Glaube und Vernunft, die Aufforderung, angesichts von Gewalt und Leid “die Augen offen zu halten”, sowie der Aufruf zu einer Einstellung der Feindseligkeiten im Nahen Osten und zur Wiederaufnahme des Dialogs, insbesondere im Libanon, waren zentrale Themen in der Angelus von Papst Leo XIV. am vierten Fastensonntag.
Tatsächlich Blickpunkt Evangelium Der Papst sagte, die Lesung für diesen vierten Fastensonntag erzähle von der Heilung eines von Geburt an Blinden (vgl. Joh 9,1-41), und dass es “auffallend ist, dass seit Jahrhunderten die Ansicht verbreitet ist und auch heute noch existiert, dass Glaube eine Art “Sprung ins Ungewisse”, ein Verzicht auf das Denken sei, sodass Glauben zu haben bedeute, “blind” zu glauben.“.
“Ein Christentum mit offenen Augen”
Das Evangelium hingegen berichtet, dass im Kontakt mit Christus die Augen geöffnet werden, so dass die religiösen Autoritäten den geheilten Blinden eindringlich fragen: “Wie sind deine Augen geöffnet worden?‘ (Joh 9,10); und auch: ’Wie hat er deine Augen geöffnet?‘ (V. 26).
Der Papst ermutigte alle mit den Worten: “Wir, geheilt durch die Liebe Christi, sind aufgerufen, ein Christentum mit offenen Augen zu leben, insbesondere für das Leid anderer und die Wunden der Welt. Angesichts der vielen Fragen des menschlichen Herzens und der dramatischen Situationen von Ungerechtigkeit, Gewalt und Leid, die unsere Zeit prägen, brauchen wir einen wachen, aufmerksamen und prophetischen Glauben, einen Glauben, der uns die Augen für die Dunkelheit der Welt öffnet.“.
Leo XIV., Benedikt XVI., Jürgen Habermas
Kurz zuvor hatte der Nachfolger Petri gesagt: “Glaube ist kein blinder Akt, kein Verzicht auf Vernunft, keine Haltung einer bestimmten religiösen Überzeugung, die uns dazu bringt, unseren Blick von der Welt abzuwenden. Im Gegenteil, der Glaube hilft uns, aus Jesu Sicht zu sehen, mit seinen Augen.”.
Manche haben an dieser Stelle an die Gespräche zwischen dem deutschen Philosophen erinnert. Jürgen Habermas, Der gestern im Alter von 96 Jahren verstorbene Redner führte 2004 ein Gespräch mit Joseph Ratzinger (Benedikt XVI.), in dem dieser einräumte, dass Religion in gewisser Weise einer kritischen Kontrolle durch die Vernunft bedürfe. Im Mittelpunkt des Dialogs standen Glaube, Vernunft und Demokratie in Europa.
Habermas seinerseits räumte ein, dass Religion weiterhin eine relevante kulturelle und moralische Rolle spielt, und schlug nicht vor, sie aus dem öffentlichen Raum auszuschließen, sondern ihre ethischen Erkenntnisse in eine für alle Bürger verständliche Sprache zu übersetzen. Gleichzeitig betonte der Philosoph, dass das Verhältnis zwischen Glaube und Vernunft kein Verhältnis der Unterordnung, sondern des gegenseitigen Lernens sei.
Krieg im Nahen Osten
Bezüglich des Krieges im Nahen Osten bemerkte Leo XIV.: “Tausende unschuldige Menschen haben ihr Leben verloren, und viele andere wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Ich wiederhole mein Gebet für all jene, die Angehörige bei den Angriffen auf Schulen, Krankenhäuser und bewohnte Gebiete verloren haben.”.
“Libanon, ein Grund zur großen Sorge”
Anschließend räumte er, wie bereits am vergangenen Sonntag, ein: “Die Lage im Libanon gibt Anlass zu großer Besorgnis. Ich hoffe, dass sich Wege für einen Dialog eröffnen, die den Behörden des Landes helfen können, dauerhafte Lösungen für die gegenwärtige schwere Krise zum Wohle aller Libanesen umzusetzen.“.
Im Namen der Christen des Nahen Ostens und aller Frauen und Männer guten Willens appelliere ich an die Verantwortlichen dieses Konflikts: Stellt die Feindseligkeiten ein! Lasst uns den Dialog wieder aufnehmen! Gewalt kann niemals zu der Gerechtigkeit, Stabilität und dem Frieden führen, nach denen sich die Menschen sehnen.
Der Papst residiert nun in der Wohnung des Apostolischen Palastes.
Darüber hinaus hat Papst Leo bereits übertragen Ihre Residenz Der Papst ist, wie Matteo Bruni, Direktor des Presseamtes des Heiligen Stuhls, bestätigte, zusammen mit seinen engsten Mitarbeitern in eine Wohnung im Apostolischen Palast umgezogen. Diese umfasst mehrere Räume, darunter sein privates Arbeitszimmer, von dem aus der Papst auf dem Petersplatz den Angelus betet, eine Bibliothek und eine kleine Kapelle. Bislang hatte der Papst im Palast des Heiligen Offiziums gewohnt, wo er bereits als Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe residierte.





