Aus dem Vatikan

Leo XIV.: “Jede Berufung ist ein unermessliches Geschenk für die Kirche.”

In seiner Botschaft zum Welttag des Gebets für geistliche Berufungen 2026 bekräftigt Papst Leo XIV., dass "jede Berufung aus dem Bewusstsein und der Erfahrung eines Gottes, der die Liebe ist, entspringt".

Paloma López Campos-25. März 2026-Lesezeit: 3 Minuten
Leo XIV.

El Papa León XIV saluda a una familia después de la audiencia general del 27 de agosto de 2025 (CNS photo / Vatican Media)

Berufung ist “die Entdeckung der freien Gabe Gottes, die tief im Herzen eines jeden von uns erblüht”, bekräftigt Papst Leo XIV. in seinem Nachricht für den Welttag des Gebets für Berufungen 2026.

Der Papst verweist, dem Johannesevangelium folgend, auf Christus als den “schönen Hirten”, das heißt, “einen vollkommenen, authentischen, beispielhaften Hirten, insofern er bereit ist, sein Leben für seine Schafe zu geben und so die Liebe Gottes zu offenbaren.”.

Die Schönheit des Anrufs

Christus ist daher ein “Hirte, der fesselt”, und “wer zu ihm aufblickt, entdeckt, dass das Leben wahrhaft schön ist, wenn er ihm folgt”. Der Heilige Vater stellt jedoch klar: “Um diese Schönheit zu erkennen, genügen weder die Augen des Körpers noch ästhetische Kriterien”, sondern es bedarf zweier Bedingungen: “Kontemplation und Innerlichkeit”.

Daher können nur diejenigen Christus nachfolgen, die innehalten, zuhören, beten und seinen Blick zulassen. Und in dieser Nachfolge, so der Papst, werden wir selbst “schön”, indem wir seine Jünger werden; seine Schönheit verwandelt uns. Folglich ist “das Kennzeichen der Heiligen neben ihrer Güte die strahlende geistige Schönheit, die von denen ausgeht, die in Christus leben.‘ Durch sie, bekräftigt Leo XIV., ’offenbart sich die christliche Berufung in ihrer ganzen Tiefe: an seinem Leben teilzuhaben, an seiner Sendung mitzuwirken und in seiner Schönheit zu erstrahlen.”.

Liebesprojekt

Der Papst warnt weiter, dass eine Berufung “niemals eine Zumutung oder ein vorgegebenes Schema ist, dem man sich einfach beugen muss, sondern ein Projekt der Liebe und des Glücks”. In diesem Sinne sind Gebet und Stille notwendig, das heißt “die Sorge um das eigene Innere”. Dies ist ein Anliegen, zu dem der Papst alle ermutigt, denn “nur wenn unser Umfeld von lebendigem Glauben, beständigem Gebet und brüderlicher Begleitung erfüllt ist, kann Gottes Ruf sich entfalten und reifen und zu einem Weg des Glücks und des Heils für jeden von uns und für die Welt werden”.

Der Bischof von Rom betont die Bedeutung des Gebets, denn “jede Berufung entspringt der Erkenntnis und Erfahrung eines Gottes, der die Liebe ist”. Es ist der Herr, so der Papst, der “für jeden von uns einen einzigartigen Weg der Heiligkeit und des Dienstes geschaffen hat”, denn “er kennt uns zutiefst”. Leo XIV. bekräftigt jedoch: “Diese Erkenntnis muss stets auf Gegenseitigkeit beruhen; wir sind berufen, Gott durch das Gebet, durch das Hören auf das Wort, durch die Sakramente, durch das Leben der Kirche und durch den Dienst an unseren Brüdern und Schwestern zu erkennen.”.

Worte an junge Menschen

Dieses Wissen, so fährt er fort, “ist kein abstraktes intellektuelles oder akademisches Wissen, sondern eine persönliche Begegnung, die das Leben verändert.” Deshalb lädt der Papst junge Menschen ein, “auf die Stimme des Herrn zu hören, der sie einlädt, ein erfülltes Leben zu führen, ihre Talente fruchtbar zu machen und ihre Grenzen und Schwächen an das glorreiche Kreuz Christi zu nageln.”.

Der Papst rät jungen Menschen weiterhin Folgendes:

  • “Widme der eucharistischen Anbetung Zeit.”,
  • “Betrachte das Wort Gottes häufig, damit du es jeden Tag leben kannst.”,
  • “Beteilige dich aktiv am sakramentalen und kirchlichen Leben.”.

Durch diese Schlüssel, so versichert der Papst, “werden sie den Herrn kennenlernen und in der Vertrautheit der Freundschaft entdecken, wie sie sich anderen hingeben können, sei es auf dem Weg der Ehe, des Priestertums, des ständigen Diakonats oder im geweihten, religiösen oder weltlichen Leben.”.

Leo XIV. macht sehr deutlich, dass es sich um Berufungen handelt, denn “jede Berufung ist ein unermessliches Geschenk für die Kirche und für diejenigen, die sie mit Freude annehmen”.

Das Beispiel des heiligen Josef

“Vertrauen entsteht aus der Kenntnis des eigenen Vaters”, bekräftigt der Papst. Dies sei “wesentlich sowohl für die Annahme der eigenen Berufung als auch für deren Beharrlichkeit”. Als Beispiel nennt der Pontifex den heiligen Josef, “ein Sinnbild für uneingeschränktes Vertrauen in Gottes Plan: Er vertraute, selbst als alles um ihn herum düster und negativ erschien, als die Dinge sich scheinbar in die entgegengesetzte Richtung entwickelten, als er es vorhergesehen hatte.”.

Leo XIV. warnte zudem, dass die Berufung “ein dynamischer Reifungsprozess ist, der durch die Vertrautheit mit dem Herrn gefördert wird”. Ein Prozess, in dem man sich weiterentwickelt zu:

  • “Mit Jesus zusammen sein”,
  • “Lass den Heiligen Geist in den Herzen und in den Lebenssituationen wirken.”,
  • “Lies alles noch einmal im Lichte des empfangenen Geschenks.”.

Der Heilige Vater hebt außerdem hervor, wie wichtig es ist, “einen guten geistlichen Begleiter zu haben, der uns bei der Entdeckung und Entwicklung unserer Berufung unterstützt”.

Leo XIV. schließt mit den Worten: “Berufung ist daher kein unmittelbarer Besitz, etwas, das ein für alle Mal ‘gegeben’ wird; sie ist vielmehr ein Weg, der sich analog zum menschlichen Leben entfaltet, auf dem die empfangene Gabe, neben der Pflege, durch eine tägliche Beziehung zu Gott genährt werden muss, um zu wachsen und Frucht zu bringen.”.

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