{"id":49673,"date":"2025-06-21T07:03:00","date_gmt":"2025-06-21T05:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.omnesmag.com\/?p=49673"},"modified":"2025-06-25T16:37:50","modified_gmt":"2025-06-25T14:37:50","slug":"einladung-nach-san-agustin-354-430","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/recursos\/invitacion-a-san-agustin-354-430\/","title":{"rendered":"Warum Augustinus lesen"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Papst <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/nachrichten\/vatikan\/prevosts-leben-im-uberblick\/\">Leo XIV.<\/a> ist ein \"Sohn des heiligen Augustinus\" und kennt ihn als solcher gut und zitiert ihn in seinen Reden. Wer war der heilige Augustinus? Welchen Einfluss hat er noch heute auf uns?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Augustinus ist nach Ansicht vieler der gr\u00f6\u00dfte der Kirchenv\u00e4ter und einer der tiefgr\u00fcndigsten Intellektuellen der Menschheit. Sein gro\u00dfer Einfluss auf nachfolgende Denker und die Tatsache, dass sich die Studien \u00fcber ihn exponentiell vervielfacht haben, best\u00e4tigen dies. Das literarische Schaffen des heiligen Augustinus ist immens, und nur wenige seiner Schriften sind verloren gegangen: nur zehn der 93 Titel (232 B\u00fccher), die er selbst in der <em><a href=\"https:\/\/es.wikipedia.org\/wiki\/Retractaciones\">R\u00fcckz\u00fcge<\/a><\/em> drei Jahre vor seinem Tod. Augustinus' Stil macht es unm\u00f6glich, sein fr\u00fcheres Engagement f\u00fcr die Rhetorik zu vergessen: Seine Sprache ist reich an Ideen und Gleichnissen, die manchmal schwer zu \u00fcbersetzen sind, aber immer mit gro\u00dfer Aufrichtigkeit auf das antworten, was er mitteilen will, und dennoch verschm\u00e4hte er es nicht, eine vulg\u00e4re Sprache zu verwenden, wenn er sie f\u00fcr die Zuh\u00f6rer f\u00fcr geeigneter hielt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Augustinische Quellen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt vier zeitgen\u00f6ssische Quellen zu seinem Leben, anhand derer es m\u00f6glich w\u00e4re, sein Leben fast Tag f\u00fcr Tag zu rekonstruieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Die <em>Bekenntnisse<\/em>Dieses autobiografische Werk, das popul\u00e4rste aller Zeiten, das kurz nach seiner Wahl zum Bischof, zwischen 397 (Ambrosius' Tod) und 400, geschrieben wurde, ist von au\u00dferordentlichem Wert, nicht nur um seinen geistlichen Weg zu verfolgen, sondern auch als antikes Zeugnis unz\u00e4hliger Aspekte der menschlichen Psychologie, der Reaktionen des Menschen auf sich selbst, auf andere und auf Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Die <em>R\u00fcckz\u00fcge<\/em>das gegen Ende seines Lebens (427) geschrieben wurde, ist eine mit Korrekturen versehene Beurteilung seiner fr\u00fcheren Werke und eine Beschreibung der Motive, die ihn zu ihrer Abfassung veranlassten, und stellt ein grundlegendes Werk dar, um die Seele und die Motive zu kennen, die seine Schriften inspirierten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Die Briefe, die sehr zahlreich sind und in denen er Fragen beantwortet, die ihm von seinen Zeitgenossen gestellt wurden, oder sie anderen stellt, wie zum Beispiel dem Heiligen Hieronymus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Von au\u00dfergew\u00f6hnlicher Bedeutung und historischem Wert ist auch die <em>Leben des Augustinus<\/em> von Posidius, seinem Sch\u00fcler und treuen Freund, geschrieben zwischen 431 und 439.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Leben des Augustinus l\u00e4sst sich in verschiedene Abschnitte unterteilen.<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. von der Geburt bis zur Bekehrung (354-386).\u00a0<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Augustinus wurde am 13. November 354 in Tagaste (Numidien) geboren. Er studierte in Tagaste, Madaura und Karthago. Er beherrschte die lateinische Sprache und Kultur perfekt, aber weder Griechisch noch die punische Sprache. Er wurde von seiner Mutter Monica zum Christentum erzogen, lie\u00df sich aber nicht taufen. Im Alter von 17 Jahren (373) bekam er einen nat\u00fcrlichen Sohn, Adeodatus. Im selben Jahr las er die <em>Hortensius<\/em> Cicero (106-43 v. Chr.), ein heute verlorenes Werk, das eine Ermahnung zur Philosophie war und mit dem er seine R\u00fcckkehr zum Glauben begann. Kurz darauf las er auch die Heilige Schrift, wurde aber durch den schlechten Stil entmutigt, der f\u00fcr einen Lehrer der Rhetorik ungeeignet war. Zu dieser Zeit begann er, Grammatik und Rhetorik zu lehren, zun\u00e4chst in Tagaste (374), dann in Karthago (375-383) und Rom (384) und schlie\u00dflich in Mailand (Herbst 384-Sommer 386). W\u00e4hrend dieser Zeit schrieb er (380) sein erstes Werk: <em>De pulchro et apto<\/em> (verloren).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er war Anh\u00e4nger der manich\u00e4ischen Lehre, die eine radikale L\u00f6sung f\u00fcr das Problem des B\u00f6sen bot, indem sie die Wirklichkeit in zwei gegens\u00e4tzliche Prinzipien, Licht und Finsternis (Gut und B\u00f6se), aufteilte, die im Menschen koexistieren, der sie trennen muss, um gerettet zu werden. Diese Trennung erfolgt nach Ansicht der Manich\u00e4er durch die Einhaltung der drei Siegel: des Mundes (der unreine Worte und Speisen verbietet), der H\u00e4nde (die manuelle Arbeit, insbesondere die Bestellung von Feldern und das Opfern von Tieren, verbietet) und der Brust (die b\u00f6se Gedanken und die Ehe verbietet, da sie verhindert, dass sich das Licht von der Materie trennt).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Augustinus glaubte nicht fest an den Manich\u00e4ismus, obwohl er den Rationalismus, den Materialismus und den Dualismus akzeptierte, aber mit dem Studium wurde er von der Widerspr\u00fcchlichkeit der Religion der Manes \u00fcberzeugt, insbesondere nach einem Dialog mit dem manich\u00e4ischen Bischof Faustus, der ihn in Skepsis st\u00fcrzte, und als er die Predigten des heiligen Ambrosius h\u00f6rte, entdeckte er den Schl\u00fcssel zur Auslegung des Alten Testaments und kam zu der \u00dcberzeugung, dass die Autorit\u00e4t, auf die sich der Glaube gr\u00fcndet, die in der Kirche gelesene Schrift ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Von der Bekehrung zum Episkopat (386-396).\u00a0<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Oktober 385 zog sich Augustinus nach Casiciaco (vielleicht das heutige Cossago, in der Brianza) zur\u00fcck, um sich auf die Taufe vorzubereiten. Danach verzichtet er auf seine Karriere und seine Ehe. Die Lekt\u00fcre der Platoniker half ihm, die philosophischen Probleme des Materialismus und des B\u00f6sen zu l\u00f6sen, wobei ersteres von der inneren Welt ausgeht und letzteres das B\u00f6se als Mangel an Gutem interpretiert: Das B\u00f6se kommt nicht von Gott, weder direkt noch indirekt, da es ein Mangel an Sein ist und keine Ursache braucht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im November schrieb er mehrere philosophische Abhandlungen. Zwei davon heben sich als Hauptpunkte seiner Philosophie besonders hervor. Der erste ist, dass das Innere des Menschen selbst eine objektive Widerspiegelung der Wirklichkeit ist, so dass man durch das Studium der menschlichen Seele viel besser verstehen kann, was au\u00dferhalb des Menschen liegt.  Der zweite ist der Begriff der Teilhabe: Alle begrenzten G\u00fcter, die wir kennen, sind solche aufgrund der Teilhabe an dem einen h\u00f6chsten Gut, das Gott ist. Nach Augustinus ist der Glaube f\u00fcr die intellektuelle T\u00e4tigkeit notwendig, <em>crede ut intelligas<\/em>aber er glaubt, dass er die Intelligenz hat, weshalb er auch sagt <em>intellige ut credas<\/em>. In diesen beiden Ausdr\u00fccken l\u00e4sst sich das Denken des Augustinus \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Glaube und Vernunft zusammenfassen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im M\u00e4rz kehrte er nach Mailand zur\u00fcck, begann den Katechumenat und wurde am 25. April, dem Vorabend von Ostern, von Ambrosius getauft. Nach seiner Taufe beschloss er, nach Afrika zur\u00fcckzukehren, um sich dem Dienst an Gott zu widmen. Er verlie\u00df Mailand, doch in Ostia erkrankte seine Mutter Monica unerwartet und starb. Augustinus beschloss daraufhin, nach Rom zur\u00fcckzukehren, wo er sich f\u00fcr das kl\u00f6sterliche Leben und das Schreiben interessierte. Weitere philosophische Abhandlungen stammen aus dieser Zeit. Er bleibt bis Juli oder August 388 in Rom; dann reist er nach Afrika und zieht sich nach Tagaste zur\u00fcck, wo er sein Programm des asketischen Lebens in die Tat umsetzt. Er schrieb dann haupts\u00e4chlich gegen die Manich\u00e4er, wie zum Beispiel die <em>De Genesi v. Manichaeos<\/em> (388-389). Sein Sohn Adeodatus starb zu dieser Zeit (zwischen 389 und 391).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 391 ging er nach Hippo, um ein Kloster zu gr\u00fcnden, doch der Bischof erteilte ihm unerwartet die Priesterweihe. Seine ersten Predigten stammen aus dieser Zeit. Am 28. und 29. August 392 fand in Hippo der Streit mit dem Manich\u00e4er Fortunatus statt. Daraufhin schreibt er an Hieronymus und bittet um lateinische \u00dcbersetzungen der griechischen Bibelkommentare und verfasst die <em>Enarrationes in Psalmos<\/em> (die Kommentare zu den ersten 32 Psalmen im Jahr 392, schloss sie aber im Jahr 420 ab) und die <em>Psalmus contra partem Donati<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 17. Januar 395 starb Theodosius und Arcadius (Osten) und Honorius (Westen) wurden zu Kaisern ernannt. Im selben oder im darauffolgenden Jahr (395-396) empfing er die Bischofsweihe, war eine Zeit lang Koadjutor des Valerius und ab 397 Bischof von Hippo. Danach verlie\u00df er das Laienkloster, gr\u00fcndete aber ein Klerikerkloster im Haus des Bischofs.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Vom Episkopat bis zur Pelagianischen Kontroverse (396-410).\u00a0<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine bisch\u00f6fliche T\u00e4tigkeit war intensiv: Er predigte ununterbrochen, nahm an bisch\u00f6flichen Gerichtsverhandlungen teil, k\u00fcmmerte sich um die Armen, Kranken und Waisen, um die Ausbildung des Klerus, die Organisation der Kl\u00f6ster, unternahm viele lange Reisen, um an afrikanischen Konzilien teilzunehmen, griff ohne Unterlass in die Polemik gegen Manich\u00e4er, Donatisten, Pelagianer, Arianer und Heiden ein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Donatismus, nach dem Namen eines seiner ersten Vertreter, Donatus, die erste schismatische Bewegung, wurde zur erkl\u00e4rten H\u00e4resie: Diejenigen, die sich w\u00e4hrend der Verfolgung durch Diokletian f\u00fcr korrektes Verhalten hielten, lehnten diejenigen als Seelsorger ab, die sie in der Verfolgung schwanken sahen, und schufen eine eigene Hierarchie, die die Zahl der Bisch\u00f6fe verdoppelte. Beide appellierten an die kaiserliche Autorit\u00e4t, die wiederholt zugunsten der katholischen Hierarchie entschied. Doch die donatistischen Bisch\u00f6fe respektierten keine der kaiserlichen Entscheidungen, bis sich Konstantin zu einer gewaltsamen Unterdr\u00fcckung entschlie\u00dfen musste. Der Donatismus hatte au\u00dferhalb Afrikas keinen Einfluss, aber er war noch hundert Jahre sp\u00e4ter, zur Zeit des Augustinus, lebendig, und es scheint, dass er bis zum Aussterben des Christentums, das mit den Vandalen begann und mit den Muslimen endete, nicht verschwunden ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Augustinus musste die Debatte mit Proculianus, dem Donatisten-Bischof von Hippo, und anderen Donatisten organisieren (395-396). Seine Lehre \u00fcber die Kirche ist besonders aufschlussreich. Die Kirche der Donatisten kann nicht die wahre Kirche sein, denn Einheit, Heiligkeit, Apostolizit\u00e4t und Katholizit\u00e4t sind in ihr nicht zu finden. Au\u00dferhalb der Kirche gibt es keine Rettung. Obwohl es in ihrem Scho\u00df S\u00fcnder gibt, ist die Kirche heilig. Was die Taufe und die Sakramente im Allgemeinen betrifft, lehrt Augustinus, dass ihre G\u00fcltigkeit nicht von der Heiligkeit desjenigen abh\u00e4ngt, der sie spendet, denn ihre Wirksamkeit kommt von Christus, nicht vom Spender. Zu dieser ersten Phase seines Episkopats geh\u00f6rt auch die <em>De doctrina christiana<\/em> (fertiggestellt 426), das man als Einf\u00fchrung in die Heilige Schrift bezeichnen k\u00f6nnte, in der er sich mit dem heidnischen Wissen befasst, das zum Studium der Bibel, ihrer Auslegung und ihrer Verwendung in der Predigt notwendig ist, und gleichzeitig ein Schema f\u00fcr die christliche Erziehung vorschl\u00e4gt, das sich auch die heidnische Kultur zunutze macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dieser Zeit stammen auch andere Werke gegen die Manich\u00e4er und die <em>Bekenntnisse<\/em> (397-400). Im Jahr 399 wurde die <em>De Trinitate<\/em>. Augustinus' Darstellung der Dreifaltigkeit ist klarer und tiefgr\u00fcndiger als die der vorhergehenden V\u00e4ter. Getreu seinem Grundsatz, im Inneren des Menschen das Licht zu suchen, um das \u00c4u\u00dfere zu verstehen, erkl\u00e4rt er, dass die menschliche Seele in ihren drei F\u00e4higkeiten - Ged\u00e4chtnis, Intelligenz und Wille - eine \u00c4hnlichkeit mit der Dreifaltigkeit besitzt. Daher geht der Sohn vom Vater durch die Intelligenz aus, wie schon Tertullian gesagt hatte, und der Heilige Geist geht vom Vater und vom Sohn durch den Willen oder die Liebe aus. Am 7.-12. Dezember 404 hatte er eine \u00f6ffentliche Debatte mit Felix dem Manich\u00e4er.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Die pelagianische Polemik (410-430).\u00a0<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 24. August 410 pl\u00fcnderte Alarich Rom und Pelagius ging nach Hippo. Augustinus war die Seele des Konzils von 411 zwischen Katholiken und Donatisten und der Hauptverantwortliche f\u00fcr die L\u00f6sung der pelagianischen Kontroverse. Ende dieses Jahres erhielt er die Nachricht von der Verbreitung der pelagianischen Lehren in Karthago und der Verurteilung von Celestius in einem Prozess, an dem Augustinus nicht teilgenommen hatte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kontroverse \u00fcber die Gnade wurde nur unter Bisch\u00f6fen und Fachleuten ausgetragen, ohne dass das Volk in irgendeiner Weise beteiligt war. Schematisch k\u00f6nnte man sagen, dass Pelagius die Ansicht vertrat, dass der Mensch aus eigener Kraft Gutes tun und B\u00f6ses vermeiden kann und dass die S\u00fcnde Adams als solche nicht auf seine Nachkommen \u00fcbertragen wird: f\u00fcr sie ist sie nur ein schlechtes Beispiel. In Afrika wurde Pelagius vom heiligen Augustinus bek\u00e4mpft, der im Rahmen der Kontroverse die Lehre entwickelte, die ihm sp\u00e4ter den Titel des <em>Doktor der Gnade<\/em>. Diese Lehre besteht im Wesentlichen in der Behauptung, dass der Mensch in einem Zustand der urspr\u00fcnglichen Gerechtigkeit, der Unschuld, geschaffen wurde, den Adam f\u00fcr sich und seine Nachkommen mit der Erbs\u00fcnde verloren hat: Alle Menschen haben sich die Schuld zugezogen, weil alle in Adam ges\u00fcndigt haben und dazu gemacht wurden <em>Verdammnisbirne<\/em>. Diese S\u00fcnde wird von Generation zu Generation weitergegeben und verursacht eine Trennung von Gott, die durch die Taufe geheilt wird: Der Mensch braucht g\u00f6ttliche Hilfe, um \u00fcbernat\u00fcrlich verdienstvolle gute Werke zu vollbringen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein besonders bekanntes Werk von Augustinus ist <em>Die Stadt Gottes<\/em>Es ist zum Teil eine Apologetik, in der das klassische Thema, dass die Christen die Ursache allen \u00dcbels sind, in diesem Fall der Untergang des R\u00f6mischen Reiches, mit einer F\u00fclle von Fakten und Argumenten bek\u00e4mpft wird. Dar\u00fcber hinaus bietet es einen \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte, den fr\u00fchesten bekannten, mit einer dramatischen Note, die nicht ohne Bedeutung ist; der rote Faden ist der Kampf zwischen der Stadt Gottes und der irdischen Stadt, zwischen Glaube und Unglaube, zwischen Gut und B\u00f6se, ob sie noch auf der Erde sind oder sie bereits verlassen haben. Diejenigen, die der einen oder der anderen Stadt angeh\u00f6ren, sind sowohl in der Kirche als auch in der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft vermischt und werden erst am Tag der Abrechnung endg\u00fcltig voneinander getrennt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der letzten Lebensphase des Augustinus \u00fcberwiegen die anti-pelagianischen Werke. Von 413-415 haben wir die <em>De natura et gratia<\/em>. Im Jahr 416 nahm Augustinus am Konzil von Milevi (September-Oktober) teil, auf dem Pelagius und sein Sch\u00fcler Celestius verurteilt wurden. Am 27. Januar 417 verurteilt Innozenz I. Pelagius und Coelestius. Am 18. M\u00e4rz wird Papst Zosimos gew\u00e4hlt, der den Fall Pelagius erneut pr\u00fcft und verk\u00fcndet, dass die r\u00f6mische Synode Pelagius und Celestius freigesprochen hat. Nach einem Briefwechsel zwischen Afrika und Rom \u00fcber die Pelagianer werden Celestius und Pelagius im Jahr 418 exkommuniziert und aus Rom vertrieben. Im Sommer wurde die Enzyklika (<em>Tractoria<\/em>) von Zosimos, in dem der Pelagianismus feierlich verurteilt wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Augustinus wird in der Folge verschiedene polemische Aspekte kl\u00e4ren. In den Jahren 426-427 schreibt er <em>De gratia et libero arbitrio<\/em> und in den Jahren 428-429 die <em>Retractationes<\/em>. Augustinus starb am 28. August 430, im dritten Monat der Belagerung von Hippo durch die Vandalen. Wahrscheinlich in der Kathedrale begraben, wurden seine sterblichen \u00dcberreste zun\u00e4chst nach Sardinien und dann nach Pavia \u00fcberf\u00fchrt, wo sie sich heute befinden. Seine Werke erfreuten sich zunehmender Verbreitung und Popularit\u00e4t und hatten einen wirksamen und tiefgreifenden Einfluss auf die philosophischen und theologischen Vorstellungen, das Recht sowie das politische und soziale Leben. Durch seinen Einfluss auf die mittelalterliche und sp\u00e4tere Kultur ist Augustinus einer der gro\u00dfen Architekten Europas.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erfahren Sie mehr:<\/h2>\n\n\n<div class=\"omnes-block-ficha-vertical\">\n\t<div class=\"content\">\n\t\t<h2>Einladung zur Patrologie. Wie die Kirchenv\u00e4ter die Bibel gelesen haben.<\/h2>\n\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/edition-116323-295x450-1.jpg\" \/>\n\t\t<div class=\"v\"><strong>Autor<\/strong>: Jeronimo Leal<\/div><div class=\"v\"><strong>Leitartikel<\/strong>: Rialp<\/div><div class=\"v\"><strong>Anzahl der Seiten<\/strong>: 328 <\/div>\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.rialp.com\/media\/ediciones_rialp\/images\/edition-116323.jpg\">&nbsp;<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>El Papa Le\u00f3n XIV es \u201chijo de San Agust\u00edn\u201d y, como tal, lo conoce en profundidad y lo cita en sus intervenciones. \u00bfQui\u00e9n fue San Agust\u00edn? \u00bfQu\u00e9 influjo sigue ejerciendo en nuestros d\u00edas? San Agust\u00edn es, seg\u00fan muchos, el m\u00e1s grande de los Padres y una de las inteligencias m\u00e1s profundas de la humanidad. 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