Blickpunkt Evangelium

Um Christi würdig zu sein. Dreizehnter Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A)

Vitus Ntube kommentiert die Lesungen für den 13. Sonntag im Jahreskreis (A), der dem 26. Juni 2026 entspricht.

Vitus Ntube-25. Juni 2026-Lesezeit: 2 Minuten

Wir setzen unsere Lesung des Matthäusevangeliums fort und sehen heute die Bedingungen, um Christus würdig zu sein. Jesus sagt zu seinen Aposteln:“”Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; und wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.“. 

Man erinnert sich an die Frage, die der Bischof während des Ordinationsritus vor der Weihe der Kandidaten stellt: “Scis illos esse dignos?”, “Weißt du, ob sie würdig sind?“”Es ist eine ernste und bedeutsame Frage, nicht nur für diejenigen, die sich auf das Priestertum vorbereiten, sondern für alle, die Christus nachfolgen wollen.“.

Sind wir Christus wirklich würdig? Kann überhaupt jemand ihm wirklich würdig sein? Und was bedeutet es, Christus würdig zu sein? Christus würdig zu sein bedeutet, ihn über alle Menschen und alles zu lieben. Es bedeutet, bereit zu sein, unser Kreuz auf uns zu nehmen und ihm zu folgen, wohin er uns auch führt.

Diese Würde birgt den Widerspruch von Kosten und Belohnung. Die Kosten sind alles, und die Belohnung ist alles. Wir sind aufgerufen, alles zu geben, um alles zu gewinnen. Jesus sagt:“Wer sein Leben findet, wird es verlieren, und wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.".

Auf den ersten Blick scheint dies widersprüchlich. Im Alltag sind Verlieren und Finden Gegensätze: Was verloren ist, ist nicht mehr zu finden; was gefunden ist, ist nicht mehr verloren. Doch in unserer Beziehung zu Gott verhält es sich genau umgekehrt. Wenn wir uns für Christus aufgeben, wenn wir uns ihm ganz hingeben, dann entdecken wir wahrhaftig, wer wir sind. Nur in Christus finden wir uns vollkommen. Das ist das christliche Paradoxon.

Dieser Widerspruch zwischen Geben und Nehmen kommt auch im Thema der Gastfreundschaft zum Ausdruck, das sowohl in der ersten Lesung als auch im Evangelium präsent ist. Wir sind aufgerufen, großzügig zu geben und dankbar zu empfangen. Im Evangelium sagt Jesus zu seinen Jüngern:“Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.".

Diese Worte werden in der ersten Lesung wunderbar veranschaulicht. Eine wohlhabende Frau aus Schunem nahm den Propheten Elischa in ihr Haus auf. Aus Dankbarkeit für ihre Gastfreundschaft versprach Elischa ihr einen Sohn, und tatsächlich gebar sie im folgenden Jahr einen. Später starb das Kind plötzlich, doch Elischa erweckte es wieder zum Leben. Die Großzügigkeit dieser Frau wurde reichlich belohnt. Durch ihre Gastfreundschaft und Offenheit gegenüber dem Propheten Gottes erwarb sie sich den göttlichen Segen.

Christus würdig zu sein bedeutet also, in vollkommener Großzügigkeit zu leben und uns Gott ganz hinzugeben. Und jedes Mal, wenn wir uns dem Herrn anvertrauen, entdecken wir, dass seine Großzügigkeit unübertroffen ist.

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