{"id":64237,"date":"2026-09-11T06:00:00","date_gmt":"2026-09-11T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.omnesmag.com\/?p=64237"},"modified":"2026-09-10T09:43:09","modified_gmt":"2026-09-10T07:43:09","slug":"amar-amor-pensamiento-leonardo-polo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.omnesmag.com\/de\/firmas\/amar-amor-pensamiento-leonardo-polo\/","title":{"rendered":"Lieben und lieben. Im Lichte der Gedanken von Leonardo Polo"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch existiert aufgrund eines anderen. Niemand gibt sich selbst das Leben. Dies ist der erste Schritt, sich selbst als abh\u00e4ngiges, nicht autonomes Wesen zu akzeptieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste Reaktion auf dieses Bewusstsein der Abh\u00e4ngigkeit sollte Dankbarkeit sein. Sie ist die Annahme eines Geschenks. Daher erfordert Dankbarkeit einerseits radikale Selbsterkenntnis \u2013 die Erkenntnis des Ursprungs unseres eigenen Seins \u2013 und andererseits die Freiheit, uns selbst anzunehmen. Und ich nehme mich als geschaffenes Geschenk an. Dankbarkeit ist daher, wie G.K. Chesterton sagte, die h\u00f6chste Form des Denkens. Und ich wage zu behaupten, dass sie nicht nur eine Denkweise, sondern vor allem eine Seinsweise ist. Ich bin dankbar (oder ich bin es nicht).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Gesch\u00f6pf, das annimmt und angenommen wird, gibt man auch von sich selbst. Geben ist die Antwort des geschaffenen, pers\u00f6nlichen Wesens. Geben hei\u00dft, das Sein anzunehmen. Geben ist ein Ausdruck der Dankbarkeit f\u00fcr das Geschenk, das man ist. Ich gebe meine Annahme. Sich selbst anzunehmen ist der radikalste und freieste Akt. Sich selbst anzunehmen ist pers\u00f6nliche Freiheit. Sich selbst zuerst anzunehmen, um anschlie\u00dfend von sich selbst geben zu k\u00f6nnen; denn um zu geben, ist es notwendig anzunehmen, und um von sich selbst zu geben, ist es eine unabdingbare Voraussetzung, sich selbst angenommen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind Annahme und Geben. Wenn ein Mensch gibt, weil er sich selbst annimmt, dann offenbart sich in dieser F\u00e4higkeit zu geben die Liebe. Wenn der h\u00f6chste Ausdruck eines Menschen das Geben (das Sich-Hingeben) ist, unterstreicht das unser Wesen: zu lieben. Und lieben ist etwas anderes als Liebe. Lieben ist ein Verb, Liebe ein Substantiv. Lieben wirkt auf das pers\u00f6nliche Sein, Liebe auf sein Wesen. Lieben ist transzendent, Liebe ist wesentlich. Daher kann man sagen, dass Liebe nicht pers\u00f6nlich ist, denn Liebe ist Handeln, sie ist Geben, aber nicht Sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Geschenk anzunehmen, das wir sind, bedeutet, uns selbst als Gesch\u00f6pfe, als Personen anzunehmen. Das ist das Wesen der urspr\u00fcnglichen, angeborenen Freiheit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was kann ein Mensch geben? Er kann seine Zeit, seinen Rat, sein Leben, seine Arbeit und so weiter geben. Was ein Mensch gibt, ist seine Liebe, sein Wesen. Doch seine Liebe ist nicht seine F\u00e4higkeit zu lieben. Liebe, das, was gegeben werden kann, liegt im Bereich des Handelns. Menschliche Liebe ist die Antwort auf unser Wesen; sie ist Verantwortung: eine Antwort, die zugleich eine Gegenseitigkeit ist. Der Mensch ist nicht der Hirte des Seins, wie Heidegger sagte, sondern vielmehr derjenige, der auf die Welt reagiert, der die Welt vervollkommnet (oder verschlimmert).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wie reagieren wir? Mit Taten. Hier entsteht Ethik, als \u2026 <em>nachverfolgen<\/em> Vom Selbst zum Menschen. Werke sind nicht pers\u00f6nlich, sondern wesentlich. Ethik ist nicht Anthropologie, sondern vielmehr <em>Es geht weiter<\/em> Liebe geh\u00f6rt in den Bereich der Ethik, des menschlichen Handelns, nicht in die anthropologische, pers\u00f6nliche Ordnung. Lieben verleiht dem Handeln Sinn. Das Sein kommt zuerst. Das Handeln zuletzt. Deshalb kann Kultur, der Beitrag der Menschheit, nicht an erster Stelle stehen. Lieben schafft Kultur. Lieben erm\u00f6glicht Liebe. Nur wer liebt, gibt, nur wer etwas beitr\u00e4gt. Liebe ist nicht das Erste. Lieben kommt zuerst. Der Infinitiv ist Handlung. Und Handlung kommt zuerst; sie ist Verb, Infinitiv.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Person ist jedoch kein Verb, sondern ein Adverb. Gott ist ein Verb, er bedeutet lieben (Liebe und Liebe sind in Gott ein und dasselbe, im Menschen nicht). Gott ist Liebe (1. Johannes 4,8).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bedeutet es, dass \u201edie menschliche Person\u201c ein Adverb ist? Es bedeutet, dass die menschliche Person \u2026 <em>au\u00dferdem<\/em>. Dar\u00fcber hinaus ist es ein Adverb der Bejahung. Es wird auch h\u00e4ufig als Adverb der Hinzuf\u00fcgung oder Quantifizierung klassifiziert. Es wird verwendet, um bereits Gesagtes zu erg\u00e4nzen, mit einer Bedeutung \u00e4hnlich wie \u00abauch\u00bb oder \u00abzus\u00e4tzlich dazu\u00bb. Das hei\u00dft, \u201eadem\u00e1s\u201c begleitet weitere Informationen. Daher k\u00f6nnen wir sagen: <em>Au\u00dferdem<\/em> zu denken, <em>au\u00dferdem<\/em> verhaften, <em>au\u00dferdem<\/em> zu tun, <em>au\u00dferdem<\/em> f\u00fchlen, <em>au\u00dferdem<\/em> der Operationen und <em>au\u00dferdem<\/em> Gott. Zu sein <em>au\u00dferdem<\/em> Es bedeutet, dass diese Person ein uners\u00e4ttliches, ruheloses Wesen ist, das nie fertig ist und stets nach mehr strebt. Deshalb besitzt sie ein Gef\u00fchl der Unendlichkeit, denn es gibt immer Raum f\u00fcr Wachstum, und die pers\u00f6nliche Liebe macht dies m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe braucht einen anderen. Es gibt keine einsame Liebe. Deshalb bedeuten lieben und zusammenleben im Grunde dasselbe. Der Mensch existiert nicht allein. Die Welt, das Universum, existiert, aber nicht der Mensch. Der Mensch lebt in Koexistenz. Und er lebt in Koexistenz mit Gott, mit anderen Menschen und mit dem Universum. Er \u00f6ffnet sich allen Wesen und stellt eine Beziehung zu ihnen her, indem er sich an ihrem jeweiligen Seinsniveau misst. Auf diese Weise\u2026 <em>au\u00dferdem<\/em> In Bezug auf Gott bedeutet es, ein Sohn zu sein, eine Verwandtschaftsbeziehung und g\u00f6ttliche Abstammung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <em>au\u00dferdem<\/em> in Bezug auf andere M\u00e4nner ist es <em>Br\u00fcderlichkeit,<\/em> br\u00fcderliche Liebesbeziehung. <em>au\u00dferdem<\/em> In Bezug auf die Welt bedeutet es Verfeinerung, Personalisierung oder, genauer gesagt, Hyperteleologisierung. Diese letzte Beziehung der <em>au\u00dferdem<\/em> Die Beziehung zur Welt ist mit dem Bestreben der Menschheit verbunden, sie zu versch\u00f6nern, zu verbessern, menschlicher und pers\u00f6nlicher zu gestalten. Hypertheologisierung ist der pers\u00f6nliche Akt, der Welt und dem Menschen selbst einen h\u00f6heren Sinn zu verleihen und sie \u00fcber ihre nat\u00fcrlichen Grenzen hinaus zu erheben. Dieser Gedanke impliziert, die blo\u00dfe Teleologie oder Tugend (Hyperformalisierung) zu transzendieren und die menschlichen F\u00e4higkeiten dem Akt der Selbsthingabe und der Humanisierung des Kosmos zu widmen. Letztlich geht es darum, die Welt zu einem Ort zu machen, an dem Br\u00fcderlichkeit und Verbundenheit gedeihen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>El hombre es un ser existente por otro. Nadie se da la existencia a s\u00ed mismo. Este es el primer comienzo para aceptarse como ser dependiente, no aut\u00f3nomo. La primera reacci\u00f3n ante este conocimiento de ser dependiente deber\u00eda ser la gratitud. Se acepta un don. 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