{"id":28533,"date":"2023-02-13T06:00:00","date_gmt":"2023-02-13T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=28533"},"modified":"2023-02-07T11:42:49","modified_gmt":"2023-02-07T10:42:49","slug":"saint-sede-synodal-way","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/mundo\/santa-sede-camino-sinodal\/","title":{"rendered":"Die Position des Heiligen Stuhls zum deutschen Synodalweg"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter den Stellungnahmen des Heiligen Stuhls zum Deutschen Synodalweg ist der von Papst Franziskus eigenh\u00e4ndig verfasste Brief von besonderer Bedeutung. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/es\/letters\/2019\/documents\/papa-francesco_20190629_lettera-fedeligermania.html\">\"An das pilgernde Gottesvolk in Deutschland\", <\/a>vom 29. Juni 2019, als die Deutsche Bischofskonferenz den Synodalweg zwar angek\u00fcndigt, aber noch nicht formell begonnen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Folgerichtig wird in praktisch allen Verlautbarungen des Heiligen Stuhls zu diesem Thema immer wieder auf dieses p\u00e4pstliche Schreiben Bezug genommen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Brief des Papstes an die deutschen Katholiken, Juni 2019: Das Primat der Evangelisierung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Deutsche Bischofskonferenz hat auf ihrer Fr\u00fchjahrsvollversammlung im M\u00e4rz 2019 die Einrichtung eines Synodalweges angek\u00fcndigt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Papst Franziskus hat sich in einem Brief zu diesem Thema ge\u00e4u\u00dfert <em>\"f\u00fcr das in Deutschland pilgernde Volk Gottes\".<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er erinnerte darin an das, was er 2015 zu den deutschen Bisch\u00f6fen gesagt hatte: dass <em>\"Eine der ersten und gro\u00dfen Versuchungen auf kirchlicher Ebene bestand darin, zu glauben, dass die L\u00f6sungen f\u00fcr die gegenw\u00e4rtigen und zuk\u00fcnftigen Probleme ausschlie\u00dflich in rein strukturellen, organischen oder b\u00fcrokratischen Reformen liegen w\u00fcrden\".<\/em>. Er beschrieb diese Position wie folgt <em>\"Neuer Pelagianismus\".<\/em>.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Papst sprach von der <em>\"Vorrang der Evangelisierung<\/em> ab einem <em>\"Der Weg der Nachfolge als Antwort und Umkehr in Liebe zu dem, der uns zuerst geliebt hat\".<\/em> und dass <em>\"f\u00fchrt uns dazu, die Freude am Evangelium wiederzufinden, die Freude am Christsein\".<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Hauptanliegen sollte sein, \"wie wir diese Freude teilen k\u00f6nnen, indem wir uns \u00f6ffnen und auf unsere Br\u00fcder und Schwestern zugehen\". Ausdr\u00fccklich sprach Franziskus von <em>\"Die Zeichen der Zeit erkennen<\/em>die jedoch <em>\"ist nicht gleichbedeutend mit einer einfachen Anpassung an den Zeitgeist\".<\/em>. Vielmehr ist es f\u00fcr die L\u00f6sung der anstehenden Fragen entscheidend, dass die <em>sensus ecclesiae<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Volk Gottes sollte nicht auf eine <em>\"abgebildete Gruppe\".<\/em>die <em>\"Erlauben Sie sich nicht, diese verstreute Heiligkeit zu sehen, zu schmecken und daf\u00fcr dankbar zu sein\".<\/em>. In diesem Zusammenhang sprach er von Heiligkeit <em>\"von nebenan\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er f\u00fcgte hinzu: <em>\"Wir brauchen das Gebet, die Bu\u00dfe und die Anbetung, um in der Lage zu sein, wie der Z\u00f6llner zu sagen: 'Mein Gott, erbarme dich meiner, denn ich bin ein S\u00fcnder'; nicht als pr\u00fcde, kindisch oder kleinm\u00fctig, sondern mit dem Mut, die T\u00fcr zu \u00f6ffnen und das zu sehen, was normalerweise durch die Oberfl\u00e4chlichkeit, die Kultur des Wohlbefindens und des Scheins verschleiert wird\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rainer Woelki, Kardinal von K\u00f6ln, sagte, ihm gefalle besonders der Hinweis auf die <em>\"Vorrang der Evangelisierung<\/em>Deshalb, <em>\"Wir m\u00fcssen eine missionarische Kirche sein und d\u00fcrfen nicht auf ein 'perfektes Ger\u00e4t' schauen, sondern auf Christus, den auferstandenen Herrn\".<\/em>und dass es tr\u00f6stlich ist <em>\"die Nat\u00fcrlichkeit und das Vertrauen, mit denen der Heilige Vater Begriffe verwendet, die wir hierzulande oft nur z\u00f6gerlich und mit einer gewissen Scheu ausdr\u00fccken, die wir fast vergessen haben\".<\/em>Transformation, Umkehr, Mission\". Der Erzbischof von K\u00f6ln schloss seine Ausf\u00fchrungen mit einem Appell: <em>\"Nehmen wir uns die Worte des Heiligen Vaters zu Herzen, nehmen wir sie ernst! Lasst uns die Frohe Botschaft in die Welt von heute bringen\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a0Obwohl sich auch andere Bisch\u00f6fe in diesem Sinne ge\u00e4u\u00dfert hatten, leitete der sich damals konstituierende Synodalweg aus dem Schreiben des Papstes lediglich eine <em>\"Ermutigung\".<\/em> f\u00fcr ihre Arbeit. Die Erkl\u00e4rung des Papstes zum <em>\"Vorrang der Evangelisierung<\/em> -der zentrale Punkt des Schreibens- wurde nicht ernsthaft in Betracht gezogen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Walter Kasper, ehemaliger Kurienkardinal, nannte dieses Vers\u00e4umnis <em>\"der grundlegende Fehler im System des Synodalweges\".<\/em>In Deutschland scheint missverstanden worden zu sein, dass die vom Papst ge\u00e4u\u00dferte Forderung nach einer Neuevangelisierung nicht nur eine zus\u00e4tzliche Facette des Synodalen Weges, sondern ein Grundprinzip des Synodalen Weges sein soll. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Statt von Evangelisierung spricht der Synodalweg lieber von <em>\"Macht und Gewaltenteilung in der Kirche\".<\/em>. Generell hatte man den Eindruck, dass das Schreiben des Papstes, das von einem sehr ernsten Anliegen gepr\u00e4gt ist, wenig Beachtung fand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Papst Franziskus selbst hat das Thema bei mehreren Gelegenheiten aufgegriffen. So verwies der emeritierte Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, auf eine Audienz beim Heiligen Vater im Oktober 2020, bei der Papst Franziskus beklagt habe, dass in Deutschland Menschen in einer Weise behandelt w\u00fcrden, die nicht den W\u00fcnschen des Papstes entspreche. <em>\"Politische Fragen<\/em> Der Brief des Papstes, in dem er von der Evangelisierung als Schl\u00fcsselfrage f\u00fcr die Zukunft des Glaubens spricht, sei nicht ber\u00fccksichtigt worden, aber Franziskus habe den Eindruck, dass dies in den deutschen Di\u00f6zesen kaum beachtet worden sei. Bischof Algermissen f\u00fcgte hinzu, dass der Papst ihm die Aufgabe \u00fcbertragen habe, daf\u00fcr zu sorgen, dass das Schreiben vom 29. Juni 2019 nicht vergessen werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend des Besuchs <em>ad limina<\/em> der deutschen Bisch\u00f6fe im November 2022 wurde verschiedenen Quellen zufolge deutlich, dass die Missachtung seines Schreibens vom 29. Juni 2019 <em>\"verletzt und w\u00fctend\".<\/em> an den Papst.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof B\u00e4tzing, versprach daraufhin, die Bisch\u00f6fe w\u00fcrden <em>\"Sie werden tiefer in die Charta eindringen\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Franziskus' andere Worte: Eine Synode ist kein Parlament&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in anderer Hinsicht stellte sich der Synodalweg taub gegen\u00fcber den Aussagen von Papst Franziskus: Im September 2019, als die Vorbereitungsarbeiten f\u00fcr den deutschen Synodalweg begannen, sagte Franziskus in einer Audienz f\u00fcr die Synode der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine: <em>\"Eine Synode ist kein Parlament\".<\/em>was nicht als Sondierung der Standpunkte und anschlie\u00dfende Aushandlung von Kompromissen missverstanden werden darf. <em>\"Die Dinge m\u00fcssen diskutiert werden, wie immer, aber es ist kein Parlament. Eine Synode ist keine Abstimmung wie in der Politik: Ich gebe dir dies, du gibst mir das\".<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einer Generalaudienz im November 2020 wiederholte der Papst diesen Gedanken: Synodale Prozesse sollten nicht in den Kategorien von politischen Parteien oder Unternehmen wahrgenommen werden. <em>\"Manchmal bin ich traurig, wenn ich eine Gemeinschaft sehe, die guten Willens ist, aber in die falsche Richtung geht, weil sie glaubt, der Kirche mit Versammlungen zu helfen, als ob sie eine politische Partei w\u00e4re\".<\/em>. Der Synodalweg blieb jedoch bei der Sicherung von Mehrheiten und bei Abstimmungen bestehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schreiben des Pr\u00e4fekten der Kongregation f\u00fcr die Bisch\u00f6fe September 2019: Sorge f\u00fcr die Weltkirche<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im September 2019 richtete der Pr\u00e4fekt der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, einen Brief an den damaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, in dem er erkl\u00e4rte, dass die <em>\"verbindlicher synodaler Prozess<\/em> nicht vorhersehbar ist, so dass <em>\"ist nach kanonischem Recht nicht zul\u00e4ssig\".<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kardinal Ouellet wies darauf hin, dass die Pl\u00e4ne f\u00fcr den Synodalweg mit den von Papst Franziskus in seinem Schreiben vom Juni 2019 festgelegten Leitlinien \u00fcbereinstimmen m\u00fcssen. Nach Ansicht von Kardinal Ouellet kann eine deutsche Synode die allgemeing\u00fcltige Lehre der Kirche nicht \u00e4ndern. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem Schreiben war eine vierseitige Stellungnahme des P\u00e4pstlichen Rates f\u00fcr Gesetzestexte beigef\u00fcgt, in der es hei\u00dft: <em>\"Es ist klar, dass diese Fragen nicht nur die Kirche in Deutschland, sondern die Weltkirche betreffen und - von einigen Ausnahmen abgesehen - nicht Gegenstand von Beratungen oder Entscheidungen einer Teilkirche sein k\u00f6nnen, ohne gegen das zu versto\u00dfen, was der Heilige Vater in seinem Brief zum Ausdruck bringt\".<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Deutsche Bischofskonferenz antwortete, dass sich der Brief von Kardinal Ouellet auf einen fr\u00fcheren Entwurf der Statuten f\u00fcr den Synodalweg beziehe, der inzwischen \u00fcberarbeitet worden sei. Dar\u00fcber hinaus: <em>\"Wir hoffen, dass die Ergebnisse einer Meinungsbildung in unserem Land auch f\u00fcr die Weltkirche und f\u00fcr andere Bischofskonferenzen in Einzelf\u00e4llen n\u00fctzlich sein werden. Auf jeden Fall ist nicht einzusehen, warum die Debatte \u00fcber Fragen, zu denen das Lehramt Festlegungen getroffen hat, wie in Ihrem Schreiben vorgeschlagen, abgeschafft werden soll\".<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Besuch von Kardinal Marx bei Kardinal Ouellet wurde angek\u00fcndigt. <em>\"um Missverst\u00e4ndnisse auszur\u00e4umen\".<\/em>. Die Deutsche Bischofskonferenz hat die \u00fcberarbeiteten Statuten im November 2019 verabschiedet, und der synodale Weg begann Anfang Dezember 2019 mit den vier Vorbereitungsforen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erkl\u00e4rung vom 20. Juli 2022: Es k\u00f6nnen weder neue Regierungsformen geschaffen noch die Lehre oder die Moral ge\u00e4ndert werden.<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem sie in Briefen an die Deutsche Bischofskonferenz, an Kardin\u00e4le und Bisch\u00f6fe und sogar an Bischofskonferenzen anderer L\u00e4nder - von der ukrainischen Bischofskommission f\u00fcr Ehe und Familie bis hin zu Bischof Czeslaw Kozon von Kopenhagen und der Nordischen Bischofskonferenz - ihre Besorgnis \u00fcber den Synodalweg zum Ausdruck gebracht hatten; vom Vorsitzenden der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, \u00fcber 74 Bisch\u00f6fe aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Afrika und Australien bis hin zu Kurienkardin\u00e4len wie Walter Kasper, Robert Sarah und Paul Josef Cordes h\u00e4tte sich der Vatikan zu Wort gemeldet.<a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/la-santa-sede-avierte-al-camino-sinodal-aleman\/\"> ver\u00f6ffentlicht im Juli 2022 <\/a>eine kurze Erkl\u00e4rung, die von dem <em>\"Heiliger Stuhl<\/em> Der Synodalweg - d.h. die h\u00f6chste Autorit\u00e4t der Kirche - hat dem Synodalweg verboten, eine Entscheidung zu treffen, die <em>\"die Bisch\u00f6fe und die Gl\u00e4ubigen zwingen, neue Regierungsformen und neue lehrm\u00e4\u00dfige und moralische Orientierungen anzunehmen\".<\/em>. In dem Dokument hei\u00dft es: <em>\"Es w\u00e4re nicht zul\u00e4ssig, in den Di\u00f6zesen neue offizielle Strukturen oder Lehren einzuf\u00fchren, die eine Verletzung der kirchlichen Gemeinschaft und eine Bedrohung f\u00fcr die Einheit der Kirche darstellen w\u00fcrden, bevor eine Vereinbarung auf der Ebene der Gesamtkirche getroffen wurde\".<\/em>. Die Erkl\u00e4rung zitiert das Schreiben des Papstes vom Juni 2019, in dem der Heilige Vater von der Notwendigkeit spricht <em>\"die Gemeinschaft mit dem ganzen Leib der Kirche stets lebendig und wirksam zu erhalten\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ad-limina-Besuch, November 2022<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die bisher deutlichste Kritik des Vatikans am Synodenweg \u00e4u\u00dferten die Pr\u00e4fekten der Glaubenskongregation, Kardinal Luis Ladaria, und der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, beim so genannten Interdikasteriellen Treffen mit den deutschen Bisch\u00f6fen, <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/kardinale-ausdruckliche-reservierung-auf-dem-synodalen-aleman-omnes-weg\/\">w\u00e4hrend seines Ad-limina-Besuchs im November 2022<\/a>. Die Sitzung wurde von Kardinalstaatssekret\u00e4r Pietro Parolin geleitet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>F\u00fcnf ernste Bedenken von Kardinal Ladaria, Pr\u00e4fekt f\u00fcr die Glaubenslehre<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seinem Vortrag begann Kardinal Ladaria mit dem Schreiben des Papstes vom 29. Juni 2019: ein weiterer Hinweis darauf, wie wichtig es ist, dass das Schreiben des Heiligen Vaters im Zusammenhang mit dem deutschen Synodalweg im Vatikan und nicht nur vom Papst gegeben wird. Als Pr\u00e4fekt des Dikasteriums f\u00fcr die Glaubenslehre \u00e4u\u00dferte er f\u00fcnf Anliegen, <em>\"die sich aus einer sorgf\u00e4ltigen Lekt\u00fcre der Texte ergeben, die bisher in Ihrem Synodenweg behandelt wurden\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst einmal verwies der Kardinal auf die <em>\"literarische Gattung von Texten\".<\/em>. Darin gebe es Aussagen \u00fcber Positionen im Volk Gottes, Hinweise auf wissenschaftliche und soziologische Erkenntnisse, Ergebnisse der Exegese, die noch in der Diskussion sind, <em>\"allgemeine Protokolle \u00fcber die m\u00f6gliche \u00f6ffentliche Anerkennung der Lehre der Kirche und schlie\u00dflich Verweise auf anonyme Theologen ohne die M\u00f6glichkeit der Identifizierung\".<\/em>. Er pl\u00e4diert daher daf\u00fcr, dass der Synodenweg ein einziges Schlussdokument und nicht eine Vielzahl von Texten hervorbringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens: Kardinal Ladaria erw\u00e4hnt die <em>\"Zusammenhang zwischen der Struktur der Kirche und dem Ph\u00e4nomen des Kindesmissbrauchs durch Geistliche und anderen Missbrauchsph\u00e4nomenen\".<\/em>. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen weitere Missbr\u00e4uche verhindert werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass <em>\"das Geheimnis der Kirche auf eine blo\u00dfe Machtinstitution zu reduzieren oder die Kirche von Anfang an als eine strukturell missbr\u00e4uchliche Organisation zu betrachten\".<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die dritte Beobachtung von Ladaria bezieht sich auf die <em>\"Die Sicht der Kirche auf die menschliche Sexualit\u00e4t\".<\/em>Der Kardinal f\u00fchrt insbesondere den Katechismus der Katholischen Kirche von 1992 als Autorit\u00e4t an. Aus den Texten des Synodalweges k\u00f6nne man den Eindruck gewinnen <em>\"dass es in diesem Bereich der kirchlichen Lehre fast nichts mehr zu retten gibt. Alles muss ge\u00e4ndert werden\".<\/em>. Der Kardinal stellt die Frage: Welche Auswirkungen hat dies auf die Gl\u00e4ubigen? <em>\"Wer h\u00f6rt schon auf die Stimme der Kirche und bem\u00fcht sich, deren Richtlinien f\u00fcr sein Leben zu befolgen, wenn er meint, dass er bisher alles falsch gemacht hat?\"<\/em>. Und ruft auf <em>\"mehr Vertrauen in die Vision<\/em> dass <em>\"Das Lehramt hat sich in den letzten Jahrzehnten im Bereich der Sexualit\u00e4t weiterentwickelt\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viertens: Der Pr\u00e4fekt des Dikasteriums f\u00fcr die Glaubenslehre er\u00f6rtert <em>\"die Rolle der Frauen in der Kirche und insbesondere die Frage des Zugangs von Frauen zur Priesterweihe\".<\/em>. Kardinal Ladaria wirft vor, dass die Texte des Synodalweges alles auf die Behauptung reduzieren, dass die Kirche die W\u00fcrde der Frauen nicht respektiert, weil sie keinen Zugang zur Priesterweihe haben. Ladaria: <em>\"Es geht darum, die Wahrheit zu akzeptieren, dass 'die Kirche keinerlei Befugnis hat, Frauen zu Priestern zu weihen' (Johannes Paul II., Ordinatio sacerdotalis)\".<\/em>. Sie erkennt jedoch an <em>\"die j\u00fcngsten Beratungen des Synodalweges\".<\/em> Sie haben sich auch an Papst Franziskus gewandt, um eine Kl\u00e4rung in dieser Frage zu erreichen. Dies, <em>\"Er w\u00fcrde zweifellos die sehr kontroversen T\u00f6ne des Textes \u00fcber den Zugang von Frauen zur Priesterweihe abschw\u00e4chen, und daf\u00fcr k\u00f6nnen wir nur dankbar sein.<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich \u00e4u\u00dfert Kardinal Ladaria seine Einw\u00e4nde bez\u00fcglich <em>\"die Aus\u00fcbung des Lehramtes der Kirche und insbesondere die Aus\u00fcbung des bisch\u00f6flichen Lehramtes\".<\/em> nach dem Synodalweg und kritisiert, dass sie in den Texten fast v\u00f6llig vergessen wurde <em>\"der Hinweis auf die konziliare Verfassung <\/em>Dei Verbum<em> und insbesondere die Frage der Weitergabe des Glaubens durch die apostolische Sukzession\".<\/em>. Deshalb lehnt er es ab, den Auftrag der Bisch\u00f6fe mit dem der Bisch\u00f6fe gleichzusetzen. <em>\"andere \u00c4mter in der Kirche, wie die der Theologen und der Experten in anderen Wissenschaften\".<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kardinal Ouellet, Pr\u00e4fekt der Bisch\u00f6fe: keine \u00c4nderung der Doktrin m\u00f6glich<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Pr\u00e4fekt des Dikasteriums f\u00fcr die Bisch\u00f6fe nahm an der gleichen Sitzung teil, <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/interview-ouellet-synodalrat-aleman\/\">Kardinal Marc Ouellet, bezog sich ebenfalls auf das Schreiben von Papst Franziskus vom Juni 2019.<\/a>die Tatsache, dass das Schreiben <em>\"wurde nicht wirklich als Leitfaden f\u00fcr die synodale Methode herangezogen\".<\/em> hatte wichtige Konsequenzen. <em>\"Nach dieser anf\u00e4nglichen Distanzierung vom p\u00e4pstlichen Lehramt auf methodischer Ebene kam es im Laufe der Arbeit zu wachsenden Spannungen mit dem offiziellen Lehramt auf inhaltlicher Ebene\".<\/em>was zu Vorschl\u00e4gen f\u00fchrte <em>\"im offenen Widerspruch zur Lehre, die von allen P\u00e4psten seit dem Zweiten Vatikanischen \u00d6kumenischen Konzil bekr\u00e4ftigt wurde\".<\/em>. Dies ist gleichbedeutend mit einer <em>\"Ver\u00e4nderung der Kirche\".<\/em> und nicht nur f\u00fcr <em>\"pastorale Neuerungen im moralischen oder dogmatischen Bereich\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kardinal Ouellet ist beeindruckt von der Tatsache, dass <em>\"Die Agenda einer begrenzten Gruppe von Theologen vor einigen Jahrzehnten ist pl\u00f6tzlich zu einem Vorschlag der Mehrheit des deutschen Episkopats geworden\".<\/em>. In diesem Zusammenhang erw\u00e4hnt sie die Abschaffung des Pflichtz\u00f6libats, die Ordination von <em>Testviren<\/em>Zugang zur Ordination f\u00fcr Frauen, eine <em>\"moralische Neubewertung der Homosexualit\u00e4t\".<\/em> und von der Gender-Theorie inspirierte \u00dcberlegungen zur Sexualit\u00e4t sowie die <em>\"Strukturelle und funktionale Begrenzung der hierarchischen Macht\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Pr\u00e4fekt spricht aber auch von der <em>\"Die M\u00f6glichkeit, durch einen methodischen Wechsel Perspektiven zu verbinden, k\u00f6nnte dazu beitragen, die Thesen des Deutschen Synodalweges zu verbessern\".<\/em>. Zu diesem Zweck empfiehlt sie <em>\"um dem Ansatz von Papst Franziskus und der Weltbischofssynode tiefer zuzuh\u00f6ren\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Abschlusskommuniqu\u00e9: Vorbehalte zu Methode, Inhalt und Vorschl\u00e4gen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem \"Gemeinsamen Kommuniqu\u00e9\" haben der Heilige Stuhl und die deutschen Bisch\u00f6fe die wichtigsten Punkte des interdikasteriellen Dialogs zusammengefasst. In dem Dokument hei\u00dft es, dass Kardinal Ladaria und Kardinal Ouellet <em>\"klar und offen Bedenken und Vorbehalte gegen\u00fcber der Methode, dem Inhalt und den Vorschl\u00e4gen des Synodalweges ge\u00e4u\u00dfert\".<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kardinalstaatssekret\u00e4r Parolin wies darauf hin, dass <em>\"kann nicht beiseite gelassen werden\".<\/em> den Gedankenaustausch im Rahmen des interdi\u00f6zesanen Dialogs. Dar\u00fcber hinaus wurde erw\u00e4hnt, dass die <em>\"zahlreiche Beitr\u00e4ge\".<\/em> in dem <em>\"die zentrale Bedeutung von Evangelisierung und Mission als Endziele der laufenden Prozesse\" wurde festgestellt.<\/em>sondern auch <em>\"das Bewusstsein, dass einige Themen nicht verhandelbar sind\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Ad-limina-Besuch stellt sich jedoch die Frage, wie die Bisch\u00f6fe diese Vorschl\u00e4ge in den Synodalweg einbringen werden. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat bereits angek\u00fcndigt, dass es seine Tagesordnung f\u00fcr die F\u00fcnfte Vollversammlung im M\u00e4rz beibehalten wird.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein \"Nebenschauplatz\": Segen f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den Forderungen des Synodalweges geh\u00f6rt die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Im M\u00e4rz 2021 antwortete die Kongregation f\u00fcr die Glaubenslehre auf eine <em>dubium<\/em> die ihnen vorgelegt worden waren. In dem vom Pr\u00e4fekten, Kardinal Luis Ladaria, und dem Sekret\u00e4r der Glaubenskongregation, Erzbischof Giacomo Morandi, unterzeichneten Dokument hei\u00dft es, die Kirche sei nicht befugt, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu segnen. Mit der Art des von der Kirche erteilten Segens ist nur das Folgende vereinbar <em>\"das, was dazu bestimmt ist, die Gnade zu empfangen und zum Ausdruck zu bringen, im Dienst der Pl\u00e4ne Gottes, die in der Sch\u00f6pfung eingeschrieben sind und durch Christus, unseren Herrn, vollst\u00e4ndig offenbart wurden\".<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Deutschland wurden sie jedoch am 10. Mai organisiert. <em>\"Segnungsgottesdienste f\u00fcr Menschen, die sich lieben\".<\/em>die auch homosexuelle Paare umfasste. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg B\u00e4tzing, erkl\u00e4rte jedoch, er halte solche Aktionen nicht f\u00fcr \u00f6ffentlich. <em>\"ein n\u00fctzliches Signal und ein Weg in die Zukunft\".<\/em>die nicht geeignet waren als <em>\"Instrument f\u00fcr politisch-kirchliche Demonstrationen oder Protestaktionen\".<\/em>. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entre las manifestaciones de la Santa Sede sobre el Camino Sinodal alem\u00e1n tiene un especial peso espec\u00edfico la carta que redact\u00f3, de su propio pu\u00f1o y letra, el Papa Francisco \u201cAl pueblo de Dios que peregrina en Alemania\u201d, fechada el 29 de junio de 2019, cuando la Conferencia Episcopal alemana hab\u00eda anunciado el Camino Sinodal, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":399,"featured_media":28534,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[36,46],"tags":[804,396,4,784],"class_list":["post-28533","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-actualidad","category-mundo","tag-camino-sinodal-aleman","tag-papa-francisco","tag-roma","tag-santa-sede"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>La posici\u00f3n de la Santa Sede ante el Camino Sinodal - Omnes<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Omnes es un medio de comunicaci\u00f3n cat\u00f3lico que trata los temas de actualidad desde el an\u00e1lisis y reflexi\u00f3n, con una mirada cat\u00f3lica.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/welt\/saint-sede-synodal-way\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"La posici\u00f3n de la Santa Sede ante el Camino Sinodal - Omnes\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Omnes es un medio de comunicaci\u00f3n cat\u00f3lico que trata los temas de actualidad desde el an\u00e1lisis y reflexi\u00f3n, con una mirada cat\u00f3lica.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/welt\/saint-sede-synodal-way\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Omnes\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2023-02-13T05:00:00+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20221117T0900-GERMAN-BISHOPS-ADLIMINA-1752034.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"920\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"526\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Jos\u00e9 M. 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