Lehrern offen steht und alles \u00fcber die j\u00fcdische und christliche Welt enth\u00e4lt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie w\u00fcrden Sie die derzeitigen Beziehungen zur j\u00fcdischen Gemeinschaft definieren?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Exzellent. Gott sei Dank, wir haben ein br\u00fcderliches Verh\u00e4ltnis. Es besteht eine st\u00e4ndige Zusammenarbeit zwischen uns, und es ist erw\u00e4hnenswert, dass sie uns in vielerlei Hinsicht helfen: sowohl beim Unterhalt dieses Zentrums als auch bei vielen karitativen Werken der Kirche, zum Beispiel bei Caritas-Kampagnen oder Lebensmittelsammlungen. Einige der sch\u00f6nsten Momente sind, wenn wir uns gegenseitig zu besonderen Anl\u00e4ssen begleiten. Wir feiern mit ihnen Feste wie <em>Jom Kippur <\/em>o <em>Purim<\/em> und sie kommen am 20. Januar, dem j\u00e4hrlichen Feiertag unserer Schule. Au\u00dferdem m\u00fcssen wir bedenken, dass viele der in Spanien lebenden Juden katholische Schulen oder Universit\u00e4ten besucht haben und unsere Feste ihnen sehr nahe stehen. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>La historia del Centro de Estudios Judeo-Cristianos, dependiente del arzobispado de Madrid, no se entiende sin hablar de la congregaci\u00f3n de las Hermanas de Nuestra Se\u00f1ora de Si\u00f3n.&nbsp; Esta congregaci\u00f3n, fundada bajo la inspiraci\u00f3n de Theodore y Alphonse Ratisbonne, dos hermanos de origen jud\u00edo, que se convirtieron al catolicismo y fueron ordenados sacerdotes, tiene como [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":26908,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[36,41],"tags":[233,574,790],"class_list":["post-26907","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-actualidad","category-espana","tag-entrevistas","tag-espana","tag-judios"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - 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