{"id":44572,"date":"2025-01-27T06:00:00","date_gmt":"2025-01-27T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.omnesmag.com\/?p=44572"},"modified":"2025-01-20T14:20:07","modified_gmt":"2025-01-20T12:20:07","slug":"edith-stein-und-das-endliche-und-ewige-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/recursos\/argumentos\/teologia-siglo-xx\/edith-stein-y-ser-finito-y-eterno\/","title":{"rendered":"Edith Stein und das \"endliche und ewige Sein\"."},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Edith Stein (1891-1942) war das j\u00fcngste Kind einer j\u00fcdischen Familie mit elf Geschwistern (zwei starben allerdings sehr fr\u00fch). Ihr Vater starb, als sie kaum zwei Jahre alt war (1893). Ihre Mutter, eine echte Pers\u00f6nlichkeit, unterst\u00fctzte die Familie, indem sie ihr S\u00e4gewerk in Breslau (heute Wroclav, Polen) betrieb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er erz\u00e4hlt die Geschichte in seiner Autobiographie, die den Titel tr\u00e4gt <em>\u00dcber das Leben einer j\u00fcdischen Familie<\/em>ins Englische \u00fcbersetzt von <em><a href=\"https:\/\/libreria.sanpablo.es\/libro\/estrellas-amarillas_9750\">Gelbe Sterne<\/a><\/em>. Das Buch wollte neben dem Pers\u00f6nlichen auch zeigen, wie eine deutsch-j\u00fcdische Familie aussah, als sie durch die Naziherrschaft (1933-1935) herausgefordert wurde. \u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was seine Ausbildung betrifft, so gen\u00fcgt es, seine Fr\u00fchreife und seine guten Noten in seiner Kindheit und Jugend hervorzuheben. Eine existenzielle Krise im Alter von 15 Jahren hielt ihn fast ein Jahr lang von seinen Studien ab. Dann kam der Wunsch auf, germanische Philologie und Philosophie zu studieren, zun\u00e4chst in Breslau (1911-1912).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Edith Stein in der ph\u00e4nomenologischen Bewegung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem er von Husserls neuer Philosophie in G\u00f6ttingen geh\u00f6rt hatte, zog er dorthin (dank der Gro\u00dfz\u00fcgigkeit seiner Mutter). Er nahm am sogenannten G\u00f6ttinger Kreis (1912-1917) der ersten Sch\u00fcler Husserls um seinen Assistenten von Reinach teil. Er und seine Frau waren eng mit Edith befreundet, ebenso wie andere Mitglieder, wie Romann Ingarden (der ein Verehrer war), das Ehepaar Conrad-Martius und Max Scheler, der sie h\u00e4ufig besuchte und einen gro\u00dfen Einfluss auf sie hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Husserl nach Freiburg ging, begleitete sie ihn, legte ihre Dissertation \u00fcber die Einf\u00fchlung vor (1917) und wurde zu Husserls Assistentin ernannt (1917-1918). Dies erm\u00f6glichte Husserl die Herausgabe des zweiten Bandes seiner <em>Logische Untersuchungen<\/em> und andere wichtige Texte. Dort lernte sie Heidegger (1889-1976) kennen, der ebenfalls als Assistent von Husserl (allerdings als Stipendiat) t\u00e4tig war. Sie war von seinen F\u00e4higkeiten beeindruckt, bemerkte aber auch, wie er sich vom christlichen Glauben entfernte, w\u00e4hrend sie sich ihm n\u00e4herte. Edith lie\u00df sich 1922 taufen. Heidegger, der Seminarist (1903-1911) war und Stipendien f\u00fcr die Ausbildung in christlicher Philosophie (1910-1916) erhielt, heiratete 1917 Elfride, eine Protestantin; sein erstes Kind lie\u00df er 1919 nicht taufen; und er begann, ber\u00fchmt zu werden und mit einigen Studentinnen (Elisabeth Blochmann, Hannah Arendt) zu verkehren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Edith f\u00fcnf Jahre lang in der ph\u00e4nomenologischen Forschung mitgearbeitet und einige Artikel geschrieben hatte (1917-1922), erkannte sie, dass sie keinen Platz in der universit\u00e4ren Lehre haben w\u00fcrde. Husserl wagte es nicht, sie vorzuschlagen, und Heidegger gab ihr zu verstehen, dass dies keine Zukunft habe. Er lehrte daraufhin an einer katholischen Hochschule in Speyer (1922-1932). Und er hatte die Gelegenheit, einen Kurs in Anthropologie an einer katholischen Lehrerbildungsanstalt zu unterrichten (1932-1933). Dies ist die Quelle f\u00fcr sein Buch \u00fcber <em>Die Struktur der menschlichen Person<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Machtergreifung der Nationalsozialisten (1933) hinderte ihn daran, seine Lehrt\u00e4tigkeit fortzusetzen, woraufhin er seinen lang gehegten Wunsch verwirklichte, in das Karmeliterkloster in K\u00f6ln einzutreten. Dort vollendet er aus Gehorsam sein gro\u00dfes Buch \u00fcber Metaphysik, <em>Endliches und ewiges Sein<\/em> (1936). Sie wurde in den Echt Karmel in den Niederlanden \u00fcberstellt, wurde schlie\u00dflich inhaftiert und starb im Vernichtungslager in <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/ressourcen\/religiose-praxis-im-konzentrationslager-auschwitz\/\">Auschwitz<\/a>zusammen mit ihrer Schwester Rosa (1942). Sie wurde 1998 von Johannes Paul II. als M\u00e4rtyrerin heiliggesprochen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Thomistische Ausbildung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Edith Stein war eine Person mit sehr ernsthaften intellektuellen Grundlagen, schon von ihrer fr\u00fchen Ausbildung an, und entwickelte im Rahmen der intellektuellen Strenge, mit der Themen unter Husserls ersten Sch\u00fclern behandelt wurden, eine gro\u00dfe Beobachtungsgabe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Tag nach seiner Bekehrung, als er das Leben der heiligen Teresa las, kaufte er ein Messbuch und einen Katechismus. Danach studierte er gr\u00fcndlich die christliche Lehre und Theologie. Unter der Leitung von Erick Przywara lernte er den heiligen Thomas kennen, indem er einerseits die thomistischen Handb\u00fccher (Gredt) und andererseits den heiligen Thomas direkt studierte, insbesondere die <em>De Veritate<\/em> und die <em>De ente et essentia<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von <em>De veritate<\/em> eine \u00dcbersetzung und einen Kommentar ver\u00f6ffentlicht. Und \u00fcber die <em>De ente essentia<\/em> eine Studie erstellt, die sich mit <em>Handlung und Macht<\/em>die er nicht ver\u00f6ffentlicht hat, die aber sp\u00e4ter im ersten Kapitel von <em>Endliches und ewiges Sein<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist zu bedenken, dass au\u00dferhalb der Brosch\u00fcre <em>De ente et essentia<\/em>Thomas ver\u00f6ffentlichte keine systematischen Werke der Philosophie, sondern kommentierte eines nach dem anderen die Werke des Aristoteles. Die <em>Summa Theologica<\/em> und die <em>Summa v. Heiden<\/em>Die \"thomistische Philosophie\" enthielt jedoch systematische philosophische Entwicklungen \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Gott und Gesch\u00f6pfen sowie \u00fcber das menschliche Handeln und die Tugenden. Der Rest der \"thomistischen Philosophie\" bestand ab dem 16. Jahrhundert aus den Handb\u00fcchern <em>ad mentem sancti Thomae<\/em>nach dem Geist des heiligen Thomas. Es handelte sich um eine auf Aristoteles basierende Lehre mit Ankl\u00e4ngen an den heiligen Thomas und an die thomistische Tradition selbst, deren Grenzen schwer zu bestimmen waren und die sich gegen\u00fcber der \u00fcbrigen Philosophie als autonomer K\u00f6rper darstellte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Interessante an Edith Steins Arbeit ist, dass sie von au\u00dfen kommend, mit einem ph\u00e4nomenologischen Hintergrund, gezwungen ist, die grundlegenden Konzepte gr\u00fcndlich zu \u00fcberarbeiten, indem sie sich den Werken von Aristoteles und dem Heiligen Thomas zuwendet. Andererseits f\u00fchlt sie sich nicht verpflichtet, den Traditionen der thomistischen Schule zu folgen, nicht zuletzt, weil diese nicht immer mit dem Denken des Heiligen Thomas selbst \u00fcbereinstimmen. Dies erkl\u00e4rt sie mit bewundernswerter Bescheidenheit zu Beginn von <em>Endliches und ewiges Sein<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu dieser Zeit zeigt er auch, was er Przywara selbst verdankt, der damals sein ber\u00fchmtestes Werk schrieb, <em>Analogie entis<\/em>. Die Analogie des Seins ist eines der gro\u00dfen pr\u00e4genden Prinzipien der katholischen Philosophie und Theologie. Eine Konsequenz der Sch\u00f6pfung, die eine Skala des Seins in Abh\u00e4ngigkeit vom Sch\u00f6pfer entstehen l\u00e4sst. Eine Welt, die von oben kommt. Und sie f\u00fchrt den heiligen Thomas dazu, die gl\u00fcckliche Unterscheidung zwischen Sein und Wesen zu treffen, die gleichzeitig den Status der Gesch\u00f6pfe mit einem partizipatorischen Sein und eine neue Definition Gottes als demjenigen, dessen Wesen das Sein ist, liefert (<em>Ipsum esse subsistens<\/em>). Przywara machte ihn auch mit Newman bekannt, mit dem er eine Auswahl von Texten zusammenstellte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><em>Endliches und ewiges Sein<\/em><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man k\u00f6nnte sagen, dass <em>Endliches und ewiges Sein<\/em> ist eine metaphysische Abhandlung mit einem gewissenhaften R\u00fcckblick auf die gro\u00dfen klassischen Themen der aristotelisch-otomistischen Tradition: die Bedeutung des Seins (I), die Unterscheidung zwischen Akt und Potenz (II), die Unterscheidung zwischen Wesen und Sein (III), der Begriff und der Sinn der Substanz und die Konzepte von Materie und Form (IV), die Transzendentalien des Seins (V), und die Arten des Seins und die Grade der Analogie des Seins (VI). Hinzu kommen zwei Kapitel: das erste, das der Person (Mensch und Engel) als Abbild der Trinit\u00e4t gewidmet ist (VII), mit einer ausf\u00fchrlichen Behandlung der Seele; und das Prinzip der Individuation, angewandt auf Personen (VIII).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vergleicht man diese Gliederung mit der eines klassischen Lehrbuchs der Metaphysik, so stellt man fest, dass alle wichtigen Themen vorhanden sind, mit Ausnahme der Kausalit\u00e4t (Aristoteles' ber\u00fchmte vier Ursachen) und dass die Akzidentien nur am Rande erw\u00e4hnt werden, wenn es um die Substanz im weitesten Sinne geht. Die beiden Themen (Kausalit\u00e4t und Unf\u00e4lle) m\u00fcssen \u00fcbrigens von einer modernen Naturphilosophie \u00fcberarbeitet werden. Auf der anderen Seite wird die Behandlung der Person als individuelle Substanz gest\u00e4rkt, wobei neue Perspektiven von der Trinit\u00e4t ausgehen. Und auch die Frage der Individualit\u00e4t (das Prinzip der Individuation) wird revidiert und nuancierter auf die Person angewandt. Dies bringt uns n\u00e4her an das heran, was Duns Scotus und die Viktorianer vorgeschlagen haben. Edith Stein kn\u00fcpft an die Diskussion an. Es ist gesagt worden, dass f\u00fcr die fr\u00fchen Griechen der prim\u00e4re Bezugspunkt des Seins die Dinge (Steine) sind, und dass es f\u00fcr Aristoteles eher die Tiere sind. F\u00fcr die Christen sind die Wesen vor allem Personen, die im Mittelpunkt der Metaphysik stehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Indem er auf die Sch\u00f6pfung und die Dreifaltigkeit Bezug nimmt, wird die Beziehung zwischen Glaube und Philosophie angesprochen. Die Philosophie st\u00fctzt sich auf die Vernunft. Die Vernunft funktioniert jedoch nicht auf die gleiche Weise, wenn sie christliche Ideen kennt, wie wenn sie sie nicht kennt. In den ersten christlichen Jahrhunderten wurde die philosophische Vorstellung von Gott als einem sch\u00f6pferischen, pers\u00f6nlichen, einzigartigen und guten Wesen als eine fast selbstverst\u00e4ndliche Vorstellung (der Vernunft) durchgesetzt: Wenn Gott existiert, kann er nicht anders sein. Aber diese Vorstellung gab es vor dem Christentum nicht. Die Erkenntnis, dass Gott dreieinig ist, er\u00f6ffnet auch eine neue Perspektive auf den menschlichen Geist und auf die Beschaffenheit der gesamten Wirklichkeit. Es handelt sich um eine Inspiration, die von der Offenbarung ausgeht, die aber mit der menschlichen Erfahrung der pers\u00f6nlichen Welt \u00fcbereinstimmt. Die Wissensgebiete und ihre Methoden sollten nicht vermischt werden, aber das Licht des Glaubens erhellt wesentliche Aspekte der menschlichen Erkenntnis.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Struktur der menschlichen Person<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade weil die Ontologie auf Personen (Menschen und Engel und Gott selbst) ausgerichtet ist, ist die Metaphysik von Edith Stein (und die des heiligen Thomas) zutiefst personalistisch. Und aus diesem Grund wird sie sehr gut erg\u00e4nzt durch <em>Die Struktur der menschlichen Person<\/em>der Kurs, den Edith Stein 1933 verfasste, als die Nazis in Deutschland die Macht \u00fcbernahmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Buch gibt es ein deutliches Echo auf die Beitr\u00e4ge von Max Scheler, in <em>Der Platz des Menschen im Kosmos<\/em> (1928), die auch von Guardini in <em>Welt und Mensch<\/em>. Um die philosophische Erkenntnis des Menschen in die Gesamtheit der Erkenntnis der Wirklichkeit einzuordnen und mit den modernen Wissenschaften zu verbinden, untersuchte Scheler die Schichten des Seins. Die K\u00f6rper, die lebenden (organischen) Wesen; die Tiere mit ihrer Instinktpsychologie; der Mensch mit seinem Selbstbewusstsein und dem Bed\u00fcrfnis, sich vom instinktiven Verhalten zu befreien. Es erscheint die Skala der in der Natur beobachteten wesentlichen Eigenschaften, die auch die Skala des Seins ist, die von den K\u00f6rpern bis zu den Personen reicht. Und, von Gott (und der Trinit\u00e4t) aus gesehen, mit der Analogie des Seins, umgekehrt: von Gott zu den Dingen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Parallele Leben<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Entwicklung dieser Ideen zur Metaphysik werden die Parallelen zwischen Edith Stein und Martin Heidegger deutlicher. F\u00fcr viele ist die moderne Metaphysik in hervorragender Weise durch Heidegger repr\u00e4sentiert. Heidegger selbst hat sich nicht gescheut zu sagen, dass es ein \"Vergessen des Seins\" von den Vorsokratikern bis zu ihm gegeben hat. Damit w\u00e4re er, von seinem Standpunkt aus gesehen, eigentlich der einzige Metaphysiker. Dort brachte er die Bedeutungen des Seins ins Spiel, wobei er auch die ins Dasein geworfene menschliche Person als Hauptbezugspunkt nahm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben bereits die zeitlichen Koinzidenzen erw\u00e4hnt: W\u00e4hrend Edith Stein konvertiert und sich ein christliches Denken aneignet, indem sie sich dem heiligen Thomas (und Scotus) n\u00e4hert, wendet sich Martin Heidegger vom Glauben ab, bricht mit seinen scholastischen Studien und verfasst einen atheistischen existenzialistischen Gedanken. Heidegger hatte seine Dissertation \u00fcber Duns Scotus verfasst, und mit dem Eintritt in die Universit\u00e4t (und der Trennung vom Christentum) begab er sich auf ein jungfr\u00e4uliches Terrain: die Metaphysik der Vorsokratiker, erst k\u00fcrzlich gesammelt (Diels) und wenig erforscht, unter anderem, weil nur wenige Texte erhalten geblieben sind. Dies verschafft ihm Originalit\u00e4t und Freiheit, die er mit dem ihn kennzeichnenden poetischen und p\u00e4dagogischen (und abstrusen) Talent ausnutzt. Im Jahr 1927 ver\u00f6ffentlichte er <em>Sein und Zeit<\/em>sein bekanntestes Werk.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Einfluss von Nietzsche f\u00fchrte ihn zum atheistischen Existenzialismus. Aber der Einfluss von Hegel, den er in jenen Jahren studierte, f\u00fchrte ihn zum philosophischen Nationalsozialismus. Es ist bekannt, dass Heidegger in den 1930er Jahren in seinen Freiburger Kursen <em>Sein und Zeit<\/em> auf das hegelianische Wesen, das sich in der Geschichte bildet, auf den Geist der Kultur der V\u00f6lker, in seinem Fall des deutschen Volkes, das durch den Willen des F\u00fchrers geeint wird. Darauf hat bereits sein j\u00fcdischer Sch\u00fcler Karl L\u00f6witz hingewiesen, und die Studien von Farias und Faye \u00fcber die Aufzeichnungen der Sch\u00fcler belegen dies. Es spiegelt sich auch in seiner ber\u00fchmten Rektoratsrede (1933) und, in verschleierter Form, in seiner <em>Einf\u00fchrung in die Metaphysik <\/em>(1935).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Edith Steins Anliegen, ihre Metaphysik zu entwickeln und zu ver\u00f6ffentlichen, bestand zum Teil darin, der atheistischen Wirkung Heideggers etwas entgegenzusetzen. In der Tat, <em>Endliches und ewiges Sein<\/em> hatte einen letzten Teil, der eine Kritik von Heideggers Buch war, aber dann trennte er ihn ab, um ihn separat zu ver\u00f6ffentlichen. Auf Spanisch wurde er zusammen mit anderen Kritiken von Stein an zwei Schriften Heideggers aus dem Jahr 1929 ver\u00f6ffentlicht: <em>Kant und das Problem der Metaphysik<\/em> und die Antrittsvorlesung <em>Was ist Metaphysik?<\/em>. Edith Stein weist immer wieder darauf hin, wie Heidegger es vers\u00e4umt, die Konsequenzen aus dem, was er sagt, zu ziehen und die Wege zu verschlie\u00dfen, die vom Sein zu seiner Ursache f\u00fchren, die Gott, das erste Sein ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die kuriosen Ticks und Unw\u00e4gbarkeiten des kulturellen Lebens, <em>Sein und Zeit<\/em>Das Buch, das auch durch seine Unverst\u00e4ndlichkeit gesch\u00fctzt und von seinen historischen Umst\u00e4nden abstrahiert ist, wurde von den 1940er Jahren bis heute zu einem Kultbuch der kulturellen Linken (und vieler Christen). W\u00e4hrend <em>Endliches und ewiges Sein<\/em>das wie durch ein Wunder aus den Tr\u00fcmmern des durch alliierte Bomben zerst\u00f6rten K\u00f6lner Karmel gerettet wurde, wurde 1950 so gut es ging ver\u00f6ffentlicht und ist wenig bekannt. Die Angelegenheit verdient einige \u00dcberlegungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Edith Stein (1891-1942) fue la hija m\u00e1s peque\u00f1a de una familia jud\u00eda de once hermanos (aunque dos murieron muy j\u00f3venes). Su padre falleci\u00f3 cuando ella apenas ten\u00eda dos a\u00f1os (1893). Y su madre, todo un personaje, sac\u00f3 adelante la familia regentando el aserradero que ten\u00edan en Breslau (hoy Wroclav, en Polonia). 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