{"id":3829,"date":"2018-07-02T09:39:47","date_gmt":"2018-07-02T08:39:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.omnesmag.com\/?p=3829"},"modified":"2025-11-07T10:29:53","modified_gmt":"2025-11-07T08:29:53","slug":"a-die-50-jahre-der-medellin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/recursos\/a-los-50-anos-de-medellin\/","title":{"rendered":"50 Jahre Medell\u00edn"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gab bereits eine lange konziliare Tradition, die mit den ersten Schritten der amerikanischen Evangelisierung begann.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Generalkonferenzen des lateinamerikanischen Episkopats und des Celam<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus wurde 1899 im Pio-Lateinamerika-Kolleg in Rom ein Plenarkonzil von Lateinamerika (1899) abgehalten, um pastorale Probleme zu untersuchen. Es war eine interessante Erfahrung mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg. 1955 regte der Heilige Stuhl eine weitere Generalkonferenz des lateinamerikanischen Episkopats an, die in Rio de Janeiro (1955) stattfand. An der Versammlung nahmen rund 350 Vertreter von Di\u00f6zesen und anderen kirchlichen Strukturen teil. Und es war ein Erfolg: Die Gemeinsamkeit vieler Probleme wurde festgestellt, evangelisierende Erfahrungen wurden ausgetauscht, und es gab eine bemerkenswerte Erfahrung von Gemeinschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraufhin entstand die Idee, eine stabile Struktur zu schaffen, die sich mit den Themen befasst und regelm\u00e4\u00dfige Sitzungen einberuft. Mit Unterst\u00fctzung des Heiligen Stuhls wurde der CELAM, der Lateinamerikanische Bischofsrat, mit Sitz in Bogot\u00e1 (1955) gegr\u00fcndet. Es handelte sich nicht um eine Jurisdiktionsstruktur wie bei den Bischofskonferenzen, sondern um ein koordinierendes und beratendes Gremium. Nach der Konferenz von Rio de Janeiro (1955) fanden Generalkonferenzen in Medellin (1968), Puebla de los Angeles (1979), Santo Domingo (1992) und im brasilianischen Heiligtum von Aparecida (2007) statt. Sie bilden ein sehr wichtiges Reflexionsgremium f\u00fcr die Kirche in den lateinamerikanischen L\u00e4ndern und auch f\u00fcr die Weltkirche.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Drei gro\u00dfe Werte<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit unterschiedlichen Schwerpunkten haben alle Versammlungen stets die gemeinsamen Merkmale des Katholizismus in Lateinamerika ber\u00fccksichtigt, die sich in drei gro\u00dfen Werten und drei gro\u00dfen Problemen zusammenfassen lassen, die somit auch drei gro\u00dfe Herausforderungen darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste Wert ist, dass der christliche Glaube die wichtigste kulturelle Wurzel der meisten Nationen ist. Sie haben eine starke katholische Identit\u00e4t. Und dieser Glaube hat die Sicht der Welt und des Menschen, die Muster des moralischen Verhaltens, die Rhythmen und Feste des gesellschaftlichen Lebens tief durchdrungen und gepr\u00e4gt. Und sie untermauert den gro\u00dfen Respekt vor der Kirche, trotz der Spannungen, die in der Vergangenheit mit liberalen Regierungen und in der Gegenwart mit progressiven Regierungen entstanden sind. Die Kirche ist tief in den Menschen verwurzelt, und diese Kategorie, die in Europa eher unscharf ist, ist in Lateinamerika sehr wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens erreichte die Evangelisierung die entlegensten Orte und die einfachsten Menschen. Die Armen wurden wirklich evangelisiert, auch wenn es verstreute Bev\u00f6lkerungsgruppen gab, die nicht oder weniger evangelisiert waren. Dies geschah mit der aufopferungsvollen Hingabe vieler Evangelisatoren und mit viel M\u00fche und Einfallsreichtum bei der Erstellung und \u00dcbersetzung von Katechismen in die einheimischen Sprachen. Es ist eine christliche Leistung, vergleichbar mit der alten europ\u00e4ischen Evangelisierung, sogar noch gr\u00f6\u00dfer, weil sie so umfassend war. Diese Evangelisierungsarbeit ist in vielen Ortskirchen erhalten geblieben und wurde in Aparecida wunderbar erneuert. Die Kirche in Lateinamerika sieht sich selbst in einer Mission der Evangelisierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Infolgedessen gibt es eine starke und freudige Volksfr\u00f6mmigkeit, die in fast allen lateinamerikanischen L\u00e4ndern einen gro\u00dfen Wert des Glaubens darstellt. Der Glaube begleitet die wichtigsten Meilensteine des pers\u00f6nlichen und gesellschaftlichen Lebens mit einer tiefen, freudigen und festlichen Fr\u00f6mmigkeit. Die Volksfr\u00f6mmigkeit war und ist ein wichtiger Faktor f\u00fcr die Evangelisierung, insbesondere in den stabilsten und traditionellsten Bev\u00f6lkerungsschichten. Dies wurde in den CELAM-Versammlungen von der ersten bis zur letzten Versammlung anerkannt und gef\u00f6rdert. Aber auch die Herausforderung, die kulturellen Eliten in ihrem eigenen Bereich zu evangelisieren - in den Wissenschaften, den Geisteswissenschaften, der Politik, den K\u00fcnsten - wird zunehmend erkannt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Drei gro\u00dfe Probleme und Herausforderungen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das erste chronische Problem der lateinamerikanischen L\u00e4nder ist der Mangel an Geistlichen und infolgedessen auch an Ausbildungsstrukturen. Dies ist zum gro\u00dfen Teil darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die meisten Geistlichen w\u00e4hrend der Kolonialzeit aus der Metropole kamen. Und weil beschlossen wurde, keine einheimischen Geistlichen zu weihen. Das Problem hat sich mit der Unabh\u00e4ngigkeit noch versch\u00e4rft. Und sie wurde durch die F\u00f6rderung der Ankunft ausl\u00e4ndischer Geistlicher abgemildert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Tendenz hat sich in den letzten Jahrzehnten in vielen L\u00e4ndern ge\u00e4ndert, insbesondere in Mexiko und vor allem in Kolumbien, das zu einer gro\u00dfen Quelle von Missionsberufungen geworden ist. Auch Seminare und Fakult\u00e4ten haben sich entwickelt und sind inzwischen fest etabliert. Es w\u00e4re sehr sch\u00f6n, diese Geschichte gut zu erz\u00e4hlen. Das Problem des Klerikermangels, vor allem in den l\u00e4ndlichen Gebieten, hatte den positiven Effekt, dass sich vielerorts eine Struktur von \"Katecheten\" oder Laien entwickelt hat, die f\u00fcr die Aufrechterhaltung des kirchlichen Lebens in vielen Gemeinden und D\u00f6rfern verantwortlich sind. Eine sehr stabile Institution mit tiefer Verwurzelung im l\u00e4ndlichen Raum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite Herausforderung ist die protestantische Konkurrenz. Mit dem Ende der Kolonialherrschaft und der Einf\u00fchrung einer liberalen Gesetzgebung wurde die Freiheit der Religionsaus\u00fcbung in unterschiedlichem Ma\u00dfe zugelassen. Dies f\u00fchrte zum Entstehen einer langsam wachsenden protestantischen Pr\u00e4senz in den St\u00e4dten. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts f\u00fchrte der Entkolonialisierungsprozess der afrikanischen Staaten dazu, dass sich die evangelistischen Bem\u00fchungen der amerikanischen Protestanten (zusammen mit der politischen Pr\u00e4senz) nach S\u00fcden richteten. Neben der Entwicklung der protestantischen Konfessionen in den Vereinigten Staaten haben sich je nach Herkunft pfingstliche, charismatische oder unabh\u00e4ngige evangelistische Kirchen entwickelt, die lediglich von der Initiative eines Pastors abh\u00e4ngig sind und einen sentimentalen Ton anschlagen, der die einfache Bev\u00f6lkerung gut erreicht. Dieses Modell hat sich erfolgreich in ganz Lateinamerika ausgebreitet und gewinnt zunehmend an Bedeutung, wobei es zuweilen mit dem Katholizismus verfeindet ist, den es gem\u00e4\u00df der lutherischen Tradition als h\u00e4retisch und pervertiert betrachtet. Dies geschieht eher in den Freikirchen, die in der Regel auch weniger gebildet sind. Sie f\u00fchrt zu gro\u00dfer Verwirrung und manchmal auch zu direkten Propagandaangriffen und bereitet den lateinamerikanischen Pfarrern zunehmend Sorge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens gibt es Ungleichgewichte bei Entwicklung und Armut. In vielen amerikanischen Staaten gibt es Bev\u00f6lkerungsschichten, die kaum in den Genuss des Fortschritts gekommen sind. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts betraf dies gro\u00dfe Teile der b\u00e4uerlichen Bev\u00f6lkerung, die im Allgemeinen eine starke indigene Komponente aufwiesen oder in einigen F\u00e4llen Nachkommen afrikanischer Sklaven waren. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entstand in den Elendsvierteln rund um die amerikanischen Megast\u00e4dte - Mexiko, Bogota, Buenos Aires, Rio de Janeiro - eine weitere riesige Armuts- und Elendszone. Sie entstanden durch die massenhafte Abwanderung aufgrund der - oft illusorischen - Hoffnung auf ein besseres Leben infolge von Krieg und terroristischer Gewalt auf dem Lande, aber auch aufgrund des Bev\u00f6lkerungswachstums, da sich die sanit\u00e4ren Verh\u00e4ltnisse inmitten all dessen verbesserten. Es handelt sich um gro\u00dfe entwurzelte Bev\u00f6lkerungsgruppen, die von Ausgrenzung, Gewalt und Drogenhandel betroffen sind. Und sie stehen in scharfem Kontrast zu den hohen <em>stehend<\/em> und die Konsumgewohnheiten der \"VIP\"-Bev\u00f6lkerungsschicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese eklatanten und engen Ungleichheiten haben das christliche Gewissen von Pastoren und sensiblen Menschen getroffen. Wie k\u00f6nnen solche krassen sozialen Unterschiede in christlichen Nationen toleriert werden? Was kann man tun?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Komplexe Zeiten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 1. Januar 1959 \u00fcbernahm Fidel Castro die Macht in Kuba. Er hatte die Unterst\u00fctzung vieler Christen und auch, in abgeschw\u00e4chter Form, die des Erzbischofs von Santiago (P\u00e9rez Serantes). Es lohnt sich \u00fcbrigens, die Studie von Ignacio Ur\u00eda zu lesen, <em>Kirche und Revolution in Kuba<\/em>. Castro st\u00fcrzte eine korrupte Diktatur, aber die fr\u00fchen kommunistischen und totalit\u00e4ren Bestrebungen des Regimes entt\u00e4uschten die Hoffnungen der Christen, und die Ann\u00e4herung an die Sowjetunion machte Kuba zu einem Ausgangspunkt f\u00fcr kommunistische Propaganda in ganz Lateinamerika und beunruhigte die Vereinigten Staaten, die begannen, sich viel st\u00e4rker in alle Aspekte des politischen und kulturellen Lebens einzumischen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die nachkonziliare Zeit verlief in den amerikanischen Nationen anders als in Europa, weil pastorale Fragen Vorrang vor liturgischen oder lehrm\u00e4\u00dfigen Fragen hatten und weil die Traditionen und die Volksfr\u00f6mmigkeit einen Gro\u00dfteil der pastoralen Arbeit aufnahmen. Die Auswirkungen des Mai '68 waren auch deshalb geringer, weil es weniger junge Priester gab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits wurde die Frage der Armut und der Entwicklung mit einer unvermeidlichen Dringlichkeit auf den Tisch gelegt. Auf der einen Seite war da die unverhohlene Realit\u00e4t, die das Gewissen verletzte. Diese immensen Probleme lie\u00dfen sich mit den herk\u00f6mmlichen Ma\u00dfnahmen, die oft langsam, korrupt und unwirksam waren, nicht bew\u00e4ltigen. Es bedurfte eines anderen, viel wirksameren und radikaleren Mittels.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Neue Spannungen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Zusammenhang lieferte die allgegenw\u00e4rtige Verbreitung des marxistischen Denkens eine schnelle und einfache Analyse der Ursachen und L\u00f6sungen und zeigte eine neue egalit\u00e4re Gesellschaft in Reichweite. Es bedurfte lediglich einer revolution\u00e4ren S\u00e4uberung, die vielerorts bereits im Gange war. Es war eine Aufforderung, sich f\u00fcr die Ziele einzusetzen, auch wenn die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Mittel nicht immer klar war: Gewalt, aber auch eine bemerkenswerte Manipulation des christlichen Lebens. Aber es gab bereits eine theologische Tradition \u00fcber die christliche Legitimit\u00e4t der Revolution und sogar des Tyrannenmords (Pater Mariana). In Wirklichkeit konnte die Mischung aus Simplizismus, Utopismus, Gewalt und Manipulation nicht gut gehen, aber das war damals schwer zu erkennen. Sie wurde von revolution\u00e4rer Hoffnung und Mystik verdeckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gesamte lateinamerikanische Kirche, vor allem aber die sensibelsten und j\u00fcngsten Sektoren, sp\u00fcrten den Sog: das Pathos der Probleme und die Illusion von revolution\u00e4ren, schnellen und radikalen L\u00f6sungen. In ziemlich traditionellen Kirchen mit tief verwurzelten Br\u00e4uchen tauchten pl\u00f6tzlich und mit Nachdruck vier verschiedene, aber miteinander verbundene Ph\u00e4nomene auf: die Basisgemeinden, die Christen f\u00fcr den Sozialismus, die revolution\u00e4ren Priester, und in diesem Klima entstanden auch die verschiedenen Versionen der Befreiungstheologie, so viele wie es Theologen gab: Leonardo und Clodovis Boff, Gustavo Guti\u00e9rrez, Ignacio Ellacur\u00eda, Juan Luis Segundo; auch die argentinische Theologie des Volkes von Lucio Gera. Sie gingen unterschiedliche Wege, in einigen F\u00e4llen wurden sie radikaler (Leonardo Boff), in anderen wurden sie mit zunehmender Erfahrung differenzierter. Ein wichtiger Teil der harten Realit\u00e4t war jedoch die Armut, die sie direkt vor Augen hatten. Dies darf nicht vergessen werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Generalkonferenz von Medellin (1968)<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als die Generalkonferenz in Medellin einberufen wurde, war diese ganze Welt in Aufruhr und wird im Untergrund der Konferenz pr\u00e4sent sein, was zu Spannungen, aber auch zu genauen Analysen und gl\u00fccklichen Bem\u00fchungen um Ausgewogenheit, die auch Unterscheidungen waren, f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Konferenz selbst entstand im Zusammenhang mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, als der lateinamerikanische Episkopat, der sich w\u00e4hrend der Konzilssitzungen versammelt hatte, \u00fcber die Anwendung des Konzils auf die Situation der lateinamerikanischen Nationen nachdenken wollte. Das vorbereitende Dokument wurde sehr stark inspiriert von <em>Gaudium et spes<\/em>sondern auch in <em>Mater et Magistra<\/em> von Johannes XXIII. und in <em>Populorum progresio<\/em> von Paul VI. Das Gleiche gilt f\u00fcr die Schlussfolgerungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einberufung fand zeitgleich mit dem XXXIX. Internationalen Eucharistischen Kongress in Bogot\u00e1 statt. An ihr nahmen 137 Bisch\u00f6fe und 112 Delegierte teil, die alle im CELAM vertretenen Nationen repr\u00e4sentierten. Eduardo Pironio, der sp\u00e4tere Pr\u00e4sident, war zu dieser Zeit Generalsekret\u00e4r und brachte die Arbeit effektiv voran. Dieser argentinische Bischof befindet sich im Seligsprechungsprozess.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Ergebnisse<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist immer schwierig, ein Gesamturteil \u00fcber die gro\u00dfen Dokumente der Kirche zu f\u00e4llen. Nach welchen Kriterien soll man vorgehen? Nach dem, was am neuartigsten ist? Nach dem, was die gr\u00f6\u00dfte Wirkung hatte oder am h\u00e4ufigsten wiederholt wurde? Es besteht auch die Versuchung, eine hermeneutische Kapriole zu machen, wie es mit dem Konzil selbst geschehen ist, d.h. den Geist des Konzils durch den Buchstaben der Konzilsdokumente zu ersetzen. Es ist auch m\u00f6glich, den Geist von Medell\u00edn an die Stelle des Buchstabens von Medell\u00edn zu setzen, aber das bedeutet in der Regel, dass der Geist desjenigen, der die Hermeneutik betreibt, an die Stelle dessen tritt, was in dem Dokument steht, f\u00fcr das alle gestimmt haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Medell\u00edn bearbeitete sechzehn Bereiche, die sich in den Kapiteln widerspiegeln. Sie lassen sich in drei Bereiche unterteilen. Der erste Bereich betrifft die F\u00f6rderung des Menschen: Gerechtigkeit und Frieden, Familie und Demografie, Bildung und Jugend; der zweite Bereich die Evangelisierung und das Wachstum im Glauben: mit \u00dcberlegungen zur Seelsorge an kulturellen, k\u00fcnstlerischen oder politischen Eliten, zur Katechese und zur Liturgie; und der dritte Bereich betrifft die Strukturen der Kirche, mit dem Auftrag, der jedem Protagonisten entspricht; er befasst sich mit Laienbewegungen, Priestern und Ordensleuten und ihrer Ausbildung, der Armut der Kirche, der Seelsorge insgesamt und den Mitteln der sozialen Kommunikation. Das Dokument spiegelt in allen seinen Teilen die Werte und auch die Probleme wider, die zu Herausforderungen werden. Ein Meilenstein auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Aparecida.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>F\u00fcr weitere Informationen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Artikel ist zu einem gro\u00dfen Teil der Arbeit von Professor Josep-Ignasi Saranyana und Professor Carmen Alejos zu verdanken. Neben zahlreichen Artikeln ist vor allem das monumentale Werk <em>Theologie in Lateinamerika<\/em>von denen der vierte Band Gegenstand dieses Artikels ist. Und die synthetische Arbeit von Professor Saranyana, <em>Kurze Geschichte der Theologie in Lateinamerika<\/em>die sehr erfolgreiche und originelle Seiten \u00fcber die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts enth\u00e4lt. Es ist sehr angebracht, sich daran zu erinnern, denn diese Themen werden oft ignoriert, weil es an zusammengefassten Informationen mangelt. Aber sie sind ein sehr wichtiger Teil der katholischen Kirche und sehr lebendig. Daher verdienen sie es, gesammelt und studiert zu werden, da sie einen wichtigen Teil der Theologie des 20. Jahrhunderts darstellen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 24. 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