{"id":40320,"date":"2024-06-28T06:00:00","date_gmt":"2024-06-28T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=40320"},"modified":"2024-07-03T13:33:15","modified_gmt":"2024-07-03T11:33:15","slug":"kunstliche-intelligenz-beherrscht-die-menschheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/foco\/inteligencia-artificial-maestra-humanidad\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstliche Intelligenz, Herr \u00fcber die Menschheit"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Titel dieses Beitrags mag \u00fcberraschen. Die enormen Fortschritte auf dem Gebiet der k\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) in den letzten Jahren haben dazu gef\u00fchrt, dass sie in fast allen Bereichen der menschlichen T\u00e4tigkeit Realit\u00e4t geworden ist. Von der Bilderkennung \u00fcber die Texterstellung bis hin zur F\u00e4higkeit, verborgene Muster in einer Vielzahl von Daten zu erkennen, ist KI heute ein unverzichtbares Werkzeug f\u00fcr die Gesellschaft. Ihre F\u00e4higkeit, durch Deep Learning neue Probleml\u00f6sungsstrategien zu finden, und ihre zunehmende Geschwindigkeit bei der Informationsverarbeitung machen sie zu einem sicheren Reisebegleiter f\u00fcr die Menschen von heute und morgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz gelegentlicher Erfolge scheint es jedoch nicht so, als k\u00f6nne die K\u00fcnstliche Intelligenz jemals eine allgemeine Intelligenz entwickeln, die der nat\u00fcrlichen Intelligenz, die wir Menschen besitzen, \u00e4hnlich ist. Derzeit ist die K\u00fcnstliche Intelligenz eher eine Reihe von \"K\u00fcnstlichen Intelligenzen\" im Plural: verschiedene Algorithmen, die von unterschiedlichen k\u00fcnstlichen neuronalen Netzen unterst\u00fctzt werden und jeweils auf die L\u00f6sung \u00e4hnlicher, aber spezifischer Probleme spezialisiert sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>K\u00fcnstliche Intelligenz vermenschlichen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hat die k\u00fcnstliche Intelligenz also \u00fcber das Finden genialer L\u00f6sungen f\u00fcr bestimmte Aufgaben hinaus etwas dar\u00fcber zu sagen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein? Kann sie ein Lehrer der Menschlichkeit sein? An dieser Stelle kommen einem sicherlich die Probleme in den Sinn, die eine unmoralische Nutzung dieser Technologie mit sich bringt. Sollten wir uns nicht lieber auf die menschlichen Werte konzentrieren, die in den verschiedenen k\u00fcnstlichen Intelligenzen so weit wie m\u00f6glich enthalten sein sollten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sicherlich muss der Einsatz von k\u00fcnstlicher Intelligenz humanisiert werden. Willkommen sind die Richtlinien und Initiativen, die auf pers\u00f6nlicher, sozialer und politischer Ebene durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, um die Folgen des Missbrauchs dieses m\u00e4chtigen Werkzeugs zu begrenzen. Wir sch\u00fctzen unsere pers\u00f6nlichen Daten, wir bek\u00e4mpfen die Piraterie und wir setzen Filter im Internet ein, um zu verhindern, dass die Schw\u00e4chsten Zugang zu sch\u00e4dlichen Inhalten erhalten. In praktisch allen Bereichen w\u00e4chst das Bewusstsein f\u00fcr diese Problematik, und es werden Schritte in die richtige Richtung unternommen. Gleichzeitig ist die Schaffung eines Rechtsrahmens f\u00fcr die potenziellen Risiken der k\u00fcnstlichen Intelligenz zwar notwendig und unerl\u00e4sslich, doch sollten wir nicht aus den Augen verlieren, was auf dem Spiel steht. So gut gemeint sie auch sein mag, die Legalit\u00e4t allein kann den Missbrauch der K\u00fcnstlichen Intelligenz nicht um jeden Preis verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies ist jedoch nicht direkt der Schwerpunkt der \u00dcberlegungen. Mit der Feststellung, dass die K\u00fcnstliche Intelligenz ein Lehrer der Menschheit ist, gehen die \u00dcberlegungen auf eine tiefere Ebene: Was lehrt uns die K\u00fcnstliche Intelligenz \u00fcber unseren innersten menschlichen Kern? Kann uns die Betrachtung technologischer Fortschritte dabei helfen, neu zu \u00fcberdenken und neu zu bewerten, was es bedeutet, ein Mensch zu sein? Ich denke ja, auch wenn die praktischen Konsequenzen nicht sofort sichtbar sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>K\u00fcnstlich und nat\u00fcrlich<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">K\u00fcnstliche Intelligenz ist ein Produkt der menschlichen Intelligenz. Gibt es einen frontalen Gegensatz zwischen dem Nat\u00fcrlichen und dem K\u00fcnstlichen, der es uns erm\u00f6glicht, uns selbst besser zu verstehen als die Maschinen? Das ist zweifelhaft, denn in gewisser Weise ist es f\u00fcr den Menschen nat\u00fcrlich, Artefakte zu schaffen. Das K\u00fcnstliche ist in vielen F\u00e4llen eine Weiterentwicklung und Vervollst\u00e4ndigung des Nat\u00fcrlichen. Au\u00dferdem ist die Grenze zwischen den beiden Bereichen nicht immer klar: Ist ein Lebewesen, das k\u00fcnstlich gezeugt, genetisch ver\u00e4ndert, geheilt oder durch Prothesen oder k\u00fcnstliche Produkte verbessert wurde, k\u00fcnstlich? Die Grenzen k\u00f6nnen flie\u00dfend sein. Der Mythos von Frankensteins Monster sollte uns jedoch daran erinnern, dass die Biologie des Menschen nicht zuf\u00e4llig zu sein scheint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem, und das ist noch radikaler, k\u00f6nnte die Tatsache, dass der Mensch aus einer nat\u00fcrlichen Evolution hervorgegangen ist, die seit Millionen von Jahren andauert, darauf hindeuten, warum es nicht so einfach ist, Menschen zu \"produzieren\". Die Notwendigkeit der Evolution f\u00fcr die Entstehung intelligenter Wesen auf der Erde (und wir wissen nicht, ob auf weiteren Planeten) ist ein offensichtliches Zeichen daf\u00fcr, dass der biologische Charakter des Menschen keine blo\u00dfe Requisite ist, wie einige radikale Transhumanisten gerne glauben w\u00fcrden, sondern eine notwendige und entscheidende Bedingung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu sehen, ob eine k\u00fcnstliche Intelligenz dem Menschen nahe kommen kann, m\u00fcsste man sie sich ohne Hindernisse oder Einschr\u00e4nkungen jeglicher Art \"entwickeln lassen\". Aber das scheint nicht das zu sein, was wir mit k\u00fcnstlicher Intelligenz wollen. K\u00fcnstliche Intelligenz ist immer etwas, das vom evolution\u00e4ren Fluss der Natur abgezogen wird, um bestimmte Ziele zu erreichen. Wir verlangen sie von unserem Toaster und unserem Smartphone, jedes auf seiner eigenen Ebene. In diesem Sinne ist das K\u00fcnstliche niemals nat\u00fcrlich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Frage der Ziele<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die obigen \u00dcberlegungen f\u00fchren uns zu einem zweiten Punkt, der von den \u00fcberzeugten Bef\u00fcrwortern einer KI, die den Menschen \u00fcbertreffen kann, oft vergessen wird: die Frage nach dem Zweck. Was ist ein Zweck? Was bedeutet es, einen Zweck zu haben? Obwohl die moderne Wissenschaft die Frage nach dem Zweck in der Natur auf Eis gelegt hat, tauchen paradoxerweise Zwecke wieder auf, wenn wir versuchen, das Verhalten von Lebewesen zu verstehen, die fast immer mit Blick auf etwas handeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Lebewesen entstehen die Zwecke auf nat\u00fcrliche Weise: Sie sind sozusagen in ihre Natur eingeschrieben. Die KI hingegen arbeitet immer auf der Grundlage eines von den Programmierern auferlegten externen Zwecks. Ungeachtet der Tatsache, dass durch Deep Learning scheinbar neue \"Zwecke\" in den verschiedenen K\u00fcnstlichen Intelligenzen entstehen k\u00f6nnen, tr\u00e4gt kein Produkt die Neigung zu irgendeinem Zweck in sich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Menschen stellt sich die Frage nach den Zielen am deutlichsten im Zusammenhang mit der F\u00e4higkeit, seine Sehnsucht nach Vollendung zu kanalisieren. Der Mensch hat nat\u00fcrliche Begierden, die auf Ziele abzielen, die ihn vervollst\u00e4ndigen und erg\u00e4nzen. Was ist nun das letzte Ziel des Menschen? Die allgemeine Antwort auf diese Frage lautet: Gl\u00fcck (aus der Sicht der klassischen Ethik), Heiligkeit oder Gemeinschaft mit Gott (aus der Sicht des Glaubens) oder allgemeine Hilfe f\u00fcr andere (aus der Sicht der Philanthropie). Der springende Punkt dabei ist, dass ein solches Ziel nicht auf konkrete Weise vorherbestimmt ist. Vielmehr wird die Vorstellung von einem allgemeinen Ziel je nach Lebensphase und Lebenskontext unterschiedlich interpretiert und entwickelt. Es gibt also keinen teleologischen Determinismus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>K\u00fcnstliche Intelligenz, Determinismus und Freiheit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jemand k\u00f6nnte einwenden, dass in der Zukunft, wenn wir eine Quantenversion der KI haben, auch diese keinen solchen Determinismus haben k\u00f6nnte. Aber das w\u00fcrde am Kern des Arguments vorbeigehen, bei dem es nicht so sehr um deterministische Prozesse als vielmehr um Leben geht. Leben bedeutet, in der Lage zu sein, neue Ziele in neuen, von der Umwelt vorgegebenen Kontexten zu setzen und die neuen Ziele mit den fr\u00fcheren Zielen in der einzigartigen und unwiederholbaren Geschichte eines jeden Lebewesens zu verkn\u00fcpfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Prozess gilt insbesondere f\u00fcr den Menschen, denn er beinhaltet die Nutzung der Freiheit als Selbstbestimmung: die F\u00e4higkeit, auf eine Weise zu wollen, die mit der eigenen Geschichte \u00fcbereinstimmt, was die Intelligenz als gut darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der teleologische Prozess im Menschen ist maximal sch\u00f6pferisch, denn jeder Mensch ist in der Lage, das, was jeder Lebenssituation zugrunde liegt und in ihr verborgen ist, zu erkennen und als menschliches Gut zu wollen. Es ist die sch\u00f6pferische Freiheit eines geistigen Wesens, das im \"Hier und Jetzt\" lebt und in der Lage ist, dieses zu transzendieren: Es ist in der Lage, das \"Hier und Jetzt\" in Beziehung zum Ganzen des Lebens zu setzen, auch wenn es unvollkommen ist. Das ist ein menschliches Leben, und das bedeutet letztlich, als Individuum der menschlichen Gattung zu wachsen. Es scheint nicht so zu sein, dass KI, unabh\u00e4ngig von ihrer physischen Unterst\u00fctzung, auf diese Weise funktioniert. Keine KI lebt, denn das L\u00f6sen konkreter, von au\u00dfen aufgezwungener Probleme ist nicht dasselbe wie leben und Probleme stellen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"920\" height=\"526\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/inteligencia-artificial.jpg\" alt=\"k\u00fcnstliche Intelligenz\" class=\"wp-image-30270\" style=\"width:448px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/inteligencia-artificial.jpg 920w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/inteligencia-artificial-700x400.jpg 700w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/inteligencia-artificial-300x172.jpg 300w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/inteligencia-artificial-768x439.jpg 768w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/inteligencia-artificial-18x10.jpg 18w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/inteligencia-artificial-600x343.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mit k\u00fcnstlicher Intelligenz ausgestatteter Roboter (OSV News photo\/Yves Herman, Reuters)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Grenzen des Wissens<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage nach den Zielen und dem Leben ist eng mit dem Wissen verbunden. In der Tat haben viele Autoren eine grundlegende Kontinuit\u00e4t in der Natur verteidigt, eine direkte Proportionalit\u00e4t zwischen Leben und Wissen. Die Art und Weise, die Welt wahrzunehmen, ist f\u00fcr jedes Lebewesen spezifisch und besonders, da sie ein wesentlicher Teil seiner Lebensweise, seines Daseins in der Welt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Falle des Menschen erreicht sein Dasein in der Welt ein praktisch unbegrenztes Ausma\u00df. Obwohl die \u00e4u\u00dferen Sinne innerhalb eines bestimmten Bereichs von Reizen funktionieren, ist der Mensch dank seiner Intelligenz in der Lage, dar\u00fcber hinaus zu gehen und zu wissen, dass es mehr gibt als das, was er unmittelbar wahrnimmt. So sind wir beispielsweise in der Lage, \u00fcber das sichtbare Spektrum der elektromagnetischen Strahlung hinaus zu \"sehen\" oder \u00fcber das Spektrum der f\u00fcr den Menschen h\u00f6rbaren Frequenzen hinaus zu \"h\u00f6ren\". Au\u00dferdem k\u00f6nnen wir, ohne ein Gef\u00fchl f\u00fcr die Schwerkraft zu haben, die Wellen im Raum wahrnehmen, die durch die Wechselwirkungen zwischen schwarzen L\u00f6chern in der Nacht der Zeit entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend jedes Experiment am Ende etwas Sinnvolles f\u00fcr den Experimentator ergeben muss, ist der Mensch in der Lage, physikalische Zusammenh\u00e4nge in der Natur bis zu ungeahnten Grenzen nachzuvollziehen. Ein Gro\u00dfteil dieser F\u00e4higkeit zeigt sich in den Fortschritten der Wissenschaft, einer der gr\u00f6\u00dften geistigen Errungenschaften unserer Spezies.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Wissens ist jedoch unser Bewusstsein, begrenzt zu sein. Was wie ein Widerspruch erscheinen mag, ist keiner. Unser Wunsch zu wissen ist potenziell unbegrenzt, aber wir sind uns dessen bewusst, weil wir Wissen normalerweise als begrenzt erleben. Eine entscheidende Konsequenz daraus ist, was es bedeutet, ein integrer Mensch zu sein: jemand, der sein Wissen \u00fcber die Realit\u00e4t nicht mit der Realit\u00e4t selbst verwechselt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>K\u00fcnstliche Intelligenz und Geisteskrankheiten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wissen verweist auf die Wirklichkeit, ersch\u00f6pft sie aber nicht. Zusammen mit anderen F\u00e4higkeiten ist das menschliche Wissen dazu bestimmt, sich unbegrenzt auszudehnen, aber es ist in der Gegenwart nie unbegrenzt. Was man wei\u00df, f\u00fchlt oder erlebt, ist nicht die Wirklichkeit, sagen viele Psychologen ihren Gespr\u00e4chspartnern. Nicht nur, um ihre Endlichkeit anzuerkennen, sondern auch, um sie daran zu erinnern, dass sie nicht die Sch\u00f6pfer der Wahrheit sind, nicht einmal der Wahrheit \u00fcber ihr eigenes Leben. Dies ist der Grund f\u00fcr viele psychische Erkrankungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kann eine k\u00fcnstliche Intelligenz auf diese Weise krank werden? Nein. Aus dem einfachen Grund, dass keine KI zwischen ihrem \"Wissen\" und der Realit\u00e4t selbst unterscheidet. Jemand k\u00f6nnte einwenden, dass es k\u00fcnstliche Intelligenzen gibt, die \"sp\u00fcren\": Sie haben Sensoren, die Informationen \u00fcber die Realit\u00e4t empfangen und sogar \"w\u00e4hlen\", welche Informationen sie verarbeiten und welche nicht. Aber das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass das \"Input-Verarbeitung-Output\"-Schema einer KI immer in sich geschlossen ist. Selbst wenn man den Inhalt dieses Schemas flexibel gestaltet, so dass er sich in aufeinanderfolgenden Iterationen \u00e4ndern kann, gibt es zu jedem beliebigen Zeitpunkt nur eine solche Triade f\u00fcr die KI (oder f\u00fcr die Hardware, die den Algorithmus ausf\u00fchrt, wenn Sie es so sehen wollen).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Repr\u00e4sentation und Realit\u00e4t<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu keinem Zeitpunkt kann es eine humanspezifische Unterscheidung zwischen Wissen und Realit\u00e4t geben, und zwar aus dem einfachen Grund, dass jeder Mensch mit einem Interesse an der gesamten Realit\u00e4t geboren wird, w\u00e4hrend die KI mit einem bestimmten Ziel produziert wird, und sei es, um eine gewisse \"Sorge\" f\u00fcr unverarbeitete Daten zu simulieren, die schlie\u00dflich zu einem neuen Input in den Iterationen der Algorithmen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erfolg der heutigen K\u00fcnstlichen Intelligenz beruht zu einem gro\u00dfen Teil auf der \u00dcberwindung der Beschr\u00e4nkungen einer fr\u00fchen KI, die logische Symbole und Regeln starr mit physischen Hardware-Prozessen identifizierte. Es bedurfte einer Lockerung dieser Identifizierung, damit sich die KI dramatisch verbessern konnte. K\u00fcnstliche Intelligenzen werden jedoch nie in der Lage sein, \"zurechnungsf\u00e4hig\" zu sein und das zu haben, was Brian Cantwell Smith \"gutes Urteilsverm\u00f6gen\" nennt (\"...\").<a href=\"https:\/\/mitpress.mit.edu\/9780262043045\/the-promise-of-artificial-intelligence\/\">Das Versprechen der k\u00fcnstlichen Intelligenz: Abrechnung und Urteil<\/a>\"Es geht darum, seine Grenzen zu kennen und das richtige Verh\u00e4ltnis zwischen dem Wissen als Darstellung und der Wirklichkeit herzustellen. Systeme, die selbst nicht in der Lage sind, zu verstehen, worum es in ihren Darstellungen geht, beziehen sich nicht authentisch auf die Welt, so wie ihre Darstellungen sie repr\u00e4sentieren. Letzteres ist etwas, das nur auf der pers\u00f6nlichen Ebene geschehen kann.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"920\" height=\"526\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/EDITORIAL2.jpg\" alt=\"k\u00fcnstliche Intelligenz\" class=\"wp-image-39897\" style=\"width:392px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/EDITORIAL2.jpg 920w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/EDITORIAL2-700x400.jpg 700w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/EDITORIAL2-300x172.jpg 300w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/EDITORIAL2-768x439.jpg 768w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/EDITORIAL2-18x10.jpg 18w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/EDITORIAL2-600x343.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die religi\u00f6se Dimension<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich ist es interessant, die Frage nach den Grenzen des potenziell unbegrenzten Wissens im religi\u00f6sen Bereich zu betrachten. Die klassischen Denker waren der Ansicht, dass es ein nat\u00fcrliches menschliches Verlangen gibt, Gott zu sehen, ein Paradoxon, das der Theologie der beiden Ordnungen - der nat\u00fcrlichen und der \u00fcbernat\u00fcrlichen - viele Probleme bereitete. Dieses Paradoxon stellte die Theologie der beiden Ordnungen - der nat\u00fcrlichen und der \u00fcbernat\u00fcrlichen - vor zahlreiche Probleme: Wie lassen sich die beiden Ordnungen miteinander verbinden? Wie kann es ein nat\u00fcrliches Verlangen nach einer \u00fcbernat\u00fcrlichen Realit\u00e4t geben?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Theologie, die sich mehr auf die Dynamik pers\u00f6nlicher Beziehungen als auf die Konzeptualisierung von Ordnungen konzentriert, hat dieses klassische Problem beleuchtet. Dieses Problem offenbart die merkw\u00fcrdige Verbindung von Endlichkeit und Unendlichkeit in der geschaffenen Person und erinnert uns im \u00dcbrigen daran, dass die religi\u00f6se Dimension ein immanenter Bestandteil der menschlichen Natur ist. Die Sehnsucht nach Unendlichkeit scheint im Menschen von unendlicher W\u00fcrde trotz der Versuche nihilistischer Philosophien nicht v\u00f6llig ausgel\u00f6scht werden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kann uns die k\u00fcnstliche Intelligenz etwas \u00fcber unsere menschliche Religiosit\u00e4t lehren? K\u00fcnstliche Intelligenzen, die auf Sprachverarbeitung spezialisiert sind, k\u00f6nnen heute gro\u00dfartige Zusammenfassungen der Inhalte von Religionen erstellen, gro\u00dfartige Predigten konstruieren oder fast augenblicklich nach den Passagen der Bibel suchen. <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/ressourcen\/bibel-trifft-gottin-raymond-studzinski\/\">Bibel <\/a>die am besten zu unserem Geisteszustand passen. Aber sie haben keine Antwort auf ihre \"eigene\" Religiosit\u00e4t, die \u00fcber das hinausgeht, was von ihren Programmierern direkt oder indirekt erlaubt wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auf der Suche nach einem erf\u00fcllten Leben<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl uns k\u00fcnstliche Intelligenzen nicht direkt \u00fcber die Beziehung zu Gott belehren, gehen menschliche Projektionen, die den Weg zur Vermenschlichung von Maschinen beschreiten wollen, oft an der Religion vorbei. Wie k\u00f6nnten wir hier die Schlussszenen des ersten Blade Runner vergessen, als der Replikant Roy Batty beginnt, sich seiner selbst bewusst zu werden und seinen Sch\u00f6pfer aufsucht, um um mehr Leben zu bitten? Roy ist verst\u00e4ndlicherweise entt\u00e4uscht, als er seinen Programmierer befragt und feststellt, dass der menschliche Sch\u00f6pfer nicht so m\u00e4chtig ist, so weit geht er nicht. Also beschlie\u00dft er, ihn zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum sucht Roy die Unsterblichkeit? Weil er \"Dinge erlebt und gesehen hat, die wir nicht einmal glauben w\u00fcrden\": ein Leben, seine pers\u00f6nliche Geschichte, voller Erinnerungen, die bei ihm bleiben. Aber wenn er ein Verfallsdatum hat, werden all diese Erinnerungen nicht nur \"verloren gehen wie Tr\u00e4nen im Regen\", sondern sich auch nicht mehr von anderen nat\u00fcrlichen Prozessen unterscheiden lassen. Roy strebt nach einem erf\u00fcllten, reichhaltigen Leben, in dem alles, was er gelebt hat, nicht verloren geht, nicht gleichg\u00fcltig ist und seinen letzten Sinn erhalten kann. Es ist keine kleine Lehre dar\u00fcber, was es bedeutet, menschlich zu leben.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>El t\u00edtulo de esta contribuci\u00f3n puede sorprender. Los enormes avances en el campo de la Inteligencia Artificial (IA) durante los \u00faltimos a\u00f1os hacen que su presencia sea una realidad en casi todos los \u00e1mbitos de la actividad humana. 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