{"id":39742,"date":"2024-05-24T06:00:00","date_gmt":"2024-05-24T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=39742"},"modified":"2024-05-24T14:00:52","modified_gmt":"2024-05-24T12:00:52","slug":"priestertum-und-diakonat-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/recursos\/sacerdocio-y-diaconado-mujeres\/","title":{"rendered":"Sind Priestertum und Diakonat f\u00fcr Frauen?"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Tatsache sticht uns ins Auge, denn sie ist unumst\u00f6\u00dflich: In der Kirche ist die Pr\u00e4senz der Frauen der der M\u00e4nner weit \u00fcberlegen. In der Sonntagsmesse, in der Katechese, im gottgeweihten Leben sind die Frauen in der \u00dcberzahl. Aber auch eine andere Tatsache ist offenkundig: In der katholischen Kirche sind die h\u00f6chsten \u00c4mter der Leitung und des Gottesdienstes ausschlie\u00dflich von M\u00e4nnern besetzt. Man k\u00f6nnte, stark vereinfacht, sagen, dass wir eine Kirche der Frauen haben, die von M\u00e4nnern geleitet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund f\u00fcr dieses Paradoxon mag zu einem gro\u00dfen Teil darin liegen, dass das Weihesakrament M\u00e4nnern vorbehalten ist, da in der katholischen Kirche nur diejenigen, die es empfangen haben, der Eucharistie vorstehen, zu Bisch\u00f6fen oder P\u00e4psten ernannt werden k\u00f6nnen. Nimmt man noch die gr\u00f6\u00dfere religi\u00f6se Sensibilit\u00e4t der Frauen hinzu, kann man den Grund f\u00fcr diese Situation verstehen, ob man nun damit einverstanden ist oder nicht. In der Tat scheint es logisch, dass diejenigen, die f\u00fcr religi\u00f6se Angelegenheiten sensibler sind, f\u00fcr religi\u00f6se Angelegenheiten zust\u00e4ndig sein sollten. Sollten wir die derzeitige Praxis nicht \u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus ergibt sich ein gegliedertes Bild, das ich versuchen werde zu verdeutlichen, indem ich zun\u00e4chst die Begriffe der Debatte umrei\u00dfe, dann die Argumente der katholischen Theologie erl\u00e4utere und schlie\u00dflich einige \u00dcberlegungen hinzuf\u00fcge, die eher von der Rationalit\u00e4t und dem gesunden Menschenverstand als von der Dogmatik diktiert werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Kontext der Debatte<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorbehalt des Priesteramts ausschlie\u00dflich f\u00fcr M\u00e4nner wurde w\u00e4hrend der gesamten Zeit der Kirche friedlich akzeptiert, bis er im 20. Jahrhundert zum Gegenstand zahlreicher Angriffe wurde, die auch heute noch die Debatte \u00fcber dieses Thema beleben. Es wird argumentiert, dass die fortschreitende Gleichberechtigung von Frauen und M\u00e4nnern in Politik, Wirtschaft, Sport, Milit\u00e4r, Kultur usw. auch in der Kirche ihren Niederschlag finden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es \u00fcberrascht nicht, dass der Vorsto\u00df f\u00fcr ein weibliches Priestertum vor allem von Vertretern der radikalen feministischen Bewegung kommt, die den Vorbehalt des Priestertums f\u00fcr M\u00e4nner als eine Form der Diskriminierung von Frauen betrachten, die beseitigt werden sollte. Nach der Interpretation der egalit\u00e4ren Denkstr\u00f6mung dieser Bewegung w\u00fcrde die derzeitige Praxis im Widerspruch zu Gal 3,28 stehen (\"Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus\") und w\u00e4re somit das Ergebnis einer patriarchalen Anthropologie, die heute \u00fcberholt und unhaltbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Aufruf zur Abschaffung aller Formen von Diskriminierung, der in der Verfassung verk\u00fcndet wird \"....<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_sp.html\">Gaudium et spes<\/a>\"Das Zweite Vatikanische Konzil, Nr. 29 (\"Jede Form der Diskriminierung in den Grundrechten der Person, sei es in sozialer oder kultureller Hinsicht, aufgrund des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, des sozialen Status, der Sprache oder der Religion, muss \u00fcberwunden und als dem g\u00f6ttlichen Plan zuwiderlaufend beseitigt werden\") h\u00e4tte eine neue \u00c4ra in der Kirche eingel\u00e4utet, in der M\u00e4nner und Frauen auch im Hinblick auf das ordinierte Amt gleichberechtigt sein w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr diese \u00dcberlegungen gibt es auch \u00f6kumenische Gr\u00fcnde, denn in vielen christlichen Konfessionen (und in einigen nichtchristlichen Religionen wie dem Judentum) gibt es diesen Vorbehalt nicht mehr. Die Situation hat sich in den letzten Jahren durch die Verbreitung der Gender-Ideologie weiter verkompliziert. Wenn man die sexuelle Identit\u00e4t als ausschlie\u00dfliche Angelegenheit der pers\u00f6nlichen Wahl betrachtet, die nicht unbedingt durch die biologische Konstitution, mit der man geboren wird, bestimmt wird, kann man sie kaum als unabdingbare Voraussetzung f\u00fcr den Zugang zum oder den Ausschluss vom Priesteramt betrachten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Priestertum in der katholischen Theologie<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst ist zu bedenken, dass die Grundlagen des ausschlie\u00dflich m\u00e4nnlichen Priestertums weder anthropologisch (eine vermeintliche \u00dcberlegenheit der M\u00e4nner) noch \"strategisch\" (eine vermeintlich gr\u00f6\u00dfere Autonomie) sind, sondern sich aus der Offenbarung ergeben, und zwar im strengen Sinne des Wortes: Gott hat uns das Amtspriestertum in m\u00e4nnlicher Form, nicht in weiblicher Form, geoffenbart, eingesetzt und gegeben, und deshalb sieht sich die Kirche nicht befugt, diese Bestimmung durch die Zulassung von Frauen zur Priesterweihe zu \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir finden diese Offenbarung eher in Gesten als in Worten. Tats\u00e4chlich waren die zw\u00f6lf Apostel, die Jesus ausw\u00e4hlte, um sie an seinem Priestertum teilhaben zu lassen, M\u00e4nner, nicht Frauen. Als die Apostel ihrerseits die n\u00e4chste Generation sakramental ordinierten, f\u00fchlten sie sich an diese Vorgehensweise des Herrn gebunden und w\u00e4hlten m\u00e4nnliche Kandidaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der unab\u00e4nderliche Charakter der Verbindung zwischen dem Priesteramt und dem m\u00e4nnlichen Geschlecht war im Selbstverst\u00e4ndnis der Kirche von Anfang an fest verankert; als in den ersten Jahrhunderten des Christentums Sekten aufkamen, die die Aus\u00fcbung des priesterlichen Amtes den Frauen anvertrauen wollten, wurden sie von den V\u00e4tern sofort getadelt und als Ketzerei verurteilt, wie zahlreiche Texte des heiligen Iren\u00e4us, Tertullian und des heiligen Epiphanius zeigen. Das Gleiche geschah in den folgenden Jahrhunderten: Die Kirche betrachtete es als eine verbindliche apostolische Praxis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man k\u00f6nnte nat\u00fcrlich argumentieren, dass diese Praxis durch die Umst\u00e4nde der damaligen Zeit bedingt war, in der die Figur der Frau wenig \u00f6ffentliche Bedeutung hatte und in einer untergeordneten Position gesehen wurde. Es sei jedoch daran erinnert, dass Jesus sich nicht von den kulturellen Sitten seiner Zeit bestimmen lie\u00df, sondern sie offen herausforderte, auch in Bezug auf die Frauen: Er sprach frei mit ihnen, gab ihnen in den Gleichnissen ein Beispiel, gew\u00e4hrte ihnen gleiche Rechte in Bezug auf die Ehe, nahm s\u00fcndige Frauen auf, usw.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Apostel lie\u00dfen in dieser Frage nicht locker, als sich die Evangelisierung \u00fcber den semitischen Raum hinaus in die griechische und sp\u00e4ter r\u00f6mische Welt ausbreitete, wo die Anwesenheit von \"christlichen Priesterinnen\" aufgrund der Existenz heidnischer Priesterinnen keinen Skandal ausgel\u00f6st h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das andere starke Argument aus der Offenbarung, das eigentlich eine Pr\u00e4misse des vorhergehenden ist, besteht darin, dass der Sohn Gottes inkarniert ist, indem er eine geschlechtliche menschliche Natur auf m\u00e4nnliche, nicht auf weibliche Weise angenommen hat, und es ist die Tugend dieser menschlichen Natur, ein Werkzeug des G\u00f6ttlichen, die in dem Kandidaten sakramental gegenw\u00e4rtig wird, wenn er zum Priester geweiht wird. Dies ist eine direkte Folge der dogmatischen Theologie der \"repraesentatio Christi Capitis\" und des \"in persona Christi\", die dem Weihesakrament zugrunde liegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz gesagt, die m\u00e4nnliche menschliche Natur Jesu Christi wird sakramental \"verl\u00e4ngert\" in einer \"St\u00fctze\", die notwendigerweise m\u00e4nnlich sein muss, um eine g\u00fcltige St\u00fctze zu sein. Vergessen wir nicht, dass die Inkarnation des Gottessohnes nicht mit seiner Himmelfahrt endet: Jesus Christus war m\u00e4nnlich und ist weiterhin m\u00e4nnlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es stimmt, dass das Neue Testament die Frage der Nichtzulassung von Frauen zum Priesteramt nicht ausdr\u00fccklich anspricht. Aber die gro\u00dfen gelehrten Exegeten zu diesem Thema, wie Albert Vanhoye, halten es f\u00fcr einen Anachronismus, dies allein aus den biblischen Daten zu fordern; sie untersuchen in aller Ruhe die Gesamtheit der neutestamentlichen Texte und kommen zu dem Schluss, dass sie einerseits die au\u00dferordentliche Bedeutung, die diese Schriften dem priesterlichen Amt beimessen, ans Licht bringen und gleichzeitig zeigen, wie die alte kirchliche Tradition \u00fcber den Vorbehalt der heiligen Weihen f\u00fcr M\u00e4nner in einer Beziehung der Kontinuit\u00e4t mit den biblischen Daten steht. In der Tat ist es die Offenbarung als Ganzes - die neutestamentlichen Daten, die im Licht der lebendigen Tradition der Kirche gelesen werden -, die in den kirchlichen Glauben \u00fcber das g\u00fcltige Thema des Amtspriestertums \u00fcbersetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kirche hat diese Lehre in einem Dokument der Glaubenskongregation (heute Dikasterium) vom 15. Oktober 1976, der Erkl\u00e4rung \"Inter insigniores\", offiziell bekr\u00e4ftigt. Einige Jahre sp\u00e4ter wurde die Erkl\u00e4rung \"Inter insigniores\" ver\u00f6ffentlicht, \"um jeden Zweifel in einer Frage von gro\u00dfer Bedeutung auszur\u00e4umen, die die g\u00f6ttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft\", <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/geheimnisvoll-don\/\">Johannes Paul II.<\/a> im Apostolischen Schreiben \"...\" bekr\u00e4ftigt.<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/john-paul-ii\/es\/apost_letters\/1994\/documents\/hf_jp-ii_apl_19940522_ordinatio-sacerdotalis.html\">Ordinatio sacerdotalis<\/a>\"(22. Mai 1994), \"dass die Kirche in keiner Weise die M\u00f6glichkeit hat, Frauen die Priesterweihe zu erteilen, und dass dieser Satz von allen Gl\u00e4ubigen als endg\u00fcltig betrachtet werden muss\". Nach einer ein Jahr sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichten Erkl\u00e4rung derselben Kongregation f\u00fcr die Glaubenslehre \"bedarf diese Lehre der endg\u00fcltigen Zustimmung\", weil \"sie vom ordentlichen und universalen Lehramt unfehlbar vorgeschlagen worden ist\".<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Diakonat der Frau<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Hinweis auf den \"weiblichen Diakonat\" kann hier aus Platzgr\u00fcnden nicht unterbleiben. Die Gr\u00fcnde, warum die Kirche das Amtspriestertum (Episkopat und Presbyterium) den M\u00e4nnern vorbeh\u00e4lt, sind nicht unmittelbar auf den Diakonat anwendbar, da Diakone nicht \"in persona Christi\" handeln.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nimmt man die historische Tatsache hinzu, dass es in der Kirche im ersten Jahrtausend Diakonissen gab, vor allem im \u00f6stlichen Bereich, so stellt sich spontan die Frage, warum es sie heute nicht mehr gibt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In aller K\u00fcrze k\u00f6nnen hier drei \u00dcberlegungen angestellt werden. Zum einen ist nicht klar, dass die \"Diakonissen\" des ersten Jahrtausends mit dem vergleichbar sind, was wir heute Diakonat nennen: Dass sie Diakonissen genannt wurden, deutet nicht unbedingt auf einen Dienst hin, der mit dem identisch ist, was wir heute im strengen theologischen Sinne Diakonat nennen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus bezeugen die historisch-liturgischen Quellen, dass die Aufgaben der Diakonissen nicht dieselben waren wie die der Diakone: Sie predigen, taufen, segnen, spenden das Abendmahl - Dinge, die den Diakonen untersagt sind, deren Aufgaben sich darauf beschr\u00e4nken, den Presbytern und Bisch\u00f6fen bei Dingen zu helfen, die aus Gr\u00fcnden der Sittsamkeit f\u00fcr M\u00e4nner unschicklich w\u00e4ren, wie z. B. die Taufe durch Untertauchen erwachsener Frauen oder die Salbungen, die zu den Riten der christlichen Initiation geh\u00f6ren, und dies umso mehr in einem gesellschaftlichen Kontext, in dem die Trennung zwischen M\u00e4nnern und Frauen strenger war als heute.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Dokument der Internationalen Theologischen Kommission von 2003 mit dem Titel \"The Diaconate: Evolution and Perspectives\" geht in diese Richtung. Schlie\u00dflich sollten wir nicht vergessen, dass die Identifizierung der theologischen Identit\u00e4t des Diakonats noch in den Kinderschuhen steckt, da er viele Jahrhunderte lang nur als \"Sprungbrett\" zum Priestertum betrachtet wurde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist daher nicht ratsam, jetzt endg\u00fcltige Entscheidungen zu treffen, und deshalb beschr\u00e4nkt sich die Kirche vorerst darauf, die derzeitige Praxis als etwas Disziplin\u00e4res beizubehalten und den Zeitpunkt abzuwarten, an dem die dogmatische Theologie und dann das Lehramt eine endg\u00fcltige Entscheidung treffen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine von Papst Franziskus \"ad hoc\" eingesetzte Kommission, die sich speziell mit diesem Thema befasste, schloss ihre Sitzungen 2018 ab, ohne zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. Zwei Jahre sp\u00e4ter wurde eine neue Kommission mit demselben Ziel eingesetzt, die immer noch arbeitet. Das Thema ist auch im zusammenfassenden Bericht der ersten Sitzung der XVI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode, die noch im Gange ist, pr\u00e4sent, wenn auch ohne Konvergenz (Nr. 9).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegenw\u00e4rtig ist can. 1024 des Codex des kanonischen Rechts in Kraft, der besagt: \"Nur ein Getaufter empf\u00e4ngt g\u00fcltig die heilige Weihe\", und dies gilt f\u00fcr die drei Weihestufen: Episkopat, Presbyterat und Diakonat. Derselbe Hinweis findet sich in can. 754 des Kanonischen Kodex der Ostkirchen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einstellungen zum Priestertum und zum Diakonat<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist zu bedenken, dass die Diskussion \u00fcber dieses Thema zu einem gro\u00dfen Teil nicht im Bereich der katholischen Dogmatik stattfindet, sondern in Bereichen, die eher existenzieller Natur sind, oder bei Ans\u00e4tzen zur Neudefinition des Priesteramtes. Wenn ich n\u00e4mlich den Schwerpunkt des Amtspriestertums vom sakramentalen Gottesdienst auf das Predigtamt verlagere (wie es in der protestantischen Welt geschieht), ist es schwieriger zu erkl\u00e4ren, warum es nicht von einer Frau ausge\u00fcbt werden kann, da die Predigt streng genommen nicht \"in persona Christi\" ausge\u00fcbt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Luft, die man in den Debatten \u00fcber unser Thema atmet, riecht leider oft nach Machtoptik: Man will herrschen, und da es die Apostel waren, zu denen Jesus sagte: \"Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet auf zw\u00f6lf Thronen sitzen, um die zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels zu richten\" (Mt 19,28), strebt man die sakramentale Weihe an, um diese Zuschreibung zu \"erben\". Man vergisst - das gilt f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen, vielleicht noch mehr f\u00fcr die geweihten Priester -, dass das Priestertum ein \"dienendes\" Priestertum ist, das hei\u00dft, ein Priestertum zum Dienen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die priesterliche Berufung ist eine Berufung zum Dienst, auch wenn dieser Dienst manchmal von Regierungspositionen aus ausge\u00fcbt wird, und auch wenn die Weihe immer die Zugeh\u00f6rigkeit zur Hierarchie bedeutet. Diejenigen, die geweiht werden, sollten nicht wirklich nur um der Macht willen geweiht werden. Auch hier finden wir eine endemische Pathologie, die nur schwer auszurotten ist: den Klerikalismus, der Kleriker mit \"Kastenmentalit\u00e4t\" und \"karrieristischer\" Gier betrifft, aber paradoxerweise auch diejenigen, die Kleriker werden wollen, um an der Macht teilzuhaben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was schlie\u00dflich die Frage nach den Rechten betrifft (warum kann ein Mann geweiht werden und eine Frau nicht?), so muss man sich an etwas sehr Elementares und zugleich sehr Wichtiges erinnern: Eine Frau hat nicht das Recht, die Weihe zu empfangen, und zwar aus denselben Gr\u00fcnden, aus denen ein Mann nicht das Recht hat, die Weihe zu empfangen. Dieses Recht gibt es nicht: weder f\u00fcr M\u00e4nner noch f\u00fcr Frauen. Es handelt sich um eine rein unentgeltliche Gabe, die sich nicht aus der Taufe ableitet, auch wenn sie diese voraussetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese \u00dcberlegungen k\u00f6nnen nicht abgeschlossen werden, ohne die dringende Notwendigkeit zu erw\u00e4hnen, \"Macho\"-Praktiken und -Haltungen aus der Kirche zu entfernen, wenn Sie den Ausdruck verzeihen. Frauen k\u00f6nnen und sollen in der Kirche viel mehr Raum einnehmen: in der Lehre auf allen Ebenen, in der Verwaltung der G\u00fcter, in der Justiz, in den Werken der N\u00e4chstenliebe, in den Pastoralr\u00e4ten, in der Organisation und in so vielen anderen Bereichen; aber der Zugang zum Weihesakrament ist weder der angezeigte noch der g\u00fcltige noch der richtige Weg. Gott gebe, dass das Thema zu einer rationalen und besonnenen Reflexion f\u00fchrt, die ideologisch gepr\u00e4gte Ans\u00e4tze und vorgefasste Meinungen beiseite l\u00e4sst.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Un dato se impone con predominio ante nuestros ojos por su inexorable evidencia: en la Iglesia la presencia de la mujer es largamente superior a la de los varones. En la Misa dominical, en las catequesis, en la vida consagrada, los n\u00fameros son n\u00fameros preponderantemente femeninos. 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