{"id":38552,"date":"2024-04-09T06:00:00","date_gmt":"2024-04-09T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=38552"},"modified":"2024-04-09T15:18:53","modified_gmt":"2024-04-09T13:18:53","slug":"inklusive-sprache-zuruck-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/lenguaje-inclusivo-atras-alemania\/","title":{"rendered":"Inklusive\" Sprache ist in Deutschland auf dem R\u00fcckzug"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 1. April trat in Bayern ein Verbot der Verwendung der so genannten inklusiven Sprache in Kraft, und zwar sowohl im Bildungsbereich (Schulen und Universit\u00e4ten) als auch in der \u00f6ffentlichen Verwaltung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mitte M\u00e4rz genehmigte die Landesregierung eine Verl\u00e4ngerung der Verordnung, die bereits zuvor die \u00f6ffentlichen Einrichtungen - einschlie\u00dflich der staatlichen Schulen, die die \u00fcberwiegende Mehrheit ausmachen - dazu verpflichtete, die amtlichen deutschen Rechtschreibregeln zu verwenden, die eine solche inklusive Sprache nicht vorsehen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese neue Vorschrift geht nun noch einen Schritt weiter, indem sie ausdr\u00fccklich verschiedene Arten verbietet, diese \"Inklusivit\u00e4t\" oder \"Neutralit\u00e4t\" zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um den Anwendungsbereich dieser Verordnung zu verstehen, ist es wichtig, klarzustellen, dass in Deutschland die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr den Sprachgebrauch in \u00f6ffentlichen Einrichtungen bei der Kommission liegt.&nbsp;<em>L\u00e4nder<\/em>&nbsp;(F\u00f6derierte Staaten) und nicht an die&nbsp;<em>Bund<\/em>&nbsp;(Zentralregierung, in Spanien w\u00fcrde man sagen: der Staat).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens gibt es im deutschsprachigen Raum keine \"Akademie der deutschen Sprache\". Es gibt einen \"Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung\", der sich selbst als \"zwischenstaatliches Gremium zur Wahrung der Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum und zu deren Weiterentwicklung auf der Grundlage von Rechtschreibregeln\" definiert. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt 41 Mitglieder aus sieben L\u00e4ndern oder Regionen (Deutschland, \u00d6sterreich, Schweiz, Liechtenstein, die Autonome Provinz Bozen-S\u00fcdtirol und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens). Luxemburg ist Mitglied mit einer Stimme, aber ohne Stimmrecht. Mitte Dezember 2023 entschied sich der Rat erneut gegen die Aufnahme von \"Sonderzeichen\" in die deutschen Rechtschreibregeln.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits begann man mit der Aufteilung der Geschlechter (\"Zuschauerinnen und Zuschauer\") eine \"inklusive\" Sprache auszudr\u00fccken; aber aus Gr\u00fcnden der Sprach\u00f6konomie - in der offiziellen Brosch\u00fcre einer \u00f6ffentlichen Einrichtung hie\u00df es sogar, dass \"die Nationalsozialisten in den Konzentrationslagern j\u00fcdische Frauen und M\u00e4nner gequ\u00e4lt haben\" - suchte man nach anderen Ausdrucksformen, wie den vom Rat erw\u00e4hnten \"Sonderzeichen\". <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu diesen Zeichen geh\u00f6ren Formen wie Zuschauer<strong>_<\/strong>innen, Zuschauer<strong>I<\/strong>nnen, Zuschauer<strong>*<\/strong>innen oder, was sich in letzter Zeit weiter verbreitet hat und von vielen Medien \u00fcbernommen wurde, die beiden Zwischenpunkte: Zuschauer<strong>:<\/strong>innen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie spricht man diese W\u00f6rter aus, zum Beispiel \"Zuschauer:innen\"? Als dieses Ph\u00e4nomen zum ersten Mal auftauchte, konnte man - vor allem im Radio und Fernsehen - zwei Arten der Aussprache beobachten: entweder mit einer kurzen Pause oder mit einem \"Verschlusslaut\" (eine Art \"Schluckauf\", wie die Kritiker sagen). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber auch hier gilt das Prinzip der Sprach\u00f6konomie: In neuerer Zeit wird dieser Pausen- oder Verschlusslaut immer seltener. Die Folge ist, dass \"Zuschauerinnen\", der weibliche Plural, ausgesprochen wird. Statt Inklusion wird das Gegenteil erreicht: der ungewollte (?) Ausschluss des Maskulinen, oder ist dies ein bewusster Versuch, das \"generische Maskulinum\" durch das \"generische Femininum\" zu ersetzen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es \u00fcberrascht nicht, dass ein Gro\u00dfteil der \"normalen\" B\u00fcrger diese Sprache aufgrund ihrer Schwerf\u00e4lligkeit und Zweideutigkeit ablehnt; alle Umfragen zu diesem Thema zeigen einen hohen Prozentsatz von Personen, die diese Art von \"Zeichen\" ablehnen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Bev\u00f6lkerung gegen integrative Sprache<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut dem \"RTL\/ntv-Trendbarometer\" (Juli 2023) sind fast drei Viertel (73%) gegen eine solche Sprache. Nur 22% der Befragten finden es gut, dass Menschen auf diese Weise sprechen oder schreiben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Geschlechtern aufgeschl\u00fcsselt, sind M\u00e4nner st\u00e4rker dagegen (77% dagegen, 18% daf\u00fcr) als Frauen (70% zu 26%). Die einzige Gruppe mit einer Mehrheit daf\u00fcr sind die Anh\u00e4nger der Partei \"Die Gr\u00fcnen\" (58%).\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts dieser Zahlen ist der Versuch praktisch aller Medien - allen voran des staatlichen Rundfunks und Fernsehens - und auch der \u00f6ffentlichen Verwaltungen, diese Sprache gegen den Widerstand der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung durchzusetzen, kaum nachvollziehbar. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige \u00f6ffentliche Verwaltungen sind jedoch bereits dabei, einen R\u00fcckzieher zu machen, wie die Entscheidung Bayerns zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber nicht nur das: Auch das Bundesland Hessen hat beispielsweise angek\u00fcndigt, im amtlichen Schriftverkehr nur noch eine \"einheitliche und verst\u00e4ndliche Sprache\" zu verwenden, die sich an den Richtlinien des Rates f\u00fcr deutsche Rechtschreibung orientiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits zuvor, im Jahr 2021, hatte das S\u00e4chsische Staatsministerium f\u00fcr Kultus beschlossen, dass in Schulen und Schulaufsichtsbeh\u00f6rden keine \"inklusive\" Sprache verwendet werden soll. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ministerium bekr\u00e4ftigte dies im Juli 2023, indem es die Richtlinie durch einen Erlass erg\u00e4nzte: Darin wird auch auf den Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung verwiesen, der laut s\u00e4chsischem Ministerium \"darauf hinweist, dass die Schriftsprache barrierefrei sein und diejenigen ber\u00fccksichtigen muss, die Schwierigkeiten haben, selbst einfache Texte zu lesen oder zu schreiben, sowie diejenigen, die Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache lernen\".<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Inklusive Sprache in den Bundesl\u00e4ndern<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor kurzem hat die Plattform \"Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)\" eine \u00dcbersicht \u00fcber den Stand der Dinge in den Bundesl\u00e4ndern ver\u00f6ffentlicht. Demnach verbietet auch Schleswig-Holstein die Verwendung von Sonderzeichen, d.h. wenn ein Sch\u00fcler sie in seiner Pr\u00fcfung verwendet, gilt das als \"Fehler\". <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gleiche gilt f\u00fcr Sachsen-Anhalt, wo der Gebrauch ebenfalls unter Strafe gestellt ist. Und das, obwohl das Kultusministerium von Sachsen-Anhalt\u00a0<em>Land<\/em>\u00a0bem\u00fcht sich um die Verwendung geschlechtsneutraler Bezeichnungen, teilte das Ministerium dem RND mit: Die Verwaltung verwendet seit 1992 die weibliche und m\u00e4nnliche Form.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die anderen elf Bundesl\u00e4nder haben eine offenere Haltung zur inklusiven Sprache. So betont beispielsweise das nieders\u00e4chsische Kultusministerium: \"Es ist wichtig, dass sich im schulischen Bereich alle Menschen - unabh\u00e4ngig von ihrer geschlechtlichen Identit\u00e4t - richtig angesprochen f\u00fchlen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ziel ist es, eine \"verst\u00e4ndliche Sprache zu w\u00e4hlen, die niemanden diskriminiert\". Eine \u00e4hnliche Auffassung wird laut RND in Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz vertreten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur zwei Bundesl\u00e4nder, Bremen und das Saarland, sprechen sich eindeutig f\u00fcr die Verwendung solcher Sonderzeichen aus, und die \u00f6ffentliche Verwaltung dieser L\u00e4nder tut dies auch.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>El 1 de abril entr\u00f3 en vigor en Baviera la prohibici\u00f3n del uso del denominado lenguaje inclusivo tanto en el \u00e1mbito docente (escuelas y universidades) como en la administraci\u00f3n p\u00fablica. 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