{"id":45751,"date":"2025-03-05T06:35:00","date_gmt":"2025-03-05T04:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.omnesmag.com\/?p=45751"},"modified":"2025-03-11T17:52:31","modified_gmt":"2025-03-11T15:52:31","slug":"die-kirche-in-den-niederlanden-von-den-1960er-jahren-bis-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/recursos\/argumentos\/la-iglesia-en-holanda-entre-los-anos-60-y-la-actualidad\/","title":{"rendered":"Von der Krise zur Renaissance: Die Kirche in den Niederlanden von den 1960er Jahren bis heute"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Artikel aus der Reihe Kirchengeschichte in den Niederlanden:<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/ressourcen\/die-kirche-in-den-niederlanden-verstehen\/\">Die Kirche in den Niederlanden vom 16. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/ressourcen\/argumente\/kirche-holland-zweite-halfte-des-20-jahrhunderts\/\">Die Krise der Kirche in den Niederlanden in der Mitte des 20. Jahrhunderts<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/ressourcen\/argumente\/die-kirche-in-den-niederlanden-von-den-1960er-jahren-bis-heute\/\">Die Kirche in den Niederlanden von den 1960er Jahren bis heute<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1947, w\u00e4hrend seiner zweij\u00e4hrigen Studienzeit in Rom, besuchte der junge Priester Karol Wojty\u0142a im Auftrag von Kardinal Sapieha Holland, um den Katholizismus in Westeuropa kennenzulernen.  Mit tiefem Beobachtungsgeist stellte er in jenen Tagen fest: \"Der katholische Glaube bedeutet: Taufe, eine gro\u00dfe Familie, eine katholische Schule f\u00fcr die Kinder, eine katholische Universit\u00e4t f\u00fcr die Studenten und zahlreiche Berufungen (sowohl f\u00fcr die Ortskirche als auch f\u00fcr die Missionsl\u00e4nder). Aber auch: eine katholische Partei im Parlament, katholische Minister in der Regierung, katholische Gewerkschaften, katholische Jugendverb\u00e4nde\". <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl die Erinnerungen des jungen Priesters Wojty\u0142a eindeutig positiv sind, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es dem holl\u00e4ndischen Katholizismus inmitten des \u00dcberschwangs der Organisationen und des \u00e4u\u00dferen Apparats an Innerlichkeit mangelte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs beg\u00fcnstigte der Widerstand gegen die Nazi-Invasoren die Ann\u00e4herung zwischen Katholiken und anderen Gruppen. Vor allem unter den Intellektuellen begann ein Prozess der Offenheit und Ann\u00e4herung an Protestanten, Liberale und vor allem Sozialisten, der zu einem allm\u00e4hlichen Aufbrechen der sozialen Blase f\u00fchrte. Diese Offenheit ging oft mit einer kritischen Haltung gegen\u00fcber der Hierarchie einher, die noch an den alten Strukturen der \"katholischen Kirche\" festzuhalten schien.<a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/artikel\/kirche-holland-zweite-halfte-des-20-jahrhunderts\/\">Spalte<\/a>\"Katholisch. Im vorigen Artikel dieser Reihe haben wir erkl\u00e4rt, dass die Kolumnisierung der Prozess war, durch den sich die niederl\u00e4ndische Gesellschaft mehr oder weniger spontan und frei in verschiedene Gruppen - oder S\u00e4ulen - aufteilte: katholisch, protestantisch und in geringerem Ma\u00dfe auch liberal und sozialistisch.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Krise der Kirche aufgedeckt: 1960-1968&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen 1960 und 1968 vollzog sich eine \"kopernikanische Revolution\" in den lehrm\u00e4\u00dfigen und moralischen Vorstellungen, die die niederl\u00e4ndische Bev\u00f6lkerung im Allgemeinen und die Katholiken im Besonderen betraf. Der Prozess der S\u00e4kularisierung, d.h. die Assimilierung der Katholiken an die \u00fcbrige Bev\u00f6lkerung, beschleunigte sich in den 1960er Jahren, und die Katholiken wurden schnell zur liberalsten oder freiz\u00fcgigsten Bev\u00f6lkerungsgruppe in den Niederlanden, zusammen mit den Nicht-Gl\u00e4ubigen (urspr\u00fcnglich die liberalste in moralischen Fragen).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie jeder \"Revolution\" gingen ihr ideologische Ver\u00e4nderungen voraus, die, wie wir im vorangegangenen Artikel gesehen haben, in den 1950er Jahren aus Frankreich und Deutschland importiert wurden. Paradoxerweise war ihr Einfluss in diesen L\u00e4ndern geringer, oder sie wurde zumindest organisch integriert oder in ihren wahren Dimensionen gesehen - unter anderem aufgrund der gr\u00f6\u00dferen intellektuellen Tradition dieser L\u00e4nder.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein wenig Kontext <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Historische und wirtschaftliche Faktoren trugen zu dieser ideologischen Entwicklung bei: Ab den sp\u00e4ten 1950er Jahren stiegen die L\u00f6hne und Geh\u00e4lter rapide an, und die hervorragende soziale Absicherung bot so viele Garantien, dass sich niemand mehr um seine finanzielle Zukunft sorgen musste. Die Zunahme des Wohlstands verschaffte den meisten Familien Zugang zu G\u00fctern und Annehmlichkeiten, die zuvor undenkbar waren, und f\u00fchrte zu einer Mentalit\u00e4t des unbegrenzten Fortschritts und der Modernit\u00e4t, in der alles Neue m\u00f6glich schien und gut war, einfach weil es neu war.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum praktischen Materialismus gesellte sich 1963 die Einf\u00fchrung der Antibabypille in den Niederlanden. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Geburtenkontrolle ein zentraler Wert der Katholiken, die in vielen F\u00e4llen sogar nat\u00fcrliche Methoden der Geburtenkontrolle ablehnten, die bei vielen verp\u00f6nt waren. Die Katholiken bildeten die Bev\u00f6lkerungsgruppe mit der bei weitem h\u00f6chsten Geburtenrate, sowohl aus Gr\u00fcnden der Lehre als auch aus dem Wunsch heraus, ihr soziales Gewicht zu st\u00e4rken. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einigen Ver\u00f6ffentlichungen ist die Rede von der Rolle, die einige Priester bei der F\u00f6rderung der Geburtenrate spielten, indem sie sich in die Gewissensentscheidungen der Eltern einmischten. Dieser mangelnde Respekt vor der ehelichen Intimit\u00e4t, der sich nicht auf den Beichtstuhl beschr\u00e4nkte, hat nat\u00fcrlich bei vielen Katholiken Emp\u00f6rung ausgel\u00f6st. Und vermutlich hat es die Akzeptanz der kirchlichen Lehre nicht erleichtert, als sich die Kirche 1968 mit der <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/paul-vi\/es\/encyclicals\/documents\/hf_p-vi_enc_25071968_humanae-vitae.html\">Enzyklika <em>Humanae Vitae<\/em><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><em>Humanae Vitae<\/em><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Reihe von Faktoren trug zur raschen Akzeptanz der Pille in den Niederlanden bei, insbesondere unter den Katholiken. Dazu geh\u00f6rte eine legend\u00e4re Rede von Bischof Willem Bekkers im katholischen Fernsehen im M\u00e4rz 1963, in der er erkl\u00e4rte, die Entscheidung \u00fcber die Anzahl und die Reihenfolge der Kinder sei Sache der Eheleute: \"Es ist eine Gewissensfrage, in die sich niemand einmischen kann\". Dies waren zutreffende Worte, die jedoch aufgrund des historischen Kontextes und anderer Fernsehansprachen von Mgr Bekkers als Zustimmung zur Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung in bestimmten F\u00e4llen interpretiert wurden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies trug zur raschen Verbreitung der Pille unter den Katholiken bei. Als im Jahr 1968 die Enzyklika <em>Humanae Vitae<\/em>In den ersten Jahren hatte die Praxis der Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung bereits Fu\u00df gefasst, und ihre Wurzeln waren zu tief, als dass sie leicht wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden konnten. Die Folgen waren enorm, nicht nur f\u00fcr die Art und Weise, wie die Ehemoral gelebt wurde, sondern f\u00fcr die gesamte Sexualmoral. Die eigentliche Autorit\u00e4t der Kirche in moralischen Fragen wurde in Frage gestellt oder schlichtweg abgelehnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesen Jahren wurde eine Lebensauffassung gepr\u00e4gt, in der Wohlstand, Modernit\u00e4t und Individualismus die Schl\u00fcsselbegriffe waren. Paradoxerweise wurde die Struktur der \"katholischen S\u00e4ule\" beibehalten, aber zunehmend von Intellektuellen (Laien oder anderen) kontrolliert, die die Kirche reformieren wollten. Und so kam das Konzil.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965)<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Zweite Vatikanische Konzil wurde von den niederl\u00e4ndischen Katholiken mit gro\u00dfem Interesse verfolgt, sowohl wegen ihrer starken Bindung an die Kirche als auch wegen der intensiven Berichterstattung in den Medien. Kardinal Bernard Alfrink, Erzbischof von Utrecht und j\u00fcngstes Mitglied des Pr\u00e4sidialrats des Konzils, wurde in den niederl\u00e4ndischen Medien als F\u00fchrer der reformorientierten Sektoren im Gegensatz zu den \"Konservativen\" dargestellt, in einer dialektischen Interpretation der Konzilsdebatten, die in jenen Jahren so \u00fcblich war: Demnach wurde in der Konzilsaula ein Machtkampf ausgetragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innerhalb der niederl\u00e4ndischen katholischen Bev\u00f6lkerung konnten drei Gruppen unterschieden werden: i) Theologen und Intellektuelle mit hohen Erwartungen an den Wandel; ii) eine kleine konservative Gruppe; iii) die Mehrheit der Gl\u00e4ubigen, die der Orientierung der Medien folgte und eine Erneuerung bef\u00fcrwortete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz ihrer geringen Gr\u00f6\u00dfe hatten die Niederlande einen erheblichen Einfluss auf das Konzil. Neben den Bisch\u00f6fen des Landes - sechs Titularbisch\u00f6fe und einige Weihbisch\u00f6fe - nahmen sechzig niederl\u00e4ndische Bisch\u00f6fe aus den Missionsgebieten teil. Zu ihren bemerkenswertesten Beitr\u00e4gen geh\u00f6rten die <em>Animadversionen<\/em>Die Bisch\u00f6fe baten Edward Schillebeeckx, anonyme Kritiken an den konziliaren Entw\u00fcrfen zu verfassen. Dieser Theologe von der Universit\u00e4t Nijmegen, der vom Heiligen Stuhl als Konzilsexperte abgelehnt wurde, beriet die niederl\u00e4ndischen Bisch\u00f6fe in Rom. Diese Kritiken wurden kurz vor Beginn des Konzils heimlich an die Konzilsv\u00e4ter verteilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem bekannten Chronisten des Wiltgener Konzils ist die <em>Animadversionen<\/em> Schillebeeckx waren von entscheidender Bedeutung, um vielen Konzilsv\u00e4tern klar zu machen, dass sie nicht die einzigen waren, die Zweifel oder Kritik an den vorbereiteten Entw\u00fcrfen hatten. Der niederl\u00e4ndische Stil, direkt und undiplomatisch, trug dazu bei, den Dialog zu f\u00f6rdern - was ein ausdr\u00fccklicher Wunsch von Johannes XXIII. war - auch wenn er manchmal zu Spannungen f\u00fchrte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Empfang des Rates<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die konziliaren Dokumente wurden mit Begeisterung aufgenommen, aber viele verga\u00dfen ihre Kontinuit\u00e4t mit der Tradition und interpretierten sie als Ausgangspunkt f\u00fcr die Gestaltung radikalerer Ver\u00e4nderungen in den Di\u00f6zesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man k\u00f6nnte sagen, dass eine Reihe sozialer, wirtschaftlicher und religi\u00f6ser Zutaten, die von einem dialektischen Medium verr\u00fchrt wurden, einen Trank hervorbrachten, der sich letztlich als giftig erwies: eine Krise der Autorit\u00e4t in der Gesellschaft; die Sehnsucht der Katholiken nach Freiheit; unersch\u00fctterlicher Optimismus in Bezug auf den Fortschritt der Menschheit; praktischer Materialismus; der Wunsch nach einem authentischen Glauben an Christus, ohne sozialen oder institutionellen Druck. In kurzer Zeit brachen viele Katholiken mit dem, was sie als Joch empfanden, und lehnten viele der Forderungen des Glaubens ab. Auf der Suche nach L\u00f6sungen f\u00fcr reale Probleme verwarfen sie schlie\u00dflich den Glauben selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So verloren viele Gl\u00e4ubige, ohne es zu merken, getrieben vom Wunsch nach Reformen, allm\u00e4hlich ihren Glauben und lehnten das Erbe der Kirche ab - mit verheerenden Folgen. F\u00fcr viele verschwanden die Wahrheit von Jesus Christus und das Evangelium.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Krisendaten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lassen Sie uns einige Fakten nennen, die helfen, das Ausma\u00df der Krise zu erkennen, die zu dem Prozess gef\u00fchrt hat, \u00fcber den wir hier gesprochen haben. Der sonnt\u00e4gliche Gottesdienstbesuch ist dramatisch zur\u00fcckgegangen, von 64% der Katholiken im Jahr 1966 auf 26% im Jahr 1979. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die pers\u00f6nliche Beichte wurde von einer gro\u00dfen Mehrheit der Priester \"abgeschafft\" und ist praktisch verschwunden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen 1965 und 1980 ging die Zahl der Priester sch\u00e4tzungsweise um 50% zur\u00fcck, sowohl durch Todesf\u00e4lle als auch - vor allem - durch Abwanderung. Auch bei den Ordensleuten gab es viele Austritte, und die Zahl der Seminaristen und der Kandidaten f\u00fcr das Ordensleben ging erheblich zur\u00fcck. Alle kleineren und gr\u00f6\u00dferen Seminare, Di\u00f6zesan- und Priesterseminare (etwa f\u00fcnfzig im ganzen Land) wurden geschlossen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ergebnis des Mischens der <em>existenzielle Ph\u00e4nomenologie<\/em> und die <em>sensus fidei,<\/em> Die Katechese h\u00f6rte auf, die Lehre und das Leben Christi zu vermitteln, und wurde zu einem Gedankenaustausch dar\u00fcber, wie jeder Einzelne seinen Glauben lebt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 1966 wurde die so genannte <em><a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/ressourcen\/argumente\/theologie-des-20-jahrhunderts\/die-korrekturen-zum-niederlandischen-katechismus\/\">Niederl\u00e4ndischer Katechismus<\/a><\/em> (\"Neuer Katechismus. Glaubensverk\u00fcndigung f\u00fcr Erwachsene\"). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von 1966 bis 1970 war die <em>Niederl\u00e4ndischer Pastoralrat<\/em> in dem zahlreiche Reformen vorgeschlagen wurden, von denen Rom einige nicht akzeptieren konnte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was k\u00f6nnen wir daraus lernen? <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl diese Krise zweifellos viele verschiedene Ursachen hatte, gibt es einen Faktor, der meiner Meinung nach dazu beitragen kann, ihre Schwere und Virulenz zu verstehen: der Mangel an Tiefe und innerer Freiheit in der Glaubenserfahrung eines gro\u00dfen Teils der Katholiken, der aus anachronistischen Strukturen und Br\u00e4uchen resultierte, die, nachdem sie ihren Zweck erf\u00fcllt hatten (zur Emanzipation der Katholiken beizutragen), erstickend geworden waren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es stimmt aber auch, dass diese Krise Fragen aufgeworfen hat, die auch heute noch aktuell sind: die Rolle der Laien, das Verh\u00e4ltnis zwischen Glaube und Kultur und die Frage, wie man den Katholizismus in einem s\u00e4kularisierten Umfeld leben kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seitdem sind ein paar Jahrzehnte vergangen. Viele dachten, dass durch das Zerbrechen der Ketten und die Ablehnung des Jochs die Tempel wie fr\u00fcher gef\u00fcllt werden w\u00fcrden. Doch das ist nicht nur nicht geschehen, sondern das Gegenteil hat sich bewahrheitet: W\u00e4hrend einige Gemeinschaften an Vitalit\u00e4t verloren, weil sie sich von der Lehre der Kirche distanzierten, versuchten andere, die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils getreu umzusetzen, wenn auch unter Schwierigkeiten, und eine ganze Reihe von ihnen hat ihre Vitalit\u00e4t nicht verloren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine neue Bl\u00fcte<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Kirche gibt es jetzt ein neues Aufbl\u00fchen. Dieser Prozess ist jedoch nicht einheitlich verlaufen. Einige Gemeinschaften haben die eucharistische Anbetung und die Beichte wiederentdeckt, andere haben sich f\u00fcr eine Evangelisierung entschieden, die besser an eine s\u00e4kularisierte Gesellschaft angepasst ist. Die Bisch\u00f6fe haben keine Angst, ihr Lehramt auszu\u00fcben und sind untereinander und mit dem Papst gut verbunden. Sie wagen es sogar, ihre Autorit\u00e4t gegen\u00fcber dem einen oder anderen \"rebellischen\" Priester zu zeigen. Die neuen Priester werden geweiht, um zu dienen, nicht um zu befehlen. Die Beichte wird mehr und mehr praktiziert, und die jungen Menschen nehmen sie dankbar an. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahl der Kirchen, in denen die Aussetzung und Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes stattfindet, ist erheblich gestiegen. Der Weg der Erneuerung ist jedoch noch offen, mit spezifischen Herausforderungen in jeder Gemeinschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist ein Prozess der L\u00e4uterung, der eine innere Freiheit voraussetzt und voraussetzt, denn katholisch zu sein, bedeutet nicht, dass man <em>nicht mehr<\/em> als spirituellen Nutzen, obwohl sie das geistige und spirituelle Wohlbefinden steigern und letztlich zu Gl\u00fcck f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kirche steht vor einer Reihe von Herausforderungen: Sie muss lernen, \"neu\" zu missionieren, die Botschaft Christi \u00fcberall zu verk\u00fcnden und die T\u00fcren der Kirche f\u00fcr alle Arten von Menschen in der nachchristlichen Zeit zu \u00f6ffnen. Wie jemand einmal zu mir sagte: Fr\u00fcher ging es der Kirche darum, junge Menschen in der Kirche zu halten, jetzt muss sie lernen, neue junge Menschen anzuziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist noch ein weiter Weg, aber die Aussichten sind ermutigend.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Art\u00edculos de la serie de la Historia de la Iglesia en Holanda: En 1947, durante sus dos a\u00f1os de estudios en Roma, el joven sacerdote Karol Wojty\u0142a visit\u00f3 Holanda por encargo del Cardenal Sapieha para conocer el catolicismo de Europa occidental.&nbsp; Con profundo esp\u00edritu observador anot\u00f3 durante esos d\u00edas: \u00abla fe cat\u00f3lica significa: el bautismo, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2425,"featured_media":45757,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[57,537],"tags":[1730],"class_list":["post-45751","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-argumentos","category-recursos","tag-holanda"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>La Iglesia en Holanda entre los a\u00f1os 60 y la actualidad<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"\u00daltimo art\u00edculo de la serie sobre la historia de la Iglesia en Holanda, desde los a\u00f1os 60 hasta la actualidad.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" 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