{"id":5627,"date":"2020-12-02T15:49:41","date_gmt":"2020-12-02T15:49:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.omnesmag.com\/?p=5627"},"modified":"2022-02-01T16:38:52","modified_gmt":"2022-02-01T15:38:52","slug":"missasolemnis-beethoven-250-jahrestag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/actualidad\/cultura\/missasolemnis-beethoven-250-aniversario\/","title":{"rendered":"Solemnis. Beethoven zu seinem 250. Geburtstag"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>HINWEIS: Im Laufe des Artikels k\u00f6nnen Sie auf verschiedene Inhalte zugreifen, die mit den Erkl\u00e4rungen des Autors verkn\u00fcpft sind.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beethovens Taufe ist dokumentiert. Die Bescheinigung ist auf den 17. Dezember 1770 datiert. Da es Brauch war, das Kind am Tag nach seiner Geburt zu taufen, wird sein 250. Geburtstag am 16. gefeiert. Seine Zugeh\u00f6rigkeit zu irgendeiner Form der Freimaurerei scheint jedoch nicht verzeichnet zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beethovens sakrales Schaffen umfasst drei Hauptwerke: das Oratorium <em>Jesus auf dem \u00d6lberg<\/em>Op. 85; die Messe in C-Dur, Op. 86 und die <em>Missa solemnis<\/em> D-Dur, op. 123. F\u00fcr die Neulinge: Nach Beethovens eigener Aussage ist sein Hauptwerk, das gr\u00f6\u00dfte, das vollendetste, keine seiner Symphonien (die F\u00fcnfte, die Neunte...), keines seiner Konzerte und auch nicht seine einzige Oper (<em>Fidelio<\/em>), aber die <em>Missa solemnis<\/em>. Deshalb versuche ich auf diesen Seiten, mich darauf zu konzentrieren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"en-contexto\"><strong>Im Kontext<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die sakrale Musik, insbesondere die wahre liturgische Musik, muss eine Exegese des Mysteriums sein. Weil sie weiter gehen kann als Worte, ist die Musik in der Lage, uns tiefer in die F\u00fclle und Intimit\u00e4t des in der Liturgie gegenw\u00e4rtigen Christus hineinzuziehen. Die Frage, die man sich stellen muss, lautet also: <em>Was steht da?<\/em> Beethovens sakrale Inszenierung?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Protagonist ist nicht \u00fcber die Grundschule hinausgekommen. Es ist jedoch bekannt, dass er ein eifriger Leser der Klassiker und der Schriftsteller seiner Zeit wurde, unter anderem von Kant. Zu welcher Synthese w\u00fcrde er in seinem Kopf kommen, mit einer katholischen Kindheit, aber ohne die kritische F\u00e4higkeit, die tiefere Studien mit sich bringen, mit solchen Lekt\u00fcren... und mit der Revolution, die Wien besetzt?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">J.S. Bach und der Barock liegen erst 1750 hinter uns; Mozart ist nur 14 Jahre \u00e4lter als Beethoven; Schubert, obwohl j\u00fcnger als er, stirbt fast zur gleichen Zeit; und die Musiksprache hat sich in ihren Grundz\u00fcgen ver\u00e4ndert. Au\u00dferdem kannte Bach seine (lutherische) Liturgie, aber kann man sagen, dass Beethoven, der dem Klerus und allem, was nach institutioneller Kirche klang, abgeneigt war, seine kannte? Es sollte bekannt sein, dass Schubert, als er das <em>Credo <\/em>In seinen Messen l\u00e4sst er einige Phrasen aus. Beethoven geht nicht bis zu diesem Extrem, aber es ist wichtig zu wissen, wohin er gehen will. Das ist die Frage. Wir sollten nicht vergessen, dass Beethoven ein Meister f\u00fcr seine <em>Art zu sagen<\/em>Er wei\u00df, wie er sagen kann, was er sagen will.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"obra-sacra\"><strong>Heilige Arbeit<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von seiner Geburtsstadt Bonn kam Beethoven 1792 nach Wien, wo er sich bis zu seinem Tod (1827) niederlie\u00df. Er kam, um bei F.J. Haydn zu studieren. Im Jahr 1796, die ersten Symptome seines H\u00f6rverm\u00f6gens, die Trag\u00f6die eines tauben Musikers (!). In den Jahren 1802-1803 wird ihm klar, dass er eines Tages sein Geh\u00f6r vollst\u00e4ndig verlieren wird. Dies ist die Zeit des herzzerrei\u00dfenden Testaments von Heiligenstadt, in dem er seine Absicht erkl\u00e4rt, sich das Leben zu nehmen, und der Komposition seines Oratoriums, <em>Jesus auf dem \u00d6lberg<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darin folgt Beethoven friedlich dem Wiener Zeitgeschmack. F\u00fcr einige ist es <em>konventionell. <\/em>Manche halten es f\u00fcr ein Selbstportr\u00e4t. Ich pers\u00f6nlich ziehe es vor, die Arbeit von jemandem zu sehen, der den Schmerz kennt und sich selbst im Jesus von Gethsemane sieht (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=RodRAljwUWY\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Klicken Sie hier, um das St\u00fcck anzuh\u00f6ren<\/a>). Zu Lebzeiten des Autors hat es einige Reaktionen hervorgerufen, mit relativem Erfolg beim Publikum, aber nicht so sehr bei den Kritikern. Der englische Dirigent Sir Simon Rattle bef\u00fcrwortet dies und sieht darin eine faszinierende Herausforderung. Heutzutage haben die letzten Passagen dieses Oratoriums eine gewisse Popularit\u00e4t erlangt und wurden zu einem <em>Halleluja<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Beethoven, der aus dieser schwierigen Zeit zur\u00fcckkehrte, erkl\u00e4rte, er habe sich bereits vorgenommen <em>ein neuer Weg<\/em>Der Komponist steht nun im Mittelpunkt seiner Werke. Der Komponist steht nun im Mittelpunkt seiner Werke. Dies ist die Zeit der Symphonie Nr. 3, <em>Heldenhaft<\/em>aus der Klaviersonate <em>Appassionata<\/em> und die Messe in C-Dur (1807). Dieses Werk wurde von F\u00fcrst Nikolaus Esterh\u00e1zy in Auftrag gegeben. Der F\u00fcrst, der vielleicht an den Stil eines konservativen Haydn gew\u00f6hnt war, dessen M\u00e4zen er gewesen war, erkl\u00e4rte sich <em>\"w\u00fctend und verwirrt\".<\/em> mit dieser Arbeit. Beethoven war jedoch mit dem Werk zufrieden, als er an den Verleger schrieb: <em>\"Ich m\u00f6chte nichts \u00fcber meine Messe sagen, aber ich denke, ich habe den Text so selten wie m\u00f6glich behandelt\".<\/em> (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-yfj6jVglok\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">H\u00f6ren Sie hier Op. 86<\/a>).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"la-missa-solemnis\"><strong>Die<em> Missa solemnis<\/em><\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 1815 erlebte Beethoven eine weitere Krise, aus der er noch einmal kraftvoll hervorging, um seine letzte kompositorische Periode in Angriff zu nehmen, in der er Werke von unvergleichlicher Tiefe schrieb. Zu dieser Periode geh\u00f6ren einige Quartette, die Neunte Symphonie und die <em>Missa solemnis<\/em>. Seine kompositorischen Ressourcen sind bereits voll ausgesch\u00f6pft und seine Taubheit wird ihren H\u00f6hepunkt erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein bekannter sozialer Denker und Musikwissenschaftler hat einen Teil seiner Arbeit der Musikkritik Beethovens gewidmet. Es ist allgemein bekannt, dass er seit Jahren an einer Klassifikation von Beethovens Werken arbeitet. Aber seine Versuche sind immer wieder an ein und demselben Hindernis gescheitert, dem <em>Missa solemnis<\/em>. Sie entsprach nicht seinen Kriterien, so reichhaltig und ausgefeilt sie auch sein mochten. Nach reiflicher \u00dcberlegung geschah das, was zu erwarten war: Er war \u00fcber die Existenz dieses Werkes schockiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Anlass der <em>Missa<\/em> war die Nachricht, dass der Erzherzog Rudolf von Habsburg, Beethovens Sch\u00fcler und F\u00f6rderer, zum Bischof von Olm\u00fctz geweiht werden sollte. Der Komponist begann 1818 mit der Arbeit an dem Werk, um es im M\u00e4rz 1820 zu diesem Anlass urauff\u00fchren zu k\u00f6nnen. <em>\"Der Tag, an dem meine feierliche Messe zum Fest Seiner K\u00f6niglichen Hoheit stattfindet, wird der gl\u00fccklichste Tag meines Lebens sein, und Gott wird mich erleuchten, damit meine schwachen F\u00e4higkeiten zur Verherrlichung dieses feierlichen Tages beitragen\".<\/em>. Der Umfang der Komposition war \u00fcberw\u00e4ltigend, und der Erzherzog selbst beruhigte Beethoven und ermutigte ihn, sein Werk ohne Eile zu vollenden. Die Partitur wurde 1822 (!) fertiggestellt. Wien konnte sie am 7. Mai 1824 in einem denkw\u00fcrdigen Konzert, bei dem auch die Neunte Symphonie uraufgef\u00fchrt wurde, teilweise h\u00f6ren. Unter dem Namen <em>Hymnen<\/em>wurden durchgef\u00fchrt am <em>Kyrie<\/em>die <em>Credo<\/em> und die <em>Agnus Dei<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wird gesagt, dass die <em>Missa solemnis<\/em> ist nicht liturgisch. Ein offensichtlicher Parameter ist seine \u00fcberm\u00e4\u00dfige L\u00e4nge. Das gute Gesp\u00fcr f\u00fcr liturgische Normen verlangt eine angemessene Zeit f\u00fcr die Musik im Verh\u00e4ltnis zur Feier. Anstatt in diese Diskussion einzusteigen, m\u00f6chte ich einige Hinweise geben, die helfen, etwas anderes als einen monumentalen Berg von Noten zu h\u00f6ren und vor allem zu erkennen, was beabsichtigt ist <em>sagen<\/em> diese Musik. Ich werde mich auf eine klassische Studie von Professor und Freund Warren Kirkendale st\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\"Frau von Weissenthurn m\u00f6chte etwas \u00fcber die Ideen wissen, die Sie der Komposition Ihrer Messe zugrunde legen\".<\/em>. Das ist ein Satz, den man in der <em>Konversationsbrosch\u00fcren<\/em> -die Beethoven nutzte, um mit der Versch\u00e4rfung seiner Taubheit zu kommunizieren - im Dezember 1819, als bereits viel von der <em>Missa<\/em> noch nicht abgeschlossen ist. Die Antwort ist nicht bekannt, aber sie provoziert eine Ann\u00e4herung an die <em>Missa<\/em> mit den Mitteln der musikalischen Rhetorik. Ich schlage einige \u00dcberlegungen zur <em>Gloria<\/em> und die <em>Credo <\/em>auf dieser Linie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der <em>Gloria<\/em>einige der in den Rubriken vorgeschriebenen Gesten haben ihre Best\u00e4tigung in der musikalischen Rhetorik, wie zum Beispiel der Anfang <em>Gloria in excelsis Deo<\/em> (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=aH7cehROJNA&amp;t=505s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hier ist der genaue Zeitpunkt<\/a>). Pierre Le Brun (<em>Erl\u00e4uterung der Priester und der Zeremonien der Messe<\/em>1716) erkl\u00e4rt, dass der Priester bei der Aussprache dieser Worte die H\u00e4nde mit dem Gef\u00fchl hebt <em>Bedauern<\/em> 3, 41: <em>\"Levemus corda nostra cum manibus ad Dominum in caelos\".<\/em>. Die Geste l\u00e4dt uns ein, unser Herz zu Gott zu erheben, und die Musik unterstreicht dies mit einem <em>Anabasis<\/em>d.h. die ganze Melodie steigt in einem festlichen Ton an und bleibt in der hohen Lage. <em>-Es ist eine Geste, die die Liebe zu den himmlischen Dingen schon immer getan hat, um zu zeigen, dass man sie gerne umarmen und besitzen m\u00f6chte\".<\/em>Le Brun verdeutlicht, dass man durch Beten ins Grab hinabsteigt <em>et in terra pax hominibus<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurze Zeit sp\u00e4ter, als <em>Adoramus te<\/em>wo die Rubriken eine Geste der Anbetung vorschreiben - Verneigung des Kopfes oder Kniebeugung, je nach Ort - \u00e4ndert Beethoven die Dynamik - vom <em>fortissimo<\/em> unter <em>pianissimo<\/em>- und die Tonh\u00f6he der Melodie bis hinunter zum Bass, wie er es in der <em>et in terra<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann h\u00e4lt Beethoven inne, um - wie J. Ratzinger in unseren Tagen, obwohl er noch Kardinal ist - den reizvollen Akzent auf die <em>gratias agimus tibi<\/em>Musik erfreut sich daran, Gott f\u00fcr sein Sein, seine Herrlichkeit zu danken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als n\u00e4chstes unterstreicht Beethoven die Macht Gottes <em>Pater omnipotens<\/em> in einer vehementeren Weise als traditionell \u00fcblich. Einerseits - immer auf das Wort <em>omnipotent<\/em>-Die Melodie wurde mit einem Abw\u00e4rtssprung (eine Oktave) gespielt, den Beethoven noch weiter verst\u00e4rkte (eine Zw\u00f6lftel!). Es war eine kraftvolle Geste, typisch f\u00fcr die heroische Oper. Andererseits hat der Komponist den Einsatz der Posaunen zum ersten Mal in <em>fortissimo, <\/em>bis zu diesem Augenblick. Es ist bekannt, dass Beethoven diese Posaunen erst nach der Fertigstellung der Komposition hinzugef\u00fcgt hat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lassen wir die <em>Gloria<\/em> um in die <em>Credo<\/em>auf die weiter unten noch n\u00e4her eingegangen wird. Die gleichen Posaunen der <em>omnipotent <\/em>von <em>Gloria<\/em> wird auch in der <em>judicare <\/em>von <em>Credo<\/em>um erneut die Macht Gottes zu unterstreichen. Aber fangen wir von vorne an.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Anbetracht der K\u00fcrze des Textes zu den Artikeln \u00fcber den Vater f\u00e4llt sofort auf, dass die gleiche Musik aus dem <em>Credo in unum Deum<\/em> wird in der <em>Credo in unum Dominum Iesum Christum<\/em> (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=aH7cehROJNA&amp;t=1455s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier anh\u00f6ren<\/a>). Und auch sp\u00e4ter, im Artikel \u00fcber den Heiligen Geist. Der Glaube an jede Person wird zun\u00e4chst vom Orchester vorgestellt - ein Vorrecht der G\u00f6tter und K\u00f6nige in der Oper - und von den Stimmen wiedergegeben. In diesem St\u00fcck wird das Wort <em>Credo<\/em>die in der pr\u00e4zisen Formel f\u00fcr den Sohn und den Heiligen Geist implizit enthalten ist, wird in beiden F\u00e4llen explizit gemacht. Gegen Ende wird man feststellen, dass Beethoven dieses Motiv immer dann verwendet, wenn der Glaube ausgedr\u00fcckt werden soll, auch in den letzten Artikeln.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Vater und beim Sohn l\u00e4sst sich feststellen, dass die akustische Masse mit der Zeit abnimmt. <em>invisibilium<\/em> und die <em>ante omnia saecula<\/em>die ehrf\u00fcrchtige Ehrfurcht vor der Ewigkeit und dem Geheimnis Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 250. Geburtstag im Dezember dieses Jahres und das nahende Weihnachtsfest laden uns dazu ein, uns auf einen der wichtigsten Momente zu besinnen: <em>Et incarnatus est. <\/em>Ich biete es aus der Hand eines reifen Gardiners - jetzt in einem Konzertsaal, der Royal Albert Hall in London - in einem dreimin\u00fctigen Ausschnitt an, der von <em>Qui propter nostram salutem<\/em> zu <em>Et homo factus est<\/em> (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/nNnUam9Dzxg?start=1750&amp;end=1950\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">H\u00f6ren Sie sich das St\u00fcck hier an<\/a>).<em> &nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der fromme Ton der <em>Qui propter <\/em>steht im Gegensatz zu den <em>descendit de coelis<\/em>. Die Melodie des <em>descendit<\/em> ist eine <em>Katabasis<\/em>entwickelt sich von den H\u00f6hen zu den B\u00e4ssen, um die hohe Tessitura in <em>de coelis.<\/em> Ein absteigendes orchestrales Zwischenspiel bereitet auf die <em>Et incarnatus est, <\/em>die<em> kenosis <\/em>wirksam. Es ist dann, dass ein Akkord die Neuheit provoziert. Eine subtile Ver\u00e4nderung er\u00f6ffnet ein neues akustisches Universum, kristallin, heiter, ger\u00e4umig, friedlich... (Eine Klammer f\u00fcr den Kenner: wir befinden uns im dorischen Modus, d.h. wie ein d-Moll mit erh\u00f6hter sechster Stufe und ohne Sinn). Beethoven sucht die Sprache eines der alten kirchlichen Modi, die die Musikgeschichte zwei Jahrhunderte zuvor verbannt hatte. Das Ergebnis ist ein neues Gesicht und ein neuer Charakter. Beethoven hat ganz bewusst den Gesang studiert. <em>\"der M\u00f6nche<\/em>, <em>\"um wahre Kirchenmusik zu schreiben\".<\/em> (aus Beethovens Tagebuch, 1818, zitiert von Kirkendale). Die neue Sprache <em>schmeckt anders<\/em>Und warum die dorische Tonart und nicht eine andere der alten Tonarten? Denn jeder Modus hat einen Charakter, und der dorische Modus ist der Modus der Keuschheit. Die jungfr\u00e4uliche Empf\u00e4ngnis wird schon in der Sprache deutlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich sage, dass dies <em>Et incarnatus est<\/em> ist bedeutsam, weil die obigen Aussagen - und andere, auf die ich nicht n\u00e4her eingegangen bin - dokumentiert sind und Beethovens Intentionen zeigen, und das ist es, was uns interessiert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Detail macht den Reiz der Szene aus. An <em>de Spiritu Sancto,<\/em> ein hoher Fl\u00f6tentriller. Dies geschieht in aufeinanderfolgenden Wiederholungen, nicht beim ersten Mal, wenn die M\u00e4nnerstimmen noch allein singen. Dieser Triller - hinzugef\u00fcgt von Beethoven <em>a posteriori<\/em>als die Posaunen zum <em>omnipotent<\/em>- stellt den Heiligen Geist in Form einer Taube dar, die \u00fcber der Jungfrau schwebt. Wenn sie gesund wird, tr\u00e4gt sie Fr\u00fcchte, wie der Prophet Jesaja schreibt: <em>\"Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fallen und nicht wieder dahin zur\u00fcckkehren, sondern die Erde tr\u00e4nken und sie fruchtbar machen und hervorbringen, damit sie dem S\u00e4mann Samen und dem Esser Brot gebe, so wird das Wort aus meinem Munde gehen; es wird nicht leer zu mir zur\u00fcckkehren, sondern es wird meinen Willen erf\u00fcllen und meinen Willen vollbringen\".<\/em> (Jes 55,10-11).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der dorische Modus wird in D-Dur zur\u00fcckverwandelt - die Durtonart des <em>Missa<\/em>- von der ersten Note des <em>Et homo factus est<\/em>. Es klingt brillant und ist in der Lage, nicht nur die anf\u00e4ngliche Feier der Menschwerdung des Wortes, sondern auch einen kontemplativen Moment zu vermitteln. Beethoven scheint sagen zu wollen: \"Verstehst du nicht? Es ist zu einem <em>man.<\/em> Er ist einer von uns geworden!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Al <em>Crucifixus<\/em> wieder seinen Charakter \u00e4ndert, dunkel wird, um vor Freude zu platzen in <em>Et resurrexit <\/em>und in einer neuen Version \u00fcberarbeitet werden <em>Anabasis<\/em> unter <em>Et ascendit in coelum.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei weitere Elemente dieser <em>Credo<\/em>. Die neuesten Artikel des Glaubens, von <em>Et in Spiritum Sanctum<\/em> Von nun an werden sie h\u00e4ufig diskutiert. Die Gewandtheit, mit der sie pr\u00e4sentiert werden, wird oft als Beweis f\u00fcr Beethovens Gleichg\u00fcltigkeit ihnen gegen\u00fcber, f\u00fcr den zur\u00fcckhaltenden Beethoven genommen. In mehreren F\u00e4llen erscheinen sie in einem schnellen Quasi-Rezitativ, das von einem Teil des Chors gesungen wird, w\u00e4hrend zwei andere Stimmen ein erkennbares <em>Credo, Credo <\/em>und das Orchester spielt laut. Es ist nicht leicht, die Hauptbotschaft zu verstehen. Im Gegenteil, Kirkendale zieht es vor zu denken, dass Beethoven diese Punkte f\u00fcr ausgeschlossen h\u00e4lt und mit seiner Formulierung jeden Zweifel daran zur\u00fcckweisen will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im letzten Satz \u00e4ndert sich der Diskurs: Hoffnung auf Auferstehung und ewiges Leben. Angesichts der L\u00e4nge der <em>Credo<\/em> bis zu diesem Punkt h\u00e4tte man denken k\u00f6nnen: Beethoven h\u00e4tte sich mit dem Glanz begn\u00fcgen sollen, den er der <em>Et exspecto<\/em> und haben die <em>Amen<\/em> entsprechend. Das ist keineswegs ihre Absicht. Mit dem <em>Amen<\/em> beginnt eine hochkommentierte Fuge von etwa sieben Minuten L\u00e4nge -<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/nNnUam9Dzxg?start=2312&amp;end=2741\" target=\"_blank\">dies ist das zweite Element<\/a>-. Der Beethoven, der uns vor Augen gef\u00fchrt hat, dass Christus Mensch geworden ist, will uns nun die Bedeutung der Auferstehung und des ewigen Lebens offenbaren. <em>Gloria<\/em> etwas \u00c4hnliches geschehen war, indem er eine weitere monumentale Fuge vorschlug, um den Geschmack der Herrlichkeit Gottes zu manifestieren (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/nNnUam9Dzxg?start=1288&amp;end=1585\" target=\"_blank\">hier anh\u00f6ren<\/a>)<em>. <\/em>Das Hauptthema dieser Fuge ist \u00fcbrigens ein Zitat aus der <em>Messias<\/em> von H\u00e4ndel, einem von Beethoven sehr bewunderten Komponisten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"en-conclusion\"><strong>Zusammenfassend<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Musik muss man erleben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Beethoven schon in seiner C-Dur-Messe behauptete, den Text wie keinen anderen behandelt zu haben, dann erst recht in dieser Messe. Die musikalische Rhetorik war das Instrument f\u00fcr <em>erweitern.<\/em> jedes Konzept. <em>Gloria <\/em>y <em>Credo<\/em> kann man sich als zwei monumentale Mosaike vorstellen, die ihre Einheit durch Zwischenspiele, kontrastierende Episoden und wiederkehrende Motive verweben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Sozialwissenschaftler, der versucht hatte, die <em>Missa solemnis<\/em> in seinen formalen Schemata - Sonatenhauptsatzform, Variationen, Fuge - findet er, dass es nicht passt. Die <em>Missa<\/em> Sie geht \u00fcber jede Form hinaus, denn sie betrachtet den Text und interpretiert ihn. Mit Blick auf die Liturgie stellt sich nun die grunds\u00e4tzliche Frage, ob Beethovens Methode ausreicht, um zu behaupten, dass ein Musikst\u00fcck aus dem Ordinarium des Gottesdienstes <em>Exegese des Mysteriums<\/em>Was ist der Unterschied zwischen Beethovens Art und Weise und der von Verdi in seinem <em>Requiem-Messe<\/em>die auch nicht liturgisch ist? Beethoven bereitete gerade die <em>Missa<\/em> f\u00fcr viereinhalb Jahre intensiver Arbeit. Er nutzte die Bibliothek des Erzherzogs, um sich in allen Bereichen vorzubereiten: alte Musiksprache, Musiktheoretiker, die Polyphonie Palestrinas, Theologie und Liturgie... Anton Schindler bezeugt, dass er seinen Freund <em>umgewandelt<\/em> w\u00e4hrend der Zeit, in der er bei der <em>Missa<\/em>. Aber war das alles genug?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich, f\u00fcr die <em>Verbraucher, <\/em>Qualit\u00e4tsprodukte sind nicht sofort verf\u00fcgbar. Ihr Geschmack <em>erobert wird,<\/em> den Geschmack von Bier m\u00f6gen. Voreilige Bewertungen von Musik k\u00f6nnen irref\u00fchrend sein. Musikalische Bildung ist notwendig, um sich nicht von der Attraktivit\u00e4t des Internets mitrei\u00dfen zu lassen. <em>pastoraler Erfolg<\/em> ohne Grundlage. Das ist es, was die liturgischen Normen vorschlagen... mit gro\u00dfem Sinn. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NOTA: A lo largo del art\u00edculo podr\u00e1 acceder a diferentes contenidos que enlazan con la explicaci\u00f3n del autor. El bautismo de Beethoven est\u00e1 documentado. La partida es del 17 de diciembre de 1770. Como la costumbre era bautizar a la criatura al d\u00eda siguiente de su nacimiento, el d\u00eda 16 se celebra su 250 cumplea\u00f1os. 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