{"id":44964,"date":"2025-02-16T06:00:00","date_gmt":"2025-02-16T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.omnesmag.com\/?p=44964"},"modified":"2025-02-17T12:38:18","modified_gmt":"2025-02-17T10:38:18","slug":"zehn-schritte-zur-erneuerung-der-interreligiosen-beziehungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/recursos\/diez-pasos-para-renovar-las-relaciones-interreligiosas\/","title":{"rendered":"Zehn Vorschl\u00e4ge zur Erneuerung der interreligi\u00f6sen Beziehungen"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Interreligi\u00f6se Beziehungen erfordern hartes Nachdenken, Studium, Gebet und Liebe. Leere Diskussionen, die auf vagem Denken beruhen, ohne wirkliches Wissen \u00fcber den eigenen und den Glauben der anderen, sind nicht mehr als Lippenbekenntnisse, wie h\u00f6flich und respektvoll sie auch sein m\u00f6gen. Wir m\u00fcssen auch daf\u00fcr beten, dass die Menschheit sich in einem gemeinsamen, der Gottheit wohlgef\u00e4lligen Glauben vereint. Sich allein auf menschliche Bem\u00fchungen zu verlassen, wird uns nicht weiterbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann, ohne wahre Liebe - wohl wissend, dass wahre Liebe schwer sein kann - werden wir uns nur entfernen und dem B\u00f6sen dienen, nicht dem Guten. Wie ich in einem in Adamah Media ver\u00f6ffentlichten Artikel schrieb:<em> \"Der Dialog mit anderen Gl\u00e4ubigen erfordert die \u00dcberwindung von Vorurteilen und kulturellen Barrieren und die Wertsch\u00e4tzung der W\u00fcrde des anderen, unabh\u00e4ngig von seinem Glauben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/forum-omnes-braternity\/\">religi\u00f6ser Dialog<\/a> darf niemals die Suche nach der Wahrheit aufgeben. Debatten, die auf einer relativistischen Ablehnung der Bedeutung der Wahrheit beruhen - alles ist irgendwie wahr oder nichts ist wirklich wahr -, f\u00fchren sich schnell ad absurdum. Wir m\u00fcssen davon \u00fcberzeugt sein, dass die Wahrheit gefunden werden kann, und wir m\u00fcssen respektvoll und so vern\u00fcnftig wie m\u00f6glich zusammenarbeiten, um sie zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn wir unsere \u00dcberzeugungen nie gegen andere verk\u00fcnden, sollten wir keine Angst davor haben, die Empfindlichkeiten anderer zu schockieren. Was f\u00fcr mich ein Glaubensartikel ist, kann f\u00fcr andere ein Schock sein, und die feste \u00dcberzeugung eines anderen kann mir sehr problematisch erscheinen. Wir sollten auf dieses Aufeinanderprallen vorbereitet sein und bereit sein - auf beiden Seiten - zu erforschen, warum es diese Wirkung hat. Und ebenso sollten wir, selbst wenn wir von der Wahrheit unserer Religion \u00fcberzeugt sind, bereit sein, zuzugeben und konkrete Wege zu entdecken, auf denen sie vielleicht nicht richtig gelebt wird. Jede Religion kann ihre abweichenden und korrupten Formen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber die interreligi\u00f6sen Beziehungen k\u00f6nnen nicht dabei stehen bleiben. Neben der theologischen Diskussion m\u00fcssen wir auch praktische Ma\u00dfnahmen ergreifen. Welches sind die konkreten Bereiche, die moralischen Schl\u00fcsselfragen, in denen wir uns einig sind und zusammenstehen k\u00f6nnen, um sie zu f\u00f6rdern? Allzu oft konzentrieren wir uns auf die Unterschiede, und da diese bei interreligi\u00f6sen Begegnungen oft so zahlreich sind (die theologische Kluft zwischen Hinduismus und Christentum zum Beispiel kann fast unendlich erscheinen), k\u00f6nnen wir gel\u00e4hmt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ein interreligi\u00f6ses Engagement, das diesen Namen verdient - das \u00fcber nutzloses Gerede hinausgehen will - muss zu konzertierten praktischen Aktionen f\u00fchren. Im Folgenden wird eine Liste von 10 Bereichen vorgeschlagen - wenn nicht 10 Gebote, so doch zumindest 10 Bereiche, in denen sich Gl\u00e4ubige aller \u00dcberzeugungen auf ein gemeinsames Handeln einigen k\u00f6nnten. F\u00fcnf sind als \"Nein\" und f\u00fcnf als \"Ja\" formuliert. Nat\u00fcrlich ist dies meine Wahl, die zweifellos in nicht geringem Ma\u00dfe von meinen eigenen christlichen \u00dcberzeugungen inspiriert ist, aber ich schlage sie als Bereiche vor, in denen meiner Meinung nach eine Einigung zwischen allen religi\u00f6sen Gl\u00e4ubigen m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nein zu Sklaverei und Menschenhandel<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sklaverei und<a href=\"https:\/\/www.caritas.es\/blog\/trata-personas-tiene-rostro-mujer\/\"> Menschenhandel<\/a> Sie gedeihen zum Teil, weil die Gl\u00e4ubigen nicht genug dagegen tun. Tats\u00e4chlich waren die Religionen zu langsam, um sich ihnen entgegenzustellen. So wurde beispielsweise die Sklaverei im christlichen Europa erst im 19. Jahrhundert endg\u00fcltig abgeschafft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es kann sogar rassistische oder andere Vorstellungen geben, die in bestimmten religi\u00f6sen Formen fortbestehen, die Nicht-Anh\u00e4nger dieser Religion, insbesondere wenn sie mit einer bestimmten ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit verbunden ist, wie es bei einigen Religionen der Fall ist, als unterwerfungsw\u00fcrdig ansehen. Sklaverei k\u00f6nnte als angemessene Strafe f\u00fcr die Nichtakzeptanz dieser Religion angesehen werden. Wenn dies der Fall ist, muss die \u00dcberzeugung ehrlich ausgesprochen und angefochten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber im Allgemeinen werden Gl\u00e4ubige aller Religionen in ihrem Entsetzen dar\u00fcber \u00fcbereinstimmen, dass andere Menschen zu Unrecht ihrer Freiheit beraubt werden. Damit Religion eine Kraft f\u00fcr das Gute in der Welt sein kann, muss sie eine Kraft f\u00fcr die Freiheit sein. Die Religionen k\u00f6nnen dann gemeinsam erkl\u00e4ren, dass wahre Freiheit kein Freibrief ist, um zu tun, was man will: Es gibt Grenzen. So wie die Freiheit nicht rechtfertigt, anderen oder sich selbst k\u00f6rperlichen Schaden zuzuf\u00fcgen, rechtfertigt sie auch nicht moralischen Schaden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der gemeinsame Kampf gegen Sklaverei und Menschenhandel, der in der heutigen Welt leider so pr\u00e4sent ist, k\u00f6nnte ein guter Ausgangspunkt f\u00fcr interreligi\u00f6se Aktionen sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nein zur Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung von Frauen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Keine ernstzunehmende Religion kann sich dar\u00fcber freuen, dass die H\u00e4lfte der menschlichen Bev\u00f6lkerung ausgebeutet und unterdr\u00fcckt wird. Sicherlich k\u00f6nnen sich die Religionen zusammentun, um zu sagen \"genug ist genug\", wenn es um die Objektivierung von Frauen geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn eine Religion eine Rechtfertigung daf\u00fcr hat, dass sie Frauen f\u00fcr minderwertig h\u00e4lt, sollte sie diese zur Diskussion stellen, um zu sehen, ob ihre Argumente wirklich der logischen Analyse anderer standhalten. Kurz gesagt: Wenn Sie glauben, dass Frauen minderwertig sind, dann haben Sie wenigstens den Mut, dies offen zu sagen und zu erkl\u00e4ren, warum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es kann sogar \u00dcberzeugungen geben, die andere als negative Vorurteile ansehen und die Sie aus einem tieferen Grund als positiven Respekt betrachten. Als Katholikin w\u00fcrde ich den Widerstand meiner Kirche gegen die Priesterweihe von Frauen als ein solches Beispiel sehen, und ich w\u00fcrde gerne f\u00fcr meinen Fall pl\u00e4dieren, obwohl ich mir auch bewusst bin, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, um Frauen F\u00fchrungsrollen und Verantwortung zu \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber wenn diese negative Mentalit\u00e4t einfach auf kulturelle Kr\u00e4fte oder die Macht der Zeit zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, sollte die Religion den Mut haben, diese fehlgeleitete Einstellung zu bek\u00e4mpfen, indem sie ihren eigenen Gl\u00e4ubigen hilft, ihre Vorurteile zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verunglimpfende Praktiken wie die weibliche Beschneidung m\u00fcssen hinterfragt werden. K\u00f6nnen die Kulturen, die sie praktizieren, eine echte religi\u00f6se oder rationale Rechtfertigung daf\u00fcr finden? Ich vermute nein, obwohl ich bereit bin, mir Argumente zu ihren Gunsten anzuh\u00f6ren. Ich vermute eher, dass sie einfach zur Gewohnheit geworden sind. Aber korrupte Br\u00e4uche k\u00f6nnen und m\u00fcssen sich \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und es ist sicherlich an der Zeit, dass Gl\u00e4ubige aller Religionen sich gemeinsam gegen die kommerziellen Kr\u00e4fte einsetzen, die Pornographie aus Profitgr\u00fcnden f\u00f6rdern, und sich im Gebet und in politischen, erzieherischen und sogar technologischen Ma\u00dfnahmen vereinen. Dies ist sicherlich ein Problem, das viele Menschen im nominell christlichen Westen l\u00e4hmt, und es w\u00e4re interessant, es mit Gl\u00e4ubigen in anderen Teilen der Welt zu vergleichen, um m\u00f6gliche Wege der Zusammenarbeit zur \u00dcberwindung dieser Gei\u00dfel zu diskutieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nein zu menschlichem Elend und Armut<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die religi\u00f6se Lehre kann dem Leiden einen Sinn geben, indem sie erkl\u00e4rt, wie die Gottheit es f\u00fcr einen h\u00f6heren Zweck nutzen kann: zum Beispiel als eine Form der spirituellen L\u00e4uterung oder um uns auf die Ewigkeit vorzubereiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies bedeutet jedoch nicht, dass Religionen dem menschlichen Elend gleichg\u00fcltig gegen\u00fcberstehen, und in der Tat messen verschiedene Religionsformen - ich kenne dies aus dem Christentum, dem Judentum, dem Islam, dem Sikhismus und dem Buddhismus, um nur einige zu nennen - den Werken der Barmherzigkeit gro\u00dfe Bedeutung bei. Sie gehen davon aus, dass Gott (im Buddhismus ist es vielleicht eher ein Gef\u00fchl des Mitgef\u00fchls) Mitleid mit den leidenden Menschen hat und m\u00f6chte, dass seine Anh\u00e4nger Werkzeuge seiner z\u00e4rtlichen F\u00fcrsorge f\u00fcr sie sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da der Atheismus selten Mitleid mit dem menschlichen Elend hat, ist es umso mehr Aufgabe der Religionen, dies zu tun. Wir sollten daher gemeinsam daran arbeiten, das Leid nach besten Kr\u00e4ften zu \u00fcberwinden. Da einige religi\u00f6se Kodizes dies fatalistisch sehen, ist dies eine weitere Haltung, die zur Diskussion gestellt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kampf gegen die Armut ist schwieriger. Einige Glaubensrichtungen scheinen sie sogar zu rechtfertigen - wie das hinduistische Kastensystem (obwohl es in Wirklichkeit von vielen Hindus abgelehnt wird) -, die meisten jedoch nicht. In einigen religi\u00f6sen Systemen, vor allem im Christentum, kann Armut einen positiven Wert haben, wenn sie als freiwilliger Verzicht auf materiellen Besitz gesehen wird, um sich Gott mehr zu \u00f6ffnen. Und die Armen werden als besondere Objekte der g\u00f6ttlichen Liebe betrachtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Christentum und die meisten anderen religi\u00f6sen Traditionen sind sich jedoch darin einig, dass ungewolltes Elend eine schlechte Sache ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie k\u00f6nnen Menschen ihren Blick zur Gottheit erheben, wenn sie gezwungen sind, sich in entw\u00fcrdigendem Elend zu suhlen und sich stattdessen darauf konzentrieren m\u00fcssen, wo sie ihre n\u00e4chste Mahlzeit finden? Da die Hilfe bei der Speisung der Hungrigen der erste Schritt ist, damit sie ihren Blick zu Gott erheben k\u00f6nnen, w\u00fcrden alle religi\u00f6sen Traditionen davon profitieren, den Bed\u00fcrftigen Nahrung (und Unterkunft und Kleidung) zu geben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nein zu Krieg und Gewalt<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erwartung, dass Religionen gegen Krieg und Gewalt sein sollten, ist schwer zu verteidigen, denn einige Religionen haben sich gerade durch diese Mittel verbreitet, und viele religi\u00f6se Gl\u00e4ubige haben den Namen Gottes benutzt - und benutzen ihn auch heute noch - um ihr Blutvergie\u00dfen zu rechtfertigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber Religionen k\u00f6nnen sich auch weiterentwickeln, ohne ihre Grundprinzipien zu verraten. Ich bin sicher, dass viele Religionen durch eine genauere Untersuchung ihrer eigenen Gr\u00fcndungsdokumente und der besten Ausdrucksformen ihrer gelebten Praxis entdecken werden, dass Gewalt nicht grundlegend f\u00fcr ihren Glauben ist und m\u00f6glicherweise aus einer falschen oder zumindest eingeschr\u00e4nkten Interpretation ihres Glaubens in Bezug auf diese historische Periode entstanden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie werden in ihrer Geschichte heilige M\u00e4nner und Frauen entdecken, die sich durch ihr Eintreten f\u00fcr den Frieden auszeichneten und die sie dazu inspirieren k\u00f6nnen, dies auch heute zu tun. Es ist bemerkenswert, wie das Christentum genau diesen Weg gegangen ist und gelernt hat, dass die Verbreitung des Glaubens durch das Schwert eine Abweichung vom wahren christlichen Glauben ist. Das bedeutet nat\u00fcrlich nicht unbedingt, dass alle Christen diese Lektion gelernt haben: siehe den aktuellen Konflikt zwischen dem christlichen Russland und der Ukraine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frieden ist ein komplexes und schwierig zu errichtendes und zu erhaltendes Gebilde, aber er erfordert konkrete, lokale Gesten des guten Willens ganz gew\u00f6hnlicher Gl\u00e4ubiger.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nein zum Schwangerschaftsabbruch<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Religion, die das unschuldige Leben nicht verteidigt - und was ist unschuldiger als ein Kind im Mutterleib oder ein neugeborenes Baby - ist eine tote Religion. Wenn sie nicht jedes menschliche Wesen als ein von der Gottheit gewolltes und daher zu liebendes und zu verteidigendes Gesch\u00f6pf ansieht, welche Vorstellung hat sie dann von dieser Gottheit? Welches g\u00f6ttliche Wesen will, dass seine unschuldigen Gesch\u00f6pfe get\u00f6tet werden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin mir jedoch bewusst, dass es unterschiedliche Auffassungen dar\u00fcber geben kann, wann das Leben im Mutterleib tats\u00e4chlich beginnt: Einige Religionen glauben, dass es erst nach 40 Tagen Leben gibt. Auch wenn dies eine Frage der st\u00e4ndigen Debatte sein k\u00f6nnte, k\u00f6nnten wir sicherlich zusammenarbeiten, um das Leben im Mutterleib ab diesem Zeitpunkt zu verteidigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Zeit, in der einige westliche L\u00e4nder und Interessengruppen aufgrund des Verlustes des Gottesbewusstseins die Abtreibung als Menschenrecht propagieren, sollten wir gemeinsam verk\u00fcnden, dass das menschliche Leben als g\u00f6ttlicher Wille ein Recht ist. Und das schlie\u00dft das Recht ein, nicht im Mutterleib get\u00f6tet zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Form der Gewalt, die sich in unserer Zeit ausbreitet, ist die Euthanasie. Abgesehen von den vielen menschlichen Gr\u00fcnden, die dagegen sprechen, sollte es f\u00fcr religi\u00f6se Gl\u00e4ubige ein Leichtes sein, sich gemeinsam dagegen auszusprechen. Nur die Gottheit sollte entscheiden, wann das menschliche Leben enden soll.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ja zur Familie<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine klare \u00dcberzeugung der gro\u00dfen Weltreligionen ist, dass eine echte Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau mit dem Ziel geschlossen werden kann, Kinder zu bekommen. Sie betrachten die Ehe als eine unverbr\u00fcchliche, lebenslange Verbindung, zumindest als ideales Ziel, denn einige erlauben die Scheidung. Obwohl einige Religionen Polygamie zulassen, lehren sie dennoch, dass die grundlegende eheliche (und damit sexuelle) Beziehung zwischen Mann und Frau bestehen sollte und keine andere Kombination.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es \u00fcberrascht nicht, dass gerade die Familien religi\u00f6ser Menschen am schnellsten wachsen. Hier k\u00f6nnte unser gemeinsamer Glaube an die Realit\u00e4t der Ehe zu einem gemeinsamen Handeln f\u00fchren, das die Menschheit tats\u00e4chlich vor der Selbstausl\u00f6schung bewahren k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">R\u00fcckl\u00e4ufige Geburtenraten in der ganzen Welt, aber am dramatischsten in L\u00e4ndern wie Japan (wo, was nicht \u00fcberrascht, die religi\u00f6se Praxis ebenfalls sehr schwach ist, entweder \u00fcberhaupt nicht gelebt wird oder sich auf blo\u00dfen Aberglauben reduziert), erinnern uns daran, wie ernst die Bedrohung ist. Ungl\u00e4ubigkeit f\u00fchrt oft zu Kinderlosigkeit, was den Fortbestand der Menschheit ernsthaft bedroht. Die Religionen k\u00f6nnen zusammenstehen und sich nicht nur f\u00fcr das Leben nach dem Tod, sondern auch f\u00fcr das Leben vor dem Tod einsetzen!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ja zu religi\u00f6sem Einfluss im \u00f6ffentlichen Leben<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Religionen m\u00fcssen zusammenstehen und das Recht auf Mitsprache im gesellschaftlichen Leben einfordern. Sie sollten nicht auf den Tempel oder die Kirche beschr\u00e4nkt werden und ihnen sollte die M\u00f6glichkeit verwehrt werden, die Politik und die Praktiken der Nation zu beeinflussen. Im Westen und in einigen autorit\u00e4ren Regimen in Asien wird dieses Recht in der Praxis oft nicht anerkannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen auch gemeinsam gegen alle Formen von ungerechten Vorurteilen und Diskriminierung von Religionen vorgehen: Islamophobie, Antisemitismus, Verfolgung christlicher Minderheiten usw. sowie die gesellschaftliche Verspottung religi\u00f6ser \u00dcberzeugungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist auch an der Zeit, dass sich die Gl\u00e4ubigen zusammenschlie\u00dfen und mehr Integrit\u00e4t im \u00f6ffentlichen Leben fordern. Die Religionen k\u00f6nnen zusammenarbeiten, um auf eine neue politische Kultur hinzuarbeiten, die wirklich von der Ehrlichkeit, dem \u00f6ffentlichen Dienst und den ethischen Werten inspiriert ist, die die Religionen lehren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber dort, wo die Religionen ein Mitspracherecht haben, m\u00fcssen sie lernen, sich vor dem Missbrauch ihrer Autorit\u00e4t zu h\u00fcten. Wenn sich Religion und Politik vermischen, wird die Reinheit der Religion immer stark beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Religionen also das Recht haben, sich zu \u00e4u\u00dfern und zu versuchen, das Leben der Nation zum Besseren zu beeinflussen, dann erlegt ihnen dieses Recht eine gr\u00f6\u00dfere Verantwortung zur Selbstbeschr\u00e4nkung auf. Und die F\u00e4lle, in denen die Religionen dieser Verantwortung nicht gerecht werden, zeigen nur, wie sch\u00e4dlich es ist, wenn dies geschieht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ja zur Bewahrung der Sch\u00f6pfung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Religi\u00f6se Sensibilit\u00e4t kann dem Gl\u00e4ubigen helfen, die nat\u00fcrliche Welt und den Menschen als Wunder des g\u00f6ttlichen Sch\u00f6pfers zu sehen. Die Pflege und der Schutz der Umwelt k\u00f6nnten ein guter Ausgangspunkt f\u00fcr gemeinsame interreligi\u00f6se Aktionen sein, wie sie gl\u00fccklicherweise immer h\u00e4ufiger stattfinden, wenn man die Rolle des Menschen als Gipfel und Verwalter der sichtbaren Sch\u00f6pfung anerkennt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ja zur integralen Entwicklung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Glaube an die G\u00f6ttlichkeit impliziert auch die Wertsch\u00e4tzung der W\u00fcrde seines gr\u00f6\u00dften Gesch\u00f6pfes auf Erden, der menschlichen Person. Gott wird auch verherrlicht, wenn sein vernunftbegabtes Gesch\u00f6pf, das ihn am meisten widerspiegelt, verherrlicht wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sollte daher f\u00fcr die Religionen selbstverst\u00e4ndlich sein, Bildung und k\u00fcnstlerische, intellektuelle und kulturelle Entwicklung zu f\u00f6rdern, und es k\u00f6nnten viele sch\u00f6ne gemeinsame Initiativen in diesen Bereichen ergriffen werden. Religionen, die dies nicht tun, sollten sich fragen, ob sie ihren grundlegenden \u00dcberzeugungen wirklich treu sind. W\u00e4re ihre Gottheit mit ihrer Vernachl\u00e4ssigung in diesen Bereichen zufrieden?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ja zur Freiheit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe dies bereits erw\u00e4hnt, aber alle Religionen sollten f\u00fcr Freiheit stehen, und dazu geh\u00f6rt auch die Freiheit der eigenen und anderer Religionen, sich in einer florierenden Zivilgesellschaft zu bewegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das sollten wir von der weltlichen Obrigkeit fordern, aber auch selbst leben (als Katholik wei\u00df ich, dass die Christen das oft nicht getan haben). Eine Religion, die das Bed\u00fcrfnis hat, andere religi\u00f6se Ausdrucksformen zu verbieten, um sich selbst zu verteidigen, ist eine sehr fragile Religion. Wenn sie glaubt, dass sie wahr ist, sollte sie die Argumente und das Selbstvertrauen haben, ihre \u00dcberzeugungen zu verteidigen, ohne die der anderen einfach zu verbieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese 10 Bereiche k\u00f6nnten spannende und kreative Felder f\u00fcr gemeinsames Handeln und fruchtbare Beziehungen er\u00f6ffnen, die oft auf einer diskreten lokalen Ebene gelebt werden. Dies w\u00e4re f\u00fcr jede der beteiligten Religionen und auch f\u00fcr die Gesellschaft insgesamt von Vorteil. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Las relaciones interreligiosas requieren pensar, estudiar, rezar y amar con ah\u00ednco. Una discusi\u00f3n vac\u00eda basada en un pensamiento vago, sin un conocimiento real de las creencias propias y ajenas, no es m\u00e1s que palabrer\u00eda, por muy educada y respetuosa que intente ser. 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