Dies ist keine abstruse Abhandlung über eine mögliche spirituelle Wiedergeburt. Auch keine Werbung für einen Podcast. Es handelt sich um eine kurze und daher subjektive Auswahl einiger Ideen der vier Gäste aus der ViOne-Sendung ‘Contrapoder’. Die Folge hat eine Länge von 1 Stunde und 43 Minuten.
Der Moderator Carlos Padilla führte in das Thema ein. Was ist los? Folgendes passiert: Künstler sprechen über Gott, Filme erkunden die Berufung, Influencer wenden sich dem Glauben zu, und junge Menschen fühlen sich verloren und orientierungslos und beginnen wieder, sich Fragen zu stellen. Das ist keine Kleinigkeit, auch wenn das Thema bereits in den Vordergrund gerückt ist. Fata Morgana….
Die Analysten des Gremiums waren sich einig: Sie sprachen über “Katholische Mode”Das vorgestellte Konzept kann irreführend sein. Hier sind einige seiner Überlegungen zu diesem Phänomen.
1. Vermeiden Sie den Fehler, das Christentum als “Trend” zu bezeichnen.
Der Schriftsteller und Kolumnist Juan Manuel de Prada erklärt: “Der katholische Glaube stand schon immer im Widerspruch zu Trends.” Wenn wir also von einem wiedererwachten Interesse an Religion sprechen, sollten wir das nicht oberflächlich tun: “Wenn es einen katholischen Trend gibt, dann ist er eine Verfälschung, eine Trivialisierung, eine Umwandlung in sentimentales oder popkulturelles Merchandising.”.
Für De Prada dient das Beharren auf dem Wort “Mode” dazu, jegliches mögliche echte Erwachen zu unterbinden und es ins Vergängliche aufzulösen. “Diejenigen, die nicht wollen, dass dies gedeiht, machen daraus einen Trend, um es zu ersticken, bevor es überhaupt entstehen kann”, warnt sie.
“Ich bin ein riesiger Rosalía-Fan”, sagt Almudena C. Domper, Journalistin mit Schwerpunkt Unternehmenskommunikation. “Auf die Frage, ob es sich nur um eine Modeerscheinung handelt, denke ich, dass sie, falls dem so ist, wie alle Modeerscheinungen bald wieder vorbei sein wird. Gleichzeitig stimme ich aber zu, dass es nicht einfach nur irgendeine Modeerscheinung sein kann.».
2. Bei manchen Jugendlichen herrscht eine spirituelle Unruhe, eine Sehnsucht nach Transzendenz.
Obwohl Juan Manuel de Prada die Vorstellung ablehnt, das Phänomen sei lediglich eine “Modeerscheinung”, räumt er ein, dass “in einigen aufgeklärteren Teilen der Jugend tatsächlich eine vage Sehnsucht nach der Wiederentdeckung einer religiösen Tradition bestehen mag”. Es handele sich dabei um Minderheiten, betont er, denn “die große Mehrheit ist systembedingten Vorgaben unterworfen”. Doch diese Unruhe sei real. Seiner Ansicht nach “besteht ein größeres Bedürfnis nach Gott und einem spirituellen Leben; daran besteht für mich kein Zweifel.”.
Alejandro Rodríguez de la Peña, Professor für mittelalterliche Geschichte an der CEU, teilt diese Analyse aus seiner Sicht: “Es gibt eine Leere, eine desillusionierte Jugend, und diese Leere muss gefüllt werden. Sie kann auf vielfältige Weise gefüllt werden.”.
3. Es gibt Präzedenzfälle: Dieses Phänomen ist bereits in verschiedenen Ländern aufgetreten.
Professor Rodríguez de la Peña weist darauf hin, dass es in Europa bereits in den 1820er und 1930er Jahren katholische Erneuerungsbewegungen gab: in Frankreich als Reaktion auf den revolutionären Säkularismus und in England im Zuge der katholischen Renaissance. Jede Epoche, so erklärt er, erlebt diese Bewegungen auf unterschiedliche Weise: Damals waren es literarische Zirkel; heute sind es Medienpräsenz, soziale Netzwerke oder etablierte Künstler, “die darauf hinweisen, dass es einen Markt für Spiritualität gibt”.
Doch der Historiker betont einen entscheidenden Punkt: Alle diese vergangenen Renaissance-Bewegungen sind letztendlich verschwunden. “Wenn man sich ansieht, was von der englischen katholischen Renaissance übrig geblieben ist … nichts.”.
4. Risiken identifizieren: Identitätspolitik? Fragilität?
Rodríguez de la Peña warnt davor, dass ein Teil dieses Wiederauflebens mit Identitätsphänomenen zusammenhängen könnte, die vom amerikanischen “christlichen Nationalismus” beeinflusst sind, bei dem Religion zu einem kulturellen Merkmal wird und nicht unbedingt eine Suche nach Wahrheit darstellt.
Almudena C. Domper fügt hinzu: “Es mag in Mode gekommen sein, über die menschliche Seite der Spiritualität nachzudenken.” Doch ein spiritueller Trend ist genauso vergänglich wie jede kulturelle Modeerscheinung: “Wie sehr berührt dich das Trinken von Matcha wirklich im Innersten?”.
Was hier beschrieben wird, wirkt gewiss nicht zerbrechlich. Artikel“Der Film (‘Sundays’) nähert sich der Erfahrung des Glaubens, der Beziehung zu Gott, “wie einem Ehemann, wie einem Freund”, also auf eine reale Weise. Und er tut dies von außen, aber mit einer Feinfühligkeit, Würde, einem Respekt – und vielleicht einem Hauch von Staunen –, die ihm absolute Glaubwürdigkeit verleihen.”.
5. Der Wandel ist real: Die Religion kehrt in den öffentlichen Raum zurück.
Der Journalist und Schriftsteller Julio Llorente interpretiert die Rückkehr der Religion in den öffentlichen Diskurs als positives Zeichen: “In den vergangenen Jahrzehnten war die Religion auf die Tempel beschränkt. Heute wird sie offen und ganz selbstverständlich diskutiert.”.
“Ich werde mich auf Rosalías Album und den Film ‘Los Domingos’ konzentrieren, weil ich sie für ein gutes Zeichen halte. Wir sprachen ja über Marketingeffektivität. Dass die katholische Religion heutzutage als Marketingstrategie betrachtet wird, ist in der Tat ein gutes Zeichen. Ich würde Rosalías Album und dem Film ‘Los Domingos’, der mir übrigens sehr gut gefallen hat, nicht mehr Bedeutung beimessen, als ihnen gebührt.”.
Phänomene wie Rosalía oder ‘Los Domingos’ fungieren eher als kulturelle Indikatoren denn als Ursachen. “Ich weiß nicht, ob es Massenkonversionen gibt. Ich vermute nicht. Aber ich glaube, dass der Boden dafür fruchtbar ist”, sagt Llorente.
“Rosalía hat schon immer über Gott gesprochen”, sagt Almudena C. Domper. “Aber sie hat ein Album gemacht, das sich eindeutig mit der Idee Gottes oder Spiritualität auseinandersetzt. Sie gibt öffentlich an, dass sie anderthalb Jahre lang die Heiligen der Kirche studiert, Denker zitiert usw. Sie spricht seit 2017 über dieses Thema.”.
6. Unterscheiden Sie zwischen authentischer Bekehrung und oberflächlichen Erfahrungen
Die Redner sind sich einig, dass viele gegenwärtige Zugänge zum Christentum emotional oder ästhetisch geprägt sind. Julio Llorente spricht von “religiösen Touristen”: Menschen, die Gottesdienste oder Veranstaltungen besuchen, um inneren Frieden zu suchen, ohne zu verstehen, dass “das Ziel des christlichen Lebens nicht die Ruhe, sondern die Wahrheit ist, die unbequem sein kann.”.
In ähnlicher Weise betont Juan Manuel de Prada: “Der katholische Glaube ist eine Überzeugung der Vernunft. Er lässt sich nicht auf Gefühle reduzieren.” Und er warnt davor, hochemotionale evangelikale Vorbilder zu kopieren: “Das sind billige Imitationen.”.
7. Zurück zu den Grundlagen: Glaube wird von Herz zu Herz weitergegeben.
Hier stimmen die Redner vollkommen überein. Julio Llorente fragt: “Sollten wir unsere Hoffnungen auf die Evangelisierung in die Mainstream-Medien setzen oder sollten Bekehrungen von Herz zu Herz geschehen?”.
Juan Manuel Prada sagt: “Jesus Christus hätte das Telefon, das Fernsehen oder die sozialen Medien erfinden können, aber er tat es nicht. Er machte deutlich, dass der Glaube von Herz zu Herz weitergegeben wird.”.
Laut dem Kolumnisten kann keine digitale Strategie persönliche Begegnungen ersetzen. Die Kirche, so sagt er, sei schon immer auf diese Weise gewachsen. Darüber hinaus bemerkt er, dass jede spirituelle Wiedergeburt starke, ja heldenhafte Zeugen erfordert: “Das Bindemittel der religiösen Bekehrung ist das Zeugnis. Märtyrer bedeutet Zeuge.”.
8. Die Gemeinschaftsstruktur wiederherstellen: Ohne Gemeinschaft schwindet der Glaube.
Rodríguez de la Peña bringt es besonders deutlich auf den Punkt: “Der christliche Glaube wird in der Gemeinschaft gelebt. Der Scharfschütze wird ein paar Jahre hier sein und dann wird er wieder gehen.”.
Er drückte es so aus: “Es ist klar, dass der christliche Glaube in Gemeinschaft gelebt wird. Der Scharfschütze, der Fallschirmjäger, der Tourist – sie alle bleiben ein paar Jahre und gehen dann wieder. Warum? Weil man den katholischen Glauben entweder in einer Gemeinschaft lebt – und es gibt keinen anderen Weg –, sei es eine Pfarrei, eine Bewegung … was auch immer jeder Einzelne wählt, oder der Glaube stirbt.”.
Seiner Meinung nach fehlt es in Spanien an einer kirchlichen Struktur, die junge Menschen willkommen heißt, die sich zum ersten Mal dem Glauben nähern.
9. Verstehen Sie, dass digitale Technologie hilfreich ist… aber nicht ausreicht.
Obwohl alle darin übereinstimmen, dass Glaube nicht auf die digitale Welt beschränkt werden kann, hebt Almudena C. Domper eine wichtige Tatsache hervor: “Die Bibelverkäufe in Großbritannien sind in fünf Jahren um 611 % gestiegen.” Sie fügt hinzu: “Es gibt tatsächlich digitale Gemeinschaften. Sie sind zwar kein Allheilmittel, aber sie bringen viele Menschen dem Glauben näher.”.
Die Redner räumen ein, dass diese Instrumente ein erster Schritt sein können, vorausgesetzt, sie führen zu dem, was wirklich wesentlich ist: dem sakramentalen Leben und der menschlichen Begleitung.





