{"id":27526,"date":"2023-01-07T06:00:00","date_gmt":"2023-01-07T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=27526"},"modified":"2023-01-10T09:27:08","modified_gmt":"2023-01-10T08:27:08","slug":"die-auswirkungen-und-geistige-unterscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/recursos\/ensenanzas-del-papa\/los-afectos-y-el-discernimiento-espiritual\/","title":{"rendered":"Affekte und geistige Unterscheidungskraft"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem spanischen W\u00f6rterbuch zufolge bedeutet \"unterscheiden\", etwas von etwas anderem zu unterscheiden, insbesondere im Bereich des menschlichen Geistes. Das hei\u00dft, in der geistigen Sph\u00e4re. Im Christentum ist die <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/papstliche-unterscheidung\/\">Unterscheidungsverm\u00f6gen<\/a> wird oft mit dem Prozess in Verbindung gebracht, der dem menschlichen Handeln vorausgeht, um zu versuchen, in \u00dcbereinstimmung mit dem Willen Gottes zu handeln. Sie wird oft mit der Tugend der Klugheit (\"rechte Vernunft im Handeln\") in Verbindung gebracht, obwohl der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch einfach nur nach Vorsicht oder Klugheit klingt; in Wirklichkeit kann die Klugheit uns auch dazu bringen, prompt und mutig zu handeln, und zwar immer mit Gerechtigkeit und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unterscheiden, um zu entscheiden<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seiner ersten Katechese (vgl. Generalaudienz, 31-VIII-2022) hat Franziskus erkl\u00e4rt, dass die Unterscheidung uns alle betrifft, denn sie hat mit den Entscheidungen des Lebens zu tun, die meist ganz allt\u00e4glich sind (Essen, Kleidung, etwas, das mit der Arbeit oder mit anderen zu tun hat).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sowohl im gew\u00f6hnlichen Leben als auch in den Lehren des Evangeliums werden wir gelehrt, wie wichtig es ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dazu geh\u00f6ren Wissen, Erfahrung, Zuneigung und Wille, aber auch Anstrengung (denn das Leben gibt uns nicht alles als selbstverst\u00e4ndlich) und Freiheit. Wir k\u00f6nnen w\u00e4hlen, weil wir keine Tiere sind, aber das ist auch der Grund, warum wir bei unseren Entscheidungen Fehler machen k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Papst stellt sich in die Perspektive der Anthropologie und der Ethik, die ein Wissen \u00fcber sich selbst und \u00fcber das, was hier und jetzt zu tun gut ist, voraussetzt. Aus christlicher Sicht erfordert die Unterscheidung vor allem eine kindliche Beziehung zu Gott, aber auch die Freundschaft mit Jesus Christus und das Licht des Heiligen Geistes.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Reisen des Herzens<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am zweiten Mittwoch (vgl. Generalaudienz, 7-IX-2022) nannte Franziskus das Beispiel des Ignatius von Loyola, der zu erkennen wusste, dass Gott an ihm vorbeigeht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterscheidungsverm\u00f6gen ist eine Hilfe, um die Zeichen zu erkennen, mit denen Gott sich in unerwarteten, sogar unangenehmen Situationen zu erkennen gibt; oder im Gegenteil, um etwas wahrzunehmen, das die Dinge auf dem Weg verschlimmert. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Rahmen kann die Lehre des Papstes in drei Teile gegliedert werden: die Elemente der Unterscheidung, eine besondere Betrachtung der Verzweiflung und des Trostes und ein dritter Teil \u00fcber die \u00dcberpr\u00fcfung, die Wachsamkeit und die Hilfsmittel der Unterscheidung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Elemente der Unterscheidungskraft<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Franziskus verwies vor allem auf die Vertrautheit mit dem Herrn (vgl. Generalaudienz, 28-IX-2022), insbesondere auf das Vertrauen, das wir ihm durch das Gebet entgegenbringen m\u00fcssen (vgl. Generalaudienz, 28-IX-2022). Im Gebet sollen wir ihn - so schl\u00e4gt er vor - mit Einfachheit und Vertrautheit behandeln, wie einen Freund.<em>.<\/em>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\"<em>Diese Vertrautheit \u00fcberwindet die Angst oder den Zweifel, dass sein Wille nicht zu unserem Besten ist, eine Versuchung, die manchmal unsere Gedanken durchkreuzt und das Herz unruhig und unsicher oder sogar bitter macht.<\/em>\". Das ist das Geheimnis der Heiligen. Oft sind die Hindernisse, die der Nachfolge des Herrn im Wege stehen, vor allem gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfiger Art, n\u00e4mlich des Herzens. In diesem Sinne sind Traurigkeit oder Angst vor Gott Zeichen der Gottesferne, wie wir im Fall des reichen J\u00fcnglings im Evangelium sehen (vgl. Mt 9 17ff.). Aber Jesus zwingt ihn nicht, ihm zu folgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\"<em>Erkennen, was in uns vorgeht\". <\/em>-sagt der Nachfolger von Petrus.<em> \"Es ist nicht leicht, denn der Schein kann tr\u00fcgen, aber die Vertrautheit mit Gott kann Zweifel und \u00c4ngste sanft aufl\u00f6sen und unser Leben immer empf\u00e4nglicher f\u00fcr sein 'g\u00fctiges Licht' machen, wie es der heilige Johannes Paul II. so sch\u00f6n ausdr\u00fcckt. <a href=\"https:\/\/es.wikipedia.org\/wiki\/John_Henry_Newman\">John Henry Newman<\/a><\/em>\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er f\u00fcgt hinzu, dass das Gebet uns Jesus \u00e4hnlich macht, so wie zwei Ehepartner, die lange Zeit zusammenleben, sich \u00e4hneln. Dazu brauchen wir die N\u00e4he zu ihm, eine \"affektive N\u00e4he\", indem wir ihn als den treuen Freund behandeln, der uns nie verl\u00e4sst; und das nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gesten und guten Werken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erkenne dich selbst und deine W\u00fcnsche<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens sprach der Papst davon, sich selbst zu kennen (vgl. Generalaudienz, 5. Oktober 2022). Er weist darauf hin, dass die Ursache f\u00fcr geistliche Zweifel und Berufungskrisen oft darin liegt, dass wir uns selbst, unsere Pers\u00f6nlichkeit und unsere tiefsten Sehns\u00fcchte nicht kennen; denn \"... wir m\u00fcssen uns selbst und unsere tiefsten Sehns\u00fcchte kennen\".<em>Fast alle von uns verstecken sich hinter einer Maske, nicht nur vor anderen, sondern auch, wenn wir in den Spiegel schauen.<\/em> (Thomas H. Green).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Unterscheidung ist notwendig - so der Papst mit Blick auf unsere digitale Kultur -, um <em>\"die Passw\u00f6rter unseres Herzens zu kennen, f\u00fcr die wir am empfindlichsten sind, uns vor denen zu sch\u00fctzen, die uns mit \u00fcberredenden Worten manipulieren wollen, und auch zu erkennen, was uns wirklich wichtig ist, und es von den Moden des Augenblicks oder den schrillen und oberfl\u00e4chlichen Slogans zu unterscheiden.<\/em>\". Die Wahrheit ist, dass wir uns oft von Gef\u00fchlen leiten lassen, die auf diese Weise ausgel\u00f6st werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei all dem hilft die Gewissenserforschung. Dies bezieht sich nicht auf die Pr\u00fcfung vor der sakramentalen Beichte (um die S\u00fcnden zu entdecken, die man bekennen soll), sondern auf die Gewissenspr\u00fcfung. <em>allgemeine Gewissenserforschung <\/em>am Ende des Tages. \"<em>Allgemeine Gewissenserforschung des Tages: Was ist heute in meinem Herzen geschehen?<\/em> <em>Es ist viel passiert....<\/em> <em>Welche? Warum? Welche Spuren haben sie im Herzen hinterlassen?<\/em>?\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die dritte \"Zutat\" der Unterscheidung ist <em>der Wunsch<\/em> (vgl. Generalaudienz, 12. Oktober 2022). Franziskus verwendet diesen Begriff nicht im Sinne des aktuellen Wunsches, sondern im Sinne seiner Etymologie: <em>de-sidus<\/em>Es ist wichtig zu wissen, was unsere W\u00fcnsche sind und wie sie sind, und sich zu vergewissern, dass es gro\u00dfe und wirksame W\u00fcnsche sind, denn manchmal bleiben wir in unseren Beschwerden (vgl. Joh 5,6 ff), die den Wunsch eher verk\u00fcmmern oder verk\u00fcmmern lassen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das eigene Leben lesen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viertens betonte Franziskus, wie wichtig es f\u00fcr die Unterscheidung ist, zu wissen, \"... was f\u00fcr die Unterscheidung wichtig ist.<em>das Buch des eigenen Lebens<\/em>\"Die Geschichte unseres eigenen Lebens (vgl. Generalaudienz, 19. Oktober 2022). Wenn wir dies tun, werden wir in der Lage sein, so viele \"giftige\" oder pessimistische Elemente zu erkennen, die uns zur\u00fcckhalten (ich bin wertlos, alles l\u00e4uft schlecht f\u00fcr mich usw.), vielleicht mit der Hilfe von jemandem, der uns hilft, auch unsere Qualit\u00e4ten zu erkennen, die guten Dinge, die Gott in uns s\u00e4t.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist gut, einen \"narrativen Ansatz\" zu verfolgen, also nicht bei einer einzelnen Handlung stehen zu bleiben, sondern sie in einen Kontext einzubinden: <em>\"Woher kommt dieser Gedanke? Was ich jetzt f\u00fchle, woher kommt es? Wohin f\u00fchrt mich das, was ich jetzt denke? Hatte ich es schon einmal? Ist es etwas Neues, das jetzt zu mir kommt, oder ist es mir schon einmal begegnet? Warum ist es eindringlicher als andere? Was will mir das Leben damit sagen? <\/em>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verzweiflung und Trost<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem zweiten Teil der Katechese ging Franziskus auf die \"Materie\" der Unterscheidung ein und konzentrierte sich dabei auf das Binom Trost - Trost. Erstens, <em>Verw\u00fcstung<\/em> (vgl. Generalaudienz, 26. Oktober 2022) oder geistliche Traurigkeit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Umgang mit spiritueller Traurigkeit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verzweiflung wurde als \"Dunkelheit der Seele\" (Ignatius von Loyola) definiert, als \"Traurigkeit\", die nicht schlecht sein muss. Manchmal hat es mit Reue f\u00fcr etwas Schlechtes zu tun, das wir getan haben, und es ist eine Einladung, sich auf den Weg zu machen. In diesen F\u00e4llen ist es, wie der heilige Thomas betont, ein \"Seelenschmerz\", eine Warnung, wie eine rote Ampel, um anzuhalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu anderen Zeiten\", erkl\u00e4rt Franziskus, \"kann es eine Versuchung sein, mit der der Teufel uns auf dem Weg des Guten entmutigen will, um uns in uns selbst zu verschlie\u00dfen und uns dazu zu bringen, nichts f\u00fcr andere zu tun: um uns in der Arbeit oder im Studium, im Gebet, in der Beharrlichkeit in unserer eigenen Berufung zu l\u00e4hmen. Jesus gibt uns ein Beispiel daf\u00fcr, wie wir diese Versuchungen mit fester Entschlossenheit zur\u00fcckweisen k\u00f6nnen (vgl. Mt 3,14-15; 4,11-11; 16,21-23).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf jeden Fall sollten wir uns fragen, was der Grund f\u00fcr diese Traurigkeit ist (vgl. Generalaudienz, 16. November 2022), denn wir wissen, dass Gott uns niemals verl\u00e4sst und dass wir mit ihm jede Versuchung \u00fcberwinden k\u00f6nnen (vgl. 1 Kor 10,13). Aber treffen Sie in solchen Situationen keine \u00fcbereilten Entscheidungen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen aus dieser Trostlosigkeit lernen und sie f\u00fcr uns nutzen. <em>\"In der Tat\".<\/em> -Wenn es nicht ein wenig Unzufriedenheit gibt, ein wenig gesunde Traurigkeit, eine gesunde F\u00e4higkeit, in der Einsamkeit zu leben und mit uns selbst zu sein, ohne wegzulaufen, laufen wir Gefahr, immer an der Oberfl\u00e4che der Dinge zu bleiben und nie in Kontakt mit dem Zentrum unserer Existenz zu kommen\", warnt der Papst.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb, so r\u00e4t der Papst, ist es nicht gut, in einem \"Zustand der Gleichg\u00fcltigkeit\" zu verharren, der uns unmenschlich gegen\u00fcber uns selbst und anderen machen w\u00fcrde. Eine \"gesunde Unruhe\", wie sie von den Heiligen erfahren wird, ist gut.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits gibt uns die Verzweiflung die M\u00f6glichkeit, zu wachsen und in unserer F\u00e4higkeit zu reifen, uns frei an andere zu verschenken, ohne unser eigenes Interesse oder unser eigenes Wohl zu suchen. Im Gebet m\u00fcssen wir lernen, beim Herrn zu sein, w\u00e4hrend wir ihn weiter suchen, vielleicht inmitten der Versuchung oder der Leere, die wir erleben. Aber ohne das Gebet zu verlassen, denn seine Antwort kommt immer.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wahre und falsche Tr\u00f6stungen&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im geistlichen Leben gibt es auch Trost (vgl. Generalaudienz, 23.11.2022), in Form von dauerhafter Freude, Frieden und Harmonie, die die Hoffnung st\u00e4rken und uns mit dem Mut erf\u00fcllen, den anderen zu dienen, wie Edith Stein schreibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber wir m\u00fcssen geistlichen Trost von falschem Trost unterscheiden, der zwar laut und auff\u00e4llig sein mag, aber ein vor\u00fcbergehender Enthusiasmus ist, der eher selbsts\u00fcchtig (eigenn\u00fctzig) ist, als dass er den Herrn sucht. Unterscheidungsverm\u00f6gen wird uns helfen, wahre Tr\u00f6stungen (die tiefen und dauerhaften Frieden bringen) von falschen zu unterscheiden. Bei letzteren kann das B\u00f6se von Anfang an auftauchen, zum Beispiel in Form von Pflichtvergessenheit; ein anderes Mal taucht es in der Mitte auf, vielleicht indem wir uns selbst suchen; oder am Ende, weil es uns dazu bringt, andere schlecht zu behandeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus diesem Grund, so Franziskus, m\u00fcssen wir lernen, die scheinbaren \"G\u00fcter\" zu unterscheiden, um die wahren G\u00fcter zu suchen, die uns wachsen lassen. F\u00fcr all dies ist es notwendig, unser Gewissen jeden Tag zu pr\u00fcfen: siehe <em>was heute passiert ist. <\/em>Mit Aufmerksamkeit f\u00fcr die Folgen unserer Zuneigung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcberpr\u00fcfung, \u00dcberwachung, Unterscheidungshilfen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem dritten Teil dieser Katechesen l\u00e4dt Franziskus dazu ein, die Phase nach den Entscheidungen zu betrachten, um zu pr\u00fcfen, ob sie angemessen waren oder nicht (vgl. Generalaudienz, 7. Dezember 2022). Wir haben bereits gesehen, wie wichtig dabei der Lauf der Zeit ist, und wir haben auch beobachtet, ob diese Entscheidungen uns dauerhaften Frieden bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Beispiel, <em>\"Wenn ich die Entscheidung treffe, eine halbe Stunde mehr dem Gebet zu widmen, dann merke ich, dass ich in den anderen Momenten des Tages besser lebe, ich bin gelassener, weniger \u00e4ngstlich, ich erledige meine Arbeit mit mehr Sorgfalt und Freude, sogar die Beziehungen zu einigen schwierigen Menschen werden einfacher...: all das sind wichtige Zeichen, die die G\u00fcte der getroffenen Entscheidung best\u00e4tigen\".<\/em>. Das geistliche Leben ist ein Kreislauf: Die G\u00fcte einer Entscheidung wirkt sich auf alle Bereiche unseres Lebens aus. Weil es eine Teilhabe an Gottes Kreativit\u00e4t ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt noch weitere Anzeichen, die best\u00e4tigen k\u00f6nnen, ob es eine gute Entscheidung war: die Betrachtung der Entscheidung als Antwort der Liebe zum Herrn (nicht aus Angst oder Verpflichtung geboren); das \"Gef\u00fchl, an seinem eigenen Platz zu sein\" (er nennt das Beispiel der beiden Punkte auf dem Petersplatz im Vatikan, von denen aus die S\u00e4ulen ausgerichtet werden), d.h. das Wachstum an Ordnung, Integration und Energie; das innerlich Bleiben <em>kostenlos <\/em>in dieser Situation (ohne eine zwanghafte oder besitzergreifende Haltung einzunehmen), indem sie Gott mit Vertrauen respektieren und verehren.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Beobachten, um nicht einzuschlafen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Entscheidung ist auch die Haltung der Wachsamkeit wichtig (vgl. Allgemeines Publikum<em>,<\/em> 14-XII-2022), um nicht schl\u00e4frig zu werden, um sich nicht daran zu gew\u00f6hnen, um nicht von der Routine mitgerissen zu werden (vgl. Lk 12,35-37). Dies ist notwendig, betont der Nachfolger von Petrus, um Beharrlichkeit, Koh\u00e4renz und die guten Fr\u00fcchte unserer Entscheidungen zu gew\u00e4hrleisten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer zu selbstbewusst wird, verliert die Demut und kann durch mangelnde Wachsamkeit des Herzens den Teufel wieder hereinlassen (vgl. Mt 12, 44 ff). Dies kann, wie Franziskus betont, mit einem schlechten Stolz zusammenh\u00e4ngen, mit der Anma\u00dfung, gerecht zu sein, gut zu sein, sich wohl zu f\u00fchlen; mit einem \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Vertrauen in sich selbst und nicht in die Gnade Gottes. Wir haben die Angst vor dem Fallen verloren und damit auch die Demut ... und am Ende verlieren wir alles.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammengefasst lautet der Rat: \"Wache \u00fcber dein Herz, denn Wachsamkeit ist ein Zeichen von Weisheit, sie ist vor allem ein Zeichen von Demut, denn wir haben Angst zu fallen, und Demut ist der K\u00f6nigsweg des christlichen Lebens\".<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Evangelium in Ihrer Tasche<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Generalaudienz am 21. Dezember 2022 hat der Bischof von Rom einige Hilfen zur Unterscheidung vorgeschlagen, die schwierig oder kompliziert erscheinen, aber notwendig sind.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigsten Hilfsmittel sind das Wort Gottes und die Lehre der Kirche. Das Wort Gottes findet sich in der Heiligen Schrift (insbesondere in der aufmerksamen Lekt\u00fcre der Evangelien) mit Hilfe des Heiligen Geistes.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb besteht Franziskus, wie schon bei anderen Gelegenheiten, darauf, dass \"<em>Nehmen Sie das Evangelium, nehmen Sie die Bibel in die Hand: f\u00fcnf Minuten pro Tag, nicht mehr. Tragen Sie ein Evangelium in Ihrer Tasche mit sich, und wenn Sie reisen, nehmen Sie es mit und lesen Sie tags\u00fcber ein wenig darin, um das Wort Gottes an Ihr Herz heranzulassen.<\/em>\".&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er weist auch darauf hin, wie wichtig es ist, in \u00dcbereinstimmung mit der Erfahrung der Heiligen das Leiden des Herrn zu betrachten und es im Kreuz zu sehen; sich an die Jungfrau Maria zu wenden; den Heiligen Geist um Licht zu bitten (das ist \"Unterscheidung in Aktion\") und es vertrauensvoll zusammen mit dem Vater und dem Sohn zu behandeln. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der letzten Katechese wies der Papst auf die Bedeutung der geistlichen F\u00fchrung und der Selbsterkenntnis hin, um sich selbst zu erkennen und im geistlichen Leben zu wandeln.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seg\u00fan el diccionario del espa\u00f1ol, discernir significa distinguir algo de otra cosa, sobre todo en el campo del \u00e1nimo o del esp\u00edritu humano. 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