GastkommentarMane Cárcamo

“Ich möchte, dass mein Sohn glücklich ist.”

Glück erziehen bedeutet nicht, unsere Kinder vor Schwierigkeiten zu schützen, sondern sie zu begleiten, damit sie lernen, sich ihnen zu stellen und darin einen Weg zum Frieden zu finden.

21. September 2026-Lesezeit: < 1 Minute

“Ich möchte, dass mein Sohn glücklich ist.”. Ich arbeite mit Eltern, die neue Kinder aufnehmen, und ausnahmslos alle Familien sagen diesen Satz zu mir, wenn sie ihr Kind an einer Schule anmelden. Fünf Leute nennen mich «Mama», und ich wünsche mir dasselbe von ihnen.

Aber ich weiß, dass Glück nicht ohne Konflikte, ohne Frustrationen, ohne schwierige Momente und herausfordernde Gespräche zu erreichen ist.

Es stimmt, dass vor 30 Jahren bestimmte Situationen als normal galten und das Leben vieler Kinder prägten. Man lachte über das Kind mit Brille, über das rothaarige Mädchen oder ging davon aus, dass ein Lehrer einen schlecht behandeln könnte, nur weil man einen schlechten Tag hatte. Doch das Pendel ist ins andere Extrem ausgeschlagen. Wir können unseren Kindern nicht garantieren, dass sie niemals Schwierigkeiten erleben werden, und wir können nicht unser Leben damit verbringen, nach einem Schuldigen zu suchen.

Unsere Kinder werden ihre eigenen Herausforderungen meistern müssen: einen schwierigen Mitschüler, eine verlorene Meisterschaft, eine Einladung, die nie ankam. Wir können es einfach nicht verhindern. Denn das Leben geht weiter und Dinge passieren. Der Philosoph Gregorio Luri erklärt es sehr treffend: “Egal wie sehr man sich wünscht, dass das Leben es gut mit einem meint, es hat immer ein paar Überraschungen parat. Doch klug ist es, das Leben nicht zu verachten, weil es uns Steine in den Weg legt, sondern es trotz allem zu lieben. Das Leben ist unvollkommen, genau wie Eltern.”.

Lasst uns daran arbeiten, die Welt zu einem menschlicheren und einladenderen Ort zu machen. Doch vielleicht ist es auch in Ordnung zu akzeptieren, dass Elternsein bedeutet, mit Kindern umzugehen, die Fehler machen, sich verändern, manchmal Opfer (und manchmal, ja, auch Täter) sind. Und dass wir ihnen in diesen turbulenten Zeiten nur eines garantieren können: dass wir versuchen werden, den Weg zu finden, der sie zum Frieden führt. Und das lässt sie erkennen, dass es zwar Haie im Meer gibt, die Korallen aber weniger sichtbar, dafür aber umso zahlreicher sind.

Der AutorMane Cárcamo

Chilenischer Journalist.

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