{"id":46665,"date":"2025-03-29T06:00:00","date_gmt":"2025-03-29T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.omnesmag.com\/?p=46665"},"modified":"2025-03-28T16:08:23","modified_gmt":"2025-03-28T14:08:23","slug":"papier-musik-liturgische-feierlichkeiten-afrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/recursos\/papel-musica-celebraciones-liturgicas-africa\/","title":{"rendered":"Die Rolle der Musik bei liturgischen Feiern in Afrika"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich gefragt wurde, ob ich bereit w\u00e4re, einen Artikel zu schreiben, der Nicht-Afrikanern die Rolle der Musik in liturgischen Feiern in Afrika erkl\u00e4ren k\u00f6nnte, sollte ich mich auf drei wichtige Punkte konzentrieren: \"die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Gesang\", \"den Tanz\" und \"die L\u00e4nge der Messen in Afrika\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich dachte sofort an eine Aussage, die ich hier in Europa immer wieder h\u00f6re: \"Die Afrikaner singen und tanzen w\u00e4hrend der liturgischen Feiern, und deshalb dauern ihre Messen so lange\". Diese Aussage ist nicht ganz richtig und muss daher pr\u00e4zisiert werden: Warum singen und tanzen wir Afrikaner w\u00e4hrend der liturgischen Feiern? Dauern die Messen in Afrika wirklich so lange? Als Sohn Afrikas wage ich es, diese Fragen zu beantworten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum sollte man bei liturgischen Feiern singen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst einmal ist es sehr wichtig, daran zu erinnern, dass Afrika nicht seine eigene Liturgie erfunden hat. Die Kirche in Afrika folgt den Vorschriften der Weltkirche in Bezug auf die Liturgie und versucht stets, ihnen treu zu bleiben. Die Kirche, \"das Volk des Neuen Testaments\", ist das Volk des Neuen Bundes, der mit dem Blut Christi besiegelt wurde, aber das bedeutet nicht, dass es einen Bruch mit dem Alten Testament gibt. Mit anderen Worten: Die Kirche hat einige gottesdienstliche Handlungen des Volkes Israel in ihre <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/ressourcen\/desiderio-desideravi-kolloquium-paris\/\">Liturgie<\/a>wie z. B. Singen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Alten Testament sind die Psalmen das Gebetbuch schlechthin. Die Psalmen waren dazu bestimmt, gesungen zu werden. Auch die Kirche hat diese Haltung gegen\u00fcber den Psalmen beibehalten und sie mehr als jedes andere Buch des Alten Testaments verwendet. Au\u00dferdem fordert der Psalmist in den Psalmen selbst das Volk immer wieder auf, Gott, dem Herrn, zu singen (vgl. Ps 95,1-2; 45,1; 92,3-4; 104,33 usw.) Die Treue zur heiligen Liturgie verlangt, dass wir w\u00e4hrend der Liturgie singen, und wir Afrikaner tun dies mit einem Herzen voller Freude.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/roman_curia\/congregations\/ccdds\/documents\/rc_con_ccdds_doc_20030317_ordinamento-messale_sp.html\">Allgemeine Instruktion des R\u00f6mischen Messbuchs<\/a> (GIRM) spricht von der Bedeutung des Singens. \"Der Apostel ermahnt die Gl\u00e4ubigen, die versammelt sind, um die Ankunft ihres Herrn zu erwarten, gemeinsam Psalmen, Hymnen und inspirierte Lieder zu singen (vgl. <em>Oberst <\/em>3,16). Denn das Singen ist ein Zeichen f\u00fcr den Jubel des Herzens (vgl. <em>Handlungen<\/em> 2, 46). Daher sagt der heilige Augustinus zu Recht: \"Singen geh\u00f6rt dem, der liebt\", w\u00e4hrend das Sprichwort aus dem Altertum stammt: \"Wer gut singt, betet doppelt\" (GIRM, Nr. 39).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus betont das GIRM, dass der Verwendung des Gesangs bei der Feier der Messe gro\u00dfe Bedeutung beigemessen wird, wobei stets die Kultur des Volkes und die Kapazit\u00e4t der liturgischen Versammlung ber\u00fccksichtigt werden. Der Gesang ist also eines der Elemente der Liturgie, die die Kirche vom Alten Testament \u00fcbernommen hat und denen die Kirche in Afrika treu zu bleiben versucht. Er steht in keiner Weise im Widerspruch zu den Normen der Weltkirche. Das Singen w\u00e4hrend der Messfeier ist biblisch und kirchlich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Afrika und seine Kultur<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte auf den Aspekt der \"Kultur\" hinweisen, der in der Allgemeinen Instruktion des R\u00f6mischen Messbuchs erw\u00e4hnt wird. Jeder Mensch hat eine Kultur, und Kultur ist nicht statisch, sie ist dynamisch. Sie ver\u00e4ndert sich st\u00e4ndig. Man ist ein Afrikaner, bevor man Christ ist. Auch nach der Taufe ist man immer noch Afrikaner. Der zweite Grund, warum Afrikaner w\u00e4hrend der Liturgie singen und tanzen, ist, dass man verstehen muss, was Singen und Tanzen in der afrikanischen Kultur bedeuten. Die Kultur hat viele Elemente, eines davon ist Musik und Tanz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgende Beschreibung von John S. Mbiti, einem ehemaligen Professor f\u00fcr Religionswissenschaften an der Makerere-Universit\u00e4t in Kampala, Uganda, in seinem Buch \"Einf\u00fchrung in die afrikanische Religion\", kann uns helfen, etwas \u00fcber afrikanische Musik und Tanz zu verstehen: \"Afrikaner sind sehr musikbegeistert. Daher sind Musik, Tanz und Gesang in allen afrikanischen Gemeinschaften zu finden. Es gibt auch viele Arten von Musikinstrumenten, von denen die Trommel das h\u00e4ufigste ist. Es gibt Trommeln in vielen Formen, Gr\u00f6\u00dfen und f\u00fcr verschiedene Zwecke. Einige Trommeln werden nur in Verbindung mit K\u00f6nigen und H\u00e4uptlingen verwendet: Diese k\u00f6niglichen Trommeln gelten oft als heilig und k\u00f6nnen nicht allgemein oder von jedermann gespielt werden. Es gibt Kriegstrommeln, sprechende Trommeln, Zeremonialtrommeln usw. Andere Musikinstrumente sind Xylophone, Fl\u00f6ten, Pfeifen, Glocken, Harfen, Trompeten, Leiern, Mundb\u00f6gen, Zithern, Geigen, Rasseln und viele andere. Sie werden aus Holz, Leder, K\u00fcrbissen, Bambus, Metall, St\u00f6cken, Baumst\u00e4mmen und heutzutage sogar aus Dosen und Kanistern hergestellt. Musik wird in allen Bereichen des afrikanischen Lebens eingesetzt: beim Bestellen der Felder, beim Fischen, beim H\u00fcten, bei Zeremonien, beim Lobpreisen von Herrschern und Kriegern, beim Wiegen von Babys in den Schlaf und so weiter. Afrikanische Musik und afrikanischer Tanz haben sich auf andere Kontinente ausgebreitet (...) Sie sind einer der gr\u00f6\u00dften Sch\u00e4tze der afrikanischen Kultur und des afrikanischen Erbes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Afrikaner, der die Musik sehr liebt, versteht den Geist der Liturgie der Kirche sehr gut. Er wei\u00df, dass die liturgischen Rubriken empfehlen, dass \"mit gr\u00f6\u00dfter Sorgfalt darauf zu achten ist, dass es bei den Feiern an den Sonntagen und an den heiligen Pflichttagen nicht an Gesang seitens der Amtstr\u00e4ger und des Volkes fehlt\" (vgl. GIRM, Nr. 40). Die Afrikaner singen jedoch nicht w\u00e4hrend der Liturgie, um ihre Kultur zu f\u00f6rdern. Die Liturgie ist kein Ort, um irgendeine Kultur zu f\u00f6rdern! Sie singen, weil Singen eine andere Art ist, zu Gott zu beten (vgl. Ex 15,1-2; Eph 5,19-20; Jak 5,13; Offb 14,2-3). In Afrika wurden liturgische Lieder komponiert, die das Gebet des Segens und der Anbetung, das Bittgebet, das Dankgebet und das Lobgebet zu Gott erheben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lassen Sie uns nun einen anderen Aspekt betrachten: die T\u00e4nze. In einem seiner Interviews im Jahr 2008 wurde Kardinal Francis Arinze, der damalige Pr\u00e4fekt der Kongregation f\u00fcr den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, gefragt: \"Gibt es eine Zeit, in der Tanzen w\u00e4hrend der Messe erlaubt ist, und was ist mit weltlicher Musik?\" Seine Antwort war sehr erbaulich. Er sagte: \"Tanzen ist im lateinischen Ritus der Messe nicht bekannt. Unsere Kongregation hat jahrelang dar\u00fcber nachgedacht. Es gibt kein wichtiges kirchliches Dokument dazu, aber die Richtlinie, die wir von unserer Kongregation geben, ist folgende: In der strengen Liturgie (d.h. der Messe, den Sakramenten) sollten Europa und Amerika \u00fcberhaupt nicht \u00fcber liturgischen Tanz sprechen, weil Tanz, wie er in Europa und Nordamerika bekannt ist, nicht Teil des Gottesdienstes ist. Sie sollten ihn also vergessen und \u00fcberhaupt nicht dar\u00fcber reden. Aber in Afrika und Asien ist das anders, nicht als Zugest\u00e4ndnis an sie, sondern weil ihre Kultur anders ist\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb kann man in Afrika und Asien von liturgischem Tanz sprechen, aber nicht in Europa und Amerika. Ein nicht-afrikanischer Leser wird fragen: \"Aber warum?\" Weil die Kultur anders ist. Inwiefern ist ihre Kultur denn nun anders? Der Kardinal fuhr fort: \"Wenn Sie einem typischen Afrikaner die Gaben geben, die er bei der Opfergabe tragen soll, und einem typischen Europ\u00e4er die gleichen Gaben, die er tragen soll, wird der Europ\u00e4er, wenn Sie sich nicht sehen, ziemlich steif zum Altar gehen; der Afrikaner wird sich wahrscheinlich bewegen: nach rechts, nach links. Das ist kein Tanz! Es ist eine anmutige Bewegung, um Freude und Opferbereitschaft zu zeigen. Auch in Asien gibt es raffinierte Bewegungen, die Respekt, Anbetung und Freude ausdr\u00fccken\".<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ehrfurcht vor dem Heiligen in Afrika<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor die Botschaft des Evangeliums in Afrika ankam, war die traditionelle afrikanische Religion in allen Bereichen des Lebens der Afrikaner pr\u00e4sent. Eines der bemerkenswerten Elemente dieser Religion war die ehrf\u00fcrchtige Ehrfurcht vor dem \"Heiligen\". Wo immer ein Afrikaner sich aufhielt, war seine Religion bei ihm: zu Hause, bei einer Versammlung, auf dem Feld usw. Aus diesem Grund waren sogar die Lieder und T\u00e4nze so respektvoll, dass sie ein wichtiger Teil der Rituale waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Ankunft des Christentums f\u00fcgte sich der afrikanische Tanz ganz nat\u00fcrlich in die Liturgie zur Verehrung des wahren Gottes ein. Aber es ist kein \"Tanz\" in dem Sinne, wie ihn ein Europ\u00e4er oder Amerikaner versteht: ein Samstagabendtanz: ein Mann, eine Frau! Das ist eine Freizeitbesch\u00e4ftigung, die auf keinen Fall Teil des Gottesdienstes sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe nicht die Absicht, die afrikanischen T\u00e4nze \"heilig zu sprechen\" und den Menschen klarzumachen, dass alle Tanzstile in Afrika nicht im Widerspruch zur Heiligkeit der Liturgie stehen, ganz und gar nicht! Auch in Afrika gibt es T\u00e4nze, die in der Liturgie nicht akzeptabel sind. Einige sind bei jeder religi\u00f6sen Veranstaltung nicht akzeptabel. Die Messe hat vier Ziele: Anbetung, Reue, Danksagung und Bitte; und ein Afrikaner wei\u00df, wie er diese Haltungen mit seinen Bewegungen, die respektvoll und gleichzeitig katechetisch sind, nach au\u00dfen hin ausdr\u00fccken kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was Europ\u00e4er und Amerikaner als \"T\u00e4nze\" verstehen und was f\u00fcr sie aufgrund ihrer Vorstellung von \"Tanz\" etwas befremdlich klingt, k\u00f6nnte man richtigerweise als \"K\u00f6rpersprache w\u00e4hrend der Liturgie\" bezeichnen. Apropos \"K\u00f6rpersprache\": Ich finde ein englisches Kirchenlied namens \"Now Thank We All Our God\" von Martin Rinkhart sehr bereichernd. Es ist ein Hymnus der Danksagung, und sehen Sie, wie er beginnt: \"Nun danken wir alle unserem Gott, mit Herzen, H\u00e4nden und Stimmen...\". Die Messe ist die Feier der Eucharistie. Sie ist eine Danksagung. Unsere innere Haltung w\u00e4hrend der Messe muss auch nach au\u00dfen hin sichtbar werden. Der Mensch ist Leib und Seele. Wir m\u00fcssen Gott \"mit unseren H\u00e4nden und Stimmen\" danken. Ohne zu \u00fcbertreiben, sollten unsere K\u00f6rperhaltung und unsere Gesten, unsere Lieder und \"T\u00e4nze\" w\u00e4hrend der Messe das ausdr\u00fccken, was wir glauben und unseren Glauben n\u00e4hren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\"Tanzen\" in der Liturgie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht kann mir meine kleine Erfahrung in Europa auch helfen, das zu erkl\u00e4ren, was ich \"K\u00f6rpersprache w\u00e4hrend der Liturgie\" genannt habe, um zu erkl\u00e4ren, warum Afrikaner in der Liturgie \"tanzen\". Hier in Europa legt man viel Wert auf das L\u00e4cheln. Warum? Die Antwort ist einfach: Weil Taten oft lauter sprechen als Worte. Es reicht nicht, zu sagen: \"Mir geht es gut\", die Menschen wollen, dass man zeigt, dass es einem wirklich gut geht, und was hilft dabei? Ein L\u00e4cheln! Was passiert also, wenn wir Gott sagen, dass wir dankbar sind, oder dass wir ihn sp\u00fcren, oder dass wir ihn aus tiefstem Herzen anbeten, oder dass wir ihn um einen Gefallen bitten? Scheint es Gott nicht recht zu sein, dass wir das auch nach au\u00dfen hin durch unsere Haltung und Gesten zeigen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich finde die obige Erkl\u00e4rung hilfreich, denn wenn man von so genannten \"liturgischen T\u00e4nzen\" spricht, denkt man oft an eine Messfeier in Afrika als eine Art \"Bankett\", zu dem die Menschen gehen, um zu singen und zu tanzen, zu schwitzen und in eine Art Ekstase zu geraten, bevor sie am Sonntagmittag nach Hause gehen. Dies ist eine falsche Vorstellung. Die liturgischen T\u00e4nze bei den liturgischen Feiern in Afrika sind raffinierte Bewegungen, die im Kontext der liturgischen Gesten und K\u00f6rperhaltungen zu verstehen sind. Diese Bewegungen orientieren sich n\u00e4mlich an den vier Zielen der Messe: Anbetung, Reue, Dank und Bitten. Die Bisch\u00f6fe der einzelnen L\u00e4nder \u00fcberwachen dies, und T\u00e4nze, die nicht diesem Ziel dienen, sind normalerweise verboten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Afrikas \"lange\" Massen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lassen Sie uns zum Schluss noch etwas \u00fcber die L\u00e4nge der Messen in Afrika sagen. Das ist eine gro\u00dfe Debatte unter nicht-afrikanischen Katholiken. Viele sagen, dass die Messen in Afrika sehr lange dauern. Es gibt viele Europ\u00e4er und Amerikaner, die dar\u00fcber sprechen. Hier ist es wichtig, dass wir uns einige Fragen stellen: Dauern die Messen in Afrika wirklich so lange? Wenn ja, warum? Ist es erbaulich oder unerbaulich? Hat es etwas mit der afrikanischen Kultur zu tun? Wie lange sollte die Messe dauern?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf meinem Kontinent gibt es viele Pfarreien, in denen die Priester jeden Sonntag drei oder vier Messen in der Gemeinde feiern, d.h. um 6.30 Uhr, 8.30 Uhr, 11.00 Uhr und eventuell um 16.00 Uhr mit Kindern. Fallen diese zweist\u00fcndigen Sonntagsmessen auch in die Kategorie der \"langen Messen\"? Das sollten sie auf keinen Fall!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir k\u00f6nnen uns aber auch ein anderes Szenario vorstellen. Eine Messe anl\u00e4sslich einer Priester- oder Bischofsweihe, die mit einer Prozession um 9.00 Uhr beginnt und um 14.00 Uhr endet. Ich denke, dass dieses zweite Szenario von vielen in Betracht gezogen wird, die von langen Messen in Afrika sprechen. Hier ist es wichtig, realistisch zu sein: In Afrika sind die Kirchen voll von Menschen. Die Zahl der Christen nimmt Jahr f\u00fcr Jahr zu. Bei Festen wie Priesterweihen ist die Zahl noch h\u00f6her, weil zahlreiche G\u00e4ste kommen, um mit ihren Angeh\u00f6rigen zu feiern. Eine Prozession mit 400 Personen dauert also l\u00e4nger als eine mit 50 Personen. Diese Menschen bringen dann ihre Gaben zur Messe und viele von ihnen empfangen die Kommunion. All das kostet Zeit, aber in Wirklichkeit muss es so lange dauern! Wir m\u00fcssen akzeptieren, dass einige in leeren Kirchen feiern, w\u00e4hrend andere in Kirchen voller Menschen feiern. Das ist f\u00fcr einige kein Grund, traurig zu sein, denn wir glauben an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Katechese und Predigten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgesehen von der Zahl der Gottesdienstbesucher in Afrika wurde und wird auch viel \u00fcber die L\u00e4nge der Predigten gesprochen. Viele sagen, dass die Messen in Afrika so lange dauern, weil die Priester so viel predigen. Ja, ich pers\u00f6nlich kenne Priester, die in der Sonntagsmesse eine Stunde lang predigen. Es stimmt zwar, dass eine Predigt keine Vorlesung ist, aber sollte sich ein Priester angesichts der realen Situation seiner Herde nicht von pastoraler Klugheit leiten lassen, was die L\u00e4nge seiner Predigt angeht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In vielen Teilen Afrikas nehmen viele junge Christen an der Katechese teil, bevor sie die Sakramente der Eucharistie und der Firmung empfangen, und kehren erst danach zur Katechese zur\u00fcck, um sich auf das Sakrament der Ehe vorzubereiten. In dieser Situation muss man mit einigen Ideen vorsichtig sein, die f\u00fcr meine afrikanischen Br\u00fcder und Schwestern vielleicht nicht ganz so positiv sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke, Kardinal Robert Sarah, ein afrikanischer Pr\u00e4lat, hat absolut Recht, wenn er in seinem Buch \"Es wird sp\u00e4t und es wird dunkel\" schreibt: \"Wovon sollen sich die Gl\u00e4ubigen ern\u00e4hren, wenn sie nur einmal in der Woche einer zehnmin\u00fctigen Predigt zuh\u00f6ren? Zu sagen, dass die Leute nach zehn Minuten aufh\u00f6ren zuzuh\u00f6ren, ist eine L\u00fcge: Wenn ihre Aufmerksamkeitsspanne so kurz ist, wie schaffen sie es dann, stundenlang vor dem Fernseher zu sitzen?\"<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht hat das etwas mit der afrikanischen Kultur zu tun? Hier ist es wichtig zu betonen, dass in Afrika ein Festmahl wirklich ein Festmahl ist, so wie eine Beerdigung wirklich eine Beerdigung ist! Ein Afrikaner wei\u00df, wie er seine Aufmerksamkeit, seine Energie, seine Ressourcen und seine Zeit einsetzen muss, um sicherzustellen, dass solchen Momenten nicht ihre gr\u00f6\u00dfte Bedeutung vorenthalten wird. Deshalb ist es f\u00fcr ihn vern\u00fcnftig, dass eine gro\u00dfe Feier wie eine Priesterweihe-Messe oder eine Bischofsweihe vier oder f\u00fcnf Stunden dauern sollte. Alle Anwesenden sind gl\u00fccklich und niemand hat es bei solchen Ereignissen eilig. Die Qualit\u00e4t des Augenblicks ist wichtiger als die Zeit, die vergeht. In Europa denken die Menschen vielleicht in quantitativen Kategorien. So ist es nicht verwunderlich, dass viele nicht-afrikanische Katholiken \u00fcberrascht sind, wie lange die Messen in Afrika dauern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Praxis ist jedoch nicht perfekt, so wie keine Praxis perfekt ist. Es mag hier und da \u00dcbertreibungen geben, die dazu f\u00fchren, dass die Messen in Afrika l\u00e4nger dauern als sie sollten. Hier muss die Katechese eine wichtige Rolle spielen und es erm\u00f6glichen, die Predigten kurz zu halten. Wir m\u00fcssen unsere lieben Christen auch dazu erziehen, lange, l\u00e4rmende und mit endlosen T\u00e4nzen geschm\u00fcckte Opferprozessionen zu vermeiden. Alles erfordert M\u00e4\u00dfigung. Wir m\u00fcssen uns bem\u00fchen, alles zu tun, damit alle, die die Messe besuchen, mit jener \"actuosa participatio\" (aktiven Teilnahme) teilnehmen, von der das Zweite Vatikanische Konzil spricht. Das hat nat\u00fcrlich nichts damit zu tun, dass wir versuchen, \u00fcber die maximale Dauer einer Messe zu streiten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cuando me preguntaron si estar\u00eda dispuesto a escribir un art\u00edculo que pudiera explicar a los no africanos el papel de la m\u00fasica en las celebraciones lit\u00fargicas en \u00c1frica, el correo electr\u00f3nico que recib\u00ed quer\u00eda que me centrara en tres puntos importantes: \u201clas razones del canto,\u201d \u201cla danza,\u201d y \u201cla duraci\u00f3n de las Misas en \u00c1frica\u201d. 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