{"id":32046,"date":"2023-07-15T06:00:00","date_gmt":"2023-07-15T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=32046"},"modified":"2023-06-27T08:57:26","modified_gmt":"2023-06-27T07:57:26","slug":"arte-lucio-fontana","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/arte-lucio-fontana\/","title":{"rendered":"Lucio Fontanas \"Wei\u00dfer Kreuzweg\"."},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich gefragt wurde, ob ich Interesse daran h\u00e4tte, eine Kolumne \u00fcber zeitgen\u00f6ssische sakrale Kunst f\u00fcr Omnes zu schreiben, dachte ich sofort, dass dies eine schwierige, aber spannende Aufgabe sein w\u00fcrde. Der Herausgeber der Zeitschrift sagte mir, dass die Idee darin best\u00fcnde, in jedem Artikel einen K\u00fcnstler vorzustellen, der meiner Meinung nach aus katholischer Sicht interessant sein k\u00f6nnte. Lassen Sie mich zun\u00e4chst sagen, dass mein Zugang zur zeitgen\u00f6ssischen sakralen Kunst nicht auf Gewissheiten beruht, sondern vielmehr auf dem Bewusstsein der Komplexit\u00e4t des Themas.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Trends in der sakralen Kunst<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die christliche sakrale Kunst, die zur Gestaltung des liturgischen Raums beitr\u00e4gt oder als Hilfsmittel f\u00fcr die kollektive oder pers\u00f6nliche Andacht und das Gebet dient, ist eine Kunst, die einen bestimmten Zweck verfolgt und sehr sensible Aspekte f\u00fcr Gemeinschaften und Einzelpersonen ber\u00fchrt. Die westliche Tradition, d.h. die katholische Tradition, hat im Gegensatz zur orthodoxen Tradition eine gro\u00dfe Flexibilit\u00e4t zugelassen, um zu experimentieren und Stile zu \u00fcbernehmen, die sich mit der Zeit und dem Raum ver\u00e4ndert haben. Jede k\u00fcnstlerische Revolution, jeder Stil, hat seine eigene \"Art\" des Umgangs mit dem Heiligen zum Ausdruck gebracht, sowohl in Bezug auf <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/die-papst-rufe-nach-serioser-und-dynamischer-liturgischer-bildung\/\">Liturgie <\/a>ab der Hingabe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neuere westliche Kunst scheint sich jedoch weniger f\u00fcr das Heilige interessiert zu haben, obwohl sie Str\u00f6mungen, Bewegungen und K\u00fcnstler hervorgebracht hat, die eine Kunst vorgeschlagen haben, die, mehr oder weniger von Kritikern und Publikum akzeptiert, von einer Pr\u00e4senz zeugt. Einige dieser K\u00fcnstler haben sich mit dem Thema des Sakralen auseinandergesetzt, manchmal auf provokante und sogar respektlose Art und Weise, in vielen anderen F\u00e4llen mit aufrichtigem Interesse.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/arcilla-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-32055\" width=\"171\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/arcilla-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/arcilla-467x700.jpg 467w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/arcilla-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/arcilla-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/arcilla-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/arcilla-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/arcilla-8x12.jpg 8w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/arcilla-600x900.jpg 600w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/arcilla.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 171px) 100vw, 171px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Terracotta Fontana Kreuzweg<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts der zeitgen\u00f6ssischen k\u00fcnstlerischen Bewegungen und einiger christlicher K\u00fcnstler, die sich f\u00fcr die traditionelle sakrale Kunst interessieren, ist ein Gegensatz entstanden, der sich in der Folge in den christlichen Gl\u00e4ubigen und in denjenigen widerspiegelt, die die Verantwortung haben, die neue k\u00fcnstlerische Produktion zu kanalisieren: Auf der einen Seite diejenigen, die glauben, dass wir offen sein m\u00fcssen f\u00fcr neue Vorschl\u00e4ge, f\u00fcr eine neue Sensibilit\u00e4t, die jedoch weit davon entfernt ist, eindeutig zu sein, da sie so zersplittert ist, wie es die zeitgen\u00f6ssische Kunstszene heute ist; auf der anderen Seite andere, die zur\u00fcckblicken und denken, dass wir zur Kunst des 19. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letztere, d. h. diejenigen, die wir der Einfachheit halber als traditionell bezeichnen, beziehen sich wiederum auf verschiedene Traditionen; einige blicken auf den christlichen Osten, auf Ikonen, andere auf das Mittelalter, andere auf die Renaissance oder auf das 19. Jahrhundert, das auch die Epoche der Neugotik, des Neoklassizismus, der Neorenaissance, der Neoromanik....<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Ansatz der Kirche<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df nicht, was man heute in diesem Bereich tun sollte und was nicht. Es liegt an den K\u00fcnstlern, nachzudenken, Vorschl\u00e4ge zu machen, zu reflektieren, nat\u00fcrlich zusammen mit ihren Auftraggebern, den religi\u00f6sen Bezugsgemeinschaften, und auch mit denen, die das Thema studiert haben, zum Beispiel indem sie das Thema zeitgen\u00f6ssische sakrale Kunst in einer Schule f\u00fcr sakrale Kunst unterrichten. Kunst ist ein komplexes Ph\u00e4nomen, das sich nicht auf Rezepte oder Schemata reduzieren l\u00e4sst. Das hei\u00dft aber nicht, dass man nicht dar\u00fcber nachdenken und Argumente finden kann, dass ein K\u00fcnstler oder ein Werk mehr oder weniger geeignet ist f\u00fcr den liturgischen Gebrauch, innerhalb des Glaubens und auch innerhalb der christlich-abendl\u00e4ndischen Tradition, in einem \"Hier\" und einem \"Jetzt\", das variiert und das auch (aber nicht nur) von Raum und Zeit abh\u00e4ngt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe soeben festgestellt, dass die christliche sakrale Kunst in der katholischen Tradition mit der Kultur verbunden ist, die sich mit den Zeiten und Orten ver\u00e4ndert. Dies wird in einem lehramtlichen Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils dargelegt, in dem es unter anderem hei\u00dft, dass die katholische Kirche keinen k\u00fcnstlerischen Referenzstil hat, weil der Stil derjenige sein muss, der dem Glauben und der W\u00fcrde der Feier am meisten entspricht, aber auch den spezifischen Kulturen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So hei\u00dft es in der Konstitution \"Sacrosanctum Concilium\" unter Punkt 123: \"Die Kirche hat sich nie einen bestimmten k\u00fcnstlerischen Stil zu eigen gemacht, sondern entsprechend dem Charakter und den Verh\u00e4ltnissen der V\u00f6lker und den Bed\u00fcrfnissen der verschiedenen Riten die k\u00fcnstlerischen Formen jedes Zeitalters aufgenommen und so im Laufe der Jahrhunderte einen k\u00fcnstlerischen Schatz geschaffen, der mit aller Sorgfalt zu bewahren ist. Auch die Kunst unserer Zeit und aller V\u00f6lker und L\u00e4nder mu\u00df sich in der Kirche frei entfalten k\u00f6nnen, vorausgesetzt, da\u00df sie den Bed\u00fcrfnissen der Sakralbauten und der heiligen Riten mit der gebotenen Ehrfurcht und Ehre dient. Auf diese Weise wird sie in der Lage sein, ihre eigene Stimme zu dem bewundernswerten Reigen des Ruhmes hinzuzuf\u00fcgen, den erhabene Menschen in den vergangenen Jahrhunderten zum katholischen Glauben erhoben haben\".<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/marron-1024x853.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-32054\" width=\"256\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/marron-1024x853.jpg 1024w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/marron-700x583.jpg 700w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/marron-300x250.jpg 300w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/marron-768x640.jpg 768w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/marron-14x12.jpg 14w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/marron-600x500.jpg 600w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/marron.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Kreuzweg von Fontana in glasierter Keramik<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist der Grund, warum diese Themen komplex sind und gro\u00dfen Respekt verlangen, ohne Schematismus und ohne nach universellen oder unver\u00e4nderlichen Formen zu suchen. Gott ist unendlich und ewig, aber die M\u00f6glichkeiten, ihn darzustellen, sind nicht unendlich und ewig, denn sie h\u00e4ngen von der Materie, den Techniken und der Kultur ab, die auf den Reichtum Gottes verweisen, ihn aber nicht ersch\u00f6pfen, auch nicht auf poetische oder symbolische Weise. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4re dies nicht der Fall, w\u00fcrde Gott zu einem \"Objekt\", das wir besitzen und das wir abgrenzen. Wenn Gott unendlich ist, wird es unendlich viele M\u00f6glichkeiten geben, sich auf ihn zu beziehen, und einige von ihnen werden dem Empfinden und dem Geschmack eines Volkes, einer Epoche angemessener sein. Gott in ein \u00e4sthetisches Schema zu pressen, bedeutet, ihn in ein Idol zu verwandeln. Dar\u00fcber hinaus muss die christliche Kunst inkarniert sein, so wie das Wort Gottes inkarniert war, indem es eine menschliche Gestalt annahm und sich einer Art und Weise bediente, sich zu kleiden, zu sprechen und sich zu offenbaren, die f\u00fcr seine Zeitgenossen ebenso bedeutsam war und ist wie f\u00fcr uns.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zweideutige Begriffe<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage der sakralen Kunst, d.h. der Beziehung zwischen Gott und den menschlichen Kulturen, wird auch dadurch erschwert, dass es keine Klarheit \u00fcber die verwendeten Begriffe gibt. Sakrale Kunst ist ein sehr weit gefasster und etwas zweideutiger Begriff. Einige Gelehrte ziehen es vor, von liturgischer Kunst zu sprechen (und dann ist es notwendig zu spezifizieren, mit welcher Liturgie wir es zu tun haben), von religi\u00f6ser Kunst (und hier ist es notwendig zu verstehen, mit welcher Religion wir es zu tun haben, denn selbst innerhalb des Christentums gibt es verschiedene Visionen, von orthodox bis katholisch, einschlie\u00dflich der verschiedenen und spezifischen Visionen der protestantischen Kirchen). Die Kunst im Dienste der Kirche, ja der Kirchen, spiegelt die bestehenden Unterschiede wider und verst\u00e4rkt sie in gewissem Ma\u00dfe, aber sie sollte auch die Gemeinsamkeiten hervorheben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Lucio Fontana und der \"wei\u00dfe Kreuzweg\".<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach diesen einleitenden Worten komme ich zu dem ersten K\u00fcnstler, den ich vorschlage: Lucio Fontana (Rosario di Santa F\u00e9, Argentinien, 19. Februar 1899 - Comabbio, Italien, 7. September 1968) und sein \"Wei\u00dfer Kreuzweg\".<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/unnamed-2-769x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-32051\" width=\"192\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/unnamed-2-769x1024.jpg 769w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/unnamed-2-525x700.jpg 525w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/unnamed-2-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/unnamed-2-768x1023.jpg 768w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/unnamed-2-1153x1536.jpg 1153w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/unnamed-2-9x12.jpg 9w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/unnamed-2-600x799.jpg 600w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/unnamed-2.jpg 1201w\" sizes=\"auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fontana Wei\u00dfer Kreuzweg<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum schlage ich Fontana vor? Der Grund ist einfach: Er ist ein K\u00fcnstler, der experimentiert und innoviert hat. Der geb\u00fcrtige Argentinier entstammt einer italienischen Bildhauerfamilie, die in der Bestattungsbranche in Rosario t\u00e4tig war: Sein aus Varese stammender Vater hatte eine argentinische Schauspielerin, Lucia Bottini, ebenfalls italienischer Herkunft, geheiratet. Lucio studiert an der Akademie der Sch\u00f6nen K\u00fcnste in Mailand. Er ist ein Mustersch\u00fcler, sehr gut in figurativer Kunst, aber sobald er sein Studium abgeschlossen hat, schl\u00e4gt er einen v\u00f6llig anderen Weg ein, mit einer Suche, die er \"r\u00e4umlich\" nennt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fontana bricht mit der Tradition, darin ist er sehr zeitgen\u00f6ssisch. Der Bruch mit der Tradition ist nicht wirklich ein Element absoluter Neuheit, denn vor allem in der westlichen Kunst jeder Epoche haben sich die K\u00fcnstler auf innovative Weise von der Generation vor ihnen distanziert und mit ihr gebrochen. In der zeitgen\u00f6ssischen Kunst erfolgt der Bruch mit dem Klassizismus, mit der so genannten akademischen Kunst, die oft zu den \"Primitiven\" zur\u00fcckkehrt. Fontana wurde ber\u00fchmt f\u00fcr seine Schnitte in der Leinwand, die in seiner Absicht ein Streben nach \u00dcberwindung waren, nicht ein Akt der Entstellung der bildlichen Kunst, wie manche es verstanden haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Kreuzweg als Thema in Fontana<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fontana interessierte sich f\u00fcr das Thema der Kreuzwegstationen und schuf in relativ kurzer Zeit drei davon: den dreidimensionalen, sehr farbenfrohen, glasierten aus Keramik von 1947, der einem Privatsammler geh\u00f6rt und den Fontana \"ohne Auftrag\" - wie der italienische Kunstkritiker Giovanni Testori schrieb - \"also von seiner eigenen, sehr privaten Spannung und Notwendigkeit getrieben\" ausf\u00fchrte; der wei\u00dfe Kreuzweg, auf den wir uns hier beziehen wollen, datiert 1955-1956 und befindet sich im Di\u00f6zesanmuseum von Mailand; und schlie\u00dflich der Terrakotta-Kreuzweg von 1956-1957 mit 14 ovalen Stationen, der sich heute in der Kirche San Fedele in Mailand befindet.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/blanco-flagel-764x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-32053\" width=\"191\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/blanco-flagel-764x1024.jpg 764w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/blanco-flagel-522x700.jpg 522w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/blanco-flagel-224x300.jpg 224w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/blanco-flagel-768x1030.jpg 768w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/blanco-flagel-1145x1536.jpg 1145w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/blanco-flagel-9x12.jpg 9w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/blanco-flagel-600x805.jpg 600w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/blanco-flagel.jpg 1193w\" sizes=\"auto, (max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eine weitere Szene des wei\u00dfen Kreuzweges<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wei\u00dfen Kreuzwegstationen scheinen mir am wirkungsvollsten zu sein, mit ihren achteckigen Stationen - ein klarer Hinweis auf die Auferstehung und den achten Tag -, die aus einer homogenen reflektierenden Oberfl\u00e4che, dem Wei\u00df der Keramik, hervortreten. Die kaum skizzierten Figuren, die in ihrem blendenden Wei\u00df eine starke Dynamik und Dramatik ausstrahlen, erhalten durch den klugen Einsatz von Schwarz und Rot noch mehr Kraft. Fontana ist ein Minimalist. Er versucht mit einer schnellen Geste, das Wesentliche zu erfassen. Er sagt, ohne sich zu ersch\u00f6pfen, er deutet an, er vertagt, er dr\u00e4ngt zur pers\u00f6nlichen Kontemplation. Der Kreuzweg ist die Geschichte Christi und in gewisser Weise auch die Geschichte eines jeden Menschen. Die Figuren entspringen der Materie, sie sind erdverbunden, sie sind dynamisch, sie bewegen sich. Und auch der Blickwinkel des K\u00fcnstlers bewegt sich und mit ihm der Blickwinkel derjenigen, die die Werke betrachten. Einige Szenen befinden sich auf unserer Sichth\u00f6he, andere k\u00f6nnen wir von oben betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Werk bewegt der K\u00fcnstler das Material im Relief, verwendet aber auch Gravuren. Die Keramik wird wie ein Skizzenbuch. Gro\u00dfe Beherrschung der Komposition, aber vor allem Geschwindigkeit der Ausf\u00fchrung und Pr\u00e4gnanz. Offensichtlich handelt es sich in diesem Fall nicht um eine einfache Improvisation, denn hinter jeder Szene stecken viele Gedanken und \u00dcberlegungen, die dennoch schnell Gestalt annehmen, um Kontemplation und pers\u00f6nliches Gebet anzuregen, mit einer Frische und Dramatik, die - meiner Meinung nach - anderen ber\u00fchmten Kreuzwegstationen in der christlichen Kunst in nichts nachstehen.&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cuando me preguntaron si estar\u00eda interesado en redactar una columna sobre arte sacro contempor\u00e1neo para Omnes, pens\u00e9 inmediatamente que ser\u00eda un trabajo dif\u00edcil, pero por eso mismo apasionante. 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