{"id":44848,"date":"2025-01-31T11:19:16","date_gmt":"2025-01-31T09:19:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.omnesmag.com\/?p=44848"},"modified":"2025-02-11T11:31:34","modified_gmt":"2025-02-11T09:31:34","slug":"chinesische-priester-evangelisieren-tiefe-wurzeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/sacerdote-china-evangelizacion-raices-profundas\/","title":{"rendered":"Spanischer Priester in China: \"Das Christentum in China ist still, hat aber tiefe Wurzeln\"."},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Pater Esteban Aranaz ist ein Priester aus Aragonien, der in der Di\u00f6zese Tarazona (Zaragoza) inkardiniert ist und seinen pastoralen Dienst in China aus\u00fcbt. Er ist seit fast zehn Jahren in Shanghai, obwohl sein priesterliches Wirken in Asien vor 22 Jahren in Taiwan begann, wo er sieben Jahre lang t\u00e4tig war. Bevor er nach China ging, war er Rektor des Priesterseminars und Direktor des Theologischen Instituts seiner Di\u00f6zese, Professor desselben und Generalvikar in Tarazona. Er spricht Mandarin und sieben weitere Sprachen. Au\u00dferdem ist er ein leidenschaftlicher Kunst- und Musikliebhaber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sprachen mit ihm \u00fcber die Situation der Kirche in China und seine Einsch\u00e4tzung der Funktionsweise der <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/china-und-vatikan-erneuern-bischofsabkommen\/\">Vereinbarung <\/a>zwischen der Kirche und der chinesischen Regierung \u00fcber die Ernennung von Bisch\u00f6fen. Es wird gesch\u00e4tzt, dass es in China zwischen 15 und 20 Millionen Katholiken gibt, was etwa 1% der Bev\u00f6lkerung entspricht. Im Vergleich dazu ist die evangelische Gemeinschaft etwas gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erz\u00e4hlen Sie uns, wer Sie sind, wie lange Sie schon in Asien und China sind und worin Ihre pastorale Arbeit besteht.<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ich bin ein Di\u00f6zesanpriester aus Tarazona, Spanien. Mein priesterliches Wirken in Asien begann vor 23 Jahren in Taiwan. Dort war ich sieben Jahre lang, bevor ich nach Shanghai zog, wo ich jetzt seit zehn Jahren lebe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Arbeit in China konzentriert sich auf die Seelsorge in der spanisch- und portugiesischsprachigen katholischen Gemeinde in Shanghai und der Yiw\u00fa-Gemeinde in der Provinz Zhejiang. Au\u00dferdem reise ich monatlich f\u00fcr andere pastorale Aufgaben nach Peking, wo ich auch zwei Exerzitien f\u00fcr junge Menschen leite.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie ist es m\u00f6glich, dass er in China arbeiten kann? D\u00fcrfen ausl\u00e4ndische Priester dort nicht arbeiten?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Es gibt Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Anwesenheit ausl\u00e4ndischer Priester in China, aber meine Arbeit f\u00e4llt in einen genehmigten Rahmen f\u00fcr die ausl\u00e4ndische Gemeinschaft, und meine Situation hat sich in den letzten drei Jahren erheblich verbessert. Offiziell betreue ich spanisch- und portugiesischsprachige Katholiken, aber durch pers\u00f6nliche Kontakte und Freundschaften habe ich auch eine enge Beziehung zu vielen Chinesen. Seit dem letzten Weihnachtsfest bin ich Organist in der Kathedrale von Shanghai.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn ich mich in meiner T\u00e4tigkeit als Minister ausschlie\u00dflich mit Ausl\u00e4ndern besch\u00e4ftige, so bedeutet die Arbeit in China doch, sich an eine komplexe Realit\u00e4t anzupassen. Es geht nicht nur um administrative Beschr\u00e4nkungen, sondern auch darum, sich mit Umsicht und Diskretion zu bewegen und dabei stets den rechtlichen Rahmen in einem Land zu respektieren, das einem endlich seine T\u00fcren \u00f6ffnet und einen willkommen hei\u00dft. Aus diesem Grund ist das Wachstum der Kirche in China, auch wenn die Zahl der j\u00e4hrlichen Bekehrungen betr\u00e4chtlich ist, weder massiv noch laut, sondern entwickelt sich in kleinen Kreisen, im Alltag, im Vertrauen, das zu jedem Menschen entsteht. Der Glaube ist hier ein Same, der im Stillen w\u00e4chst, aber tiefe Wurzeln hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"920\" height=\"614\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-2-4.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-44851\" srcset=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-2-4.png 920w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-2-4-700x467.png 700w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-2-4-300x200.png 300w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-2-4-768x513.png 768w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-2-4-18x12.png 18w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-2-4-600x400.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie sind die chinesischen Katholiken und wie wird der Glaube in China gelebt?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Die Fr\u00f6mmigkeit der chinesischen Katholiken ist beeindruckend. In Asien herrscht im Allgemeinen eine gro\u00dfe Ehrfurcht vor der Religion, und in China spiegelt sich dies in einer sehr aktiven Teilnahme an der Liturgie wider. In der Kathedrale von Shanghai zum Beispiel versammeln sich sonntags bis zu 700 Gl\u00e4ubige zu jedem Gottesdienst mit einer Haltung des tiefen Glaubens und der Hingabe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anders als bei vielen Katholiken im Westen ist es hier \u00fcblich, dass die Gl\u00e4ubigen, viele von ihnen sehr jung, aktiv an der Messe teilnehmen und eine Haltung tiefer Fr\u00f6mmigkeit einnehmen. Die Gesten sind sehr wichtig: das Knien und das Zusammenhalten der H\u00e4nde sind Ausdruck eines tiefen Glaubens im Angesicht des Geheimnisses. Die Liturgie ist sehr gepflegt und die Ch\u00f6re sind au\u00dfergew\u00f6hnlich, denn Musik wird von den Chinesen sehr gesch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausl\u00e4nder sind von dieser Inbrunst sehr \u00fcberrascht. Viele sind beeindruckt von der Tiefe und dem Respekt, mit dem die Chinesen ihren Glauben leben. Ich empfehle den Besuchern des Landes immer, eine Messe in chinesischer Sprache zu besuchen, auch wenn sie die Sprache nicht verstehen. Die Haltung und die Hingabe der Gl\u00e4ubigen sprechen f\u00fcr sich selbst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Welche Rolle spielt die katholische Gemeinschaft in der chinesischen Gesellschaft?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Die Pr\u00e4senz der Kirche in China ist sowohl kulturell als auch sozial bedingt. Deshalb kann man nicht mehr wie fr\u00fcher vom katholischen Glauben als einem Glauben von Ausl\u00e4ndern sprechen. In China gibt es in fast jeder noch so kleinen Stadt mindestens eine katholische Kirche. Au\u00dferdem gibt es in vielen Di\u00f6zesen Alten- und Waisenheime, die von Nonnen oder Laien geleitet werden. Allerdings ist der Zugang zu bestimmten \u00f6ffentlichen R\u00e4umen und Zust\u00e4ndigkeiten innerhalb des Staates f\u00fcr Gl\u00e4ubige nach wie vor eingeschr\u00e4nkt, zumindest offiziell.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einigen Provinzen, wie Hebei und Shanxi, ist die katholische Pr\u00e4senz mit gro\u00dfen Gemeinden und gut erhaltenen Kirchen sichtbarer. Dennoch bleibt die Kirche eine Minderheitengemeinschaft und hat nicht den gleichen gesellschaftlichen Einfluss wie in anderen L\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie beeinflusst die chinesische Regierungspolitik die Ausbildung neuer Priester und die religi\u00f6se Erziehung der Gl\u00e4ubigen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- China verf\u00fcgt \u00fcber mehrere angesehene Seminare, wie das Di\u00f6zesanseminar in Peking oder das Nationale Seminar ebenfalls in der Hauptstadt, das mehr als 100 Seminaristen und mehr als 30 Ordensschwestern als Ausbildungszentrum beherbergt. Es muss gesagt werden, dass die Ausbildung seri\u00f6s und gut strukturiert ist, mit Bibliotheken, Studienr\u00e4umen und einer soliden theologischen Ausbildung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den Seminaren in Peking gibt es noch weitere Ausbildungsst\u00e4tten, wie das Sheshan-Seminar in Shanghai, das in der Vergangenheit von gro\u00dfer Bedeutung war und nach einigen Jahren des Niedergangs nun ein Comeback erlebt. Au\u00dferdem gibt es das Seminar in Xi'an und das Seminar in Shijiazhuang in der Provinz Hebei, das mit mehr als 100 Studenten das gr\u00f6\u00dfte des Landes ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Jahren verbessert sich die Situation der chinesischen Priesterausbildung dank der materiellen Verbesserung der Seminare im Land und der Hilfe von \"Propaganda Fide\" und verschiedenen kirchlichen Einrichtungen in L\u00e4ndern wie Rom, Deutschland, Salamanca, Pamplona, Frankreich, Belgien, den Vereinigten Staaten usw. Dies hat das Niveau des Klerus in China deutlich angehoben. Di\u00f6zesen wie die von Peking oder Shanghai waren neben vielen anderen Pioniere bei der Ausbildung eines jungen und gut vorbereiteten Klerus mit vielen Priestern, die neben ihrem kirchlichen Studium auch eine zivile Laufbahn eingeschlagen haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kurzum, das Niveau der Lehre ist gut.<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- In China sind die Lehre, die Moral und die Liturgie der Kirche im Laufe der Geschichte nie ge\u00e4ndert worden, auch wenn manche das glauben. Die apostolische Sukzession wurde immer beibehalten. Aus diesem Grund hat Rom die Kirche in China nie als schismatische Kirche betrachtet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum hat Benedikt XVI. die Gemeinschaften im Untergrund aufgefordert, an die \u00d6ffentlichkeit zu treten? Wie kommt dieser Prozess voran?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- In seinem Brief an die chinesischen Katholiken im Jahr 2007 erkl\u00e4rte Benedikt XVI., dass die Klandestinit\u00e4t eine Ausnahmesituation im Leben der Kirche darstellt und nicht die normale Art ist, den Glauben zu leben. Aus diesem Grund forderte der deutsche Papst die Untergrundgemeinden auf, sich zu integrieren, wo immer dies m\u00f6glich ist, und es werden nach und nach Fortschritte in dieser Richtung gemacht. Allerdings ist das nicht immer einfach, denn es gibt Priester, die sich um eine Legalisierung nach chinesischem Recht bem\u00fchen, aber die Beh\u00f6rden stellen mancherorts noch sehr restriktive Bedingungen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Und ist es in China heute noch sinnvoll, von der patriotischen Gemeinschaft und der Untergrundgemeinschaft zu sprechen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Seit der Unterzeichnung des Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der chinesischen Regierung im Jahr 2018 sind alle Bisch\u00f6fe in China vom Heiligen Stuhl anerkannt und stehen in Gemeinschaft mit dem Papst. Das bedeutet, dass man nicht mehr von einer offiziellen und einer Untergrundkirche sprechen kann. Zwar gibt es noch viele Bisch\u00f6fe und einige Gemeinschaften, die noch keine \u00f6ffentliche Anerkennung durch den Staat erlangt haben, doch auf kirchlicher und lehrm\u00e4\u00dfiger Ebene ist die Kirche in China eine einzige Kirche, deren Bisch\u00f6fe von Rom voll anerkannt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Interimsabkommen, das zun\u00e4chst f\u00fcr zwei Jahre verl\u00e4ngert wurde, wird ab September 2024 f\u00fcr vier Jahre in Kraft sein. Dies ist sehr positiv und bedeutsam, da es der Kirche erm\u00f6glicht hat, in der Einheit zu wachsen und die Verbindungen zwischen der chinesischen katholischen Gemeinschaft und der Weltkirche zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie beurteilen Sie das Interimsabkommen des chinesischen Staates mit dem Vatikan?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Das Interimsabkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und China ist meiner Meinung nach eine sehr positive Entwicklung. Obwohl es f\u00fcr einige ein kontroverses Thema bleibt, denke ich, dass es mit Ruhe betrachtet werden muss. Es ist kein vollst\u00e4ndiges oder endg\u00fcltiges Abkommen, da es sich nur auf die Ernennung von Bisch\u00f6fen bezieht. Es hat jedoch die Regularisierung zahlreicher Bisch\u00f6fe erm\u00f6glicht und durch die Erleichterung des Dialogs mit den Beh\u00f6rden zur Normalisierung des kirchlichen und pastoralen Lebens in vielen Di\u00f6zesen beigetragen, wie es in Shanghai der Fall war. Obwohl der Inhalt der Vereinbarung nicht \u00f6ffentlich ist, besteht ihr Ziel darin, die Einheit der Kirche in China zu bewahren und die Gemeinschaft aller Bisch\u00f6fe mit dem Papst zu gew\u00e4hrleisten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem so komplexen Kontext ist jeder noch so kleine Fortschritt von gro\u00dfem Wert, auch wenn es noch viele Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen gibt. Meiner Meinung nach wurden die von Papst Franziskus gef\u00f6rderte Haltung des Dialogs und die Arbeit des Staatssekretariats des Heiligen Stuhls von den chinesischen Beh\u00f6rden positiv aufgenommen, und all dies tr\u00e4gt dazu bei, nach Jahren der Entfremdung und Missverst\u00e4ndnisse bedeutende Fortschritte zu erzielen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"920\" height=\"527\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-1-4.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-44850\" srcset=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-1-4.png 920w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-1-4-700x401.png 700w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-1-4-300x172.png 300w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-1-4-768x440.png 768w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-1-4-18x10.png 18w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-1-4-600x344.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Und was halten Sie von Kardinal Zens Pessimismus in Bezug auf dieses Abkommen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ich sch\u00e4tze und respektiere Kardinal Zen sehr, mit dem ich schon mehrfach die Gelegenheit hatte, mich zu unterhalten. Er war es auch, der mir vor Jahren einmal sagte: \"<em>dass die Unterst\u00fctzung der offiziellen Gemeinschaft und der Untergrundgemeinschaft gleicherma\u00dfen wichtig war, da es in China nur eine Kirche gab.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich glaube jedoch, dass seine kritische Sicht auf dieses Abkommen zwar verst\u00e4ndlich und sehr respektabel ist, aber keinen konstruktiven Ansatz f\u00fcr die derzeitige Realit\u00e4t in China darstellt. Rom hat sich eindeutig f\u00fcr eine vorsichtige, aber mehr auf den Dialog ausgerichtete Strategie entschieden, die darauf abzielt, Konfrontationen zu vermeiden. Dies bedeutet nicht, dass man vor dem Kreuz wegl\u00e4uft oder \u00e4hnliches, wie es manchmal im Westen wahrgenommen wird. Aber es besteht die Notwendigkeit, voranzukommen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Und tr\u00e4gt diese Strategie Fr\u00fcchte?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Man darf nicht vergessen, dass in China Religionsfreiheit herrscht und die Religionsaus\u00fcbung der Katholiken wie die anderer Konfessionen respektiert wird, dass Bildung erlaubt ist und die Gl\u00e4ubigen an den Sakramenten teilnehmen k\u00f6nnen, dass es in den Seminaren B\u00fccher gibt und man nicht wie fr\u00fcher mit Fotokopien studiert. Kurzum, wenn man die Dinge von hier aus betrachtet, stellt man fest, dass sich viele Dinge verbessert haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Situation, in der man einerseits gewinnt, andererseits aber auch Dinge ber\u00fccksichtigt, die noch verbessert werden m\u00fcssen, erinnert mich an das, was wir in Spanien w\u00e4hrend der \u00dcbergangsphase erlebt haben. Damals musste jeder in bestimmten Punkten nachgeben, was Harmonie und Vers\u00f6hnung erm\u00f6glichte. Es kommt eine Zeit im Leben von Menschen und V\u00f6lkern, in der es unm\u00f6glich ist, zusammenzuleben und voranzukommen, wenn man nicht verzeiht,&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie sind Sie mit Ihrem Bischof aus China verbunden?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Obwohl ich meine pastorale Arbeit in China verrichte, bleibe ich in Tarazona inkardiniert und stehe in regelm\u00e4\u00dfigem Kontakt mit meinem Bischof in Spanien, der mich \u00fcber meine Arbeit informiert und mich stets unterst\u00fctzt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ich lebe mein Priestertum auch in voller Gemeinschaft mit dem Ortsbischof von Shanghai, den ich in diesem Zusammenhang als meinen Hirten betrachte. Obwohl ich noch keine vertragliche Beziehung zur Di\u00f6zese Shanghai habe, nehme ich aktiv an ihrem kirchlichen Leben teil. Seit der Ankunft des neuen Bischofs Joseph Shen konnte ich dreimal in der Kathedrale von Xujiahui die Eucharistie konzelebrieren. Diese doppelte Verbindung spiegelt die Universalit\u00e4t der Kirche und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Di\u00f6zesen bei der Evangelisierung wider, die auch die kirchliche Gemeinschaft st\u00e4rkt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem 29. September letzten Jahres sind meine priesterliche T\u00e4tigkeit und die Gemeinschaft, der ich in Shanghai diene, offiziell von den Beh\u00f6rden anerkannt, was mir geholfen hat, als Priester zu leben und zu arbeiten, der praktisch vollst\u00e4ndig in die lokale Kirche integriert ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Er ist sich also der neuen Situation der Kirche in China durchaus bewusst.<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Seit 2018 wurden 11 Bisch\u00f6fe im Einklang mit der Vereinbarung zwischen dem Heiligen Stuhl und der chinesischen Regierung ernannt, was ein Fortschritt ist. Abgesehen von dem Vorfall in Shanghai, wo Bischof Shen einseitig von Peking versetzt wurde und der Papst schlie\u00dflich den ernannten Bischof anerkannte, ziehe ich es aufrichtig vor, die Flasche als halb voll zu sehen und die positiven Aspekte des Prozesses zu betonen. Wie beim Stierkampf geht es nicht nur darum, den Stier zu \u00fcberlisten, sondern man muss mit Mut und Entschlossenheit vorgehen, bis man die Aufgabe erfolgreich beendet hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auf der Website der katholischen Kirche in China f\u00e4llt die st\u00e4ndige Pr\u00e4senz von Beamten bei religi\u00f6sen Veranstaltungen auf. Wie viel Autonomie hat die Kirche wirklich?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- In China ist die Pr\u00e4senz und Kontrolle des Staates in allen Bereichen des \u00f6ffentlichen und wirtschaftlichen Lebens, der Bildung, der Medien und somit auch im religi\u00f6sen Leben pr\u00e4sent, denn die Kirche und alle religi\u00f6sen Konfessionen in China sind administrativ vom Staat abh\u00e4ngig. Dennoch ist die Kirche in der Lage, ihre Mission trotz vieler Herausforderungen fortzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ich allen empfehle, ist, die besonderen Umst\u00e4nde dieses riesigen Landes in Bezug auf seine Gr\u00f6\u00dfe und Bev\u00f6lkerung nicht aus den Augen zu verlieren, das, wie wir alle wissen, in den letzten Jahrzehnten deutliche Ver\u00e4nderungen und Umgestaltungen erfahren hat. Im Westen gibt es jedoch immer noch viel Misstrauen und Vorurteile gegen\u00fcber diesem Land. Ich lade die Menschen ein, es zu besuchen, seine Realit\u00e4t kennen zu lernen und seinen besonderen Kontext zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb ist es wichtig, den Prozess der \"Sinisierung\" aller Bereiche des \u00f6ffentlichen und gesellschaftlichen Lebens in China zu verstehen, der logischerweise auch das Leben der Kirche betrifft, die unter diesem neuen Konzept vor sehr wichtigen Herausforderungen, aber auch vor Wachstumschancen steht. Vor einigen Monaten nahm ich an einem wichtigen Treffen teil, das von der Di\u00f6zese Peking organisiert wurde und an dem Bisch\u00f6fe, Priester, Nonnen, Seminaristen und verschiedene Laien, Professoren und Regierungsmitglieder teilnahmen. Ich hatte die M\u00f6glichkeit, mich offen \u00fcber diesen interessanten Prozess zu \u00e4u\u00dfern. <em>\"Sinisierung\".<\/em>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meiner Meinung nach kann China viel zur Weltkirche beitragen, und im Gegenteil, die Kirche in China muss die Gemeinschaft mit der Weltkirche lebendig halten, damit sie wachsen und ihre Mission erf\u00fcllen kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"920\" height=\"613\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-3-3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-44852\" srcset=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-3-3.png 920w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-3-3-700x466.png 700w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-3-3-300x200.png 300w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-3-3-768x512.png 768w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-3-3-18x12.png 18w, https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/image-3-3-600x400.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie sehen Sie die Zukunft der Kirche in China?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Ich bin optimistisch. Der Glaube in China ist nicht ausgestorben, sondern immer noch lebendig und w\u00e4chst im t\u00e4glichen Leben vieler Chinesen. Wie Papst Franziskus w\u00e4hrend seiner Reise in die Mongolei sagte: \"Die Katholiken in China m\u00fcssen gute B\u00fcrger und gute Christen sein\". Die Herausforderungen sind vielf\u00e4ltig, aber die Kirche hat es immer verstanden, sich anzupassen und Wege zur Evangelisierung zu finden. Die Zukunft wird von der F\u00e4higkeit der Kirche abh\u00e4ngen, den apostolischen Eifer lebendig zu halten und weiterhin einen konstruktiven Dialog mit den Beh\u00f6rden zu pflegen, der die Gl\u00e4ubigen ermutigt, ihren Glauben weiterhin authentisch zu leben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Welche Rolle spielt die Freundschaft in Ihrer Beziehung zu den chinesischen Gl\u00e4ubigen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Freundschaft ist der Schl\u00fcssel, ich nenne sie das \"achte Sakrament\". Obwohl ich offiziell mit Ausl\u00e4ndern arbeite, habe ich wirklich viele chinesische Freunde. Dar\u00fcber hinaus waren Musik und Kunst wertvolle Instrumente, um mich ihnen n\u00e4her zu bringen, durch Initiativen wie \"Friends of Beauty\", Treffen und Zusammenk\u00fcnfte, bei denen wir den kulturellen Reichtum Chinas und den christlichen Humanismus bei einer guten Tasse Tee teilen. Jetzt f\u00f6rdere ich zusammen mit einigen Freunden ein Institut, das ich f\u00fcr ein sehr interessantes Projekt halte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Worum geht es dabei genau?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Wir wollen das \"Diego de Pantoja Institut\" gr\u00fcnden, ein Projekt, das Br\u00fccken zwischen China und dem Westen in allen Bereichen der menschlichen Beziehungen bauen soll: Geschichte, Kunst, Philosophie, Wirtschaft, internationale Beziehungen und Diplomatie. Der aus Valdemoro (Madrid) stammende Diego de Pantoja war ein Zeitgenosse des Jesuiten Mateo Ricci, der im 17. Jahrhundert den Dialog zwischen China und Europa f\u00f6rderte. \u00dcber das Institut f\u00f6rdern wir den akademischen und k\u00fcnstlerischen Austausch, so wie wir k\u00fcrzlich an der Installation einiger k\u00fcnstlerisch wertvoller Werke des Malers Ra\u00fal Berzosa aus M\u00e1laga in der S\u00fcdkathedrale in Peking mitgewirkt haben, oder an einem Musikprojekt f\u00fcr die Kathedrale in Shanghai.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine letzte Frage: Wie schaffen Sie es, so optimistisch zu bleiben?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">- Meine Arbeit in China w\u00e4re ohne die Gebete und die Unterst\u00fctzung meiner Familie und vieler Freunde nicht m\u00f6glich. In diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich auf die geistliche und menschliche Hilfe der Priesterbruderschaft vom Heiligen Kreuz hinweisen. Das Opus Dei ist sicherlich nicht perfekt, wie keine andere Institution, aber trotz seiner Fehler und Schwierigkeiten leistet es der Kirche und insbesondere den Di\u00f6zesanpriestern einen unsch\u00e4tzbaren Dienst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte es laut und deutlich sagen: Das Opus Dei hat sich seit seinen Anf\u00e4ngen f\u00fcr die Begleitung von Priestern eingesetzt. Und die Ausbildung des Klerus war eine seiner Priorit\u00e4ten, indem es dank der Gro\u00dfz\u00fcgigkeit vieler guter Menschen eine gro\u00dfe Anzahl von Stipendien f\u00fcr das Studium in Pamplona und in Rom gef\u00f6rdert hat. Die meisten der dort ausgebildeten Priester geh\u00f6ren nicht dem Werk an, einige sind heute sogar Bisch\u00f6fe, aber alle haben von Mitteln profitiert, die seit langem der Weltkirche zugute kommen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Verm\u00e4chtnis haben wir einem Di\u00f6zesanpriester von Saragossa und Weltheiligen, Josemar\u00eda Escriv\u00e1, zu verdanken, der die Priester liebte und f\u00fcr sie lebte. Der selige \u00c1lvaro del Portillo setzte dieses Werk fort.  Es gibt Einrichtungen wie das Internationale Seminar Bidasoa in Pamplona und das S\u00e6des Sapienti\u00e6 in Rom, die Theologische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Navarra, die P\u00e4pstliche Universit\u00e4t vom Heiligen Kreuz in Rom und viele andere Zentren, die der Kirche und den Priestern in der ganzen Welt weiterhin helfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich selbst habe an der Universit\u00e4t von Navarra, meiner \"Alma Mater\", studiert und eine Ausbildung an der kirchlichen Hochschule von Bidasoa absolviert. Nach mehreren Jahren im Dienst habe ich an der P\u00e4pstlichen Universit\u00e4t vom Heiligen Kreuz in Rom das Lizentiat in Dogmatischer Theologie erworben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gibt es etwas, womit Sie dieses Interview beenden m\u00f6chten?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-Wenn Sie gestatten, m\u00f6chte ich diese interessante Begegnung nicht beenden, ohne unseren Lesern einen Gedanken mitzuteilen, den ich vor einigen Jahren geschrieben habe und der vielleicht dazu beitr\u00e4gt, meine Liebe zu China zu verstehen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\"Wir verdanken unsere Existenz Gott, unseren Eltern, die uns das Leben geschenkt haben. Wir sind Teil einer Tradition mit unseren Vorfahren! Aber das Herz antwortet nur auf die Freiheit der Liebe! Und weil ich frei bin, habe ich aus Liebe zu Christus beschlossen, sie f\u00fcr immer dem chinesischen Volk zu schenken. Egal, wohin die Vorsehung mich f\u00fchrt, wo immer ich bin, ich will immer ein anderer Chinese sein!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>El padre Esteban Aranaz es un sacerdote aragon\u00e9s, incardinado en la di\u00f3cesis de Tarazona (Zaragoza) y lleva a cabo su ministerio pastoral en China. Lleva cerca de diez a\u00f1os en Shangh\u00e1i, aunque su labor sacerdotal en Asia comenz\u00f3 hace 22 a\u00f1os en Taiw\u00e1n, donde trabaj\u00f3 durante siete a\u00f1os. 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