{"id":4152,"date":"2019-03-05T14:09:09","date_gmt":"2019-03-05T13:09:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.omnesmag.com\/?p=4152"},"modified":"2025-10-02T11:02:44","modified_gmt":"2025-10-02T09:02:44","slug":"mons-ladislav-hucko-sollte-dem-zolibat-mehr-raum-geben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/foco\/mons-ladislav-hucko-deberia-darse-mayor-espacio-al-celibato\/","title":{"rendered":"Bischof Ladislav Hu\u010dko: \"Dem Z\u00f6libat sollte mehr Raum gegeben werden und das gemeinsame Leben der Priester sollte gef\u00f6rdert werden\"."},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Um etwas \u00fcber die Z\u00f6libatsdisziplin der griechischen Katholiken und die Leitlinien zu erfahren, die sich aus ihren Erfahrungen ergeben, haben wir uns an Bischof Ladislav Hu\u010dko, den Apostolischen Exarchen f\u00fcr die Tschechische Republik, gewandt. Er wurde in Pre\u0161ov (Ostslowakei) in einer Familie geboren, in der es Generationen von verheirateten Priestern gab. Von den Kommunisten vom Theologiestudium ausgeschlossen, erwarb er einen Doktortitel in Physik und wurde sp\u00e4ter zum Priester geweiht. Er war Ausbilder von Seminaristen. Er hat auch einen Doktortitel in Theologie und lehrt dogmatische Theologie. Im Jahr 2003 wurde er in Prag zum Bischof geweiht und war Generalsekret\u00e4r der tschechischen Bischofskonferenz.<br>Im folgenden Gespr\u00e4ch erl\u00e4utert Bischof Hu\u010dko die Regelung des Z\u00f6libats in den Ostkirchen; er weist auf die positiven und negativen Aspekte hin, die sich aus der Erfahrung ergeben haben, und macht unter anderem den Vorschlag, den dem Z\u00f6libat einger\u00e4umten Raum zu erweitern und dabei das gemeinsame Leben der Priester zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was ist die Disziplin des Z\u00f6libats in der griechisch-katholischen Kirche?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>-Die Disziplin des Z\u00f6libats in der griechisch-katholischen Kirche (die durch die Union von 1596 mit der lateinischen Kirche vereinigt wurde) unterliegt denselben Grunds\u00e4tzen wie in der orthodoxen Kirche heute, auch wenn es nicht einfach ist, sie genau zu vergleichen, weil die praktischen Formen unterschiedlich sein k\u00f6nnen. Im Wesentlichen besteht diese Disziplin jedoch darin, dass verheiratete M\u00e4nner ordiniert werden k\u00f6nnen, aber ordinierte Z\u00f6libat\u00e4re nicht mehr heiraten d\u00fcrfen.<br>Ein gro\u00dfes Problem ergibt sich, wenn die Frau stirbt oder den Priester verl\u00e4sst; dann wird die Situation von Fall zu Fall geregelt. Wenn die Frau stirbt... kann der Priester in den Laienstand zur\u00fcckversetzt werden und wieder heiraten. Und wenn sie ihn verl\u00e4sst, ist die Situation noch schlimmer, weil die Ehe g\u00fcltig ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum wird darauf hingewiesen, dass Bisch\u00f6fe (bei den griechischen Katholiken Eparchen und Exarchen) z\u00f6libat\u00e4r sein m\u00fcssen? Gibt es daf\u00fcr einen theologischen oder praktischen Grund?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>-Weder das eine noch das andere. Es ist eine Folge der historischen Entwicklung. Wir sind uns wahrscheinlich einig, dass es einfacher ist, sich f\u00fcr den Z\u00f6libat zu entscheiden (zumindest zu dieser Zeit), als sein Leben f\u00fcr den Glauben zu opfern, aus Treue zu Christus, wie es in den ersten Jahrhunderten des Christentums \u00fcblich war. Nach dem<br>Jahrhundert die Freiheit zu erlangen, ersetzten viele das Blutmartyrium durch das Opfer f\u00fcr Christus in ihrem exklusiven Dienst. Auch der heilige Paulus schreibt klar und deutlich, dass es f\u00fcr einen Christen besser ist, unverheiratet zu bleiben, als zu heiraten (damals glaubte man, dass die Wiederkunft Christi nahe sei). Und dies aus verschiedenen Gr\u00fcnden, die nicht nur praktischer Natur waren.<br>Die fr\u00fchen Konzile forderten den Z\u00f6libat f\u00fcr Priester und Diakone. Nach der Teilung des R\u00f6mischen Reiches in ein Ostreich (unter dem Einfluss von Konstantin dem Gro\u00dfen) und ein Westreich (Rom) begannen sich in den beiden Gebieten unterschiedliche kulturelle und zivilisatorische Einfl\u00fcsse durchzusetzen. Im Westen herrschte ein schw\u00e4cherer Kaiser, und dort \u00fcbernahm der Papst allm\u00e4hlich Macht und Herrschaft und wurde von der gesamten christlichen Welt anerkannt, wenn auch nicht immer in gleichem Ma\u00dfe und mit gleichem Grad an Gehorsam. Konstantinopel hingegen wurde von einem Herrscher regiert, und das Modell, das wir heute als C\u00e4saropapismus bezeichnen, wurde eingef\u00fchrt. So entschied der C\u00e4sar unter anderem auch, wer Erzbischof und sp\u00e4ter Patriarch werden sollte. Was den kirchlichen Z\u00f6libat anbelangt, so hat Kardinal Alfons M. Stickler ihn in einer Ver\u00f6ffentlichung (<em>Das Klerikerz\u00f6libat. Seine Entwicklungsges- chichte und seine theologischen Grundlagen, <\/em>Taschenbuch, 23. Juli 2012; tschechische \u00dcbersetzung: <em>O c\u00edrkevn\u00edm celib\u00e1tu. Jeho d<\/em>\u011b<em>jiny a teologick\u00e9 z\u00e1klady<\/em>Bischofskonferenz der tschechischen Bisch\u00f6fe, Prag 2008); im Folgenden werde ich mich auf ihre Daten und Argumente st\u00fctzen. Die ersten ausdr\u00fccklichen Zeugnisse \u00fcber die Enthaltsamkeit der Kleriker stammen von den P\u00e4psten Siricius (Brief des Papstes Siricius an Anicius, Bischof von Thessaloniki, im Jahr 392; auch zur Frage der obligatorischen Enthaltsamkeit der h\u00f6heren Kleriker, im Brief <em>Direkt<\/em> Siricius entgegnet 385, dass viele Priester und Diakone, die auch nach der Weihe noch Kinder zeugen, gegen ein unantastbares Gesetz versto\u00dfen, das f\u00fcr h\u00f6here Kleriker seit Beginn der Kirche verbindlich ist) und Innozenz I.. Papst Leo der Gro\u00dfe schreibt im Jahr 456 an Bischof Rusticus von Narbonne zu dieser Frage: <em>\"Das Gesetz der Enthaltsamkeit ist f\u00fcr die Ministranten (Diakone) dasselbe wie f\u00fcr die Priester und Bisch\u00f6fe...\".\u00a0<\/em>Es ist also sicher, dass von Anfang an Enthaltsamkeit verlangt wurde (obwohl es vor der Weihe verheiratete Priester und Diakone gab), aber nach der Weihe war es ihnen nicht mehr erlaubt, von der Ehe Gebrauch zu machen. Wenn also irgendwo ver\u00f6ffentlicht wird, dass dieser oder jener heilige Bischof verheiratet war, dann stimmt das, aber nur bis zu einem gewissen Grad und bis zu einer gewissen Zeit. Dass es heute verheiratete Ostpriester gibt, ist eine Folge dieser Praxis, dass verheiratete M\u00e4nner geweiht wurden, die dann keinen Gebrauch von der Ehe machen konnten. Nach einer gewissen Zeit wurde dies jedoch durch das Zweite Trullianische Konzil im Jahr 691 ge\u00e4ndert. Dieses Zweite Trullianische Konzil, auch Quinisextus genannt, war ein Konzil der byzantinischen Kirche allein. Es wurde von den Bisch\u00f6fen der byzantinischen Kirche einberufen und besucht, wurde durch ihre Autorit\u00e4t gef\u00f6rdert und st\u00fctzte sich fest auf die Autorit\u00e4t C\u00e4sars. Die westliche Kirche hat dieses Konzil nie als \u00f6kumenisch anerkannt, trotz wiederholter Versuche und trotz des Drucks von C\u00e4sar. Die r\u00f6mische Kirche erkennt die Kanones des Trullanum als ein besonderes Recht an, das nur insoweit ber\u00fccksichtigt wurde, als es der gegenw\u00e4rtigen r\u00f6mischen Praxis nicht widerspricht, obwohl f\u00fcr die Gelehrten klar ist, dass die von ihr verwendeten Texte der Synode von Carthagena aus dem Jahr 419 manipuliert und in einer Weise verwendet wurden, die ihrer urspr\u00fcnglichen Bedeutung widerspricht. Nach den Schlussfolgerungen des trullianischen Konzils blieben die Bisch\u00f6fe obligatorisch z\u00f6libat\u00e4r (wenn sie verheiratet waren, mussten sie sich von ihren Frauen trennen...), aber die Priester konnten verheiratet sein und auch nach der Priesterweihe weiter mit ihren Frauen leben. Das hei\u00dft, sie konnten vor der Weihe verheiratet sein, aber nicht nach der Weihe. Der Unterschied zwischen der Praxis der Ost- und der Westkirche beruht auch auf unterschiedlichen praktischen und theologischen Gr\u00fcnden. In der Ostkirche war der Priester von Anfang an (auch wenn viele das nicht gerne h\u00f6ren) eher ein Verwalter der Sakramente als ein geistlicher Leiter und Lehrer. Dies war vor allem der Bischof. Und der Verwalter der Sakramente wurde in der orthodoxen Kirche oft eher als Funktion\u00e4r oder Manager denn als geistlicher Vater angesehen. Deshalb waren es die M\u00f6nche, die Ordensleute, aus denen dann die Kandidaten f\u00fcr das Bischofsamt ausgew\u00e4hlt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kann man also sagen, dass der Ausschluss der M\u00f6glichkeit zur Eheschlie\u00dfung f\u00fcr geweihte Priester rein disziplinarische Gr\u00fcnde hat?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>-Dies st\u00fcnde im Widerspruch zur Geschichte und Praxis sowohl der urspr\u00fcnglichen Ostkirche als auch der Westkirche. Dies ist erst mit der Einf\u00fchrung durch die getrennten protestantischen Kirchen geschehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>H\u00e4ngt die Zulassung eines verheirateten Mannes zum Priesteramt nur von der pers\u00f6nlichen Entscheidung des Kandidaten ab?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>-Zulassung eines verheirateten Mannes zum Priesteramt h\u00e4ngt von seiner Vorbereitung, seinem geistlichen Niveau und seinen Studien ab und wird durch die Erfordernisse sowie die Anforderungen des \u00f6stlichen Kirchenrechts (Codex der Kanones der Ostkirchen) geregelt. In der Regel bereitet sich ein junger Mensch zun\u00e4chst f\u00fcnf oder sechs Jahre lang im Priesterseminar vor und entscheidet dann, ob er heiraten will oder nicht. Zuvor entscheiden der Bischof und die Oberen, ob er ein w\u00fcrdiger Kandidat ist, d.h. ob er die notwendigen moralischen und intellektuellen Anforderungen erf\u00fcllt. Im Fall der verheirateten Priester gibt es praktische Schwierigkeiten. Mein Gro\u00dfvater zum Beispiel war, abgesehen von den ersten zwei oder drei Jahren, sein ganzes Leben lang in einer Pfarrei (1913-1951). Und das Gleiche galt f\u00fcr fast alle Priester. Sie wurden nicht sehr oft versetzt.<br>Heute ist das anders, aber das hei\u00dft nicht, dass es einfach ist. W\u00e4hrend meiner sechzehnj\u00e4hrigen Dienstzeit in der Tschechischen Republik habe ich vielleicht zwei oder drei von f\u00fcnfunddrei\u00dfig Priestern versetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unterst\u00fctzt die Kirche auch die Familien von Priestern?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>-Das eine l\u00e4sst sich nicht vom anderen trennen. Aber manchmal ist es ein kompliziertes Problem, zumindest was die Tschechische Republik betrifft. Hier haben wir in der Regel keine eigenen Kirchen und Gemeindeh\u00e4user, sondern wir m\u00fcssen sie mieten, und zwar an r\u00f6misch-katholische Gemeinden, denen wir eine geringe Miete zahlen, zus\u00e4tzlich zu einer Miete f\u00fcr die Pfarrwohnung.<br>Bis vor kurzem bezahlte der Staat die Angestellten der Kirchengemeinden aus seinem Haushalt. Da jedoch 2013 eine Vereinbarung mit dem Staat getroffen wurde, wonach der Staat sein Eigentum an die Kirche (die Kirchen) zur\u00fcckgibt und 30 Jahre lang eine Entsch\u00e4digung f\u00fcr das nicht zur\u00fcckgegebene Eigentum zahlt, m\u00fcssen die Kirchen aus eigenen Mitteln leben, auch wenn der Staat f\u00fcr eine gewisse Zeit die Kirche 17 Jahre lang mit einem immer geringer werdenden Geldbetrag finanziert.<br>Es handelt sich um einen etwas komplizierten Prozess, der derzeit im tschechischen Parlament von den Kommunisten bek\u00e4mpft wird, die fordern, dass die Entsch\u00e4digungszahlungen mit 19 % besteuert werden. Dabei werden sie von der derzeitigen Regierungskoalition unterst\u00fctzt. Nicht wenige unserer Priester, vor allem die in kleineren Gemeinden, haben noch andere Jobs, um ihre Familien zu unterst\u00fctzen.<br>Wenn der Priester eine gro\u00dfe Gemeinde mit vielen Gl\u00e4ubigen hat, sorgen diese auch f\u00fcr die Unterst\u00fctzung des Priesters. Ein Beispiel: die Ukraine. In der Tschechischen Republik hat jede Di\u00f6zese einen bestimmten Geldbetrag zur Verf\u00fcgung, um die Priester zu unterst\u00fctzen. Wenn die Pfarrei jedoch klein ist und wir uns um die Gl\u00e4ubigen k\u00fcmmern wollen, erh\u00f6hen wir entweder das Gehalt des Priesters (nicht sehr oft) oder wir suchen nach einer anderen Einnahmequelle. In letzter Zeit helfen einige Priester in kleineren Pfarreien auch Pfarreien des lateinischen Ritus (die es wegen des Mangels an Berufungen n\u00f6tig haben) und erhalten im Gegenzug Hilfe. Daf\u00fcr m\u00fcssen sie jedoch zun\u00e4chst die Genehmigung der Kongregation f\u00fcr die Orientalischen Kirchen einholen, die so genannte Fakult\u00e4t des \"Birritualismus\". In dieser Hinsicht h\u00e4ngt es sehr stark von der Gr\u00f6\u00dfe der Pfarrei ab, die der Priester hat. Wenn sie gro\u00df ist und gute Gl\u00e4ubige hat, machen sie es dem Priester nicht schwer... Und nicht nur das, sie tragen auch so viel wie m\u00f6glich zur Pfarrei bei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie wirkt sich dies auf die Zahl der Berufungen aus, und gibt es gen\u00fcgend Berufungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>-Bis jetzt ja, aber es ist nicht sicher, was in der Zukunft geschehen wird, denn Priester zu sein ist unter den heutigen Bedingungen nicht einfach, und obwohl es manchmal einfacher erscheinen mag, ist der treue Dienst schwieriger, wenn man eine Familie hat. Wenn der Priester seine Aufgabe aufrichtig und fromm angeht und nach Heiligkeit strebt, muss er nicht nur ein heiliger Priester sein, sondern auch ein heiliger Vater und ein heiliger Ehemann. Er hat zwei Familien: seine Familie und die Gemeinde. Und nicht jedem gelingt das. Oder er gibt der einen den Vorrang und vernachl\u00e4ssigt die andere... Diejenigen, denen das gelingt, sind wirklich heilig. Und ich muss sagen, dass es heutzutage nicht wenige sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Halten Sie dieses System aufgrund Ihrer Erfahrungen f\u00fcr zufriedenstellend oder sind Sie der Meinung, dass es in irgendeiner Weise weiterentwickelt werden muss?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>-Dieses System hat seine schwachen Seiten, aber unter bestimmten Umst\u00e4nden auch seine St\u00e4rken. Es ist eine Tatsache, dass der verheiratete Priester sich seinen Gl\u00e4ubigen nicht so sehr widmen kann wie der unverheiratete, und seine famili\u00e4ren Pflichten behindern oft auch teilweise seine intellektuelle Vorbereitung. Er muss sich mehr um die Ern\u00e4hrung seiner Familie k\u00fcmmern, insbesondere wenn er mehrere Kinder hat. Wenn es Schwierigkeiten mit den Kindern gibt, leidet er pers\u00f6nlich sehr darunter, und auch die Gemeinde ist betroffen. Es gibt Schwierigkeiten bei Versetzungen in eine andere Gemeinde. Oft leidet die Familie unter der Abwesenheit des Vaters, besonders an den wichtigsten liturgischen Festen.<br>Andererseits ist nicht zu leugnen, dass dieses System unter bestimmten Umst\u00e4nden auch einen sehr positiven Einfluss auf die Gl\u00e4ubigen sowie auf die Person des Priesters oder der Familie hat. Aber nur, wenn sie als Familie den anderen, ihrer Umgebung, ein Beispiel f\u00fcr christliches Leben geben. Wir wissen, dass in den 1950er Jahren, als die Priester gezwungen waren, den obligatorischen \u00dcbertritt in die orthodoxe Kirche zu akzeptieren, es oft ihre Ehefrauen waren, die ihnen halfen, durchzuhalten und sich nicht zu verpflichten, und die bereitwillig mit ihnen ins Exil gingen. Das war bei meinem Vater der Fall.<br>Es ist auch sehr positiv, dass der Priester nicht allein lebt und nicht zum Individualisten, Einzelg\u00e4nger oder Sonderling wird. In der Ostkirche (auch in der katholischen Kirche) gibt es nur wenige Priester, die allein leben oder arbeiten. Sie leben entweder im Z\u00f6libat, zumeist in Ordensgemeinschaften, oder in einer Familie. Der Mensch ist ein soziales Wesen, und es ist nat\u00fcrlich f\u00fcr ihn, mit anderen zusammenzuleben, obwohl es nicht zu leugnen ist - wie wir aus vielen Biographien von Heiligen, aber auch von unserem Erl\u00f6ser selbst wissen -, dass es f\u00fcr die menschliche Dimension des Menschen sehr notwendig und wohltuend ist, kurze Zeitr\u00e4ume in einsamer Meditation zu verbringen.<br>Die Zukunft wird zeigen, welcher Aspekt im kirchlichen Leben vorherrschen wird. In meiner Familie waren mein Vater, mein Gro\u00dfvater und mein Urgro\u00dfvater griechisch-katholische Priester; und zweifellos aus dieser Familientradition heraus sagte mir mein Vater, als ich ins Priesterseminar gehen wollte, dass ich am besten heiraten sollte, wenn ich ein (griechisch-katholischer) Priester werden wollte.<br>Meiner Meinung nach w\u00e4re es ideal, der fr\u00fchen Tradition der Kirche folgend, dem Z\u00f6libat mehr Raum zu geben und gleichzeitig das gemeinsame Leben der Priester zu f\u00f6rdern. Und dass die eventuelle Weihe von verheirateten M\u00e4nnern - wo es nicht gen\u00fcgend Priester gibt - nur auf diejenigen beschr\u00e4nkt werden sollte, die bereits \u00e4lter sind und deren Kinder bereits ein unabh\u00e4ngiges Leben f\u00fchren, die so genannten \"verheirateten M\u00e4nner\". <em>viri<\/em> <em>probati<\/em>. Die Entscheidung, ob man zum urspr\u00fcnglichen System zur\u00fcckkehrt oder nicht, sollte den Konzilien oder dem Papst \u00fcberlassen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>K\u00f6nnen Sie uns sagen, ob die gleiche Regelung auch in den orthodoxen Kirchen gilt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>-Die Disziplin der Orthodoxen ist im Wesentlichen dieselbe, obwohl es unter ihnen einige Dinge gibt, die viel freier sind (Ehedisziplin, gemeinsame Beichte, intellektuelle Vorbereitung der Priester...), w\u00e4hrend sie in anderen Bereichen strenger sind (vorgeschriebenes Fasten, L\u00e4nge der Gebete...).<br>Soweit ich wei\u00df, haben sie in der Frage der kirchlichen Eheschlie\u00dfung im Prinzip die gleichen allgemeinen Grunds\u00e4tze wie wir. Was ihre konkrete Praxis betrifft, so kann ich mich nicht auf einer ausreichend fundierten Grundlage \u00e4u\u00dfern.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Para conocer la disciplina de los grecocat\u00f3licos sobre el celibato y las orientaciones que puedan resultar de su experiencia, hemos acudido a Mons. Ladislav Hu\u010dko, Exarca Apost\u00f3lico para la Rep\u00fablica Checa. Naci\u00f3&nbsp;en Pre\u0161ov (Eslovaquia oriental) en una familia donde se hab\u00edan sucedido las generaciones de sacerdotes casados. Excluido de los estudios teol\u00f3gicos por los comunistas, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3299,"featured_media":6600,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[548,550],"tags":[455],"class_list":["post-4152","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-foco","category-vocaciones","tag-sacerdotes"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Mons. 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