{"id":3849,"date":"2018-08-10T18:16:08","date_gmt":"2018-08-10T17:16:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.omnesmag.com\/?p=3849"},"modified":"2026-05-07T15:40:01","modified_gmt":"2026-05-07T13:40:01","slug":"die-todesstrafe-und-die-wurde-der-person","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/firmas\/la-pena-de-muerte-y-la-dignidad-de-la-persona\/","title":{"rendered":"Die Todesstrafe und die Menschenw\u00fcrde"},"content":{"rendered":"<p>\"Die Kirche lehrt im Lichte des Evangeliums, dass \"die Todesstrafe unzul\u00e4ssig ist, weil sie die Unverletzlichkeit und W\u00fcrde der Person verletzt\". Dieses Bekenntnis ist in der neuen Ausgabe des Katechismus der Katholischen Kirche (Nr. 2267) nachzulesen, die in diesen Tagen ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>Im Rahmen eines umfassenderen Textes wird diese neue Formulierung in diesen Tagen auch von einem Schreiben der Kongregation f\u00fcr die Glaubenslehre und einem Artikel von Mgr. <em>Osservatore Romano<\/em>.<\/p>\n<p>Sie ist eine Frucht der lehrm\u00e4\u00dfigen Entwicklung, die in den letzten Jahrzehnten hinsichtlich des Bewusstseins f\u00fcr die <em>die grundlegende W\u00fcrde der menschlichen Person<\/em>Die menschliche Person, die nach dem Bild Gottes geschaffen wurde, und folglich eine Vertiefung der Achtung, die allem menschlichen Leben geb\u00fchrt.<\/p>\n<p>Johannes Paul II. vertrat 1999 die Auffassung, dass die Todesstrafe in dieser erneuerten Perspektive einer Verweigerung der Menschenw\u00fcrde gleichkommt und die M\u00f6glichkeit der Erl\u00f6sung oder Besserung ausschlie\u00dft; sie ist daher eine \"grausame und unn\u00f6tige\" Strafe. Das Lehramt vertritt nun die gleiche Linie.<\/p>\n<p>Lange Zeit wurde die Todesstrafe auf der Grundlage des Schutzes oder der legitimen Verteidigung der Gesellschaft zugelassen. In seiner ersten Ausgabe von 1992 sah der Katechismus der Katholischen Kirche die Todesstrafe im Rahmen von \"Strafen, die der besonderen Schwere bestimmter Verbrechen angemessen sind\" vor. Gleichzeitig beschr\u00e4nkt er den R\u00fcckgriff auf die Todesstrafe auf F\u00e4lle, in denen unblutige Mittel nicht ausreichen, um Menschenleben gegen den Angreifer zu verteidigen, \"weil sie den konkreten Bedingungen des Gemeinwohls besser entsprechen und mit der W\u00fcrde der menschlichen Person besser vereinbar sind\".<\/p>\n<p>En su edici\u00f3n t\u00edpica u oficial de 1997, el Catecismo avanzaba en este argumento poniendo la condici\u00f3n de que fuera \u00abel \u00fanico camino posible\u00bb. A\u00f1ad\u00eda que hoy d\u00eda el <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/a-state-cannot-suppress-cult-activity\/\">Staat <\/a>tiene m\u00e1s posibilidades para perseguir eficazmente el crimen, sin necesidad de privar al criminal de la posibilidad de redimirse; por lo que los casos en que sea necesario aplicar la pena de muerte, si se dan, esto ocurre rara vez.<\/p>\n<p>Wir erleben jetzt einen weiteren Schritt in der lehrm\u00e4\u00dfigen Entwicklung in dieser Frage, der so weit geht, dass die Kirche heute die Todesstrafe als <em>gegen\u00fcber<\/em> der Menschenw\u00fcrde und damit, <em>unzul\u00e4ssig<\/em>.<\/p>\n<p>Das Schreiben der Glaubenskongregation weist auf die drei wichtigen Argumente hin, auf die sich die Neufassung des Katechismus in diesem Punkt st\u00fctzt: 1) die grundlegende Menschenw\u00fcrde, gerade weil sie mit dem Bild Gottes verbunden ist, das der Mensch in seinem Wesen besitzt, \"geht auch nach sehr schweren Verbrechen nicht verloren\"; 2) die strafrechtlichen Sanktionen \"m\u00fcssen vor allem auf die Rehabilitation und die soziale Wiedereingliederung des Straft\u00e4ters abzielen\"; 3) \"es wurden wirksamere Systeme des Freiheitsentzugs geschaffen, die die notwendige Verteidigung der B\u00fcrger gew\u00e4hrleisten\".<\/p>\n<p>Der Katechismus schlie\u00dft nun mit Blick auf die Todesstrafe: \"Die Kirche (...) setzt sich mit Entschlossenheit f\u00fcr ihre Abschaffung in der ganzen Welt ein\".<\/p>\n<p>Drei Aspekte sind es wert, dar\u00fcber nachzudenken.<\/p>\n<ol>\n<li>Zun\u00e4chst einmal ist festzustellen, dass es sich um die <em>grundlegende W\u00fcrde<\/em> Sie h\u00e4ngt nicht von der Meinung oder der Entscheidung einiger oder vieler ab, und sie geht nie verloren, auch nicht im Falle eines gro\u00dfen Verbrechers. Daher hat jeder Mensch einen Wert <em>an sich<\/em> (sie kann nicht als blo\u00dfes Medium oder \"Objekt\" behandelt werden) und verdient Respekt <em>von selbst<\/em> (nicht weil ein Gesetz dies vorschreibt), vom ersten Moment der Empf\u00e4ngnis bis zum nat\u00fcrlichen Tod.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Worauf gr\u00fcndet sich dieser \"absolute Wert\" der menschlichen Person? Seit dem Altertum unterscheidet sich der Mensch von anderen Wesen im Universum durch seinen Geist, seine \"spirituelle Seele\". Das liegt auch an seiner besonderen Beziehung zur Gottheit. Die Bibel best\u00e4tigt, dass der Mensch nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen ist. Und das Christentum macht deutlich, dass jeder Mensch dazu berufen ist, Anteil an der g\u00f6ttlichen Sohnschaft in Christus zu erhalten. Diejenigen, die die Existenz eines h\u00f6chsten Wesens nicht anerkennen, haben gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten, die Menschenw\u00fcrde zu begr\u00fcnden. Und die historische Erfahrung zeigt, dass es keine gute Erfahrung ist, einige oder viele dar\u00fcber entscheiden zu lassen, ob jemand eine Menschenw\u00fcrde hat oder nicht.<\/p>\n<p>Eine weitere Sache ist die <em>moralische W\u00fcrde,<\/em> die jemand verlieren oder schm\u00e4lern kann, wenn er etwas tut, was einer Person unw\u00fcrdig ist. Auf der Ebene der Grundw\u00fcrde gibt es keine unw\u00fcrdigen Menschen. Auf der moralischen Ebene gibt es Menschen, die sich unw\u00fcrdig machen, indem sie die W\u00fcrde anderer mit F\u00fc\u00dfen treten. Die moralische W\u00fcrde w\u00e4chst jedes Mal, wenn ein Mensch gut handelt: indem er sein Bestes gibt, indem er liebt, indem er sein Leben zu einem Geschenk f\u00fcr andere macht.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Zweitens: Manche m\u00f6gen das Adjektiv \"\u00fcbertrieben\" f\u00fcr \u00fcbertrieben halten. <em>unzul\u00e4ssig<\/em>die Papst Franziskus verwendet und die den neuen Wortlaut des Katechismus widerspiegelt. Der Hinweis stammt aus seiner Rede anl\u00e4sslich des 25-j\u00e4hrigen Bestehens des Katechismus der Katholischen Kirche. Der Kontext dieser Rede k\u00f6nnte wie folgt erkl\u00e4rt werden: <em>heute<\/em> sind wir zu einer erneuten Reflexion gekommen <em>im Licht des Evangeliums<\/em>Das Evangelium hilft uns, die Sch\u00f6pfungsordnung, die der Sohn Gottes \u00fcbernommen, gereinigt und zur Vollendung gebracht hat, besser zu verstehen, indem wir die Haltung Jesu gegen\u00fcber den Menschen betrachten: sein Erbarmen und seine Geduld mit den S\u00fcndern. Das Evangelium hilft uns, die Sch\u00f6pfungsordnung besser zu verstehen, die der Sohn Gottes \u00fcbernommen, gel\u00e4utert und zur Vollendung gebracht hat, indem wir die Haltung Jesu gegen\u00fcber den Menschen betrachten: seine Barmherzigkeit und seine Geduld mit den S\u00fcndern, denen er immer die M\u00f6glichkeit zur Umkehr gibt. Und so lehrt die Kirche heute, nach diesem Prozess der Unterscheidung, einschlie\u00dflich der lehrm\u00e4\u00dfigen Unterscheidung, dass die Todesstrafe unzul\u00e4ssig ist. <em>denn<\/em> ist zu dem Schluss gekommen, dass dies gegen die grundlegende W\u00fcrde eines jeden Menschen verst\u00f6\u00dft, die auch dann nicht verloren geht, wenn ein gro\u00dfes Verbrechen begangen wird.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Schreiben der Glaubenskongregation stellt fest, dass die Pflicht der \u00f6ffentlichen Gewalt, das Leben der B\u00fcrger zu verteidigen, weiterhin besteht (vgl. die vorangegangenen Punkte des Katechismus Nr. 2265 und 2266), auch unter Ber\u00fccksichtigung der aktuellen Umst\u00e4nde (das neue Verst\u00e4ndnis von strafrechtlichen Sanktionen und die Verbesserung der Wirksamkeit der Verteidigung), wie der aktualisierte Wortlaut von Nr. 2267 zeigt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig wird die neue Formulierung als \"Ansto\u00df f\u00fcr eine feste Verpflichtung\" dargestellt, die Mittel, einschlie\u00dflich des Dialogs mit den politischen Beh\u00f6rden, einzusetzen, um \"die W\u00fcrde jedes menschlichen Lebens\" anzuerkennen und schlie\u00dflich das Rechtsinstitut der Todesstrafe dort, wo es noch in Kraft ist, abzuschaffen.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Rino Fisichella - Pr\u00e4sident des P\u00e4pstlichen Rates f\u00fcr die Neuevangelisierung - in seinem Artikel, der in der Zeitschrift <em>Osservatore Romano<\/em> (2-VIII-2018), dass wir vor \"einem entscheidenden Schritt zur F\u00f6rderung der W\u00fcrde jedes Menschen\" stehen. Seiner Meinung nach handelt es sich um einen echten Fortschritt - eine harmonische Entwicklung in Kontinuit\u00e4t - im Verst\u00e4ndnis der Lehre zu diesem Thema, \"die so weit gereift ist, dass wir die Unhaltbarkeit der Todesstrafe in unserer Zeit verstehen\".<\/li>\n<\/ol>\n<p>In Anspielung auf die Er\u00f6ffnungsrede des Heiligen Johannes XXIII. auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil schreibt Erzbischof Fisichella, dass das Glaubensgut so ausgedr\u00fcckt werden muss, dass es in verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten verstanden werden kann. Und die Kirche muss den Glauben so verk\u00fcnden, dass er alle Gl\u00e4ubigen dazu bringt, Verantwortung f\u00fcr die Verwandlung der Welt in Richtung auf das wahre Gute zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Dies ist in der Tat der Fall. Die Bulle, mit der der Katechismus der Katholischen Kirche 1992 promulgiert wurde, wies darauf hin, dass er \"die Klarstellungen der Lehre ber\u00fccksichtigen muss, die der Heilige Geist der Kirche im Laufe der Zeit vorgeschlagen hat\". Und er f\u00fcgte hinzu: \"Sie muss auch dazu beitragen, das Licht des Glaubens auf neue Situationen und auf Probleme zu werfen, die in der Vergangenheit noch nicht aufgetreten sind\" (Apostolische Konst.\u00a0<em>Fideikommiss<\/em>, 3).<\/p>\n<p>In diesem Sinne \u00e4u\u00dferte sich auch Papst Franziskus in der Rede, die an der Stelle des Katechismus zitiert wird, um dessen Neuauflage es hier geht: \"Es reicht also nicht aus, eine neue Sprache zu finden, um den Glauben wie immer auszudr\u00fccken; es ist notwendig und dringend, dass die Kirche angesichts der neuen Herausforderungen und Perspektiven, die sich f\u00fcr die Menschheit er\u00f6ffnen, in der Lage ist, die Neuerungen des Evangeliums Christi auszudr\u00fccken, die zwar im Wort Gottes enthalten sind, aber noch nicht ans Licht gekommen sind\" (Franziskus,\u00a0<em>Ansprache zum 25. Jahrestag des Katechismus der Katholischen Kirche<\/em>, 11-X-2017:\u00a0<em>L'Osservatore Romano<\/em>, 13-X-2017).<\/p>\n<p>Es geht also nicht um blo\u00dfe Worte, sondern um die Treue - echte Treue ist eine dynamische Treue - gegen\u00fcber der Botschaft des Evangeliums. Eine Treue, die auf der Grundlage der Vernunft und damit der Ethik die christliche Lehre auf der Basis der Betrachtung der Person, des Lebens und der Lehre Jesu Christi vermitteln und verk\u00fcnden will.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\"Die Kirche lehrt im Lichte des Evangeliums, dass \"die Todesstrafe unzul\u00e4ssig ist, weil sie die Unverletzlichkeit und W\u00fcrde der Person verletzt\". 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