{"id":41957,"date":"2024-10-08T06:00:00","date_gmt":"2024-10-08T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=41957"},"modified":"2024-09-20T11:02:08","modified_gmt":"2024-09-20T09:02:08","slug":"quid-divinum-heilige-josemaria-escriva","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/recursos\/quid-divinum-san-josemaria-escriva\/","title":{"rendered":"Der Ausdruck etwas G\u00f6ttliches -quid divinum- beim heiligen Josemar\u00eda Escriv\u00e1"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Von der Ausbildung her bin ich Lehrerin, Psychop\u00e4dagogin und Bachelor in Religionswissenschaften; derzeit unterrichte ich - neben anderen F\u00e4chern - Religion an einer Schule; als Gl\u00e4ubige des Opus Dei hat mich - seit einigen Jahren - der Ausdruck\u00a0<em>quid divinum -<\/em> oder \"etwas G\u00f6ttliches\" auf Spanisch -<em>\u00a0<\/em>bei mehreren Gelegenheiten verwendet von <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/saint-josemaria-scriva-legacy-new-york\/\">Der heilige Josemar\u00eda Escriv\u00e1<\/a> und ich habe die verschiedenen Erkl\u00e4rungen daf\u00fcr und ihren praktischen Nutzen f\u00fcr das Leben eines gew\u00f6hnlichen Christen studiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausdruck\u00a0<em>quid divinum\u00a0<\/em>die der Heilige in seiner Predigt an der Universit\u00e4t von Navarra am 8. Oktober 1967 verwendete, unterstreicht die spirituelle und theologische Dimension seiner Predigt. Nach Ansicht von Professor Jos\u00e9 Luis Illanes unterstreicht dieser Ausdruck die Bedeutung des Heiligen und G\u00f6ttlichen in der Botschaft des Heiligen. Obwohl es verschiedene Interpretationen dieses Ausdrucks gibt, versuchen sie alle, seine theologische Bedeutung zu vertiefen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig ist es wichtig zu beachten, dass <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/50-jahre-josemaria-escriva-canete\/\">Der heilige Josemar\u00eda<\/a> verwendete in seiner Botschaft, sowohl m\u00fcndlich als auch schriftlich, leicht verst\u00e4ndliche Ausdr\u00fccke. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, Aussagen mit einem tiefen theologischen Inhalt zu verwenden, die eine angemessene Ausbildung erfordern, um vollst\u00e4ndig verstanden zu werden.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem ich nachgeforscht habe, um seine reinste und praktischste Bedeutung zu entschl\u00fcsseln, habe ich verschiedene Erkl\u00e4rungen gefunden, die f\u00fcr das geistliche Leben eines gew\u00f6hnlichen Christen von gro\u00dfer Hilfe sind, insbesondere f\u00fcr diejenigen, die durch ihre t\u00e4glichen Besch\u00e4ftigungen nach Heiligung streben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So sprach der heilige Josefmaria oft von der Bedeutung des \"kontemplativen Gebets\", einer Form des Gebets, bei der man versucht, in der Gegenwart Gottes zu sein und sein Herz f\u00fcr sein verwandelndes Handeln zu \u00f6ffnen. Diese Form des Gebets kann f\u00fcr jemanden, der mit dem geistlichen Leben nicht vertraut ist, schwer zu verstehen sein, aber wenn man ihre Bedeutung einmal verstanden hat, kann sie ein m\u00e4chtiges Werkzeug sein, um in der Beziehung zu Gott zu wachsen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz gesagt, auch wenn die Lehren des heiligen Josefmaria tiefgr\u00fcndige theologische Konzepte enthalten, richtet sich seine Botschaft an alle Christen, unabh\u00e4ngig von ihrem Hintergrund oder ihren Vorkenntnissen. Sein Ziel war es, den einfachen Menschen zu helfen, Gott inmitten ihrer allt\u00e4glichen Besch\u00e4ftigungen zu finden und ein heiliges Leben inmitten der Welt zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\"<em>Quid divinum<\/em>\"Verwendung und Erl\u00e4uterung des Ausdrucks&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der heilige Josefmaria kannte sicherlich diesen lateinischen Ausdruck, der nach dem W\u00f6rterbuch der K\u00f6niglichen Spanischen Akademie \"die dem Genie eigene Inspiration\" bedeutet; aber wir sollten uns nicht an seine etymologische Bedeutung halten, sondern an die Bedeutung, die ihm in der Botschaft der Predigt und in anderen Texten gegeben wird. Es ist also notwendig, den Kontext des Ausdrucks und die Absicht, mit der er verwendet wird, in aller Ruhe zu lesen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/fernando-ocariz-honoris-causa-por-la-pontificia-facultad-teologica-de-breslavia\/\">Monsignore Oc\u00e1riz<\/a>Pr\u00e4lat der <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/jugend-opus-dei\/\">Opus Dei <\/a>und Gro\u00dfkanzler der P\u00e4pstlichen Universit\u00e4t vom Heiligen Kreuz, gab aus dem Stegreif eine Erkl\u00e4rung zum\u00a0<em>quid divinum\u00a0<\/em>w\u00e4hrend eines Dialogs in der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VlliVIea06M&amp;t=1680s\">\"Internationaler Arbeitskongress.<\/a>\u00a0Auf die Frage: \"Vater, was ist die\u00a0<em>quid divinum<\/em>?\", antwortete Monsignore Oc\u00e1riz und lieferte eine wertvolle Perspektive f\u00fcr die Bedeutung des Themas.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage und die ausf\u00fchrliche und reichhaltige Antwort waren:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Frage): \"Vater, ich bin Philosophielehrer in Sevilla. Meine Frage ist sehr einfach und sehr direkt.&nbsp;<em>quid divinum<\/em>Was ist die&nbsp;<em>Quid<\/em>&nbsp;<em>divinum<\/em>ist das etwas Heiliges, G\u00f6ttliches, das ich entdecken muss? Vielleicht sagen Sie mir, dass es auch asketisch ist, aber ich wei\u00df nicht, ob es einen Teil davon gibt, den Sie mir erkl\u00e4ren k\u00f6nnen\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Antwort): \"Die Entdeckung des&nbsp;<em>Quid<\/em>&nbsp;<em>divinum<\/em>&nbsp;Ich w\u00fcrde sagen, es ist - Sie k\u00f6nnen anders denken, was ich jetzt sage, ist keine Glaubenswahrheit - es scheint mir, dass die Entdeckung des&nbsp;<em>Quid<\/em>&nbsp;<em>divinum<\/em>&nbsp;ist vor allem, die Liebe Gottes zu uns zu entdecken. In den Menschen, in den Umst\u00e4nden, in der Materialit\u00e4t der menschlichen Bem\u00fchungen, in den R\u00fcckschl\u00e4gen einen Ausdruck der Liebe Gottes zu uns zu sehen, das ist - vom existentiellen Standpunkt aus gesehen - meiner Meinung nach die wichtigste Wahrheit des Glaubens. Die wichtigste Glaubenswahrheit ist die Dreifaltigkeit, die Menschwerdung..., aber in der Tiefe, f\u00fcr unser Leben, f\u00fcr unsere t\u00e4gliche Existenz, zeigen uns auch diese Wahrheiten vor allem die Liebe Gottes zu uns. Wie Sie sich erinnern werden, sagt der heilige Johannes fast feierlich: \"Wir haben die Liebe Gottes zu uns kennen gelernt und glauben an sie\". Wie um es zusammenzufassen: Was ist geschehen? Dass wir die Liebe Gottes zu uns erkannt haben und daran glauben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann entdecken Sie die&nbsp;<em>Quid<\/em>&nbsp;<em>divinum<\/em>&nbsp;ist es, in den Menschen jemanden zu sehen, den Gott liebt; auch wenn man es nicht sieht, zu glauben, dass hinter allem die Liebe steht, die Gott zu uns hat\".&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke, diese spontane Erkl\u00e4rung ist ausgezeichnet und hilft uns, unseren Sch\u00f6pfer als nah zu empfinden, indem sie uns zeigt, dass er uns sucht und dass wir ihn in den kleinen Dingen des Alltags finden k\u00f6nnen. Wenn es uns gelingt, das zu entdecken&nbsp;<em>quid divinum&nbsp;<\/em>In unserem t\u00e4glichen Leben werden wir an der besten Art und Weise teilnehmen, uns Gott zu n\u00e4hern und ihn und die anderen f\u00fcr ihn zu lieben, wie es der heilige Josefmaria ausdr\u00fcckte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenso weisen die Professoren Illanes und M\u00e9ndiz darauf hin, dass \".<em>Der Ausdruck \"etwas G\u00f6ttliches\" erscheint hier und in anderen Passagen der Predigt immer auf Spanisch. Er k\u00f6nnte jedoch unserer Meinung nach seinen Ursprung in der lateinischen Formel quid divinum haben, die vorchristlichen Ursprungs ist und in der Antike verwendet wurde, um von der Vollkommenheit oder dem Genie in der Kunst, von den heilenden Eigenschaften bestimmter Gew\u00e4sser usw. zu sprechen, aber auch, mehr philosophisch, vom Intellekt im Menschen und von den Gesetzen, die die Welt regieren (vgl. Cicero, De Legibus, I, 61). Der Gr\u00fcnder des Opus Dei kannte wahrscheinlich diese Quelle, aber in dieser Predigt zieht er es vor, sie auf Spanisch zu verwenden, vielleicht um sie nicht \u00fcbersetzen zu m\u00fcssen<\/em>.\" (Gespr\u00e4che mit Monsignore Escriv\u00e1 de Balaguer, historisch-kritische Ausgabe, Ed. RIALP 2012).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der heilige Josefmaria sagte in seiner Predigt in Navarra: \"Im Labor, im Operationssaal des Krankenhauses, in der Kaserne, auf dem Lehrstuhl der Universit\u00e4t, in der Fabrik, in der Werkstatt, auf dem Feld, im Haus der Familie und im ganzen unermesslichen Panorama der Arbeit wartet Gott jeden Tag auf uns. Und ein wenig weiter: \"Es gibt keinen anderen Weg, meine Kinder: Entweder wir wissen, wie wir den Herrn in unserem gew\u00f6hnlichen Leben finden k\u00f6nnen, oder wir werden ihn nie finden\".\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus l\u00e4sst sich ableiten, dass es nicht eine Sache ist, die <em>etwas G\u00f6ttliches,<\/em> sondern es ist Gott selbst, dem wir begegnen, denn \"er wartet jeden Tag auf uns\". Warum verwendet er also den Ausdruck \"<em>Es gibt etwas Heiliges, G\u00f6ttliches, das in den gew\u00f6hnlichsten Situationen verborgen ist, und es liegt an jedem von euch, es zu entdecken\".<\/em>? (Predigt\u00a0<a href=\"https:\/\/opusdei.org\/es-es\/article\/amar-al-mundo-apasionadamente-4-2\/\">\"Die Welt leidenschaftlich lieben<\/a>\").\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Etwas G\u00f6ttliches und Allt\u00e4gliches zugleich<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist dieses \"etwas Heiliges, G\u00f6ttliches\", wenn nicht Gott selbst, k\u00f6nnte man fragen. Vielleicht lautet die Interpretation, dass Gott uns \"etwas\" vermitteln will, was man auch mit \"jemand\" \u00fcbersetzen k\u00f6nnte, \"das zu entdecken jedem von euch obliegt\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gr\u00fcnder des Opus Dei verwendet ihn sp\u00e4ter noch einmal, allerdings mit einer Nuance: <em>\"Diese Lehre der Heiligen Schrift (...) soll dich dazu bringen, deine Arbeit mit Vollkommenheit zu verrichten, Gott und die Menschen zu lieben, indem du Liebe in die kleinen Dinge deines Alltags legst und das G\u00f6ttliche entdeckst, das in den Kleinigkeiten steckt\".<\/em>Das \"G\u00f6ttliche\" steckt also in den Details, in den kleinen Dingen, in den Dingen, die die Menschen jeden Tag tun, wenn wir sie mit Liebe tun.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum dritten Mal verwendet er ihn, wenn er sich auf die menschliche Liebe bezieht<em>Ich habe euch daran erinnert: \"Tut die Dinge mit Vollkommenheit, ich habe euch daran erinnert, legt die Liebe in die kleinen T\u00e4tigkeiten des Tages, entdeckt - ich bestehe darauf - das G\u00f6ttliche, das in den Details enthalten ist: all diese Lehre findet einen besonderen Platz in dem Lebensraum, in dem die menschliche Liebe eingebettet ist\".<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausdruck wird vom heiligen Josefmaria auch in einigen anderen Predigten verwendet, wie zum Beispiel bei&nbsp;<a href=\"https:\/\/opusdei.org\/es-es\/article\/hacia-la-santidad-2\/\">\"Auf dem Weg zur Heiligkeit\":<\/a>&nbsp;<em>\"Wir sind davon \u00fcberzeugt, dass es kein B\u00f6ses, keinen Widerspruch gibt, der nicht zum Guten f\u00fchrt: Auf diese Weise werden Freude und Frieden in unserem Geist fester verankert, die uns kein menschliches Motiv entrei\u00dfen kann, denn diese Heimsuchungen hinterlassen uns immer etwas Eigenes, etwas G\u00f6ttliches. Wir werden den Herrn, unseren Gott, preisen, der wunderbare Werke in uns getan hat, und wir werden verstehen, dass wir mit der F\u00e4higkeit geschaffen wurden, einen unendlichen Schatz zu besitzen\".<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um eine Wirklichkeit in ihrer Tiefe zu erkennen, versucht der Mensch, ihre Bestandteile, ihre Funktionen und die Beziehungen zwischen ihnen zu ergr\u00fcnden, was bei Gott nicht m\u00f6glich ist, denn bei ihm gibt es keine Bestandteile. Wenn wir also vom Willen Gottes, von seiner unendlichen Liebe, G\u00fcte, Vorsehung und Barmherzigkeit sowie von seiner Unermesslichkeit, Allmacht, Essenz und seinem Wesen sprechen, sprechen wir von derselben Sache, denn in Gott sind sie alle identisch, sie sind derselbe Gott. Und was uns in Ihm am meisten vergr\u00f6\u00dfert und erhebt, ist Seine Liebe, die in Seiner Liebe, in Seiner Liebe, in Seiner Liebe, in Seiner Liebe, in Seiner Liebe, in Seiner Liebe und in Seiner Liebe zu finden ist.&nbsp;<em>\"indem man Liebe in die kleinen Dinge des Alltags steckt\".<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der heilige Josefmaria mahnt daher, dass der Christ in der Arbeit, in den gew\u00f6hnlichen und allt\u00e4glichen Besch\u00e4ftigungen und in den Beziehungen zu den anderen - vor allem im famili\u00e4ren Umfeld - seine Liebe darauf verwenden soll, die Liebe Gottes zu finden, wohl wissend, dass diese Liebe harte Arbeit ist, flei\u00dfig, gewissenhaft, opferbereit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er selbst sagt es in seiner Predigt&nbsp;<em>\"<a href=\"https:\/\/opusdei.org\/es-es\/article\/trabajo-de-dios\/\">Gottes Werk<\/a>\":&nbsp;<\/em>\"<em>Ich wiederhole sehr gerne - weil ich es gut erlebt habe - diese Verse von geringer Kunst, aber sehr anschaulich: mein Leben dreht sich um die Liebe \/ und wenn ich in der Liebe ge\u00fcbt bin, \/ dann durch die Kraft des Schmerzes, \/ dass es keinen besseren Liebhaber gibt \/ als den, der viel gelitten hat. Geht euren beruflichen Pflichten f\u00fcr die Liebe nach: macht alles f\u00fcr die Liebe, ich bestehe darauf, und ihr werdet - gerade weil ihr liebt, auch wenn ihr die Bitterkeit des Missverst\u00e4ndnisses, der Ungerechtigkeit, der Undankbarkeit und sogar des menschlichen Versagens selbst schmeckt - die Wunder sehen, die eure Arbeit hervorbringt. Schmackhafte Fr\u00fcchte, Samen der Ewigkeit\"!<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ernst Burkhart und Xavier gehen ins Detail und fragen: Was bedeutet es, dass profane T\u00e4tigkeiten nicht \"ausschlie\u00dflich profan\" sind, sondern \"etwas G\u00f6ttliches\" in sich bergen? Die beiden Autoren liefern eine ausf\u00fchrliche und tiefgr\u00fcndige theologische Erkl\u00e4rung, die das Thema umfassend behandelt: Die\u00a0<em>quid divinum<\/em>Dieses \"Heilige\", das jeder f\u00fcr sich entdecken muss, ist wie das Gepr\u00e4ge, das Gott allen Dingen aufgedr\u00fcckt hat, indem er sie in Christus und f\u00fcr Christus geschaffen hat; ein Gepr\u00e4ge, das eine Aufforderung zur freien Zusammenarbeit mit Gott mit sich bringt, um alle Dinge auf Christus auszurichten. Schauen wir uns das in Schritten an. Das \"Heilige\" ist nicht nur die g\u00f6ttliche Gegenwart der Unermesslichkeit, die alle Gesch\u00f6pfe im Sein erh\u00e4lt, obwohl der heilige Josefmaria zweifellos auf diese Gegenwart anspielt, wenn er schreibt, dass wir diesen unsichtbaren Gott in den sichtbarsten und materiellen Dingen finden. Das \"Heilige\" bezieht sich auch auf die Pl\u00e4ne Gottes f\u00fcr die menschlichen T\u00e4tigkeiten, die die irdischen Realit\u00e4ten zum Gegenstand haben.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies ist jedoch nicht das Einzige, was die&nbsp;<em>quid divinum<\/em>sondern er umfasst sie. Wenn sich der Christ in seiner beruflichen, famili\u00e4ren oder sozialen T\u00e4tigkeit mit den zeitlichen Realit\u00e4ten auseinandersetzt, kann er im Licht des Glaubens \"seine \u00fcbernat\u00fcrliche Endbestimmung in Christus\" entdecken, wie es im zitierten Text hei\u00dft. Es geht nicht darum, dass es etwas \u00dcbernat\u00fcrliches in den Dingen gibt, sondern darum, dass der Christ die T\u00e4tigkeiten, die geschaffene Wirklichkeiten zum Gegenstand haben, auf ein \u00fcbernat\u00fcrliches Ziel (das einzige Endziel) ausrichten kann; er kann entdecken, dass Gott ihn dazu beruft, Christus in die Aus\u00fcbung dieser T\u00e4tigkeiten zu stellen, sie auf sein Reich auszurichten. Zu diesem Zweck muss er sich nat\u00fcrlich bem\u00fchen, sie mit Vollkommenheit und nach seinen eigenen Gesetzen auszuf\u00fchren. Aber das ist nicht genug. Er muss durch diese T\u00e4tigkeiten letztlich seine eigene Vollkommenheit als Kind Gottes in Christus suchen: Er muss die Identifikation mit Christus durch die Liebe und die von der Liebe gepr\u00e4gten Tugenden anstreben. Dann kann man sagen, dass er die&nbsp;<em>quid divinum<\/em>Die \"ultimative \u00fcbernat\u00fcrliche Bestimmung in Christus\", die menschliche Aktivit\u00e4ten haben, und er stellt Christus an die Spitze seiner Arbeit, weil er ihn an die Spitze seines eigenen Herzens stellt, wo er erh\u00f6ht werden und herrschen will.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Elemente von diesem g\u00f6ttlichen Etwas<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben also zwei Elemente der&nbsp;<em>quid divinum<\/em>. Die eine ist mit dem Licht der Vernunft wahrnehmbar und befindet sich im Gegenstand jeder zeitlichen T\u00e4tigkeit: ihre eigenen, von Gott gewollten Gesetze mit ihrem unmittelbaren Ziel. Das andere setzt das erste voraus, kann aber nur im Licht des Glaubens wahrgenommen werden, denn nur der Glaube erm\u00f6glicht es uns, \"seine letzte \u00fcbernat\u00fcrliche Bestimmung in Jesus Christus zu sehen\".&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiter hei\u00dft es: \"Das Heilige wird durch die Liebe entdeckt, die der Heilige Geist in die Herzen gie\u00dft. Wenn dies geschieht, wird die T\u00e4tigkeit selbst zu einem Gebet, zu einem Dialog mit Gott. Ein Dialog, der manchmal mit Worten und Begriffen gef\u00fchrt werden kann, wenn es um das \"Heilige\" geht, das entdeckt wurde. Aber manchmal braucht es weder Worte noch Begriffe: Es kann ein kontemplatives Gebet sein, das \u00fcber die\u00a0<em>quid divinum<\/em>. Erinnern wir uns noch einmal an die Worte des heiligen Josefmaria: Wir erkennen Gott nicht nur im Anblick der Natur, sondern auch in der Erfahrung unserer eigenen Arbeit (Christus geht vor\u00fcber, 48).\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses \"Heilige\", sagt der heilige Josefmaria, ist \"verborgen\", so als ob es hinter den allt\u00e4glichen Situationen verborgen w\u00e4re oder dieselbe Farbe h\u00e4tte wie sie, so dass es Engagement und Anstrengung erfordert, es zu entdecken. Die&nbsp;<em>Quid<\/em><em>divinum<\/em>&nbsp;ist eine Gelegenheit zur Heiligung (und zum Apostolat), die f\u00fcr die menschlichen Augen oft nicht sichtbar ist. Sie liegt direkt vor uns, im Herzen dessen, was wir tun, aber es ist notwendig, sie mit Interesse zu suchen, so wie man nach einem Schatz sucht. Und zwar viel mehr als einen irdischen Schatz, denn hier geht es um die Heiligkeit\".&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andere Erkl\u00e4rungen f\u00fcr diesen Ausdruck\u00a0<em>quid divinum\u00a0<\/em>Die Professorin Ana Marta Gonzalez weist darauf hin, dass \"dies einem weiteren wesentlichen Aspekt der Botschaft des heiligen Josefmaria entspricht: der Wertsch\u00e4tzung der Kontingenz als privilegiertem Ort f\u00fcr die Manifestation Gottes, gerade weil der Mensch dort, in diesem Raum der Kontingenz, seine Freiheit aus\u00fcbt und verwirklicht. Beides ist in der Aufforderung des heiligen Josefmaria enthalten, das\u00a0<em>Quid<\/em>\u00a0<em>divinum<\/em>\u00a0die in den Details enthalten ist und die jeder f\u00fcr sich selbst entdecken muss. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist nicht nur eine fromme Empfehlung, sondern es geht darum, den Kairos, die Gelegenheit und den Wert des gegenw\u00e4rtigen Augenblicks zu erkennen, in dem die Gegenwart Gottes f\u00fcr uns materiell und in gewisser Weise sichtbar wird: Das, was wir in der Hand haben, gut zu tun, ist nicht mehr nur eine ethische Forderung, die sich aus unserer Stellung in der menschlichen Gesellschaft ergibt, sondern die konkrete Gelegenheit, die sich uns bietet, um der Gabe Gottes zu entsprechen und seine Gegenwart in der Welt der Menschen zu materialisieren und zu zeigen, dass sie nicht aufh\u00f6rt, verwandelnd zu sein, nur weil sie gew\u00f6hnlich ist\" (Welt und Menschsein im heiligen Josefmaria Escriv\u00e1).(Die Welt und die conditio humana im heiligen Josefmaria Escriv\u00e1. Christliche Schl\u00fcssel f\u00fcr eine Philosophie der Sozialwissenschaften. Romana, Nr. 65, Juli-Dezember 2017, S. 368-390).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere Ausstellung befindet sich in der&nbsp;<a href=\"https:\/\/opusdei.org\/es\/article\/para-santificar-al-mundo\/\">Website des Opus Dei<\/a>: \"Das&nbsp;<em>Quid<\/em>&nbsp;<em>divinum<\/em>&nbsp;Was es jedem einzelnen obliegt, zu entdecken und so den anderen zu helfen, ihn zu entdecken, ist einfach \"der Wille Gottes in den kleinen und gro\u00dfen Dingen des Lebens\", das hei\u00dft, was dem gew\u00f6hnlichen Leben Wert und transzendenten Sinn verleiht, ist, dass Gott in und aus ihm sagt, was er von jedem erwartet\".&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gegenwart Gottes f\u00fcr den Christen und seine Aufforderung, an seinen Pl\u00e4nen mitzuwirken, sind zwei Seiten einer Medaille, die untrennbar miteinander verbunden sind. Und hier kommt das zum Tragen, was der heilige Josefmaria hervorhob, als er sagte: \"Gott wartet jeden Tag auf uns\". Wir sind ihm gegenw\u00e4rtig, und wir haben ihn gegenw\u00e4rtig, um auf seinen st\u00e4ndigen Ruf zu antworten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber Gottes Warten ist nicht wie unser Warten, das statisch sein kann; Gott macht nicht \"etwas anderes\", w\u00e4hrend er auf unsere Antwort wartet. Gott ist im Leben eines jeden Menschen auf dynamische Weise gegenw\u00e4rtig, er bietet immer Liebe an und bittet um Liebe, er schenkt sich uns und bittet uns, er ist Geschenk und Aufgabe zugleich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das sagt auch der Katechismus der Katholischen Kirche, wenn er uns lehrt, dass \"Gott in allen seinen Werken sein Wohlwollen, seine G\u00fcte, seine Gnade, seine Liebe, aber auch seine Zuverl\u00e4ssigkeit, seine Best\u00e4ndigkeit, seine Treue, seine Wahrheit zeigt\".<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlussfolgerungen&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Ber\u00fccksichtigung der verschiedenen Erkl\u00e4rungen kann man zu dem Schluss kommen:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Entdeckung der g\u00f6ttlichen Liebe:<\/strong> Die Entdeckung der\u00a0<em>quid divinum\u00a0<\/em>bedeutet, die Liebe Gottes zu erkennen, die sich in allen Aspekten des Lebens manifestiert, von Menschen und Umst\u00e4nden bis hin zu Anstrengungen und Schwierigkeiten.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Verborgen im Allt\u00e4glichen:<\/strong> Nach dem heiligen Josefmaria ist das \"Heilige\" hinter allt\u00e4glichen Situationen \"verborgen\" und erfordert eine bewusste Anstrengung, um es zu entdecken. Es ist nicht immer mit dem blo\u00dfen Auge erkennbar und erfordert eine aktive Suche.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gebet und Dialog mit Gott:<\/strong> Die als \"etwas Heiliges\" entdeckte T\u00e4tigkeit wird zu einem Mittel des Gebets und der Kommunikation mit Gott. Dieser Dialog kann sich in Worten und Begriffen manifestieren, oder er kann ein kontemplatives Gebet sein, das \u00fcber das Verst\u00e4ndnis der Welt hinausgeht.\u00a0<em>Quid<\/em>\u00a0<em>divinum<\/em>.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Pers\u00f6nliche Sichtweise:<\/strong> Die Wahrnehmung der\u00a0<em>quid divinum\u00a0<\/em>als Ausdruck der g\u00f6ttlichen Liebe ist eine pers\u00f6nliche Vision, keine allgemein g\u00fcltige Glaubenswahrheit.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gegenseitige Inspiration: <\/strong>Indem man das \"quid divinum\" entdeckt, findet man nicht nur Wert und Sinn im eigenen Leben, sondern kann auch andere dazu motivieren, dasselbe zu tun.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das ist Gottes Wille: <\/strong>Die\u00a0<em>quid divinum\u00a0<\/em>steht f\u00fcr den Willen Gottes, der sich sowohl in den kleinen als auch in den gro\u00dfen Aspekten des Lebens manifestiert und der gew\u00f6hnlichen Existenz einen transzendenten Wert und Sinn verleiht.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>De formaci\u00f3n soy Maestro, Psicopedagogo y Bachiller en Ciencias Religiosas; actualmente profesor de Religi\u00f3n -entre otras materias- en un Colegio; como fiel del Opus Dei me ha llamado la atenci\u00f3n -de unos a\u00f1os a esta parte- la expresi\u00f3n\u00a0quid divinum &#8211; o \u00abalgo divino\u00bb en castellano-\u00a0usada en varias ocasiones por san Josemar\u00eda Escriv\u00e1 y he estudiado 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