{"id":356,"date":"2016-02-09T17:12:33","date_gmt":"2016-02-09T16:12:33","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=356"},"modified":"2025-03-03T12:57:27","modified_gmt":"2025-03-03T10:57:27","slug":"fortschritte-in-robotik-eine-neue-version-des-turms-von-babel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/articulos\/avances-en-robotica-una-nueva-version-de-la-torre-de-babel\/","title":{"rendered":"Fortschritte in der Robotik: eine neue Version des Turmbaus zu Babel?"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Technologie bisher in gewisser Weise au\u00dferhalb des Menschen war, so ist dies heute nicht mehr der Fall; sie ist in uns. Nano- und Biotechnologien, Robotersysteme werden \u00fcber neuronale Schnittstellen in das Nervensystem integriert, sie sind in die innersten Mechanismen des Menschen eingedrungen und ver\u00e4ndern die Art und Weise, wie wir in der Welt leben und wie wir mit anderen und mit uns selbst interagieren, tiefgreifend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn die Maschine dem Menschen \u00e4u\u00dferlich bleibt, ist ihre derzeitige Entwicklung in der Lage, das menschliche Leben st\u00e4rker als je zuvor zu bestimmen: Man denke nur an die Pr\u00e4senz von Maschinen, die uns \u00e4hnlich sind, sei es in Bezug auf ihr Aussehen (humanoide Robotik), ihre F\u00e4higkeit, autonom Entscheidungen zu treffen, oder die sozio\u00f6konomischen Ver\u00e4nderungen, die beispielsweise durch die massive Einf\u00fchrung des 3D-Drucks (in drei Dimensionen) hervorgerufen werden. Und die Schl\u00fcsselfrage lautet: Ist all dies etwas Negatives, Anti-menschliches, oder k\u00f6nnen wir das Zeitalter der Technologie mit Hoffnung leben?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem globalen Umfeld, das zunehmend von Maschinen bestimmt wird, scheint es logisch, dass viele neue Fragen gestellt werden, die nicht leicht zu beantworten sind, und dass wir beginnen, von \"Technoethik\" zu sprechen, um eine hoffnungsvolle Antwort zu finden. In der Tat dr\u00e4ngen verschiedene Gremien in der Welt der Technologie, der Kultur und der Politik zunehmend auf eine Wiederentdeckung der ethischen Dimension der Technologie.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone is-resized size-full wp-image-360\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"698\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/feb16-act3.jpg\" alt=\"Prototyp eines bionischen Beins, das im Rehabilitation Institute of Chicago implantiert wurde. \" class=\"wp-image-360\" style=\"width:500px;height:348px\" srcset=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/feb16-act3.jpg 1000w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/feb16-act3-600x419.jpg 600w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/feb16-act3-700x489.jpg 700w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/feb16-act3-300x209.jpg 300w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/feb16-act3-768x536.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine neue Wissenschaft ist geboren<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Begriff \"Technoethik\" wurde vor langer Zeit, im Dezember 1974, auf dem \"International Symposium on Ethics in an Age of Pervasive Technology\" geboren, das an der renommierten <i><a href=\"https:\/\/www.technion.ac.il\/en\/\">Israelisches Institut f\u00fcr Technologie<\/a><\/i> (Technion) in Haifa. Bei diesem Treffen traf er Mario Bunge, einen argentinischen Philosophen, der am Technion in Haifa lehrte. <i>Universit\u00e4t McGill<\/i> von Montreal (Kanada), verwendete den Begriff erstmals in einem Beitrag mit dem Titel <i>\"Auf dem Weg zu einer Technoethik<\/i>die anschlie\u00dfend in <i>\"Der Monist<\/i> im Jahr 1977.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wort wurde also nur vier Jahre nach dem Wort <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/franzosisches-bioethik-proximo-test-prasidentschaftsgesetz\/\">\"Bioethik<\/a>Der Film hatte nicht den gleichen Erfolg und verschwand praktisch von der kulturellen Landkarte, bis er zu Beginn des 21. Jahrhunderts wieder auftauchte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht war der Autor selbst daran schuld. Auf dieser Konferenz gab Bunge Erkl\u00e4rungen ab, die damals einen gro\u00dfen Fortschritt darstellten, wie z.B. dass der Ingenieur oder Technologe die Pflicht hat, sich den ethischen Fragen, die sein Handeln mit sich bringt, in der ersten Person zu stellen, ohne zu versuchen, sie an Manager oder Politiker weiterzugeben. Damals wurde der Ingenieur als eine Art \"spezialisierter Arbeiter\" angesehen, der in der Lage war, das zu tun, was das Unternehmen oder der Politiker von ihm verlangte, ohne jedoch selbst zu entscheiden, was zu tun oder zu lassen war oder ob es gut war, es zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber die Formel, die Bunge gefunden hat, um dem technischen Handeln diesen ethischen Wert zu verleihen, hat alles verdorben. Als ein von der Moderne durchdrungener Denker mit materialistischen Tendenzen und einem guten Kenner der aufkommenden Technologie war er wahrscheinlich der Meinung, dass man aus ethischer Sicht der von der Wissenschaft und den Computeralgorithmen geleiteten Maschine viel mehr vertrauen kann als dem Menschen (f\u00fcr einen modernen Menschen ist der Mensch aus funktionaler Sicht entt\u00e4uschend). Deshalb betonte Bunge zum Abschluss seiner Rede, dass ein aufrechtes und effizientes Verhalten eine \u00dcberarbeitung, eine \u00dcberarbeitung der Ethik, erfordert, weil es von der Technologie und nicht von der unzuverl\u00e4ssigen menschlichen Freiheit abh\u00e4ngen muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bunges Position erinnert an die der vorhippokratischen asklepiadischen \u00c4rzte: Ihre Wissenschaft hing nur von den heiligen B\u00fcchern ab; was in ihnen stand, war das, was sie befolgten; die ethischen Konsequenzen ihres Handelns lagen nicht bei den \u00c4rzten, sondern bei den G\u00f6ttern, die allein f\u00fcr das Leben oder den Tod des Patienten verantwortlich waren. In der Technoethik der Moderne sind die alten G\u00f6tter durch die Wissenschaft ersetzt worden, die alle Gewissen leitet. Das Problem ist nur, dass der Leitfaden aller Wissenschaften heute wiederum die Wirtschaft ist; wenn also etwas gut f\u00fcr die Wirtschaft ist, ist es auch gut f\u00fcr die Moral und andersherum. Offensichtlich handelt es sich um eine Wirtschaft, die auf die Produktion von Reichtum ausgerichtet ist, nicht auf die Person, wie der semantische Ursprung des Wortes eigentlich nahelegt und wie Franziskus in der <i>Laudato si<\/i>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Im Dienste des Einzelnen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hippokrates bricht mit der Tradition <em>asclepiadea<\/em> und macht die Medizin zu einer echten Wissenschaft: Er vernichtet die heiligen B\u00fccher und beginnt, die Symptome zu studieren und mit der Wirksamkeit der Medikamente zu experimentieren. Seit Hippokrates h\u00e4ngt das Heilen oder T\u00f6ten von der Wissenschaft und den technischen F\u00e4higkeiten des Arztes ab, der somit in erster Linie ethisch engagiert ist: Deshalb schw\u00f6rt der Arzt, dass er seine Wissenschaft nur zum Wohle der Menschheit einsetzen wird. Wissenschaft und Technik des Hippokrates stehen im Dienst des Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich glaube, um in der heutigen technologischen Zivilisation Hoffnung zu haben, m\u00fcssen wir die wahre Bedeutung der Wissenschaft und ihre Ausrichtung auf das allgemeine Wohl des Menschen und nicht nur auf ihre Funktionen wiederentdecken. In diesem Sinne muss die Technoethik im Gegensatz zu Bunge konzipiert werden: Die Technoethik muss ein Bereich des interdisziplin\u00e4ren Dialogs zwischen Technologen und Ethikern sein, der zu einem Wissensbestand und einem ethischen Bezugssystem f\u00fchrt, das es erm\u00f6glicht, die Errungenschaften der Technik zu einem zentralen Element bei der Verwirklichung der teleologischen Vollkommenheit des Menschen zu machen. Dies setzt nicht nur die Bejahung des positiven anthropologischen Charakters der Technik voraus, sondern auch die Verortung des Ziels der Person in etwas, das \u00fcber die Technik selbst hinausgeht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Babel versus Pfingsten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das klassischste Beispiel f\u00fcr den immanenten Finalismus der Technologie ist der biblische Turmbau zu Babel. In dieser Episode glauben die Menschen, den Himmel zu erreichen, indem sie einen sehr hohen Turm bauen, ohne zu ahnen, dass ihr Versuch dazu f\u00fchren w\u00fcrde, dass sie bis in alle Ewigkeit Ziegel aufeinanderschichten m\u00fcssten: eine Art Sisyphus-Mythos in einer Steinmetzversion. Babel ist das Symbol f\u00fcr die Technik der Moderne: Es ist kein Zufall, dass in dem Film <i>Metropole<\/i>In Fritz Langs \"Die Stadt des technischen Gl\u00fccks\" (1927) dreht sich alles um einen Turm namens \"New Babel\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch von Babel verliert seine symbolische F\u00e4higkeit: Auf eine immanente Endg\u00fcltigkeit reduziert, kann er zwar sehr gut kommunizieren, aber er verliert die menschliche Sprache, er ist unf\u00e4hig zum Dialog. Seine Strafe, die Verwirrung der Sprachen, ist nicht willk\u00fcrlich: Sie ist das, was ihm f\u00fcr seine Taten zusteht. Erst wenn ihm der Geist des Logos wiedergegeben wird (Pfingsten), wird er f\u00e4hig sein, mit allen Menschen einen echten Dialog zu f\u00fchren, der \u00fcber die Vielfalt der Sprachen hinausgeht. Die entgegengesetzte Parallele zwischen Babel und Pfingsten ist der Schl\u00fcssel zur Hoffnung der modernen Technologie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der moderne Mensch, der der Mensch von Neo-Babel ist, oder der gl\u00fcckliche Sisyphos von Camus, oder die unerm\u00fcdliche Ameise von Leonardo Polo..., kann das Gl\u00fcck nicht erreichen. Die Moderne ist tot und weicht der Postmoderne, nicht zuletzt, weil es heute eine allgemeine Gewissheit ist - und nicht nur die Vorhersage der gro\u00dfen Propheten der Krise der Moderne: Dostojevsky, Nietzsche, Musil... -, dass es der technowissenschaftlichen Entwicklung niemals gelingen wird, Antworten auf die gro\u00dfen R\u00e4tsel des menschlichen Wesens zu geben: Schmerz, Schuld, Tod... Eine vollst\u00e4ndige menschliche Existenz wird niemals durch das Hinzuf\u00fcgen von mehr Zeit erreicht werden. Erinnern wir uns daran, dass f\u00fcr den heiligen Thomas die H\u00f6lle nicht die wahre Ewigkeit ist, sondern nur mehr Zeit, eine unbestimmte Zeit, ein Ticken, das niemals endet (vgl. <i>Summa Theologiae<\/i>I q. 10, a. 4 ad 2um).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Technologie hat den Kampf gewonnen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb ging das Ende der Moderne mit einem enormen Misstrauen gegen\u00fcber der Technik einher, die als Feind betrachtet wird. Sie ist in einem gro\u00dfen Kulturkampf bek\u00e4mpft worden: Philosophen wie Heidegger oder Husserl, die <i>Hippie<\/i>die <i>Neues Zeitalter<\/i>Ein Gro\u00dfteil der Kunst (unglaublich!: \"Kunst\" auf Griechisch ist \"Kunst\", \"Kunst\" auf Griechisch ist \"Kunst\", \"Kunst\" auf Griechisch ist \"Kunst\" auf Griechisch ist \"Kunst\" auf Griechisch.<i>tekn\u00e9<\/i>Lateinisch f\u00fcr \"Technik\" ist \"<i>ars<\/i>\") und die Literatur haben gegen die Technologie gek\u00e4mpft... und verloren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seltsamerweise hat die Technik den Kulturkampf gewonnen. Wie eingangs erw\u00e4hnt, nimmt sie heute nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch im Individuum einen zentralen Platz ein. Und sie hat nicht nur deshalb gesiegt, weil sie sich mit ihren Errungenschaften durchgesetzt hat, sondern aus einem anderen, radikaleren Grund: Die Reduzierung der menschlichen Vernunft auf die experimentelle wissenschaftliche Rationalit\u00e4t hat den Zugang zur Wirklichkeit auf die Kenntnis ihrer physikalischen, chemischen, biologischen und psychischen Gesetze beschr\u00e4nkt...<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das grundlegende Modell wird schlie\u00dflich von der Physik vorgegeben, die das moderne \"Ma\u00df aller Dinge\" ist, wie der vitruvianische Mensch in der florentinischen Renaissance: Damals wurde alles von der Anthropologie her verstanden, und in der Moderne wird alles von der Physik her verstanden (wie soll man da nicht an das <i>a priori<\/i> Kantianer der reinen Vernunft?).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem ist, dass all dies auf ein Paradigma der Beherrschung hinausl\u00e4uft: die Gesetze der Realit\u00e4t zu kennen, um sie unterwerfen zu k\u00f6nnen. So hat die Moderne eine \u00f6kologische Krise herbeigef\u00fchrt: die Zerst\u00f6rung so vieler Ressourcen, die Zunahme der <i>L\u00fccke<\/i> zwischen reichen und armen L\u00e4ndern...<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Grunde genommen besteht das Problem darin, dass die Moderne, wie Scheffczcyk sagte, Gott durch die Wissenschaft und die Religion durch die Technologie ersetzt hat. Im modernen Paradigma wird die Technologie zum Instrument der Wissenschaft und kehrt damit eine Beziehung um, die immer umgekehrt war. Und dagegen hat der postmoderne Mensch rebelliert: Wer wei\u00df mehr \u00fcber eine Rose: ein Botaniker oder ein Dichter? Deshalb hat die Technik den Sieg davongetragen, und selbst diejenigen, die die Technik weiterhin angreifen, tun dies, indem sie eine Vielzahl von technischen Hilfsmitteln einsetzen und ihre Ideen \u00fcber die raffinierteste Errungenschaft der Kommunikationstechnik verbreiten: das Internet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Identifikation mit der Maschine<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist angesichts dieses Paradoxons zu tun: Ist die Technik, die den Kulturkampf gewonnen hat, die unterw\u00fcrfige und gewaltt\u00e4tige Technik der Moderne, oder ist es die auf den Menschen ausgerichtete Technik der klassischen Kultur und der italienischen Renaissance?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antwort auf diese Frage kann nicht von der Technik selbst gegeben werden, denn sie allein bestimmt sich zu keinem Ziel, sie ist immer ein Fortschritt zu neuen Errungenschaften. Es ist immer ein Fortschritt hin zu neuen Errungenschaften. Die Reihenfolge bis zum Ende wird von der Person vorgegeben. In gewissem Sinne hat der moderne Mensch es vorgezogen, auf den Zweck zu verzichten (was einem Verzicht auf die Freiheit gleichkommt), um sich mit der Maschine zu identifizieren und so an ihren zahlreichen funktionalen Vorteilen teilzuhaben. Angesichts der Krise der Moderne bleibt denjenigen, die diese Sichtweise nicht aufgeben wollen, kein anderer Ausweg als die Flucht nach vorn, die den Menschen noch weiter auf die Maschine reduziert: Das ist der Weg der Transhumanisten oder Posthumanisten, die nicht postmodern, sondern \"tardomodern\" sind (so die sehr treffende Terminologie von Pierpaolo Donati). F\u00fcr sie liegt der Schl\u00fcssel zum menschlichen Wesen in der Wiederherstellung der radikalen kartesianischen Dichotomie zwischen <i>res cogitans<\/i> (Geist, Intelligenz) und <i>res extensa<\/i> (K\u00f6rper, Materie), so dass die <i>res cogitans<\/i> kann in jedem <i>res extensa<\/i>sowohl biologisch als auch k\u00fcnstlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Posthumanisten betrachten den menschlichen K\u00f6rper als etwas, auf das man, wenn n\u00f6tig oder gew\u00fcnscht, verzichten oder das man extrem und willk\u00fcrlich ver\u00e4ndern kann. Diese Position ist nicht un\u00e4hnlich derjenigen, die in vielen Aspekten der sp\u00e4tmodernen Kultur zu finden ist, die den K\u00f6rper als ein blo\u00dfes Instrument betrachtet, das wir ver\u00e4ndern k\u00f6nnen, um seine Leistung zu verbessern: Prothesen und Modifikationen, die ihn sexuell attraktiver machen oder besser geeignet sind, um bestimmte berufliche oder sportliche Leistungen zu erbringen, oder die den menschlichen K\u00f6rper zu einem Markenk\u00f6rper machen k\u00f6nnten, einem \"...\".<i>Markenk\u00f6rper<\/i>\"(Campbell). Es ist merkw\u00fcrdig, dass im selben Jahr, in dem Pistorius die Erlaubnis erhielt, an den \"normalen\" Olympischen Spielen teilzunehmen, eine der bekanntesten internationalen Bioethik-Zeitschriften einen Artikel ver\u00f6ffentlichte, in dem es hie\u00df, dass es keine moralischen Gr\u00fcnde gibt, freiwillige Verst\u00fcmmelungen oder extreme K\u00f6rperver\u00e4nderungen zu verhindern (Scharmme in <i>Bioethik<\/i>2008); wenn mich eine Roboterbeinprothese besser zu sportlichem Ruhm f\u00fchren kann als mein nat\u00fcrliches Bein, warum sollte ich es dann nicht ersetzen? Dann w\u00fcrden nur noch Amputierte an der Endrunde der Olympischen Spiele 2022 teilnehmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wichtigste technologische Grunds\u00e4tze<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man k\u00f6nnte meinen, dass der Fortschritt, der solche Dinge m\u00f6glich macht, sich nicht lohnt. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass man auf den technischen Fortschritt, der eine echte Errungenschaft des menschlichen Geistes ist, nicht verzichten kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist jedoch klar, dass sich etwas \u00e4ndern muss. Der Vorschlag der neuen Technoethik besteht darin, das moderne Paradigma, das die Vorrangstellung der Wissenschaft gegen\u00fcber der Technik bekr\u00e4ftigt und sie von der Freiheit abkoppelt, durch ein neues Modell zu ersetzen, in dem die Technik wieder zu einer geistigen T\u00e4tigkeit wird, zu einem herausragenden Produkt des Geistes in seiner Beziehung zur Materie. Im Grunde geht es darum, den anthropologischen Wert des K\u00f6rpers, der wir sind, wiederzuentdecken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schl\u00fcssel zur wahren Bedeutung der Technologie liegt in der Entdeckung ihrer Rolle im relationalen Wesen der Person, das bereits von Aristoteles als teleologisches Element des menschlichen Gl\u00fccks beschrieben wurde (<i>\"Niemand w\u00fcrde ohne Freunde leben wollen\".<\/i>). Dies wird in unserer postmodernen Zeit durch die Notwendigkeit unterstrichen, das Paradigma der Beherrschung durch ein neues Beziehungsparadigma zu ersetzen. Der Mensch, der sich in der zwischenmenschlichen Beziehung verwirklicht, indem er die intentionalen Ziele des Intellekts und des Willens teilt, wei\u00df, dass die substantielle Einheit von Seele und K\u00f6rper diese Aufgabe nicht erf\u00fcllen kann, ohne ihre materielle Dimension zu akzeptieren. Die Interaktion mit der Materie (menschliche Arbeit), um sie vollst\u00e4ndig in den zwischenmenschlichen Dialog einzubinden, ist der eigentliche Grund f\u00fcr die Technik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist notwendig, die objektivierende und beherrschende Technowissenschaft, die der Technik eine untergeordnete Rolle zuweist, durch ein neues Wissenschaftskonzept zu ersetzen, das f\u00fcr die authentische Wahrheit des Menschen offen ist und sich bewusst ist, dass es nicht in der Lage ist, zu dieser Wahrheit zu gelangen, aber in der Lage ist, sich durch die Technik in ihren Dienst zu stellen. Daher kann man als erstes Theorem der Technoethik sagen, dass die Technologie die Steigerung der Beziehungsf\u00e4higkeit des Menschen zum Gegenstand hat. Daraus l\u00e4sst sich das zweite Theorem ableiten: Die experimentelle Wissenschaft wird humanisiert oder vergeistigt, wenn sie zur Technologie wird, weil sie den Menschen erreicht. Und wenn diese beiden Theoreme erf\u00fcllt sind, kann man ein drittes postulieren: Die authentische Entwicklung der Technologie f\u00fchrt zur \u00dcberh\u00f6hung des Menschen, so dass das technologische Artefakt, die Maschine, die, wenn sie geboren wird, normalerweise eine sperrige Pr\u00e4senz hat, schlie\u00dflich integriert und als selbstverst\u00e4ndlich angesehen wird. Je perfekter eine Maschine ist, desto mehr verbirgt sich der Mensch hinter ihr, hinter ihrer Aufgabe und ihrem wahren Zweck.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone is-resized size-full wp-image-362\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"616\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/feb16-act5.jpg\" alt=\"Ein Mann l\u00e4uft parallel zu einem Prototyp eines autonomen Elektrofahrzeugs in Buenos Aires.\" class=\"wp-image-362\" style=\"width:506px;height:311px\" srcset=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/feb16-act5.jpg 1000w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/feb16-act5-600x370.jpg 600w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/feb16-act5-700x431.jpg 700w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/feb16-act5-300x185.jpg 300w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/feb16-act5-768x473.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nat\u00fcrlich k\u00fcnstlich<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Krise der modernen Kultur hat dazu gef\u00fchrt, dass wir eine Art Axiom aufgestellt haben, wonach das, was nat\u00fcrlich ist, gut und das, was k\u00fcnstlich ist, schlecht ist. Die Wahrheit ist genau das Gegenteil. In der menschlichen Natur gibt es keinen Gegensatz zwischen nat\u00fcrlich und k\u00fcnstlich: Wir sind \"nat\u00fcrlich k\u00fcnstlich\". Wer wagt zu behaupten, dass ein kurzsichtiger Mensch mit Brille weniger nat\u00fcrlich ist als ohne Brille? Ein angemessener Blick auf die Technik sollte dazu f\u00fchren, das k\u00fcnstliche Element als Produkt der freien Interaktion des Menschen mit der materiellen Realit\u00e4t zu sehen und somit als etwas, das einen Dialog schafft. Auf der einen Seite g\u00e4be es Ger\u00e4te (Maschinen), die nur Hilfsmittel sind, oder entwickelte Mechanismen zur Unterst\u00fctzung des menschlichen Lebens (Roboterprothesen, Neuroprothesen...), und auf der anderen Seite Ger\u00e4te, die die symbolische Kapazit\u00e4t des Menschen erh\u00f6hen (Kommunikations- und Informationstechnologien).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese allgemeinen Grunds\u00e4tze, die ich dargelegt, aber aus Platzgr\u00fcnden nicht ausreichend entwickelt habe, k\u00f6nnen als Leitfaden dienen, um aus ethischer Sicht zu beurteilen, ob eine neue Technologie dem Menschen dient oder nicht. Die am weitesten entwickelten Robotersysteme k\u00f6nnen bereits mit dem Nervensystem von Lebewesen verbunden werden, wodurch eine Synergie zwischen Maschine und Mensch entsteht, die nicht nur dazu f\u00fchren kann, verloren gegangene Funktionen zu reparieren, sondern auch andere bis zu unvorstellbaren Grenzen zu steigern. Das Gleiche gilt f\u00fcr Neuroprothesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die humanoide Robotik kann symbolische Manifestationen erm\u00f6glichen, von denen die Kunst bis vor kurzem nicht einmal tr\u00e4umen konnte. Neue Technologien dienen der Freiheit. Das bedeutet, dass sie sich auch gegen die Menschlichkeit richten k\u00f6nnen: Ein Robotersystem kann die physischen Handlungen eines Menschen gegen seinen Willen konditionieren, eine Neuroprothese kann ein pers\u00f6nliches Wesen versklaven. Daher ist es wichtig, zum ethischen Schl\u00fcssel der technischen Sch\u00f6pfung zur\u00fcckzukehren, der es immer erm\u00f6glichen wird, den Menschen hinter der Maschine zu entdecken. Wenn wir die Sixtinische Kapelle betrachten, bringt uns die Materie des Freskos in einen Dialog mit Michelangelo; wenn wir mit einem Humanoiden in Kontakt kommen, stehen wir im Dialog mit dem Ingenieur, der ihn geschaffen hat.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Si hasta ahora la tecnolog\u00eda se hab\u00eda mantenido en cierto modo como algo externo al hombre, en nuestros d\u00edas ya no es as\u00ed; la tenemos dentro de nosotros. Nano y biotecnolog\u00edas, sistemas de rob\u00f3tica est\u00e1n integrados en el sistema nervioso por interfaz neuronal, se han introducido en los mecanismos m\u00e1s \u00edntimos de la persona y [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":12547,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[1],"tags":[546],"class_list":["post-356","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-articulos","tag-tecnologia"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Avances en rob\u00f3tica: \u00bfuna nueva versi\u00f3n de la torre de Babel?<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"La rob\u00f3tica integrada en el ser humano plantea retos \u00e9ticos que la tecno\u00e9tica busca equilibrar para 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