{"id":4680,"date":"2020-02-06T14:42:00","date_gmt":"2020-02-06T13:42:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.omnesmag.com\/?p=4680"},"modified":"2025-09-18T11:59:31","modified_gmt":"2025-09-18T09:59:31","slug":"bring-marriages-to-the-world","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/foco\/traer-matrimonios-al-mundo\/","title":{"rendered":"Ehen in die Welt bringen"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute erleben wir in den L\u00e4ndern mit christlicher Tradition einen Wandel des traditionellen Familienbildes. Vor allem im Westen vollzieht sich der Wandel mit Riesenschritten. Voreheliche Beziehungen scheinen f\u00fcr manche selbstverst\u00e4ndlich zu sein, und Scheidungen sind fast zur Normalit\u00e4t geworden, oft als Folge von ehelicher Untreue. Hinzu kommen die Vorstellungen von Geschlecht und so genannten homosexuellen Ehen.  Was sich nicht ge\u00e4ndert hat, ist das Herz des Menschen, in dessen Innerem der Wunsch nach der Gr\u00fcndung einer Familie, m\u00f6glichst einer stabilen, schl\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser Situation einer kopernikanischen Wende im Verst\u00e4ndnis von Ehe und Familie sowie in der Art und Weise, wie man an ihre Vorbereitung herangeht, und dies meist inmitten einer vorangegangenen Beziehung des Zusammenlebens, gibt es nur zwei m\u00f6gliche Haltungen: Resignation, die zu einseitigem Pessimismus f\u00fchrt, oder die Annahme des Geistes des Zweiten Vatikanischen Konzils, der in diesen Fragen die Form von: a) Aufnahme und b) Neuausrichtung auf Christus, den Erl\u00f6ser, annimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So wird in <em>Gaudium et Spes<\/em> (GS), Nr. 47-52, finden wir einen st\u00e4rker personalistischen Ansatz f\u00fcr Ehe und Familie in Kontinuit\u00e4t mit der fr\u00fcheren Tradition. Sp\u00e4ter hat der heilige Johannes Paul II. in seiner Katechese \u00fcber die menschliche Liebe und in dem Apostolischen Schreiben <em>Familiaris Consortio<\/em>er\u00f6ffnete neue Perspektiven auf aktuelle Probleme. Dar\u00fcber hinaus sind die beiden von Papst Franziskus 2015 und 2018 einberufenen Synoden zur Familie ein weiterer Ausdruck seines Interesses an allem, was Ehe und Familie betrifft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um auf das Thema zur\u00fcckzukommen: Wie sieht die Erfahrung bei der Vorbereitung von verlobten Paaren auf die Ehe aus, wenn man bedenkt, dass die meisten von ihnen (7 von zehn Paaren) bereits in einer stabilen, manchmal langfristigen De-facto-Ehe zusammenleben? Wir beginnen mit einem Beispiel, das uns helfen kann, uns vor das Problem zu stellen, das eine Herausforderung f\u00fcr die Kirche im 21.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alvaro und Cinthia kamen in die Pfarrei Nativit\u00e0 in Navacerrada, um einen Termin f\u00fcr ihre Hochzeit im kommenden September zu vereinbaren. Nachdem sie den Termin festgelegt und ihre Beweggr\u00fcnde f\u00fcr eine kirchliche Trauung dargelegt hatten, verabredeten wir uns f\u00fcr einen weiteren Tag, an dem wir ihre pers\u00f6nliche Geschichte und ihren Plan f\u00fcr ihr Eheleben besprechen und vertiefen konnten. Sie wollen bei uns den Ehevorbereitungskurs machen, damit der Priester sie besser kennen lernen kann. In diesem Gespr\u00e4ch kam die Frage nach dem Sakrament der Firmung auf, das sie empfangen hat und er noch nicht. Er fragte mich, ob er sich darauf vorbereiten k\u00f6nne, vor der Hochzeit das Sakrament der Firmung zu empfangen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir trafen uns f\u00fcr einen zweiten Tag, an dem wir uns auf eine Reihe von Treffen und Lesungen als Grundlage f\u00fcr die Vorbereitung auf seine Konfirmation einigten. Und im Rahmen dieses letzten Dialogs habe ich den Br\u00e4utigam gefragt: <em>\"Warum haben Sie sich entschieden, zusammenzuziehen, und welche 'Vor-' und 'Nachteile' haben Sie gefunden?\"<\/em>. Er hat mir geantwortet: <em>\"Die Erfahrung des Zusammenlebens hat uns geholfen, uns im Alltag besser kennen zu lernen, aber wir haben gemerkt, dass wir als Gl\u00e4ubige etwas nicht richtig gemacht haben.<\/em>Er f\u00e4hrt fort, <em>\"Die Zeit ist gekommen, dass wir heiraten\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir setzten das Gespr\u00e4ch mit meiner Frage fort: <em>\"Wollen Sie Kinder haben?\"<\/em>. Die Antwort: <em>\"Ja, das war in der Tat ein sehr wichtiger Faktor bei unserer Entscheidung zu heiraten\".<\/em>. Der Priester f\u00e4hrt fort: <em>\"W\u00fcrden Sie Freunden von Ihnen empfehlen, es zu versuchen, bevor sie heiraten?<\/em>den Br\u00e4utigam: <em>\"Ja, um die Gelegenheit zu haben, einander besser kennen zu lernen; und nein, aus moralischer Sicht sind wir uns bewusst, dass wir das Pferd von hinten aufgez\u00e4umt haben.<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Alle Dimensionen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir halten dieses Interview, das mit dem Br\u00e4utigam in den neun Monaten vor der Hochzeit gef\u00fchrt wurde, f\u00fcr sehr relevant und aufschlussreich. Einerseits bewertet er die Erfahrung des Zusammenlebens als etwas \"Notwendiges\", obwohl er sie aus moralischer Sicht nicht positiv bewertet. Das w\u00e4re der einzige Grund, warum ich es nicht empfehlen w\u00fcrde. Andererseits erkennen sie, dass sie ihren Kinderwunsch mit der Entscheidung zur Heirat verkn\u00fcpft haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzteres kommt immer h\u00e4ufiger vor: Nachdem sie manchmal lange zusammengelebt haben und das fruchtbare Alter der Frau immer k\u00fcrzer wird, wenden sie sich an die Kirche und bitten um die Eheschlie\u00dfung. Einige wenige tun dies, wenn sie bereits schwanger ist oder ein Kind geboren hat, das getauft werden soll. Eine Hochzeit mit einer Taufe zu feiern, ist etwas, mit dem wir Priester rechnen m\u00fcssen, und es ist gut zu wissen, wie man es angeht. Zwei f\u00fcr einen\" verkauft sich gut im pastoralen Bereich und ist immer eine M\u00f6glichkeit der Evangelisierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Anekdote am Rande: Einmal mussten wir eine Hochzeit mit einer Taufe feiern (wie gesagt, etwas, das heutzutage recht h\u00e4ufig vorkommt), zu der das Brautpaar die Familie \"nur zur Taufe\" eingeladen hatte, ohne die Hochzeit zu erw\u00e4hnen. Die \u00dcberraschung war gro\u00df, vor allem bei ihrem Vater, als der Pfarrer zu Beginn der Feier verk\u00fcndete, dass sie zur Hochzeit seiner Kinder und zur Taufe seines Enkels gekommen waren. Die Taschent\u00fccher begannen im Kirchenschiff aus ihren Taschen zu kommen...<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die kirchliche Eheschlie\u00dfung ist ein endg\u00fcltiger Schritt, der das Leben der Verlobten ver\u00e4ndert und sie auf eine andere existentielle Ebene stellt, so dass sie in ihrem Eheleben auf die Gnade Gottes z\u00e4hlen k\u00f6nnen und ihre Kinder im katholischen Glauben erziehen k\u00f6nnen. Sie garantiert ihnen auch den sozialen und rechtlichen Status, der f\u00fcr die Entwicklung ihres Familienlebens in der Gesellschaft erforderlich ist. Die Hochzeit, auch wenn nur vier G\u00e4ste anwesend sind, ist wegen der zweifellos gesellschaftlichen Bedeutung der Ehe eine \u00f6ffentliche Feier. Das d\u00fcrfen wir bei der Vorbereitung auf die kirchliche Ehe nicht vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies ist eine pastorale Herausforderung, bei der deutlich wird, dass wie bei der Ehevorbereitung alle Dimensionen der Person zum Tragen kommen: die intellektuelle, die affektive und die spirituelle. Alle, die in der Kirche heiraten wollen, brauchen eine besondere Begleitung, die ihnen hilft, ihre Berufung und die Eignung der Person, die sie heiraten wollen, gut zu erkennen. Es gibt keine Krise der Familie, es gibt eine Krise des Menschen, und deshalb m\u00fcssen wir diese so notwendige vorherige Unterscheidung betonen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Personalisierte Begleitung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir n\u00e4hern uns der Bedeutung einer guten pastoralen Begleitung durch den Priester und andere Beteiligte (kompetente und gut ausgebildete Laien, Paare mit einem engagierten Glaubensleben), die den Brautleuten den Zugang zur Ehe in vollem Wissen um das, was sie tun, und in voller Freiheit erleichtern und ihnen helfen kann, Gott in einem so entscheidenden Moment ihres Lebens fruchtbar zu begegnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Papst Franziskus, in <em>Amoris Laetitia<\/em> (Nr. 297), erinnert uns daran, dass <em>\"Es geht darum, alle zu integrieren, allen zu helfen, an der kirchlichen Gemeinschaft teilzuhaben, damit sie sich als Objekt einer 'unverdienten, bedingungslosen und freien' Barmherzigkeit f\u00fchlen\".<\/em> Dieser Hinweis darauf, dass sich der Papst auf Menschen in so genannten irregul\u00e4ren Situationen bezieht, wird in Analogie auf verlobte Paare ausgedehnt, die vor ihrer Heirat zusammenleben. Die meisten von ihnen verbinden ihre Entscheidung, kirchlich zu heiraten, mit dem Wunsch, Kinder zu bekommen. Es f\u00e4llt ihnen nicht schwer, ein unverheiratetes Zusammenleben als normal zu akzeptieren, aber sie k\u00f6nnen sich nicht vorstellen, au\u00dferehelich Kinder zu bekommen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir Pfarrerinnen und Pfarrer wissen, wie wir Paare empfangen k\u00f6nnen, die um die Taufe eines unverheirateten Kindes bitten, denn oft ergibt sich f\u00fcr diese Eltern w\u00e4hrend oder nach der Taufvorbereitung die Gelegenheit, \u00fcber eine Heirat nachzudenken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf diese Weise wird die Vorbereitung auf jedes Sakrament, besonders aber auf die Ehe, in der Kirche zu einer Gelegenheit, den Brautleuten die Frohe Botschaft Jesu Christi zu verk\u00fcnden, der ebenfalls in einer Familie geboren, in ihr geheiligt und sie zu einem Modell des Familienlebens f\u00fcr die ganze Menschheit gemacht wurde. Eine solche Chance setzt voraus, dass man wei\u00df, wie man sie willkommen hei\u00dft, begleitet und integriert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; <em>Gastgeber <\/em>Es geht darum, den Brautleuten, die in der Kirche heiraten wollen, zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Indem sie sich f\u00fcr die kanonische Ehe entscheiden, entsprechen sie, ohne es zu wissen, dem Plan Gottes f\u00fcr ihr Leben. Es ist die Aufgabe des Priesters, der sie empf\u00e4ngt und gegebenenfalls begleitet, ihnen diese gro\u00dfe Wahrheit vor Augen zu f\u00fchren: dass die Ehe eine Berufung ist und als solche von ihnen eine Antwort verlangt. Und mehr denn je bedarf es heute einer klaren und vollst\u00e4ndigen Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Verlobten, was die christliche Ehe als nat\u00fcrliche, von Gott gewollte, auf das Wohl der Eheleute gerichtete und f\u00fcr das Leben offene Einrichtung ist, um eine Familie zu gr\u00fcnden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was offensichtlich ist, weil es sich von selbst versteht, sollte nicht unerkl\u00e4rt bleiben, insbesondere in der heutigen Zeit, in der das Grundlegendste, wie die Komplementarit\u00e4t von Mann und Frau, erkl\u00e4rt werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist uns allen schon passiert, dass die Braut oder der Br\u00e4utigam beim ersten Gespr\u00e4ch \u00fcber die Zweckm\u00e4\u00dfigkeit einer kirchlichen Heirat zur\u00fcckhaltend waren (sie taten es mehr f\u00fcr den anderen als f\u00fcr sich selbst), weil sie dachten, dass es f\u00fcr eine Heirat notwendig sei, zum Beispiel jeden Sonntag zur Messe zu gehen oder von Zeit zu Zeit zur Beichte. Und sie waren erstaunt, als man ihnen erkl\u00e4rte, dass die Kirche, um eine kirchliche Trauung feiern zu k\u00f6nnen, Folgendes verlangt <em>das zu wollen, was die Kirche will<\/em>. Nicht mehr und nicht weniger.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kirche will, dass die Ehe <em>die Vereinigung von einem mit einem, auf Lebenszeit und offen f\u00fcr die Zeugung und Erziehung von Kindern<\/em>. Alles, was dar\u00fcber hinausgeht, kann von den Brautleuten nicht verlangt werden, um heiraten zu k\u00f6nnen. Etwas anderes kann auch nicht von ihnen verlangt werden. Einem Paar, das ausdr\u00fccklich und positiv zum Ausdruck bringt, dass es keine Kinder haben will (was etwas anderes ist als der Wunsch, das Kinderkriegen aufzuschieben), sollte geraten werden, zu warten, und in manchen F\u00e4llen sollte von einer solchen Ehe abgeraten werden. Denn sie k\u00f6nnten sich aus freien St\u00fccken dazu verleiten lassen, eine Ehe einzugehen, die nichtig ist, weil einer der beiden Zwecke der Ehe (in diesem Fall die Zeugung und Erziehung von Kindern) ausgeschlossen ist. Es geht darum, dass die Seelsorgerinnen und Seelsorger, die die Brautleute begleiten, eine Position des Gleichgewichts bewahren, die ihr Recht auf Eheschlie\u00dfung garantiert und ihnen hilft, \u00fcber die Ehe, die sie eingehen wollen, nachzudenken, in dem Bewusstsein, dass die innere und \u00e4u\u00dfere Freiheit f\u00fcr ihre G\u00fcltigkeit entscheidend ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Dialog mit den Brautleuten muss logischerweise in einer Atmosph\u00e4re des Vertrauens und der N\u00e4he stattfinden, die es erm\u00f6glicht, zwischen den Brautleuten und dem Priester ein offenes Gespr\u00e4ch \u00fcber die Lebensweise, die Hobbys, die vorherrschenden Tugenden und Schw\u00e4chen und das Glaubensleben des anderen zu f\u00fchren. Wenn er oder sie oder beide mir sagen, dass sie kein Glaubensleben haben, werde ich sie ermutigen, eines zu f\u00fchren; zur Anbetung, zur Sonntagsmesse oder zu Exerzitien zu gehen. Wir haben in dieser Hinsicht alle sehr gute Erfahrungen gemacht. Aber ich betone, dass wir den Grad des gelebten Glaubens nicht mit der G\u00fcltigkeit ihrer Ehe verkn\u00fcpfen k\u00f6nnen, obwohl wir dazu beitragen k\u00f6nnen, dass diese Vorbereitung ihre Begegnung mit Gott und der Kirche beg\u00fcnstigt... Schritt f\u00fcr Schritt, indem wir die Brautleute wie auf einer schiefen Ebene f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>- Begleiten:<\/em> ist die wichtigste Phase der Ehevorbereitung, denn sie erfordert, dass man sich Zeit f\u00fcr die Braut und den Br\u00e4utigam nimmt. Wir sollten den Ehevorbereitungskurs und das Dossier nicht als ausreichende Vorbereitung betrachten. Beide m\u00fcssen den H\u00f6hepunkt der vorangegangenen Vorbereitungen mit dem Brautpaar bilden. In meiner Pfarrei - wie auch in den drei anderen Pfarreien, die ich besucht habe - wird diese Begleitung vom Pfarrer oder dem Pfarrvikar \u00fcbernommen. Und nun stellt sich die grundlegende Frage: <em>Wie lange muss diese Vorbereitung dauern?<\/em>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor kurzem wurden die Materialien vorgestellt <em>Gemeinsam auf dem Weg, +Q2<\/em>Ziel ist es, verlobte Paare zwei Jahre lang bei ihrer Berufswahlentscheidung zu begleiten. Dies sollte uns dazu veranlassen, dar\u00fcber nachzudenken, ob die Vorbereitung, die wir derzeit in den Kirchengemeinden durchf\u00fchren, wirklich notwendig ist und ob sie zeitlich und inhaltlich ausreichend ist. Wir konzentrieren uns zwar darauf, das Ehesakrament und seine Folgen zu erkl\u00e4ren, aber wir schenken nicht so viel Aufmerksamkeit darauf, wie wichtig es ist, dass Braut und Br\u00e4utigam ihre Berufung und ihre entsprechende und gegenseitige Eignung daf\u00fcr erkennen. Es ist eine Sache, verliebt zu sein, und eine ganz andere, dass diese Liebe den richtigen Kanal findet, um sich zu entwickeln und zu wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Aspekte, die nicht nur mit dem Brautpaar besprochen werden sollten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Zun\u00e4chst die Biografie des Brautpaares und die Wechself\u00e4lle, die sie vor ihrem Kennenlernen, w\u00e4hrend der Verlobung und in den Monaten vor der Hochzeit erlebt haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Zweitens kann man die Braut und den Br\u00e4utigam besser kennen lernen (man kann sehen, wie sie auf bestimmte Fragen reagieren oder sogar ihren Gem\u00fctszustand im Vergleich zum letzten Gespr\u00e4ch einsch\u00e4tzen). In diesem Sinne ist es uns passiert, dass uns die Braut eine Woche vor der Hochzeit\" erkl\u00e4rt, dass sie unter schweren Depressionen leidet, die sie zu bestimmten Zeiten unf\u00e4hig machen, ein normales Leben zu f\u00fchren und sie sogar daran hindern, zur Arbeit zu gehen. Dies ist eine Tatsache, die bei fr\u00fcheren Treffen nicht bekannt war und die erst wenige Tage vor der Hochzeit ans Licht gekommen ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Auswirkungen, die diese Fragen auf die zu erteilende und gegebene Zustimmung haben k\u00f6nnen, erfordern gro\u00dfe Aufmerksamkeit seitens des Pfarrers, um den Brautleuten zu helfen, die Ehe, die sie eingehen, und die Eignung der Person und des Zeitpunkts, zu dem sie sie eingehen, zu erkennen und zu bewerten. Es ist nicht so sehr das \"Was\", das nat\u00fcrlich wichtig ist, sondern das \"Wann\" und \"Mit wem\", das den Seelsorger bei der schwierigen Aufgabe leiten sollte, bei der Unterscheidung zu helfen. Es ginge darum, das Brautpaar zu provozieren, sich die gro\u00dfe Frage zu stellen: Ist unsere Ehe lebensf\u00e4hig und hat sie die Aussicht, zu gedeihen und auf Dauer Bestand zu haben? In diesem Zusammenhang ist die Frage im Vorehelichen Dossier der Di\u00f6zese Madrid, \"wenn Sie Zweifel am Gelingen Ihrer Ehe hatten\", durchaus sinnvoll; das Wissen, wie diese Frage zu stellen ist, und die Antwort, die wir erhalten, werfen ein nicht geringes Licht auf das Sakrament, das sie feiern werden, und die Bedingungen, unter denen sie es feiern werden. Sie gibt ihnen und dem Priester Hinweise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) und d) Drittens und viertens werden wir uns auf die Vorbereitung auf das Sakrament (den Hochzeitstag) konzentrieren und den Brautleuten helfen, sich durch das Sakrament der Beichte mit Gott zu vers\u00f6hnen. Es sei darauf hingewiesen, dass einige von ihnen schon lange nicht mehr zur Beichte gegangen sind, so dass sie in diesen Momenten vor der Hochzeit einen optimalen Zeitpunkt haben, um die Barmherzigkeit Gottes in ihrem Leben zu erfahren. Die Begleitung des Priesters vor und w\u00e4hrend der Beichte, die den Rhythmus und den Grad des Glaubens des P\u00f6nitenten ber\u00fccksichtigt, ist wesentlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>2.- Erkennen und Integrieren: <\/em>Wir sind daf\u00fcr, dass in diese Phase der Integration in die kirchliche Gemeinschaft die \"Verlobtengruppen\", die in vielen Pfarreien gebildet werden, der Ehevorbereitungskurs und das Ausf\u00fcllen des Dossiers eingeordnet werden. Erstens, weil es der Moment ist, in dem das verlobte Paar, das wir individuell vorbereitet haben, mit anderen Paaren zusammenkommt, die ihnen \u00e4hnlich sind, sich aber auch von ihnen unterscheiden, was das Alter, die Lebensumst\u00e4nde, die Kultur usw. angeht, ein Moment von gro\u00dfem Reichtum f\u00fcr alle, auch f\u00fcr den Priester. Wenn sie also zum Ehevorbereitungskurs kommen, haben sie ihre Berufung bereits erkannt und sind in die kirchliche Gemeinschaft integriert, die sie aufgenommen hat, und sind in der Lage, eine gro\u00dfe Offenheit und Verf\u00fcgbarkeit gegen\u00fcber den Informationen und Erfahrungen zu entwickeln, die ihnen weiterhin vermittelt werden. In der Tat haben uns einige von ihnen in der Umfrage, die wir am Ende des Cursillo gemacht haben, gesagt, dass sie noch nie zuvor die Mutterschaft der Kirche so erlebt haben wie in der Gruppe f\u00fcr Paare und im Cursillo vor der Hochzeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gruppen f\u00fcr verlobte Paare ben\u00f6tigen wie die Gruppen f\u00fcr verheiratete Paare mindestens eine monatliche Begleitung und Regelm\u00e4\u00dfigkeit, damit Zeit f\u00fcr das Gebet, eine gewisse Weiterbildung und Zeit f\u00fcr den Austausch bleibt: Letzteres ist vielleicht die gr\u00f6\u00dfte Bereicherung.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Wichtigste f\u00fcr die \u00dcbermittlung und Kommunikation<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was den Inhalt und die Dauer der Workshops betrifft, so gibt es so viele Formen, wie es Kirchengemeinden gibt. Wir halten es aber f\u00fcr wichtig, dass es daran nie mangelt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>-eine angemessene und systematische Behandlung der grundlegenden Aspekte der Ehe. <\/em>Ihr Charakter als nat\u00fcrliche, von Gott und der Kirche gewollte Institution, das Sakrament der Ehe, ihre Eigenschaften und Ziele, die Schwierigkeiten, die auftreten k\u00f6nnen, und wie sie zu l\u00f6sen sind, Sexualit\u00e4t und Kommunikation in der Partnerschaft, Methoden der nat\u00fcrlichen Geburtenplanung und, ganz wichtig, wie man Eheleute begleitet, die keine Kinder bekommen konnten. Die neue Naprotechnologie und die traditionelle Adoption sind Realit\u00e4ten, die bekannt sein und den Ehepartnern angeboten werden m\u00fcssen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>-Laufzeit <\/em>m\u00fcssen ausreichen, um die richtigen Inhalte liefern zu k\u00f6nnen. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist jedoch klar, dass mehrt\u00e4gige Kurse, die sich \u00fcber vier oder f\u00fcnf Wochen erstrecken, ein ideales Mittel sind, um die Verlobten besser kennen zu lernen und ihre Entwicklung im Laufe der Zeit zu beobachten; wenn man wei\u00df, wie man sie anschaut, kann man sehen, wie es ihnen geht und was sie brauchen. Die Sichtweise der Kirche ist in dieser Zeit der Ehevorbereitung sehr wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>-das Dossier der Ehefrau: <\/em>Jeder Priester entscheidet selbst, welche Fr\u00fcchte dieses Treffen mit den Brautleuten und den Trauzeugen tragen soll. Wenn wir die Fragen, die das Treffen ausmachen, als Gelegenheit nutzen, um mit ihnen \u00fcber die grundlegenden Themen der Ehe zu sprechen, machen wir es zu einem wunderbaren Moment der Transparenz und Aufrichtigkeit f\u00fcr das Brautpaar.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz gesagt, die Kirche ist aufgerufen, durch das Lehramt der P\u00e4pste und mit Hilfe der Hirten, Bisch\u00f6fe, Priester und der engagiertesten Laien den jungen Verlobten und Ehepaaren das Leben und die Wahrheit zu verk\u00fcnden, damit sie \u00fcber die materiellen Gegebenheiten hinausblicken k\u00f6nnen, um die himmlischen Realit\u00e4ten zu genie\u00dfen und auszukosten, die ihnen durch ihre Ehe auf bewundernswerte Weise zuteil werden. Sie zu ermutigen, sich darauf einzulassen, und sie zu bef\u00e4higen, zu erkennen, dass <em>\"Diejenigen, die sich auf vorzeitige sexuelle Beziehungen einlassen, k\u00f6nnen bei aller Entschlossenheit nicht garantieren, dass die Aufrichtigkeit und Treue der zwischenmenschlichen Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau gesichert und vor allem vor den Launen der Leidenschaften gesch\u00fctzt ist\".<\/em> (Kongregation f\u00fcr die Glaubenslehre, <em>Menschliche Person<\/em>). Die fleischliche Vereinigung ist nur dann legitim, wenn eine endg\u00fcltige Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau hergestellt ist. Die menschliche Liebe duldet keine \"Beweise\". Sie erfordert eine totale und endg\u00fcltige Hingabe der Personen aneinander (<em>Familiaris Consortio<\/em>, 80 y <em>Katechismus der Katholischen Kirche<\/em>, 2391).<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Zur Heiligkeit berufen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es w\u00e4re eine Ungereimtheit, wenn die Seelsorger den Verlobten nicht die allgemeine Berufung zur Heiligkeit verdeutlichen w\u00fcrden, die der Ehe zugrunde liegt. GS 48 erinnert uns mit diesen Worten daran: <em>\"Durchdrungen vom Geist Christi, der ihr ganzes Leben mit Glaube, Hoffnung und Liebe durchtr\u00e4nkt, erreichen sie (die Eheleute) immer mehr ihre eigene Vollkommenheit und ihre gegenseitige Heiligung\".<\/em>. Und GS 49,2 Punkte aus: <em>\"Um die Verpflichtungen dieser christlichen Berufung mit Best\u00e4ndigkeit zu erf\u00fcllen, ist eine vornehme Tugend erforderlich; deshalb werden die Eheleute, gest\u00e4rkt durch die Gnade f\u00fcr ein Leben in Heiligkeit, Festigkeit in der Liebe, Gro\u00dfmut des Herzens und Opfergeist pflegen und im Gebet eifrig um sie bitten\".<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts der \"harten Zeiten\", in denen wir leben, ist es unerl\u00e4sslich, Familienplattformen zu schaffen, in denen alle Bildungseinrichtungen vertreten sind: Schulen, Universit\u00e4ten als Zentren des Wissens, Pfarreien als authentische Orte des Glaubens, kirchliche Bewegungen, Familienpastoralbeauftragte, Familienberatungsstellen (COF), Familienmediationsdienste, katholische Foren im Internet und alle Personen mit dem richtigen Interesse und der richtigen Ausbildung, um <em>\"Christliche Ehen in die Welt bringen<\/em>.  Das sind wir der Welt, der Kirche und den k\u00fcnftigen Generationen schuldig....<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt keine bessere Aufgabe, keine gr\u00f6\u00dfere Herausforderung! <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hoy en d\u00eda, nos encontramos con un cambio en la fisonom\u00eda tradicional de la familia en los pa\u00edses de tradici\u00f3n cristiana. En especial en occidente, est\u00e1 cambiando a marchas forzadas. Las relaciones prematrimoniales parecen obvias para algunos y los divorcios se han convertido en algo casi normal, muchas veces consecuencia de la infidelidad conyugal. 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