{"id":33934,"date":"2023-09-24T06:00:00","date_gmt":"2023-09-24T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=33934"},"modified":"2023-09-24T10:11:00","modified_gmt":"2023-09-24T08:11:00","slug":"lektionen-politik-former","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/firmas\/lecciones-politicas-antiguos\/","title":{"rendered":"Politische Lehren aus der Antike"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dem Denken der Antike stammt die Theorie der politischen Organisationsformen, von denen Aristoteles spricht: Monarchie (die Macht liegt in den H\u00e4nden eines Einzelnen und wird zum Wohle der Gemeinschaft ausge\u00fcbt), Aristokratie (in den H\u00e4nden einer Minderheit, die die Macht zum Wohle der Gemeinschaft aus\u00fcbt) und Demokratie (in den H\u00e4nden der Mehrheit des Volkes, die die Macht zum Wohle der Gemeinschaft aus\u00fcbt). Diese Formen k\u00f6nnen entarten: Tyrannei (der Monarch nutzt die Macht zu seinem eigenen Vorteil und gegen das Wohl der Gemeinschaft); Oligarchie (Minderheiten \u00fcben die Macht zu ihrem eigenen Vorteil und gegen das Wohl der Gemeinschaft aus); Demagogie (die Mehrheit nutzt die Macht zu ihrem Vorteil und gegen das Wohl der Gemeinschaft).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Polybios von Megalopolis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/dbe.rah.es\/biografias\/14205\/polibio\">Polybios von Megalopolis<\/a> beobachtete einen zyklischen Charakter dieser politischen Formen, zu denen die Polis neigte: Die Monarchie neigte dazu, zur Tyrannei zu entarten; dem widersetzten sich die Aristokraten, die ihrerseits dazu neigten, zur Oligarchie zu entarten; dem widersetzte sich das Volk mit der Demokratie, die dazu neigte, zur Demagogie zu entarten und wieder zum Anfang zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber Polybius sah, dass in <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/zwei-gerichte-jesus\/\">Roma <\/a>Dazu kam es nicht, weil die Verfassung die Monarchie (die Konsuln), die Aristokratie (den Senat) und das Volk (die Wahlen) vereinte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c1lvaro D'Ors fasst in seiner Einleitung zu Ciceros \"Die Gesetze\" Ciceros Gedanken wie folgt zusammen: <em>\"Die Verfassung, die Cicero in seiner \"De republica\" f\u00fcr vollkommen h\u00e4lt und f\u00fcr die er seine Gesetze vorschl\u00e4gt, ist in Wirklichkeit dieselbe republikanische Verfassung Roms, ohne die Schatten, die die politische Realit\u00e4t seiner Zeit auf sie wirft...\".<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\"<em>Der Vorzug dieser Verfassung lag, wie schon Polybius - der sie als Au\u00dfenstehender vielleicht besser zu beurteilen wusste als die R\u00f6mer selbst, und tats\u00e4chlich begannen die letzteren sie nach Polybius' Lob zu sch\u00e4tzen -, in ihrem gemischten Charakter...\".<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denken Sie auch daran, dass, <em>\"Im r\u00f6mischen Rechtsleben wurde unterschieden zwischen der lex, die eine Entscheidung des in den Komitialversammlungen versammelten populus romanus enthielt, und dem ius, das nach der Autorit\u00e4t der Besonnenen (iuri consulti) als gerecht galt\".<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aktuelle politische Formen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese \u00dcberlegungen helfen uns zu erkennen, dass die Alten sehr n\u00fctzliche Dinge wussten: zum Beispiel, dass die heutigen politischen Organisationen in den besten F\u00e4llen ungeachtet ihres Namens - sie bezeichnen sich als Demokratien und Rechtsstaaten - in Wirklichkeit gemischte Regierungsformen sind. Was ihr Recht betrifft, so ist es eine Mischung aus dem gesellschaftlich vorherrschenden Rechtsbewusstsein der jeweiligen Zeit, den Interessen der Eliten der jeweiligen Gesellschaft und dem, was von den Tugenden und Werten der jeweiligen Vorfahren \u00fcbrig geblieben ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jos\u00e9 Orlandis, in seinem Werk <em>\"\u00dcber die Urspr\u00fcnge der spanischen Nation\",<\/em> erinnert daran, dass mit <em>\"die Di\u00f6zese Spaniens\",<\/em> Durch die von Diokletian um das Jahr 300 geschaffene \"R\u00f6mische Republik\" hatte eine gewisse h\u00f6here organische Einheit begonnen, in die die hispanischen Provinzen des R\u00f6mischen Reiches integriert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die entscheidende Periode f\u00fcr die Entstehung Spaniens war jedoch das 6. und 7. Jahrhundert, und das Mittel, das die verstreuten Elemente zusammenf\u00fchrte und ihnen ein einheitliches Bewusstsein von Heimat und Nation gab, war ein germanisches Volk..., das westgotische Volk, wie der katalanische Historiker Ram\u00f3n de Abadal bereits festgestellt hatte. Diesem Spanien widmete der heilige Isidor seine ber\u00fchmten Laudes: <em>\"Du bist das sch\u00f6nste aller L\u00e4nder, die sich vom Westen bis nach Indien erstrecken, o Spanien, heilige und gl\u00fcckliche Mutter der F\u00fcrsten und V\u00f6lker!<\/em> Dieses isidorianische Spanien war das gro\u00dfe westliche K\u00f6nigreich des 7. Jahrhunderts, die einzige Mittelmeermacht, die sich mit dem byzantinischen Reich messen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das westgotische monarchische System scheiterte in der Praxis, weil es an einem weithin anerkannten und respektierten dynastischen K\u00f6nigtum fehlte. Die biblische Weisheit der spanischen Kirchenv\u00e4ter, die der westgotischen Monarchie Ansehen verleihen wollten, fand in den biblischen Monarchen des K\u00f6nigreichs Israel, in der Gestalt des von Gott gesalbten K\u00f6nigs, einen idealen Pr\u00e4zedenzfall.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die westgotischen Monarchen waren somit die ersten gesalbten K\u00f6nige des Abendlandes. Diese sakrale Legitimation verhinderte jedoch nicht den Kampf um die Macht zwischen politischen und famili\u00e4ren Clans. Die Konfrontation zwischen den Familien von Chindasvinto und Wamba pr\u00e4gte die letzten vier Jahrzehnte des westgotischen Spaniens und f\u00fchrte schlie\u00dflich zum Untergang der Monarchie. Die Erfahrung legt nahe, dass das monarchische System in Zukunft erblich sein und \u00fcber ein genaues Nachfolgesystem und -verfahren verf\u00fcgen sollte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Charles Louis de Secondat<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Charles Louis de Secondat, Baron de Montesquieu (1689\/1755) wurde in einer katholischen Schule erzogen, studierte Jura in Bordeaux und Paris und heiratete eine franz\u00f6sische Protestantin. Im Jahr 1728 unternahm er Reisen nach \u00d6sterreich, Ungarn, Italien, S\u00fcddeutschland und Rum\u00e4nien. 1729 ging er nach London, wo er etwa zwei Jahre lang blieb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er ist ein gro\u00dfer Liebhaber der Geschichte und ein Schriftsteller mit einer klaren Sprache. Er stand der Mentalit\u00e4t der Aufkl\u00e4rer nahe, teilte aber nicht mit ihnen die Idee eines st\u00e4ndigen menschlichen Fortschritts. Er misst den Sitten und Gebr\u00e4uchen gro\u00dfe Bedeutung bei, weshalb seine rationalistische Vision sehr nuanciert ist. Im Jahr 1734 ver\u00f6ffentlichte er seine <em>\"\u00dcberlegungen zu den Ursachen von Gr\u00f6\u00dfe und Verfall der R\u00f6mer\".<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 1748 ver\u00f6ffentlichte er in Genf <em>\"Der Geist der Gesetze<\/em>in dem er schrieb, dass <em>\"Wenn die Exekutive einer bestimmten Anzahl von Personen aus der Legislative anvertraut w\u00fcrde, g\u00e4be es keine Freiheit mehr, da die beiden Gewalten miteinander verbunden w\u00e4ren, da dieselben Personen manchmal an der jeweils anderen teilhaben und immer teilhaben k\u00f6nnten\".<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Buch sagt er auch, dass der Mensch Geschichte machen kann, die nicht aus einem unerbittlichen und fatalen Verlauf besteht, sondern durch Gesetze verst\u00e4ndlich wird. F\u00fcr Montesquieu w\u00fcrden ideale Gesetze auf der nat\u00fcrlichen Gleichheit der Menschen beruhen und die Solidarit\u00e4t unter ihnen f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Staat gibt es drei Staatsgewalten: die Legislative, die Exekutive und die Judikative. Diese Gewalten verk\u00f6rpern jeweils, wie in der klassischen Lehre von der gemischten Staatsform, die drei gesellschaftlichen Kr\u00e4fte: Volk, Monarchie und Aristokratie. Es gibt Freiheit, wenn Macht Macht enth\u00e4lt. Deshalb d\u00fcrfen die drei Gewalten - Legislative, Exekutive und Judikative - nicht in denselben H\u00e4nden konzentriert sein. Keine Macht sollte unbegrenzt sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Politische Formen bei Montesquieu<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Dezentralisierung spielt in Montesquieus Denken eine wichtige Rolle: Zwischengeschaltete Instanzen wie Provinzen, Gemeinden oder der Adel stellen, sofern sie \u00fcber eigene - nicht delegierte - Befugnisse verf\u00fcgen, eine Kontrolle der Zentralgewalt dar, insbesondere in Staaten mit monarchischer Regierungsform.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die Regierungsformen anbelangt, so stellte er einen Zusammenhang zwischen den psychologischen Bedingungen eines jeden Volkes und den von ihm unterschiedenen Regierungsformen her:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Die Republik existiert dort, wo Tugendhaftigkeit vorherrscht, insbesondere Selbstlosigkeit und Sparsamkeit, und in kalten L\u00e4ndern, wo die Leidenschaften nicht sehr gl\u00fchend sind. Sie beruht auf Gleichheit. Sie kann aristokratisch sein, wenn sie mit einer bestimmten Anzahl von Menschen regiert, die von M\u00e4\u00dfigung bewegt werden, und sie kann demokratisch sein, wenn die Macht von der Gesamtheit der B\u00fcrger ausge\u00fcbt wird. Diese Form der Regierung kann in Staaten mit geringer territorialer Ausdehnung gedeihen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Die Monarchie ist die Herrschaft eines Einzelnen nach grundlegenden Gesetzen, die von mittleren Gewalten ausge\u00fcbt werden. Sie herrscht dort, wo das Gef\u00fchl der Ehre oder das Bewusstsein von Rechten und Pflichten entsprechend dem Rang und die Liebe zu sozialen Unterscheidungen \u00fcberwiegen. Sie herrscht in gem\u00e4\u00dfigten L\u00e4ndern vor. Sie gr\u00fcndet sich auf frei akzeptierte Unterschiede und Ungleichheiten. Sie ist die geeignetste Regierungsform f\u00fcr Staaten mit mittlerer territorialer Ausdehnung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Eine despotische Regierung ist eine Regierung, in der eine einzige Person willk\u00fcrlich und ohne R\u00fccksicht auf das Gesetz regiert. Ihr Prinzip ist die Furcht und impliziert die Gleichheit aller unter dem Despoten. Diese Regierungsform ist am besten f\u00fcr ein gro\u00dfes Reich geeignet.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Del pensamiento de los antiguos queda la teor\u00eda de las formas de organizaci\u00f3n pol\u00edtica de la que habla Arist\u00f3teles: monarqu\u00eda (reside el poder en uno y lo utiliza para el bien de la comunidad), aristocracia (en una minor\u00eda que utiliza el poder para el bien de la comunidad) y democracia (en la mayor\u00eda del pueblo [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":975,"featured_media":33935,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[47],"tags":[],"class_list":["post-33934","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-firmas"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Lecciones pol\u00edticas de los antiguos - Omnes<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Del pensamiento antiguo queda la teor\u00eda de las formas pol\u00edticas de Arist\u00f3teles: monarqu\u00eda, aristocracia y democracia. 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