Öko-logisch

Ökologische Umkehr: Ein Weg, dem Schöpfergott zu danken

«Fürsorge für unser gemeinsames Zuhause», Es handelt sich um eine theologische Analyse der Internationalen Theologischen Kommission, die sich mit der Umweltkrise aus trinitarischer Perspektive auseinandersetzt und vorschlägt, die «ökologische Sünde» durch eine spirituelle und lebensstilbezogene Umkehr zu bekämpfen.

Emilio Chuvieco-11. September 2026-Lesezeit: 5 Minuten

Anfang September veröffentlichte der Vatikan ein interessantes Dokument der Internationalen Theologischen Kommission mit dem Titel «Für unser gemeinsames Haus sorgen: eine verantwortungsvolle und brüderliche Antwort an den dreieinigen Gott". 

In seiner Präsentation betonte der Sekretär der Kommission, Monsignore Piero Coda, dass dieser Text eine Reflexion bieten soll, die zur Wiederentdeckung und Wertschätzung der «theologischen Grundlage der Sorge für unser gemeinsames Haus jenseits der äußerst ernsten Situation, in der wir uns befinden», anregt (Nr. 6). 

Die Struktur des Dokuments 

Das Dokument ist in drei Kapitel unterteilt: Das erste analysiert die theologischen Wurzeln von Umweltschutz, Der erste Abschnitt befasst sich insbesondere mit dem trinitarischen Charakter der Schöpfung; der zweite Abschnitt reflektiert die Stellung des Menschen im Verhältnis zu den anderen Geschöpfen und unterstreicht die Bedeutung der Wiederherstellung der dreifachen existentiellen Beziehung zu Gott, zu den anderen Menschen und zu den übrigen Geschöpfen; der dritte Abschnitt nennt einige Punkte, an denen die Relevanz der «Sorge für das gemeinsame Haus» deutlicher zum Ausdruck kommt. 

Wie erwartet, bezieht sich das Dokument ausführlich auf die Lehren von Papst Franziskus zu diesem Thema sowie auf jene anderer Päpste der jüngeren Vergangenheit. Der Text enthält über 200 Zitate, darunter Dokumente anderer christlicher Konfessionen und religiöser Traditionen wie Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus und indigener Religionen.

Wichtige Punkte zum Verständnis des Dokuments

In diesem Artikel werde ich einige Zitate aus diesem Dokument besprechen, die ich besonders interessant finde:

Hinsichtlich des endgültigen Schicksals der nichtmenschlichen Geschöpfe bietet der Text eine interessante Betrachtung der Gemeinschaft aller Geschöpfe, die auf ihre eschatologische Bestimmung ausgerichtet ist. An dieser neuen Schöpfung werden alle auf ihre Weise teilhaben: «Mit der Menschwerdung des Sohnes Gottes wird diese Zukunft nicht auf die eschatologische Bürgerschaft der Menschen beschränkt sein, sondern eine kosmische Dimension und Tragweite haben» (Nr. 14). Und in einem anderen Absatz: «Gott der Vater hat alles in Christus geschaffen, um in ihm und durch ihn die eschatologische Erfüllung herbeizuführen. Folglich ist das Schicksal der Schöpfung ihre Erfüllung in Gott und ihre endgültige Zusammenfassung durch die Kraft des Heiligen Geistes in Christus, der starb und auferstand» (Nr. 36).

Sie bekräftigt die traditionelle christliche Auffassung, dass die Schöpfung die erste Offenbarung Gottes sei, und zitiert den heiligen Bonaventura: «Wenn der Gläubige die Geschöpfe wieder als Zeichen und Gaben, als verständlich und gut erkennt, dann führt die Erkenntnis der Geschöpfe zur Erkenntnis des Schöpfers, verbunden mit Staunen, Dankbarkeit und Freude« Nr. 28. 

Trinitarische Dimension der Schöpfung

In diesem Sinne konzentriert es sich auf die Überprüfung der trinitarischen Dimension der Schöpfung, basierend auf vier Kirchenlehrern: Sankt Augustin, Heilige Hildegard, Heiliger Bonaventura y Sankt Thomas. Dieser Abschnitt schließt mit der Feststellung: «Die gesamte Schöpfung trägt den Stempel der Dreifaltigkeit, durch die Gott sich in seinem Werk gegenwärtig macht. Daher impliziert die Beziehung zur Schöpfung stets auch eine Beziehung zum Schöpfer. Jede Handlung an der Schöpfung hat ihrem Wesen nach, wenn auch oft nicht explizit, eine religiöse Dimension.» Nr. 42

In diesem trinitarischen Sinne erinnert er an die grundlegende dreifache Beziehung des Menschen: zu Gott, zu anderen Menschen und zum Rest der Schöpfung, und weist gleichzeitig auf eine dreifache gegenwärtige Krise hin: die «ökologische (Beziehung zur Schöpfung), die soziale (Beziehung zu anderen) und die religiöse (Beziehung zu Gott)».

Die Überwindung dieser Krise «erfordert die Aktivierung von Beziehungen, die von der Dynamik der Liebe, der Gabe und der Unentgeltlichkeit in den drei grundlegenden Bereichen unserer Existenz bestimmt sind (vgl. Laudato si’ 10): kindliche Unentgeltlichkeit gegenüber Gott und die persönliche Hingabe des eigenen Lebens in Christus zu seiner Ehre (Röm 12,1); Solidarität und Barmherzigkeit gegenüber dem Nächsten (Lk 10,25–37; Mt 25,31–46); und die Sorge für den Garten, das gemeinsame Haus, in das Gott die Menschheit gestellt hat (Gen 2,15).» Nr. 39 

In Anbetracht dessen, dass Schöpfung nicht ausschließlich unserem Dienst dient, wie bereits wiederholt betont wurde die letzten Päpste, Das Dokument stellt fest, dass «unser gemeinsames Haus nicht allein aus Gottes Hand entstanden ist, um den Menschen die notwendige Nahrung zu bieten, damit sie ihr volles Potenzial in der Herrschaft und im Genuss der Schöpfungsressourcen ohne Grenzen entfalten können (…) In der gesamten Schöpfung gibt es eine Ausrichtung auf die Fülle in Gott durch Christus (1 Kor 15,24-28) und im Heiligen Geist, wo schließlich die volle und glorreiche Offenbarung des dreieinigen Schöpfers stattfinden wird» Nr. 43. 

Erschaffen nach dem Bild und Gleichnis Gottes, «findet sich das normative und inspirierende Vorbild menschlichen Handelns gegenüber der Schöpfung in Gott selbst, der seine Macht nicht despotisch, willkürlich und selbstsüchtig ausübt, sondern indem er das Leben der Geschöpfe fördert (Ps 36,7; vgl. Ps 145,9; Gen 7,1–3; Dan 4,11; Sir 18,13; Weish 11,24) und die gesamte Schöpfung mit seiner Fürsorge erhält» (Nr. 78).

Eine der neuartigen Ideen des Dokuments ist sein Ansatz bezüglich der ökologische Sünde, ursprünglich mit anderer Terminologie von Patriarch Bartholomäus vorgeschlagen und von Papst Franziskus in den letzten Jahren seines Pontifikats wieder aufgegriffen. 

Das Dokument schlägt nun vor, «ökologische Sünde als eine Handlung oder Unterlassung gegen Gott, gegen den Nächsten, die Gemeinschaft und die Umwelt zu definieren. Sie ist eine Sünde gegen künftige Generationen und manifestiert sich in Handlungen und Gewohnheiten der Umweltverschmutzung und Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts, in Verstößen gegen die Prinzipien der gegenseitigen Abhängigkeit und im Zerbrechen der Solidaritätsnetze unter den Geschöpfen (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 340–344) sowie gegen die Tugend der Gerechtigkeit.» Nr. 94.

Und es bietet einige Vorschläge zu deren Überwindung: «Da die ökologische Sünde die drei Beziehungen – Gott, Mensch, Natur – beeinträchtigt, sollte die ökologische Umkehr auch alle drei heilen: Die Umkehr nach dem christlichen Glauben beginnt mit der Begegnung mit Jesus Christus (LS 217), von dem wir lernen: zu Gott als dem einzigen Herrn (vgl. Mt 4,3–4), zu anderen Menschen als unseren Nächsten (vgl. Lk 10,25–37) und zur Schöpfung als einem Werk, in dem wir den Ausdruck einer göttlichen Sprache erkennen (vgl. Mt 6,26–30).» Nr. 110. 

Das Dokument kritisiert zwei extreme anthropologische Ansätze: zum einen die Betrachtung des Menschen als einziges wertvolles Wesen in der Schöpfung und zum anderen die Annahme, dass er keinen höheren Wert habe als jedes andere Geschöpf, wobei sowohl der räuberische Anthropozentrismus als auch der radikale Biozentrismus abgelehnt werden.

Als Achsen der ökologische Umwandlung, Dies regt zum Nachdenken über die Bedeutung des Jubiläums, Spiritualität und Lebensstil an. «Eine gesunde Spiritualität achtet auf den persönlichen und familiären Konsum und strebt nach Nachhaltigkeit. Sie ist darauf bedacht, den Energieverbrauch im Haushalt und im Verkehr zu minimieren. Sie strebt eine gesunde und umweltverträgliche Ernährung an. Sie hilft uns, unsere Kaufentscheidungen zu hinterfragen, im Bewusstsein, dass jeder Kaufakt ein moralischer Akt ist (CV 66; LS 206). Sie lädt uns ein, unser eigenes Lebens- und Konsumtempo reflektiert zu betrachten und die Entscheidung zu fördern, auf bestimmte umweltschädliche Produkte und Praktiken zu verzichten.» (Nr. 117)

Nach einer Betrachtung der unterschiedlichen Auffassungen der großen religiösen Traditionen im Hinblick auf die zuvor erwähnte dreifache Beziehung fasst er die positive Haltung zusammen, die jeder Christ in diesem Kontext gegenüber der Umweltfrage einnehmen sollte: «Dieses Bewusstsein beinhaltet die Anerkennung der göttlichen Souveränität, der Güte der Schöpfung und des einzigartigen Platzes des Menschen im Kosmos als Gesprächspartner und Repräsentant Gottes selbst. Es beinhaltet auch die Anerkennung der Strukturen der Sünde gegen die Schöpfung und den Schöpfer sowie die Notwendigkeit einer Hinwendung zu einer ganzheitlichen Ökologie» (Nr. 146).

Der AutorEmilio Chuvieco

Professor für Geographie an der Universität von Alcalá.

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