{"id":39832,"date":"2024-06-02T06:00:00","date_gmt":"2024-06-02T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=39832"},"modified":"2024-05-29T16:56:43","modified_gmt":"2024-05-29T14:56:43","slug":"sich-kummern-und-sich-kummern-lassen-der-wert-der-zerbrechlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/cuidar-y-dejarse-cuidar-el-valor-de-la-fragilidad\/","title":{"rendered":"F\u00fcrsorge und F\u00fcrsorge: der Wert der Zerbrechlichkeit"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Der direkteste Weg zu einer sinnvollen Existenz besteht darin, die eigene Verletzlichkeit und die der anderen zu entdecken. Diese Aussage, einfach in ihrem Ausdruck, aber tiefgr\u00fcndig in ihren Konsequenzen, fasst den anthropologischen Vorschlag zusammen, den die Professoren Montoya und Gim\u00e9nez Amaya in einer k\u00fcrzlich erschienenen Ver\u00f6ffentlichung in der Sammlung \"Philosophie und \u00f6ffentliche Theologie\" des Dykinson-Verlags mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.dykinson.com\/libros\/corporalidad-tecnologia-y-deseo-de-salvacion\/9788410700765\/\">K\u00f6rperlichkeit, Technologie und der Wunsch nach Erl\u00f6sung. Anmerkungen zu einer Anthropologie der Verwundbarkeit.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Buch ist das Ergebnis jahrelanger interdisziplin\u00e4rer und gemeinschaftlicher Arbeit im Rahmen des&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.unav.edu\/web\/ciencia-razon-y-fe\">Forschungsgruppe Wissenschaft, Vernunft und Glaube der Universit\u00e4t von Navarra<\/a>das auf eine Idee von Professor Mariano Artigas zur\u00fcckgeht. Der Inhalt stellt einige der fr\u00fcheren Ver\u00f6ffentlichungen der Autoren in Fachzeitschriften zusammen und passt sie an das neue Format an. Es handelt sich nicht um eine systematische Abhandlung, sondern um einen anthropologischen Ausgangspunkt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es handelt sich um eine solide wissenschaftliche Reflexion, die auf der Grundlage der Philosophie des angels\u00e4chsischen Denkers Alasdair McIntyre entwickelt wurde und \u00fcber einen reichhaltigen kritischen Apparat und eine exakte Darstellung verf\u00fcgt. Nach einer sinnvollen Einleitung, die einige der sp\u00e4ter entwickelten Konzepte zusammenfasst, stellt er seine These in drei Kapiteln vor, die sich jeweils mit den im Titel genannten Themen befassen: die&nbsp;<em>K\u00f6rperlichkeit<\/em>&nbsp;und seine psycho-biologische Kontingenz, die&nbsp;<em>Technologie<\/em>&nbsp;von seinen nat\u00fcrlichen Zielen ablenken und die&nbsp;<em>Wunsch nach Erl\u00f6sung<\/em>&nbsp;die den Menschen f\u00fcr die Transzendenz \u00f6ffnet und als Kernkonzept der gesamten Studie vorgestellt wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Autoren st\u00fctzen ihre Argumentation auf eine Reflexion \u00fcber das Ende des menschlichen Lebens, mit der sie die biologische Zerbrechlichkeit und ihre Erscheinungsformen im sozialen Leben verstehen. So verstehen sie das Altern als \"Treffpunkt f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Menschen\" und die Tugenden der Pflege als die Sph\u00e4re der Unentgeltlichkeit, die es uns erm\u00f6glicht, eine utilitaristische Logik des Austauschs zu \u00fcberwinden. Der philosophische Ansatz st\u00fctzt sich auf zahlreiche Quellen, die in geeigneter Weise zitiert werden, und gibt uns eine Vorstellung von der Entstehung und Entwicklung dieser Konzepte. Im Laufe der Abschnitte wird der Leser in die Konzepte eingef\u00fchrt, die in der These des Buches zusammenlaufen: biologische Kontingenz, metabolischer Vitalismus, k\u00f6rperliche Intentionalit\u00e4t, Wunsch nach Erl\u00f6sung, gerechte Gro\u00dfz\u00fcgigkeit... Gleichzeitig werden sie von zwei Philosophieprofessoren vorgestellt, die zuvor eine Ausbildung in der Welt der Technik und der Medizin absolviert haben, was eine genauere Sichtweise erm\u00f6glicht, wenn es um Fragen im Zusammenhang mit der technologischen Entwicklung oder dem Gesundheitsbereich geht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus geht das Interesse des Buches \u00fcber den akademischen Bereich hinaus, und die Autoren haben es geschafft, es mit illustrativen Geschichten aus der Literatur zu pr\u00e4sentieren, mit denen sie jedes der drei Kapitel beenden. Diese zeitgem\u00e4\u00dfen Verweise auf die Werke von Aldous Huxley (Brave New World), Mary Shelley (Frankenstein) und Euripides (Iphigenie) tragen dazu bei, die universellen menschlichen Implikationen ihrer Studie \u00fcber das offensichtliche Interesse f\u00fcr Spezialisten hinaus aufzuzeigen. Die sorgf\u00e4ltige Formulierung des Textes macht ihn leicht lesbar, und ein emotional aufgeladenes Titelbild fordert den Leser auf zu verstehen, dass er es nicht mit einer Angelegenheit von hohlen theoretischen Abstraktionen zu tun hat. Es ist dem Gem\u00e4lde \"Tag des Krankenhausbesuchs\" des franz\u00f6sischen Malers Geoffroy (1853-1924) entnommen. Der bewegende Prolog von Professor Javier Bern\u00e1cer ist ein weiterer Beweis daf\u00fcr, dass der Vorschlag dieses Buches die menschliche Faser ber\u00fchrt. Den Autoren ist es gelungen, das Interesse f\u00fcr etwas zu wecken, von dem sie glauben, dass es \"eine der wichtigsten Entwicklungen in der anthropologischen Forschung der n\u00e4chsten Jahre sein k\u00f6nnte\".&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesen Zeiten der technologischen Innovationen, der k\u00fcnstlichen Intelligenzen und der prometheischen Ank\u00fcndigungen, jede Grenze zu \u00fcberwinden, ist es provokant, ohne weiteres festzustellen, dass die menschliche Natur verletzlich ist. Es ist f\u00fcr viele eine unanst\u00e4ndige K\u00fchnheit, Altern, Krankheit und Tod als Bedingung des Menschseins, als Chance f\u00fcr Wachstum und die Entdeckung des Lebenssinns zu betrachten und nicht als unwillkommenes Hindernis, als zu \u00fcberwindende Grenze oder als unbequeme Fehlkalkulation in den Gl\u00fccksprogrammen der effizienten Moderne.\u00a0<\/p>\n\n\n<div class=\"omnes-block-ficha-horizontal\">\n\t<div class=\"clearfix\">\n\t\t<div class=\"left\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/978-84-1070-128-1.jpg\" \/>\n\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"right\">\n\t\t\t<h2>K\u00f6rperlichkeit, Technologie und der Wunsch nach Erl\u00f6sung<\/h2>\n\n\t\t\t<div class=\"v\"><strong>Autoren<\/strong>Jorge Mart\u00edn Montoya Camacho und Jos\u00e9 Manuel Gim\u00e9nez Amaya.<\/div><div class=\"v\"><strong>Leitartikel<\/strong>: Dykinson<\/div><div class=\"v\"><strong>Seiten<\/strong>: 160<\/div><div class=\"v\"><strong>Jahr<\/strong>: 2024<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter diesem Gesichtspunkt, der in der utilitaristischen Mentalit\u00e4t vorherrscht und Gesundheit und k\u00f6rperliche Vitalit\u00e4t als Endziele der Existenz inthronisiert, verdient verletzliches Leben nicht zu existieren, daher das Bestreben, es von Anfang an zu unterdr\u00fccken, wenn es in einer pr\u00e4natalen Diagnose entdeckt wird, oder seine rasche Beseitigung zu erleichtern, sobald die durch die Zeit verursachte Abnutzung nachgewiesen ist. Die Suche nach einem erf\u00fcllten Leben, die die Bem\u00fchungen der Philosophie in der Geschichte des menschlichen Denkens geleitet hat, reduziert sich auf einen vollst\u00e4ndigen Hedonismus und begn\u00fcgt sich damit, ein Leben zu erreichen, das nicht nur ein hedonistisches ist, sondern auch ein Leben, das kein hedonistisches ist, und das kein hedonistisches ist.&nbsp;<em>Seite<\/em>ohne die Erleichterung, die menschliches Leid mit sich bringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb halte ich es f\u00fcr richtig, dass die Autoren einem vitalen Ausdruck, einer Intuition, die das Christentum aus dem Glauben heraus mit Sinn gef\u00fcllt hat, akademischen Status und gedankliche Tiefe verleihen: Schw\u00e4che macht uns menschlich und erl\u00f6sungsbed\u00fcrftig. Der Anspruch auf absolute Autonomie kann nicht das letzte Ziel unseres Lebens sein, denn dieses Menschenbild vernachl\u00e4ssigt eine grundlegende Kategorie: die Beziehung. Die Schw\u00e4che ist nicht der Feind, den es zu besiegen gilt, sondern ein untrennbarer Wegbegleiter, der uns immer wieder daran erinnert, wer wir sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf seinen Seiten entdecken wir mit einem tadellosen intellektuellen Ansatz einen \u00fcberzeugenden philosophischen Ausdruck des Evangeliums des Lebens, das in der heutigen Welt so notwendig zu verk\u00fcnden ist. Der heilige Johannes Paul II. ermutigte uns in dieser Aufgabe, als er uns aufforderte, die \"Zivilisation der Liebe\" aufzubauen (vgl. Apostolisches Schreiben&nbsp;<em>Salvifici doloris<\/em>, n. 30). So wie Papst Franziskus heute zu einer \"Revolution der Z\u00e4rtlichkeit\" aufruft, die uns dazu einl\u00e4dt, \"das Risiko einzugehen, dem Gesicht des anderen zu begegnen, mit seiner k\u00f6rperlichen Pr\u00e4senz, die herausfordert, mit seinem Schmerz und seinen Beschwerden, einer st\u00e4ndigen Begegnung von K\u00f6rper zu K\u00f6rper\" (Apostolische Exhortation&nbsp;<em>Evangelii Gaudium<\/em>, n. 88).<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>El camino m\u00e1s directo a una existencia llena de sentido, pasa por descubrir la vulnerabilidad propia y ajena. Este enunciado, sencillo en su expresi\u00f3n, pero profundo en sus consecuencias, condensa la propuesta antropol\u00f3gica que hacen los profesores Montoya y Gim\u00e9nez Amaya en una reciente publicaci\u00f3n de la colecci\u00f3n \u201cFilosof\u00eda y Teolog\u00eda P\u00fablica\u201d de la editorial [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":39834,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[36,39],"tags":[839],"class_list":["post-39832","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-actualidad","category-cultura","tag-paliativos"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Cuidar y dejarse cuidar: el valor de la fragilidad<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Rese\u00f1a del libro Corporalidad, tecnolog\u00eda y deseo de salvaci\u00f3n. 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