{"id":45493,"date":"2025-03-13T06:00:00","date_gmt":"2025-03-13T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.omnesmag.com\/?p=45493"},"modified":"2025-11-28T12:49:26","modified_gmt":"2025-11-28T10:49:26","slug":"albert-camus-die-nostalgie-nach-gott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/firmas\/albert-camus-la-nostalgia-de-dios\/","title":{"rendered":"Albert Camus oder die Sehnsucht nach Gott"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem Buch \"<a href=\"https:\/\/www.rialp.com\/libro\/albert-camus-la-nostalgia-de-dios_139271\/\">Albert Camus, die Sehnsucht nach Gott<\/a>\" (Javier Marrod\u00e1n, 2024), ist der Autor erstaunt, dass Albert Camus von sehr unterschiedlichen Personen zitiert wird. Man kann S\u00e4tze von ihm in einer aufr\u00fchrerischen anarchistischen Publikation, in den Protokollen eines Agnostikerkongresses, in einem Roman, der in der algerischen W\u00fcste spielt, oder in einer feierlichen Predigt von Joseph Ratzinger entdecken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Albert Camus (Algerien 1913 - Frankreich 1960) blickt durch seine Figuren in fast alle Abgr\u00fcnde der heutigen Welt. Der Patrice Mersault aus \"Der gl\u00fcckliche Tod\".<em> <\/em>ist eine Abschrift des rastlosen und k\u00fchnen jungen Mannes, der die Wege zum Gl\u00fcck erkundet. Der Sisyphos, der hinabsteigt, um den Stein aufzuheben, und der Arzt Rieux, der in \"Die Pest\" versucht, seine hoffnungslosen Patienten zu retten.<em> <\/em>Die tiefsten Erfahrungen und Sehns\u00fcchte werden offenbart.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unruhige Seelen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Jean-Baptiste Clamence aus \"Der Untergang\".<em> <\/em>ist ein spontaner Prophet in der W\u00fcste des 20. Jahrhunderts, denn sein Sch\u00f6pfer war auch einer, auch wenn er nicht immer verstanden oder beachtet wurde. Sie sind auch Kinder der geistigen Ungewissheit von Albert Camus, dem Daru, der den Araber aus \"Der Gast\" befreit.<em> <\/em>und der Ingenieur D'Arrast, der in \"Der wachsende Stein\" die Rolle des Zyrenikers spielt.<em>, <\/em>und der Kaliajew, der die Ermordung von \"Der Gerechte\" verz\u00f6gert.<em> <\/em>um den Tod von Kindern zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter ihnen, mit ihren Sehns\u00fcchten, ihrer Verzweiflung und ihrer Nostalgie, lassen sie uns in die aufgew\u00fchlte und gro\u00dfz\u00fcgige Seele ihres Sch\u00f6pfers eintreten. Sie alle sind \"Exilanten\" aus dem K\u00f6nigreich. Sie alle machen die M\u00f6glichkeit eines gl\u00fccklichen Camus plausibel.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kommunistische Partei und Anarchismus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Camus interessierte sich f\u00fcr die Arbeits- und sozialen Ungerechtigkeiten im franz\u00f6sischen Algerien, wo er geboren wurde. Er trat 1935 in die Kommunistische Partei ein und schrieb f\u00fcr das \"Journal du Front Populaire\", wo er sich einen Namen als unbeugsamer und engagierter Intellektueller machte. Sp\u00e4ter wurde er beschuldigt, Trotzkist zu sein, und zog es vor, wegen ernsthafter Meinungsverschiedenheiten aus der Partei auszutreten, anstatt sich \"auf skandal\u00f6se Weise\" ausschlie\u00dfen zu lassen.<em>. <\/em>Der Anarchist Andre Prudhommeaux f\u00fchrte ihn 1948 in die libert\u00e4re Bewegung ein. Im Jahr 1951 ver\u00f6ffentlichte er seinen Essay \"Der rebellische Mensch\".<em>,<\/em> was die Ablehnung der marxistischen Kritiker und anderer ihm nahestehender Personen wie Jean-Paul Sartre hervorrief. Zu dieser Zeit begann er, verschiedene anarchistische Bewegungen zu unterst\u00fctzen, zun\u00e4chst den Arbeiteraufstand in Poznan (Polen) und dann die ungarische Revolution. Er war Mitglied der F\u00e9d\u00e9ration Anarchiste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist bezeichnend, dass einige der \u00dcberlegungen von Camus f\u00fcr jeden Christen annehmbar sind. Dar\u00fcber hinaus bieten viele von ihnen anregende Impulse, um \u00fcber ein besseres Leben nachzudenken, auch aus einer christlichen Perspektive.<em>. <\/em>\"Bitte beten Sie f\u00fcr das ewige Gl\u00fcck von Brand Blanshard und Albert Camus, zwei ehrlichen Atheisten, die mir geholfen haben, ein besserer Katholik zu werden\".<em>,<\/em> schl\u00e4gt in der Widmung von \"Vierzig Gr\u00fcnde, warum ich katholisch bin\" vor.<em>, <\/em>das Buch des Philosophieprofessors Peter Kreeft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\"Jede Generation glaubt, dass sie dazu bestimmt ist, die Welt neu zu gestalten\".<em>,<\/em> sagte Camus in seiner Rede zur Annahme des Nobelpreises. Er f\u00fcgte hinzu: \"Meiner wei\u00df jedoch, dass er es nicht wiederholen wird. Aber ihre Aufgabe ist vielleicht gr\u00f6\u00dfer. Sie besteht darin, zu verhindern, dass die Welt untergeht\".<em>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Christliches Denken<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Charles Moeller befasst sich im ersten Kapitel des ersten Bandes seines enzyklop\u00e4dischen Werkes \"Literatur des 20. Jahrhunderts und Christentum\" mit Camus.<em>. <\/em>Er erkl\u00e4rt, dass der Schriftsteller Charaktere erschafft, wie z.B. Tarrou in \"Die Seuche\".<em>, <\/em>dass sie \"verzweifelte Heilige\" sind.<em>,<\/em> \"treu zur Religion der Seligpreisungen\", auch wenn sie nicht an Jesus glauben, Menschen, die zu selbstloser Liebe f\u00e4hig sind, die offen sind f\u00fcr die Transzendenz, die Ehrlichkeit praktizieren und die von \"Z\u00e4rtlichkeit\" sprechen, um nicht das Wort \"N\u00e4chstenliebe\" zu verwenden.<em>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ihn die Dominikaner im Dezember 1948 einluden, in ihrem Pariser Kloster Tour-Maubourg einen Vortrag zu halten, erkl\u00e4rte der noch junge Schriftsteller, dass er sich \"nicht im Besitz einer absoluten Wahrheit oder Botschaft\" f\u00fchle.<em>, <\/em>Sie k\u00f6nnte also \"niemals\" von dem Grundsatz ausgehen, dass die christliche Wahrheit \"illusorisch\" ist.<em>, <\/em>sondern nur von der Tatsache, dass er nicht in der Lage war, sie zu betreten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Atheismus und ethische Forderungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Philosoph Reyes Mate hat geschrieben, dass Camus \"wusste\", dass<em> <\/em>dass der moderne Mensch das Ergebnis des Todes Gottes ist und dass es nur m\u00f6glich ist, dem Leiden - einem seiner unabdingbaren Anliegen - einen Sinn zu geben, wenn man die christliche Tradition nicht aus den Augen verliert, in die er selbst hineingeboren wurde. Es ist daher verst\u00e4ndlich, dass er in den \"Briefen an einen deutschen Freund\"<em> <\/em>versuchen, einem Nazi-Heiden verst\u00e4ndlich zu machen, dass die Abwesenheit des Glaubens nicht zur Willk\u00fcr bei der Bestimmung von moralischem Recht und Unrecht f\u00fchrt und dass sein Atheismus durchaus mit dem hohen ethischen Anspruch vereinbar ist, dem menschlichen Dasein einen Sinn zu geben. Im Fr\u00fchjahr 1943 schrieb er, dass trotz der \"Gewissheit\"<em> <\/em>davon \"Alles ist erlaubt\".<em> <\/em>die er ber\u00fchmt gemacht hat <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/ressourcen\/argumente\/theologie-des-20-jahrhunderts\/dostojewskij-uber-die-theologie-des-zwanzigsten-jahrhunderts-2\/\">Iwan Karamasow<\/a>Es ist m\u00f6glich, sich selbst einige Verzichte aufzuerlegen: zum Beispiel den Verzicht, andere zu beurteilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Derselbe Philosoph ist davon \u00fcberzeugt, dass \"Gr\u00f6\u00dfe\"<em> <\/em>von Albert Camus ergibt sich aus seiner Art, sich mit dem Geheimnis des B\u00f6sen und der Realit\u00e4t des Leidens auseinanderzusetzen. In der gequ\u00e4lten Geografie des 20. Jahrhunderts - die Marne, Warschau, Auschwitz, Hiroshima, Sibirien, Algerien, Prag... - gelingt es ihm, das zu \u00fcberwinden, was einige Autoren \"das Schweigen Gottes\" genannt haben.<em> <\/em>eine Art und Weise vorzuschlagen, wie man lebt und mit der Welt und den anderen umgeht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Bewusstsein f\u00fcr das Heilige<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Interview, das er kurz nach der Verleihung des Nobelpreises gab, wurde Albert Camus zum Christentum befragt: \"Ich bin mir des Heiligen, des Geheimnisses im Menschen bewusst, und ich sehe keinen Grund, mich nicht zu der Ergriffenheit zu bekennen, die ich f\u00fcr Christus und seine Lehre empfinde\".<em>, <\/em>antwortete er und f\u00fcgte kurz darauf hinzu, dass er nicht an die Auferstehung glaube.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute wei\u00df man, dass er in seinen letzten Lebensjahren eine amerikanische Kirche in Paris besuchte und eine tiefe und dauerhafte Freundschaft mit dem Methodistenpastor Howars Mumma schloss, mit dem er ausf\u00fchrlich \u00fcber Gott, Religion, die Bibel und die Kirche sprach. \"Ich habe den Glauben verloren, ich habe die Hoffnung verloren. Es ist unm\u00f6glich, ein sinnloses Leben zu f\u00fchren.<em>, <\/em>gestand er ihr bei einem ihrer ersten Treffen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>En el libro \u201cAlbert Camus, la nostalgia de Dios\u201d (Javier Marrod\u00e1n, 2024), el autor se asombra de que personas muy distintas citen a Albert Camus. 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