{"id":36922,"date":"2024-01-30T06:00:00","date_gmt":"2024-01-30T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=36922"},"modified":"2024-02-05T13:51:20","modified_gmt":"2024-02-05T11:51:20","slug":"herr-lehre-uns-zu-beten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/recursos\/senor-ensenanos-a-orar\/","title":{"rendered":"Das Jahr des Gebets 2024 steht unter dem Motto \"Herr, lehre uns beten\"."},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man eine Initiative ergreifen will, beginnt man in der Regel mit den organisatorischen Aspekten: welche Personen oder Mittel stehen zur Verf\u00fcgung, um das Ziel bestm\u00f6glich zu erreichen. Wer hingegen denkt zuerst an das Gebet? Offensichtlich ist es f\u00fcr diejenigen, die die Macht des Gebets noch nie erlebt haben, sehr schwierig zu verstehen, dass das Gebet nicht nur ratsam, sondern unverzichtbar ist, wenn man sich auf ein wichtiges Ereignis oder eine wichtige Entscheidung im Leben vorbereitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser Hinsicht ist es bedeutsam und eine gro\u00dfe Lehre, die uns Papst Franziskus mit dieser Initiative anbietet. In der <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/jubilaumsjahr-2025-gebetsjahr-des-papstes\/\">Angelus vom 21. Januar<\/a>hat offiziell das Jahr des Gebets zur Vorbereitung des Jubil\u00e4ums 2025 er\u00f6ffnet und ermutigt zu Gebeten, dass dieses Heilige Jahr Auswirkungen auf die gesamte Kirche, auf die Heiligkeit der Christen haben wird. Es wird sicherlich die Organisation und Arbeit vieler Menschen erfordern, aber nur mit einer Vorbereitung aus der Ferne im Gebet wird dieses Jubil\u00e4um Fr\u00fcchte der Gnade und der Vers\u00f6hnung tragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Vorstellung der Initiative im Pressesaal des Vatikans hoffte Monsignore Rino Fisichella, Propr\u00e4fekt des Dikasteriums f\u00fcr die Evangelisierung, dass dieses Jahr ein Jahr sei, in dem man neu entdecken k\u00f6nne, \"wie man betet und vor allem, wie man heute, im Zeitalter der digitalen Kultur, das Beten lehrt, damit das Gebet wirksam und fruchtbar ist\". Der Papst sprach beim Angelus ausdr\u00fccklich von der absoluten Notwendigkeit des Gebets, einer \"Symphonie\" des Gebets auf pers\u00f6nlicher und gemeinschaftlicher Ebene. Bei der Pressekonferenz am 23. Januar 2024 hat er die Merkmale dieses Gebets pr\u00e4zisiert: vor dem Herrn in einer Beziehung des Vertrauens und der Freundschaft zu stehen, bereit, auf ihn zu h\u00f6ren. Und ihm Dank zu sagen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch das Gebet werden wir auch in unserer F\u00e4higkeit wachsen, anderen Aufmerksamkeit zu schenken, sie willkommen zu hei\u00dfen und ihnen mit einem barmherzigen Herzen wie dem Jesu die Hand zu reichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Vorwort zu \"Beten heute. A Challenge to Overcome\", dem ersten von acht B\u00fcchern, die das Dikasterium f\u00fcr Evangelisierung in K\u00fcrze ver\u00f6ffentlichen wird, schreibt der Papst: \"Das Gebet ist der Atem des Glaubens, es ist sein angemessenster Ausdruck. Es ist wie ein Schrei, der aus dem Herzen derer kommt, die glauben und sich Gott anvertrauen\". In diesem Jahr, in dem das Jubil\u00e4um vor der T\u00fcr steht, sagt der Heilige Vater, \"sind wir eingeladen, dem\u00fctiger zu sein und dem Gebet, das vom Heiligen Geist ausgeht, Raum zu geben\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Tat ist das Gebet seit Beginn seines Pontifikats eines der am h\u00e4ufigsten wiederkehrenden Themen, dem er nicht weniger als 38 Generalaudienzen im Jahr 2020 und 2021 gewidmet hat, mit tiefgr\u00fcndigen \u00dcberlegungen und Anregungen, die gleichzeitig einfach, konkret, voller gesundem Menschenverstand und auch mit jenem guten Humor sind, der ihn auszeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den kommenden Monaten wird der Papst eine \"Schule des Gebets\" ins Leben rufen, aber es werden vor allem die Ortskirchen aufgerufen sein, Initiativen zu entwickeln, die den Gl\u00e4ubigen helfen, das Gebet als \"Nahrung f\u00fcr das christliche Leben des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe\" wiederzuentdecken. Aus diesen Gr\u00fcnden habe ich in einem kleinen Sammelband S\u00e4tze und \u00dcberlegungen von Papst Franziskus gesammelt, die helfen, besser zu verstehen, warum und wie man betet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Papst Franziskus \u00fcber das Gebet und erkl\u00e4rt, warum und wie man betet<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Texte von Papst Franziskus gesammelt von Arturo Cattaneo<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Heilige Vater spricht in praktisch allen seinen Texten, Ermahnungen, Predigten, Briefen, Audienzen usw. vom Gebet. Ein Thema, dem er auch in den Jahren 2020 und 2021 nicht weniger als 38 Generalaudienzen gewidmet hat. Sie k\u00f6nnen z.B. mit diesem Link heruntergeladen werden <a href=\"https:\/\/odnmedia.s3.amazonaws.com\/files\/Catequesis-del-Papa-sobre-la-oracio%CC%81n-Papa-Francisco20210628-152143.pdf\">Link<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Folgenden finden Sie seine S\u00e4tze oder \u00dcberlegungen, die ich f\u00fcr besonders bedeutsam halte, in sechs Kapiteln geordnet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist Gebet?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gebet ist der Atem der Seele, der Atem des Glaubens. In einer Beziehung des Vertrauens, in einer Beziehung der Liebe, darf der Dialog nicht fehlen, und das Gebet ist der Dialog der Seele mit Gott. Es ist wichtig, am Tag Momente zu finden, in denen man sein Herz Gott \u00f6ffnet, auch mit einfachen Worten (Ansprache, 14. Dezember 2014).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das christliche Gebet hingegen entspringt einer Offenbarung: Das \"Du\" ist nicht geheimnisumwittert geblieben, sondern ist in eine Beziehung zu uns getreten... Das christliche Gebet tritt in eine Beziehung mit dem z\u00e4rtlichsten Gott, der den Menschen keine Angst einfl\u00f6\u00dfen will. Dies ist das erste Merkmal des christlichen Gebets. Wenn die Menschen immer daran gew\u00f6hnt waren, sich Gott ein wenig eingesch\u00fcchtert zu n\u00e4hern, ein wenig Angst vor diesem faszinierenden und schrecklichen Geheimnis zu haben, wenn sie daran gew\u00f6hnt waren, ihn mit einer unterw\u00fcrfigen Haltung zu verehren, wie ein Untertan, der seinen Herrn nicht missachten will, wenden sich die Christen stattdessen an ihn und wagen es, ihn vertrauensvoll mit dem Namen \"Vater\" anzurufen. Mehr noch, Jesus benutzt ein anderes Wort: \"Vater\" (Generalaudienz, 13. Mai 2020).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gebet ist eine Begegnung mit Gott, mit Gott, der nie entt\u00e4uscht; mit Gott, der seinem Wort treu ist; mit Gott, der seine Kinder nicht im Stich l\u00e4sst (Predigt, 29-VI-2015).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beten bedeutet, Gott die Zeit zur\u00fcckzugeben, der Besessenheit eines Lebens zu entkommen, in dem es immer an Zeit mangelt, den Frieden der notwendigen Dinge wiederzufinden und die Freude der unerwarteten Geschenke zu entdecken (Generalaudienz, 26-VIII-2015).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum beten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum bete ich? Ich bete, weil ich es muss. Das ist es, was ich f\u00fchle, was mich antreibt, als ob Gott mich zum Sprechen auffordert (Interview von Papst Franziskus mit jungen Menschen in Belgien, 31-III-2014).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Begegnung mit Gott im Gebet wird euch helfen, den Herrn und euch selbst besser kennenzulernen. Die Stimme Jesu wird eure Herzen entz\u00fcnden und eure Augen \u00f6ffnen, um seine Gegenwart in eurer Geschichte zu erkennen und so den Plan der Liebe zu entdecken, den er f\u00fcr euer Leben hat (Botschaft f\u00fcr den 30. WJT, 17-II-2015).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gebet gibt uns die Gnade, treu nach Gottes Plan zu leben (Generalaudienz, 17. April 2013).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jede Geschichte ist einzigartig, aber sie alle gehen von einer Begegnung aus, die die Tiefen erhellt, die das Herz ber\u00fchrt und den ganzen Menschen einbezieht: Zuneigung, Verstand, Sinne, alles. Es ist eine Liebe, die so gro\u00df, so sch\u00f6n, so wahr ist, dass sie alles und unser ganzes Vertrauen verdient (Treffen mit Jugendlichen aus Umbrien, 4. Oktober 2013).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiteres wichtiges Element ist das Bewusstsein, Teil eines gr\u00f6\u00dferen Plans zu sein, zu dem man beitragen m\u00f6chte (General Audience, 7-XII-2022).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott ruft uns auf, mit ihm zu k\u00e4mpfen, jeden Tag, jeden Augenblick, um das B\u00f6se mit dem Guten zu \u00fcberwinden (Ansprache, 20. Oktober 2013).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Glaube entfernt uns nicht von der Welt, sondern f\u00fchrt uns tiefer in sie hinein. Das ist sehr wichtig! Wir m\u00fcssen in die Welt gehen, aber mit der Kraft des Gebets. Jeder von uns hat eine besondere Rolle bei der Vorbereitung auf das Kommen des Reiches Gottes in der Welt zu spielen (Ansprache in Manila, 16. Januar 2015).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gebet, das Fasten und das Almosen helfen uns, uns nicht vom \u00c4u\u00dferen beherrschen zu lassen: Nicht das \u00c4u\u00dfere z\u00e4hlt; der Wert des Lebens h\u00e4ngt nicht von der Anerkennung der anderen oder vom Erfolg ab, sondern von dem, was wir in uns haben (Predigt, 05-III-2014).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gebet bewahrt den Menschen vor dem Protagonismus, f\u00fcr den sich alles um ihn dreht, vor Gleichg\u00fcltigkeit und Opferrolle (Rede, 15-VI-2014).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gebet erlauben wir dem Heiligen Geist, uns zu erleuchten und uns zu beraten, was wir in diesem Moment tun sollen (Generalaudienz, 7. Mai 2014).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne Gebet wird unser Handeln leer und unsere Verk\u00fcndigung hat keine Seele, weil sie nicht vom Geist beseelt ist (Generalaudienz, 22. Mai 2013).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gebet ist kein Beruhigungsmittel, um die \u00c4ngste des Lebens zu lindern, oder jedenfalls ist ein solches Gebet nicht christlich. Vielmehr bef\u00e4higt das Gebet jeden von uns (Generalaudienz, 21. Oktober 2020).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste Motivation f\u00fcr die Evangelisierung ist die Liebe zu Jesus, die wir empfangen haben, die Erfahrung, von ihm gerettet worden zu sein, die uns dazu bewegt, ihn immer mehr zu lieben. Aber was f\u00fcr eine Liebe ist das, die nicht das Bed\u00fcrfnis versp\u00fcrt, von dem geliebten Menschen zu sprechen, ihn zu zeigen, ihn bekannt zu machen? Wenn wir nicht den intensiven Wunsch versp\u00fcren, ihn mitzuteilen, m\u00fcssen wir im Gebet innehalten und ihn bitten, uns wieder zu fesseln. Wir m\u00fcssen jeden Tag aufschreien, um seine Gnade bitten, unsere kalten Herzen zu \u00f6ffnen und unser laues und oberfl\u00e4chliches Leben zu ersch\u00fcttern. Wenn wir mit offenem Herzen vor ihm stehen und uns von ihm betrachten lassen, erkennen wir jenen Blick der Liebe, den Nathanael an dem Tag entdeckte, als Jesus ihm erschien und zu ihm sagte: \"Als du unter dem Feigenbaum warst, habe ich dich gesehen\" (Joh 1,48). Wie sch\u00f6n ist es, vor einem Kruzifix zu stehen oder vor dem Allerheiligsten Sakrament zu knien und einfach in seinem Blick zu sein! Wie gut ist es, wenn er unsere Existenz wieder ber\u00fchrt und uns dazu bringt, sein neues Leben mitzuteilen! (Apostolische Exhortation <em>Evangelii gaudium<\/em>&nbsp;264).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie man betet<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einfachheit, Demut, Achtsamkeit, Verst\u00e4ndnis und Stille: das sind die f\u00fcnf Eigenschaften, die den f\u00fcnf Fingern entsprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Daumen ist der gr\u00f6\u00dfte Finger, also auch der Finger des Lobes an Gott. Aber es ist auch der Finger, der uns am n\u00e4chsten ist und uns sagt, dass wir f\u00fcr die beten sollen, die uns am n\u00e4chsten sind, f\u00fcr unsere Lieben, f\u00fcr unsere Freunde. Der Zeigefinger ist der Finger, der lehrt, der uns den Weg zeigt, dem wir folgen sollen. Wir beten f\u00fcr alle, die uns etwas im Leben lehren oder lehren werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mittelfinger erinnert uns an diejenigen, die uns regieren. Ihnen hat Gott die Geschicke der V\u00f6lker anvertraut, und wir beten f\u00fcr sie, dass sie in ihrer Pflicht stets den Lehren Jesu folgen werden. Der Ringfinger ist der Finger der Verhei\u00dfung: Wir bitten Gott, diejenigen zu besch\u00fctzen, die wir am meisten lieben, aber auch die Schw\u00e4chsten und Bed\u00fcrftigsten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der kleine Finger ist der kleinste Finger. Er lehrt und erinnert uns daran, f\u00fcr die Kinder zu beten. Er erinnert uns auch daran, klein zu werden wie sie und nicht stolz zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beten Sie auf eine einfache, aber gleichzeitig konkrete Weise. Und da wir zwei H\u00e4nde haben, kann das Gebet auch ein zweites Mal wiederholt werden. Denn wir wissen, dass \"das Gebet der Sauerstoff unserer Seele\" und unseres geistlichen Lebens ist (geschrieben von Jorge Mario Bergoglio, als er Erzbischof von Buenos Aires war).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wahres Gebet ist Vertrautheit und Vertrauen mit Gott, es ist nicht das Aufsagen von Gebeten wie ein Papagei... Im Gebet zu sein bedeutet nicht, Worte, Worte, Worte zu sagen: Nein, es bedeutet, mein Herz f\u00fcr Jesus zu \u00f6ffnen, Jesus nahe zu kommen, ihn in mein Herz kommen zu lassen und mich seine Gegenwart dort sp\u00fcren zu lassen. Und dort k\u00f6nnen wir erkennen, wann es Jesus ist oder wann wir mit unseren Gedanken, die so oft weit von Jesus entfernt sind. Bitten wir um diese Gnade: eine Beziehung der Freundschaft mit dem Herrn zu leben, wie ein Freund zu seinem Freund spricht (Generalaudienz, 28-IX-2022).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir beten, m\u00fcssen wir dem\u00fctig sein: Das ist die erste Haltung, mit der wir zum Gebet gehen. Dann werden unsere Worte wirklich Gebete sein und kein Geschw\u00e4tz, das Gott zur\u00fcckweist (Generalaudienz, 26. Mai 2021).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Anfang jeder Berufung steht immer eine starke Gotteserfahrung, eine Erfahrung, die man nicht vergisst, an die man sich ein Leben lang erinnert! Gott \u00fcberrascht uns immer wieder! Es ist Gott, der ruft; aber es ist wichtig, eine t\u00e4gliche Beziehung zu ihm zu haben, ihm in der Stille vor dem Tabernakel und in der Tiefe unseres Inneren zuzuh\u00f6ren, mit ihm zu sprechen, sich den Sakramenten zu n\u00e4hern. Diese vertraute Beziehung mit dem Herrn zu haben, ist wie ein offenes Fenster in unserem Leben, durch das wir seine Stimme h\u00f6ren k\u00f6nnen, was er von uns will (An die Jugendlichen in Assisi, 5. Oktober 2013).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist der Weg, Gott anzunehmen, nicht Geschicklichkeit, sondern Demut: sich als S\u00fcnder zu erkennen. Zuerst sich selbst und dann dem Priester im Sakrament der Vers\u00f6hnung seine S\u00fcnden, seine Unzul\u00e4nglichkeiten, seine Heucheleien bekennen; vom Podest herabsteigen und in das Wasser der Reue eintauchen (Angelus, 4-XII-2022).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen unsere Maske ablegen - jeder hat eine - und uns auf eine Stufe mit den Dem\u00fctigen stellen; uns von der Anma\u00dfung befreien, zu glauben, dass wir uns selbst gen\u00fcgen, hingehen und unsere S\u00fcnden bekennen, die verborgenen, und Gottes Vergebung annehmen, diejenigen um Vergebung bitten, die wir beleidigt haben. So beginnt ein neues Leben (Angelus, 4-XII-2022).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gebet reinigt unabl\u00e4ssig das Herz. Der Lobpreis und das Flehen zu Gott verhindern, dass sich das Herz in Groll und Egoismus verh\u00e4rtet (Generalaudienz, 11.III.2015).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist der Heilige Geist, der der Seele Leben gibt! Lasst ihn eintreten. Sprecht mit dem Geist, wie ihr mit dem Vater sprecht, wie ihr mit dem Sohn sprecht: Sprecht mit dem Heiligen Geist, der nicht l\u00e4hmt! In ihm ist die Kraft der Kirche, er ist derjenige, der euch voranbringt (Generalaudienz, 21. Dezember 2022).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einem Freund reden wir, wir teilen die geheimsten Dinge. Mit Jesus unterhalten wir uns auch. Das Gebet ist eine Herausforderung und ein Abenteuer, und was f\u00fcr ein Abenteuer es ist! Es erlaubt uns, ihn immer besser kennen zu lernen, in seine Tiefen einzudringen und in einer immer st\u00e4rkeren Verbindung zu wachsen. Das Gebet erlaubt uns, ihm alles zu sagen, was uns widerf\u00e4hrt, und uns vertrauensvoll in seine Arme zu begeben, und gleichzeitig schenkt es uns Momente kostbarer Intimit\u00e4t und Zuneigung, in denen Jesus sein eigenes Leben in uns ausgie\u00dft. Indem wir beten, \"\u00f6ffnen wir ihm den Weg\", geben wir ihm Raum, \"damit er handeln und eindringen und siegen kann\" (Apostolische Ermahnung <em>Christus vivit<\/em> 155).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf diese Weise ist es m\u00f6glich, eine st\u00e4ndige Einheit mit ihm zu erleben, die alles \u00fcbertrifft, was wir mit anderen Menschen erleben k\u00f6nnen: \"Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir\" (Gal 2,20). Berauben Sie Ihre Jugend nicht dieser Freundschaft. Sie werden ihn nicht nur beim Beten an Ihrer Seite sp\u00fcren k\u00f6nnen. Du wirst erkennen, dass er immer mit dir geht. Versuchen Sie, das zu entdecken, und Sie werden die sch\u00f6ne Erfahrung machen, dass Sie immer begleitet werden. Das ist es, was die Emmausj\u00fcnger erlebten, als Jesus, w\u00e4hrend sie verwirrt umhergingen und sich unterhielten, sich ihnen zu erkennen gab und \"mit ihnen ging\" (Lk 24,15) (Apostolische Ermahnung <em>Christus vivit<\/em> 156).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein junger Mann zum Papst: \"K\u00f6nnen Sie mir erkl\u00e4ren, wie Sie beten und warum Sie beten? So konkret wie m\u00f6glich...\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ich bete... Ich nehme oft die Bibel in die Hand, lese ein wenig, lege sie dann weg und lasse den Herrn mich anschauen: Das ist die g\u00e4ngigste Vorstellung meines Gebets. Ich lasse ihn mich anschauen. Und ich f\u00fchle - aber das ist keine Sentimentalit\u00e4t - ich f\u00fchle tief die Dinge, die der Herr zu mir sagt. Manchmal spricht er nicht... nichts, leer, leer, leer, leer... aber geduldig bleibe ich dort, und so bete ich... ich sitze, ich bete im Sitzen, weil es mir weh tut, zu knien, und manchmal schlafe ich beim Beten ein... Es ist auch eine Art zu beten, wie ein Sohn mit dem Vater, und das ist wichtig: Ich f\u00fchle mich wie ein Sohn mit dem Vater (Interview mit Papst Franziskus mit jungen Leuten in Belgien, 31-III-2014).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesus, Lehrer des Gebets<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus greift st\u00e4ndig auf die Kraft des Gebets zur\u00fcck. In den Evangelien ist zu lesen, dass er sich zum Beten an abgelegene Orte zur\u00fcckzieht. Es sind n\u00fcchterne und diskrete \u00c4u\u00dferungen, die uns diese Gebetsgespr\u00e4che nur erahnen lassen. Sie bezeugen eindeutig, dass Jesus selbst in den Momenten seiner gr\u00f6\u00dften Hingabe an die Armen und Kranken nie den innigen Dialog mit dem Vater vernachl\u00e4ssigte. Je mehr er sich in die N\u00f6te der Menschen vertiefte, desto mehr versp\u00fcrte er das Bed\u00fcrfnis, in der trinitarischen Gemeinschaft zu ruhen, zum Vater und zum Geist zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Leben Jesu gibt es also ein Geheimnis, das den menschlichen Augen verborgen ist, das aber den Kern von allem darstellt. Das Gebet Jesu ist eine geheimnisvolle Realit\u00e4t, von der wir nur etwas ahnen k\u00f6nnen, die uns aber erlaubt, seine ganze Sendung in der richtigen Perspektive zu lesen. In diesen einsamen Stunden - vor der Morgend\u00e4mmerung oder in der Nacht - vertieft sich Jesus in seine Vertrautheit mit dem Vater, das hei\u00dft in die Liebe, nach der jede Seele d\u00fcrstet. Das ist es, was aus den ersten Tagen seines \u00f6ffentlichen Wirkens hervorgeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An einem Sabbat zum Beispiel verwandelt sich die kleine Stadt Kapernaum in ein \"Feldlazarett\": Nach Sonnenuntergang werden alle Kranken zu Jesus gebracht und er heilt sie. Doch vor Sonnenaufgang verschwindet Jesus: Er zieht sich an einen einsamen Ort zur\u00fcck und betet. Simon und die anderen suchen ihn, und als sie ihn finden, sagen sie zu ihm: \"Sie suchen alle nach dir! Was antwortet Jesus: \"Lasst uns woanders hingehen, in die Nachbard\u00f6rfer, damit ich auch dort predigen kann, denn daf\u00fcr bin ich ausgegangen\" (vgl. Mk 1,35-38). Jesus ist immer jenseits, jenseits im Gebet mit dem Vater und jenseits, in anderen St\u00e4dten, anderen Horizonten, um zu gehen und zu predigen, anderen St\u00e4dten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gebet ist das Ruder, das den Weg Jesu lenkt. Die Etappen seiner Mission werden nicht vom Erfolg diktiert, nicht vom Konsens und auch nicht von der verf\u00fchrerischen Phrase \"alle suchen dich\". Der weniger bequeme Weg ist derjenige, der den Weg Jesu nachzeichnet, der aber der Eingebung des Vaters gehorcht, auf die Jesus h\u00f6rt und die er in seinem einsamen Gebet aufnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Katechismus sagt: \"Durch sein Gebet lehrt uns Jesus zu beten\" (Nr. 2607). Daher k\u00f6nnen wir aus dem Beispiel Jesu einige Merkmale des christlichen Gebets ableiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In erster Linie hat sie ein Primat: Sie ist der erste Wunsch des Tages, etwas, das im Morgengrauen praktiziert wird, bevor die Welt erwacht. Es bringt die Seele wieder in Schwung, die sonst atemlos w\u00e4re. Ein Tag ohne Gebet l\u00e4uft Gefahr, zu einer l\u00e4stigen oder langweiligen Erfahrung zu werden: Alles, was uns widerf\u00e4hrt, k\u00f6nnte f\u00fcr uns zu einem unertr\u00e4glichen und blinden Schicksal werden. Jesus hingegen erzieht zum Gehorsam gegen\u00fcber der Wirklichkeit und damit zum Zuh\u00f6ren. Das Gebet ist vor allem ein Zuh\u00f6ren und eine Begegnung mit Gott. Die allt\u00e4glichen Probleme werden so nicht zu Hindernissen, sondern zu Aufforderungen Gottes selbst, zuzuh\u00f6ren und dem zu begegnen, der vor uns steht. Die Pr\u00fcfungen des Lebens werden so zu Gelegenheiten, im Glauben und in der Liebe zu wachsen. Der t\u00e4gliche Weg, einschlie\u00dflich der Strapazen, nimmt die Perspektive einer \"Berufung\" an. Das Gebet hat die Kraft, das, was im Leben sonst eine Verurteilung w\u00e4re, in etwas Gutes zu verwandeln; das Gebet hat die Kraft, dem Geist einen gro\u00dfen Horizont zu er\u00f6ffnen und das Herz zu erweitern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens ist das Gebet eine Kunst, die mit Beharrlichkeit ausge\u00fcbt werden muss. Jesus selbst sagt uns: ruft, ruft, ruft. Wir alle sind zu episodischen Gebeten f\u00e4hig, die aus der Ergriffenheit eines Augenblicks geboren werden; aber Jesus erzieht uns zu einer anderen Art von Gebet: dem Gebet, das eine Disziplin, eine \u00dcbung kennt und in eine Lebensregel eingebunden ist. Ein beharrliches Gebet bewirkt eine fortschreitende Verwandlung, macht uns stark in Zeiten der Bedr\u00e4ngnis, gibt uns die Gnade, von dem, der uns liebt und uns immer besch\u00fctzt, getragen zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiteres Merkmal des Gebets von Jesus ist die Einsamkeit. Wer betet, flieht nicht vor der Welt, sondern zieht einsame Orte vor. Dort, in der Stille, k\u00f6nnen viele Stimmen auftauchen, die wir in der Intimit\u00e4t verbergen: die am meisten verdr\u00e4ngten W\u00fcnsche, die Wahrheiten, die wir hartn\u00e4ckig unterdr\u00fccken, und so weiter. Und vor allem spricht in der Stille Gott. Jeder Mensch braucht einen Raum f\u00fcr sich, in dem er sein Innenleben kultivieren kann, in dem sein Handeln einen Sinn findet. Ohne Innenleben werden wir oberfl\u00e4chlich, unruhig, \u00e4ngstlich - wie schlimm die Angst f\u00fcr uns ist - deshalb m\u00fcssen wir zum Gebet gehen; ohne Innenleben fliehen wir vor der Wirklichkeit, und wir fliehen auch vor uns selbst, wir sind M\u00e4nner und Frauen, die immer auf der Flucht sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich ist das Gebet Jesu der Ort, an dem wir wahrnehmen, dass alles von Gott kommt und er zur\u00fcckkehrt. Manchmal denken wir Menschen, dass wir die Herren von allem sind, oder wir verlieren im Gegenteil jede Selbstachtung, wir gehen von einer Seite zur anderen. Das Gebet hilft uns, die richtige Dimension in unserer Beziehung zu Gott, unserem Vater, und zur gesamten Sch\u00f6pfung zu finden. Und das Gebet Jesu besteht schlie\u00dflich darin, sich in die H\u00e4nde des Vaters zu begeben, wie Jesus im \u00d6lgarten in seiner Angst: \"Vater, wenn es m\u00f6glich ist..., so geschehe dein Wille\". Auslieferung in die H\u00e4nde des Vaters. Es ist sch\u00f6n, wenn wir \u00e4ngstlich sind, ein wenig besorgt, und der Heilige Geist verwandelt uns von innen heraus und f\u00fchrt uns zu dieser Hingabe in die H\u00e4nde des Vaters: \"Vater, dein Wille geschehe\" (Generalaudienz, 4-XI-2020).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was aber, wenn Gott unsere Bitten nicht erh\u00f6rt?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt eine radikale Antwort auf das Gebet, die sich aus einer Beobachtung ableitet, die wir alle machen: Wir beten, wir bitten, doch manchmal scheint es, dass unsere Gebete nicht erh\u00f6rt werden: Das, worum wir gebeten haben - f\u00fcr uns selbst oder f\u00fcr andere -, geschieht nicht. Diese Erfahrung machen wir immer wieder. Auch wenn der Grund, f\u00fcr den wir gebetet haben, edel war (z. B. die F\u00fcrbitte f\u00fcr die Gesundheit eines Kranken oder f\u00fcr die Beendigung eines Krieges), erscheint uns die Nichterf\u00fcllung als Skandal. Zum Beispiel f\u00fcr die Kriege: Wir beten f\u00fcr das Ende der Kriege, dieser Kriege in so vielen Teilen der Welt, denken Sie an den Jemen, denken Sie an Syrien, L\u00e4nder, die sich seit Jahren im Krieg befinden! Aber wie kann das sein? Manche h\u00f6ren auf zu beten, weil sie denken, dass ihr Gebet nicht erh\u00f6rt wird\" (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2734) Aber wenn Gott Vater ist, warum h\u00f6rt er uns nicht? Er, der uns versichert hat, dass er den Kindern, die ihn bitten, Gutes gibt (vgl. Mt 7,10), warum antwortet er nicht auf unsere Bitten? Wir alle haben diese Erfahrung gemacht: Wir haben gebetet, gebetet f\u00fcr die Krankheit dieses Freundes, dieses Vaters, dieser Mutter, und dann sind sie weggegangen, Gott hat uns nicht erh\u00f6rt. Das ist eine Erfahrung, die wir alle machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Katechismus gibt uns eine gute Synthese zu dieser Frage. Er warnt uns vor der Gefahr, keine authentische Glaubenserfahrung zu machen, sondern die Beziehung zu Gott in etwas Magisches zu verwandeln. Das Gebet ist kein Zauberstab: Es ist ein Dialog mit dem Herrn. In der Tat k\u00f6nnen wir beim Beten Gefahr laufen, nicht Gott zu dienen, sondern so zu tun, als ob Gott uns dient (vgl. Nr. 2735). Wir haben es hier also mit einem Gebet zu tun, das immer anspruchsvoll ist, das die Ereignisse nach unseren Vorstellungen lenken will, das keine anderen Pl\u00e4ne als unsere W\u00fcnsche zul\u00e4sst. Jesus hatte jedoch eine gro\u00dfe Weisheit, als er uns das \"Vaterunser\" auf die Lippen legte. Es ist nur ein Gebet mit Bitten, wie wir wissen, aber die ersten Bitten, die wir aussprechen, sind alle auf Gottes Seite. Sie bitten nicht um die Erf\u00fcllung unseres Plans, sondern um die Erf\u00fcllung seines Willens in Bezug auf die Welt. Es ist besser, Ihn das tun zu lassen: \"Dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe\" (Mt 6,9-10) (Generalaudienz, 26. Mai 2021).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Beispiel und die Hilfe der Gottesmutter<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maria lenkt ihr Leben nicht selbst\u00e4ndig: Sie wartet darauf, dass Gott die Z\u00fcgel ihres Weges in die Hand nimmt und sie dorthin f\u00fchrt, wo er sie haben will. Sie ist f\u00fcgsam, und mit ihrer Verf\u00fcgbarkeit bereitet sie die gro\u00dfen Ereignisse vor, die Gott in die Welt bringt... Es gibt keine bessere Art zu beten, als sich wie Maria in eine Haltung der Offenheit zu begeben, in ein Herz, das f\u00fcr Gott offen ist: \"Herr, was Du willst, wann Du willst und wie Du willst\". Mit anderen Worten, ein Herz, das f\u00fcr den Willen Gottes offen ist...<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maria begleitet im Gebet das ganze Leben Jesu bis zu seinem Tod und seiner Auferstehung; und am Ende setzt sie die ersten Schritte der entstehenden Kirche fort und begleitet sie (vgl. Apg 1,14). Maria betet mit den J\u00fcngern, die den Skandal des Kreuzes durchgemacht haben. Sie betet mit Petrus, der der Angst nachgegeben hat und in Reue weint. Maria ist da, mit den J\u00fcngern, inmitten der M\u00e4nner und Frauen, die ihr Sohn berufen hat, seine Gemeinschaft zu bilden....<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie betet mit der entstehenden Kirche und wird zur Mutter der Kirche, die die J\u00fcnger bei den ersten Schritten der Kirche im Gebet begleitet und auf den Heiligen Geist wartet. In der Stille, immer in der Stille. Das Gebet Mariens ist still. Das Evangelium erz\u00e4hlt uns nur von einem einzigen Gebet Marias: in Kana, als sie ihren Sohn f\u00fcr die armen Leute bittet, die bei dem Fest schlecht aussehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maria ist anwesend, weil sie Mutter ist, aber sie ist auch anwesend, weil sie die erste J\u00fcngerin ist, diejenige, die das Beste von Jesus gelernt hat. Maria sagt nie: \"Komm, ich werde die Dinge in Ordnung bringen\". Manche haben das Herz Marias mit einer Perle von unvergleichlichem Glanz verglichen, die durch die geduldige Annahme des Willens Gottes durch die im Gebet betrachteten Geheimnisse Jesu geformt und erweicht wurde. Wie sch\u00f6n, wenn auch wir ein wenig wie unsere Mutter sein k\u00f6nnen! Mit einem Herzen, das f\u00fcr das Wort Gottes offen ist, mit einem stillen Herzen, mit einem gehorsamen Herzen, mit einem Herzen, das das Wort Gottes zu empfangen wei\u00df und es mit einem Samen des Wohls der Kirche wachsen l\u00e4sst (Generalaudienz, 18-XI-2020).<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cuando se quiere emprender una iniciativa, se suele empezar a ocuparse de los aspectos organizativos: con qu\u00e9 personas o recursos contar para lograr el objetivo de la mejor manera posible. \u00bfA qui\u00e9n, en cambio, se le ocurre primero ponerse a rezar? 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