{"id":32211,"date":"2023-07-05T06:00:00","date_gmt":"2023-07-05T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=32211"},"modified":"2025-11-28T14:59:48","modified_gmt":"2025-11-28T12:59:48","slug":"zionismus-israel-ferrara","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/sionismo-israel-ferrara\/","title":{"rendered":"Auf dem Weg zur Gr\u00fcndung des Staates Israel. Der Zionismus und die ersten Aliyot"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Begriff Zionismus (von \"Zion\", dem Namen eines der H\u00fcgel, auf denen Jerusalem steht, und im weiteren Sinne aus den Psalmen f\u00fcr die gesamte heilige Stadt und das Land Jerusalem) ist ein Begriff, der verwendet wurde, um sich auf die <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/die-juden-und-die-diaspora\/\">Israel<\/a>) erschien erstmals 1890 in der von Nathan Birnbaum gepr\u00e4gten Zeitschrift \"Selbstemanzipation\". Es handelt sich um einen eher allgemeinen Begriff, da das zionistische Projekt oder die zionistische Ideologie in ihren verschiedenen Facetten und in den Visionen ihrer zahlreichen Vertreter in der Tat auf die Emanzipation des j\u00fcdischen Volkes angesichts der Unm\u00f6glichkeit seiner Assimilation und Integration in den Alten Kontinent abzielt, wobei diese Emanzipation auf nationaler und territorialer oder auch nur auf geistiger und kultureller Basis erfolgen kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zionismus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre fr\u00fchen Vertreter, die in Laienkreisen nicht sehr bekannt sind, sind Yehuda Alkalai (1798-1878), Zvi Hirsch Kalischer (1795-1874) und Moses Hess (1812-1875), Autor von Rom und Jerusalem, sowie Yehuda Leib (Leon) Pinsker (1821-1892), Gr\u00fcnder und F\u00fchrer der Bewegung Hovevevei Zion. Sie tr\u00e4umten von einer Art Erl\u00f6sung der Juden, insbesondere der marginalisierten Massen Osteuropas, durch einen Prozess, der zu einer freieren und bewussteren Existenz in einer pal\u00e4stinensischen Siedlung f\u00fchren w\u00fcrde, wenn auch unter der Souver\u00e4nit\u00e4t des osmanischen Sultans. Es handelte sich also eher um Projekte und Bestrebungen zur wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Emanzipation als zur nationalen und territorialen Emanzipation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zionist schlechthin ist jedoch der ber\u00fchmte <a href=\"https:\/\/historia.nationalgeographic.com.es\/edicion-impresa\/articulos\/theodor-herzl-sueno-nuevo-hogar-judio_18022\">Theodor Herzl<\/a> (1860-1904). Der aus Budapest stammende Herzl war ein v\u00f6llig assimilierter Jude und begann erst 1894, sich mit der so genannten \"Judenfrage\" zu besch\u00e4ftigen, als er als Chefredakteur der Neuen Freien Presse als Korrespondent in Paris weilte. In jenem Jahr brach in Paris die \"Dreyfuss-Aff\u00e4re\" aus, die den Mann, der als Gr\u00fcndervater des Staates Israel gilt (wo sogar eine 1924 gegr\u00fcndete Stadt, Herzliya, nach ihm benannt wurde), aufgrund ihres antisemitischen Charakters schockierte und ihn dazu veranlasste, \u00fcber die Judenfrage nachzudenken (die sein Interesse bis dahin nicht geweckt zu haben scheint) und eine Brosch\u00fcre mit dem Titel Der Judenstaadt zu verfassen, in der er sich bis ins kleinste Detail vorstellt, wie ein vollst\u00e4ndig j\u00fcdischer Staat gegr\u00fcndet und aufgebaut werden k\u00f6nnte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr ihn ist die Judenfrage nicht mehr nur eine religi\u00f6se, kulturelle oder soziale Frage, sondern eine nationale: Die Juden sind ein Volk und brauchen ein eigenes Territorium, um dem jahrhundertealten Antisemitismus zu entkommen, der sie verfolgt. So gr\u00fcndete er 1897 anl\u00e4sslich des ersten Zionistenkongresses in Basel die Zionistische Weltorganisation, deren Ziele die programmatischen Linien widerspiegelten, die auf demselben Kongress verabschiedet wurden, n\u00e4mlich das \"Basler Programm\". Dieses Programm zielte auf die Schaffung eines international rechtlich anerkannten j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es muss gesagt werden, dass Pal\u00e4stina nicht das einzige in Betracht gezogene Gebiet war. Auch Argentinien, das reich und d\u00fcnn besiedelt ist, wurde von Herzl als sicherer Hafen f\u00fcr das j\u00fcdische Volk vorgeschlagen, ebenso wie Zypern und S\u00fcdafrika. Nachdem er Sultan Abd\u00fclhamid vorgeschlagen hatte, die Schulden des Osmanischen Reiches im Tausch gegen Pal\u00e4stina zu begleichen, und dieser Vorschlag abgelehnt worden war, wandte sich Herzl an Gro\u00dfbritannien und entschied sich f\u00fcr die Sinai-Halbinsel (die Al-Arish-K\u00fcste) oder Uganda als m\u00f6gliche Gebiete f\u00fcr einen k\u00fcnftigen j\u00fcdischen Staat, die jedoch nach seinem Tod 1904 nicht mehr in Frage kamen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben bereits geschrieben, dass der Zionismus keineswegs ein monolithischer Block oder ein Projekt ist, f\u00fcr das es eine Identit\u00e4t der Ansichten aller seiner Vertreter gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den wichtigsten Str\u00f6mungen geh\u00f6ren die folgenden:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Territorialistischer (oder neoterritorialistischer) Zionismus: Seine Vertreter, allen voran der englisch-j\u00fcdische Schriftsteller und Dramatiker Israel Zangwill (1864-1926), lehnten die Idee einer historischen Verbindung zwischen Juden und Pal\u00e4stina sowie zwischen dem Zionismus selbst und Pal\u00e4stina ab und machten sich \u00fcber die von Zangwill selbst gegr\u00fcndete Jewish Territorial Organisation auf die Suche nach einem geeigneten Gebiet, das dem j\u00fcdischen Volk zugewiesen werden sollte. Zu den m\u00f6glichen Kolonialgebieten geh\u00f6rten Angola, Tripolitanien, Texas, Mexiko und Australien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Geistiger Zionismus: Sein Hauptvertreter war Asher Hirsch Ginzberg (1856-1927), bekannt als Ahad Ha-Am (hebr\u00e4isch: einer aus dem Volk). Er war der \u00dcberzeugung, dass Pal\u00e4stina nicht die ideale L\u00f6sung sei, weil es nicht die gesamte j\u00fcdische Weltbev\u00f6lkerung beherbergen k\u00f6nne, und vor allem (er war einer der wenigen, die dies erkl\u00e4rten): Es war bereits von einem anderen semitischen Volk, den Arabern, besetzt, vor denen er Respekt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Binationaler Zionismus, dessen Hauptvertreter Judah Leon Magnes (1877-1948) und der ber\u00fchmte Martin Buber (1878-1965) waren. Buber vertrat insbesondere die Auffassung, dass Zionismus und Nationalismus nichts miteinander zu tun h\u00e4tten, sondern dass der Zionismus eine \"Kraft des Geistes\" sein m\u00fcsse, die von einem geistigen Zentrum in Jerusalem ausgehe. Die Gr\u00fcndung eines Nationalstaates auf ausschlie\u00dflich j\u00fcdischer Grundlage sei daher undenkbar. Stattdessen sollten Juden und Araber in einem binationalen Staat friedlich koexistieren. Auch nach der Gr\u00fcndung des Staates Israel wandte sich Buber entschieden gegen die Politik der Regierungen seines neuen Landes gegen\u00fcber der arabischen Minderheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Der sozialistische Zionismus, dessen Ziel es war, das j\u00fcdische Volk nicht nur durch eine Massenauswanderung nach Pal\u00e4stina, sondern auch durch den Aufbau eines proletarischen und sozialistischen Staates ein f\u00fcr alle Mal von seiner jahrhundertealten Unterjochung zu befreien. Dov Ber Borochov (1881-1917), der Hauptvertreter dieser Str\u00f6mung, wollte die wirtschaftliche und kulturelle Assimilierung eines als r\u00fcckst\u00e4ndig angesehenen Bev\u00f6lkerungsteils durch eine \"fortschrittlichere\" Bev\u00f6lkerung, die eine dominierende Stellung behalten sollte, von oben herab durch marxistische Ma\u00dfnahmen erzwingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Bewaffneter (revisionistischer) Zionismus, dessen gr\u00f6\u00dfter Theoretiker und Verfechter der russische Jude Vladimir Ze'ev Jabotinsky (1880-1940) war. Er gr\u00fcndete 1920 die J\u00fcdische Legion und 1925 eine rechtsextreme Partei, die Weltunion der revisionistischen Zionisten (Zohar), aus der sich terroristische Organisationen wie die Irgun Zevai Leumi (Nationale Milit\u00e4rorganisation) und die Lehi (Lohamei Herut Israel), besser bekannt als Stern-Bande, entwickelten. Der bewaffnete Kampf (sowohl gegen die damalige Mandatsmacht Gro\u00dfbritannien als auch gegen die arabische Bev\u00f6lkerung) wurde als einzige M\u00f6glichkeit f\u00fcr die Juden angesehen, einen Staat zu errichten, der unter anderem antisozialistisch und antimarxistisch war. Diese Form des Zionismus setzte sich gegen\u00fcber allen anderen durch und durchdrang verschiedene Strukturen des Staates Israel, insbesondere die Doktrin politischer Parteien und Bewegungen wie die Likud-Partei von Benjamin Netanjahu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man versucht, eine erste Bilanz des Zionismus zu ziehen, kann man sagen, dass er zumindest bis 1918 bei den Juden in der Welt kaum Fu\u00df gefasst hat. Die Zahlen der Migrationsstr\u00f6me nach Pal\u00e4stina zwischen 1880 und 1918 belegen die Ankunft von 65.000-70.000 Juden; zwischen 1919 und 1948 kamen 483.000 an. Allein zwischen 1948 und 1951 wanderten 687.000 in den neu gegr\u00fcndeten j\u00fcdischen Staat aus. Insgesamt kamen zwischen 1948 und 1991 bis zu 2.200.000 Menschen nach Israel, wobei die Str\u00f6me nach 1951 deutlich abnahmen, allerdings nur bis Ende der 1980er Jahre, der Zeit der gro\u00dfen Einwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion. Die Zahlen zeigen vor allem eine grundlegende Tatsache: Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Shoah, und damit nach der Gr\u00fcndung des Staates Israel, kam es zu einem beeindruckenden Anstieg der Migrationsstr\u00f6me.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eretz Israel<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste gro\u00dfe Auswanderung europ\u00e4ischer Juden nach Pal\u00e4stina fand 1881 statt. Interessanterweise entspricht der Gedanke, das eigene Land zu verlassen, um in Pal\u00e4stina zu leben, f\u00fcr einen Juden dem Konzept der R\u00fcckkehr und dar\u00fcber hinaus einer religi\u00f6sen Erfahrung, die mit einer Pilgerreise vergleichbar ist. Und in der Tat sind \"Einwanderung nach Israel\" und \"Pilgerfahrt\" im Hebr\u00e4ischen Homonyme: der Begriff \"Alija\", der \"Aufstieg\" bedeutet, wird verwendet, um sie zu definieren. Die Juden, die diese Einwanderung und diesen Aufstieg machen, werden 'ol\u00ecm (von derselben Wurzel \"\u05e2\u05dc\", \"'al\") genannt, d. h. \"diejenigen, die aufsteigen\". Sogar der Name der nationalen israelischen Fluggesellschaft El Al (\u05d0\u05dc \u05e2\u05dc) bedeutet \"nach oben\" (mit einer doppelten Bedeutung: \"hoch\" ist der Himmel, aber \"hoch\" ist im Vergleich zum Rest der Welt auch das Land Israel, in das die Flugzeuge der El Al ihre Passagiere bringen).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Jahr, in dem sie begann, f\u00e4llt mit einer Reihe von Pogromen gegen russische Juden zusammen, die auf die Ermordung des Zaren Alexander Romanow am 1. M\u00e4rz 1881 in St. Petersburg durch Mitglieder der revolution\u00e4ren Organisation Narodnaja Volja folgten. Diese Tat l\u00f6ste, obwohl nur ein Mitglied der Organisation Jude war, Wut und Rache gegen alle Israeliten im Russischen Reich aus und zwang eine Million Menschen zur Flucht, vor allem in die Vereinigten Staaten, aber auch in andere Regionen der Welt, in geringem Umfang auch nach Pal\u00e4stina. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige dieser Fl\u00fcchtlinge gr\u00fcndeten eine Organisation namens Bilu (nach den Initialen eines Verses aus Jesaja: \"Beth Yaakov, lekh\u00f9 ve nelkh\u00e0\", d. h. \"Haus Jakob, komm, lass uns gehen!\"), deren Mitglieder Bilu\u00ecm genannt wurden und die die erste wesentliche Keimzelle des 'ol\u00ecm darstellt. Sie konnten sich dank der Hilfe reicher Philanthropen wie Baron de Rothschild oder zionistischer Organisationen wie der russischen Hovevei Zion oder der Jewish Colonisation Association etablieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite \"Alija\" hingegen kam nach 1905, nach dem Scheitern der ersten russischen Revolution und der Ver\u00f6ffentlichung der Protokolle der Erl\u00f6ser von Zion (eine Brosch\u00fcre, die sich als F\u00e4lschung herausstellte, die von der zaristischen Geheimpolizei ver\u00f6ffentlicht und einer angeblichen j\u00fcdischen und freimaurerischen Organisation zugeschrieben wurde, um die Idee eines j\u00fcdischen Komplotts zur \u00dcbernahme der Welt zu verbreiten).<br>Diese zweite \"Alija\", deren Mitglieder st\u00e4rker sozialistische Ideen vertraten als die der ersten, verst\u00e4rkte die j\u00fcdische Pr\u00e4senz in Pal\u00e4stina, auch dank des Erwerbs gro\u00dfer landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen, die mit Hilfe der oben genannten internationalen Organisationen erworben wurden, die in vielen F\u00e4llen gro\u00dfz\u00fcgige Bestechungsgelder an osmanische Beamte und lokale Grundbesitzer zahlten, denen es au\u00dferdem verboten war, Land an Ausl\u00e4nder zu verkaufen, das bereits seit Generationen von den Fellachen, den arabischen Bauern, bewohnt oder genutzt wurde, die nie einen Rechtsanspruch auf das Land geltend machen mussten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>El t\u00e9rmino sionismo (de \u00abSi\u00f3n\u00bb, el nombre de una de las colinas sobre las que se levanta Jerusal\u00e9n y, por extensi\u00f3n, a partir de los Salmos, de toda la ciudad santa y la tierra de Israel) apareci\u00f3 por primera vez en 1890, en la revista \u00abSelbstemanzipation\u00bb (\u00abAutoemancipaci\u00f3n\u00bb), acu\u00f1ado por Nathan Birnbaum. 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