{"id":50304,"date":"2025-07-02T06:00:00","date_gmt":"2025-07-02T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.omnesmag.com\/?p=50304"},"modified":"2025-06-23T12:08:00","modified_gmt":"2025-06-23T10:08:00","slug":"funftes-evangelium-jesus-und-archaologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/quinto-evangelio-jesus-y-arqueologia\/","title":{"rendered":"Das \"F\u00fcnfte Evangelium\": Jesus und die Arch\u00e4ologie"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und w\u00e4hrend des gesamten 20. Jahrhunderts hat es vor allem dank der unerm\u00fcdlichen Arbeit christlicher Arch\u00e4ologen (in erster Linie Franziskaner) und israelischer Juden unz\u00e4hlige arch\u00e4ologische Entdeckungen im Heiligen Land gegeben. Die Arch\u00e4ologie hat in der Tat die Entwicklung der \"Dritten Suche\" und die historische Erforschung der Gestalt Jesu und seines sozialen, religi\u00f6sen und kulturellen Kontextes beg\u00fcnstigt, insbesondere nach der Entdeckung der <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/ressourcen\/qumran-bibel-auf-tablette\/\">Qumran-Manuskripte<\/a> (1947). In der Tat wird heute oft gesagt, die Arch\u00e4ologie sei ein \"f\u00fcnftes Evangelium\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Artikel berichten wir \u00fcber einige der wichtigsten Erkenntnisse, die einige der Einw\u00e4nde hartn\u00e4ckiger Kritiker entkr\u00e4ften.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Jesus hat nicht existiert, weil Nazareth nie existiert hat!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis in die 1960er Jahre gab es Leute, die die Existenz Jesu leugneten, weil Nazareth in den hebr\u00e4ischen Schriften nicht erw\u00e4hnt wird und nie eine Spur von ihm gefunden worden war. Professor Avi Jonah von der Hebr\u00e4ischen Universit\u00e4t Jerusalem entdeckte jedoch 1962 in den Ruinen von Caesarea Maritima (Hauptstadt der r\u00f6mischen Provinz Jud\u00e4a) eine Marmorplatte mit einer hebr\u00e4ischen Inschrift aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., in der der Name Nazareth erw\u00e4hnt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In denselben Jahren wurden bei Ausgrabungen in der N\u00e4he der Geburtsbasilika das alte Dorf Nazareth und das Haus der Jungfrau Maria (der Ort, an dem im Evangelium die Verk\u00fcndigung geschildert wird) freigelegt. Schlie\u00dflich haben j\u00fcngste Ausgrabungen israelischer Teams ebenfalls in Nazareth nicht nur ein Haus aus der Zeit Jesu in der N\u00e4he des \"Hauses Marias\" freigelegt, sondern auch das m\u00f6gliche Familienhaus von Jesus, Josef und Maria.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>D\u00f6rfer am See Genezareth? Nicht ein Schatten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ersten, die am See Genezareth gr\u00f6\u00dfere Ausgrabungen durchf\u00fchrten, waren ab den 1960er Jahren Arch\u00e4ologen wie der Franziskaner Virgilio Sorbo, der das Dorf Kapernaum ausgrub, das Haus des Petrus und die ber\u00fchmte byzantinische Synagoge entdeckte, die heute noch zu sehen ist und unter der sich eine r\u00f6mische Synagoge befindet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch 1996 fand ein Team unter der Leitung des israelisch-j\u00fcdischen Arch\u00e4ologen Rami Arav die \u00dcberreste des evangelischen Dorfes Bethsaida Iulia (das Fischerdorf, aus dem einige der J\u00fcnger Jesu stammten).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was ist mit Synagogen? Sie existierten nicht<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">J\u00fcngste Entdeckungen haben gezeigt, dass zur Zeit Jesu selbst das kleinste Dorf in Pal\u00e4stina eine Synagoge besa\u00df. Neben Kapernaum wurden seit den 1960er Jahren zahlreiche weitere Synagogenbauten in und um die pal\u00e4stinensische Region entdeckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie k\u00f6nnte man nicht die beiden k\u00fcrzlich in Magdala (in der N\u00e4he von Kapernaum) gefundenen Funde erw\u00e4hnen, die ebenfalls aus dem 1. In Magdala wurde auch ein intaktes Fischerboot aus der gleichen Zeit entdeckt, das den in den Evangelien beschriebenen Booten sehr \u00e4hnlich ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Pontius Pilatus? Eine Erfindung!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1961 entdeckten italienische Arch\u00e4ologen unter der Leitung von Antonio Frova ebenfalls in Caesarea eine Kalksteinplatte mit einer Inschrift, die sich auf \"Pontius Pilatus Praefectus Judaea\" bezieht. Der Steinblock, der seither als \"Pilatus-Inschrift\" bekannt ist, muss an der Au\u00dfenseite eines Geb\u00e4udes gefunden worden sein, das Pontius Pilatus, Pr\u00e4fekt von Jud\u00e4a, f\u00fcr den Kaiser Tiberius errichten lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis zum Zeitpunkt seiner Entdeckung wurde seine Existenz angezweifelt, obwohl sowohl Josephus Flavius als auch Philo von Alexandria Pontius Pilatus erw\u00e4hnt hatten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Johannesevangelium? \"Geistige\" Dinge!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nicht nur das. Dies best\u00e4tigen unter anderem zwei au\u00dfergew\u00f6hnliche arch\u00e4ologische Entdeckungen: der Teich von Bethesda (heute der Schrein von St. Anne) und der \"Lithostrotos\", beide in der N\u00e4he der Tempelpromenade in Jerusalem. Ihre Spuren waren verloren gegangen, aber sie kamen genau an dem Ort ans Licht, an dem sie von den <a href=\"https:\/\/www.conferenciaepiscopal.es\/biblia\/juan\/\">Johannesevangelium<\/a> und entsprach perfekt seiner Beschreibung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Teich hat f\u00fcnf S\u00e4uleng\u00e4nge, wie in der Episode des Gel\u00e4hmten (Joh 5,1-18) erz\u00e4hlt wird, die sich im \"Bew\u00e4hrungsbecken\" befinden und ein gro\u00dfes, etwa 100 Meter langes und 62 bis 80 Meter breites Becken umgeben, das auf allen vier Seiten von B\u00f6gen umgeben ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \"Lithostrotos\" hingegen ist ein gepflasterter Hof von etwa 2.500 m2, gepflastert nach r\u00f6mischem Brauch (\"lithostroton\"), mit einem h\u00f6her gelegenen Platz, \"gabbath\u00e0\" (Joh 19,13), der einem T\u00fcrmchen entsprechen k\u00f6nnte. Die Lage in der N\u00e4he der Festung Antonia (nordwestliche Ecke der Tempelpromenade) und die Art der gefundenen \u00dcberreste erlauben es, den Ort zu identifizieren, an dem der Praefectus sa\u00df, um sein Urteil zu f\u00e4llen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Es gibt keine Hinweise darauf, wie der Tempel zur Zeit Jesu ausgesehen hat.<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Bereich des 70 n. Chr. von Titus zerst\u00f6rten Tempels haben die Arch\u00e4ologen die Eing\u00e4nge zur Esplanade mit dem doppelten und dreifachen Tor im S\u00fcden freigelegt und die monumentalen \u00dcberreste im Westen ans Licht gebracht, zu denen eine gepflasterte Stra\u00dfe mit Gesch\u00e4ften und die Fundamente zweier B\u00f6gen geh\u00f6ren: der Robinson-Bogen, der eine Treppe st\u00fctzte, die von der darunter liegenden Stra\u00dfe hinauff\u00fchrte, und der Wilson-Bogen, der eine gr\u00f6\u00dfere Spannweite hatte und den Tempelberg direkt mit der Oberstadt verband.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grundriss der als \"Salomo\" bezeichneten S\u00e4ulenhalle ist ebenfalls bekannt, ebenso wie andere gestaffelte Stra\u00dfen, die von Osten her, vom Bereich des Teiches von Siloam, hinauff\u00fchrten. All dies stimmt mit den Beschreibungen der Evangelien \u00fcberein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wir wissen nicht, wie die Kreuzigung durchgef\u00fchrt wurde.<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am wichtigsten ist die Entdeckung von 335 Skeletten von Juden aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. im Jahr 1968 in einer H\u00f6hle in Giv'at ha-Mivtar, n\u00f6rdlich von Jerusalem. Nach medizinischen und anthropologischen Analysen der Knochen handelte es sich um M\u00e4nner, die eines gewaltsamen und traumatischen Todes gestorben waren (vermutlich gekreuzigt w\u00e4hrend der Belagerung im Jahr 70 n. Chr.). In einem steinernen Beinhaus in derselben H\u00f6hle, das den Namen eines gewissen Yohanan ben Hagkol tr\u00e4gt, befanden sich die \u00dcberreste eines jungen Mannes im Alter von etwa 30 Jahren, dessen rechte Ferse noch mit einem 18 cm langen Nagel an die linke genagelt war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beine waren gebrochen, eines davon glatt, das andere mit zertr\u00fcmmerten Knochen: Dies war der erste dokumentierte Beweis f\u00fcr die Anwendung des \"crurifragium\" (Brechen der Beine des Gekreuzigten). Diese Knochenfunde veranschaulichen die r\u00f6mische Kreuzigungstechnik des 1. Jahrhunderts, die in diesem Fall darin bestand, die H\u00e4nde an den horizontalen Balken (\"patibulum\") zu binden oder zu nageln und die F\u00fc\u00dfe mit einem einzigen Eisennagel und einem Holzd\u00fcbel an den vertikalen Pfosten zu nageln (ein St\u00fcck Akazienholz wurde zwischen dem Kopf des Nagels und den Knochen der F\u00fc\u00dfe dieses Yohanan gefunden, w\u00e4hrend an der Spitze ein Splitter des Olivenholzes befestigt war, aus dem das Kreuz gefertigt war).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Gekreuzigten wurden von den R\u00f6mern nicht begraben, also auch Jesus nicht!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In anderen Regionen des R\u00f6mischen Reiches wurden die zum Tode Verurteilten zwar an den Kreuzen verrotten gelassen oder von den V\u00f6geln gefressen, und dann wurden die \u00dcberreste weggeworfen oder in Massengr\u00e4bern bestattet, aber nicht so in Israel. Hier wurden die Verurteilten aufgrund eines religi\u00f6sen Gebots immer von den Kreuzen entfernt: \"Wenn ein Mensch ein todesw\u00fcrdiges Verbrechen begangen hat und du ihn zum Tode verurteilt und an einen Baum geh\u00e4ngt hast, soll sein Leichnam nicht die ganze Nacht am Baum bleiben, sondern du sollst ihn noch am selben Tag begraben; denn der Galgen ist ein Fluch Gottes, und du sollst das Land, das der Herr, dein Gott, dir zum Erbe gibt, nicht entweihen\" (Dtn. 21:22-23), was von den Evangelien und dem j\u00fcdischen Gelehrten David Flusser best\u00e4tigt und sp\u00e4ter durch die Entdeckung von Giv'at ha-Mivtar best\u00e4tigt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einig sind sich die Arch\u00e4ologen auch \u00fcber den Ort der Kreuzigung Jesu auf dem Felsen von Golgatha, der heute zum Heiligen Grab geh\u00f6rt. Zahlreiche Ausgrabungen haben dort ausgegrabene Gr\u00e4ber aus der Zeit vor 70 n. Chr. ans Licht gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie man sieht, bilden das Heilige Land und die Arch\u00e4ologie heute ein \"f\u00fcnftes Evangelium\".<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Desde finales del siglo XIX y a lo largo de todo el siglo XX, sobre todo gracias a la incansable labor de arque\u00f3logos cristianos (franciscanos, en primer lugar) y jud\u00edos israel\u00edes, se han producido innumerables descubrimientos arqueol\u00f3gicos en Tierra Santa. 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