Initiativen

Ad Laudem: Gott dienen, indem man sich um sein Haus kümmert

Silvia Casado und Eli Canela machen Werbung Ad Laudem, Ein digitales Evangelisierungsprojekt, das dazu beiträgt, die Bedeutung der Liturgie zu entdecken und sich um den Gottesdienst und das kulturelle Erbe der Pfarreien zu kümmern.

Teresa Aguado Peña-20. September 2026-Lesezeit: 4 Minuten

Die Liturgie ist ungemein reichhaltig. Und ihr Verständnis kann uns helfen, unseren Glauben intensiver zu leben. Das Projekt Ad Laudem Es entstand aus dieser Überzeugung und dem Wunsch, diesen Reichtum allen Menschen näherzubringen und dieses Wissen über soziale Netzwerke in den Dienst der Kirche zu stellen. 

Silvia Casado, die die Gesamtleitung des Projekts innehat, erklärt, dass die Idee in erster Linie aus dem persönlichen Interesse entstand, das praktische Wissen, das traditionell in Fachbüchern über Liturgie und Zeremonien zu finden ist, weiterzugeben. Diese Bücher erklärten beispielsweise die Verwendung und Pflege von Leinentüchern, liturgischen Gegenständen und verschiedenen Elementen der Kirche. Ziel war es, dieses Wissen in die digitale Welt zu übertragen, damit jede Gemeinde davon profitieren kann.

Aus dieser ersten Idee entwickelte sich das Projekt weiter. Eli Canela, der die Social-Media-Kanäle betreut, erklärt, dass man neben praktischen Ratschlägen zur Pflege des liturgischen Erbes das Bedürfnis verspürte, die Bedeutung der Liturgie tiefergehend zu ergründen. Daher begann man, Inhalte zu veröffentlichen, die den Menschen helfen zu verstehen, was die Messe ist, warum sie gefeiert wird und welche Bedeutung sie hat. Dabei stützte man sich auf Texte von Heiligen, Kirchenvätern und zeitgenössischen Autoren. Auf diese Weise wird das übergeordnete Ziel erreicht, … Ad Laudem Es geht darum, die Liturgie in all ihren Dimensionen zu pflegen: nicht nur die materielle, sondern auch die spirituelle, und die Gläubigen zu ermutigen, die Messe tiefer zu erleben.

Silvia und Eli bestätigen, dass ihre Erfahrung in Ad Laudem Es hat ihnen eine hoffnungsvolle Realität aufgezeigt. Sie erklären, dass sie im Rahmen der Projektforschung eine große Liebe und ein umfassendes Wissen unter denjenigen entdeckt haben, die sich der Pflege der Tempel und der Gottesverehrung widmen. Sie glauben jedoch, dass dieses Wissen nicht immer die Gläubigen erreicht, die an der Feier teilnehmen. Daher besteht die Möglichkeit, diesen Wissensschatz allen Messbesuchern näherzubringen.

“Manche Menschen entdecken Aspekte der Bedeutung der Messe, indem sie andere Formen der Feier kennenlernen, wie zum Beispiel den Ritus vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, obwohl die Liturgiereform ja gerade darauf abzielte, es den Menschen zu erleichtern, die Feier besser zu verstehen und sich umfassender daran zu beteiligen.”Silvia kommentiert. Ihrer Meinung nach ist es wichtiger, die Bedeutung jeder Geste, jedes Symbols und jedes Moments der Messe besser zu erklären, als die Liturgie zu ändern.

Der Wunsch, tiefer zu graben

Die Veranstalter von Ad Laudem Sie erklären außerdem, dass diese Überzeugung auf umfangreicher Feldforschung beruht. Sie befragten rund 50 Priester, Sakristane und andere religiöse Führer aus verschiedenen Ländern, um deren Bedürfnisse zu erfahren. Viele der Befragten äußerten den Wunsch nach mehr Schulungen zum Wert des Heiligen, zur Bedeutung von Symbolen und zur Wichtigkeit der Liturgie. Dieser Wunsch war ausschlaggebend für die Erweiterung des Projekts und die Integration von Bildungsinhalten.

Die Veranstalter von Ad Laudem Sie betonen außerdem, dass es ihnen nicht um die Anzahl der Follower geht, sondern um den Nutzen der angebotenen Inhalte: “Wenn das Projekt auch nur einem Menschen hilft, die Liturgie besser zu verstehen und Gott näherzukommen, ist unser Ziel bereits erreicht.” Eli bekräftigt dies. Ihre Mission ist es, ihr Wissen in den Dienst der Kirche zu stellen.

Ist das Gefühl für das Heilige verloren gegangen?

Auf die Frage, ob das Gefühl für das Heilige heute verloren gegangen sei, antworteten die Befürworter von Ad Laudem Sie reagieren optimistisch. Sie berichten von großem Respekt vor der Liturgie und einem aufrichtigen Wunsch, die Bedeutung ihrer Gesten, Riten und Symbole besser zu verstehen. Für sie liegt die Herausforderung nicht in mangelnder Ehrfurcht, sondern in fehlender Schulung.

Sie heben außerdem das Interesse hervor, das diese Themen wecken, insbesondere bei jungen Menschen in den sozialen Medien. Sie erklären, dass Inhalte über gregorianischen Gesang, Weihrauch und liturgische Symbolik zu den meistgesehenen gehören und den Wunsch widerspiegeln, ihren Glauben zu vertiefen. “Viele Menschen suchen Antworten auf die Frage nach der Bedeutung der Messe, der Sakramente und der Liturgie, und es gibt hier einen Bildungsbereich, der noch nicht ausreichend abgedeckt ist.”. 

Was wird in der Liturgie am meisten vernachlässigt?

Auf die Frage nach den am meisten vernachlässigten Aspekten der Liturgie antworteten die Verantwortlichen wie folgt: Ad Laudem Sie vermeiden eine kritische Herangehensweise und konzentrieren sich lieber auf die Schulung. Sie erklären, dass sie nach Gesprächen mit Priestern und Sakristaniern einen besonderen Wissensmangel hinsichtlich der Pflege liturgischer Textilien – Purifäen, Korporalien und Pallas – festgestellt haben, die mit dem Leib und Blut Christi in Berührung kommen. Daher widmeten sie eines ihrer ersten Videos der Erklärung ihrer korrekten Reinigung gemäß den kirchlichen Vorschriften.

Sie weisen außerdem darauf hin, dass ein Großteil der Schäden am kirchlichen Erbe auf mangelnde Schulung und nicht auf mangelnden Respekt zurückzuführen ist. Bezüglich der Messe betonen sie, dass jenseits von Stilen oder persönlichen Vorlieben das Wesentliche darin besteht, dass die Feier zu einer Begegnung mit Christus führt und Gott in den Mittelpunkt stellt, wobei Formalismus und Spektakel vermieden werden.

Die Bedeutung der Ausbildung

Auf die Frage, wie liturgische Bildung dazu beitragen kann, den Glauben tiefer zu leben, antworten beide aus ihrer persönlichen Erfahrung. Silvia erklärt, dass ein Liturgiekurs ihre Art der Teilnahme an der Messe völlig verändert hat. “Das Verständnis, dass die Eucharistie von der gesamten Kirche gefeiert wird – von denen, die auf Erden weilen, und denen, die bereits im Himmel sind – hat mir gezeigt, dass jeder Gläubige eine aktive Rolle bei der Feier spielt.”. Dank dieser Erkenntnis hörte er auf, die Messe als eine Reihe von Riten zu betrachten, und begann, sie als eine wirkliche Teilnahme am Opfer Christi zu erleben.

Eli erinnert sich an eine ähnliche Erfahrung während Katechesen für Eltern von Erstkommunionkindern. Nach einer kurzen Erklärung der Bedeutung der Messe gaben mehrere Teilnehmer zu, dass sie sich gewünscht hätten, diese Unterweisung viel früher erhalten zu haben. Dies zeigte ihr, dass viele Menschen die Liturgie besser verstehen möchten, aber einfach nie die Gelegenheit dazu hatten.

In diesem Sinne erklärt Eli, dass viele der von ihnen veröffentlichten Inhalte scheinbar einfache Fragen beantworten – wie etwa die Bedeutung eines Moments der Stille, die Bedeutung bestimmter Gebete oder den Grund für einige liturgische Gesten –, dass sie aber die Art und Weise, wie die Feier erlebt wird, verändern können. 

Ad Laudem Es soll vor allem ein Werkzeug im Dienst der Kirche sein. Es ist für Priester und Sakristane sowie für alle Gläubigen gedacht, die die Liturgie besser verstehen und praktizieren möchten. Eli und Silvia sind sich einig, dass liturgische Bildung über den bloßen Wissenserwerb hinaus auch darin besteht, die Bedeutung der Sakramente und des Gebets der Kirche zu entdecken und so ein tieferes Glaubenserlebnis zu fördern.

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Wo beginnt Schönheit?

Schönheit entsteht aus unserer Art zu schauen und kann die Wahrnehmung der Realität, die Begegnung mit anderen und die Achtung der Menschenwürde verändern.

19. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

Warum sehen, hören, fühlen wir…? Wir wissen heute, dass die Sinne spezifische physikalische oder chemische Reize erfassen und in eine elektrische Sprache umwandeln, die das Gehirn entschlüsselt. Kein einzelner Sinn prägt oder überträgt Wahrnehmungen.

Im Laufe der Evolution hat sich die Priorität der Sinneswahrnehmung vom Geruchs- und Gehörsinn zum Sehsinn verlagert, der zum dominanten Sinn geworden ist. Selbst die Knochenstruktur des Gesichts hat sich radikal verändert; die Schnauze ist kleiner geworden und die Augen sind nach vorne gerückt. Das Sehvermögen hat sich weiterentwickelt, insbesondere das Farbsehen, und das menschliche Gehirn hat seine Verarbeitungsbereiche neu geordnet.

Die Sinne und die Wahrnehmung

Diese wunderbare Maschine – die wir Körper nennen – von der das menschliche Leben abhängt, ermöglicht es uns, unsere Umgebung wahrzunehmen, aber auch, sie zu fühlen und uns durch sie auszudrücken. Äußere Reize werden vom Gehirn verarbeitet, emotional bewertet und schließlich mit Bedeutung und Erkenntnis verknüpft.

Ende der 1990er-Jahre brachten neuroästhetische Studien Philosophie, Kunst und Wissenschaft in einen Dialog und ermöglichten es Forschern, einige dieser Prozesse mithilfe von bildgebenden Verfahren des Gehirns zu beobachten. Der Neurobiologe Semir Zeki untersuchte den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Schönheit. Seine Forschung zeigt, dass die Erfahrung von Schönheit Bereiche einbezieht, die mit Belohnung, Gedächtnis und emotionaler Verarbeitung in Verbindung stehen. 

Wenn die Schönheit erwacht

Man könnte sagen, dass Erfahrung beginnt, wenn etwas unsere Aufmerksamkeit erregt, wir versuchen, es zu verstehen, und wenn wir einen Zusammenhang herstellen, entsteht die Freude, einen Sinn gefunden zu haben. Jeder Mensch misst jeder dieser Erfahrungen bewusst oder unbewusst einen Wert bei. 

Schönheit ist in erster Linie das Ergebnis einer Wertung. Es stimmt, dass es universelle Schönheitsmerkmale gibt, die mit bestimmten Mustern verbunden sind, die viele Menschen anziehen und die unser Gehirn scheinbar leichter verarbeitet. Beispielsweise war die Bewunderung für die Natur zu allen Zeiten und in allen Kulturen ein gemeinsamer Faktor.

Aus dieser Perspektive liegt Schönheit nicht allein im Objekt unserer Betrachtung. Sie wohnt auch in uns. Es ist eine Erfahrung, in der das Gesehene auf unsere Erinnerung, unsere Sensibilität und unsere Geschichte trifft.

Ebenso kann das, was in einer Kultur als harmonisch gilt, in einer anderen fremd wirken. Schönheit hängt also nicht allein von der Perfektion einer Form ab. Es gibt objektive Elemente, die unsere Wahrnehmung von Schönheit beeinflussen können – Symmetrie, Ausgewogenheit, Harmonie –, aber auch unsere Erinnerung und unser kulturelles Erbe spielen eine Rolle. Wir sehen die Dinge aus unserer eigenen Perspektive.

Zeki hat die mit ästhetischen und moralischen Urteilen verbundene neuronale Aktivität quantitativ gemessen und schlägt einen Zusammenhang zwischen den beiden Erfahrungen vor. Unser Gehirn kann auf die Schönheit eines Kunstwerks reagieren, aber auch auf die Schönheit, die wir in einer menschlichen Geste erkennen. Eine freundliche Geste kann Bewunderung hervorrufen.

Schönheit und Güte

Schönheit, wenn sie wirklich verstanden wird, kann eine Form der Fürsorge sein. Die Schönheit des Alltags, der Räume, die wir bewohnen, und unseres eigenen Handelns wertzuschätzen, bedeutet auch, die Würde des Menschen zu achten. Schönheit ist nicht nur das, was wir betrachten, sondern auch das, was uns dazu einlädt, der Realität und unseren Mitmenschen mit Liebe zu begegnen.

Angesichts der überwältigenden Kraft der Schönheit und wo Worte versagen, um das menschliche Empfinden auszudrücken, entsteht die Sprache der Kunst. Unsere Darstellung von Schönheit spiegelt unsere spezifische Sichtweise der Realität wider. Die zeitgenössische Kunst hat uns gezeigt, dass Schönheit auch im Zerbrochenen, Ungewissen und sogar im zunächst Verstörenden zu finden ist. Manchmal liegt Schönheit nicht in der Perfektion der Dinge, sondern in ihrer Fähigkeit, eine Wahrheit zu offenbaren.

In der klassischen Tradition und im christlichen Denken sind Schönheit, Güte und Wahrheit eng miteinander verbunden. Doch vielleicht ist es am besten, diese Beziehung nicht auf eine starre Formel zu reduzieren. Schönheit besteht nicht darin, ein Spiegelbild unserer eigenen Maßstäbe zu suchen, sondern vielmehr darin, zu lernen, andere so lange zu betrachten, bis wir in ihnen eine Wahrheit entdecken, die wir zuvor noch nicht erkennen konnten. 

Ein Blick, der sich von Schönheit berühren lässt, kann Unterschiede überwinden, ohne sie zu leugnen, und die Begegnung mit dem Anderen in eine Form der Erkenntnis verwandeln. In diesem Prozess, von der Kontemplation zur Begegnung, kann uns Schönheit helfen zu verstehen, wer wir sind, und im Anderen und in der Welt den Abdruck ihres Schöpfers zu erkennen.

Der AutorPeca Macher

Peca Macher ist Architektin und Kuratorin sowie Gründerin von Präsenz, einem Projekt, das Kunst, Bildung und bewusstes Führen durch Innehalten, Beobachten und Zuhören verbindet. Mit über 25 Jahren Erfahrung im Kulturmanagement und in der Reflexion forscht und schreibt sie über Erinnerung, ästhetische Erfahrung und Kunst als Instrument persönlicher und gesellschaftlicher Transformation. Sie ist die Autorin des Buches Präsenz. Kunst als Werkzeug für menschlichen und pädagogischen Wandel.

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Aus dem Vatikan

Das Papst Leo XIV. Zentrum für Studien wird Schulungen für das öffentliche Leben und das Gemeinwohl anbieten.

Die Ausbildung für das öffentliche und politische Leben, verstanden als Dienst am Gemeinwohl, steht im Mittelpunkt des Internationalen Studienzentrums Papst Leo XIV., das vom Augustinerorden in Italien und weltweit gefördert wird und seinen Sitz in Florenz hat. Der Heilige Vater bezeichnete dessen Arbeit als “Mission der Hoffnung”.

Redaktion Omnes-19. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

Am Freitag empfing der Heilige Vater im Vatikan die Mitglieder des “Internationalen Studienzentrums Papst Leo XIV.”, einer Forschungs- und Kulturorganisation, die im Oktober 2025 auf Initiative des Augustinerordens gegründet wurde, um die Person und die Lehren Leos XIV. zu fördern und die Ausbildung im öffentlichen Leben zum Wohle aller zu unterstützen.

Ich bin ihnen dafür besonders dankbar, sagte der Augustiner-Papst in seiner Rede. Sprache, Angesichts der Bedeutung von Reflexion und kritischem Denken beim Aufbau einer Zivilisation der Liebe, zu der die Soziallehre der Kirche viel beizutragen hat.

Breiter Dialog und partnerschaftliche Beziehungen: “immer gemeinsam unterwegs”

Von Anfang an habe ich die Bereitschaft des Zentrums geschätzt, einen “breiten Dialog” mit Universitäten, akademischen Einrichtungen, öffentlichen Körperschaften, der Zivilgesellschaft, kirchlichen Institutionen und assoziativen Netzwerken zu führen und so Kooperationen und Austausch auf nationaler und internationaler Ebene zu fördern, betonte der Papst. 

Dieses Engagement zeigt sich in der Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät Mittelitaliens und dem Päpstlichen Patristischen Institut Augustinianum, die auch in der Gründungsurkunde des Zentrums erwähnt werden. “Das Geheimnis liegt darin, stets gemeinsam voranzugehen, ohne Begegnungen auszuschließen, selbst mit jenen, die anders sind und anders zu denken, zu sprechen oder zu handeln scheinen”, erklärte der Heilige Vater.

Papst Leo XIV. begrüßt Monsignore Luis Marín de San Martín OSA, Präfekt des Dikasteriums für den Dienst der Nächstenliebe (@Vatican Media).

Arbeit von Laien, Ordensmännern und -frauen in der Soziallehre der Kirche

«Der Beitrag der Soziallehre der Kirche hat auch diese volksnahe Wurzel, die wir nicht vergessen dürfen”, fuhr der Papst fort. “Ihre Neuinterpretation der christlichen Offenbarung unter den modernen sozialen, arbeitsmarktbezogenen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen wäre ohne die Laien, die sich den Herausforderungen ihrer Zeit stellten, undenkbar. An ihrer Seite wirkten Ordensleute, Zeugen einer Kirche, die sich von den ausgetretenen Pfaden abwandte.”

Die sich wandelnden Zeiten, denen wir heute gegenüberstehen, so Papst Leo XIV., “machen die kontinuierliche Interaktion zwischen den Getauften und dem Lehramt, zwischen Bürgern und Experten, zwischen dem Volk und den Institutionen umso notwendiger“ (Apostolisches Schreiben). Dilexi te , 82). Möge Ihr Studienzentrum diese Übung, die Pioniere und Moderatoren erfordert, fördern, insbesondere wenn Misstrauen und Resignation die Oberhand zu gewinnen drohen.”.

Aufbau von Beziehungen, die auf Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden basieren

“Auch wenn ich damit gegen den Strom schwimme”, fuhr der Nachfolger Petri fort, “besteht seine Mission der Hoffnung darin, in Italien und auf der ganzen Welt eine Bildung zu fördern.“ im öffentlichen und politischen Leben Verstanden als Dienst am Gemeinwohl, Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und Aufbau von Beziehungen, die auf Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden beruhen. Daher das Gegenteil von Resignation!.

Darüber hinaus betonte er Papst Franziskus sagte in Florenz: “Es gibt keinen authentischen Humanismus, der die Liebe nicht als das Band zwischen den Menschen betrachtet, sei es zwischenmenschlich, intim, sozial, politisch oder intellektuell.”Sprache zur Fünften Nationalkonferenz der Italienischen Kirche, 10. November 2015). 

Liebe verpflichtet sich zum Aufbau

Die seiner Initiative zugrunde liegende augustinische Reflexion habe in diesem Zusammenhang im aktuellen internationalen Kontext viel zu bieten, erklärte der Papst, “für ein Verständnis der Liebe als Prinzip der Erneuerung im persönlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben. Liebe vereint, um zu befreien, vereint, um zu schaffen, und verpflichtet sich zum Aufbau.”.

Wenn wir die Geschichte im Lichte von Gekreuzigt und auferstanden [...], fuhr er fort, “wir interpretieren die Gegenwart nicht als ein abgeschlossenes Schicksal, sondern als ein Feld, das offen ist für die persönliche und kollektive Umkehr”, und “wir glauben an die Macht des Reiches, die aus der Kleinheit eines Senfkorns entspringt” (Großartige Menschheit, 210). 

“Experten für die Neuheit Gottes”

“Lasst uns Experten in der Neuheit Gottes werden: nicht in dem, was durch Schnelligkeit und Wirksamkeit blendet, sondern in dem, was er im Stillen wirkt, indem er die alte Welt von ihren Sackgassen befreit und Wege öffnet, auf denen wir gemeinsam zu seiner Stadt vorrücken können”, schloss Leo XIV. in Anspielung auf das bekannte Werk des heiligen Augustinus, ‘De civitate Dei” (Gottesstaat).

Der AutorRedaktion Omnes

Öko-logisch

85% von Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch wünschen, geben auf, nachdem ihnen zugehört und sie unterstützt wurden.

Acht von zehn Frauen, die sich 2025 wegen eines möglichen Schwangerschaftsabbruchs an REDMADRE wandten, setzten ihre Schwangerschaft fort, nachdem sie die gewünschte Unterstützung erhalten hatten. 70 % waren arbeitslos und fast 80 % waren Ausländerinnen. Von den 60.111 kontaktierten schwangeren Frauen gaben 437 an, Missbrauch erlitten zu haben.

Redaktion Omnes-19. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

Im Jahr 2025 suchten 60.111 Frauen Unterstützung bei RedMadre. Von denjenigen, die einen Schwangerschaftsabbruch erwogen hatten, setzten 85.401 ihre Schwangerschaft fort, nachdem sie die nötige Unterstützung erhalten hatten, um die Schwierigkeiten der Schwangerschaft zu bewältigen. 69.981 waren arbeitslos, fast 801 waren ausländische Staatsangehörige, und die Mehrheit war zwischen 30 und 39 Jahre alt.

Diese Daten wurden soeben von diesem Solidaritätsnetzwerk zur Unterstützung von Frauen veröffentlicht., RedMadre, die im vergangenen Jahr ihr 18-jähriges Bestehen feierte und seither schwangere Frauen in schwierigen Lebenslagen aufgrund ihrer Schwangerschaft unterstützt hat – bereits mehr als eine halbe Million – und die seit 2007 ein Unterstützungsnetzwerk aufgebaut hat, das derzeit 37 REDMADRE-Vereinigungen und mehr als 50 Hauptsitze in Spanien umfasst. 

Die Hauptbedürfnisse der Frauen, die 2025 Unterstützung von diesem Netzwerk anforderten, waren: Beratung und Information (1.001 TP3T), emotionale Unterstützung (56.191 TP3T), Unterstützung bei der Bewältigung von Traumata nach einem Schwangerschaftsabbruch (37.601 TP3T) und Hilfe bei der Jobsuche (24.191 TP3T). Im Hinblick auf materielle Bedürfnisse benötigten 51.831 TP3T Windeln und 28.331 TP3T Lebensmittel.

Darüber hinaus berichteten 437 Frauen von Missbrauchserfahrungen; 631 % von ihnen gaben psychische und 20.821 % körperliche Gewalt an. 16.021 dieser Frauen wurden an spezialisierte Beratungsstellen für geschlechtsspezifische Gewalt vermittelt.

Amaya Azcona: “Die öffentliche Unterstützung für schwangere Frauen ist unzureichend.”

“Die Entwicklung von RedMadre in den vergangenen 18 Jahren, in denen wir 502.889 Mütter unterstützt haben”, so Amaya Azcona, Geschäftsführerin der RedMadre-Stiftung, “zeigt, dass die staatliche Unterstützung für Schwangere, insbesondere für jene in schwierigen Lebenslagen, unzureichend ist. Wir appellieren daher erneut an die zuständigen Behörden, eine gründliche Analyse der Mutterschaft durchzuführen und realistische, konkrete und wirksame Unterstützungsmaßnahmen zu entwickeln.”.

Das Profil der Frau, die 2025 zur Fundación RedMadre kam, war: ausländische Staatsangehörigkeit (79.52%), zwischen 30 und 39 Jahren alt (47%) und zwischen 18 und 29 Jahren alt (44.22%), arbeitslos (69.98%), mit familiärer Unterstützung (62.30%) und mit Unterstützung ihres Partners (59.12%). 

Die Entwicklung dieses Netzwerks zeigt, dass immer weniger spanische Frauen im Falle einer ungeplanten Schwangerschaft um Unterstützung bitten und dass immer noch 40.881 Frauen, die mit einer ungeplanten Schwangerschaft konfrontiert sind, nicht die Unterstützung des Vaters des Kindes haben, das sie erwarten.

Workshop in der Las Rozas-Filiale von REDMADRE Madrid (@RedMadre).

Wie haben sie Sie kontaktiert?

Der Tätigkeitsbericht 2025 hebt die Konsolidierung der Präsenz von hervor REDMADRE In jeder Provinz: 44.507 Frauen nahmen direkt Kontakt zur RedMadre Association in ihrer Stadt auf, und 15.604 kontaktierten die Stiftung per E-Mail (2.000 E-Mails eingegangen) oder Telefon (6.859) und WhatsApp (6.745), von wo aus sie an die RedMadre Association in ihrer Stadt weitergeleitet wurden.

Die Arbeit von RedMadre wird von 1.093 Freiwilligen in ganz Spanien geleistet, dank privater Spenden von Einzelpersonen und Unternehmen sowie der wachsenden Kooperationsvereinbarungen mit verschiedenen Institutionen zur Festigung bestehender und zur Entwicklung neuer Initiativen. “Unser Ziel ist es, schwangere Frauen besser zu unterstützen und weiterhin eine Gesellschaft aufzubauen, die Mutterschaft schützt und wertschätzt”, so die Organisatoren.

Abtreibung in Spanien

Laut Angaben des Gesundheitsministeriums belief sich die Zahl der Fälle im Jahr 2024, dem letzten Jahr, für das Daten vorliegen, auf [fehlende Angabe]. offizielle Daten, Die Zahl der freiwilligen Schwangerschaftsabbrüche (im offiziellen Sprachgebrauch „freiwillige Unterbrechungen der Schwangerschaft“, d. h. Abtreibungen) steigt in Spanien weiter an und erreichte 106.172, dreitausendfünfundsiebzig mehr als die 103.097 im Jahr 2024. Im Jahr 2015 lag die offizielle Zahl bei 94.188.

Der AutorRedaktion Omnes

Welt

5 Denker zum Thema Totalitarismus

Die Ausbreitung der Demokratie ist rückläufig. Wir erleben einen globalen Rückgang der Demokratie, in dem Autokratien (92) die Demokratien (87) zahlenmäßig übertreffen. Professorin Ana Marta González erörtert einige Ideen großer Denker wie Hannah Arendt, Tocqueville, Popper und Weil zur Verhinderung des Totalitarismus.

Francisco Otamendi-18. September 2026-Lesezeit: 4 Minuten

Vor einigen Tagen stieß ich plötzlich auf einen Beitrag im Netzwerk X, in dem Folgendes stand: "Das einzige Hindernis für den Götzendienst des Totalitarismus liegt in einem authentischen spirituellen Leben. Wenn Kinder nicht daran gewöhnt werden, über Gott nachzudenken, werden sie aus dem Bedürfnis heraus, sich etwas zu weihen, zu Faschisten oder Kommunisten» (Simone Weil).

Das weckte mein Interesse und war der Ausgangspunkt für diese Zeilen über Machtmissbrauch und Totalitarismus. Ich kontaktierte die Autorin des kurzen Textes, Ana Marta Gonzalez (@anamartagg), Professorin für Moralphilosophie an der Universität Navarra, und erwähnte die Idee, einige Philosophen und Denker vorzustellen, die sich mit Totalitarismus auseinandergesetzt hatten. Daraufhin verfasste sie einige Zeilen.

Darüber hinaus ist Ana Marta González seit 2016 ordentliches Mitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften und organisierte in diesem Jahr die Plenarsitzung der Akademie in Rom. Schlussbehauptung Zum Thema “Der Gebrauch der Macht: Demokratie, Legitimität und die Neugestaltung der internationalen Ordnung” richtete Papst Leo XIV. eine Botschaft an sie, wie Sie sehen können. hier.

Wir einigten uns auf die Denker. Letztendlich konzentrierte sich der Professor auf Hannah Arendt, Tocqueville, Popper und Simone Weil. Ich fügte den deutsch-koreanischen Philosophen Byung-Chul Han hinzu, den Sie im Folgenden kennenlernen werden.

Die Kirche darf nicht passiv oder gleichgültig bleiben. 

Kann die Kirche sich gegen Totalitarismus aussprechen, oder gerät sie dadurch in eine schwierige Lage? Die Antwort liefert Leo XIV. diesen Monat in seinem Kommentar zu Gaudium et spes des Zweiten Vatikanischen Konzils: Die Kirche kann nicht passiv oder gleichgültig gegenüber dem Weltgeschehen bleiben, sondern ist vielmehr “berufen, mit der Menschheit zu gehen”, erklärte er am 2. September. 

“Es ist nicht möglich, unbeteiligte Zuschauer zu bleiben“, fügte er hinzu. Gläubige seien aufgerufen, sich der Nöte ihrer Brüder und Schwestern anzunehmen, ”insbesondere derer, die unter Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Gewalt leiden“.

Und was geschieht in der Welt? Zweifellos viele Dinge, die der Papst selbst in “Großartige Menschheit”Eine der Erkenntnisse ist, dass weltweit die Autokratien (92) die Demokratien (87) zahlenmäßig übertreffen und wir in einer Zeit des globalen demokratischen Rückschritts leben.

Nur 7 Prozent der Weltbevölkerung leben unter demokratischen Regimen.

“Nur noch 7 Prozent leben unter Regimen, die als vollwertige liberale Demokratien gelten können, während 74 Prozent in Autokratien leben; und viele dieser Regime, die sich selbst als Demokratien bezeichnen, erfüllen einige ihrer grundlegenden Kriterien nicht”, heißt es in einem Bericht des V-Dem Instituts, der in der Abschlusserklärung der Akademie der Sozialwissenschaften zitiert wird.

Dieselbe Aussage unterstreicht, dass “wir nicht nur gelernt haben, dass Demokratie kein unumkehrbarer Zustand ist, sondern auch, dass der Übergang von der Demokratie zum Autoritarismus sich nicht immer durch einen plötzlichen und gewaltsamen Umsturz im Stil eines Militärputsches manifestiert. Zwar kommt dies in einigen Ländern immer noch vor, doch geschieht es häufiger durch die Nutzung bestehender Verfahren, wodurch das System geschwächt und Macht ohne verfassungsmäßige Kontrollmechanismen oder ethische Grenzen ausgeübt wird.”.

Simone Weil.

Warnungen von Denkern

Diese Denker, wie bereits erwähnt, “beleuchten die Landschaft aus verschiedenen Perspektiven”, so die Philosophin Ana Marta González. Sie sind folgende:. 

1. Alexis de Tocqueville “‘Er spricht von ”sanftem Despotismus“ und ”warnt vor den Gefahren eines Regimes, das Gleichheit wertschätzt, ohne das Gegengewicht der Freiheit durch Bürgerbeteiligung zu bieten‘“, betont González.

In diesem Sinne “ist er seiner Meinung nach ein klassischer Liberaler, obwohl er auf eine Idee hinweist, die Arendt auf ihre eigene Weise weiterentwickelt: die Atomisierung der Gesellschaft, der Mangel an Bindungen, schwächt die Freiheit des Einzelnen, macht ihn der Macht des Staates schutzlos ausgeliefert…”.

Im Allgemeinen lassen sich die Vorschläge verschiedener Autoren wie folgt zusammenfassen: Tocqueville (1805-1859) Angesichts des Totalitarismus setzen sie auf Vereinigungsfreiheit, vermittelnde Institutionen, Dezentralisierung, die Presse und bürgerschaftliches Engagement.

Arendt: “die ”Ein totalitäres System strebt die totale Herrschaft an.“

2 und 3. Hannah Arendt (o Simone WeilLaut Professorin Ana Marta González könnten sie weiter sagen: “Es entwurzelt (die Einzelnen), es macht sie anfällig für Propaganda…“  

Das Zitat von Weil (1909-1943), “Ich habe es genau aus seinem Buch ”Taking Roots“ übernommen”, verrät der Professor. „Der Begriff ‚Totalitarismus‘ wurde in den 1920er Jahren verwendet, um den Faschismus zu bezeichnen, und später, um ihn mit dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus zu vergleichen.“.  

Für Arendt (1906-1975), Totalitarismus ist nicht einfach nur eine besonders grausame Diktatur. Der Tyrann mag zwar Gegner beseitigen, willkürlich herrschen, Freiheiten abschaffen und Gehorsam erzwingen, aber er herrscht dennoch über Menschen, die er unterwerfen will. 

Im Gegensatz dazu spricht Arendt davon, wie das totalitäre System den Menschen “überflüssig« und austauschbar macht. Sie hält diese Art von Regime für spezifisch modern; es setzt entwurzelte Massen, allumfassende Ideologien, moderne Organisationstechniken, Bürokratie und Propaganda voraus. Charakteristisch für das totalitäre System sei das Streben nach der totalen Herrschaft über alle Lebensbereiche, erklärt die Philosophin.

Karl Popper im Jahr 1990 (Lucinda Douglas-Menzies, Wikimedia Commons).

4. Karl Popper (1902-1994) Sie schrieb ‘Die offene Gesellschaft und ihre Feinde’ kurz vor Arendt und Weil, aber “ihr Ansatz ist ein anderer: Aus erkenntnistheoretischer Sicht meint sie einfach, dass niemand über genügend Wissen verfügt, um das soziale Ganze rational zu gestalten… deshalb muss unsere Lebensweise die Tür für Kritik und Reform von Institutionen offen lassen”, betont die Akademikerin.

Popper kritisiert geschlossene Gesellschaften und verteidigt offene Gesellschaften; “es ist jedoch wichtig, offene Gesellschaften nicht mit entwurzelten Gesellschaften zu verwechseln, die Weil kritisiert.” Andere Autoren erwähnen schrittweise Reformen, was Popper als stückweise Sozialtechnik bezeichnete, im Gegensatz zu revolutionären Utopien.

5. Byung-Chul Han (1959-), Der deutsche Philosoph südkoreanischer Herkunft, Gewinner des Prinzessin-von-Asturien-Preises für Kommunikation und Geisteswissenschaften 2025, konzentriert sich weniger auf den klassischen Totalitarismus als vielmehr auf zeitgenössische Formen der Kontrolle, Selbstausbeutung, Überwachung, erzwungener Transparenz, Netzwerke und die Manipulation von Aufmerksamkeit. Seine Vorschläge, wie Sie sehen können hier, Sie stehen im Einklang mit dem Ziel, innere Freiheit, Kontemplation und Räume wiederzuerlangen, die nicht der digitalen Kontrolle unterliegen.

Byung-Chul Han schrieb beispielsweise: “Die heutige süchtige Gesellschaft ist eine Gesellschaft ohne Aufmerksamkeit. Die Wahrnehmung wird von Sucht und Dopamin gesteuert. Sucht und Aufmerksamkeit sind gegensätzliche Kräfte.” Oder auch: “Soziale Medien nutzen süchtig machende Algorithmen, um Menschen abhängig zu machen, sie zu kontrollieren und zu lenken. Das Smartphone ist eine digitale Suchtmaschine.”.

Der AutorFrancisco Otamendi

Berufung

Kardinal Van Thuans Schwester ging zur Beichte, und da stand er auf der anderen Seite!

Kurz nachdem der Ehrwürdige François-Xavier Nguyen Van Thuan 1953 in Vietnam zum Priester geweiht worden war, betrat seine jüngere Schwester den Beichtstuhl, ohne zu ahnen, dass ihr Bruder, der spätere Kardinal, hinter dem Beichtstuhl saß. So erzählt Élisabeth Nguyen die Geschichte.

OSV / Omnes-18. September 2026-Lesezeit: 5 Minuten

– Courtney Mares, OSV News, Rom

Mehr als sieben Jahrzehnte nach dem Ereignis, als die katholische Kirche am 16. September den 24. Todestag des vietnamesischen Kardinals beging, bleibt diese unerwartete Begegnung eine der wertvollsten Erinnerungen seiner jüngeren Schwester Élisabeth Nguyen Thi Thu Hong und hat ihre Herangehensweise an das Sakrament der Beichte für immer verändert.

“Ich wusste nicht, dass er hinter dem Beichtstuhl steckte, also ging ich zur Beichte, und da war er”, erzählte Nguyen Thi Thu Hong, 22 Jahre jünger als ihr Bruder, OSV News in einem Interview Anfang des Jahres. Sie erkannte seine Stimme und fragte ihn, ob er vorhabe, ihren Eltern zu erzählen, was sie ihm anvertraut hatte.

“Wenn ich diese Stola trage, bin ich Jesus.”

Élisabeth sagte, sie werde die Antwort des damaligen Paters Van Thuan nie vergessen: “Wenn ich mit meiner Stola dahinter stehe, bin ich Jesus. Sie können Jesus also alles erzählen, was Sie wollen.”.

“Das war mein schönster Moment mit ihm”, sagte sie.

Er versprach, für seinen Bruder zu beten, wenn dieser zum Priester geweiht würde.

Sie erinnerte sich auch an einen früheren Moment, vor der Priesterweihe ihres Bruders, als er sich als Kind um sie gekümmert hatte. Gemeinsam spazierten sie durch einen Garten, und er erzählte ihr, dass er bald zum Priester geweiht würde und fragte sie, wie sie ihm helfen könne, ein guter Priester zu werden. Sie versprach, für ihn zu beten. Damals konnte sie sich nicht vorstellen, wie sehr ihr Bruder diese Gebete in den kommenden Jahrzehnten brauchen würde.

13 Jahre Haft ohne Gerichtsverfahren oder Urteil

Der Kardinal Van Thuan, von der katholischen Kirche verehrt und im Prozess der Heiligsprechung, ist bekannt dafür, dass er 13 Jahre Haft unter der kommunistischen Regierung Vietnams heldenhaft ertragen hat. 

Er wurde am 15. August 1975 verhaftet, vier Monate nachdem Papst Paul VI. ihn zum Koadjutor-Erzbischof von Saigon, dem heutigen Ho-Chi-Minh-Stadt, ernannt hatte. Er wurde ohne Gerichtsverfahren und ohne Verurteilung inhaftiert und verbrachte neun Jahre in Einzelhaft und weitere vier Jahre in Umerziehungslagern.

Während seiner Haft feierte er heimlich die Messe mit eingeschmuggelten Hostien und Wein, die ihm in kleinen Flaschen mit der Aufschrift “Medizin gegen Magenschmerzen” zugeschickt wurden. 

Er verfasste kurze spirituelle Betrachtungen auf Papierfetzen, die handschriftlich kopiert und unter vietnamesischen Katholiken verteilt wurden; später wurden diese Texte in dem Buch “Der Weg der Hoffnung” zusammengefasst.

Der ehrwürdige Kardinal François-Xavier Nguyen Van Thuan aus Vietnam, auf einem Foto aus dem Jahr 2000. Er starb 2002, wurde 1975 von der vietnamesischen kommunistischen Regierung verhaftet und verbrachte 13 Jahre im Gefängnis. (Foto: OSV News/CNS Archive, Neil Jacobs).

Das zweite von neun Kindern

Van Thuan wurde am 17. April 1928 in Phú Cam, im Erzbistum Huế, geboren und war das zweite von neun Kindern einer Familie mit einer langen Tradition christlicher Märtyrer. 1967 wurde er der erste vietnamesische Bischof von Nha Trang. 

Nach seiner Haftentlassung 1988 wurde er 1991 aus Vietnam ausgewiesen und ließ sich in Rom nieder. Später war er Mitglied des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, dessen Präsident er 1998 wurde. 2001 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Kardinal. Er starb am 16. September 2002 in Rom nach langem Kampf gegen den Krebs. Papst Franziskus erklärte ihn 2017 zum Ehrwürdigen.

In einem Kommuniqué Anlässlich des 24. Todestages von Kardinal Van Thuan am 16. September erklärten die Postulatoren, die den Seligsprechungsprozess betreuen, dass dieses Datum “uns dazu einlädt, zu erkennen, wie relevant sein Zeugnis für die Kirche und die Welt bis heute ist”.

Sie klammerte sich an die Hoffnung

“Kardinal Van Thuan sprach nicht nur von Hoffnung: Er klammerte sich an sie, als menschlich gesprochen alles verloren schien”, sagten die Postulatoren und fügten hinzu, dass sein Leben zeige, dass “sich die Geschichte wirklich verändern kann, wenn auch nur ein einziger Mensch das Evangelium und die Würde aller Menschen ernst nimmt.”.

Das Kandidatenteam, Waldery Hilgeman, Paolo Daviè, Claudia Di Lorenzi, Pater Hubertus Blaumeiser und Maria do Sameiro Freitas, feierte auch, dass Papst Leo XIV. Kardinal Van Thuan in seiner Enzyklika zitierte “Großartige Menschheit”dieses Jahres“, und zählt ihn zu den Zeugen, die unter schwierigen Bedingungen ”die Hoffnung des Evangeliums und die Würde des Menschen“ verkörperten.

Kardinal Van Thuan ist späteren Generationen durch seine Bücher bekannt, darunter “Fünf Brote und zwei Fische”, “Gebete der Hoffnung, Worte des Mutes” und “Der Weg der Hoffnung: Ein Evangelium aus dem Gefängnis”.

50. Jahrestag des Buches ‘Der Weg der Hoffnung’

Seine Befürworter feierten außerdem, dass eine von seiner Schwester verfasste Biografie des Kardinals, die im März in Rom auf einer Konferenz mit dem Titel “François-Xavier Nguyen Van Thuan: Zeuge der Hoffnung” vorgestellt wurde, auch an den 50. Jahrestag der Veröffentlichung von “Der Weg der Hoffnung” erinnerte.

Mehrere Kardinäle, die Van Thuan kannten, teilten auf dieser Konferenz Erinnerungen. Kardinal Luis Antonio Tagle erinnerte sich daran, wie nervös er bei einer Rede vor asiatischen Bischöfen auf den Philippinen im Jahr 1995 gewesen war, woraufhin Kardinal Van Thuan ihn ermutigte.

Kardinal Tagle: “Es gab keine Spur von Bitterkeit oder Hass in ihm.”

“Der Bischof sagte: ‘Ich bin Erzbischof Francis Xavier Nguyen aus Vietnam und diene derzeit im Vatikan.’ Mir war, als hätte mich der Blitz getroffen. Er war der Mann, von dem ich so viel gehört hatte. Und nun stand er vor mir, tröstete mich, gab mir Zuversicht und Kraft”, erinnerte sich Kardinal Tagle.

“Wir setzten uns. Er erzählte mir seine Geschichte. Es war Nachmittag. Mich beeindruckte, dass seine Stimme ruhig und sein Gesichtsausdruck gelassen blieb, obwohl er schmerzhafte und sogar demütigende Erlebnisse schilderte. Er zeigte keinerlei Spur von Bitterkeit oder Hass”, fügte er hinzu.

Er unterstützte vietnamesische Flüchtlinge. “"weltweit"”

Kardinal Michael Czerny, emeritierter Präfekt des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, erinnerte daran, wie Kardinal Van Thuan seine frühen Jahre in Rom damit verbrachte, “beeindruckende Arbeit zur Unterstützung vietnamesischer Flüchtlinge auf der ganzen Welt zu leisten, sowohl auf menschlicher als auch auf spiritueller Ebene, indem er ein internationales Hilfsnetzwerk und eine breite Palette von Initiativen förderte.”.

Der südkoreanische Kardinal Lazarus You Heung-sik, Präfekt des Dikasteriums für den Klerus, der Kardinal Van Thuan persönlich kannte, beschrieb ihn als “einen Mann von großer Sanftmut, Gelassenheit und innerer Freiheit”, der selbst im Gefängnis missionierte. Er berichtete von der Aussage eines ehemaligen Wärters des Kardinals, der später getauft wurde und erklärte, die Begegnung mit dem zukünftigen Kardinal sei “die wichtigste meines Lebens” gewesen.

“Ich bin glücklich hier, in dieser Zelle, wo weiße Pilze wachsen.”

Auf der Konferenz im März schilderte auch die Schwester von Kardinal Van Thuan, wie ihre Familie, damals Flüchtlinge in Sydney, Australien, im Jahr 1976 erfuhr, dass ihr älterer Bruder in Isolation verlegt worden war – eine Nachricht, die ihre Mutter zum Weinen brachte. 

Während seiner Isolation im Gefängnis von Phú Khánh schrieb Kardinal Van Thuan am Fest des Heiligen Rosenkranzes: “Ich bin glücklich hier, in dieser Zelle, wo weiße Pilze auf meiner Matte wachsen, weil Du bei mir bist, weil Du willst, dass ich hier bei Dir lebe. Ich habe viel gesprochen in meinem Leben; nun spreche ich nicht mehr. Es ist an Dir, zu mir zu sprechen, Jesus; ich höre zu.”.

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Courtney Mares ist Vatikan-Redakteurin bei OSV News. Folgen Sie ihr auf Twitter: @catholicourtney

Diese Information wurde ursprünglich auf OSV News veröffentlicht und kann dort eingesehen werden. hier.

Der AutorOSV / Omnes

Berufung

Ton in Gottes Händen: Isaac Delgado und die digitale Mission

Isaac Delgado ist ein junger Costa Ricaner, der nach einem tiefgreifenden spirituellen Erwachen durch den Rosenkranz gründete Katholisches Lutum, ein digitales Evangelisierungsprojekt auf Instagram mit 185.000 Followern.

Juan Carlos Vasconez-18. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

Isaac Manuel Delgado Murillo ist ein 23-jähriger Costa Ricaner, der kurz vor dem Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre steht. Seine wahre Leidenschaft und sein Arbeitsalltag drehen sich um ambitionierte Projekte zur digitalen Evangelisierung. Obwohl er in einem katholischen Elternhaus aufwuchs, in dem ihm christliche Werte vermittelt wurden, gibt er selbst zu, dass es sich zunächst um einen ererbten Glauben handelte.

Der Wendepunkt hin zu einer persönlichen Begegnung mit Gott begann mit einer sehr traditionellen Andacht: dem Rosenkranzgebet. Als sie zum ersten Mal versuchte, ihn allein zu beten, merkte sie, dass sie eigentlich gar nicht wusste, wie es geht. “Ich glaube, es war der schlimmste Rosenkranz, den ich je gebetet habe, aber auch der, den ich mit dem aufrichtigsten Herzen gebetet habe.”, „Er gesteht mit Humor und Unkompliziertheit und erinnert sich daran, wie er Teile ausgelassen und sich verwirrt hat.“. 

Trotz der Rückschläge hat die Gnade ihre Wirkung gezeigt: “Ich spürte diese mütterliche Liebe und dass ich mit jedem Gebet ihrem Sohn näher kam.”. Diese Erfahrung bestärkte ihn in seiner Überzeugung, dass sein Glaube ohne diesen Anfang nicht in gleicher Weise gewachsen wäre, und bestätigte damit, dass “Der Rosenkranz verändert Leben und ist eine Gewohnheit, die einen nach und nach zu immer mehr führt.”.

Am selben Tag verspürte er den tiefen Wunsch, eine Jugendgruppe zu gründen, um ihren Glauben weiterzugeben. Anlass war seine Sorge darüber, wie viele Gleichaltrige der Kirche völlig entfremdet waren. Voller Tatendrang setzte er sich hin, um Themen und Aktivitäten zu entwickeln, ursprünglich mit dem Ziel eines Präsenzprogramms. Doch als er seine engen Freunde einlud, blieb die Resonanz aus. “Niemand wollte mitmachen.”. Auch als er es katholischen Freunden vorschlug, die er online kennengelernt hatte, hatte er keinen Erfolg.

Arbeite ohne Entmutigung

Anstatt sich entmutigen zu lassen, beschloss Isaac, einen Instagram-Account zu eröffnen, um all das Material, das er über die Geschichten der Heiligen und den immensen Reichtum der Kirche gesammelt hatte, zu teilen. 

Sie hofften, dass die jugendgerechte Gestaltung der Inhalte Menschen ansprechen und eine virtuelle Gruppe entstehen würde. Und so geschah es. Katholisches Lutum, ein Apostolat, das jungen Menschen im Internet das Wort Gottes vermittelt und seinen Namen vom lateinischen Wort für “Lehm” ableitet. 

Was im Geheimen und ohne die Absicht, große Menschenmengen zu erreichen, begonnen hatte, zog schnell zahlreiche junge Leute an und zeigte ihm damit, dass das Projekt seine Pläne übertraf: “Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass dies etwas ist, das von Gott kommt.”.

Den Glauben in der Gemeinschaft leben

Dieses rasante Wachstum brachte neue Herausforderungen mit sich. Isaak stand vor der Versuchung, sein Apostelamt allein zu leben, erkannte aber bald, dass “Diese Reise muss immer in Gemeinschaft stattfinden.”. Durch ihr Engagement in katholischen Initiativen und Netzwerken entdeckte sie, dass Gott einen Weg für sie vorbereitet hatte: die Erstellung von Inhalten und Videos, das Knüpfen unschätzbarer Freundschaften und Reisen an Orte, die sie sich nie hätte vorstellen können. “Wenn mein Account heute verschwinden würde, glaube ich nicht, dass mich das beeinträchtigen würde, denn ich habe die Gabe ja bereits in all meinen Freundschaften.”, „, beteuert er entschieden.“.

Diese gemeinschaftsorientierte Berufung hat ihn dazu geführt, Grenzen zu überschreiten und aktiv an Projekten wie beispielsweise … mitzuarbeiten. Wunder für Mexiko, Teilnahme an einem Netzwerk digitaler Missionare und Unterstützung der Organisation der Veranstaltung Apostelgeschichte 29 in Costa Rica. Ein Höhepunkt seiner Karriere war die Zusammenarbeit mit dem Dikasterium für Kommunikation bei der Berichterstattung über das Jubiläum der digitalen Missionare in Rom. 

Während einer Messe im Petersdom, als Kardinal Tagle eintrat, erinnerte er sich an seinen ersten Rosenkranz in seinem Zimmer und stellte voller Verwunderung fest, dass “Gottes Wege sind ein Geheimnis, aber sie sind immer das, was am besten für uns ist.”.

Isaac denkt über das Vermächtnis nach, das er hinterlassen möchte, und versteht, dass die Mission ein außergewöhnliches Geschenk ist, aber er warnt davor, dass “Für die Person, die diese Mission ausführt, kann dies gefährlich werden, da es unterwegs viele Versuchungen gibt.”. Daher ist es sein größter Wunsch, anderen Evangelisten die Hand zu reichen und ihnen zu helfen, Hindernisse zu überwinden, indem er aus seinen eigenen Fehlern und Unzulänglichkeiten lernt. In Anlehnung an die Worte von Papst Franziskus definiert sich der junge Künstler selbst als “ein armer Sünder, dem Gott viel Barmherzigkeit erwiesen hat.”.

Spanien

20.000 Freikarten für einen Besuch der Sagrada Familia bis zum 20. September

Die Sagrada Familia bietet 20.000 Freikarten an, um den Tempel zu besichtigen und den Baufortschritt während der La Mercè-Feierlichkeiten hautnah mitzuerleben.

Redaktion Omnes-17. September 2026-Lesezeit: < 1 Minute

Zeitgleich mit den La Mercè-Feierlichkeiten findet in der Sagrada Familia wieder ein Tag der offenen Tür statt. In diesem Jahr sind 20.000 kostenlose Eintrittskarten erhältlich, um das Gotteshaus zu besichtigen und sich über den aktuellen Stand der Restaurierungsarbeiten zu informieren.

Die Besichtigungen finden am 24., 25., 26. und 27. September jeweils von 16:00 bis 20:00 Uhr statt, außer am Samstag, dem 26., an dem die Öffnungszeiten von 15:00 bis 18:00 Uhr sind. Die Tickets werden per Losverfahren vergeben. Interessierte können sich vom 14. September bis Sonntag, den 20. September, 21:00 Uhr, über [Website/Plattformname] anmelden. Formular Genehmigt von der Sagrada Familia. Die Ergebnisse der Verlosung werden ab dem 20. September bekannt gegeben.

Die Tour ermöglicht es den Besuchern, die Geburtsfassade, das Innere der Basilika, den Liturgieweg, das Museum und die Passionsfassade zu besichtigen. Sie haben außerdem die Gelegenheit, die Ausstellung «Die Kraft eines gemeinsamen Traums» zu erkunden, die Teil des Programms zum Gaudí-Jahr ist. Anhand von Fotografien beleuchtet die Ausstellung Schlüsselmomente in der Geschichte der Sagrada Familia und stellt die Menschen in den Mittelpunkt, die zum Fortbestand des Projekts beigetragen haben.

Die wichtigste Neuerung in diesem Jahr wird im Materialhof zu sehen sein, wo drei Skulpturen ausgestellt werden, die für die Außenfassade der zukünftigen Himmelfahrtskapelle bestimmt sind: die Figuren des heiligen Josef Oriol und des heiligen Rochus sowie einer der vier Engel, die die Kuppel krönen und den blauen Mantel der Jungfrau Maria halten werden.

Die Tage der offenen Tür ermöglichen es der Öffentlichkeit somit, sowohl das Erbe der Basilika als auch den Fortschritt der Arbeiten, die auf die Fertigstellung von Gaudís Projekt hinarbeiten, genauer zu betrachten.

Für weitere Informationen und Anfragen: sagradafamilia.org/es/faqs-puertas-abiertas

Ressourcen

Von «Nostra aetate» zu «Ein Weg der Hoffnung»: Interreligiöser Dialog in einer Kultur der Begegnung

Sechzig Jahre nach der Verkündung der historischen Konzilserklärung über die Beziehungen der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen legt der Heilige Stuhl ein Dokument von theologischer und pädagogischer Tiefe vor, das das Erbe von «Nostra aetate» reflektiert, die Herausforderungen der Gegenwart bewertet und die zukünftigen Koordinaten des interreligiösen Dialogs skizziert.

Ramiro Pellitero-17. September 2026-Lesezeit: 5 Minuten

Am 28. Oktober 1965, inmitten der hitzigen Debatten des Zweiten Vatikanischen Konzils, veröffentlichte die katholische Kirche die Erklärung. Nostra aetate «Über das Verhältnis der Kirche zu nichtchristlichen Religionen.» Dieser kurze, aber äußerst kühne Text markierte einen unumkehrbaren Wandel, indem er feststellte, dass die Kirche «nichts ablehnt, was in diesen Religionen wahr und heilig ist» (NA 2).

Sechzig Jahre später haben die Dikasterien für die Glaubenslehre, für die Förderung der christlichen Einheit und für den interreligiösen Dialog gemeinsam die Gedenkschrift «Ein Weg der Hoffnung» veröffentlicht. Das Dokument, das von Papst Leo XIV. nach seiner Audienz bei den Präfekten und Sekretären der drei Dikasterien gebilligt wurde, präsentiert sich nicht als bürokratische Bewertung, sondern als lebendiges und dringliches Manifest für einen Planeten, der von Polarisierung, Identitätspolitik und den Nachwirkungen des Krieges bedroht ist.

Jüdische Wurzeln und die essentielle Erinnerung an den Holocaust

Die Notiz erinnert mit journalistischer und historiographischer Präzision daran, dass Nostra aetate Es entstand nicht als akademische Übung, sondern als direkte Reaktion auf die grausamen Folgen des Antisemitismus und des Holocaust. Das Dokument schildert, wie der heilige Johannes XXIII., tief bewegt von seiner schicksalhaften Begegnung mit dem jüdischen Historiker Jules Isaac und dank der Vermittlung von Maria Vingiani, Kardinal Augustin Bea beauftragte, einen Text zu verfassen, der die Beziehungen zwischen Kirche und jüdischem Volk heilen sollte.

In ihrer theologischen Ausarbeitung betont die Note, dass Jesus war Jude und blieb es immer.. Unter Berufung auf die Theologie des 20. Jahrhunderts bekräftigt er, dass in der Inkarnation das Wort «jüdisches Fleisch» geworden ist. Daher ist der jüdisch-christliche Dialog keine diplomatische Option oder eine sekundäre Praxis, sondern ein intrinsisches Element. damit die Kirche ihre eigene Identität und einen wesentlichen Bestandteil ihrer Mission verstehen kann. 

Gottes Bund mit dem jüdischen Volk ist unwiderruflich (vgl. Röm 11,29). Gleichzeitig hält der Text am Bekenntnis zu Christus als dem einzigen Erlöser fest. Er stellt klar, dass dies nicht die Unterstützung zweier paralleler Wege zum Heil bedeutet, sondern vielmehr die Anerkennung, dass die heute gelebte jüdische Religiosität ein aktiver Wert bleibt, der Christen bereichert. «Was Jesus als jüdisches Erbe zum Christentum beigetragen hat, ist Teil der theologischen Struktur des Christentums selbst.»Ein Weg der Hoffnung, 11).

Das Dokument bekräftigt außerdem seine Verurteilung des Antisemitismus und verweist auf die Erinnerung an den Holocaust als ständige Mahnung gegen die Gefahr von Rassen- und Religionshass.

Eine meisterhafte Symphonie: von der «Logik von Assisi» bis zum Paradigma des Polyeders

Der Text bietet eine pädagogische Reise durch die Lehren der letzten sechs Päpste und zeigt, wie der Dialog zu einer Lebensweise für die Kirche wurde:

- Papst Paul VI.: Er begründete die institutionelle Struktur des Dialogs durch die Gründung des Sekretariats für Nichtchristen im Jahr 1964 und schlug vor in Ecclesiam suam die Methodik der konzentrischen Kreise des Dialogs mit der Welt.

- Der heilige Johannes Paul II. verlieh dieser Intuition weltweite Sichtbarkeit, indem er 1986 das historische Treffen von Assisi einberief, bei dem Vertreter verschiedener Religionen aus ihren jeweiligen Perspektiven für den Frieden beteten. Er formulierte die zwei untrennbar miteinander verbundenen Voraussetzungen der Mission: unerschütterliche Treue zu Jesus Christus und eine offene Bereitschaft zum ehrlichen Dialog. In seiner Enzyklika Redemptoris mIssio (1990) bekräftigte den bleibenden Wert des Missionsauftrags. Während seines Besuchs in der Synagoge in Rom (1986) nannte er die Juden «unsere älteren Brüder».

- Benedikt XVI.: Er verband den Dialog mit den Forderungen der Vernunft und der Wahrheit und verurteilte Fundamentalismus und Gewalt im Namen Gottes als radikale Verfälschung der Religion. Er betrachtete die Juden als «Glaubensväter».

- Franziskus: förderte die Ära der «universellen Brüderlichkeit», die sich in der Enzyklika widerspiegelt. Fratelli tutti. Er führte das Polyedermodell ein und etablierte einen ethischen Kompass zur Beurteilung der Authentizität jeder Religion: konkrete Zuwendung zum Verletzten am Straßenrand und Sorge um die Ärmsten.

- Leo XIV. bekräftigt: «Wer den Namen Gottes missbraucht, um Terrorismus, Gewalt oder Krieg zu legitimieren, verrät sein Gesicht.» Er schlägt drei Schlüsselwörter für jeden Dialog vor: Frieden, Gerechtigkeit und Wahrheit.

Licht, Schatten und die vier Ebenen des interreligiösen Dialogs

Mit bemerkenswertem Realismus scheut die Note nicht davor zurück, bestehenden Widerstand anzusprechen. Sie prangert das Fortbestehen von Vorurteilen, die wachsende Gleichgültigkeit vieler Länder gegenüber jeglicher Form von Spiritualität, die Angst vor doktrinärem Relativismus, das Wiederaufleben des Fundamentalismus, die politische Instrumentalisierung der Religion und die schwere Verfolgung vieler christlicher Gemeinschaften weltweit an.

In erster Linie bekräftigt es die Lehre des Konzils in Nostra aetate: «Wir können Gott, den Vater aller, nicht anrufen, wenn wir uns weigern, uns gegenüber einigen Menschen, die nach dem Bilde Gottes geschaffen sind, brüderlich zu verhalten. […] Die Kirche verurteilt daher jede Diskriminierung oder Misshandlung aufgrund von Rasse oder Hautfarbe, Stand oder Religion als dem Geist Christi widersprechend» (NA, 5).

Diese Note stellt ihrerseits fest: «Der Dialog setzt ein klares Bewusstsein der eigenen religiösen und kulturellen Identität sowie eine echte Offenheit gegenüber dem Anderssein voraus – eine unerlässliche Bedingung für das Zusammenleben in pluralistischen Gesellschaften. Er muss frei von Zweideutigkeiten sein, Relativismus und Synkretismus vermeiden, die höchste Identität respektieren und sich zu einem möglichst umfassenden Dialog verpflichten.»Ein Weg der Hoffnung, 22).

Angesichts der Schwierigkeiten hebt das Dokument die alltäglichen und stillen Früchte hervor, die sich aus den vier im Dokument definierten Modalitäten ergeben. Dialog und Ankündigung (1991): 1) der Dialog des Lebens: friedliches Zusammenleben von Nachbarn unterschiedlichen Glaubens in Städten und Gemeinden; 2) der Dialog des Handelns: Zusammenarbeit in Projekten der Gerechtigkeit, Solidarität und Ökologie; 3) theologischer Dialog: ein intensiver doktrinärer Austausch zwischen Experten; 4) der Dialog religiöser Erfahrung: die kontemplative und spirituelle Gemeinschaft, die in diesem interreligiösen Bereich, insbesondere von einigen Gruppen von Mönchen und Nonnen, gefördert wird.

Das Dokument betont, dass die Verkündigung Christi das Herzstück der christlichen Mission ist und der interreligiöse Dialog daher nicht nur mit dieser Verkündigung vereinbar ist, sondern als Kanal für das christliche Zeugnis eine wesentliche und ergänzende Dimension derselben darstellt.

Zusätzlich zu diesen vier Ebenen wurden in jüngster Zeit Errungenschaften wie die Frauennetzwerk für interreligiösen Dialog und Offenheit für brüderliche Unterscheidungskraft gegenüber den Anhängern neuer religiöser Erfahrungen.

Warum Sie diese Notiz heute lesen sollten? Eine «Pädagogik der Hoffnung»

Die Lektüre von «Ein Weg der Hoffnung» ist unerlässlich für Theologen, Pädagogen, Seelsorger und alle, die die zentralen Aspekte der gegenwärtigen soziokulturellen Landschaft verstehen möchten. Das Dokument lehnt die Idee einer synkretistischen Weltreligion, die Unterschiede verwischt, entschieden ab. Im Gegenteil, es lädt uns ein, unsere Haltung zu hinterfragen, um von einer Logik der Isolation zu einer Kultur der Begegnung zu gelangen.

Dieser Text beweist, dass zum Dialog Es geht nicht darum, die Wahrheit zu verleugnen oder die eigene Identität zu verhandeln. Vielmehr ist es die Kunst, mit Geduld und Mut zu kommunizieren und im anderen Menschen sowohl einen Gesprächspartner als auch einen Weggefährten zu erkennen. 

«Der Dialog, der sich im Anschluss daran eröffnet Nostra aetate – so heißt es in der Note – es handele sich nicht bloß um eine theoretische Übung, sondern um eine gemeinsame ethische und spirituelle Verpflichtung, die auf Frieden, Gerechtigkeit und die Sorge um unser gemeinsames Haus ausgerichtet sei.Ein Weg der Hoffnung, 35). Darin heißt es, dass Gläubige – in irgendeiner Weise vereint – Zeugen der Liebe Gottes sind und dass sie auch mit jedem in Dialog treten können. 

In Bezug auf die Pädagogik des Dialogs, Es setzt vor allem eine «tiefe Ausbildung in Seminaren, theologischen Instituten und pastoralen Programmen voraus. Es genügt nicht mehr, die Bedeutung des Dialogs zu verkünden: Er muss nun gelebt werden, indem den Gläubigen die Mittel an die Hand gegeben werden, um sich informiert, kritisch und gelassen daran zu beteiligen.» Zu den Faktoren, die die interreligiöse Begegnung und den Dialog begünstigen und aufrechterhalten, zählen «Kenntnisse der Religionen, die Geschichte der interreligiösen Beziehungen, die Entwicklung von Leitlinien für den Dialog und die Förderung der religiösen Bildung (religiöse Bildung» genauso wie es notwendig ist, ein Verständnis für zeitgenössische kulturelle und geopolitische Fragen in die christliche Bildung zu integrieren (Ibid., 48).

Beim Durchblättern der Seiten findet der Leser in diesem Dokument ein Gegenmittel gegen die Ernüchterung und einen Aufruf, in einer von Gewalt verwüsteten Welt zum «Brückenbauer und Friedensstifter» zu werden.

Aus dem Vatikan

Die Kirche belebt den Dialog und die Begegnung zwischen Zivilisationen und Religionen neu.

Sechzig Jahre nach der Konzilserklärung ‘Nostra Aetate’, die, wie Leo XIV. sagte, einen Horizont der Begegnung, des Respekts und der spirituellen Gastfreundschaft im interreligiösen Dialog eröffnete, haben drei Dikasterien des Heiligen Stuhls die vom Papst approbierte Note ‘Ein Weg der Hoffnung’ veröffentlicht, die diesen Dialog erneuert und neu belebt.

Francisco Otamendi-17. September 2026-Lesezeit: 7 Minuten

Das Dokument ist eine gemeinsame Reflexion der Dikasterien für die Glaubenslehre, für die Förderung der christlichen Einheit und für den interreligiösen Dialog. In 60 Punkten und 95 Anmerkungen werden die wichtigsten Aspekte und wesentlichen Herausforderungen des interreligiösen Dialogs in den kommenden Jahren erörtert. Hinweis, Das Dokument, das etwa 20 Seiten umfasst, wurde am 22. Juni von Leo XIV. genehmigt.

Der Text spricht von den “sichtbaren und stillen Früchten” der Erklärung. Nostra Aetate, unterzeichnet von Papst Paul VI. am 28. Oktober 1965, die Widerstände und Missverständnisse, die weiterhin bestehen, die Pädagogik des Dialogs, die vertieft werden muss, und die Perspektiven und Orientierungen für die Zukunft des interreligiösen Dialogs.

In ihrem Schlusskapitel, Nummern 57 bis 60, erklärt sie, dass die katholische Kirche den eingeschlagenen Weg mit tiefer Dankbarkeit betrachtet, “weil er das Antlitz der interreligiösen Beziehungen radikal verändert hat”, und betont, dass “die Botschaft von ‘Nostra aetate’Es ist nach wie vor hochrelevant.”.

“Damit Religionen die Welt verändern können, brauchen wir eine erneuerte Bildung durch Dialog.”

Der Text macht jedoch deutlich, dass die Brüderlichkeit unter den Gläubigen verschiedener religiöser Traditionen nicht bloß ein Ideal, sondern ein moralisches, spirituelles und soziales Gebot ist. 

Und angesichts der aktuellen Herausforderungen – religiöser Extremismus, globale Migration, Säkularisierung, ökologische und soziale Krisen – sind die Religionen aufgerufen, die Welt und die Gesellschaft so zu verändern, dass sie zu brüderlichen Ausdrucksformen werden. ”Gottes Willen.“.

“Diese Aufgabe erfordert notwendigerweise eine erneuerte Dialogbildung, insbesondere unter den jüngeren Generationen, um Ängste und Vorurteile zu überwinden und eine echte Kultur der Begegnung zu etablieren.”.

Ablehnung des Antisemitismus

Das Dokument stellt fest, dass der jüdisch-christliche Dialog für Christen nicht als zweitrangige Praxis betrachtet werden kann und dass “Solidarität mit dem jüdischen Volk auch den gemeinsamen Kampf gegen …“ umfasst. Antisemitismus”Die Note widmet zahlreiche Punkte (Nr. 10 ff.) der Erläuterung der Beziehungen zum jüdischen Volk und zitiert die letzten Päpste, darunter Benedikt XVI., Franziskus und Papst Leo XIV.

Das Tor mit der Inschrift “Arbeit macht frei” ist am 27. Januar 2025 im deutschen NS-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in Oświęcim, Polen, zu sehen. (Foto: OSV News/Grzegorz Celejewski, Reuters).

Beispielsweise werden Auszüge aus einer Generalaudienz von 2009 ausführlich wiedergegeben, in der Benedikt XVI. sagte: “Während ich unseren Brüdern und Schwestern, die Empfänger des Ersten Bundes sind, meine volle und unerschütterliche Solidarität erneut bekräftige, hoffe ich, dass die Erinnerung an den Holocaust die Menschheit dazu anregt, über die unberechenbare Macht des Bösen nachzudenken, wenn es das menschliche Herz erobert. Möge der Holocaust für alle eine Mahnung gegen Vergessen, Leugnen und Verharmlosung sein, denn Gewalt gegen einen einzigen Menschen ist Gewalt gegen alle.”.

Wachsendes kritisches Bewusstsein für Islamophobie

Das Dokument hebt unter anderem hervor, dass “das wachsende kritische Bewusstsein für Erscheinungsformen der Islamophobie nicht ausreichend zwischen Fällen von Fundamentalismus und Gewalt und dem friedlichen Zusammenleben anderer muslimischer Gläubiger unterscheidet, die sich in den Ländern, die sie willkommen heißen, integrieren und dort arbeiten.”. 

“Wir müssen den christlichen Gemeinden danken, die im Geiste der Gastfreundschaft und des besseren Verständnisses und der Achtung gegenüber muslimischen Gläubigen gewachsen sind”, heißt es darin.

Papst Leo XIV. begleitet türkische muslimische Würdenträger und ihre Begleiter beim Verlassen der Sultan-Ahmed-Moschee, auch bekannt als Blaue Moschee, nach einem privaten Besuch in Istanbul, Türkei, am 29. November 2025. (CNS-Foto/Lola Gomez).

Die anhaltende Herausforderung des Dialogs

'Nostra aetate’Sie inspiriert weiterhin die pastoralen und theologischen Entscheidungen der Kirche und nährt den Dialog mit den verschiedenen religiösen Traditionen. Doch die Unterzeichner der Note (die Kardinäle Víctor Manuel Fernández, Kurt Koch und George Koovakad sowie die Sekretäre Monsignore Armando Matteo, Flavio Pace und Indunil Janakaratne Kodithuwakku Kankanamalage) betonen in Punkt 3 der Einleitung, dass dieser Dialog auch “eine ständige Herausforderung” darstellt.“.

Und sie fragen sich: “Wie können wir die Treue zur christlichen Identität mit einer aufrichtigen Offenheit gegenüber dem Anderssein vereinbaren? Wie können wir den Aufruf zur universellen Brüderlichkeit konkret in Gesellschaften leben, die von zunehmender kultureller und religiöser Vielfalt, von Krieg und Gewalt geprägt sind und sich durch ein wachsendes Streben nach Säkularisierung auszeichnen?”.

Dieses Dokument beantwortet im Wesentlichen diese Fragen und skizziert Zukunftsperspektiven.

“Es geht nicht darum, eine große Weltreligion zu gründen.”

Bevor wir in annähernd chronologischer Reihenfolge fortfahren, lohnt es sich, einen Blick auf die Nummern 52 und 53 zu werfen, wo die Anmerkung – um jeden Verdacht auszuräumen – klarstellt: “Es geht nicht darum, eine große Weltreligion zu gründen, in der alle Glaubensrichtungen gleichgestellt werden. Diese Möglichkeit muss aus Respekt vor sich selbst und anderen verworfen werden. Es geht vielmehr darum, eine brüderliche Gesellschaft aufzubauen, die Unterschiede akzeptieren kann.”.

“Diese Absicht bleibt, wie schon in der Erklärung, das Herzstück des interreligiösen Dialogs.“ Nostra aetate, ”Und auch die diesbezüglichen Bemühungen, die die Jahrzehnte nach seinem Inkrafttreten geprägt haben“, fügt er hinzu.

“Beim Dialog geht es nicht nur darum, die eigenen Lehren darzulegen oder die eigenen Weltanschauungen zu vergleichen; heute, angesichts derer, die Spaltungen schüren und Konflikte vorbereiten, sind die Gläubigen verschiedener Traditionen und vor allem ihre Anführer, die sich ihrer unüberbrückbaren Differenzen bewusst sind, aufgerufen, mit Klarheit und Hoffnung die Bedingungen für ein friedliches Zusammenleben zu suchen.”.

Warum die Formen des Dialogs erneuern?

Ein paar Zeilen zuvor hatte der Text auf die Ursachen hingewiesen, die uns “in einer sich rasch verändernden Welt dazu zwingen, die Formen des Dialogs zu erneuern”.

Hier (Nr. 52) sprechen wir von “Identitätsspannungen, der Isolation von Gemeinschaften, fundamentalistischen Ideologien, Konflikten mit religiösen Bezügen, der politischen Instrumentalisierung religiöser Phänomene, aber auch der in vielen Ländern zunehmenden Gleichgültigkeit gegenüber jeder Form von Spiritualität”.

“Daher erfordert die Zukunft des interreligiösen Dialogs heute erneute Überlegungen und insbesondere klare Verpflichtungen”, heißt es in dem Dokument.

Papst Leo XIV. nahm am 28. Oktober 2025 an einem ökumenischen christlichen Gebet im Kolosseum in Rom teil, bevor er sich mit Vertretern anderer Religionen aus dem Ausland zum Friedensgebet zusammenschloss (CNS Photo/Vatican Media).

Denkweisen verändern und Missverständnisse vermeiden

Um das Ziel zu erreichen, dass die verschiedenen Traditionen und vor allem ihre Anführer, wie bereits erwähnt, “mit Klarheit und Hoffnung die Bedingungen für ein friedliches Zusammenleben suchen können”, hält der Text es für notwendig, “eine wahre Transformation der Mentalitäten vorzunehmen: die Logik der Verteidigung, der Feindseligkeit oder der Eroberung aufzugeben, um eine offene, wohlwollende und mutige Haltung einzunehmen.”.

Trotz der Fortschritte bestehen weiterhin Schwierigkeiten im Dialog, heißt es in der Note weiter. “In manchen Kreisen bestehen Zweifel an seiner Zweckmäßigkeit, da man doktrinären Relativismus oder eine Verwässerung der religiösen Identität befürchtet. (…) Manche fragen sich noch immer, ob es sich um ein pastorales Problem, einen Akt der Nächstenliebe, einen theologischen Austausch oder die Notwendigkeit eines politischen Engagements für das Gemeinwohl handelt” (Nr. 44).

“Auch außerhalb kirchlicher Grenzen gibt es Missverständnisse (Nr. 45). In manchen Regionen sind die Beziehungen zwischen Angehörigen verschiedener Religionen historisch bedingt konfliktbeladen, und die Erinnerung an alte Wunden behindert das gegenseitige Vertrauen, trotz der Mahnung in der Erklärung.“ Nostra aetate «dass sie, die Vergangenheit vergessend, aufrichtig gegenseitiges Verständnis üben können», insbesondere zwischen Christen und Muslimen.  

Der Weg bleibt anspruchsvoll: Er erfordert Demut, Mut und Urteilsvermögen, betont der Text (Nr. 45), und es ist nicht weniger wichtig, auf die Verfolgungen hinzuweisen, die Christen in verschiedenen Teilen der Welt durch extremistische religiöse Gruppen erleiden mussten, heißt es weiter.

Plakate jüdischer Künstler aus dem 18. Jahrhundert im Jüdischen Museum in Rom (Archivfoto 2010, CNS/Paul Haring).

Schlussfolgerung: 4 Punkte

Obwohl einige Schlussfolgerungen aus der Note der drei Dikasterien bereits erwähnt wurden, lohnt es sich, einige davon zusammenzufassen.

1. "Es ist an der Zeit, eine neue Ethik des Dialogs zu fördern: Eine Kultur der Komplexität, Flexibilität und Freundschaft. Es geht nicht mehr darum, den “anderen Gläubigen”, die andere Zivilisation, die andere Denkweise zu fürchten oder auf Distanz zu halten, sondern um Sich trauen, zu treffen".

"Zivilisationen und Religionen Sie können zweifellos in Spannung geraten, aber auch in Resonanz treten, in einer kreativen Dynamik, die es versteht, Vielfalt in Solidarität zu verwandeln. Andersartigkeit sollte nicht länger als Hindernis, sondern als Herausforderung erlebt werden, der es sich zu stellen gilt” (Nr. 55).

2. Ein differenzierteres und ausgefeilteres Dialogmodell Es ist daher nicht nur für die Zukunft wünschenswert, sondern bereits im Keim erwacht, sowohl innerhalb der Kirche als auch in ihren Beziehungen zu anderen religiösen Traditionen. (...) In dieser Wechselwirkung entsteht eine gemeinsame Zukunft, in der Frieden und Freundschaft keine Utopien mehr sind, sondern reife Früchte der Begegnung” (Nr. 56).

3. Die Kirche lädt alle dazu ein, “Brückenbauer statt Mauerbauer” zu werden.”, Handwerker des Friedens und der Brüderlichkeit, fähig, den anderen in seiner Andersartigkeit anzunehmen, seinen spirituellen Reichtum zu erkennen und beim Aufbau einer gerechteren und humaneren Gesellschaft mitzuwirken.”.

Der Text zitiert hier den Papst Leo XIV.“Das Zeugnis unserer Brüderlichkeit, das wir hoffentlich durch wirksame Gesten zeigen können, wird zweifellos dazu beitragen, eine friedlichere Welt zu schaffen, so wie es sich alle Männer und Frauen guten Willens in den Tiefen ihrer Herzen wünschen.”.

4. “Es ist notwendig, diesen Weg entschlossen weiterzugehen, getragen von der Gnade Gottes und dem spirituellen Schatz der religiösen Traditionen.“. 'Nostra aetate’Vor sechzig Jahren “brachte es der Welt, die sich vom Zweiten Weltkrieg erholte, Hoffnung. Heute sind wir aufgerufen, diese Hoffnung in unserer vom Krieg zerrissenen Welt und unserer geschädigten natürlichen Umwelt wieder aufzubauen.”.

Der AutorFrancisco Otamendi

Blickpunkt Evangelium

Geistliche Arbeitslosigkeit: “Geht auch ihr in meinen Weinberg.” 25. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A)

Vitus Ntube kommentiert die Lesungen für den 25. Sonntag im Jahreskreis (A), der dem 20. September 2026 entspricht.

Vitus Ntube-17. September 2026-Lesezeit: 2 Minuten

Im heutigen Evangelium veranschaulicht Jesus das Reich Gottes anhand des Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg. Das Gleichnis lenkt unsere Aufmerksamkeit auf drei Dinge: Gottes Berufung, das Wesen unserer Arbeit und den Lohn, den er uns verheißt. Doch jedes dieser Dinge offenbart sich auf eine Weise, die unseren menschlichen Erwartungen völlig widerspricht. Durch den Propheten Jesaja verkündet der Herr:“So wie der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken höher als eure Gedanken.”Gottes Denkweise unterscheidet sich nicht einfach nur von unserer; sie ist unendlich weiser und voller Liebe.

Das Evangelium offenbart uns vor allem, dass Gott möchte, dass alle in seinem Weinberg arbeiten. Geistliche Arbeitslosigkeit hat dort keinen Platz. Der Besitzer des Weinbergs geht immer wieder hinaus, um Arbeiter zu suchen: im Morgengrauen, am Vormittag, mittags, am Nachmittag und fast am Abend. Jedes Mal sucht er die Arbeitslosen auf und sagt zu ihnen:“Geht auch in meinen Weinberg.”Der Schwerpunkt des Gleichnisses liegt nicht in erster Linie auf dem Lohn, sondern auf der Berufung. Bevor von der Belohnung die Rede ist, erscheint Gottes Einladung.

Die zweite Lektion betrifft unsere Arbeitseinstellung. Am Ende des Tages begannen die Arbeiter, die seit der ersten Stunde gearbeitet hatten, zu murmeln:“Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und ihr habt sie genauso behandelt wie uns, die wir die Last des Tages und die brütende Hitze ertragen mussten.”Was sie anfänglich bereitwillig akzeptiert hatten, wird in ihren Augen nun lediglich “die Last des Tages und die drückende Hitze”. Sie betrachten es nicht mehr als Privileg, für den Besitzer des Weinguts zu arbeiten, sondern vergleichen sich stattdessen mit anderen.

Joseph Ratzinger reflektiert diese Parabel auf wunderbare Weise. Wir können am Ende den Arbeitern ähneln, die morgens als Erste eingestellt wurden. Als sie feststellten, dass diejenigen, die wenig gearbeitet hatten, denselben Lohn erhielten, verloren sie den Wert des Privilegs, den ganzen Tag gearbeitet zu haben. Anstatt sich über ihren Lohn zu freuen, konzentrierten sie sich fortan darauf, was andere verdienten. Aber waren sie sich wirklich sicher, dass ein Tag ohne Arbeit besser war als ein Tag mit Arbeit? Und warum hing ihre Zufriedenheit mit ihrem Lohn davon ab, dass andere weniger verdienten?

Das Gleichnis wurde nicht nur erzählt, um die Arbeiter zu beschreiben; es wurde uns erzählt. Immer wenn wir uns fragen: “Warum sollte ich ein christliches Leben führen?”, fangen wir an, wie diese ersten Arbeiter zu denken. Wir stellen uns vor, dass “geistliche Arbeitslosigkeit” – ein Leben ohne Gebet, Glauben, Opfer und Hingabe an Gott – leichter, freier und glücklicher sei als das Leben im Weinberg des Herrn. Aber stimmt das wirklich? Ist ein Leben ohne Gott erfüllender als ein Leben in Freundschaft mit ihm?

Aus dem Vatikan

Kardinal Bustillo: “Wir müssen die Werte des Evangeliums wiederentdecken, um das soziale Leben zu reparieren.”

In diesem Interview analysiert der Franziskanerkardinal François Bustillo, Bischof von Ajaccio, die tiefen Spaltungen der heutigen westlichen Gesellschaft und schlägt vor, diese durch ein tiefgreifendes Beziehungsprojekt zu heilen.

Javier García Herrería-17. September 2026-Lesezeit: 7 Minuten

In diesem Interview analysiert der Franziskanerkardinal François Bustillo, Bischof von Ajaccio (Korsika), die tiefen Spaltungen der westlichen Gesellschaft und schlägt deren Heilung durch ein umfassendes Beziehungsprojekt vor. Um dies zu erreichen, plädiert er für die Abschaffung des “Gerichts” des Verdachts und der Online-Beschämung. Diesem digitalen Wahn stellt er die Stille und die besonnene Distanz der klösterlichen Tradition gegenüber, die eine ruhige und angemessene Beurteilung ermöglicht.

Bustillo fordert einen Perspektivenwechsel, der den Individualismus durch das Gemeinwohl ersetzt – den Anderen als Verbündeten und nicht als Bedrohung zu sehen – und verlangt eine Ausübung politischer und kirchlicher Autorität, die auf Demut und Zuhören beruht und Unterschiede in einen kollektiven Reichtum verwandelt, der den gemeinsamen Wiederaufbau des beschädigten sozialen Gefüges ermöglicht.

Du hast gerade gepostet Reparatur. Kann eine zerrüttete Gesellschaft überleben?, Es geht darum, wie man eine gespaltene Gesellschaft heilen kann. Was ist die These des Buches?

Ganz einfach: Ich teile Max Webers Ansicht vom Beginn des 20. Jahrhunderts, dass wir in einer “entzauberten Welt” leben. Ich kann nicht einfach nur feststellen, dass es der Welt und der Gesellschaft schlecht geht, oder eine Liste all ihrer Missstände erstellen. Mein Ziel – weil ich gläubig bin und an die Auferstehung glaube – ist es, aufzuzeigen, wie sich unsere Gesellschaft verbessern kann. Und vielleicht müssen wir in diesem Sinne anerkennen, dass wir in unserer westlichen Gesellschaft die Werte und Prinzipien des Evangeliums vernachlässigt haben.

Deshalb schlage ich in diesem Buch auf einfache und direkte Weise eine Rückbesinnung auf Prinzipien vor, die heute nicht mehr gelebt werden, unserer Gesellschaft aber Kraft und Stabilität verleihen: Liebe, Vergebung, Nicht-Richter, Nicht-Verurteiler, Geben. Für mich sind diese Prinzipien des Evangeliums nicht bloße Poesie; sie sind das Fundament einer besseren, einer evangelisierten und, weil sie evangelisiert ist, einer zivilisierten Gesellschaft.

Im ersten Teil des Buches weist er darauf hin, dass wir Politiker und einfache Leute in den sozialen Medien dämonisieren.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir ganz beiläufig über soziale Medien und die Macht der Medien Kontroversen schüren: “Er hat es gesagt, er hat es nicht gesagt, ich stimme zu, ich stimme nicht zu…”. Ich glaube, dass unsere Gesellschaft an diesem Punkt eine Selbstreflexion verdient und braucht.

Das Mediensystem, insbesondere die sozialen Medien, vermittelt eine sehr simple Botschaft, die auf rudimentären Prinzipien beruht. Es herrscht eher die Mentalität eines Richters als die eines Philosophen vor. Menschen urteilen und verurteilen, ohne Fakten oder Argumente zu kennen, anstatt wie Philosophen zu handeln, die bei Problemen durch Nachdenken und nicht durch Emotionen nach Lösungen suchen.

Wir sind schließlich Menschen, keine Roboter. Emotionen sind wichtig, das stimme ich zu, doch es mangelt an Reflexion. Wir müssen uns die Zeit nehmen, Argumente genauer zu prüfen und nicht impulsiv und oft unfair zu reagieren.

Welche Szenen aus dem Evangelium sollten wir in diesem Sinne besonders berücksichtigen, um die christliche Position zu diesen Fragen zu verstehen?

„Wenn ich bestimmte Passagen aus dem Evangelium zitiere, dann deshalb, weil Jesus uns vor zweitausend Jahren letztlich zur Vorsicht mit unseren Urteilen aufgerufen hat. Wenn wir beispielsweise die Ehebrecherin sehen, sind die Gesetzeshüter bereits gerüstet; sie haben sie bereits verurteilt. Jesus entwaffnet uns mit unserer Fähigkeit zu urteilen und zu verurteilen, ohne alles zu wissen. Er fragt uns, wer ohne Sünde ist. Es scheint, als lebten wir in einer Gesellschaft, in der es auf der einen Seite die Reinen und Vollkommenen und auf der anderen Seite alle anderen gibt. Dieser Dualismus ist gefährlich für unsere Gesellschaft, denn nicht alles ist schwarz oder weiß, weder in der Gesellschaft noch in unserem Leben.“.

Wir sehen auch andere Stellen aus dem Evangelium, etwa die Geschichte von Johannes dem Täufer und Herodias' Tochter: “Ich will den Kopf von Johannes dem Täufer auf einem Tablett.” Auch heute fordern viele den Kopf anderer, und das ist gefährlich. Einerseits ist es leicht, “jemandes Kopf zu fordern”, nur weil wir ihn nicht mögen oder weil er anderer Meinung ist. Andererseits steinigen wir heute vielleicht nicht mehr mit Steinen, sondern mit Büchern, Tweets und Worten. Oft verletzen wir mit unseren Schriften die Würde anderer. In einer rauen und gewalttätigen Gesellschaft müssen wir die Werte des Evangeliums wiederentdecken, um ein friedliches Zusammenleben wiederherzustellen.

«Wir müssen uns die Zeit nehmen, bestimmte Argumente eingehender zu prüfen und nicht impulsiv und oft unfair zu reagieren.»

Kardinal François-Xavier BustilloBischof von Ajaccio

An diejenigen, die sich beruflich dieser Welt der Netzwerke verschrieben haben, an die digitalen Missionare: Welche Botschaft würden Sie ihnen übermitteln?

Soziale Medien sind an sich schön. Wir sollten sie aber weder vergöttern noch verteufeln. Sie sind ein Mittel zum Zweck: eine Botschaft zu verbreiten.

Wir können positive oder negative Botschaften verbreiten. Mir ist aufgefallen, dass in Frankreich viel Evangelisierung über soziale Medien stattfindet. Viele junge Menschen, die sich heute in Frankreich bekehren und das Evangelium leben wollen, tun dies über soziale Medien.

Wir müssen bedenken, wie leicht jüngere Generationen soziale Medien nutzen, und deshalb müssen wir auch dort aktiv werden. Es gibt Risiken; sie können missbraucht werden, aber vielleicht müssen wir auch hier unsere Denkweise ändern und soziale Medien nicht nur für Verurteilungen nutzen, weil wir oft hart sind, sondern auch für Segenswünsche.

Am Ende der Messe, am Ende der Feierlichkeiten, wird der Segen gesprochen. Und etymologisch gesehen…, benedire Es geht darum, sich “gut auszudrücken”. Ich denke, es ist eine besondere Herausforderung für unsere Gesellschaft: Worte zu finden, die nicht naiv sind, sondern Gutes über andere aussagen. Wir sind sehr schnell dabei, Schlechtes zu sagen, aber sehr zögerlich, Gutes zu sagen, und wir sind nicht sehr frei in unserer Ausdrucksweise.

Manche mögen bestimmte Botschaften der Kirche zum Thema Frieden oder Einwanderung als naiv empfinden. Was denken Sie darüber?

—Ich habe vor einiger Zeit in einem Interview in Frankreich darüber gesprochen, vielleicht etwas zu forsch. Wir leben in einer Gesellschaft, die eine übermäßige Vereinfachung des Systems predigt. mag Von Facebook. Wir stehen uns gegenüber und belegen uns ständig gegenseitig mit Etiketten: Ich bin rechts, links, modern, altmodisch, was auch immer… Immer nur Etiketten.

Wir laufen Gefahr, in ein Stammesdenken zu verfallen, in dem wir die Unsrigen schützen und Andersartige angreifen. Die katholische Kirche hat eine universelle Botschaft. Darin liegt die Einzigartigkeit und Kraft der katholischen Kirche.

Wir gehören keinem elitären Zirkel der Reinen und Perfekten an, in dem wir die Unsrigen schützen und die Anderen kritisieren. Der universelle Aspekt überwindet Grenzen. Ich glaube, dass wir in unserer westlichen Gesellschaft eine Form des Katholizismus vergessen haben.

Vielleicht neigen wir im weltlichen, nicht-katholischen Sinne dazu, zu urteilen und zu verurteilen und uns gegeneinander auszuspielen. Wir Katholiken müssen uns darüber erheben. Nicht weil wir besser sind, sondern weil wir ein starkes Ideal haben. Wenn wir diesem Ideal nicht folgen, verfallen wir leicht einer Ideologie, denn wir alle haben Vorstellungen: Wir wollen etwas Gutes, ein edles Ideal, aber wir können in eine Ideologie abgleiten. Ideologie ist herzlos. Davor müssen wir uns hüten. Die Kirche hat eine einzigartige Botschaft, die uns von Etiketten befreit. Jesus spricht mit apostolischem Herzen.

Wir Christen sind keine Klone. Wer hätte Matthäus, einen Zöllner, und Simon den Zeloten, einen Nationalisten, zusammenbringen können? Niemand, nur Jesus. Jesus und die Kirche haben die Aufgabe, Menschen zusammenzuführen, die vielleicht nicht dieselben Ideen oder Visionen teilen. Unsere Unterschiede bedeuten nicht, dass wir Feinde sind. Leider wird heutzutage aus Unterschieden und Verschiedenheiten leicht Spaltung. Wir müssen vorsichtig sein.

Wie können wir vermeiden, in kontroverse Fragen oder solche, die möglicherweise falsch interpretiert wurden, beispielsweise in einigen Fällen im Zusammenhang mit der Seelsorge für homosexuelle Menschen, in diese Spaltung zu geraten?

Es gibt heikle und schwierige Fragen, denn einerseits ist das Ideal der Kirche ganz klar: Die Ehe ist die Verbindung zwischen Mann und Frau. Was die Lehre zur Homosexualität betrifft, haben wir Amoris laetitia.

Wir erleben gerade, beispielsweise in Frankreich, eine Realität mit Katechumenen, insbesondere jungen Menschen, die zur Kirche kommen; viele bringen eine emotionale Vergangenheit mit, die von der Kirche nicht aufgearbeitet wurde. Ich glaube – ohne Naivität oder Idealismus –, dass wir eine Zeit durchleben werden, die mir normal erscheint, in der diejenigen, die sich der Kirche nähern, dies mit ihrer Geschichte tun; sie sind in vielen Fällen die verlorenen Schafe. Ich sehe es in Frankreich: Menschen in ihren Zwanzigern oder Vierzigern, die aus einer anderen Welt kommen, die keine religiöse Erziehung genossen haben, Jesus Christus nicht kennen, das Evangelium nicht kennen und den Katechismus nicht gelernt haben. Alles, was für uns einst «normal» und selbstverständlich war, dank Erziehung und Katechismusunterricht, fehlt ihnen.

Wie können wir Menschen willkommen heißen, die einerseits nicht puritanisch eingestellt sind, andererseits aber das Ideal des Evangeliums nicht trivialisieren? Wie begleiten wir diese Menschen? Zum Beispiel Geschiedene oder Paare, die unverheiratet zusammenleben und plötzlich um die Taufe bitten. Was tun wir? Prüfen wir ihre Pässe, um ihre Reinheit und Unschuld festzustellen, und weisen wir sie ab? Sagen wir, alles sei in Ordnung, es spiele keine Rolle? Ich glaube, die Weisheit der Kirche liegt auch in der Seelsorge. ad personam.

Anders gesagt, wir müssen die individuellen Umstände jedes Einzelnen berücksichtigen und das Kirchenrecht sowie die Moralvorstellungen verstehen. Wir müssen uns dann fragen: Was ist Kirchenrecht? Was ist Moral? Wo liegt das Gute für diesen Menschen? Und hier befinden wir uns in einer heiklen Phase der Anpassung. Wir schaffen nun ein neues Fundament, das es in Frankreich nicht gibt, damit Kinder von Kindheit an eine Erziehung erhalten und lernen, was richtig und was falsch ist, welche Prinzipien gelten und so weiter.

«Wir laufen Gefahr, in ein Stammesdenken abzurutschen, in dem wir die Unsrigen schützen und diejenigen angreifen, die nicht so sind wie wir. Die katholische Kirche hat eine universelle Botschaft.»

Kardinal François-Xavier BustilloBischof von Ajaccio

In seinem Buch spricht er über Bildung. Es gibt jedoch einige katholische Schulen, in denen die dogmatische, moralische und sakramentale Bildung kaum Beachtung findet, die soziale Bildung hingegen schon.

—Ich glaube, das ist Teil der Größe der katholischen Kirche, dass es in ihr sowohl progressive als auch konservative Tendenzen gibt. Das bewahrt uns vor einer Form von Sektierertum.

Es wird immer einen Teil der katholischen Gesellschaft geben, der sagt: “Wir müssen so sein”, “Wir brauchen ein klareres Verständnis von Lehre und Moral”. Und andere, die sagen: “Wir müssen offener sein.” Was wir unbedingt vermeiden müssen, ist das, was wir im leidvollen Frankreich erlebt haben: einen Teil, der sich von der Kirche abspaltet und vier Bischöfe ohne päpstliches Mandat weiht.

Am 8. Mai 2025, dem Tag seiner Wahl zum Papst Leo XIV., sprach er auf dem Balkon des Petersdoms von Einheit und Frieden. Wie können wir innerhalb der Kirche für Einheit und Frieden wirken? Wie können wir jegliche Form von Leid verhindern, die uns spaltet?

Dass es innerhalb der Kirche unterschiedliche Strömungen gibt, ist für mich kein Problem. Wichtig ist, dass sie nicht dogmatisch wird, wie es in Frankreich in den 70er, 80er und 90er Jahren geschah, als einige, die sich selbst als modern und aufgeschlossen betrachteten, dies so interpretierten, dass jeder tun könne, was er wolle, und dass eine Stola alles sei, was man zur Feier der Messe brauche. Seit 2010 gibt es eine andere Gruppe, die sich ins entgegengesetzte Extrem bewegt hat.

Wie können wir diese Spaltungen vermeiden? Manchmal sage ich denen, die starrköpfiger sind, sie sollen vorsichtig sein, damit sie nicht in 40 Jahren die gegenteilige Reaktion zeigen und die Priester wieder so feiern wie in den 70er Jahren.

Wie können wir mit der Intelligenz, Weisheit und Erfahrung der Geschichte diese Extreme vermeiden? Wie konnten wir die Spaltung der Kirche in Frankreich im vergangenen Juli verhindern? Ich glaube, dass die Kirche in Frankreich heute ein recht gesundes Gleichgewicht angestrebt hat.

In seinem Buch spricht er viel über den Wandel, den wir – Gläubige wie Nichtgläubige – vollziehen müssen, um eine gesellschaftlich verantwortungsvollere Weltsicht zu entwickeln. Beinhaltet diese Wandlung auch die Beichte?

—Beichten ist in Frankreich jetzt in Mode. Wir haben ein Coach Ob es ums Essen, um Sport, um die öffentliche Meinung geht … um alles. In Frankreich wird die Beichte als jener intime Raum wiederentdeckt, in dem man als Mensch wächst.

Viele konzentrieren sich in der Beichte ausschließlich auf den moralischen Aspekt und nicht auf den spirituellen: auf die Beziehung zu Gott, das innere Wachstum, die persönliche Weiterentwicklung… Genau das scheint an der Beichte am interessantesten zu sein. Wir müssen dieses Sakrament als einen Raum entdecken, in dem wir spirituell wachsen und uns bemühen, im Einklang mit unserem Glauben zu handeln.

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TitelReparieren
AutorKardinal François Bustillo
Leitartikel: Wort
Seiten: 158
Aus dem Vatikan

Der Papst ruft dazu auf, alle Menschen zu respektieren, ob Gegner oder Andersartige, ohne Diskriminierung.

In seiner Katechese zur Konstitution Gaudium et spes des Zweiten Vatikanischen Konzils und bei der Lesung des Buches Genesis über die Erschaffung des Menschen forderte Leo XIV. dazu auf, jeden Menschen zu achten, das Leben zu fördern und alles zu vermeiden, was es bedroht, sowie Feinde und Andersartige zu achten.

Francisco Otamendi-16. September 2026-Lesezeit: 4 Minuten

Die Generalaudienz am Mittwoch, der die Fahrt des Heiligen Vaters im Papamobil vorausging, um Tausende von Römern und Pilgern auf dem Petersplatz zu begrüßen, hatte eine persönliche Note. Mehrere Lektoren in verschiedenen Sprachen gratulierten dem Papst zu seinem Geburtstag und zu seinem Namenstag am morgigen Donnerstag, dem 17., an dem die Kirche den heiligen Robert Bellarmin feiert.

Pilger von Nazareth, aus Paris…

Außerdem wurde die Predigt am vergangenen Mittwoch nicht nur ins Kroatische, sondern diesmal auch ins Slowakische übersetzt. Der Papst begrüßte insbesondere die Pilgergruppe aus Paris sowie die Gläubigen der Pfarrei Mariä Verkündigung in Nazareth. 

Er erwähnte auch Heilige aus anderen Ländern, wie beispielsweise den heiligen Stanislaus Kostka. “Ich grüße herzlich die Polen, insbesondere die Pilger und Seminaristen aus dem Bistum Płock, zusammen mit ihrem Bischof, die den Spuren des heiligen Stanislaus Kostka von Wien über Dillingen nach Rom gefolgt sind.”

“Im Jahr des dritten hundertsten Jahrestages seiner Heiligsprechung zusammen mit Aloysius Gonzaga”, sagte der Heilige Vater, “lasst uns nicht aufhören, für die jungen Menschen zu beten, damit sie durch die Fürsprache dieser Schutzheiligen keine Angst haben, mutige Entscheidungen in ihrem Leben zu treffen und sich in den Dienst Gottes und des Nächsten zu stellen.”.

Eine Menschheitsfamilie

In seinem Katechese, Der Papst fuhr mit seinen Ausführungen zur Pastoralkonstitution Gaudium et spes fort und sagte: “Ich möchte das Thema der menschlichen Gemeinschaft ansprechen. Das Konzil erinnert uns daran, dass Gott “wollte, dass die Menschen eine Familie bilden und einander im Geiste der Brüderlichkeit behandeln” (GS 24).“. 

Risiko der Delegation an Algorithmen

„Die technologische Entwicklung, die Verbreitung von Massenmedien und sozialen Netzwerken sowie der immer stärkere Einsatz künstlicher Intelligenz eröffnen neue Möglichkeiten und überwinden Barrieren und Distanzen“, fuhr der Papst fort.

Andererseits werden Beziehungen tendenziell unpersönlicher, virtueller, und “es besteht die Gefahr, dass wir uns daran gewöhnen, Entscheidungen an Algorithmen zu delegieren, die nur dem menschlichen Bewusstsein entsprechen.”. 

In diesem Zusammenhang erinnerte der Papst später daran: “Viele lateinamerikanische Länder feiern derzeit ihre Nationalfeiertage. Lasst uns den Herrn bitten, dass das Evangelium uns durch die Wertschätzung unserer Heimat den Verstand und das Herz öffnet, damit wir erkennen, dass wir Teil eines größeren göttlichen Projekts sind, dass wir Teil der von Gott geschaffenen Menschheitsfamilie sind.”.

Dass soziale Beziehungen eine persönliche Tiefe haben

Auf dieser Grundlage betonte der Heilige Vater: “Den sozialen Beziehungen wirkliche Substanz und persönliche Tiefe zu verleihen, ist in diesem Sinne der Beitrag, den die christliche Gemeinschaft zu leisten vorschlägt.”.

Später, als er über den Sohn der Menschheitsfamilie sprach, erinnerte sich Leo XIV. daran, der Gerichtshof Die Lehre von Gaudium et Spes: Die Vielfalt der Menschen und Nationen in der Welt sollte nicht als Gefahr oder Bedrohung, sondern als Potenzial für Bereicherung und Wachstum betrachtet werden.

sich dem Teilen und der Fürsorge öffnen

Daher ist es notwendig, “uns immer mehr der Logik der Gegenseitigkeit, des Teilens und der Fürsorge zu öffnen, wie es auch zwischen den verschiedenen Gliedern des menschlichen Körpers geschieht (vgl. 1 Kor 12,21-25).”.

Gleichzeitig erinnerte der Papst an die prägnante Definition des Gemeinwohls (“Bedingungen des sozialen Lebens, die es Vereinigungen und jedem ihrer Mitglieder ermöglichen, ihre eigene Vervollkommnung umfassender und leichter zu erreichen”) und betonte einige “praktische Konsequenzen von höchster Dringlichkeit”.

Achtung vor dem Menschen

Dies ist der erste Aspekt, an den Leo XIV. laut Gaudium et spes erinnerte: die Achtung vor der menschlichen Person.

– “Alles, was das Leben bedroht – Tötungsdelikte jeglicher Art, Völkermord, Abtreibung, Sterbehilfe und sogar vorsätzlicher Selbstmord”; 

Papst Leo XIV. segnet ein Baby vor seiner wöchentlichen Generalaudienz im Petersdom im Vatikan am 19. August 2026. (Foto: CNS/Vatican Media).

 – “alles, was die Unversehrtheit der menschlichen Person verletzt, wie zum Beispiel Verstümmelungen, moralische oder physische Folter, systematische Versuche, den Geist eines anderen zu beherrschen”; 

–”Alles, was die Menschenwürde verletzt, wie etwa unmenschliche Lebensbedingungen, willkürliche Verhaftungen, Deportationen, Sklaverei, Prostitution, Frauen- und Kinderhandel; oder erniedrigende Arbeitsbedingungen, die den Arbeiter zu einem bloßen Instrument des Profits degradieren, ohne Achtung vor der Freiheit und Verantwortung des Menschen: All diese Praktiken und ähnliche sind an sich schändlich» (ebd.).

Respekt vor Gegnern und jenen, die anders denken oder handeln.

Die zweite Konsequenz, so der Papst, sei “Achtung und Liebe auch gegenüber Gegnern oder gegenüber denen, die eine andere Denk- und Handlungsweise haben als man selbst“ (vgl. GS, 28).

Und drittens: die grundlegende Gleichheit aller Menschen, die soziale Gerechtigkeit erfordert. Das Dokument erklärt: “Jegliche Form der Diskriminierung grundlegender Menschenrechte, ob sozialer oder kultureller Natur, aufgrund von Geschlecht, Rasse, Hautfarbe, sozialem Status, Sprache oder Religion, muss überwunden und beseitigt werden, da sie dem göttlichen Plan widerspricht.” 

Schließlich, wie er auf Englisch erinnerte, forderten die Konzilsväter die Menschen auf, die individualistische Mentalität zu überwinden und eine Haltung der Verantwortung und der Teilhabe einzunehmen (vgl. GS, 30-31).

Die Menschheit ist eine “Gemeinschaft von Menschen”.”

Liebe Brüder und Schwestern, der Nachfolger Petri hat diesen Punkt abschließend dargelegt: Diese Vision der Menschheit als “Gemeinschaft von Personen” ist ein wertvolles Erbe, das uns das Zweite Vatikanische Konzil hinterlassen hat. 

Soziale und politische Projekte wertschätzen, die auf der Würde des Menschen beruhen 

“Dieses Konzept der ”Menschenfamilie“ und der ”Gemeinschaft der Personen“ hilft uns allen, eine persönliche und gemeinschaftliche Unterscheidung zu treffen, die heutigen sozialen und politischen Projekte verantwortungsvoll zu bewerten, basierend auf den Kriterien der Würde des Menschen, der sozialen Gerechtigkeit und der freien Teilhabe am Aufbau des Gemeinwohls”, sagte der Papst in seinen Schlussbemerkungen. 

Denn die Zukunft der Menschheit, so schloss er, “hängt davon ab, dass sich jeder Einzelne verpflichtet, mit Gott und mit seinen Brüdern und Schwestern zusammenzuarbeiten, um eine humanere Welt aufzubauen (vgl. GS, 30).”.

Der AutorFrancisco Otamendi

Die Kunst, keinen Schuh zu werfen: Ärger in Liebe verwandeln

Wenn wir dem Herrn unsere täglichen Ärgernisse darbringen, können wir unsere Verärgerung gegenüber denen, die uns stören, in eine Gelegenheit verwandeln, in Nächstenliebe und innerem Frieden zu wachsen.

16. September 2026-Lesezeit: < 1 Minute

Ist es Ihnen schon einmal passiert, dass Sie Menschen in Ihrem Umfeld haben – Familie, Freunde, Kollegen –, die scheinbar eine besondere Antenne besitzen, denn jedes Mal, wenn Sie den Mund aufmachen, neigen sie dazu, Sie zu kritisieren, wenn Sie eine Meinung oder einen Kommentar äußern?

Nach so vielen Malen beschließt man, entweder aus Gründen der eigenen psychischen Gesundheit zu schweigen oder die betreffende Person mit einem Schuh oder einer beliebigen Massenvernichtungswaffe, die man gerade zur Hand hat, zu belohnen.

Schließlich entscheidest du dich für deine mentale Gesundheit, schaust ihm in die Augen, bringst ein Lächeln zustande und noch etwas anderes.

Aber seien wir ehrlich: Diplomatie, die sich ausschließlich auf Zurückhaltung stützt, hat ein Verfallsdatum. Sie mag ein paar Tage halten. Am dritten Tag sagt man ihnen mit größtmöglicher Höflichkeit, dass sie verschwinden sollen.

Wie kann man nach drei, dreißig oder dreihundert Tagen als Sieger hervorgehen? 

Diese Situation dem Herrn darzubringen für denjenigen, der dir den Frieden raubt (wahrscheinlich unabsichtlich, da du dasselbe auch sonst tun würdest), wie der heilige Josemaría in Punkt 173 von «Der Weg» sagen würde: „Das wohl gewählte Wort, der Witz, der dir nicht über die Lippen kam; das freundliche Lächeln für denjenigen, der dich ärgert; das Schweigen angesichts der ungerechten Anschuldigung; dein wohlwollendes Zuhören gegenüber dem Lästigen und Unverschämten; jeden Tag ein kleines Detail und ein weiteres banales Detail gegenüber denen, die mit dir leben, zu übersehen… Dies ist, mit Ausdauer, wahrlich eine solide innere Abtötung.“

Indem du diese Anstrengung dem Herrn darbringst und sie in einen Akt der Nächstenliebe gegenüber demjenigen verwandelst, der dich stört, hört das "Lächeln" auf, eine Maske der Zurückhaltung zu sein, und wird zu einem echten Werkzeug des inneren Friedens, und vor allem wirst du mit Gottes Gnade erreichen, diesen Menschen so zu lieben, wie er ist.

Der AutorMiguel Pedro Gil Calvo

Vater von sechs Töchtern. Sprachtherapeut und Sohn gehörloser Eltern (CODA). Meine persönliche und berufliche Geschichte sind eng mit meiner Berufung verbunden: Kommunikationsbarrieren abzubauen.

Welt

Lebensfragen regen in England und Deutschland zum Nachdenken an.

Nach dem „March for Life“, der am 5. Juli Tausende Menschen nach London brachte, lehnte das britische Parlament am 11. Juli den Gesetzentwurf zur Sterbehilfe mit 270 zu 286 Stimmen ab – eine Mehrheit von nur 16 Stimmen. England berät nun über das Thema, und Köln und Berlin werden am 19. Juli nachziehen.

Francisco Otamendi-16. September 2026-Lesezeit: 6 Minuten

Der „March for Life“ in England am 5. September, die heftigen Gegendemonstrationen von Abtreibungsbefürwortern und die wenige Tage später erfolgte Ablehnung des Gesetzesentwurfs zur Sterbehilfe durch das Parlament – formal gesehen für Erwachsene mit unheilbaren Krankheiten (Sterbebegleitung) – haben gezeigt, dass lebensbezogene Fragen zu einem wichtigen, ja sogar zentralen Thema im britischen öffentlichen Leben werden.

Diese Ansicht äußerten die Teilnehmer des alljährlichen March For Life UK, der von der Lebensrechtsbewegung organisiert wird und die eine ermutigende Botschaft und einen Segen von Papst Leo XIV. erhielten.

Darüber hinaus schlossen sich fünfzehn Bischöfe den Protestierenden aus Solidarität an. Unterstützung für ungeborenes Leben, Unterdessen störte eine Gruppe von Gegendemonstranten die Eröffnungsmesse und musste entfernt werden, wie berichtet wurde. Edward Pentinvon Nationales katholisches Register.

Maskierte und lärmende Demonstranten 

Die Co-Direktorin des Marsches, Isabel Vaughan-Spruce, bemerkte “mehr Widerstand” als bei früheren Märschen, darunter die Störung der Eröffnungsmesse in der Westminster Cathedral.

Die Demonstranten, die meisten von ihnen maskiert, begleiteten einen Großteil der Kundgebung und machten absichtlich Lärm, um die Stimmen der Pro-Life-Redner zu übertönen, berichtete dasselbe Medienunternehmen. 

Die Londoner Metropolitan Police wurde dafür kritisiert, dass sie den Demonstranten erlaubte, so nah an der Bühne des March for the Living zu protestieren und sich direkt gegenüber auf dem Parliament Square zu positionieren, wo sie weitere Störungen verursachten.

Isabel Vaughan-Spruce, Co-Direktorin des March for the Living 2026 in London (OSV News Foto/Simon Caldwell).

Die Proteste seien “nicht unbedingt etwas Schlechtes”, so Vaughan-Spruce.

Laut dem Register betrachtete Vaughan-Spruce die Proteste nicht als “unbedingt etwas Schlechtes». Ihrer Ansicht nach seien sie “ein Indiz dafür, dass Abtreibung ein zunehmend relevantes öffentliches Thema wird”.

“Viel zu lange herrschte in Großbritannien eine außerordentliche Gleichgültigkeit gegenüber dem Thema Abtreibung”, sagte sie. “Sie wurde als etwas betrachtet, das man einfach hinnehmen musste. Aber das scheint sich zu ändern.”.

Was die hohe Teilnehmerzahl betrifft, Vaughan-Spruce, Sie, die seit Jahren vor Abtreibungskliniken betet und sich derzeit einem Gerichtsverfahren gegenübersieht, erklärte, der Marsch zeige, dass die Menschen “kulturell akzeptieren”, sich für das Lebensrecht einzusetzen, und «den Mut finden, die Kultur des Schweigens herauszufordern, die das Thema Abtreibung so lange umgeben hat”.

Tausende von Abtreibungsgegnern demonstrierten am 5. September 2026 in den Straßen Londons. (Foto: @Edward Pentin, National Catholic Register).

Parlament lehnt Gesetzentwurf zur Sterbehilfe ab

Wenige Tage später, am 11. September, lehnte das Parlament den Gesetzentwurf zur Sterbehilfe in zweiter Lesung mit 270 Ja-Stimmen und 286 Nein-Stimmen ab, was einer Mehrheit von 16 Stimmen entspricht, wie berichtet wurde.

Erklärungen des Erzbischofs von Liverpool

Der Erzbischof von Liverpool, John Sherrington, der für Lebensfragen zuständige Bischof der Bischofskonferenz von England und Wales, hat zum Ausdruck gebracht Sein Dank gilt all jenen, die an ihre Abgeordneten geschrieben haben, um zu verhindern, dass der Gesetzentwurf zur Versorgung von Erwachsenen mit unheilbaren Krankheiten (Sterbebegleitung) im Parlament vorankommt.

Erzbischof Sherrington dankte außerdem Behindertenrechtsorganisationen sowie Rechts- und Gesundheitsexperten dafür, dass sie gemeinsam ihre Stimme erhoben hatten, um “die Würde und Unantastbarkeit allen Lebens” zu verteidigen.

Eine mitfühlende Gesellschaft: Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenslagen

„Während der gesamten Debatte haben wir argumentiert, dass unsere Reaktion auf diejenigen, die mit schwerer Krankheit, Behinderung oder den Herausforderungen des Alters konfrontiert sind, auf Solidarität, Fürsorge und Respekt beruhen muss“, sagte Erzbischof Sherrington.

“Das wahre Maß einer mitfühlenden Gesellschaft liegt in ihrer Bereitschaft, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen, anstatt sie zum Selbstmord zu ermutigen.”. 

Sherrington lobte außerdem Familienmitglieder, Freunde, Pflegekräfte und Angehörige der Gesundheitsberufe, die jeden Tag “außergewöhnliche Großzügigkeit bei der Begleitung und Unterstützung der Leidenden” beweisen.

Ihr Engagement erinnert uns an den Wert menschlicher Beziehungen und unsere gemeinsame Verantwortung, füreinander da zu sein, insbesondere in den verletzlichsten Momenten des Lebens, betonte sie.

Der neue britische Premierminister Andy Burnham begrüßt die Mitarbeiter während der offiziellen Eröffnung von 10 Heron House North in Manchester am 24. Juli 2026. (Foto: OSV News/James Speakman, Pool via Reuters).

Besserer Zugang zur Palliativversorgung

Seiner Meinung nach – und er vertritt diese Position seit Jahren – “sind wir weiterhin davon überzeugt, dass der wirksamste Weg, Leiden am Lebensende zu lindern, ein besserer Zugang zu … ist.“ Palliativpflege und am Lebensende mit höchster Sorgfalt. Sicherzustellen, dass diese Art der Pflege allen Bedürftigen zur Verfügung steht, kann dazu beitragen, dass Menschen in ihren letzten Tagen Trost, Würde und Unterstützung erfahren.”.

Mögen alle Kranken und Schwachen Trost in der Unterstützung ihrer Angehörigen und in der Liebe Gottes finden, die alles Leid übersteigt. “Ich bitte die katholische Gemeinde”, schloss der Erzbischof, „weiterhin für unsere Gesetzgeber zu beten, damit sie dafür sorgen, dass unsere Gesetze stets die Würde des menschlichen Lebens schützen.“.

Märsche in Köln und Berlin (Deutschland)

In Deutschland finden am 19. September gleichzeitig zwei Veranstaltungen in Berlin und Köln statt. Märsche für das Leben, der die Pro-Life-Bewegung ihre Unterstützung angeboten hat.

Die vom Bundesverband „Recht auf Leben“ organisierten Märsche genießen breite Unterstützung aus den Kirchen. Von katholischer Seite reisen Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (Regensburg), Weihbischof Dr. Josef Graf (Regensburg) und Bischof em. Gregor Maria Hanke OSB (Eichstätt), der gemeinsam mit Pfarrer Albrecht Weißbach den Segen für die Reise spenden wird, nach Berlin. 

Andere Kardinäle, wie etwa Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln, haben den Demonstrationen in den beiden Städten ihre Unterstützung zugesichert, um die Würde des menschlichen Lebens von der Empfängnis an zu verteidigen und Themen wie Abtreibung, Sterbehilfe, Leihmutterschaft und nicht-invasive Pränataldiagnostik (NIPT) anzusprechen.

Kardinal Rainer Maria Woelki (©CNS/Paul Haring).

Kardinal Woelki von Köln: Kultur des Lebens

Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln, schrieb: 

“Der Bundesverband für das Recht auf Leben verteidigt eine Kultur des Lebens, der Fürsorge und der konkreten Hilfe. Sein Ziel ist es nicht, Frauen und Familien in Not zu verurteilen, sondern ihnen Perspektiven und Unterstützung zu bieten. Sein Ziel ist es auch nicht, Menschen am Ende ihres Lebens auszugrenzen oder ihnen das Gefühl zu geben, eine Last zu sein, sondern ihnen bis zum letzten Atemzug Würde, Nähe und Fürsorge zu schenken.”.

“An alle, die heute am Marsch für das Leben 2026 teilnehmen”, fuhr er fort. Kardinal Woelki, “Sie geben dieser Sache ein Gesicht. Ihre Anwesenheit ist ein öffentliches Zeichen gegen Gleichgültigkeit und für eine Gesellschaft, in der alle Menschen willkommen sind. Möge dieser Marsch eine starke Botschaft an unsere Städte, an Politik und Gesellschaft, an unsere Gemeinden und vor allem an unsere Herzen senden: Ich danke dem Bundesverband für das Recht auf Leben für seine unermüdliche Arbeit und Ihnen allen für Ihren mutigen Einsatz. Gott segne Sie und Ihren Dienst für das Leben.”.

Verschiedene Körperhaltungen

Inzwischen haben auch einige Führer anderer christlicher Kirchen und verschiedener Gruppen zu den Märschen Stellung bezogen.

So hat beispielsweise Metropolit Augustus von Deutschland, ein orthodoxer Christ, die Unterstützung der deutschen orthodoxen Christen für die beiden Märsche zum Ausdruck gebracht. Auch Friedhelm Holthuis, Präsident des Bundes Freier Pfingstkirchen, hat seine Grüße übermittelt.

Das Kollektiv Pro-Choice-Bündnis Köln hat jedoch zu einer Demonstration am 19. September gegen den Marsch für das Leben aufgerufen und bezeichnet ihn als Bewegung gegen das Recht auf Abtreibung und reproduktive Selbstbestimmung.

In Berlin hat die LAG Säkulare Grüne (der säkulare Flügel der Grünen) ebenfalls zur Teilnahme an der Demonstration für “sexuelle Selbstbestimmung” aufgerufen, die parallel zum Pro-Life-Marsch stattfindet.

Der AutorFrancisco Otamendi

Vereinigte Staaten

Rhonda Gruenewald: “Die eigene Berufung zu erkennen, ist nicht nur wenigen vorbehalten; es ist der Weg jedes Getauften.”

Seit Beginn ihrer Tätigkeit hat die Organisation Berufsministerium Es hat gezeigt, dass in den gesamten Vereinigten Staaten Berufungen entstanden sind, was beweist, dass Gott weiterhin Menschen zum Dienst in seiner Kirche beruft, aber die individuelle Antwort erfordert oft die Unterstützung und das Gebet der gesamten Gemeinschaft.

Javier García Herrería-16. September 2026-Lesezeit: 10 Minuten

Rhonda Gruenewald ist die Gründerin und Präsidentin von Berufsministerium, eine amerikanische Non-Profit-Organisation, deren Mission es ist, Berufungen in den gesamten Vereinigten Staaten zu fördern und dabei eng mit den Diözesen zusammenzuarbeiten.

Die Arbeit dieser Institution begann im Jahr 2011, und seither hat man festgestellt, dass die Förderung von Berufungen eine Anstrengung der gesamten katholischen Gemeinschaft ist, die von Anfang an echte Früchte trägt.

Besonderes Augenmerk legen sie dabei auf priesterliche Berufungen., Berufsministerium Er möchte Katholiken dazu ermutigen, ihre Berufung zu entdecken, was auch immer diese sein mag, vom Ordensleben bis zur Ehe.

In diesem Interview spricht Rhonda Gruenewald über die Arbeit der Organisation, die Auswirkungen, die sie seit ihrer Gründung auf Priesterberufungen hatte, und die Bedeutung der Einbeziehung der gesamten Kirche in dieses Vorhaben.

Welchen konkreten Bedarf haben Sie in den Pfarreien und Diözesen festgestellt, der Sie zur Schaffung dieser Initiative veranlasst hat?

—Zuerst war mir der Bedarf nicht bewusst. Einer unserer Priester, der frisch geweihte Pater Victor Perez, bat mich um Hilfe bei der Wiederbelebung eines Berufungskomitees in der St. Cecilia-Kirche in Houston, Texas. Bei unserem ersten Treffen sagte er: “Dies ist eine der wichtigsten Aktivitäten, die wir in unserer Gemeinde durchführen könnten, und alle Gemeinden sollten dies tun.”. Als ich also nach Hause zurückkehrte, um nach Ressourcen zur Förderung von Berufungen zu suchen, fand ich kaum etwas. Woran lag das? Ich war davon ausgegangen, dass alle Pfarreien Berufungen förderten, aber das war nicht der Fall.

Es geschah später, nach dem Schreiben Hundertfach: Ein Leitfaden für die Berufungsarbeit in der Gemeinde (Hundert pro Eins: Ein Leitfaden für die Berufungsarbeit in der Pfarrei), Start VocationMinistry.com und führte Schulungsworkshops in ganz Nordamerika durch, als ich feststellte, dass nur 10 bis 20 Prozent der Pfarreien von sich aus gezielt Berufungen fördern. Das musste sich ändern.

Was sind die größten Irrtümer oder Fehler, die Gemeinden bei der Berufsförderung begehen?

Der erste Mythos besagt, dass die Förderung von Berufungen eine langfristige Investition sei, die erst nach Jahrzehnten Früchte trägt. Zwar ist der Aufbau einer echten Berufungskultur zweifellos eine langfristige Aufgabe, doch wir haben festgestellt, dass die Ergebnisse viel schneller eintreten können, als man erwartet, wenn eine Pfarrei oder Diözese gezielt für Berufungen betet, junge Menschen persönlich einlädt, ihre Berufung zu erkennen, und die gesamte Gemeinde in die Berufungsförderung einbezieht.

Gott ruft jeden Tag in jeder Gemeinde. Oft fehlte es nicht an Gottes Ruf, sondern an unserer Einladung.

Dies haben wir in unserer Zusammenarbeit mit Diözesen in ganz Nordamerika immer wieder beobachtet. Im Erzbistum Hartford traten in den drei Jahren vor Beginn der Zusammenarbeit mit [Name der Diözese einfügen] lediglich drei Seminaristen ihre Ausbildung an. Berufsministerium. In den darauffolgenden drei Jahren, nach der Umsetzung einer gezielten Berufsorientierungsstrategie und dem Angebot von Ausbildungsmaßnahmen, traten 27 Männer in das Priesterseminar ein.

Das Bistum Dallas begrüßte dieses Jahr 12 neue Seminaristen, im Vergleich zu nur zwei, als wir 2014 unsere Zusammenarbeit begannen. Im Bistum Austin traten in den vier Jahren nach der Einführung einer gezielten Berufungsstrategie 56 Männer ins Priesterseminar ein, verglichen mit 25 in den vier Jahren zuvor.

Diese Beispiele erinnern uns daran, dass Gott die Bemühungen der Kirche, einen fruchtbaren Boden für Berufungen zu schaffen, oft auf außergewöhnliche Weise segnet.

Der zweite Mythos ist, dass jeder bereits wisse, was eine Berufung sei. In Wirklichkeit denken viele Katholiken beim Wort “Berufung” nur an das Priestertum oder das Ordensleben. Die Kirche lehrt jedoch etwas viel Umfassenderes. Jeder Mensch empfängt zunächst den allgemeinen Ruf zur Heiligkeit, den Ruf, Gott zu erkennen, zu lieben und ihm zu dienen. Von dort aus lädt Gott jeden von uns ein, diesen Ruf durch unsere primäre Berufung zu leben, sei es die sakramentale Ehe, das Priestertum oder das geweihte Leben.

Eine der größten Chancen für die Kirche besteht darin, den Katholiken zu helfen zu verstehen, dass die Suche nach Gottes Berufung nicht nur einigen wenigen Auserwählten vorbehalten ist; sie ist der Weg jedes Getauften. 

Wie ist im Allgemeinen der aktuelle Stand der priesterlichen Nachfolge in den Vereinigten Staaten?

—Die Frage der priesterlichen Nachfolge in den Vereinigten Staaten bleibt eine der größten pastoralen Herausforderungen der Kirche, aber es gibt Hoffnung.

Unsere Forschung zeigt, dass die Gesamtzahl der aktiven Priester, Seminaristen und Priesterweihen seit Jahren rückläufig ist. Zwischen 2015 und 2024 sank die Zahl der aktiven Diözesanpriester um 12 %, die der Seminaristen um 22 % und die der Priesterweihen um 29 %.

Die größte Sorge gilt der Erneuerung des Priesteramtes. Im Zeitraum von 2014 bis 2023 hat keine einzige Diözese der Stufe 1 (mit mehr als 750.000 Katholiken) genügend Priester geweiht, um die bestehende Priesterzahl zu halten. Lediglich 16 Diözesen bundesweit, alle der Stufen 2 bis 4, haben im letzten Jahrzehnt kontinuierlich genügend Priester geweiht, um ihre Priesterzahl zu sichern oder sogar zu erhöhen.

Die Geschichte ist jedoch nicht einfach eine Geschichte des Niedergangs. Gott beruft weiterhin Männer zum Priestertum. Es gibt eindeutige Belege dafür, dass einige Diözesen Berufungen besonders gut fördern. Orte wie Wichita, Lincoln, Nashville, Bismarck, Springfield und andere zeigen, dass eine gesunde Priesterberufung auch in der heutigen Zeit möglich ist.

Die eigentliche Frage ist nicht mehr, ob Priesterberufungen möglich sind. Die Frage ist vielmehr: Was machen diese Diözesen anders, und wie kann der Rest der Kirche von ihnen lernen?

Es zeigt sich, dass kleinere, ländliche Diözesen (wie Wichita, Lincoln, Nashville und Bismarck) höhere Priesterweihen verzeichnen als ihre Nachfolgerate. Was unterscheidet diese Diözesen von großen Metropolregionen wie New York oder Los Angeles?

—Unsere Forschung ergab, dass der Hauptunterschied nicht in der Geografie liegt, sondern in der Zugänglichkeit.

Kleinere Diözesen ermöglichen es Priestern in der Regel, ihre Gemeindemitglieder persönlich kennenzulernen. Ein junger Mann, der über das Priesteramt nachdenkt, hat viel eher die Möglichkeit, sich mit seinem Pfarrer auszutauschen, gemeinsam mit ihm am Altar zu dienen oder persönlich eingeladen zu werden, eine Berufung in Betracht zu ziehen.

In unserer Aktualisierung von 2025 haben wir den Priesterverfügbarkeitsindex in unseren Bericht zu diesem Thema aufgenommen. Dieser Index misst die Erreichbarkeit von Priestern anhand der Anzahl der Gemeindemitglieder und der von ihnen betreuten Pfarreien. Diözesen der Stufe 1 weisen einen durchschnittlichen Priesterverfügbarkeitsindex von nur 29 auf, während Diözesen der Stufe 4 im Durchschnitt 62 erreichen – mehr als das Doppelte. Dieser Unterschied ist von Bedeutung.

Ein durchschnittlicher Priester in einer großen Diözese in einer Metropole betreut fast 7.000 Gemeindemitglieder, während Priester in kleineren Diözesen etwa 1.200 Gemeindemitglieder betreuen.

Wenn ein Priester für Tausende von Gemeindemitgliedern, zahlreiche Dienste, große Arbeitsteams, Schulen und umfangreiche Verwaltungsaufgaben verantwortlich ist, wird es viel schwieriger, die persönlichen Beziehungen aufzubauen, die oft zu einer Berufung führen.

Wie beeinflusst das Verhältnis von Gemeindemitgliedern zu Priester die Fähigkeit, junge Menschen bei der Suche nach ihrer Berufung zu begleiten und zu führen?

—Dies ist möglicherweise das bedeutendste Ergebnis unserer gesamten Untersuchung.

In beiden veröffentlichten Berichten sticht eine Korrelation besonders hervor: Je weniger Gemeindemitglieder ein Priester betreut, desto besser schneidet eine Diözese in der Regel bei der Förderung von Priesterberufungen ab.

In der Beziehung findet Unterscheidungsvermögen statt.

Junge Männer entscheiden sich selten für den Eintritt ins Priesterseminar, weil sie in der Ferne einen Priester bei der Messe gesehen haben. Viel häufiger reagieren sie darauf, weil ein Priester sie kannte, sie ermutigte, sie zum Dienst einlud, schwierige Fragen beantwortete oder einfach Zeit mit ihnen verbrachte.

Wenn Priester mit Tausenden von Gemeindemitgliedern oder mehreren Pfarreien überlastet sind, bleibt ihnen naturgemäß weniger Zeit für diese Art der persönlichen Begleitung. Unser ursprünglicher Bericht ergab sogar, dass Diözesen, in denen Priester mehr als 4.000 oder 4.500 Gemeindemitglieder betreuen, regelmäßig Schwierigkeiten haben, hohe Priesterweihenquoten zu erreichen.

Deshalb ist der Priesterverfügbarkeitsindex so wichtig. Er hilft Bischöfen zu verstehen, dass die Förderung von Priesterberufungen nicht nur die Einrichtung eines Berufungsbüros oder die Durchführung von Veranstaltungen umfasst. Es geht auch darum, die Voraussetzungen zu schaffen, damit Priester Zeit und Freiraum haben, junge Männer persönlich zu begleiten.

In vielen Fällen inspirieren Priester angehende Priester. Wenn ein junger Mann regelmäßig Zugang zu einem fröhlichen und frommen Priester hat, der ihn persönlich kennt, rückt die Möglichkeit einer Priesterberufung in greifbare Nähe. Es bedarf mehr Gelegenheiten, authentische Beziehungen zwischen Priester und Jünger aufzubauen, denn dort nehmen Berufungen ihren Anfang.

Welche Bedeutung haben Praktiken wie die kontinuierliche eucharistische Anbetung oder speziell auf Berufungen ausgerichtete Heilige Stunden in Diözesen mit den größten Erfolgen im Bereich der Berufungen?

—Obwohl es keine landesweiten Daten gibt, die erfassen, wie viele Pfarreien die Ewige Eucharistische Anbetung oder spezielle Heilige Stunden für Berufungen anbieten, hat sich durch meine Arbeit mit Diözesen in ganz Nordamerika ein klares Muster herauskristallisiert.

Im vergangenen Jahrzehnt habe ich mit Tausenden von Priestern in über 80 Diözesen Nordamerikas gesprochen. In diesen Workshops bitte ich die Priester oft, die Hand zu heben, wenn ihre Gemeinde die eucharistische Anbetung anbietet – sei es die ewige, die wöchentliche oder die monatliche. In manchen Diözesen hebt nur ein einziger Priester die Hand, wenn ich nach der ewigen Anbetung frage. Auch wenn dies nur eine Einzelfallstudie und keine wissenschaftliche Grundlage ist, offenbart es doch oft etwas Wichtiges: Wenn wir es ernst meinen mit dem Gebet um mehr Berufungen, müssen wir auch gezielt Gelegenheiten für dieses Gebet schaffen.

Jesus selbst gab uns die erste Strategie für die berufliche Laufbahn: “Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter. Bittet deshalb den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter für seine Ernte aussende.” (Lk 10,2). Das Gebet ist nicht einfach eine Strategie unter vielen: Es ist das Fundament jedes erfolgreichen beruflichen Unterfangens.

Unter Berufsministerium, Wir ermutigen jede Gemeinde, damit zu beginnen. Eucharistische Anbetung, Gebetsstunden für geistliche Berufungen und regelmäßige Fürbittgebete laden die Gemeindemitglieder ein, gemeinsam mit Christus für zukünftige Priester und Ordensleute zu beten. Wir können hervorragende Programme, Veranstaltungen und Initiativen umsetzen, doch wenn sie nicht im Gebet verwurzelt sind, werden sie kaum dauerhafte Frucht bringen.

In Gemeinden mit soliden katholischen Schulen und Hausunterricht ist eine starke Präsenz von Berufungen zu beobachten.Homeschooling) und gut vorbereiteten Liturgien. Welche Rolle spielt das kulturelle und pädagogische Umfeld bei der Schaffung eines “fruchtbaren Bodens”?

—Gesunde Berufungen entstehen selten zufällig. Sie gedeihen dort, wo der katholische Glaube gelebt, gefeiert und bewusst von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird.

Starke katholische Schulen, Homeschooling-Gemeinschaften, kirchliche Glaubensbildungsprogramme und ehrfürchtige Gottesdienste schaffen ein fruchtbares Umfeld, indem sie junge Menschen in eine authentische katholische Kultur einbinden. Sie helfen Kindern und Familien zu verstehen, dass jeder Getaufte eine Berufung hat und dass die Entdeckung des Rufes Gottes ein natürlicher Bestandteil des christlichen Lebens ist.

Diese Elemente entfalten ihre volle Wirkung jedoch noch stärker, wenn sie durch eine gezielte Berufungsarbeit in der Gemeinde miteinander verbunden werden. Eine solche Berufungsarbeit trägt dazu bei, die Bemühungen der Gemeinde zu bündeln, indem sie das Gebet für Berufungen fördert, Familien befähigt, zu Hause über Gottes Ruf zu sprechen, Priester dabei unterstützt, junge Menschen zur Berufungsfindung einzuladen, katholische Schulen und Katecheten einbezieht und dafür sorgt, dass das Bewusstsein für Berufungen ein fester Bestandteil des Gemeindelebens wird und nicht nur einmal im Jahr thematisiert wird.

Auch die Qualität der Liturgie spielt eine wichtige Rolle. Eine andächtige und ehrfürchtige Feier der Messe führt die Menschen in eine Begegnung mit Christus, und oft sind die Herzen in solchen Momenten am empfänglichsten für seinen Ruf. Ebenso können katholische Schulen und Hausunterrichtsgemeinschaften jungen Menschen mehr Möglichkeiten bieten, freudige Priester, Nonnen, Mönche und gläubige Ehepaare kennenzulernen, deren Zeugnis jede Berufung sichtbar und erreichbar macht.

Den größten Einfluss hat jedoch wohl die Familie. Eltern sind die ersten Wegweiser ihrer Kinder in Bezug auf ihre berufliche Laufbahn. Wenn Familien die Bereitschaft fördern, Gottes Willen zu folgen, wenn Gemeinden gezielt eine Kultur der Berufungen pflegen und wenn Schulen und Glaubensbildungsprogramme diese Botschaft bestärken, wird die gesamte Gemeinschaft zu einem fruchtbaren Boden, auf dem Berufungen gedeihen können.

Der Bericht befasst sich mit der Dynamik innerhalb hispanischer und Einwanderergemeinschaften. Was sind die wichtigsten Hindernisse oder besonderen Herausforderungen bei der Förderung von Berufen in diesen zunehmend bedeutenden Gemeinschaften?

Eine der größten Chancen für die Zukunft der Kirche in den Vereinigten Staaten liegt in unseren hispanischen und Einwanderergemeinschaften. Diese Familien zeichnen sich oft durch eine tiefe Liebe zum katholischen Glauben, starke familiäre Bindungen und eine große Hilfsbereitschaft aus – allesamt Eigenschaften, die einen fruchtbaren Boden für Berufungen bieten.

Die Herausforderungen sind kein Mangel an Glauben oder Großzügigkeit. Vielmehr sind sie oft kultureller, zwischenmenschlicher und praktischer Natur.

Es ist verständlich, dass viele Einwandererfamilien nach den großen Opfern, die sie für ein besseres Leben ihrer Kinder gebracht haben, finanzielle Stabilität und Bildung priorisieren. Obwohl sie die Kirche sehr schätzen, ist das Priestertum oder das geweihte Leben vielleicht nicht der Weg, den sie sich zunächst für ihren Sohn oder ihre Tochter vorgestellt haben. Ein wichtiger Teil der Berufungsseelsorge besteht darin, Familien zu begleiten, die erkennen, dass ihre größte Hoffnung nicht nur darin liegt, dass ihre Kinder ihre eigenen Träume verwirklichen, sondern dass sie Gottes Willen für ihr Leben freudig annehmen. Eltern dabei zu helfen, die Schönheit, den Sinn und die Freude einer Berufung zum Priestertum oder zum geweihten Leben zu entdecken, kann die Art und Weise, wie sie ihre Kinder ermutigen und unterstützen, grundlegend verändern.

Auch die Repräsentation spielt eine wichtige Rolle. Wenn junge Menschen Priester, Seminaristen und Ordensleute sehen, die ihre Sprache, Kultur und Lebenserfahrung teilen, können sie sich eher vorstellen, Gottes Ruf zu folgen. Investitionen in kulturell angemessene Berufungsarbeit und die Unterstützung von Familien in ihrer Muttersprache können einen entscheidenden Unterschied machen.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, eine persönliche Einladung auszusprechen. Viele hispanische und Einwanderergemeinden sind dynamisch und wachsen, aber sie sind oft auch sehr groß. Priester und Gemeindeleiter fühlen sich dadurch mitunter überfordert, was es schwierig macht, die persönlichen Beziehungen aufzubauen, die junge Menschen häufig dazu bewegen, über eine Berufung nachzudenken. 

Eine Botschaft der Hoffnung: Angesichts der Statistiken und des Rückgangs in vielen Regionen, warum sind Sie überzeugt, dass die Berufungskrise nicht auf einen Mangel an Gottes Ruf zurückzuführen ist, sondern auf die Reaktion des kirchlichen Ökosystems?

Denn Gott hat nie aufgehört zu rufen. Die Kirche darf nie aufhören einzuladen.

Diese Überzeugung wurde durch die Zusammenarbeit mit über 80 Diözesen in Nordamerika weiter bestärkt. Wir haben erlebt, wie Diözesen, die jahrelang einen Rückgang der Berufungen verzeichneten, wieder neue Seminaristen aufnahmen, nachdem sie gezielt eine Kultur gefördert hatten, in der das Gebet um Berufungen, die persönliche Einladung, freudige Zeugnisse und die Berufungsarbeit in den Gemeinden Priorität hatten. Gott rief bereits. Die Kirche bemühte sich nun noch bewusster darum, Menschen zu helfen, seine Stimme zu hören und ihr zu folgen.

Papst Benedikt XVI. brachte dies in seiner Ansprache an die Bischöfe der Vereinigten Staaten im Jahr 2008 wunderbar zum Ausdruck. Er erinnerte sie daran, dass “Die Fähigkeit, Berufungen zum Priestertum und zum Ordensleben zu fördern, ist ein sicheres Zeichen für die Gesundheit einer Ortskirche.”und dass “Es liegt an uns allen, auf diesen Aufruf großzügig und unentgeltlich zu reagieren.”.

Deshalb bleibe ich hoffnungsvoll. Die Statistiken zeigen uns zwar die Herausforderungen auf, aber sie belegen auch, dass einige Diözesen ein bemerkenswertes Wachstum verzeichnen. Diese Diözesen erinnern uns daran, dass die Berufungskrise nicht unausweichlich ist. Wenn die Kirche bewusst einen fruchtbaren Boden schafft, auf dem Gottes Ruf gehört werden kann, folgen ihm mehr Menschen großzügig.

Unser Vertrauen ruht nicht auf demografischen Daten oder Trends. Es ruht auf Gottes Treue, der uns immer wieder beruft, und auf der Verantwortung der Kirche, die Bedingungen zu schaffen, unter denen dieser Ruf gehört, genährt und freudig angenommen wird.

Spanien

Hadjadjs Schule ist nun in Madrid in Betrieb.

Fabrice Hadjadjs Ausbildungsprojekt Incarnatus Est hat seinen ersten Kurs mit mehr als dreißig Studenten begonnen.

Der makellose Sancho-15. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

Incarnatus Est ist mehr als nur ein Projekt. Am Montag, dem 7. September, begrüßte die geisteswissenschaftliche Schule unter der Leitung des französischen Philosophen Fabrice Hadjadj ihren ersten Abschlussjahrgang in ihrem Hauptsitz in Boadilla del Monte (Madrid). Der Eröffnungstag begann mit einem Vortrag von Hadjadj selbst und endete mit einer Messe, die vom Bischof von Getafe, Monsignore Ginés García Beltrán, zelebriert wurde. Dessen Diözese unterstützt die Initiative institutionell.

Von der Präsentation in Madrid im Februar dieses Jahres bis zur Eröffnung vergingen lediglich sieben Monate. In dieser Zeit erreichte die Schule fast ihre volle Kapazität: über dreißig Studierende mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren. Die Studierendenschaft ist vielfältig. Sie umfasst Abiturienten, die sich ein Jahr lang auf das Studium vorbereiten möchten, Absolventen der Philosophie, des Ingenieurwesens oder der Architektur, die ihre Ausbildung fortsetzen wollen, sowie Berufstätige, die sich eine Auszeit vom Beruf nehmen möchten, um neue Perspektiven zu gewinnen.

“Die Resonanz der Bewerber war überwältigend”, sagt Miguel Gabián, einer der Initiatoren. “Die über dreißig Studierenden des ersten Jahrgangs aus Spanien und Lateinamerika zeigen, dass ein großes Interesse an den Geisteswissenschaften besteht, insbesondere in einer komplexen Welt, in der KI alles verändert.”.

Eine Schule des Lebens

Neun Monate lang leben die Schüler als Internatsschüler im Hauptgebäude der Schule (einem ehemaligen Kloster), ähnlich wie in mittelalterlichen Universitätskollegien, wo die Studenten mit ihren Lehrern zusammenwohnten. Das Programm verbindet das Studium von Philosophie, Theologie, Anthropologie, Literatur und Geschichte mit Theater, Gesang, praktischer Arbeit, liturgischem Leben und persönlicher Betreuung: drei Dimensionen – intellektuelles, spirituelles und gemeinschaftliches Leben –, die das Projekt als untrennbar betrachtet. 

Darüber hinaus gibt es ein Programm mit Reisen und Pilgerfahrten, das mit dem Jakobsweg beginnt und über Covadonga, Guadalupe und Saragossa führt. Das Motto, das das Projekt seit seiner Gründung begleitet, fasst dessen Intention zusammen: “Eine Lebensschule zu sein, nicht nur zum Lernen, sondern auch zur Persönlichkeitsentwicklung.”.

Dank der im Juli unterzeichneten Vereinbarung mit der Universität Francisco de Vitoria werden die Studierenden ein Nebenfach in Philosophischer und Theologischer Anthropologie belegen, ein 60 ECTS-Punkte umfassendes Studienprogramm, das Kurse aus dem Bachelorstudiengang Geisteswissenschaften beinhaltet. Einmal wöchentlich werden sie zum Campus der UFV fahren, um an akademischen Veranstaltungen mit Professoren und Studierenden dieses Studiengangs teilzunehmen.

Zum Lehrkörper von Incarnatus Est gehören neben Hadjadj unter anderem Rémi Brague, Salvador Antuñano, Higinio Marín, Juan Manuel de Prada, María Calvo und Elena Postigo sowie weitere Professoren spanischer und internationaler Universitäten. Die monatlichen Kurskosten belaufen sich auf ca. 2.300 €, inklusive Studiengebühren, Vollpension und Reisekosten. Für Bewerber mit geringeren finanziellen Mitteln bietet die Schule einen von Spendern finanzierten Stipendienfonds an.

Von Freiburg nach Boadilla

An der Spitze der Schule steht Fabrice Hadjadj, ein französischer Philosoph, Schriftsteller und Dramatiker, der dreizehn Jahre lang das Philanthropos-Institut in Fribourg, Schweiz, leitete und nun mit seiner Familie nach Madrid gezogen ist, um das Projekt persönlich zu führen. Incarnatus Est entstand aus der Faszination der Gründer für Hadjadjs Arbeit bei Philanthropos und ihrem Wunsch, diese Idee in der hispanischen Welt zu verbreiten.

In seiner Präsentation im Februar beschrieb Hadjadj den Geist der Schule mit einem Bild, das inzwischen berühmt geworden ist: “Es wird viel über den Kulturkampf gesprochen. Soldaten werden vor den Garten gestellt, um ihn zu schützen. Aber währenddessen verdorren die Pflanzen; was wir vor allem wollen, ist, Gärtner der Kultur auszubilden.”.

Mit der Ankunft der ersten Schüler beginnt diese Intuition im Schulalltag Gestalt anzunehmen: gemeinsames Lernen, Zusammenleben, gemeinsames Arbeiten und gemeinsames Beten.

Der AutorDer makellose Sancho

Leseverständnis

Wie wird sich diese Pandemie mangelnden Leseverständnisses auf die Art und Weise auswirken, wie Gottes Wort heute in den Herzen der Menschen widerhallt?

15. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

Das Leseverständnis unserer Kinder und Jugendlichen hat im PISA-Bericht ein Rekordergebnis erreicht. Ich will nicht behaupten, sie seien schlechter als wir, denn seien wir ehrlich: Das ist längst nicht mehr nur ein Problem der Jugend; es betrifft uns alle.

Die digitale Kultur hat eine neue Art des Umgangs mit Texten hervorgebracht. Nicht, dass wir nicht mehr lesen würden – vielleicht verbringen wir sogar viel mehr Zeit mit Chatten, Nachrichtenlesen auf unseren Smartphones, Kommentaren in sozialen Medien usw. –, sondern vielmehr tun wir es oberflächlich, wodurch die Informationen nicht wirklich in uns wirken. Damit Lesen wirklich gewinnbringend ist, braucht es Zeit, Raum und Kontext. 

Während wir in der U-Bahn sitzen und versuchen, auf unseren Handys ein Selbsthilfebuch mit Entspannungstechniken zu lesen, werden wir von einer Benachrichtigung mit den neuesten Nachrichten unserer Lieblingszeitung unterbrochen: ein Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus. Zwischen den Absätzen prangen Werbeanzeigen für das neue Sandwichbrot, und im Eltern-Chat fragt jemand, ob ein Mitschüler versehentlich das Geschichtsbuch seines Kindes genommen hat. So kommt es, dass wir abends vergeblich versuchen, mit der Hormus-Methode einzuschlafen, und uns einfällt, dass wir den Rucksack unseres Kindes nicht kontrolliert haben, falls es versehentlich das Sandwich des Mitschülers genommen hat. Gleichzeitig schießt uns die schöne Illustration von Seeschlachten aus unserem Geschichtsbuch aus der Oberstufe in den Kopf. Ein echtes mentales Chaos, kann ich euch sagen.

Hastiges, zwanghaftes Lesen, getrieben allein von Neugier, Sensationsgier und dem Wunsch, über alles informiert zu bleiben – sei es im eigenen Umfeld oder in der Welt –, lässt uns nichts wirklich begreifen. Stundenlanges Lesen verpufft wirkungslos. Unser Geist, unsere Seele, gleichen ausgedörrter, verdorrter Erde. Ein digitaler Datenstrom strömt auf uns ein, zieht an uns vorbei und versiegt schnell wieder. Damit diese Ideen fruchtbar werden und Früchte tragen können, müssen sie wie Tau fallen, wie ein sanfter Nieselregen auf dem Gras, wie ein feiner Nebel auf dem Rasen. 

Und nachdem ich nun die Psalmen zitiert habe, wie wird sich diese weit verbreitete Leseschwäche darauf auswirken, wie Gottes Wort heute in den Herzen der Menschen widerhallt? Wir dürfen nicht vergessen, dass viele Gläubige dem Herrn begegneten und durch geistliche Lesungen, die sie selbstverständlich verstanden und die sie ihr Leben tiefgreifend berühren ließen, eine Bekehrung erlebten. 

Zu den berühmtesten gehörte der heilige Ignatius von Loyola, der sich während einer langen Genesungszeit von einer Kriegsverletzung Ritterromane wünschte, um sich die Zeit zu vertreiben. Es stellte sich heraus, dass es in diesem Haus nur einen einzigen gab. Vita Christi und ein Buch mit Heiligenlegenden in der Volkssprache», wie er selbst erzählt. Er fand Gefallen an diesen Lektüren und «nach und nach hielt Gott Einzug in meine Seele, und aus einem tapferen Ritter eines irdischen Herrn wurde ich zu einem heldenhaften Ritter des Ewigen Königs Jesus Christus«.

Und was ist mit dem heiligen Augustinus, der, nachdem er die geheimnisvolle Stimme eines Kindes vernommen hatte, die ihm sagte: «Nimm und lies!”, die heiligen Schriften wahllos aufschlug und, insbesondere in einem Brief des heiligen Paulus, das fand, wonach er sein Leben lang gesucht hatte, ohne es zu wissen: niemand anderen als Christus? So erzählte er es in seinem Buch „Die Bibel“. Bekenntnisse, Dieses Werk, das Jahrhunderte später in den Besitz der heiligen Teresa von Ávila gelangte, war der Schlüssel zu ihrer Bekehrung und Lebensveränderung. Ihr Leben wiederum wurde in einer Autobiografie festgehalten, die Edith Stein, eine Professorin für jüdische Philosophie, nach der Lektüre zu dem Ausruf veranlasste: “Das ist die Wahrheit!” So konvertierte sie zum Christentum und wurde später als heilige Teresa Benedicta vom Kreuz verehrt. Die Kette der Bekehrungen, die durch die (wohlverstandene) Lektüre des Wortes Gottes und der Lebensgeschichten der Heiligen bewirkt wurde und weiterhin wird, ist unerschöpflich.

Ich will Apps zum Beten der Psalmen oder zum Lesen des Evangeliums auf dem Handy nicht verteufeln, da ich sie selbst täglich nutze und sie ein sehr hilfreiches Werkzeug sein können. Es wäre aber gut, wenn wir uns fragen würden, ob dies der beste Weg ist, sich diesen Texten zu nähern, und in welchem Kontext wir das tun. Wir müssen uns Zeit nehmen, wir müssen Freiräume schaffen, damit das Wort Gottes, das «lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert» ist, und geistliche Lesungen nicht einfach an uns abprallen wie die x-te Geburtstagsnachricht aus einer WhatsApp-Gruppe, sondern wirklich in unseren Herzen Wurzeln schlagen, denn unser Leben hängt davon ab. Verstehst du?

Der AutorAntonio Moreno

Journalist. Hochschulabschluss in Kommunikationswissenschaften und Bachelor in Religionswissenschaften. Er arbeitet in der Diözesandelegation für die Medien in Málaga. Seine zahlreichen "Threads" auf Twitter über den Glauben und das tägliche Leben sind sehr beliebt.

Aus dem Vatikan

Die Vatikanische Bibliothek, ein Zeugnis für die kulturelle Offenheit der Kirche

Das Wachstum des bibliografischen Erbes und der Dokumentarfilmproduktion des Vatikans veranlasste Leo XIV., den Bau eines neuen Gebäudes für das Vatikanische Archiv und die Bibliothek in Auftrag zu geben – ein Zeugnis der kulturellen Offenheit der Kirche. Der Papst eröffnete in der Bibliothek selbst die Ausstellung “AQVA. Katastrophe und Wunder”.

Francisco Otamendi-15. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

Die Entscheidung, neue Räumlichkeiten für das Vatikanische Archiv und die Bibliothek zu schaffen, wurde von Papst Franziskus vorhergesehen, der das extraterritoriale Gebiet des Lateran als idealen Standort identifizierte.

Jedoch Chirograph Aus dem am 14. September unterzeichneten Brief des Papstes geht hervor, dass sich in den letzten Monaten neue Möglichkeiten zur Schaffung neuer Räume innerhalb des Staates der Vatikanstadt ergeben haben, und dass das vom Papst ausgewählte Gebiet der sogenannte «Autoparco-Brunnen» und seine Umgebung sind.

Dort wird also ein neues Gebäude für das Vatikanische Archiv und die Vatikanische Bibliothek errichtet, wobei der Raum gleichmäßig zwischen den beiden Institutionen aufgeteilt wird und ein Teil für andere Dienstleistungen des vatikanischen Staates reserviert bleibt.

Zu diesem Zweck werden, wie vom Heiligen Vater angeordnet, das Vatikanische Apostolische Archiv und die Vatikanische Apostolische Bibliothek als Gründungs- und Förderinstitutionen eine vatikanische Instrumentalstiftung errichten. In der Zwischenzeit wird die Vatikanische Bibliothek ihre derzeitigen Lagerräume im Päpstlichen Römischen Priesterseminar weiterhin nutzen.

Ein Lesesaal in der Vatikanischen Bibliothek im Vatikan am 14. September 2026. (CNS-Foto/Lola Gomez).

Alte und neue kulturelle Eröffnung

Am Montag besuchte Papst Leo XIV. die Vatikanische Apostolische Bibliothek zur Eröffnung der Ausstellung ‘AQVA. Katastrophe und Wunder’. Sprache, Der Papst hat die Mitglieder der Apostolische Bibliothek “Die Kirche soll Zeugnis ablegen von ihrer alten und neuen kulturellen Offenheit”, wie der Heilige Stuhl mitteilte.

“Zum ersten Mal als Papst besuche ich die Vatikanische Bibliothek und trete damit in die Fußstapfen meiner Vorgänger”, sagte der Papst. “Dies soll ein Zeichen der Verbundenheit des Papstes mit der Mission der Apostolischen Archive und der Apostolischen Bibliothek und seiner Wertschätzung für diese sein, die der Entwicklung und Verbreitung von Kultur zum Wohle der Kirche und der gesamten Menschheit dienen.”.

Papst Leo XIV. bläst in der Vatikanischen Bibliothek eine Kerze aus; die Veranstaltung findet anlässlich seines 71. Geburtstags statt (@VATICAN MEDIA).

Der Papst und Providence: “Meine Mutter war Bibliothekarin, und heute bin ich hier.”

Zu Beginn seiner Ansprache erklärte der Papst: “Gott erinnert uns in seiner Vorsehung und manchmal mit einem Hauch von Humor stets daran, dass er bei uns ist. Viele von Ihnen wissen vielleicht nicht, dass meine Mutter (Mildred) Bibliothekarin war, und heute bin ich hier, an meinem Geburtstag, genau um Sie alle zu begrüßen.”.

Der Heilige Vater begrüßte anschließend die Verantwortlichen und Mitarbeiter dieser beiden vatikanischen Einrichtungen sowie einige Gäste und Wohltäter, denen er seinen tiefen Dank aussprach. hat berichtet Vatican News. In der Tradition seiner Vorgänger, die die Vatikanische Bibliothek besuchten, betonte der Papst, dass dieser Besuch seine Verbundenheit mit und Wertschätzung für die Mission der Apostolischen Archive und der Apostolischen Bibliothek zum Ausdruck bringen solle, die der Entwicklung und Verbreitung von Kultur zum Wohle der Kirche und der gesamten Menschheit dienen.

Die päpstliche Bibliothek: ein Herz mit Systole und Diastole

“Wie kann ich die päpstliche Bibliothek beschreiben?“, fuhr der Papst fort. „Ich möchte eine Metapher verwenden: Die Apostolische Bibliothek ist ein Herz. Der Herzschlag symbolisiert das Leben und entsteht durch zwei gegensätzliche Bewegungen, Systole und Diastole: Konzentration und Entspannung, die eine Bewegung zum Zentrum hin, die andere zur Peripherie. Auch die Apostolische Bibliothek bleibt lebendig, insofern sie ihre eigene Systole und Diastole aufrechterhält.“.

Die Systole: “Möge die Apostolische Bibliothek weiterhin ein Ort großer Vertrautheit, Ruhe, Achtung und Fürsorge sein.” (…)

Die Diastole: “Die Offenheit und Weite des Geistes dieser Bibliothek zeigen sich in ihren humanistischen Ursprüngen: nicht nur Werke der Theologie, sondern auch der Literatur, Philosophie, Astronomie, Physik, Mathematik, Geographie, Botanik, Zoologie, Medizin, Geschichte, des Rechts, der Kunst und der Wirtschaftswissenschaften.”.

“Bände, die in anderen religiösen Kontexten verfasst wurden”

“Nicht nur europäische und christliche Bücher, sondern auch Werke aus anderen religiösen Kontexten, aus allen Teilen der Welt. Und das geschah viele Jahrhunderte, bevor diese Auffassung allgemein verbreitet wurde.”. 

Mit diesem Ansatz, so Leo XIV. abschließend, “bezeugt die Apostolische Bibliothek die altehrwürdige und neue kulturelle Offenheit der Kirche. Die heute beginnende Ausstellungsreihe bestätigt dies ebenfalls.”.

Der AutorFrancisco Otamendi

Ressourcen

Schönheit als Weg zu Gott

Ästhetisches Vergnügen erschöpft sich nicht durch bloße, distanzierte Betrachtung, sondern wirkt vielmehr als Schwelle, die im Menschen die Sehnsucht nach tieferer Erfüllung weckt. Anders als die endlichen Formen von Kunst oder Natur findet diese Dynamik ihren letztendlichen Sinn in der Begegnung mit einer lebendigen Schönheit, die die flüchtige Befriedigung des Augenblicks übersteigt.

Rafael Ramonet-15. September 2026-Lesezeit: 7 Minuten

Es gibt eine Art von Vergnügen, die sich durch ihre eigentümliche Reinheit von allen anderen abhebt: das Vergnügen, Schönheit zu betrachten. Es verspricht nichts, fordert nichts und hinterlässt keinen Nachgeschmack. Anders als das Vergnügen des Besitzens oder Konsumierens erschöpft sich ästhetischer Genuss im reinen Akt des Sehens, Hörens oder Betrachtens, ohne jegliches Verlangen nach Aneignung. Man könnte sagen, es ist ein «gesundes» Vergnügen, sogar im wörtlichen Sinne: Wer einen Sonnenuntergang, eine Symphonie oder ein geliebtes Gesicht betrachtet, wird durch diese Erfahrung nicht beeinträchtigt, sondern vielmehr gelassen, wacher und dankbarer. Doch gerade diese Unentgeltlichkeit wirft eine Frage auf, die nicht nur ästhetischer, sondern existenzieller Natur ist: Endet Schönheit im Augenblick der Ekstase, oder ist dieser Augenblick das Tor zu einem neuen Weg, den es zu erkunden gilt?

Ein Vergnügen ohne ersichtlichen Grund.

Kant nannte diese Erfahrung «interesseloses Vergnügen»: ein Vergnügen, das nicht von der Nützlichkeit des Gegenstandes oder seinem Besitz abhängt, sondern von der reinen Betrachtung seiner Form.

Dieses Merkmal – die Abwesenheit von Eigennutz, Gier oder praktischem Zweck – unterscheidet ästhetischen Genuss qualitativ von sinnlichem Genuss oder materiellem Wohlstand. Wir erwarten nichts von dem Sonnenuntergang, den wir betrachten; es genügt uns, dass er einfach da ist. Und doch ist diese «Genügsamkeit» trügerisch, denn jeder, der die Intensität eines wunderschönen Augenblicks wirklich gespürt hat, weiß, dass sie paradoxerweise nie ganz ausreicht: Man wünscht sich, er möge andauern, man sehnt sich danach, in die Musik einzutauchen, für immer vor dem Gemälde, vor dem skulpturalen Ensemble zu verweilen, das so intensive Freudentränen hervorruft, dass sie sich jeder rationalen Erklärung entzieht.

Im vollsten Erleben von Schönheit mischt sich mit dieser Fülle ein seltsames Unbehagen.

Weg oder Endpunkt? Von Platon zu Augustinus

Die Intuition, dass wahrnehmbare Schönheit kein Endpunkt, sondern der erste Schritt eines Aufstiegs ist, hat bereits eine klassische Formulierung in Platon. In der Bankett, In der Rede, die Sokrates der Priesterin Diotima von Mantineia zuschreibt, wird die berühmte «Liebesleiter» beschrieben: Die liebende Seele beginnt mit der Liebe zu einem schönen Körper, doch ist ihre Liebe rechtgerichtet, steigt sie zur Schönheit aller Körper empor, dann zur Schönheit der Seelen und gerechten Handlungen, später zur Schönheit der Gesetze und des Wissens, bis sie schließlich die Betrachtung der Schönheit selbst erreicht: etwas, das weder geboren wird noch vergeht, das nicht im einen Augenblick schön und im anderen hässlich ist, sondern immer und in sich selbst schön, an dem alle schönen Dinge Anteil haben, ohne dass diese Anteilnahme sie vermehrt oder mindert. Diotima geht sogar so weit, sie als «von Natur aus wunderbar schön» zu beschreiben. So dient die sinnliche Schönheit bei Platon als Sprungbrett, nicht als Ziel: Jeder schöne Körper oder jede schöne Seele ist eine notwendige Stufe, doch darauf zu verharren, hieße, die Bewegung zu unterbrechen, die die Schönheit selbst in Gang setzt.

Dieselbe Struktur – endliche Schönheit als Weg, nicht als Ziel – taucht Jahrhunderte später in ganz anderer Form wieder auf, in Augustinus von Hippo. Ganz am Anfang ihrer Bekenntnisse, Augustinus formulierte einen der wohl meistzitierten Sätze der gesamten westlichen spirituellen Literatur: «Du hast uns für dich geschaffen, o Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.» Diese Unruhe ist kein Mangel der Seele, sondern liegt in ihrer Natur: Wir sind mit einem Verlangen geschaffen, das kein endliches Gut – so schön es auch sein mag – vollständig stillen kann.

Augustinus, der jahrelang in Kunst, Rhetorik und den Freuden der Sinne nach Schönheit gesucht hatte, beschreibt diese Reise mit einem berühmten Bild, das er an Gott als die Schönheit selbst richtet: «Spät habe ich dich geliebt, Schönheit, so alt und doch so neu, spät habe ich dich geliebt.» Er fügt hinzu, dass er die Schönheit im Außen, in den geschaffenen Dingen, suchte, ohne zu erkennen, dass die wahre Schönheit in ihm und über ihm war: «Du warst in mir, und ich war außerhalb, und dort suchte ich dich.».

Für Augustinus ist jede einzelne Schönheit – ein Gesicht, eine Melodie, eine Landschaft – schön, weil sie an einer ursprünglichen Schönheit teilhat, sie widerspiegelt, von der alle andere Schönheit ihre Fähigkeit zu gefallen ableitet. Daher kann keine endliche Schönheit den Betrachter vollkommen befriedigen: nicht weil sie mangelhaft wäre, sondern weil ihre Funktion nicht darin besteht, das Begehren zu unterdrücken, sondern es zu entfachen und zu lenken.

Zwischen Platon und Augustinus besteht jedoch ein Unterschied: Platonische Schönheit ist eine unpersönliche Form, ein Gegenstand intellektueller Betrachtung; augustinische Schönheit hingegen ist ein Du, ein persönlicher Gott, der geliebt wird und der Seele begegnet, die ihn sucht. Der platonische Aufstieg gipfelt in einer Vision ohne andere; der augustinische in einer Begegnung.

Vom Kunstwerk zur Schönheit, die jemand ist

Wenn wir einem Kunstwerk begegnen, geschieht – wie erhaben das Erlebnis auch sein mag – im Kern immer eine Form des Genusses: Wir betrachten es, lassen es auf uns wirken, es hinterlässt Spuren, doch das Gemälde blickt uns nicht an, die Symphonie reagiert nicht auf unser Staunen, das Gedicht weiß nicht, dass wir es lesen. Es ist eine passive Schönheit, gerade weil ihre Wirkung auf uns nicht aus Willen oder Freiheit entspringt: Es ist Form, Ordnung, Harmonie, die unsere Sinne aufnehmen und genießen, die aber die Liebe, die sie in uns weckt, nicht erwidern kann. Deshalb hat ästhetisches Vergnügen in all seiner Tiefe eine natürliche Grenze: Es kann uns bewegen, erheben, ja sogar verzaubern, aber es kann unsere Liebe nicht erwidern.

Wenn wir von Gott als Weg und Ziel der Schönheit sprechen, müssen wir über diese künstlerische Analogie hinausgehen, denn in Gott ist Schönheit keine von außen betrachtete Eigenschaft, sondern eine Schönheit, die in höchstem Maße wirkt, und zwar gerade ohne Worte: Gott muss nichts «sagen», denn seine bloße Wirklichkeit, die wir durch die Schöpfung auch nur flüchtig und unvollkommen erahnen, erzeugt dieselbe bedingungslose Freude wie ein Kunstwerk – und noch mehr, denn das hier Betrachtete ist kein lebloses Objekt, sondern jemand, der uns ansieht, begehrt und uns entgegenkommt. Der Unterschied liegt also nicht in der Intensität des ästhetischen Genusses (der vergleichbar sein oder ihn sogar übertreffen kann mit dem vor einem großen menschlichen Werk), sondern in dem, was dieser Genuss im Nachhinein ermöglicht: Vor dem Gemälde ist der Genuss in sich erschöpft, so tiefgründig er auch sein mag, denn es gibt niemanden, dem man antworten muss. Vor Gott ist dieselbe Art von Genuss – uneigennütziges, unverdientes, «gesundes» Vergnügen – auch das Tor zu einer persönlichen Beziehung, denn derjenige, der diese Freude hervorbringt, ist nicht eine schöne Gestalt, sondern Jemand, der ohne Grenzen schön ist – die Schönheit selbst –, der liebt und wartet.

Dies erlaubt uns, die oben erwähnte augustinische Intuition genauer zu formulieren. Wenn Augustinus schreibt: «Spät habe ich dich geliebt, Schönheit, so alt und doch so neu», beschreibt er nicht die Betrachtung eines erhabenen Objekts, sondern die Erkenntnis einer Person, die er, ohne es zu wissen, lange in aller geschaffenen Schönheit gesucht hatte. Die ästhetische Reise – die Freude an der Schönheit in der Kunst, in der Natur, im menschlichen Antlitz – wäre demnach die erste Hälfte des Weges, der jedem empfindsamen Menschen gemeinsam ist; doch führt dieser Weg, wenn er bis zu seinem Ende beschritten wird, nicht zu einer vollkommeneren Form, die es zu betrachten gilt, sondern zu einem Du, mit dem man in Dialog treten kann. Und diese Beziehung, anders als jedes Kunstwerk, ist von ihm selbst gewünscht: eine Beziehung, die bleibt, bereits jenseits von Zeit und Raum etabliert.

Der Einwand der Absurdität

Als Reaktion auf diese Interpretation erhebt sich der existentialistische Einwand mit voller Wucht. Für Sartre ist der Mensch eine «nutzlose Leidenschaft»: ein Verlangen nach Erfüllung und Sinn, das niemals gestillt wird, weil es schlichtweg nichts gibt, was es stillen könnte. Camus wiederum definiert das Absurde als den Konflikt zwischen dem menschlichen Bedürfnis nach Sinn und dem gleichgültigen Schweigen des Universums. Aus dieser Perspektive verweist die Freude an der Schönheit auf nichts Jenseits von sich selbst: Sie ist eine rohe, schöne, aber stumme Tatsache, die nichts verspricht und auf nichts verweist. Sich vor einem Kunstwerk zu verlieben, wäre in dieser Interpretation ein Akt der Begierde im radikalsten Sinne: schön, ja, aber ohne Empfänger oder Versprechen.

Dies ist ein gewichtiger Einwand. Doch lässt sich eine Frage stellen, die einer ganz anderen Methode als der philosophischen entlehnt ist: der mathematischen. Wenn ein Beweis zu einem absurden Ergebnis führt – einem Widerspruch, einer unlösbaren Unendlichkeit –, schließt der Mathematiker nicht daraus, dass die Mathematik selbst absurd sei, sondern revidiert die Ausgangshypothesen: Er kann das absurde Ergebnis nicht als gültig akzeptieren, sondern schließt daraus, dass ein Fehler in einer schlecht formulierten Prämisse vorliegen muss. Dasselbe Verfahren ließe sich hier anwenden. Wenn die Ausgangshypothese – dass es keine letztendliche Grundlage gibt, dass das menschliche Bedürfnis nach Sinn lediglich ein evolutionärer Zufall ohne jegliche reale Entsprechung ist – zu etwas so Schockierendem führt, wie dass die intensivste, sinnloseste und «schönste» Erfahrung, die ein Mensch machen kann, absolut nichts bedeutet, dann liegt das Problem vielleicht nicht in der ästhetischen Erfahrung selbst, sondern in der Hypothese, die ihr zugrunde liegt. Dies ist kein Beweis – das Argument erzwingt logisch nicht die gegenteilige Schlussfolgerung –, aber es ist eine legitime Aufforderung, «mit anderen Hypothesen von vorn zu beginnen», wie es in der Mathematik üblich ist, anstatt die Erfahrung in ein Schema zu pressen, das sie ihrer Bedeutung beraubt. Anders gesagt: Ich argumentiere logisch, gelange zu einer Absurdität, akzeptiere sie und schlage sie als fundamentales Prinzip vor. Respektabel, aber es scheint nicht leicht zu sein, diese Ansicht zu teilen, obwohl es einige getan haben.

Schönheit als Schwelle

Die Frage, mit der wir begannen – endet Schönheit im Augenblick der Ekstase? – lässt sich nicht außerhalb der Erfahrung selbst beantworten. Was man sagen kann, ist, dass die Struktur dieser Erfahrung – ihre Unentgeltlichkeit, ihr «gesunder» und uneigennütziger Charakter und vor allem jene Unruhe, die selbst den Moment größter Erfüllung überdauert – eher mit der Lektüre Platons und Augustins übereinstimmt als mit Sartres Schlussfolgerung – logisch einwandfrei innerhalb seines eigenen Systems, die aber der gesunde Menschenverstand als absurd und unannehmbar erachtet –, dass der Mensch eine nutzlose Leidenschaft sei. Ein Herz, das nach dem erfüllendsten Augenblick «unruhig» bleibt, passt nicht zu der Vorstellung, dass dieser Augenblick bereits das Ende des Weges war. Es passt besser zu der beiden gemeinsamen Intuition: dass alle endliche Schönheit – selbst die des vollendetsten Kunstwerks – ein Weg und kein Ziel ist, ein Genuss, der zu einer Begegnung werden kann. Und dass es bei der Durchquerung dieses Weges bis zum Ende nicht darum geht, eine perfektere Form zu erreichen, als sie von außen zu bewundern, sondern darum, von der Betrachtung der Schönheit zur Liebe durch die Schönheit selbst zu gelangen, ist eine Reise, die ich wärmstens empfehlen kann.

Der AutorRafael Ramonet

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Aus dem Vatikan

Der Papst erhöht die Gehälter der Kurie, indem er die Covid-Kürzungen rückgängig macht.

Durch Widerruf lTrotz der im Jahr 2021 während der Covid-Pandemie eingeführten Gehaltskürzungen für Kardinäle, Leiter und Sekretäre von Dikasterien, Priester und Ordensleute der Römischen Kurie hat Papst Leo XIV. die Vergütung hoher vatikanischer Beamter erhöht.

Redaktion Omnes-14. September 2026-Lesezeit: 2 Minuten

Die von Papst Franziskus mit der Apostolisches Schreiben «Eine nachhaltige Zukunft» vom 23. März 2021, Maßnahmen, die zur Bewältigung der Pandemie notwendig waren, wurden durch andere aufgehoben. Apostolisches Schreiben, datiert vom 1. September, von Papst Leo XIV.

Folglich werden die Gehälter aktualisiert Kardinäle, Die Gehälter der Dikasterien, ihrer Leiter und Sekretäre, des Klerus und der Ordensleute werden um dieselben Prozentsätze gekürzt. Konkret: 10 Prozent für Kardinäle, 8 Prozent für andere Obere und 3 Prozent für Kleriker und Ordensleute.

Verpflichtung zur Sicherstellung wirtschaftlicher Nachhaltigkeit

Der Papst fügt in seinem Motu Proprio hinzu, dass die Maßnahmen durch die Aufhebung von Artikel 3 bereits teilweise abgeändert wurden. das Rescriptum ex Audientia vom 16. Juni 2025. Und er hat “die Gewissheit, dass die Institutionen des Heiligen Stuhls und des Staates Vatikanstadt ihr Engagement für die Gewährleistung wirtschaftlicher Nachhaltigkeit mit verschiedenen Instrumenten fortsetzen werden.”.

Die Entscheidung traf der Heilige Vater nach Rücksprache mit dem Wirtschaftssekretariat und nach “sorgfältiger Prüfung aller Sachverhalte”. Der Papst hob die Regelung auf, hob aber die Bestimmungen, die während ihrer Geltungsdauer galten, nicht auf, darunter das Einfrieren der zweijährlichen Dienstalterszulagen.

Ministerium für Wirtschaft

Aus diesem Grund wurde die zuständige Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums, dessen Präfekt der spanische Laie Maximino Caballero ist, angehört, “nachdem alles sorgfältig geprüft wurde”.

Diese Maßnahme wird erlassen, unbeschadet der während ihrer Geltungsdauer eintretenden Wirkungen, einschließlich der Wirkungen, die sich aus der Aussetzung der Ansammlung der in Artikel 5 genannten zweijährlichen Dienstalterszulagen ergeben, welche weiterhin endgültig erworben werden.

Die von Papst Franziskus verhängten Beschränkungen wurden aufgehoben. 

Die von Papst Franziskus verhängten Beschränkungen waren streng und insbesondere auf die Folgen der Pandemie zurückzuführen. Diese hatte, wie im Motu Proprio “Eine nachhaltige Zukunft” von 2021 dargelegt, ‘das Defizit, das die Wirtschaftspolitik des Heiligen Stuhls seit Jahren kennzeichnet und alle Einnahmequellen des Heiligen Stuhls und des Staates Vatikanstadt negativ beeinflusst hat’, verschärft.

Papst Franziskus hat auch Beschwerde um die Ausgaben zu überprüfen, um noch drastischere Maßnahmen wie die Entlassung von Laienangestellten, Vätern und Müttern zu vermeiden, wie die vatikanische Nachrichtenagentur berichtete.

Der AutorRedaktion Omnes

Aus dem Vatikan

Papst Leo XIV. wird 71 Jahre alt!

Der erste amerikanische Papst der Geschichte, Leo XIV., wird am Fest der Kreuzerhöhung, dem 14. September, 71 Jahre alt. Bischöfe aus Ländern wie Peru und Spanien, Augustiner aus aller Welt, darunter auch von den Philippinen, und der Präfekt, Bischof Luis Marín OSA, gehörten zu den ersten Gratulanten.

Francisco Otamendi-14. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

“Unser geliebter Papst Leo XIV. wird 71 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Heiliger Vater. Möge der Herr Sie behüten, Ihnen ein langes Leben schenken, Sie heilig machen auf Erden und Sie nicht dem Willen Ihrer Feinde ausliefern”, schrieb Erzbischof Luis Marín de San Martín OSA, Präfekt des Dikasteriums für den Dienst der Nächstenliebe, vor wenigen Stunden im X-Netzwerk und erinnerte sich an seine Zeit mit Pater Robert Prevost vor dessen Wahl zum Papst.

Obwohl Leo XIV. weder gestern beim Angelusgebet noch in den letzten Tagen etwas dazu gesagt hat, wusste die katholische Welt, dass heute sein Geburtstag ist, unter anderem deshalb, weil er im vergangenen Jahr bereits seinen ersten Geburtstag als Papst gefeiert hat. 

Der tiefe Eindruck von Peru

Die peruanische Bischofskonferenz, die den Papst vom 11. bis 16. November erwartet, hat ihm herzliche Grüße übermittelt: “Alles Gute zum Geburtstag, Papst Leo XIV.! Peru erwartet Sie mit Freude, Zuneigung und Gebeten.”.

Als Beispiel für andere peruanische Gratulationen gibt es die aus Monsefú, die mit einem beliebten Fest gefeiert wird: die Stadt in Lambayeque, in Chiclayo, Dort, wo Monsignore Robert Prevost viele Jahre lebte, wird eine Gedenkfeier mit Marinera-Tanz und einigen seiner Lieblingsgerichte vorbereitet. Die peruanische Presse wertet dies als Beweis für die anhaltende Zuneigung der Stadt zu ihrem ehemaligen Bischof.

Im Juni des vergangenen Jahres veröffentlichte der Vatikan die Dokumentation ‘'Löwe von Peru'’, Die Dokumentation beleuchtet die zwanzig Jahre, die der Augustinermissionar Robert Prevost, der spätere Papst Leo XIV., in Peru verbrachte. Sie besteht aus 45 Minuten an Zeugnissen, die von der Redaktion des vatikanischen Dikasteriums für Kommunikation zusammengestellt wurden und seine Mission in Peru schildern. ’Von Chicago nach Chulucanas, von Chiclayo in den Vatikan‘, heißt es in einem der Hintergrundlieder der Band Los Bachiches.

Aus den Philippinen, Spanien, Mexiko, Veröffentlichungen…

Die philippinischen Augustiner gratulierten Leo XIV. zu seinem 71. Geburtstag und nannten ihn “Bruder”. Dies ist besonders bemerkenswert, da es von seinen Ordensbrüdern stammt und einen vertrauten Tonfall widerspiegelt. Die Nachricht wurde heute vom Philippine Daily Inquirer veröffentlicht.

Papst Leo XIV. erhielt auch Geburtstagsgrüße von den Philippinen, genauer gesagt vom philippinischen Nachrichtensender GMA News. Der Sender veröffentlichte heute eine Bildbotschaft: “Gesegneten 71. Geburtstag, Papst Leo XIV.” und fügte einen Gruß mit Gebeten und Danksagungen hinzu.

Der Papst besuchte Spanien im Juni und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Von hier aus erhielt der Heilige Vater auch Glückwünsche, unter anderem von der Spanischen Bischofskonferenz, Caritas Diocesana Madrid und anderen Institutionen.

Darüber hinaus treffen zahlreiche persönliche Glückwünsche ein, insbesondere in den sozialen Medien. So postete beispielsweise Samuel García, Gouverneur von Nuevo León (Mexiko), auf X: “Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Papst Leo XIV. @Pontifex_es. Mit großem Respekt und Bewunderung wünsche ich Ihnen Gesundheit, ein langes Leben und viel Weisheit…”.

Erster amerikanischer Papst

Leo XIV. ist der erste amerikanische Papst in der Geschichte der Kirche, und von dort gratulieren sie dem Papst zu seinem Geburtstag, angefangen mit Brüdern aus seiner Familie.

Kürzlich schrieb Professor Rafael Navarro Valls: eine Reflexion zum Thema ‘Ein amerikanischer Papst: Der Einfluss der Vereinigten Staaten auf Leo XIV’. Darin schreibt er, Die Tatsache, dass Leo XIV. der erste in den Vereinigten Staaten geborene Papst war, ist ein historisches Ereignis von enormer Bedeutung, obwohl seine internationale pastorale Erfahrung und sein langjähriges Wirken in Lateinamerika eine eindeutig universalistische Führung geprägt haben.

Das Geschenk des Lebens. Ein Leben für andere.

Wenn die Kirche dem Papst zu seinem 71. Geburtstag gratuliert, feiert sie laut Quellen nicht nur, dass Robert Francis Prevost am 14. September 1955 geboren wurde. “Sie dankt für ein Leben, das im Laufe der Jahre eine besondere Mission angenommen hat: Augustiner, Priester, Missionar in Peru, Bischof, Kardinal und schließlich Nachfolger Petri.”.

“Mit anderen Worten: Einen Geburtstag zu feiern bedeutet, zu feiern, dass ein Mensch das Geschenk des Lebens erhalten hat und dass dieses Geschenk im Laufe der Jahre auch zu einem Geschenk für andere geworden ist.”.

Ein anderer Theologe sagt: Der heilige Johannes Paul II. schrieb 1994 in seinem ‘Brief an die Familien’, dass das Neugeborene ein Geschenk sei. Er sagt: ‘Seine Existenz ist bereits ein Geschenk, das erste Geschenk des Schöpfers an die Schöpfung.’.

Und er führt diesen Gedanken weiter aus: Ein Kind wird zum Geschenk für seine Eltern, seine Geschwister, seine Familie und letztlich für die Gesellschaft. Die Existenz eines Menschen ist nicht unbedeutend: Jede Geburt verändert die Welt, weil jemand erscheint, der vorher nicht da war. Dasselbe gilt für jeden Menschen, schließt er.

Papst Leo XIV., in seinem Sprache An das diesjährige Diplomatische Korps gerichtet, sagte er unter anderem: “Das Leben ist in der Tat ein unschätzbares Geschenk, das sich in einer verbindlichen Beziehung entfaltet, die auf gegenseitiger Hingabe und Dienstbereitschaft beruht. Angesichts dieser tiefen Auffassung vom Leben als einem zu schätzenden Geschenk und der Familie als dessen verantwortungsvollem Hüter, lehnen wir kategorisch jede Praxis ab, die den Ursprung des Lebens und seine Entwicklung leugnet oder ausbeutet.”.

Der AutorFrancisco Otamendi

Kino

Sabrina und Steven Gunnell: “Die Herz-Jesu-Andacht ist keine Verehrung der Vergangenheit”

Die Franzosen Sabrina und Steven Gunnell, Regisseure von Heiliges Herz, Sie sprechen über einen Film, der Rekorde bricht.

Virginia Gil-Nugués-14. September 2026-Lesezeit: 5 Minuten

Die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu ist eine der am weitesten verbreiteten in der Kirche und findet sich in allen Teilen der Welt. Ein Dokumentarfilm mit diesem Titel feierte am 11. in Spanien Premiere., Heiliges Herz, Der Dokumentarfilm verknüpft historische Nachstellungen mit zeitgenössischen Zeugnissen, um die Gestalt der Heiligen Margareta Maria Alacoque und die Botschaft des Heiligsten Herzens Jesu zu beleuchten. Die Regisseure Sabrina und Steven Gunnell, beide französischer Herkunft, haben einen Teil ihrer eigenen Glaubenserfahrung in den Film einfließen lassen. Anlässlich der Präsentation des Dokumentarfilms sprachen sie in Madrid mit Omnes. 

Woher stammt dieser Film? 

-SABRINA: Es ist die Geschichte einer Begegnung. Im August 1923 befanden wir uns im Heiligtum Notre-Dame du Laus in den französischen Alpen. Ich war dorthin gegangen, um die Zeugnisse von Pater Marot, dem ehemaligen Rektor der Heiligtümer von Paray-le-Monial, und von Alicia Beauvisage zu hören. Mein Herz klopfte unaufhörlich; ich erkannte viele Parallelen zwischen ihrer Geschichte und unserer (Stevens und meiner), und mir wurde klar, dass das Heiligste Herz Jesu von Anfang an unser Leben bestimmt hatte.

Als wir fertig waren, erzählte ich Alicia, dass ich schon seit einigen Jahren mit meinem Mann Filme mache. Sie nahm meine Hand und sagte: “Ich habe dafür gebetet, christliche Regisseure kennenzulernen.” In diesem Moment verstand ich, was Gott wollte. An diesem Nachmittag entdeckten wir als Familie, dass wir uns dem Heiligsten Herzen Jesu weihen konnten – etwas, das uns trotz unseres katholischen Glaubens unbekannt war. Später, in Paris, erlebten wir zwei Monate lang immer wieder konkrete Zeichen des Heiligsten Herzens Jesu, sei es im Alltag oder beim Betreten eines Geschäfts – Dinge, die uns zuvor entgangen waren. Steven erzählte mir nicht, was er sah, aber nach anderthalb Monaten sagte er: “Ich glaube, ich sehe viele Heilige Herzen Jesu.”. 

Wie haben Ihre Familie und Ihre engen Freunde die Nachricht von diesem Projekt aufgenommen? 

-SABRINA: Viele Freunde hielten das Heiligste Herz Jesu für ein überholtes Thema, etwas, worüber niemand mehr sprach, verstaubt und ein Relikt der Vergangenheit. Doch es berührte uns tief, und wir spürten, dass Gott uns dazu berief, uns damit auseinanderzusetzen. Obwohl wir nicht wussten, wie wir seine ganze Spiritualität – das Herzstück des Glaubens – in 90 Minuten vermitteln sollten, verspürten wir eine Art inneren Drang, der uns dazu drängte. Dann hatte Steven die Vision für den Film.

Meinen Sie das Poster? 

-STEVEN: Ja. Als ich in Flughäfen und Bahnhöfen Plakate für Horror- oder Satansfilme sah, stellte ich mir vor, wie ich Jesus in all seiner Liebe zeigen würde, und empfand dabei unendliche Freude. Und wir sagten Ja. Von diesem Moment an ließ er uns verstehen, was wir tun würden. 

Dies ist ihr neunter Dokumentarfilm; der Film hat weltweit bereits über eine Million Zuschauer erreicht und wurde in mehreren Ländern vertrieben. Hatten sie mit einem so großen Erfolg gerechnet?

-STEVEN: Die Dreharbeiten dauerten über ein Jahr. Nach Fertigstellung des Films teilte uns unser französischer Verleih mit, dass wir 20.000 Tickets verkaufen wollten, da es sich um einen christlichen, katholischen Dokumentarfilm handelte – ein Nischenprodukt, nicht für die breite Öffentlichkeit. Es gab Kontroversen um den Film, und wir stellten fest, dass das französische Fernsehen keine Plakate wollte, da ein Kreuz abgebildet war und der Film als zu bekenntnishaft empfunden wurde. Trotzdem hängten wir Plakate auf, und so erfuhren viele Menschen, dass der Film in den Kinos lief, und gingen aus Neugierde hin.  

Eine persönliche Geschichte

Steven, du hast den Ruhm einer Popgruppe erlebt, dann eine sehr dunkle Zeit durchgemacht und anschließend Filme über den Glauben gedreht. Gibt es etwas von diesem Tiefpunkt, das in irgendeiner Form noch immer in den Geschichten, die du erzählst, sichtbar ist?

—STEVEN: Ich war Teil der Knabenband Allianz Und über Nacht wurde ich vom Unbekannten zum Reichen und Berühmten. Als das vorbei war, verlor ich alles. Damals, in meiner Jugend, hatte ich die schlimmste Droge gekostet: Ruhm, denn er verleiht Macht und das Gefühl, ewig zu währen. 

Ich sah keinen Ausweg mehr für meine künstlerische Karriere, also ging ich nach England, wo ich mein eigenes Grab schaufelte. Ich schlief schlecht und war psychisch am Ende. Ich hatte Angst. Verzweifelt rief ich meine Mutter an, die mir riet, mich in einer Kirche auszuruhen, bevor ich etwas Dummes anstellte. Und zum ersten Mal in meinem Leben gehorchte ich ihr. 

Ich besuchte eine Kapelle in London und schlief auf einer Kirchenbank ein. Bis dahin hatte ich nicht schlafen können, nicht einmal nachts. Als ich nach Nizza zurückkam, nahm mich meine Mutter mit in eine vollbesetzte Kirche, und während ich diesen Anblick betrachtete, verspürte ich eine innere Präsenz, eine Art Entdeckung. “Du bist es, nach dem ich die ganze Zeit gesucht habe”, dachte ich. 

Fiel es Ihnen sehr schwer zu verstehen, was Gott Ihnen durch den Film vermitteln wollte? 

—STEVEN: Die ersten Jahre unserer Ehe waren schwierig, denn Gott bereitete uns auf unsere Mission vor. 2012 erhielten wir unsere erste Berufung und entdeckten eine tiefe Freude hinter der Kamera, da wir zeigen konnten, wie Gott Leben verändern kann. Von da an ging es steil bergauf, und wir wachsen seither stetig. 

Nach meinen Erfahrungen in der Musik, wo mich alle im Stich ließen, erschien mir die Gabe der Weisheit umso besonderer und beeindruckender. Es ist, wie so oft, die Gnade Gottes. Im Film gibt es eine Szene, in der Jesus Christus gekreuzigt wird. Als der Soldat ihm mit einer Lanze in die Seite sticht, fließt Wasser aus dem leblosen Körper Christi – ein Symbol für die unerschöpfliche Quelle göttlichen Lebens und Gottes Barmherzigkeit. Dieses Herz, aus dem Wasser fließt, ist wahrlich der Schlüssel, die Lösung, um das Herz immer wieder erneuern zu können. 

Frankreich ist ein Land, das stark von der Säkularisierung geprägt ist; glauben Sie, dass dieser Kontext paradoxerweise Teil des Erfolgs des Films ist?

—STEVEN: Der heilige Hieronymus sagte: “Wer die Geschichte ignoriert, schreibt sie um.” Vor zweitausend Jahren wurde der Herr vielerorts abgelehnt, aber dort willkommen geheißen, wo er Wunder wirken konnte. Jahrhunderte später wiederholen wir dieselben Geschichten. In Frankreich und anderen Ländern gibt es Kräfte, die diese Transzendenz leugnen, aber ich gehöre zu denen, die glauben, dass der Mensch zutiefst spirituell ist und deshalb immer wieder zu seinem Ursprung zurückfindet, denn es ist eine ständige Suche. Ich glaube nicht, dass ein Mensch einen anderen retten kann; deshalb bin ich katholisch, denn es ist Gott, der mich rettet. 

Glauben Sie, dass der Film bei einigen Zuschauern, die mit dieser Hingabe nicht vertraut sind, Anklang finden und vielleicht sogar zu deren Bekehrung führen könnte?

—SABRINA: Wir sind die ersten Zuschauer unserer eigenen Filme; wir machen Filme, die wir als Teenager damals geliebt hätten. Wir erhalten viele Rückmeldungen von Menschen, die von den Vorführungen tief berührt sind, die unerwartet einen Weg des Glaubens finden und sich tiefgründige Fragen stellen, die sie zum Glauben ihrer Kindheit zurückführen. Sie hatten das Gefühl, Jesus Christus rufe sie und frage: “Habt ihr diesen Glauben vergessen?” Es ist sehr berührend, ihre Geschichten zu lesen und zu sehen, dass sie nach dem Film die Messe anders erleben als zuvor. Jetzt spüren sie den Herzschlag Jesu. 

Wir sind hier, um die Gnade Gottes zu verkünden, und dann wird er seinen Willen in den Herzen der Menschen wirken. Die Herz-Jesu-Andacht ist keineswegs eine Verehrung der Vergangenheit.

Der AutorVirginia Gil-Nugués

GastkommentarVictor Torre de Silva

Santos-Influencer

Das Internet und die sozialen Medien machen Heilige auch zu neuen Meinungsbildnern und bringen ihr Leben und ihr Vorbild Millionen von Christen näher.

14. September 2026-Lesezeit: < 1 Minute

Die durch das Internet ermöglichte einfache Kommunikation beeinflusst viele Bereiche der Kirche, von der institutionellen Kommunikation bis hin zur breiteren Verbreitung von Andachten. Abgesehen von den mitunter beobachteten negativen Aspekten sind die positiven unbestreitbar: Man denke nur daran, wie viele Menschen dank dieser Mittel den Papst hören können.

Dies hat sich insbesondere sehr positiv auf die Entwicklung von Seligsprechungsverfahren ausgewirkt. Heute ist es wesentlich einfacher, die Person eines Christen, dessen Seligsprechungsprozess eröffnet wird, bekannt zu machen. Videos, Texte und Interviews ermöglichen es, sein Leben und seine Hingabe mit der Welt zu teilen. Ich habe kürzlich Neuigkeiten über Fortschritte in verschiedenen Verfahren erhalten, wie etwa die Verkündung der Seligsprechung von Fulton Sheen und die letzten Schritte im Seligsprechungsprozess von Pedro Ballester.

Ich habe in den letzten Tagen darüber nachgedacht, dass dies eine Parallele zu dem ist, was auf Instagram passiert., TikTok und andere Netzwerke mit dem InfluencerMenschen, die ihr Leben, ihre Freundschaften und ihre “Tricks” mit Millionen von Anhängern teilen, die zu ihnen aufsehen. Heilige sind für Christen das große Vorbild an Heiligkeit, und dank der sozialen Medien können wir ihnen nun ganz nah sein.

Ich halte es für eine großartige Idee, Social-Media-Accounts zu fördern, die das Leben von Heiligen in der Ich-Form erzählen, vielleicht mithilfe künstlicher Intelligenz. Ihre Tagebücher, Anekdoten oder Ratschläge könnten so aufbereitet werden, dass sie uns direkt ansprechen, als wären es aktuelle Beiträge. Solche Initiativen, von denen einige bereits laufen, können Christen in den sozialen Medien helfen, Vorbilder zu finden, die ebenfalls den Heiligen folgen. Ein guter Rat für den Alltag oder ein Beispiel in schwierigen Zeiten kann genau der richtige Anstoß sein, uns Christus näherzubringen.

Der AutorVictor Torre de Silva

Öko-logisch

Müttern nach der Geburt helfen – ein Thema der Lebensrechtsbewegung

Nicole Kristensen erinnert sich an schwierige Geburten und die Herausforderungen im Wochenbett als Mutter. Heute nutzt sie ihre Erfahrungen, um anderen Frauen vor, während und nach der Geburt zu helfen. Kristensen, Inhaberin von Holystic Maternity Care, und andere Expertinnen und Experten sprechen über die Unterstützung im Wochenbett.

OSV / Omnes-14. September 2026-Lesezeit: 6 Minuten

– Katie Yoder, OSV News

“Obwohl ich Schwierigkeiten hatte, war die Gemeinschaft das Wichtigste für mich, und das ist ein grundlegender Bestandteil dessen, was ich heute als Doula zu erreichen versuche”, sagte die katholische Doula und Coach Nicole Kristensen, die Gemeinschaften in New York und Connecticut betreut.

(Anmerkung des Autors: Doula, eine Person ohne medizinische Funktion, die Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und der Zeit nach der Geburt emotional und praktisch begleitet, ohne die Betreuung durch Ärzte oder Hebammen zu ersetzen). 

KristensenEigentümer von Holytic Mutterschaftsvorsorge , und andere Experten für die Zeit nach der Geburt sowie katholische Würdenträger haben mit OSV News über die Rolle der Kirche bei der Unterstützung junger Mütter nach der Geburt und bei der Begleitung von Frauen gesprochen, die Schwierigkeiten durchmachen.

Ihre Kommentare fallen in eine Zeit, in der Mütter offen über die Schwierigkeiten der Wochenbettzeit sprechen, insbesondere im Zusammenhang mit dem aufsehenerregenden Prozess um Lindsay Clancy in Massachusetts, der am 4. September mit einem Fehlurteil endete. Der Fall hat das Bewusstsein für die Wochenbettpsychose, eine schwerwiegende psychische Erkrankung bei Müttern, geschärft.

Die Unterstützung nach der Geburt ist eine Frage des Lebensschutzes.

Diese Experten waren sich einig, dass die Kirche und die Katholiken im Sinne des Lebensschutzes eine Verantwortung für die Unterstützung von Müttern nach der Geburt tragen. Die Kirche sei in diesem Bereich bereits präsent, bekräftigten sie, aber Katholiken könnten noch mehr tun. Viele von ihnen betonten die Wichtigkeit der Einbindung der Pfarrgemeinden.

Obwohl diese Experten aus verschiedenen Bereichen und Ministerien kamen, wollten sie jungen Müttern, die mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, zeigen, dass sie nicht allein sind.

“Die Kirche spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung nach der Geburt, weil Jesus uns gebietet, uns um die Schwächsten zu kümmern, und Frauen nach der Entbindung und ihre Babys fallen unter diese Beschreibung”, sagte Kat Talalas, stellvertretende Direktorin für Pro-Life-Kommunikation im Sekretariat für Pro-Life-Aktivitäten der US-amerikanischen Konferenz der katholischen Bischöfe.

Die Landschaft der Wochenbettbetreuung

Aktuell stehen Frauen, die nach der Geburt Schwierigkeiten haben, verschiedene nationale Hilfsangebote zur Verfügung. Frauen mit psychischen Problemen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft können sich an die Suizid- und Krisen-Hotline (988) oder die Nationale Hotline für psychische Gesundheit von Müttern wenden. Weitere gemeinnützige Organisationen, die Mütter nach der Geburt unterstützen, sind Postpartum Support International und das Policy Center for Maternal Health.

Mütterliche psychische Erkrankungen, auch perinatale psychische Erkrankungen genannt, sind weit verbreitet und betreffen laut dem Policy Center jährlich bis zu jede fünfte Familie in den USA. Das Center weist darauf hin, dass Angstzustände und Depressionen die häufigsten Komplikationen nach der Geburt darstellen. Allerdings werden diese Erkrankungen nicht überall erkannt oder angemessen behandelt.

Laut dem Zentrum zählen zu den Symptomen einer Wochenbettdepression Traurigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwierigkeiten, Freude an Lieblingsbeschäftigungen zu empfinden, und Schwierigkeiten, eine Bindung zum Baby aufzubauen. Zu den Symptomen mütterlicher Angstzustände gehören extreme Furcht, Sorge und Nervosität.

Erholungszeit bei Ungleichgewichten

Experten waren sich einig, dass die Kirche junge Mütter unterstützen sollte, insbesondere jene, die Schwierigkeiten durchmachen.

“In den Monaten nach der Geburt brauchen alle Frauen Monate, manchmal sogar Jahre, um sich vollständig zu erholen”, sagte Caroline Hartley, Familienkrankenschwester und Gründerin von Fiat Integrative Health, Eine Klinik in Franklin, Tennessee, die medizinische Versorgung und psychologische Betreuung anbietet. “Es kommt zu hormonellen Ungleichgewichten, Schlafstörungen und sozialer Isolation. Ungefähr jede siebte Frau leidet unter Wochenbettdepressionen, und fast die Hälfte erhält nie eine Diagnose.”.

Die siebenfache Mutter fügte hinzu: “Wenn sich die Katholiken an diesem Punkt zurückziehen, wird unser Zeugnis für das Leben unvollständig sein.” Viele dieser Experten und Führungskräfte sahen die Unterstützung nach der Geburt als ein Thema des Lebensschutzes an.

“Es ist absolut notwendig, ja ich würde sogar sagen, obligatorisch, dass die Gemeinde Christi anwesend ist, um Mütter und Familien in der Zeit nach der Geburt zu unterstützen”, sagte Mary Haseltine, eine katholische Doula und Mutter von sieben Kindern. 

Etwas Wesentliches

Haseltine ist außerdem der Gründer von Wie dafür gemacht, die Ressourcen zu Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett anbietet, und Autorin von “Wie geschaffen dafür: Der katholische Leitfaden für Mütter zur Geburt". 

“Dies ist nicht nur Teil des allgemeinen Auftrags des Evangeliums, sich um die Bedürftigen zu kümmern”, sagte er. “Wenn wir als Kirche Familien auffordern, sich dem Leben gegenüber offen zu zeigen, wie wir es in unseren Ehegelübden tun, und uns bemühen, ein Volk zu sein, das die Würde und Schönheit jedes Lebens schätzt und eine Kultur des Lebens aufbaut, dann ist dies unerlässlich.”.

Eine Hingabe, die wächst

Diese Experten würdigten das Engagement der Kirche bei der Unterstützung nach der Geburt und verwiesen auf katholische Krankenhäuser, Schwangerschaftsberatungsstellen und Doulas. 

Sie erwähnten auch Organisationen wie Elizabeth Ministry International, ein katholisches Apostolat, das Frauen und Familien durch die Freuden und Herausforderungen der Mutterschaft begleitet, und Walking with Moms in Need, eine Pfarrinitiative der US-amerikanischen Bischöfe, die schwangeren Frauen und schutzbedürftigen Müttern dient.

“Das Programm ”Walking with Mothers‘ richtet sich zwar in erster Linie an Frauen mit niedrigem Einkommen, aber die verfügbaren Ressourcen und die Unterstützung der Gemeinde könnten auf jede Mutter ausgeweitet werden, die sich in einer Notlage befindet“, sagte Talalas von den US-amerikanischen Bischöfen.

In den amerikanischen Diözesen, in den Pfarreien

Laut Talalas beteiligt sich mindestens ein Drittel der US-amerikanischen Diözesen an der Initiative “Walking with Moms in Need” und hat auch Pfarreien, die mitmachen, wobei er hinzufügte, dass die Zahl wahrscheinlich höher sei.

Gemeinden mit Angeboten zur Unterstützung bedürftiger Mütter spielen eine aktive Rolle bei der Begleitung von Müttern nach der Geburt. Das Angebot von die Pfarrei St. Philipp und Jakobus In Exton, Pennsylvania, spendete sie kürzlich Artikel für die postnatale Pflege an Die Mama im vierten Trimester, eine gemeinnützige Organisation, die sich der Müttergesundheit widmet.

Gebete, gegenseitige Unterstützung, Mentoring

Elizabeth Ministry International, Die in Wisconsin ansässige Organisation hat derzeit über 800 registrierte Ortsgruppen. Ihre Mitglieder bieten Gebet, gegenseitige Unterstützung, Mentoring, Lehrmaterialien, spirituelle Nahrung und inspirierende Ressourcen an. 

Krys Crawley, Geschäftsführerin von Elizabeth Ministry International, sagte, ihre Organisation hoffe, in jeder Gemeinde der Welt Zweigstellen zu errichten. 

“Unser katholisches Verständnis von Menschenwürde lehrt uns, dass sowohl Mutter als auch Kind unendlich wertvoll sind”, sagte Crawley, die auch Gründerin und CEO von Lebensverbindung, Ein kommunales Gesundheits- und Bildungszentrum, das Unterstützung während der Schwangerschaft und im Wochenbett bietet.

Baby- und Mutterpflege

Hartley erklärte, dass Fiat und ähnliche Organisationen ein ganzheitliches Modell verfolgen, bei dem sie sowohl das Baby als auch die Mutter betreuen. Katholische Doulas wie Haseltine und Kristensen bieten Frauen ebenfalls Unterstützung vor, während und nach der Geburt. Beide stellen kostenlose Online-Ressourcen für die Zeit nach der Geburt zur Verfügung. 

Haseltine bietet außerdem einen biblisch fundierten Plan für die Wochenbettruhe und ein Verzeichnis christlicher Geburtshelfer an, um Frauen die benötigte Unterstützung zu vermitteln. Kristensen stellt ein E-Book zur Vorbereitung auf eine entspannte Wochenbettzeit zur Verfügung und listet hilfreiche Artikel für diese Phase auf.

Eine gemeindezentrierte Lösung

Diese Experten bekräftigten jedoch, dass die Kirche mehr tun kann. Viele ermutigten die Gemeinden, sich aktiv zu engagieren. Sie empfahlen, dass Gemeinden Unterstützungsgruppen für Mütter in Not und für den Elisabeth-Dienst gründen oder bestehende Gruppen ausbauen. Andere schlugen vor, Räume zu schaffen, in denen Mütter sich vernetzen, eine Gemeinschaft bilden und sich gegenseitig unterstützen können.

Viele rieten dazu, Essensausgabesysteme zu organisieren und Kinderbetreuung für junge Mütter und wachsende Familien anzubieten. Sie schlugen vor, regelmäßig Kontakt zu den Müttern aufzunehmen und eine Liste mit hilfreichen Ressourcen zu führen.

“Eine der wichtigsten Veränderungen, die die Kirche vornehmen kann, ist, die Schwierigkeiten nach der Geburt nicht länger als Privatsache zu behandeln, sondern Mütter proaktiv zu unterstützen”, sagte Hartley. 

“Du versagst nicht in dem Talent, das dir gegeben wurde.”

Diese Expertinnen gaben auch Ratschläge für Mütter in schwierigen Situationen. Sie empfahlen ihnen, sich an Familie, Freunde und ihre Kirchengemeinde zu wenden. Einige rieten zum Gebet. Viele ermutigten die Mütter, keine Angst oder Scham zu haben, um Hilfe zu bitten. Sie wollten ihnen versichern, dass die Kirche und die katholischen Einrichtungen sie unterstützen wollen.

“Wenn Sie zum ersten Mal Mutter geworden sind und gerade eine schwierige Zeit durchmachen, hören Sie sich Folgendes an: Sie sind keine schlechte Mutter und Sie versagen nicht bei der Gabe, die Ihnen zuteil wurde”, sagte Hartley. 

“Liebe zu deinem Baby und Gefühle wie Verwirrung, Angst, Wut, Leere oder ein Gefühl der Distanz können nebeneinander bestehen”, fügte sie hinzu. “Das bedeutet nicht, dass du undankbar bist. Es bedeutet, dass dein Körper und deine Seele etwas Enormes durchgemacht haben und sich noch nicht davon erholt haben.”.

“Du hättest das niemals allein tragen müssen.”.

Hartley und andere forderten Frauen auf, Sie durchleben Schwierigkeiten. Sie sollten es ihren Ehemännern, Freunden, Priestern, Hebammen, Beratern und Ärzten erzählen.

“Du hast Ja zum Leben gesagt, und dieses Ja schließt dich und deine Bedürfnisse immer noch mit ein”, sagte sie. “Du hättest diese Last niemals allein tragen müssen.”.

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– Katie Yoder ist Korrespondentin für OSV News. Sie berichtet aus Maryland.

Diese Information wurde ursprünglich auf OSV News veröffentlicht und kann dort eingesehen werden. hier.

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Der AutorOSV / Omnes

Kultur

Katholische Wissenschaftler: Carlos de Sigüenza y Góngora

Carlos de Sigüenza y Góngora ist eine der repräsentativsten Persönlichkeiten für die Verbindung von katholischem Glauben und moderner Wissenschaft in der hispanischen Welt.

Ignacio del Villar-14. September 2026-Lesezeit: 2 Minuten

Carlos de Sigüenza y Góngora (Mexiko-Stadt, 1645 – 1700) ist eine der repräsentativsten Persönlichkeiten für die Verbindung von katholischem Glauben und moderner Wissenschaft in der hispanischen Welt.

Er stammte aus einer Familie, in der sein Vater Hauslehrer der königlichen Familie in Madrid gewesen war, und studierte bei den Jesuiten in Tepotzotlán und Puebla, obwohl er 1667 wegen Disziplinlosigkeit ausgeschlossen wurde. Dennoch blieb er der ignatianischen Spiritualität und dem katholischen Glauben stets treu. 1668 veröffentlichte er sein erstes Werk., Indian Spring, der Jungfrau von Guadalupe gewidmet, und im Jahr 1673 wurde er zum Weltpriester geweiht.

Vor seiner Priesterweihe hatte er bereits an der Königlichen und Päpstlichen Universität von Mexiko studiert, wo er sich so sehr auszeichnete, dass er den Lehrstuhl für Mathematik und Astrologie (1672) erhielt, eine Position, die er zwanzig Jahre lang innehatte.

Er war außerdem Kaplan des Hospitals der Liebe Gottes und königlicher Kosmograph Karls II., für den er die erste Übersichtskarte von Mexiko-Stadt sowie verschiedene Pläne und Wasserbauprojekte für die Lagune und das Tal zur Hochwasservorsorge erstellte. Darüber hinaus nahm er an wissenschaftlichen Expeditionen teil, beispielsweise an der Expedition von 1693 in den Golf von Mexiko und nach Florida, wo er Seekarten von Pensacola und des Mississippi anfertigte.

Sigüenza y Góngora zeichnete sich auch durch seine Bemühungen aus, Aberglauben von Wissenschaft zu trennen. Nach dem Erscheinen eines großen Kometen im Jahr 1680 schrieb er seinen Philosophisches Manifest gegen Kometen (1681), ein Werk, in dem er versuchte, die Ängste der Bevölkerung zu beschwichtigen und das Phänomen wissenschaftlich zu erklären. Später schrieb er sein bestes Werk: Die astronomische und philosophische Waage (1690), was zur Konsolidierung der Wissenschaft in der hispanischen Welt beitrug.

Außerdem leitete er 1675 die ersten dokumentierten Ausgrabungen in Teotihuacan und gründete die erste Zeitung in Neuspanien., Flying Mercury, Er verfasste auch mehrere literarische Werke. Darüber hinaus wurde er während des Volksaufstands von Mexiko-Stadt im Jahr 1692 zum Helden, als er sein Leben riskierte, um das Stadtarchiv vor einem Brand zu retten. In seinen späteren Jahren trug er Material für eine Geschichte des alten Mexiko zusammen, mit dem Ziel, die indigene Vergangenheit der Region wiederzuentdecken; sein Tod unterbrach dieses Projekt jedoch.

Der AutorIgnacio del Villar

Öffentliche Universität von Navarra. SCS-Spanien.

Aus dem Vatikan

Nur Vergebung befreit, sagt Leo XIV., während er für die Opfer des 11. September und für den Frieden betet.

Vergebung ist unerlässlich; ohne sie können wir nicht in Frieden leben. Nur Vergebung befreit und bringt das Licht zurück, sagte der Papst am Sonntag. Nach dem Angelusgebet erneuerte Leo XIV. seine Gebete für die Opfer der Anschläge vom 11. September und rief zu unserem Engagement für den Frieden auf.

Francisco Otamendi-13. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

Im Anschluss an seinen Kommentar zu einer Evangeliumsstelle, die von einem grundlegenden Wert des christlichen Lebens spricht – der Vergebung –, erinnerte der Heilige Vater in der Angelus Vor zwei Tagen jährten sich die Terroranschläge vom 11. September in den Vereinigten Staaten von Amerika zum 25. Mal.

“Ich bete erneut für die Opfer und für alle, die weiterhin unter den Wunden dieses tragischen Tages leiden”, sagte der Papst. “In einer Zeit, in der Gewalt und Konflikte so viele Brüder und Schwestern treffen, lade ich alle ein, dafür zu beten, dass der Herr der ganzen Welt Frieden schenke.”. 

Die Erinnerung an das tragische Ereignis, das sich vor 25 Jahren ereignete, drängt uns dazu, unser Engagement für den Frieden zu erneuern, das wir der Fürsprache der Jungfrau Maria anvertrauen, zu der der Nachfolger Petri ermutigt hat.

Grundwert des christlichen Lebens: Vergebung

Vom Fenster des Apostolischen Palastes aus konzentrierte sich der Papst an einem sonnigen Tag in Rom wie gewohnt in seinem Kommentar auf die Lesungen für diesen 24. Sonntag im Jahreskreis.

Jesus lehrte und lebte Vergebung vor, selbst am Kreuz, wo er für seine Verfolger zum Vater betete mit den Worten, die wir alle kennen: “Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.” Es ist ein grundlegender Wert des christlichen Lebens.

So begann Papst Leo XIV. seine Katechese vor dem Angelusgebet an diesem Sonntag.

Jesus zu Petrus: Vergib “bis zu siebzigmal siebenmal”

Im heutigen Evangeliumsabschnitt stellt Petrus dem Meister genau zu diesem Thema eine Frage: “Herr”, fragt er, “wie oft muss ich meinem Bruder oder meiner Schwester vergeben, die gegen mich sündigen? Bis zu siebenmal?” Seine Worte offenbaren ein großzügiges Herz: Die Zahl Sieben symbolisiert in der Bibel Fülle, und „siebenmal vergeben“ bedeutet, mit großer Großzügigkeit zu vergeben, erklärte der Papst.

Jesu Antwort geht jedoch noch weiter: “Ich sage euch nicht siebenmal“, bekräftigt er, „sondern bis zu fünfmal.“ siebzig mal sieben”, das heißt, “jenseits aller Grenzen, ohne Maß”

Vergebung ist “unverzichtbar”.”

Der Papst betonte daraufhin: “Vergebung ist unerlässlich; ohne sie können wir nicht in Frieden leben.” Er fügte hinzu: “Früher oder später entstehen Konflikte, Anschuldigungen, Groll und Racheakte in unseren Herzen und unter den Menschen, die Beziehungen zerstören, Familien spalten und Kriege entfesseln.”. 

Nur Vergebung befreit und bringt das Licht zurück, selbst dort, wo die materielle und moralische Armut des Menschen für einen Augenblick den Horizont verdunkelt und den Weg unsicher gemacht hat, sagte Leo XIV.

Wie ein günstiger Wind 

In seiner Betrachtung verglich der Papst die Vergebung mit einem “günstigen Wind”, der “selbst die dichtesten Wolken vertreibt, bis wir die Sonne wieder sehen können. Der heilige Petrus selbst erfuhr dies mehrmals in seinem Leben; insbesondere, als er, nachdem er Jesus während der Passion verleugnet und verlassen hatte, bei der Begegnung mit dem auferstandenen Christus am Ufer des Sees eine einzige Frage hörte: ‘Simon […], liebst du mich?’, begleitet von der Einladung: ‘Folge mir nach.’“. 

Genau wie am Anfang, am Tag ihrer ersten Begegnung, als wäre nichts geschehen. Diese Nächstenliebe, die sowohl vergibt als auch heilt, wird die Mission des ersten Apostels bestätigen, schloss der Heilige Vater.

Bitte die Mutter der Barmherzigkeit

Lasst uns also die Jungfrau Maria, Mutter der Barmherzigkeit, bitten, ermutigte der Papst die Römer und Pilger auf dem Petersplatz, uns zu helfen, “immer zu vergeben, auch wenn es schwerfällt, den ersten Schritt zu tun, und mit Mut und Ausdauer das heitere und heilende Licht der Liebe zu verbreiten, das den Hass besiegt und allen Groll entwaffnet.”.

Der AutorFrancisco Otamendi

Bücher

«Licht vom Licht»: Der nicänische Glaube, der auch heute noch spricht

Ein von Monsignore Jesús Rico Pavés herausgegebener Band vereint sechs Spezialisten, um tiefer in das nicänische Glaubensbekenntnis und die Identität Jesu Christi als wahren Gott und wahren Menschen einzutauchen.

José Carlos Martín de la Hoz-13. September 2026-Lesezeit: 4 Minuten

Monsignore Jesús Rico Pavés, Bischof von Jerez, ist derzeit Präsident der Kommission für Evangelisierung, Katechese und Katechumenat der Spanischen Bischofskonferenz und hat sich gleichzeitig die Zeit genommen, diese Teamarbeit vorzubereiten und durchzuführen, die wir jetzt besprechen. Sie wird in den kommenden Monaten sicherlich viel Gesprächsstoff bieten, da sie ein für die Kirche so zentrales Thema wie die unvergessliche Gestalt Jesu Christi, Sohn Gottes, wahrer Gott und wahrer Mensch, berührt, und darüber hinaus tun die Autoren dies auf eine neuartige und ansprechende Weise.

Natürlich beginnen wir runde Jubiläen, wie die jüngsten zum 500. Jahrestag von Luthers Wittenberger Thesen, zum 500. Jahrestag der Schule von Salamanca, zum 500. Jahrestag der Geburt Philipps II. und so weiter, immer mit großem Enthusiasmus, Öffentlichkeitsarbeit, Anfragen an Fachleute usw.

Das Problem besteht darin, dass die Protokolle der Kongresse, die anlässlich dieser runden Jubiläen stattfinden, Podiumsdiskussionen von Fachleuten, Konferenzen usw. nicht veröffentlicht werden oder nur in den Monographien spezialisierter Zeitschriften erscheinen, die nur einen kleinen Kreis von Personen erreichen, die bereits sehr gut mit dem Thema vertraut sind.

Nicäa, 1700 Jahre später

Professor Rico Pavés hat in diesem großartigen Band die Meinungen von sechs führenden Spezialisten auf dem Gebiet der spanischen Theologie zusammengetragen, in der Abhandlung der Dreifaltigkeit und Christologie die ihre Kapitel in perfekter Abstimmung verfasst haben, sodass wir nun ein Werk der Synthese von historischer Theologie und Geschichte der Theologie unter dem ambitionierten Titel “Vom nizänischen Glaubensbekenntnis zur Kirche des 21. Jahrhunderts” haben.

Als die Gedenkveranstaltungen zum 1700. Jahrestag des Konzils von Nicäa (325) stattfanden, dachten wir alle an die immensen Erkenntnisse, die 1951 durch die Kongresse zum großen Konzil von Chalcedon (451) gewonnen wurden. So konnten wir in den letzten 75 Jahren zwei bedeutende Christologien herausarbeiten: die vorchalcedonische und die chalkedonische. Diese Unterscheidung hat der Forschung in dieser Zeit große Hilfe geleistet.

Als ich den Titel des Buches sah, das an das Konzil von Nicäa erinnern und gleichzeitig tiefer in die Lehre vom “Sohn Gottes”, in der Einheit und in der Heiligen Dreifaltigkeit eintauchen möchte, war ich von dem gewählten Titel berührt: “Licht vom Licht”.

Um das Konzil von Nicäa zu erörtern und seine Rezeption durch heutige Theologen zu untersuchen, gibt es sicherlich keinen prägnanteren und treffenderen Ausdruck als den, den das Konzil selbst verwendet hat und der sich im Nicäno-Konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnis widerspiegelt, das sonntags in den Sonntagsmessen in der ganzen katholischen Welt rezitiert wird: “Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch den alles geschaffen ist.”.

Das Bekenntnis des Glaubens an Christus

Im Folgenden werden wir dieses von Monsignore Rico Pavés herausgegebene Werk besprechen und den Leser dringend bitten, sich diesen großartigen Band bald zu besorgen, ihn zu lesen und eigene Gedankengänge zu entwickeln. Vor allem aber bietet er Anregungen zur Meditation und Reflexion über die zweite Person der Heiligen Dreifaltigkeit, ganz in der Tradition des heiligen Athanasius, des heiligen Alexander von Alexandria und insbesondere des heiligen Hilarius von Poitiers. Denn der Heilige Geist wirkte gewiss auf dem Konzil von Nicäa, und zudem war die größte Anzahl von Bischöfen im Konzilsaal in der gesamten Kirchengeschichte anwesend. Es schien, als ob die “Gemeinschaft der Heiligen” die Angelegenheit endgültig klären wollte: weder Monophysiten noch Doketisten noch Nestorianer noch Subordinationisten: “Gott von Gott, Licht vom Licht, gezeugt, nicht geschaffen.”.  

Wie der heilige Paulus in einem seiner Briefe an die frühe Kirche erklärte: “Das Wort Gottes ist nicht gefesselt” (2 Tim 2,9), und gleichzeitig war es notwendig, die Harmonie von Glaube und Vernunft sowie die Einheit der Kirche unter einem Hirten in einem Glaubensbekenntnis zu respektieren.

Die Arius-Kontroverse

Gewiss hätte diese theologische Diskussion über den Zusammenhang zwischen der Einheit der Heiligen Dreifaltigkeit und der Verschiedenheit der drei göttlichen Personen den Spezialisten überlassen werden sollen, während das christliche Volk weiterhin an die Einheit der Natur und die drei Personen glaubte und sie im “Apostolischen Glaubensbekenntnis” bekräftigte (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 185).

Wie wir uns erinnern, gelang dem alexandrinischen Priester Arius, was vier Jahrhunderte schrecklicher Verfolgungen nicht vermochten: die Spaltung der Kirche. Mit seinen Lehren und eingängigen Liedern trug Arius die Debatte auf die Straßen und Marktplätze, um eine trügerische, aber “rationalistische” Doktrin einzuführen: Jesus sei vollkommen, wunderbar, voller immenser Eigenschaften und Tugenden und verdiene es aufgrund seines Leidens und Todes, Gott genannt zu werden, doch in Wirklichkeit sei er nicht Gott, da er dem Vater grundlegend unterlegen sei.

Leider lehnten die Arianer die Erlösung durch Christus, den Opferwert der Messe und die übernatürliche Gnade, die den Christen zuteilwerden sollte, ab. Indem sie Jesus als großen Propheten, aber nicht als Gott bezeichneten, gingen sie zudem ein Bündnis mit dem Islam ein, der im 18. Jahrhundert, nach dem Einmarsch der Muslime in Spanien und dem Ende des Westgotenreichs, schließlich auch die verbliebenen Arianer in seine Gemeinschaft aufnahm.

Das Konzil von Nicäa diente dazu, einen Begriff zu finden, der die Wesensgleichheit Jesu Christi mit dem Vater ausdrückt. Der Begriff “homoousion” erwies sich als geeignet (258), und die Zustimmung war einstimmig. Sowohl vor als auch nach dem Konzil war er Gegenstand von Diskussionen und Überlegungen. Es musste sich jedoch erst noch in der Praxis beweisen, dass ein Begriff, der nicht in der Heiligen Schrift vorkommt, funktionieren kann. Bis heute hat er sich bewährt, und es hat sich auch gezeigt, dass andere Begriffe die derzeit verwendeten ersetzen können, da “das Wort Gottes nicht gebunden ist”. Dies musste jedoch erprobt werden. So konnte beispielsweise der Begriff “Kirche der Gemeinschaft” neben dem Begriff “Kirche als das Volk Gottes in Bewegung” bestehen und ihn sogar übertreffen. Schließlich ist das Konzept des Menschen “als Beziehung” in der theologischen Anthropologie praktisch dominant geworden.

Jesús Rico Pavés (Hrsg.), Licht vom Licht. Vom nicänischen Glaubensbekenntnis zur Kirche des 21. Jahrhunderts, PPC, Madrid 2026, 690 S.

Licht vom Licht. Vom Nicäischen Glaubensbekenntnis zur Kirche des 21. Jahrhunderts

Autor: Jesús Rico Pavés (Koordination)
Leitartikel: PPC
Jahr der Veröffentlichung: 2026
Seiten: 690
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Berufung

Die 5 Tugenden, die Fulton Sheen zu einem Meister der Heiligkeit machten

Die bevorstehende Seligsprechung von Fulton Sheen stellt einen weiteren Schritt in der Anerkennung eines Lebens dar, das Christus und dem Dienst an der Kirche gewidmet war.

OSV / Omnes-13. September 2026-Lesezeit: 4 Minuten

- Jude Andrew Link, Programmdirektor für die Seligsprechung von Fulton Sheen in St. Louis.

«Welche Tugenden verkörpert Sheen Ihrer Meinung nach?» Diese Frage kam von einer Mitschwester, die ihr Klassenzimmer für den Schulbeginn vorbereitete. Hier in Peoria, Illinois, läuft der Unterricht schon seit einigen Wochen. In anderen Teilen des Landes hatten Schüler und Lehrer aber erst diese Woche ihren ersten Schultag. Die Schwester gestaltete ein Wandbild über Heilige und Tugenden.

Ich habe immer wieder über diese Frage nachgedacht. Seine Seligsprechung zeigt, dass die Kirche Sheen als einen Mann von heldenhafter Tugend betrachtet. Fulton Sheen, der bald darauf seliggesprochen werden sollte, war zweifellos ein Mann des Glaubens. Seine tiefe und persönliche Hingabe an Jesus Christus zeigte sich in seinem bekannten täglichen Gebet.

«Wenn ihr etwas über Gott erfahren wollt», sagte er, «dann kniet nieder.» Am Tag seiner Ordination versprach Sheen, jeden Tag eine heilige Stunde zu widmen, und seine Treue zu diesem Versprechen bereitete ihn darauf vor, die Früchte des theologischen Glaubens zu empfangen.

Das Licht des Glaubens erleuchtete seinen Verstand und schenkte ihm ein tiefes Verständnis der Geheimnisse Christi, was sich wiederum auf seine Lehre, Predigt und sein Schreiben auswirkte und ihnen eine vom Geist geborene Kraft verlieh.

Ihre Stärke: das Gebet

Er kannte Christus durch sein Studium, aber er lernte ihn durch das Gebet wirklich kennen.

Diese Treue hatte manchmal ihren Preis. In «Schatz aus Lehm» beschreibt er, welche Anstrengungen er unternahm, um seine tägliche Verabredung mit Gott einzuhalten, selbst in Zeiten spiritueller Trockenheit und Ablenkung, oder wie er sich versehentlich in einer Kirche in Chicago einschloss, aus dem Fenster kletterte und in den Kohlenkeller stürzte.

Der Herrgott belohnte seine Treue auf die ergreifendste Weise, indem er Sheen am 9. Dezember 1979 während seiner Heiligen Stunde endgültig begegnete, um seinen treuen Jünger zum Haus des Vaters zu führen.

Die Heilige Stunde war der Mittelpunkt in Fulton Sheens Leben, der Ort, an dem er seine Identität fand, Inspiration für seine Lehre schöpfte und Kraft für die vor ihm liegenden Aufgaben sammelte. Sie war die Quelle seiner bewundernswerten Integrität. Er blieb stets derselbe Mensch, ungeachtet der Situation oder des Publikums; er fühlte sich unter Reichen und Berühmten genauso wohl wie unter der Putzfrau und dem Straßenkehrer.

Nächstenliebe

Seine Erzählungen zeigen jedoch, dass er sich unter den Armen und Einfachen am wohlsten fühlte. Er berichtete von dem Straßenkehrer in Rom, der von den zum Zweiten Vatikanischen Konzil versammelten Kardinälen und Bischöfen wenig beeindruckt war und der ihn daran erinnerte, dass der einfache Mann, der seine Arbeit aus Liebe zu Gott verrichtete, etwas Wertvolleres tat als jede «wichtige» Aufgabe, die aus anderen Gründen übernommen wurde.

Diese spirituelle Vision förderte einen tiefen Respekt vor jedem Einzelnen und vor der Weisheit und Ehrlichkeit des einfachen Mannes. Dieser Respekt entsprang seiner Liebe zu Gott, die es ihm ermöglichte, jeden Menschen als Bruder oder Schwester zu sehen, mit einer tiefen und praktischen Nächstenliebe – einer Liebe, die seinen Eifer für die Seelen beflügelte und seine Predigt- und Missionstätigkeit trug.

Sheen, ein fleißiger Arbeiter

Fulton Sheen war für sein großes Engagement in seiner Arbeit bekannt. Als Universitätsprofessor zerriss er am Ende jedes Semesters seine Vorlesungsmitschriften und schrieb sie jedes Semester neu, um sich dem Stoff mit klarem Kopf nähern zu können.

Er investierte über 30 Stunden in die Vorbereitung jeder einzelnen Fernsehfolge und übte seine Schauspielkunst in mehreren Sprachen. Man könnte Sheen leicht als Workaholic abstempeln, doch vielleicht war es eine Form der Askese, eine Art spirituelle Disziplin und Pflichterfüllung, die sich der Selbstzufriedenheit widersetzte, die mit Erfolg einhergehen kann, und der Anmaßung, die eigene Arbeit mit dem Argument «Ich weiß ja schon, wie es geht» zu vernachlässigen.

Gehorsam

Alle seine Aktivitäten – Predigen, Lehren, Schreiben, Radio- und Fernsehauftritte, Missionsarbeit – standen im Dienst der Kirche und waren Ausdruck seines unerschütterlichen Gehorsams gegenüber Christus und der Kirche, wie er auch von seinen hierarchischen Vorgesetzten demonstriert wurde.

In diesem Akt des Gehorsams war seine Vision klar, und er trat Kardinal Francis Spellman als Gleichgestellter entgegen, wenn er es für nötig hielt. Dieser Gehorsam war, wie jeder Gehorsam irgendwann ist, in seinen späteren Jahren eine Feuertaufe, eine Prüfung, die er aus Liebe zu Christus und seinem Leib, der Kirche, annahm und sich ihr stellte.

In den turbulenten und verwirrenden 1960er und 70er Jahren entschied sich Sheen, der über eine Plattform und ein Publikum verfügte, für Diskretion und vermied es bewusst, seine Meinungsverschiedenheiten mit der Kirche öffentlich zu machen. In seiner Autobiografie erwähnt er sie nur vage.

Geduld

Sein Glaube an Christus, der in seiner Kirche gegenwärtig war, und sein Gehorsam selbst angesichts des Falls von Mitgliedern und Führern verliehen seiner Liebe jene Ausdauer und Opferbereitschaft, die die mitunter als altmodisch geltende Tugend der Geduld auszeichnet. Seine Prüfungen und körperlichen Leiden im letzten Jahrzehnt seines Lebens verwandelten ihn in Christus, das Opfer, und machten ihn so zu einem Zeugen der unvergänglichen Realität christlicher Hoffnung.

Es ist daher kein Wunder, dass der heilige Johannes Paul II. Sheen nur zwei Monate vor seinem Tod im Jahr 1979 sagte: «Du bist ein treuer Sohn der Kirche.» Der polnische Papst sah in dem gebrechlichen Bischof einen Mann, dessen ganzes Leben und seine Identität Christus geweiht und in den Dienst der Kirche gestellt waren.

Am 24. September wird der Nachfolger des heiligen Johannes Paul II. durch seinen Vertreter, Kardinal Luis Antonio Tagle, Fulton Sheen seligsprechen. Mit diesem Akt schenkt uns die Kirche, unsere Mutter, einen Lehrer und Wegweiser. Sie zeigt damit, dass Sheens Lehre und Schriften uns im Glauben prägen können und sein Leben durch die Nachahmung seiner heldenhaften Tugend ein Vorbild der Heiligkeit ist. Während im September die Klassenzimmer in den Vereinigten Staaten wieder gefüllt werden, sind Katholiken eingeladen, einen neuen Lehrer an der Schule der Heiligkeit kennenzulernen: Erzbischof Fulton Sheen.

Die Dominikanerin Schwester Jude Andrew Link gehört dem Orden der Dominikanerinnen von Maria, Mutter der Eucharistie, an. Sie unterrichtet Theologie an der Peoria Notre Dame High School und leitet das Programm zur Seligsprechung von Fulton Sheen in St. Louis.

Der AutorOSV / Omnes

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Aus der FederEloy Asenjo Carpintero

Der Mut zu unterscheiden

Leo XIV. ermutigt junge Menschen, keine Angst vor ihrer Berufung zu haben und inmitten des Lärms der Welt in der Stille nach der Stimme Gottes zu suchen.

13. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

In Anlehnung an die historischen und zeitlosen Worte «Fürchtet euch nicht!», mit denen der heilige Johannes Paul II. sein Pontifikat eröffnete, hinterließ Papst Leo XIV. bei seinem jüngsten Besuch in Madrid einen tiefen Eindruck. Diese Worte, die alle einluden, Christus die Türen weit zu öffnen, schienen auf der Plaza de Lima neues und lebendiges Leben zu empfangen und den Geist einer Gebetswache, die sich den Strömungen der modernen Gesellschaft widersetzte, vollkommen zu verkörpern.

Vom ersten Moment an war die Botschaft des Papstes direkt, unmissverständlich und ohne Umschweife. Vor der beeindruckenden Menge von über 500.000 jungen Menschen, die den Paseo de la Castellana füllten, betonte Leo XIV. die Dringlichkeit des persönlichen Engagements. «Habt niemals Angst, über eine Berufung nachzudenken», erklärte er entschieden auf eine Frage der jungen Marina. Dieser ermutigenden Botschaft folgte unmittelbar seine Antwort an Fernando, in der er die gesamte Zuhörerschaft daran erinnerte, dass Ehe und Familiengründung an sich eine Berufung seien, vor der man sich ebenfalls nicht fürchten solle.

Um diesen anspruchsvollen Entscheidungsprozess zu lenken, teilte der Papst seine eigenen Vorbilder und schlug so eine Brücke zwischen der Moderne und der lebendigen Tradition der Kirche durch Heilige, die trotz der Jahrhunderte die Menschen auch heute noch herausfordern. Er erinnerte daran, wie ihn die Gestalt des heiligen Augustinus im fünften Jahrhundert und dessen existenzielle Ehrlichkeit in seiner Jugend zu der Frage geführt hatten: «Wenn sie es konnten, warum kann ich es nicht?» Neben dem heiligen Augustinus von Hippo hob er die Kühnheit des heiligen Johannes Chrysostomus hervor, eines Giganten des vierten Jahrhunderts, dessen Beredsamkeit aus der absoluten Übereinstimmung zwischen seinen Predigten und seinem Leben erwuchs; ein Hirte, der nicht zögerte, vor dem Kaiser selbst seine Stimme für die Gerechtigkeit zu erheben.

Der Blick des Papstes verweilte auch auf hispanischen Persönlichkeiten, die sich durch beeindruckende Nächstenliebe und soziales Engagement auszeichneten. Er erwähnte den heiligen Thomas von Villanova, den augustinischen Reformator des 16. Jahrhunderts, bekannt als «Bischof der Armen», der seine Mitbrüder im Klerus eindringlich ermahnte, «im Gebet, in einem keuschen Leben und im Gehorsam auszuharren». In diesem Sinne stellte er den heiligen Toribio de Mogrovejo in den Mittelpunkt, den Missionar, der ebenfalls im 16. Jahrhundert eifrig gegen die Missstände und die Korruption seiner Zeit in Peru kämpfte. All diese Persönlichkeiten zeigen, dass Heiligkeit kein abstraktes Konzept ist, das in einer Vitrine präsentiert wird, sondern ein attraktives und gegenkulturelles Vorbild. Sie sind Beispiele – wie die vieler guter Menschen, die heute leben –, die uns einladen, über die Schlagzeilen hinauszublicken und das zu entdecken, was Papst Franziskus die «Heiligen von nebenan» nennt.

Die große Frage, die die Castellana beschäftigte, war jedoch, wie man in einer von Reizen überfluteten und hypervernetzten Welt Gottes Schwingung spüren kann. Leo XIV.s Antwort auf die tiefgreifende Sorge des jungen Manu war eindeutig: innere Stille. Der Heilige Vater warnte vor dem «Lärm tausend Stimmen» und den Täuschungen der sozialen Medien, die Lügen und flüchtige Ideologien verbreiten, und stellte ihnen die aufrichtige Suche nach Wahrheit gegenüber. Mit seinen eigenen Worten: Erst in der Erfahrung der Stille entscheiden wir, welche Geräusche wir ignorieren und wo die Wahrheit unverfälscht bleibt.

Diese theoretische Stille wurde auf eindrucksvolle Weise greifbar und körperlich erfahrbar, als die überwiegende Mehrheit der Menge niederkniete, um Jesus im Allerheiligsten anzubeten. In einer Szene, die angesichts des üblichen Tempos einer Großstadt wie Lima fast undenkbar gewesen wäre, verwandelte sich die Plaza de Armas in ein neues Bethanien. Inmitten der Menge entstand ein Raum absoluter Intimität – ähnlich dem, den Martha, Maria und Lazarus mit dem Meister teilten –, ideal, um Sorgen, Leiden und Pläne anzuvertrauen. Diese intime und tiefgreifende Erfahrung ist alles andere als eine einsame Oase; sie wiederholt sich immer wieder in unzähligen Pfarreien, in denen die eucharistische Anbetung ein wesentlicher Bestandteil der Seelsorge ist.

Gerade in dieser Oase des Friedens gewinnt die wohl wichtigste und mutigste Frage, die ein junger Mensch stellen kann, an Bedeutung: «Herr, was willst du von mir?» Gott hat, wie Mütter und Väter mit ihren Kindern, für jeden von uns eine wunderbare Geschichte geplant. Letztlich ist der Aufruf des Papstes eine Einladung zu existenziellem Mut, demselben Mut, an den ein Priester erinnerte, als er einigen zögernden Jugendlichen die Kapelle des Allerheiligsten Sakraments und die Christusfigur auf ihrem Altarbild erklärte. Eine Lektion, die meiner Meinung nach tiefgreifend ist – sowohl für alle, die auf dem Paseo de la Castellana waren, als auch für diejenigen, die die Ereignisse in den Medien verfolgten – und deren abschließende Empfehlung mir bis heute lebhaft in Erinnerung geblieben ist.

«"Nur zu! Geh da rein, sieh ihn dir an und sag ihm, dass du ihn nicht liebst.".

Der AutorEloy Asenjo Carpintero

Aktuelles

Monsignore Arellano: “Im Herzen der Kirche von Barbastro-Monzón steht Torreciudad als ein wahrer Leuchtfeuer der Hoffnung.”

Die Esplanade von Torreciudad war gefüllt mit Familien, Kindern und Freiwilligen aus ganz Spanien, um den 34. Marianischen Tag der Familie unter dem Motto “Treffen der Familien um die Mutter” zu feiern.

Maria José Atienza-12. September 2026-Lesezeit: 7 Minuten

Der Dekan des Tribunals der Römischen Rota und bevollmächtigte Kommissar für Torreciudad, Monsignore Alejandro Arellano Cedillo, leitete die 34. Ausgabe des Marianischen Familientages in Torreciudad, an der rund 7000 Menschen teilnahmen. 

Die Veranstaltung findet zudem im Kontext des komplexen Prozesses statt, den dieser Marienkomplex seit 2023 mit dem Bistum Barbastro-Monzón durchläuft – ein Prozess, der von mehreren Meinungsverschiedenheiten geprägt ist. Die jüngste davon ereignete sich erst kürzlich… 24 Stunden vor der Feier dieses Tages. Die in der jüngsten Erklärung der Diözese Barbastro zum Ausdruck kommende Spannung war jedoch an einem Tag nicht erkennbar, an dem die Anwesenden sogar applaudierten, als Monsignore Arellano Cedillo hat den Bischof von Barbastro Monzón ernannt. 

Ein Tag ähnlich den vorherigen 

Der Tag begann mittags mit einem Gebet und den traditionellen Gaben von Familien und verschiedenen lokalen Organisationen. In seiner Predigt erwähnte Bischof Arellano die Anwesenheit des Regionalvikars der Prälatur in Spanien, Ignacio Barrera, “dessen Anwesenheit uns ehrt und die Bande unserer kirchlichen Gemeinschaft stärkt”, und begrüßte “die Rektoren dieser Kirche, Pater Ángel Lasheras und Pater José Mairal”, womit er die Einheit zwischen den von der Prälatur und dem Bischof ernannten Amtsträgern zum Ausdruck brachte., der Ursprung der aktuellen Situation in Torreciudad.

“Glaube ist keine isolierte Erfahrung.”

Arellano hielt eine verbindende Predigt, in der er das Wirken und den Geist von Torreciudad in den breiteren Kontext der universalen und lokalen Kirche einordnete. In diesem Zusammenhang erinnerte er an “die Hirten, die das Bistum Barbastro-Monzón geleitet haben” und dankte für das Beispiel des “heiligen Josemaría Escrivá, eines Sohnes dieses Landes, der es verstand, im Alltag den Ort zu entdecken, an dem Gott uns begegnet und mit seiner Gnade unser tägliches Dasein verwandelt”.

Die Familie und ihre Rolle im Leben der Kirche standen im Mittelpunkt der Predigt des Dekans des Tribunals der Rota, der daran erinnerte, dass “Glaube niemals eine isolierte Erfahrung oder ein Abenteuer ist, das wir allein unternehmen: Jeder empfängt eine Geschichte, Bindungen, eine Familie und eine Berufung, die Teil einer größeren Geschichte sind, jener Geschichte, die Gott mit unendlicher Weisheit und Barmherzigkeit führt.”. 

So betonte er: “Christliche Familien sind Teil einer lebendigen Kette des Glaubens und der Gnade, in der das Empfangene zum Geschenk für die Nachfolgenden wird: Eltern, die ihren Kindern das Beten beibringen; Ehepartner, die geduldig die Kunst des Vergebens und des Neuanfangs pflegen; Großeltern, die das Familienleben durch ihre Gebete stärken; junge Menschen, die aufrichtig Gottes Willen suchen. Ihr alle baut die Kirche auf.”. 

Monsignore Arellano betonte außerdem: “In Nazareth nahm die göttliche Liebe die Gestalt eines Zuhauses an. Aber Nazareth war auch das Zuhause, in dem die Liebe die Sprache eines bewährten Glaubens lernte. Gerade in der Prüfung offenbart sich die Wahrheit dieser unvergänglichen Liebe.”. 

In diesem Sinne fuhr er fort: “Die Familie durchläuft einen wahrhaft epochalen Wandel.” Er sprach die häufigsten Probleme an, mit denen Familien heute konfrontiert sind: “Die Einsamkeit, die so viele Herzen erfüllt, die Schwierigkeit, eine unzerbrechliche Liebe aufzubauen, die Wunden, die so oft im Stillen erlitten werden, und die Versuchung, so zu leben, als sei Gott überflüssig.” “In diesem Zusammenhang”, betonte er, “hat die Aufforderung von Papst Leo XIV., den Familien besondere seelsorgerische Aufmerksamkeit zu schenken und sie in ihren Freuden und Schwierigkeiten zu begleiten, eine ganz besondere Bedeutung.”. 

Ein Leuchtfeuer für Familien 

Monsignore Arellano hob die Arbeit von Torreciudad hervor und bemerkte: “Im Herzen dieser Kirche von Barbastro-Monzón steht Torreciudad als ein wahrer Leuchtfeuer der Hoffnung für Familien.”. 

Er erwähnte auch die Tausenden von Menschen, die jedes Jahr die Jungfrau Maria im neuen Tempel von Torreciudad besuchen: “In diesem Tempel empfängt Maria ihre Kinder mit der Zärtlichkeit einer Mutter, die versteht, tröstet und ihnen nahe ist. Hier kann jede Familie von ihr lernen, den Glauben inmitten von Schwierigkeiten zu bewahren, zu vertrauen, wenn der Weg beschwerlich wird, und unter dem barmherzigen Blick Christi zu bleiben.”. 

Zum Schluss bat der bevollmächtigte Kommissar von Torreciudad “Unsere Liebe Frau von den Engeln von Torreciudad, uns die Gnade zu gewähren, zu verstehen, dass Heiligkeit kein Erbe ist, das der Vergangenheit vorbehalten ist, sondern ein lebendiger Ruf, den Gott heute, hier und jetzt an jeden von uns richtet.”.

«Wir warten in Torreciudad auf den Papst.»

Am Ende der Messe dankte Rektor Ángel Lasheras Monsignore Arellano ausdrücklich für seine Anwesenheit an diesem Tag und überbrachte ihm eine Botschaft für Papst Leo XIV.: «dass wir ihn sehr lieben und ihn im Heiligtum erwarten, damit er es kennenlernen kann.».

Papst Leo XIV. hat seinerseits den Teilnehmern dieses Tages seinen apostolischen Segen übermittelt.

50 Jahre Torreciudad, so wie es heute verstanden wird

Mit diesem Tag schließt der Marienkomplex das halbe Jahrhundert seines Bestehens ab. Das neue Heiligtum wurde von dem heiligen Josemaría Escrivá initiiert und am 7. Juli 1975 mit einer Messe zum Gebet für die Seele des Gründers des Opus Dei eingeweiht, der wenige Tage zuvor in Rom gestorben war. 

Als Redner auf der diesjährigen Konferenz werden das Influencer-Ehepaar Quique Mira und María Lorenzo, Gründer von Aute und Proyecto Caná, mit den Anwesenden über Themen wie Familie, junge Menschen und Liebe oder Ehe in der heutigen Zeit diskutieren. 

Tagsüber wurden außerdem grundlegende Hygieneartikel gesammelt, die für bedürftige Familien bestimmt sind und in Zusammenarbeit mit Cáritas Diocesana de Barbastro-Monzón verteilt werden. 

Glaubenszeugnisse: Quique Mira und María Lorenzo

Nach der Messe verteilten sich die Familien zum Mittagessen auf der Esplanade des Heiligtums. Später teilten Quique Mira und María Lorenzo, die Schöpfer familienorientierter Inhalte und Gründer von Aute und Proyecto Caná, einem Projekt zur digitalen Evangelisierung, dort ihr Glaubenszeugnis in einem Gespräch über Partnersuche, Ehe und Familie. Das junge Paar sprach zu den fast siebentausend Teilnehmern des Marianischen Familientags im Heiligtum von Torreciudad, wo sie ihre eigenen Glaubenserfahrungen und ihren Bekehrungsweg schilderten. 

“Ich war enttäuscht von mir selbst, weil ich mich so weit entfernt hatte, ich war nicht mehr die Maria, die ich einmal war. Den Film anzusehen …“ Die Die Passion Christi, ”Und durch sein Opfer wurde mein Herz erweckt und ich verstand die Liebe Gottes“, sagte María Lorenzo und betonte, dass ”den Glauben zu leben eine konkrete Beziehung zu einer konkreten Person ist, nämlich Jesus Christus“. 

Quique gestand seinerseits: “In dem Moment, als ich begann, in meinem Leben Stille zu stiften und den Herrn hineinzulassen, da hat die neue Definition der Liebe Einzug gehalten.”. 

Für ihn und María liegt der Schlüssel zu einer glücklichen Ehe in einer “dreiseitigen Liebesbeziehung”. Quique erklärte dies mit einem Satz seines geistlichen Begleiters: “Mery mag die Frau deines Lebens sein, aber Gott ist die Liebe deines Lebens.” Der junge Katalane bekräftigte, dass es seine Mission sei, seine Frau in den Himmel zu führen, und dass “wir nur dann eine dreiseitige Ehe mit Gott führen können, wenn wir den Herrn in unser Leben einladen, denn er ist es, der uns die Kraft zur Liebe gibt.”.

Mit ihrem Zeugnis wollen Quique und María vor allem die jüngeren Generationen erreichen – ein Ziel, das bei der Feier dieses Tages seit zwei Jahren verfolgt wird, wie der Kommunikationsdirektor von Torreciudad, José Alfonso Arregui, betont hat: “Wir wollen dem Tag einen frischeren Stil geben, denn das ist die Linie, die wir verfolgen wollen, die der Familie.”.

Eine große Familie

Arregui erklärte, dass die Besucherzahl des Heiligtums an diesem Tag üblicherweise zwischen sechs- und achttausend liegt und dass es dieses Jahr etwa siebentausend Menschen seien. Einige besuchen Torreciudad zum ersten Mal, für manche Familien ist es jedoch bereits Tradition, ein Wochenende im September dafür zu reservieren. Mercedes Valdecantos aus Madrid gehört dazu: “Ich habe an allen 34 Gebetstagen teilgenommen; ich habe keinen einzigen verpasst”, bekräftigte sie. Der größte Unterschied zu den Vorjahren sei die Atmosphäre: “Friedlicher, beschaulicher und von tiefer Andacht geprägt.” Sie versicherte: «Ich fühle mich hier wie zu Hause.”.

Wie Mercedes' Familie besucht auch Pablo Frailes Familie die Veranstaltung seit mehreren Jahren in Folge. “Ich liebe, wie immer, die familiäre Atmosphäre hier und die Verehrung der Jungfrau Maria”, sagte er. Obwohl er mit seiner Frau und seinen fünf Kindern kommt, schließen sie sich üblicherweise den anderen Familien der Schulen Montealto und El Prado in Madrid an.

Die Arbeit von Freiwilligen

Fraile hob auch die akribische Arbeit der über zweihundert Freiwilligen hervor, die sich unermüdlich für einen reibungslosen Ablauf einsetzen. Oriol Saló, ein katalanischer Student und Freiwilliger, hob ein Detail besonders hervor: “Die Menschen sind sehr fröhlich, bemühen sich um eine gute Atmosphäre und zeigen ihre Dankbarkeit.” Er erklärte: “Wir sind die operative Unterstützung für all jene, die ein ganzes Jahr lang diese Veranstaltung vorbereitet haben.” Er und seine Kollegen waren unter anderem für die Zugangskontrolle zum Heiligtum, die Organisation der von den Gläubigen dargebrachten Gaben und die Erledigung praktischer Aufgaben zuständig. 

Es gibt auch viele erfahrene Freiwillige. So wie Marcela Ruiz, eine Venezolanerin aus Barcelona, die überzeugt ist, dass es immer eine gute Entscheidung ist: “Freiwilligenarbeit ist eine fantastische Sache; es ist toll zu sehen, was alles zur Vorbereitung der Veranstaltung dazugehört und wie die Familien sie genießen. Man merkt, dass wir der Jungfrau Maria nahe sind. Man arbeitet hier, aber man bekommt so viel von den Menschen zurück.”. 

Cristina Gracia, ebenfalls Freiwillige, betonte den eher apostolischen Charakter des Tages: “Es ist eine Gelegenheit, das Charisma des Werkes weiterzugeben, indem wir unsere Arbeit mit größtmöglicher Freude leben und versuchen, den Himmel zu verdienen.”.

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Aus dem Vatikan

Der Vatikan gibt bekannt, dass es im 21. Jahrhundert mehr als 1700 neue Märtyrer gibt.

Die vatikanische Kommission für neue Märtyrer – Zeugen des Glaubens – hat bereits mehr als 1700 Märtyrer des 21. Jahrhunderts identifiziert. Bezüglich der möglichen Einleitung von Seligsprechungsverfahren erklärte Kardinal Semeraro, Präfekt des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse: “Heiligkeit bedeutet nicht nur, offiziell heiliggesprochen zu werden.”.

Francisco Otamendi-12. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

Die im Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse eingerichtete Kommission für neue Märtyrer – Zeugen des Glaubens sammelt auch im 21. Jahrhundert weiterhin Informationen über Christen, die in aller Welt ihr Leben für das Evangelium gegeben haben. 

Wenn am 14. September 2025 (dem Geburtstag von Papst Leo XIV.: er wird dieses Jahr 71) die Vatikanische Kommission sprechen Von fast 1.700 “neuen Märtyrern und Zeugen des Glaubens” geht die Kommission davon aus, dass es im Jahr 2026 mehr als 1.700 dokumentierte Zeugnisse geben wird.

Die Kommission Den Vorsitz führen Erzbischof Fabio Fabene, Sekretär des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, und Professor Andrea Riccardi, Vizepräsident, der diese Woche zusammen mit Kardinal Semeraro, Präfekt des Dikasteriums, eine Sondersitzung am kommenden Dienstag, dem 15. September, im Augustinianum Patristic Institute in Rom zum Thema “Das 21. Jahrhundert: Eine neue Ära der Märtyrer?” ankündigte.

Erzbischof Fabio Fabene, Sekretär des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse und Präsident der Kommission für “Neue Märtyrer”, und der Historiker Andrea Riccardi, Vizepräsident der Kommission, im Vatikan am 8. September 2025 (CNS Photo/Pablo Esparza).

Kardinal Semeraro: “Nicht alle Heiligen werden heiliggesprochen.”

Eine häufig gestellte Frage in diesem Zusammenhang ist, ob alle neuen Märtyrer, die in dem von der Kommission erstellten und dokumentierten Katalog aufgeführt werden, heiliggesprochen werden.

“Die Gnade der Heiligkeit in der Kirche manifestiert sich in den Heiligsprechungen, wenn auch nicht vollständig”, sagte Kardinal Marcelo Semeraro, Präfekt des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, in seiner Rede. Sprache.

Um den ‘hohen Standard des gewöhnlichen christlichen Lebens’ hervorzuheben’

“Selbstverständlich ist es nicht ausgeschlossen”, fügte der Kardinal hinzu, “dass für einige der im Katalog aufgeführten Personen unter den erforderlichen Voraussetzungen die Verfahren zur Selig- und Heiligsprechung eingeleitet werden können. Hervorzuheben ist jedoch der ‘hohe Standard des alltäglichen christlichen Lebens’, auf den der heilige Johannes Paul II. in Novo Millennio Ineunte hinweist.“, Nr. 30 und die Heiligkeit, die ‘in greifbarer Nähe’ ist und an die Papst Franziskus in Gaudete et Exsultate erinnert., Nr. 6-8”.

“Anthropologischer Wert christlicher Heiligkeit”: Fähigkeit, für die Wahrheit zu leiden

Kardinalpräfekt Marcello Semeraro sprach auch vom “anthropologischen Wert der christlichen Heiligkeit”, der sich in der “Fähigkeit, für die Wahrheit zu leiden” zusammenfassen lasse.

Er tat dies mit einem längeren Zitat von Benedikt XVI.: “Mit anderen und für andere zu leiden; für Wahrheit und Gerechtigkeit zu leiden; aus Liebe zu leiden und ein Mensch zu werden, der wahrhaft liebt: Dies sind grundlegende Elemente der Menschlichkeit, deren Aufgabe den Menschen selbst vernichten würde. Doch es stellt sich erneut die Frage: Sind wir dazu fähig?…”

“Dafür brauchen wir auch Zeugen, Märtyrer, die sich ganz hingegeben haben, um uns dies Tag für Tag zu beweisen” (das Zitat von Benedikt XVI. fährt fort). “Wir brauchen sie, damit sie selbst bei den kleinen Entscheidungen des Alltags das Gute dem Komfort vorziehen, im Wissen, dass dies genau das ist, wie wir das Leben wirklich leben. Wir wiederholen: Die Fähigkeit, für die Wahrheit zu leiden, ist das Maß der Menschlichkeit» (Spe Salvi, Nr. 39).

Ökumenischer Wert 

Abschließend hob der Kardinal den ökumenischen Wert der Initiative hervor, den der heilige Johannes Paul II. von Anfang an für die Kommission angestrebt hatte. Bereits in seiner Enzyklika Ut unum sint (1995) schrieb er: ‘In einer theozentrischen Sichtweise haben wir Christen bereits ein gemeinsames Martyrium. Dies zeigt, wie Gott auf einer tiefen Ebene die Gemeinschaft der Getauften in der höchsten Forderung des Glaubens, die sich im Opfer des Lebens manifestiert, aufrechterhält’ (Nr. 84).

Der Kardinalpräfekt erwähnte an dieser Stelle erneut Papst Franziskus, der bei der Einsetzung der Kommission im Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse betonte, dass deren Arbeit “es ermöglichen wird, die von der Kirche offiziell anerkannten Märtyrer neben die dokumentierten Zeugnisse – und davon gibt es viele – dieser unserer Brüder und Schwestern in ein weites Panorama einzuordnen, in dem die eine Stimme des christlichen Martyriums widerhallt.”.

Konferenz nächste Woche

Die eingangs erwähnte Konferenz findet am 15. September 2026 im Päpstlichen Athenäum Augustinianum in zwei Sitzungen statt. Das Programm können Sie hier einsehen. hier.

Am 16. werden die Redner und Teilnehmer in einer Sonderaudienz von Papst Leo XIV. empfangen, der erklärte: “[…] wir können und wollen nicht vergessen. Wir wollen uns erinnern. Wir tun dies in der Gewissheit, dass, wie in den ersten Jahrhunderten, auch im dritten Jahrtausend “das Blut der Märtyrer der Same neuer Christen ist” (Tertullian).”.

Der AutorFrancisco Otamendi

Digitaler Schutz für Teenager. Reicht es aus, ihnen die Handys wegzunehmen?

Das digitale Wohlbefinden von Minderjährigen wird nicht mehr allein als Angelegenheit der individuellen Verantwortung betrachtet, sondern zunehmend als gesellschaftliche Verantwortung.

12. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

Vor einigen Monaten bekam ein Teenager Panikattacken. Er schlief schlecht, war reizbar und suchte ständig nach Ausreden, um die Schule zu schwänzen. Seine Eltern dachten, es sei nur eine Phase, bis sie herausfanden, was wirklich los war.

In einem digitalen Gruppenchat mit seinen Klassenkameraden fingen sie an, sich über ihn lustig zu machen. Dann folgten Memes, verletzende Kommentare, manipulierte Fotos und private Nachrichten. Was früher mit dem Schulschluss endete, setzte sich nun in seinem Zimmer, auf seinem Handy, die ganze Nacht hindurch fort. Es gab keinen Ort mehr, an dem er sich völlig sicher fühlen konnte.

Mobbing war in ihr Zuhause eingedrungen.

Dieser Fall, der hier zwar nur kurz zusammengefasst dargestellt wird, spiegelt eine Realität wider, mit der viele Familien konfrontiert sind. Soziale Medien können Räume für Kommunikation, Kreativität und Vernetzung sein, aber sie können auch Vergleiche, Demütigungen, sozialen Druck und Isolation verstärken.

Die Wissenschaft mahnt uns zur Aufmerksamkeit. Die Amerikanische Psychologische Vereinigung warnt davor, dass bestimmte negative Online-Erfahrungen – wie Diskriminierung, Hass und Cybermobbing – mit einer Zunahme von Angst- und Depressionssymptomen bei Teenagern in Verbindung gebracht werden können. 

Deshalb ist eine aktuelle Meldung aus den USA besonders bedeutsam: Meta hat mit den Behörden mehrerer Bundesstaaten eine Vereinbarung getroffen, um neue Kinderschutzmaßnahmen auf Facebook und Instagram einzuführen. Diese umfassen ein tägliches Nutzungslimit von zwei Stunden, Nachtbeschränkungen zwischen Mitternacht und 6:00 Uhr, das Stummschalten von Benachrichtigungen während der Schulzeit, das Ausblenden von “Gefällt mir”-Angaben, eine verbesserte Altersverifizierung und erweiterte elterliche Kontrollmöglichkeiten. 

Über die rechtlichen Details hinaus gibt es eine Botschaft, die wir nicht ignorieren sollten: Das digitale Wohlbefinden von Minderjährigen wird nicht mehr allein als Frage der individuellen Verantwortung betrachtet, sondern zunehmend als gesellschaftliche Verantwortung.

Hier stellt sich jedoch eine unangenehme Frage: Reicht es für Plattformen aus, einfach nur Grenzen zu setzen?

NEIN.

Wir müssen außerdem etwas wiederentdecken, das viel älter ist als jedes soziale Netzwerk: Familienleben.

Das Handy sollte nicht zum präsentesten Mitglied unserer Familie werden.

Zuhause muss wieder der Ort werden, an dem wir uns in Ruhe unterhalten, einander in die Augen schauen, unsere Sorgen teilen, zusammen lachen, streiten und uns wieder versöhnen können. Wir müssen wieder miteinander reden.

Denn ein Teenager, der weiß, dass er sich an seine Eltern wenden kann, wenn ihm etwas wehtut, verfügt über eine außerordentlich wertvolle Schutzressource: die Beziehung.

Die Lösung besteht nicht einfach darin, ihnen die Handys wegzunehmen. Es geht darum, ihnen beizubringen, in einer digitalen Welt frei und verantwortungsbewusst zu leben. Und das erfordert die Aufsicht von Erwachsenen.

Wir können bildschirmfreie Zeiten einführen, insbesondere während der Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen. Wir können verhindern, dass Handys über Nacht im Schlafzimmer liegen. Wir können uns über die Apps informieren, die unsere Kinder nutzen, sie bei ihren ersten digitalen Erfahrungen begleiten und offen über Cybermobbing, Pornografie, sozialen Vergleich, Datenschutz und Gruppenzwang sprechen.

Aber vor allem können wir sie fragen:

“Was war der schönste Teil deines Tages?”

“Gab es irgendetwas, das Ihnen ein schlechtes Gefühl gegeben hat?”

“Hat dir irgendjemand das Gefühl gegeben, weniger wert zu sein?”

“Gibt es etwas, das Ihnen Sorgen bereitet und von dem Sie nicht wissen, wie Sie es mir sagen sollen?”

Manchmal kann ein zehnminütiges Gespräch Leid verhindern, das wir nie erfahren werden, wenn wir einfach fragen: “Hast du deine Hausaufgaben schon gemacht?”

Auch die Wissenschaft bestätigt die Bedeutung der Familie. Der US-amerikanische Generalarzt selbst hat darauf hingewiesen, dass die psychische Gesundheit der Eltern und die Qualität der familiären Beziehungen eng mit dem Wohlbefinden der Kinder verknüpft sind. 

Und unser Glaube hat etwas Wertvolles beizutragen.

Das Buch Deuteronomium präsentiert ein zutiefst vertrautes Bild der Weitergabe des Glaubens: “Du sollst sie deinen Kindern fleißig einprägen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du unterwegs bist” (vgl. Dtn 6,6-7).

Dieser Text ist heute so relevant!

“Zuhause und unterwegs.” Er spricht nicht von gelegentlicher Bildung, sondern von alltäglicher Präsenz. Persönlichkeitsentwicklung geschieht im Gespräch, durch Vorbilder, in kleinen, gemeinsamen Erlebnissen.

Jesus erinnert uns auch daran, wie wichtig es ist, für andere da zu sein. Als die Jünger auf dem Weg nach Emmaus verwirrt umherirrten, ging er auf sie zu, begleitete sie und fragte sie, was los sei (vgl. Lk 24,17).

Vielleicht ist das genau das, was wir heute mit unseren Teenagern tun müssen: sie begleiten.

Es genügt nicht, nur ihre Bildschirme zu überwachen. Wir müssen ihre Herzen kennen.

Die Technologie wird sich weiterentwickeln. Neue Plattformen, neue Algorithmen und neue Kommunikationswege werden entstehen. Wir können unsere Kinder nicht auf eine Welt ohne Technologie vorbereiten. Wir müssen ihnen beibringen, sie zu nutzen, ohne dass sie uns das raubt, was kein Bildschirm ersetzen kann: echte Freundschaft, menschliche Nähe, Ruhe, Stille, Spiel, Gespräche und die Liebe der Familie.

Digitale Grenzen sind notwendig. Aber es gibt eine noch wichtigere Grenze: Kein soziales Netzwerk sollte die Familie ersetzen.

Der beste digitale Schutz, den wir unseren Teenagern bieten können, beginnt vielleicht damit, dass wir gemeinsam unsere Handys ausschalten und das Gespräch wieder aufnehmen.

Wir müssen noch einmal miteinander reden.

Spanien

Torreciudad: Die Diözese Barbastro betrachtet die Vereinbarungen mit Opus Dei bezüglich des Bildes als ungültig. 

Einen Tag vor der Feier des 34. Welttags der Familie, der unter dem Vorsitz des Kommissars stehen wird, Bischof Alejandro Arellano, Das Bistum Barbastro-Monzón hat eine Erklärung veröffentlicht, in der es die Existenz des Dokuments in Frage stellt, das die Genehmigung zur Verlegung der Statue Unserer Lieben Frau von den Engeln von Torreciudad in den 1975 erbauten Tempel unterstützt.

Maria José Atienza-11. September 2026-Lesezeit: 4 Minuten

Das Bistum Barbastro-Monzón hat eine Erklärung veröffentlicht, in der es sich den jüngsten Aktionen beider Seiten in diesem Konflikt anschließt. Im vergangenen August hatte der Bischof von Barbastro Er beschuldigte Opus Dei von einer “Bewahrung” des Bildes der Jungfrau, der Die Prälatur antwortete mit einigen Klarstellungen bezüglich der Vereinbarungen mit der Diözese.

Einen Tag vor dem Eintreffen von Monsignore Arellano, dem vom Heiligen Stuhl in dieser Angelegenheit ernannten Kommissar und obersten Autorität in allen Angelegenheiten, die Torreciudad betreffen, in Torreciudad, hat die Diözese eine Erklärung veröffentlicht, die, anstatt die Dinge einander anzunähern, diese schmerzhafte Situation verschärft. 

Die Abkommen von 1962 und 1966

Die von der Diözese herausgegebene Erklärung betont, dass “in der öffentlichen Verfassungsurkunde der emphyteutische Volkszählung, erteilt am 24. September 1962 (…) Es wurde ausdrücklich unter den übernommenen Verpflichtungen festgelegt, dass ‘das Bild nicht aus der Einsiedelei entfernt werden darf’ und verweist auf die Bestätigung dieser Tatsache in den Protokollen des Domkapitels. 

Dies war in der Tat der erste Vertrag zwischen der Diözese und der Prälatur; jedoch die Prälatur in ihren verschiedenen Verlautbarungen, hat sich auf ein nachfolgendes Abkommen, unterzeichnet im Jahr 1966, die online eingesehen werden kann. Es handelt sich um eine notarielle Urkunde, die eine Vereinbarung zwischen dem damaligen Diözesanbischof, Monsignore Jaime Flores, und Florencio Sánchez Bella, dem Berater des Opus Dei in jenen Jahren, bezeugt. Darin ist als zweiter Punkt der Vereinbarung – die die emphyteutische Volkszählung von 1962 erweitert – festgehalten, dass “Der Verwaltungsrat von Torreciudad ist für den Bau und die Finanzierung des neuen Heiligtums verantwortlich, mit der ausdrücklichen Bedingung, dass das Bildnis Unserer Lieben Frau von Torreciudad darin verehrt wird., gleichzeitig verpflichtet es sich, es auf einem Grundstück in der Nähe der jetzigen Einsiedelei zu errichten.”. 

Der Grund für diese Verlegung lag in der “Unmöglichkeit, die Pilger aufzunehmen, die, insbesondere seitdem mit Hilfe des Patronats die Straßenverbindung nach Torreciudad geöffnet wurde, in immer größerer Zahl kommen, um vor dem verehrten Bildnis zu beten.”. 

Ebenso versicherte Opus Dei in Spanien, “dass im neuen Heiligtum das Bildnis Unserer Lieben Frau von Torreciudad mit allen notwendigen Garantien geschützt und dort mit Würde und Anstand verehrt werden wird.”. 

Dieser Punkt ist jedoch für die Diözese nicht akzeptabel, die in diesem Kommuniqué erklärt: “Der Bau eines großen Tempels neben der ursprünglichen Einsiedelei mag zwar dazu beitragen, die Marienverehrung zu verbreiten, rechtfertigt aber nicht die Verlegung eines Marienbildes, das dem Volk von Barbastro-Monzón gehört, ohne entsprechende Genehmigung.” 

Ein Dokument, das nicht in der Diözese aufgeführt ist

Das Bestehen und die Gültigkeit der Vereinbarung dokumentiert am 8. September 1966 Allerdings wird dies vom Bistum Barbastro in Frage gestellt, das behauptet, dass dieses Dokument “trotz wiederholter Anfragen nicht an diese Diözese übermittelt wurde”, noch dass “in den Protokollen des Domkapitels oder in den im Diözesanarchiv aufbewahrten Unterlagen eine Genehmigung zur Entfernung des Bildes aus der Einsiedelei und dessen dauerhafter Überführung in den neuen Tempel zu finden ist, noch eine Vereinbarung, die eine Übertragung des Eigentums oder der dauerhaften Nutzung beinhaltet.”. 

Die Eigentumsverhältnisse stehen außer Frage.

Tatsächlich wurde zu keinem Zeitpunkt dieses Prozesses das Eigentum an dem Bild oder der Einsiedelei in Frage gestellt, sondern vielmehr die Gültigkeit der Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums an der Einsiedelei (und damit die Annahme seiner Instandhaltung) und “das Recht auf Veröffentlichung und Aufbewahrung des Bildes“”die in den Punkten 4 und 5 enthalten sind“ emphyteutische Volkszählung wurde 1962 von beiden Parteien unterzeichnet.

In dieser neuen Erklärung stellt die Diözese erneut die Rechtmäßigkeit dieser Vereinbarungen in Frage und fordert die Rückgabe der Statue an ihren ursprünglichen Einsiedeleiort. Sie besteht darauf, dass die Diözese selbst die “vorübergehende Verlegung in die Kirche von Torreciudad und an andere Orte genehmigen soll, wenn dies aus pastoralen Gründen geboten ist, mit entsprechender Abstimmung und den notwendigen Garantien”. Damit wird die ursprüngliche Vereinbarung, wonach die Ausstellung und Aufbewahrung des Bildes in den Händen von Opus Dei verblieb, faktisch für nichtig erklärt. 

Erneut, und in einem Tonfall, der der Erklärung des Bischofs von Barbastro-Monzón vom 31. August 2026 sehr ähnelt, spricht die Diözese von einem “weggenommenen Recht”: “Diese Diözese – klein und bescheiden in ihren Mitteln – verlangt weder Privilegien noch neue Rechte und kann ein vollendetes Faktum in Bezug auf etwas, das ihr so teuer ist und ihr über tausend Jahre gehörte, bis es ihr vor fünfzig Jahren weggenommen wurde, nicht hinnehmen.” Weiterhin wird auf die vermeintliche Unmöglichkeit für die Gläubigen der Region angespielt, die Jungfrau Maria in der neuen Kirche zu besuchen, und impliziert, dass “die Menschen von Barbastro-Monzón nicht wollen, dass ihre Mutter sie besucht; sie wollen sie zu Hause haben.”. 

Der Kommissar wird morgen in Torreciudad sein.

Opus Dei hat es abgelehnt, auf diese neue Erklärung zu reagieren, die 24 Stunden vor der Feier eines der wichtigsten Tage im Kalender des Pyrenäenheiligtums veröffentlicht wurde: dem Tag der Familien, der in diesem Jahr vom bevollmächtigten Kommissar für Torreciudad, Monsignore Arellano Cedillo, geleitet wird. 

Die Anwesenheit dieses Experten für Kirchenrecht ist angesichts der aktuellen Situation in Torreciudad von großer Bedeutung. Der Dekan der Römischen Rota wurde 2024 von Papst Franziskus zum Bevollmächtigten für Torreciudad ernannt, wodurch dem Kirchenrechtler die volle Befugnis und das letzte Entscheidungsrecht in allen Angelegenheiten des Heiligtums übertragen wurde. 

Arellano hat sich mit beiden Positionen und den von beiden Parteien vorgelegten Unterlagen in einer traurigen Situation auseinandergesetzt, die nun schon drei Jahre andauert. 

Vereinigte Staaten

‘Das Kreuz von Ground Zero’ und andere Geschichten vom 11. September: “Der Glaube hat uns getragen”

Am 11. September 2001, dem Tag des schlimmsten Terroranschlags in der Geschichte der USA, mangelte es weder an heldenhaften Rettungskräften, die sich der Gefahr stellten, noch an Priestern und Geistlichen, die zum Ground Zero eilten. Einer von ihnen stieß auf ein Kreuz, das ‘Ground Zero Cross’.’

OSV / Omnes-11. September 2026-Lesezeit: 8 Minuten

- Kimberley Heatherington, OSV News

Einige der Geschichten, die von Feuerwehrleuten und Rettungskräften sowie von Priestern, Mönchen und Nonnen erzählt wurden, die am 11. September 2001 nach dem schrecklichen Terroranschlag zum Ground Zero gingen, sind bekannt, andere hingegen nicht. 

Die Hilfe und der Trost, die sie denjenigen gewährten, die verheerende Verluste an Menschenleben, Verletzungen und Verschwinden erlitten hatten, verdienen es, an diesem 25. Jahrestag in Erinnerung behalten zu werden.

Pater Brian Jordan nahm Weihwasser und begab sich zum Unglücksort.

“Ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen”, sagte Pater Brian Jordan gegenüber OSV News.

Der Priester ist ein Franziskanerbruder der Ordensprovinz Unserer Lieben Frau von Guadalupe und derzeit Pfarrer der St. Franziskus-Kirche in der West 31st Street in New York City.

An jenem Morgen befand sich Pater Jordan im Presbyterian Hospital in New York. Nachdem er von dem Anschlag erfahren hatte, kehrte er in das Franziskanerkloster in der 31. Straße zurück, das zur Pfarrei St. Franziskus von Assisi gehörte, wo er lebte, fest entschlossen, zum Ort der Katastrophe zu fahren.

Da er nicht genau wusste, was er vorfinden würde – obwohl er sowohl Opfer als auch Täter des Angriffs erwartete –, nahm er Weihwasser und einen Schlagring mit. “Ich sagte: ‘Ich werde sie mit der einen Hand segnen, und falls ein paar Bösewichte dabei sind, werde ich sie mit der anderen segnen.’”.

Bevor er abreiste, überbrachte ihm ein anderer Mönch die erschütternde Nachricht: Sein Mitbruder, Pater Mychal Judge, war gestorben. Dennoch wusste Pater Jordan, was Pater Judge von ihm gewollt hätte: Er sollte hingehen und helfen.

Am 5. Oktober 2006 entfernten Bauarbeiter ein sechs Meter hohes Kreuz aus Stahlträgern, das nach den Anschlägen vom 11. September 2001, bei denen das World Trade Center in New York zum Einsturz gebracht wurde, aus den Trümmern geborgen worden war. (Foto: OSV News/Chip East, Reuters).

“Überall lagen Leichen und Leichenteile: Ich habe sie alle gesegnet.”

Nach einem Zwischenstopp im St. Vincent's Hospital in Manhattan – wo sich die einzigen Patienten in Behandlung wegen Staubvergiftung nach dem Einsturz der Zwillingstürme befanden – begab sich Pater Jordan zum Ground Zero, wo er einen ihm bekannten Polizeihauptmann traf.

“Er gab mir eine Maske und ein Paar Handschuhe. Er sagte: ‘Vater, setz die Maske auf, zieh die Handschuhe an und geh an die Arbeit.’ Und so ging ich mehrere Blocks auf und ab, und da lagen Leichen und Leichenteile. Ich habe sie alle gesegnet.”.

Am 16. September feierte Pater Jordan seine erste Messe am Ground Zero; er sollte dort fast 10 Monate lang weiterhin Messen feiern.

Das “Ground Zero Kreuz” am World Trade Center Gebäude 6 

Doch dann, am 23. September, geschah etwas Unerwartetes.

“Ein großer, kräftiger Bauarbeiter der Gewerkschaft Local 731 kam auf mich zu und sagte: ‘Hey, Pater, möchten Sie das Haus Gottes sehen?’”.

“Dann betraten wir die Ruinen von Gebäude 6 des World Trade Centers”, erinnerte sich Pater Jordan. “Ich hatte etwa 25 Feuerwehrleute bei mir, und der Bauarbeiter fragte mich: ‘Was sehen Sie da, Pater, genau in der Mitte?’ Ich sagte: ‘Ich kann es nicht glauben … ich sehe ein Kreuz.’”.

Zwei sich kreuzende Stahlträger waren so durchtrennt worden, dass sie ein Kreuz bildeten, nachdem das Gebäude 6 des World Trade Centers von Trümmern des eingestürzten Nordturms getroffen worden war.

Es wurde ausgegraben, auf Beton gestellt und gesegnet.

Dieser beeindruckende Fund wurde als “Ground Zero Cross” bekannt und schließlich Teil der Sammlung des 9/11 Memorial & Museum. Er wurde ausgegraben, auf ein Betonsockel gestellt und gesegnet. Am 7. Oktober fand in der Nähe, an der Ecke Vesey und West Street, eine Messe statt.

“Dieser Moment gab den Menschen Hoffnung und Mut”, erklärte Pater Jordan, der seine eigenen Memoiren – “Das Ground Zero Kreuz” (Xlibris) – verfasste und die Ehre erhielt, ihr inoffizieller Hüter zu sein.

Ein Feuerwehrmann aus New York City nimmt an der Messe in der St. Joseph Co-Kathedrale in Brooklyn, New York, teil, die dem 21. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2022 gedenkt. US-amerikanische katholische Bischöfe bieten Messen, Gebete und Andachten an, während die Nation des 25. Jahrestages der Terroranschläge vom 11. September 2026 gedenkt. (Foto: OSV News/Gregory A. Shemitz).

Schwester Margaret O'Brien

Am 11. September befand sich Schwester Margaret O'Brien, eine Schwester der Nächstenliebe, die im Sisters of Charity Health Care System arbeitete, in ihrem Büro im Bayley Seton Hospital auf Staten Island und informierte eine Kollegin, die gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt war.

“Seine Sekretärin kam herein und sagte: ‘Ich habe gerade einen Anruf bekommen. Ein Flugzeug ist ins World Trade Center gestürzt’”, erinnerte sich Schwester Margaret. “Wir gingen den Flur entlang zu einem Fenster, von dem aus wir sehen konnten, und uns wurde das ganze Ausmaß der Situation bewusst.”.

Die Schwestern bereiteten sich rasch auf den Weg zum St. Vincent's Hospital vor, “um die Notfallversorgung und die Traumabehandlung zu organisieren”, erklärte Schwester Margaret. ”Die Ärzte waren da, die Tragen waren da, alle warteten am Eingang, aber nach kurzer Zeit kam niemand.“.

Am Telefon suchten Menschen nach ihren Angehörigen.

Schwester Margaret nahm im Operationszentrum des Schwesternkrankenhauses Anrufe von Menschen entgegen, die nach ihren Angehörigen suchten.

“Das Telefonieren war wirklich schwierig”, erinnerte sie sich. “Denn die Leute nannten einem einen Namen, man schaute in der Liste nach und konnte sie nicht finden. … Es war alles sehr, sehr emotional, und die ersten Tage stand das Telefon nicht still.”.

“Ich erinnere mich daran, wie dankbar ich war, etwas beitragen zu können, helfen zu können”, sagte Schwester Margaret, derzeit Assistentin der Präsidentin der Sisters of Charity of New York.

Der Südturm des World Trade Centers stand nach dem Einschlag von United-Airlines-Flug 175 in New York in Flammen, wie dieses Archivfoto vom 11. September 2001 zeigt. Fünfundzwanzig Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September, bei denen fast 3.000 Menschen ums Leben kamen, haben katholische Familien, die an diesem Tag Angehörige verloren haben, bestätigt, dass ihnen ihr Glaube geholfen hat, den Verlust zu verarbeiten. (Foto: OSV News/Sean Adair, Reuters). 

Die Zahlen

Man sollte nicht vergessen, dass die Anschläge insgesamt 2.977 Todesopfer forderten, darunter 441 Ersthelfer. Laut dem Gesundheitsprogramm des World Trade Centers starben bis zum 30. Juni mehr als 9.000 Menschen.

Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention wurde bei mehr als 57.000 Ersthelfern und Überlebenden bisher eine Krebserkrankung diagnostiziert, die mit dem Anschlag in Zusammenhang steht.

Trauma, die häufigste

Traumata waren ein ständiges Thema in den Schichten der Schwestern, insbesondere für eine Kollegin, die Ersthelfer betreute, die nach ihrer Teilnahme an den Bergungsarbeiten am Ground Zero zur Behandlung eingeliefert wurden.

“Manchmal sprachen die Leute, aber meistens konnten sie einfach nicht“, erklärte Schwester O’Brien. Ihre Kollegin erinnerte sich an eine Frau: ‘Sie war ganz still und sagte dann: ”Ich kann meine Arme und Beine heben. Aber als ich einen Stein hob und ein Gesicht sah, nur einen Kopf, der auf den Boden geschmettert war …‘“.

“Sie brach zusammen», fügte Schwester O’Brien hinzu.

Pater Stephen McGraw: Ein Flugzeug über unseren Autos

Pater Stephen McGraw – damals Priester in der Diözese Arlington, Virginia, etwas außerhalb von Washington – wurde ebenfalls Zeuge unbeschreiblicher Szenen.

Am Morgen des 11. September hatte er gerade eine Schulmesse beendet und war auf dem Weg zum Nationalfriedhof Arlington, um dort beerdigt zu werden, als er einen Fehler machte und die falsche Ausfahrt nahm.

“Ich erinnere mich, dass ich gegen 9:35 Uhr einfach im Stau stand, direkt vor dem Pentagon.”.

Er war besorgt, dass er nun mit ziemlicher Sicherheit zu spät zur Beerdigung kommen würde.

“Und dann, ohne Vorwarnung, raste das Flugzeug ganz, ganz tief über unsere Autos hinweg”, erzählte Pater McGraw. “Ich kann nicht sagen, welcher meiner Sinne am meisten beeinträchtigt war: Da waren die Vibrationen und das Dröhnen des Flugzeugs, und ein Lichtmast wurde getroffen und stürzte auf das Auto eines Taxifahrers ein paar Fahrzeuge weiter.”.

Als er nach rechts blickte, sah er, wie American-Airlines-Flug 77 in das Pentagon stürzte.

«Ich sah es abstürzen und verschwinden, während im selben Augenblick nach dem Aufprall ein riesiger Feuerball aus dem Gebäude schoss.».

Aufmerksamkeit für die Opfer neben dem Pentagon

Da sein Radio nicht eingeschaltet war und er nicht hörte, was in New York City geschah, «nahm ich einfach an, es handele sich um einen schrecklichen, tragischen Unfall». 

Die Reisenden waren wie gelähmt, und Pater McGraw sprang aus seinem Auto – mit seiner Stola, den Salbölen und dem Gebetbuch in den Händen – überquerte die Sicherheitsabsperrung der Autobahn und begab sich auf den Rasen des Pentagons, um die Opfer zu erreichen.

“Meine Botschaft lautete: ‘Jesus ist mit euch’”

“Im Grunde lautete meine Botschaft an sie: ‘Jesus ist mit euch.’ Das habe ich den verschiedenen Opfern, denen ich beistand, immer wieder gesagt», erklärte Pater McGraw.

Eines der Opfer, das sich als katholisch zu erkennen gab – Juan Cruz, Leiter der Abteilung für zivile Buchhaltung im Büro des Verwaltungsassistenten des Heeresministers –, empfing die Sakramente.

Ein weiteres Opfer – Antoinette Sherman, eine Budgetanalystin der Armee, die später verstarb – lag mit dem Gesicht nach unten im Gras, ihr Rücken wies schwere Verbrennungen auf und sie trug nur einen Schuh an einem Fuß. Pater McGraw zog ihn ihr auf ihren Wunsch hin vorsichtig an.

“Dann fügte sie nur noch hinzu, vielleicht zu jedem, der sie hören konnte: ‘Sagt meiner Mutter und meinem Vater, dass ich sie liebe.’ Und ich versicherte ihr, dass ich es tun würde.”.

Die alljährliche Lichtinstallation “Tribute to Light” erhellt am 10. September, dem Vorabend des 18. Jahrestages der Anschläge vom 11. September, den Himmel über Lower Manhattan in New York. Jedes Jahr werden zum Gedenken an die Anschläge, die die Zwillingstürme des World Trade Centers zum Einsturz brachten, zwei Lichtstrahlen von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen in den Himmel projiziert. Fast 3.000 Menschen verloren bei den Anschlägen im Jahr 2001 in New York, Washington und Shanksville, Pennsylvania, ihr Leben. (Foto: OSV News/Andrew Kelly, Reuters).

“Wir sahen das Böse in seiner ganzen Fülle, aber auch das Gute.”

Pater McGraw – derzeit Missionar und Pfarrer in der Bánica-Mission der Diözese Arlington in der Dominikanischen Republik – glaubt nicht, dass sein unerwartetes Schicksal ein Zufall war.

“Ich hatte ein starkes Gefühl göttlicher Vorsehung”, sagte er gegenüber OSV News. “Ich sollte dort sein.”.

“Wir haben das Böse in seiner schlimmsten Form erlebt», sagte Pater Jordan. «Aber wir haben auch das Gute in seiner ganzen Fülle erlebt. New York City hielt zusammen. Das Land hielt zusammen. Die Welt hielt zusammen.».

Messen und Betrachtungen der Bischöfe in diesen Tagen

Während die Nation des 25. Jahrestages der Terroranschläge vom 11. September gedenkt, bieten die katholischen Bischöfe der USA Messen, Gebete und Besinnungen an und betonen dabei die Notwendigkeit, inmitten einer zersplitterten globalen Landschaft nach Frieden zu streben.

“Fünfundzwanzig Jahre sind seit jenem Tag vergangen, und doch sind die erschreckenden Bilder noch immer in unser Gedächtnis eingebrannt”, erklärten die ukrainisch-katholischen Bischöfe in den Vereinigten Staaten unter der Führung von Metropolit Erzbischof Borys A. Gudziak von Philadelphia in einer Stellungnahme. Hirtenbrief In dem am 4. September veröffentlichten Bericht heißt es: Gina Christian.

“Der Glaube hat uns emporgehoben und uns getragen.”

Erzbischof Paul S. Coakley von Oklahoma City, Präsident der US-amerikanischen Bischofskonferenz, hat in einem Kommuniqué vom 9. September, dass “der Glaube uns während des Angriffs und in der Zeit danach aufgerichtet und getragen hat”.

“Angesichts der zunehmenden Konflikte weltweit lasst uns unser Engagement erneuern, Werkzeuge des Friedens Christi in einer immer zersplitterteren und gespalteneren Welt zu sein”, sagte er.

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– Kimberley Heatherington ist Korrespondentin, und Gina Christian Sie ist Multimedia-Reporterin und arbeitet unter anderem für OSV News.

Diese Information wurde in den letzten Tagen in den OSV News veröffentlicht. Sie können sie beispielsweise hier einsehen:, hier.

Der AutorOSV / Omnes

Welt

Lorenzo Fazzini: “Das charakteristische Merkmal katholischer Verlage sollte ihre Universalität sein.”

Anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Vatikanischen Verlags erklärt dessen Verlagsleiter Lorenzo Fazzini gegenüber Omnes, was es bedeutet, “der Verlag des Papstes” zu sein: das Lehramt zu bewahren und es gleichzeitig durch Übersetzungen, internationale Kooperationen und neue Autoren in die Welt zu tragen.

Giovanni Tridente-11. September 2026-Lesezeit: 7 Minuten

Der Vatikanische Verlag (LEV) feiert sein hundertjähriges Bestehen. 1926 als eigenständige Einrichtung gegründet, aber Nachfolger der von Sixtus V. 1587 ins Leben gerufenen Vatikanischen Druckerei, hat er neun Päpsten gedient und deren Texte sowie das Lehramt der Kirche in der ganzen Welt verbreitet. Dieses Jubiläum lädt uns ein, über die Vergangenheit nachzudenken und zugleich die Zukunft des Buches und die Rolle der katholischen Kultur in der gegenwärtigen Debatte zu betrachten.

Die Person, die diesen Übergang leitet, ist Lorenzo Fazzini, seit 2021 Redaktionsleiter von LEV, nachdem er zuvor die Leitung der Italienischer Missionsverlag. Der Journalist, Übersetzer und Schriftsteller Fazzini hat viele seiner Bücher der Begegnung von Glaube, Literatur und zeitgenössischer Kultur gewidmet, anhand der in Neue Christen Europas sogar die Dialoge zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen. Eine Reise, die ihn auch dazu geführt hat, die Spuren des Unendlichen in zeitgenössischen Erzählungen zu erforschen.

Er hat außerdem gemeinsam mit Kardinal Luis Antonio Tagle und Kardinal Matteo Maria Zuppi Bände veröffentlicht. Seine Erfahrung im Missionsverlag trägt auch dazu bei, Fazzinis Fokus auf Autoren, Erfahrungen und Perspektiven der verschiedenen Kirchen weltweit zu erklären, die er gerne verstärkt im Katalog des Vatikanischen Verlags vertreten sehen möchte.

Das hundertjährige Jubiläum hat in diesem Jahr bereits eine Reihe konkreter Ereignisse nach sich gezogen. Am 7. Mai empfing Papst Leo XIV. die Direktoren und Mitarbeiter von LEV im Konsistoriumssaal und erinnerte an die Mahnung, die Paul VI. 1976 anlässlich des fünfzigsten Jahrestages an seine Vorgänger gerichtet hatte. “Mit Blick auf die Zukunft, um Ideen und Programme weiterzuentwickeln.”.

Eine Woche später organisierte die Buchhandlung vier Treffen zwischen Kirchenvertretern und Kulturschaffenden auf der Turiner Buchmesse, darunter eine Debatte zwischen dem algerischen Kardinal Jean-Paul Vesco und dem Kunsthistoriker Tomaso Montanari zum Thema Brüderlichkeit. Am 24. Juni empfing der Papst eine Gruppe von Schriftstellern aus aller Welt, darunter den Nobelpreisträger Jon Fosse, Marilynne Robinson, Elizabeth Strout und Éric-Emmanuel Schmitt, sowie Autoren, die mit der Buchhandlung selbst verbunden sind, wie beispielsweise Adrien Candiard.

In diesem Interview mit Omnes, Fazzini erklärt, dass die Rolle als “Verleger des Papstes” eine doppelte Aufgabe bedeutet: die päpstlichen Texte vor Verfälschungen und Instrumentalisierungen zu schützen und gleichzeitig ihre Verbreitung durch Übersetzungen, Verlagsvereinbarungen und internationale Kooperationen zu fördern.

Aus dieser Verantwortung erwächst eine Reflexion über die Identität des katholischen Verlagswesens, das dazu berufen ist, die kulturelle Agora zu bewohnen und sich jenseits des exklusiven Kreises der Gläubigen mit den Fragen nach Leben, Tod, Bösem, Vergebung und Hoffnung auseinanderzusetzen.

Das Interview thematisiert auch die Veränderungen im Verlagswesen und die neuen Begegnungsmöglichkeiten zwischen Autoren und Lesern und betont die Notwendigkeit, selbstbezogene Sprache zu überwinden. Es zeichnet so das Profil eines Verlags nach, der die Stimmen und Zeugnisse der verschiedenen Kirchen der Welt im Herzen des Christentums zusammenführen und sie durch Bücher wieder in die universale Kirche einbringen möchte.

Der Verlag des Vatikans feiert sein hundertjähriges Bestehen, seine Wurzeln reichen jedoch bis zur von Sixtus V. im Jahr 1587 gegründeten Vatikanischen Druckerei zurück. Was ist die Gemeinsamkeit, die diese Geschichte mit dem heutigen LEV verbindet?

Ich glaube, es gibt einen roten Faden in der Vermittlung des Glaubens und des Evangeliums. Die Kirche stand schon immer an vorderster Front, wenn es um die Verkündigung Christi ging. Von Paulus, der zum Areopag in Athen ging, bis hin zu Radio Vatikan unter Guglielmo Marconi – die Kirche weiß, dass die Verkündigung Christi mit allen verfügbaren Mitteln erfolgen muss. Daher entstand nach der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern bald die Vatikanische Druckerei, aus der 1926, also vor genau hundert Jahren, das LEV (Ley de l'Étude et de l'Étude et de l'Étude) unabhängig wurde, um in einer Zeit, in der die höhere Alphabetisierung eine breitere Verbreitung des Buches ermöglichte, zu einem Instrument für die größere Verbreitung von Publikationen zu werden.

Papst Leo XIV. empfing kürzlich die Direktoren und Mitarbeiter von LEV und merkte an, dass sie in hundert Jahren neun Päpsten gedient haben. Was genau bedeutet es, “der päpstliche Verlag” zu sein?

Konkret bedeutet dies, dass die Veröffentlichung aller Texte aller Päpste vom Verlag abhängt, der wiederum dem Dikasterium für Kommunikation untersteht. Daher bearbeiten wir täglich die zahlreichen Anfragen zur Übersetzung und Veröffentlichung der Texte der Päpste sowie der Ämter der Römischen Kurie. Dies beinhaltet einerseits die Förderung ihrer größtmöglichen Verbreitung und andererseits die Gewährleistung einer korrekten und respektvollen Weitergabe päpstlicher Texte.

Zum Beispiel: das Buch Frei unter der Gnade, Die Schriften von Robert F. Prevost – also die Texte von Papst Leo, als er Generalprior der Augustiner war – werden in den Vereinigten Staaten von einem der größten amerikanischen Verlage veröffentlicht., Penguin Random House. Andererseits, anlässlich der Veröffentlichung von Großartige Menschheit, Bezüglich der jüngsten Enzyklika von Papst Leo erreichen uns Dutzende von Anfragen aus aller Welt nach deren Übersetzung und Veröffentlichung.

“Das charakteristische Merkmal katholischer Publikationen sollte ihre Universalität sein. Das heißt, alle Menschen anzusprechen.”.

Lorenzo FazziniRedaktionsleiter des Vatikanischen Verlags

Was ist die größte Verantwortung bei der Bewahrung und Verbreitung der Texte des Papstes und des Lehramtes der Kirche?

Wie ich bereits sagte, geht es darum, kreativ und vorausschauend wachsam zu sein. Das heißt, päpstliche Texte zu schützen und jegliche Ausbeutung, auch zum wirtschaftlichen Vorteil, zu verhindern. Gleichzeitig muss aber sichergestellt werden, dass die Worte des Papstes, die der Verbreitung des Evangeliums dienen, möglichst viele Menschen erreichen.

Ich nenne Ihnen ein paar Beispiele: die Brief über die Rolle der Literatur in der allgemeinen und beruflichen Bildung, Das Dokument von Papst Franziskus ist das erste päpstliche Dokument, das von einem großen französischen Verlagshaus veröffentlicht wurde. Gallimard hat im Laufe seiner über hundertjährigen Geschichte zahlreiche Publikationen veröffentlicht. Darüber hinaus ermöglicht uns unsere Präsenz auf internationalen Buchmessen wie denen in Frankfurt, Warschau, Turin und anderen Städten, Kontakte zu knüpfen und Beziehungen zu neuen Verlagen weltweit aufzubauen, Verbindungen zu knüpfen und Kooperationen zu initiieren, die darauf abzielen, die Texte von LEV weiter zu verbreiten.

Sie haben sich entschieden, das hundertjährige Jubiläum mit einer starken internationalen Kampagne zu feiern. Was möchten sie der Welt heute über LEV mitteilen?

Es liegt uns fern, selbstbezogen zu sein und nur an die Bekanntmachung von LEV zu denken. Mit dieser internationalen Reichweite wollen wir vielmehr verdeutlichen, dass die Arbeit des Verlags des Heiligen Stuhls im Dienst der gesamten Kirche steht, die ihrem Wesen nach universal, also katholisch, ist. Sie spricht die Sprachen aller Völker und verweist dabei auf die eine Sprache des Evangeliums. LEV ist lediglich ein Instrument dieser großen Völkerfamilie, der Kirche, die im Dienst des Evangeliums und seiner weltweiten Verbreitung steht. Deshalb bedeutet unsere Präsenz in verschiedenen internationalen Kontexten, dafür zu sorgen, dass die Botschaft des Papstes, der Römischen Kurie und der von uns verlegten Autoren allen Menschen weltweit zugänglich ist.

Sie haben mehrfach argumentiert, dass die religiöse Perspektive in der heutigen Öffentlichkeit frei und offen präsent sein sollte. Welche Rolle kann ein katholischer Verlag heute in der Kulturdebatte spielen?

—Ich antworte mit einer Anekdote von vor etwa zwanzig Jahren. In einer kurzen Begegnung, der einzigen, die ich je hatte, mit Cesare De Michelis, dem Gründer des Verlags Marsilio, Ich hörte ihn zu mir sagen:“Wissen Sie, ich bin weder katholisch noch gläubig, aber ich denke, dass wir von Zeit zu Zeit die Stimme derer hören sollten, die ‘außerhalb der Welt’ stehen, zum Beispiel Bischöfe und Priester, denn ihre Sichtweise auf die menschlichen Angelegenheiten, die von außen kommt, ist sicherlich interessant.”. Nun, ich würde sogar noch weiter gehen und argumentieren, dass, wenn wir uns nicht mit den großen Dingen (Leben, Tod, dem Sinn des Daseins, der Möglichkeit der Hoffnung angesichts des Bösen in der Welt, Vergebung, Versöhnung…) beschäftigen, womit sollten wir uns dann beschäftigen?

Habt Spaß bis zum Tod Dies ist der Titel eines berühmten Essays des Soziologen Neil Postman. In der Gesellschaft des Spektakels scheint das einzige Gebot darin zu bestehen, neue Unterhaltungsmöglichkeiten zu finden, was, wie Lorenzo Milani lehrte, bedeutet di-vertere, Das heißt, vom gewohnten Weg abzuweichen. Ein Weg, der im Gegenteil aus Anstrengung, Fragen, Sinnsuche, Zusammenhängen und Zweifeln besteht. Zu diesem Thema muss ein katholischer Redakteur, wie jeder andere Katholik auch, seine Stimme erheben, nicht aus Überlegenheitsgefühl, sondern weil er eine Offenbarung von oben empfangen hat, die zufälligerweise seit zweitausend Jahren Bestand hat. Daher hat er sicherlich auch heute etwas zu sagen!

Wer sind die Leser von LEV heute, und wie sehr haben sie sich im Vergleich zu früher verändert? Veröffentlichen sie immer noch mit Blick auf Gläubige oder auch auf andere Lesergruppen?

—Ach, wenn ich das doch nur wüsste! Die Leser unserer Bücher sind überwiegend Menschen, die ihren Glauben durch Literatur vertiefen möchten. Wir beobachten aber auch eine wachsende Zahl begeisterter Leser, die in einigen unserer Essays aktuelle Anregungen finden, um bestimmte Situationen, Ereignisse oder Probleme aus einer glaubensbasierten Perspektive zu betrachten.

Ich denke beispielsweise an die Geschichte von Schwester Azezet Kidane, einer Comboni-Nonne, deren Leben einen großartigen Film abgeben würde: Das Abenteuer eines Lebens, das sie im Namen des Evangeliums den Ärmsten der Armen widmete, berührt viele Menschen, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Oder ich denke an eine Biografie wie die von Mercè Prats über ein Genie unserer Zeit, Teilhard de Chardin: ein Buch, das in der Presse, insbesondere in der nichtkatholischen, großes Interesse geweckt hat.

In einem Markt, der Umsatzeinbußen erleidet und in dem viele religiöse Buchhandlungen ums Überleben kämpfen, welchen Zweck hat das gedruckte Buch heute noch?

Wie Papst Leo bei unserem Treffen sagte, ist ein Buch eine Gelegenheit zur Begegnung. Die Möglichkeiten für Autoren, Lesern oder potenziellen Lesern persönlich zu begegnen, nehmen rasant zu. Festivals, Veranstaltungen, Präsentationen, öffentliche Auftritte … der Kalender ist heute eine endlose Kette von Gelegenheiten. Dies ist eines der neuen Gebiete, in denen ein katholischer Verlag präsent sein muss, um nicht in einen selbstbezogenen Katholizismus zu verfallen, der den Tod der katholischen Botschaft bedeuten würde.

“Ich wünsche mir einen Verlag, der in der Lage ist, neue Stimmen aus aller Welt zu präsentieren.”.

Lorenzo Fazzini Redaktionsleiter des Vatikanischen Verlags

Gibt es in diesem Zusammenhang noch eine Besonderheit der katholischen Ausgabe, die es wert ist, bewahrt zu werden?

Nun, das entscheidende Merkmal sollte Universalität sein. Das heißt, alle anzusprechen. Stattdessen scheint es mir – und ich greife damit eine durchaus politisch unkorrekte Überlegung des Theologen Giuliano Zanchi auf –, dass Nichtgläubige, wenn sie Gläubige über “ihre Dinge” sprechen hören, eine ihnen völlig fremde Sprache vernehmen. Jesus hingegen sprach von Salz, Sauerteig, Lampen, Schätzen, Feldern, Vätern, Müttern… Das sollte das entscheidende Merkmal sein: keine Abgrenzung. Auch keine Selbstbezogenheit. Aber es ist nicht einfach. Dennoch muss es unsere tägliche Verpflichtung sein.

Welche Beziehungen unterhalten sie zu anderen Verlagen? Gibt es Formen der Zusammenarbeit, des Austauschs oder der gegenseitigen Unterstützung?

—Wir hatten bereits mehrfach die Gelegenheit, mit verschiedenen Verlagen, sowohl katholischen als auch säkularen, an gemeinsamen Editionen von Texten von Päpsten und anderen Autoren zusammenzuarbeiten. Ich denke da an einige Bücher, die wir gemeinsam mit … produziert haben. Solferino Editrice, der Herausgeber von Corriere della Sera in Italien oder mit Edizioni e/o für die Veröffentlichung eines Buches von einem unserer Starautoren, Éric-Emmanuel Schmitt, oder eines demnächst erscheinenden Jugendbuchs von Adrien Candiard, unserem langjährigen Autor, das wir mit dem Verlag veröffentlichen werden St. Pauls, der in diesem speziellen Bereich mehr Erfahrung hat als wir.

Wenn Sie sich LEV in zehn Jahren vorstellen müssten, wie sollte es Ihrer Meinung nach aussehen? Und welche Eigenschaft sollte es niemals verlieren?

—Zehn Jahre sind in der heutigen schnelllebigen Welt fast zwei Generationen! Ich wünsche mir einen Verlag, der in seinen Themen, Argumenten und Autoren immer proaktiver wird und vor allem in der Lage ist, neue Stimmen aus aller Welt zu präsentieren, die ihre eigene Sensibilität, ihre Erfahrung und ihr kirchliches Leben in ihr Zentrum nach Rom bringen, um sie dann in alle Winkel der Weltkirche zu tragen.

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Öko-logisch

Ökologische Umkehr: Ein Weg, dem Schöpfergott zu danken

«Fürsorge für unser gemeinsames Zuhause», Es handelt sich um eine theologische Analyse der Internationalen Theologischen Kommission, die sich mit der Umweltkrise aus trinitarischer Perspektive auseinandersetzt und vorschlägt, die «ökologische Sünde» durch eine spirituelle und lebensstilbezogene Umkehr zu bekämpfen.

Emilio Chuvieco-11. September 2026-Lesezeit: 5 Minuten

Anfang September veröffentlichte der Vatikan ein interessantes Dokument der Internationalen Theologischen Kommission mit dem Titel «Für unser gemeinsames Haus sorgen: eine verantwortungsvolle und brüderliche Antwort an den dreieinigen Gott". 

In seiner Präsentation betonte der Sekretär der Kommission, Monsignore Piero Coda, dass dieser Text eine Reflexion bieten soll, die zur Wiederentdeckung und Wertschätzung der «theologischen Grundlage der Sorge für unser gemeinsames Haus jenseits der äußerst ernsten Situation, in der wir uns befinden», anregt (Nr. 6). 

Die Struktur des Dokuments 

Das Dokument ist in drei Kapitel unterteilt: Das erste analysiert die theologischen Wurzeln von Umweltschutz, Der erste Abschnitt befasst sich insbesondere mit dem trinitarischen Charakter der Schöpfung; der zweite Abschnitt reflektiert die Stellung des Menschen im Verhältnis zu den anderen Geschöpfen und unterstreicht die Bedeutung der Wiederherstellung der dreifachen existentiellen Beziehung zu Gott, zu den anderen Menschen und zu den übrigen Geschöpfen; der dritte Abschnitt nennt einige Punkte, an denen die Relevanz der «Sorge für das gemeinsame Haus» deutlicher zum Ausdruck kommt. 

Wie erwartet, bezieht sich das Dokument ausführlich auf die Lehren von Papst Franziskus zu diesem Thema sowie auf jene anderer Päpste der jüngeren Vergangenheit. Der Text enthält über 200 Zitate, darunter Dokumente anderer christlicher Konfessionen und religiöser Traditionen wie Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus und indigener Religionen.

Wichtige Punkte zum Verständnis des Dokuments

In diesem Artikel werde ich einige Zitate aus diesem Dokument besprechen, die ich besonders interessant finde:

Hinsichtlich des endgültigen Schicksals der nichtmenschlichen Geschöpfe bietet der Text eine interessante Betrachtung der Gemeinschaft aller Geschöpfe, die auf ihre eschatologische Bestimmung ausgerichtet ist. An dieser neuen Schöpfung werden alle auf ihre Weise teilhaben: «Mit der Menschwerdung des Sohnes Gottes wird diese Zukunft nicht auf die eschatologische Bürgerschaft der Menschen beschränkt sein, sondern eine kosmische Dimension und Tragweite haben» (Nr. 14). Und in einem anderen Absatz: «Gott der Vater hat alles in Christus geschaffen, um in ihm und durch ihn die eschatologische Erfüllung herbeizuführen. Folglich ist das Schicksal der Schöpfung ihre Erfüllung in Gott und ihre endgültige Zusammenfassung durch die Kraft des Heiligen Geistes in Christus, der starb und auferstand» (Nr. 36).

Sie bekräftigt die traditionelle christliche Auffassung, dass die Schöpfung die erste Offenbarung Gottes sei, und zitiert den heiligen Bonaventura: «Wenn der Gläubige die Geschöpfe wieder als Zeichen und Gaben, als verständlich und gut erkennt, dann führt die Erkenntnis der Geschöpfe zur Erkenntnis des Schöpfers, verbunden mit Staunen, Dankbarkeit und Freude« Nr. 28. 

Trinitarische Dimension der Schöpfung

In diesem Sinne konzentriert es sich auf die Überprüfung der trinitarischen Dimension der Schöpfung, basierend auf vier Kirchenlehrern: Sankt Augustin, Heilige Hildegard, Heiliger Bonaventura y Sankt Thomas. Dieser Abschnitt schließt mit der Feststellung: «Die gesamte Schöpfung trägt den Stempel der Dreifaltigkeit, durch die Gott sich in seinem Werk gegenwärtig macht. Daher impliziert die Beziehung zur Schöpfung stets auch eine Beziehung zum Schöpfer. Jede Handlung an der Schöpfung hat ihrem Wesen nach, wenn auch oft nicht explizit, eine religiöse Dimension.» Nr. 42

In diesem trinitarischen Sinne erinnert er an die grundlegende dreifache Beziehung des Menschen: zu Gott, zu anderen Menschen und zum Rest der Schöpfung, und weist gleichzeitig auf eine dreifache gegenwärtige Krise hin: die «ökologische (Beziehung zur Schöpfung), die soziale (Beziehung zu anderen) und die religiöse (Beziehung zu Gott)».

Die Überwindung dieser Krise «erfordert die Aktivierung von Beziehungen, die von der Dynamik der Liebe, der Gabe und der Unentgeltlichkeit in den drei grundlegenden Bereichen unserer Existenz bestimmt sind (vgl. Laudato si’ 10): kindliche Unentgeltlichkeit gegenüber Gott und die persönliche Hingabe des eigenen Lebens in Christus zu seiner Ehre (Röm 12,1); Solidarität und Barmherzigkeit gegenüber dem Nächsten (Lk 10,25–37; Mt 25,31–46); und die Sorge für den Garten, das gemeinsame Haus, in das Gott die Menschheit gestellt hat (Gen 2,15).» Nr. 39 

In Anbetracht dessen, dass Schöpfung nicht ausschließlich unserem Dienst dient, wie bereits wiederholt betont wurde die letzten Päpste, Das Dokument stellt fest, dass «unser gemeinsames Haus nicht allein aus Gottes Hand entstanden ist, um den Menschen die notwendige Nahrung zu bieten, damit sie ihr volles Potenzial in der Herrschaft und im Genuss der Schöpfungsressourcen ohne Grenzen entfalten können (…) In der gesamten Schöpfung gibt es eine Ausrichtung auf die Fülle in Gott durch Christus (1 Kor 15,24-28) und im Heiligen Geist, wo schließlich die volle und glorreiche Offenbarung des dreieinigen Schöpfers stattfinden wird» Nr. 43. 

Erschaffen nach dem Bild und Gleichnis Gottes, «findet sich das normative und inspirierende Vorbild menschlichen Handelns gegenüber der Schöpfung in Gott selbst, der seine Macht nicht despotisch, willkürlich und selbstsüchtig ausübt, sondern indem er das Leben der Geschöpfe fördert (Ps 36,7; vgl. Ps 145,9; Gen 7,1–3; Dan 4,11; Sir 18,13; Weish 11,24) und die gesamte Schöpfung mit seiner Fürsorge erhält» (Nr. 78).

Eine der neuartigen Ideen des Dokuments ist sein Ansatz bezüglich der ökologische Sünde, ursprünglich mit anderer Terminologie von Patriarch Bartholomäus vorgeschlagen und von Papst Franziskus in den letzten Jahren seines Pontifikats wieder aufgegriffen. 

Das Dokument schlägt nun vor, «ökologische Sünde als eine Handlung oder Unterlassung gegen Gott, gegen den Nächsten, die Gemeinschaft und die Umwelt zu definieren. Sie ist eine Sünde gegen künftige Generationen und manifestiert sich in Handlungen und Gewohnheiten der Umweltverschmutzung und Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts, in Verstößen gegen die Prinzipien der gegenseitigen Abhängigkeit und im Zerbrechen der Solidaritätsnetze unter den Geschöpfen (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 340–344) sowie gegen die Tugend der Gerechtigkeit.» Nr. 94.

Und es bietet einige Vorschläge zu deren Überwindung: «Da die ökologische Sünde die drei Beziehungen – Gott, Mensch, Natur – beeinträchtigt, sollte die ökologische Umkehr auch alle drei heilen: Die Umkehr nach dem christlichen Glauben beginnt mit der Begegnung mit Jesus Christus (LS 217), von dem wir lernen: zu Gott als dem einzigen Herrn (vgl. Mt 4,3–4), zu anderen Menschen als unseren Nächsten (vgl. Lk 10,25–37) und zur Schöpfung als einem Werk, in dem wir den Ausdruck einer göttlichen Sprache erkennen (vgl. Mt 6,26–30).» Nr. 110. 

Das Dokument kritisiert zwei extreme anthropologische Ansätze: zum einen die Betrachtung des Menschen als einziges wertvolles Wesen in der Schöpfung und zum anderen die Annahme, dass er keinen höheren Wert habe als jedes andere Geschöpf, wobei sowohl der räuberische Anthropozentrismus als auch der radikale Biozentrismus abgelehnt werden.

Als Achsen der ökologische Umwandlung, Dies regt zum Nachdenken über die Bedeutung des Jubiläums, Spiritualität und Lebensstil an. «Eine gesunde Spiritualität achtet auf den persönlichen und familiären Konsum und strebt nach Nachhaltigkeit. Sie ist darauf bedacht, den Energieverbrauch im Haushalt und im Verkehr zu minimieren. Sie strebt eine gesunde und umweltverträgliche Ernährung an. Sie hilft uns, unsere Kaufentscheidungen zu hinterfragen, im Bewusstsein, dass jeder Kaufakt ein moralischer Akt ist (CV 66; LS 206). Sie lädt uns ein, unser eigenes Lebens- und Konsumtempo reflektiert zu betrachten und die Entscheidung zu fördern, auf bestimmte umweltschädliche Produkte und Praktiken zu verzichten.» (Nr. 117)

Nach einer Betrachtung der unterschiedlichen Auffassungen der großen religiösen Traditionen im Hinblick auf die zuvor erwähnte dreifache Beziehung fasst er die positive Haltung zusammen, die jeder Christ in diesem Kontext gegenüber der Umweltfrage einnehmen sollte: «Dieses Bewusstsein beinhaltet die Anerkennung der göttlichen Souveränität, der Güte der Schöpfung und des einzigartigen Platzes des Menschen im Kosmos als Gesprächspartner und Repräsentant Gottes selbst. Es beinhaltet auch die Anerkennung der Strukturen der Sünde gegen die Schöpfung und den Schöpfer sowie die Notwendigkeit einer Hinwendung zu einer ganzheitlichen Ökologie» (Nr. 146).

Der AutorEmilio Chuvieco

Professor für Geographie an der Universität von Alcalá.

Aus der FederAlberto Sánchez León

Lieben und lieben. Im Lichte der Gedanken von Leonardo Polo

Sich selbst als Geschöpf anzunehmen, für die empfangene Gabe dankbar zu sein und sich anderen hinzugeben, sind die Schritte, die einen Menschen als ein Wesen offenbaren, das berufen ist zu lieben, zusammenzuleben und die Welt zu einem menschlicheren Ort zu machen.

11. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

Der Mensch existiert aufgrund eines anderen. Niemand gibt sich selbst das Leben. Dies ist der erste Schritt, sich selbst als abhängiges, nicht autonomes Wesen zu akzeptieren.

Die erste Reaktion auf dieses Bewusstsein der Abhängigkeit sollte Dankbarkeit sein. Sie ist die Annahme eines Geschenks. Daher erfordert Dankbarkeit einerseits radikale Selbsterkenntnis – die Erkenntnis des Ursprungs unseres eigenen Seins – und andererseits die Freiheit, uns selbst anzunehmen. Und ich nehme mich als geschaffenes Geschenk an. Dankbarkeit ist daher, wie G.K. Chesterton sagte, die höchste Form des Denkens. Und ich wage zu behaupten, dass sie nicht nur eine Denkweise, sondern vor allem eine Seinsweise ist. Ich bin dankbar (oder ich bin es nicht).

Als Geschöpf, das annimmt und angenommen wird, gibt man auch von sich selbst. Geben ist die Antwort des geschaffenen, persönlichen Wesens. Geben heißt, das Sein anzunehmen. Geben ist ein Ausdruck der Dankbarkeit für das Geschenk, das man ist. Ich gebe meine Annahme. Sich selbst anzunehmen ist der radikalste und freieste Akt. Sich selbst anzunehmen ist persönliche Freiheit. Sich selbst zuerst anzunehmen, um anschließend von sich selbst geben zu können; denn um zu geben, ist es notwendig anzunehmen, und um von sich selbst zu geben, ist es eine unabdingbare Voraussetzung, sich selbst angenommen zu haben.

Wir sind Annahme und Geben. Wenn ein Mensch gibt, weil er sich selbst annimmt, dann offenbart sich in dieser Fähigkeit zu geben die Liebe. Wenn der höchste Ausdruck eines Menschen das Geben (das Sich-Hingeben) ist, unterstreicht das unser Wesen: zu lieben. Und lieben ist etwas anderes als Liebe. Lieben ist ein Verb, Liebe ein Substantiv. Lieben wirkt auf das persönliche Sein, Liebe auf sein Wesen. Lieben ist transzendent, Liebe ist wesentlich. Daher kann man sagen, dass Liebe nicht persönlich ist, denn Liebe ist Handeln, sie ist Geben, aber nicht Sein. 

Das Geschenk anzunehmen, das wir sind, bedeutet, uns selbst als Geschöpfe, als Personen anzunehmen. Das ist das Wesen der ursprünglichen, angeborenen Freiheit. 

Was kann ein Mensch geben? Er kann seine Zeit, seinen Rat, sein Leben, seine Arbeit und so weiter geben. Was ein Mensch gibt, ist seine Liebe, sein Wesen. Doch seine Liebe ist nicht seine Fähigkeit zu lieben. Liebe, das, was gegeben werden kann, liegt im Bereich des Handelns. Menschliche Liebe ist die Antwort auf unser Wesen; sie ist Verantwortung: eine Antwort, die zugleich eine Gegenseitigkeit ist. Der Mensch ist nicht der Hirte des Seins, wie Heidegger sagte, sondern vielmehr derjenige, der auf die Welt reagiert, der die Welt vervollkommnet (oder verschlimmert).

Und wie reagieren wir? Mit Taten. Hier entsteht Ethik, als … nachverfolgen Vom Selbst zum Menschen. Werke sind nicht persönlich, sondern wesentlich. Ethik ist nicht Anthropologie, sondern vielmehr Es geht weiter Liebe gehört in den Bereich der Ethik, des menschlichen Handelns, nicht in die anthropologische, persönliche Ordnung. Lieben verleiht dem Handeln Sinn. Das Sein kommt zuerst. Das Handeln zuletzt. Deshalb kann Kultur, der Beitrag der Menschheit, nicht an erster Stelle stehen. Lieben schafft Kultur. Lieben ermöglicht Liebe. Nur wer liebt, gibt, nur wer etwas beiträgt. Liebe ist nicht das Erste. Lieben kommt zuerst. Der Infinitiv ist Handlung. Und Handlung kommt zuerst; sie ist Verb, Infinitiv.

Die Person ist jedoch kein Verb, sondern ein Adverb. Gott ist ein Verb, er bedeutet lieben (Liebe und Liebe sind in Gott ein und dasselbe, im Menschen nicht). Gott ist Liebe (1. Johannes 4,8).

Was bedeutet es, dass „die menschliche Person“ ein Adverb ist? Es bedeutet, dass die menschliche Person … außerdem. Darüber hinaus ist es ein Adverb der Bejahung. Es wird auch häufig als Adverb der Hinzufügung oder Quantifizierung klassifiziert. Es wird verwendet, um bereits Gesagtes zu ergänzen, mit einer Bedeutung ähnlich wie «auch» oder «zusätzlich dazu». Das heißt, „además“ begleitet weitere Informationen. Daher können wir sagen: Außerdem zu denken, außerdem verhaften, außerdem zu tun, außerdem fühlen, außerdem der Operationen und außerdem Gott. Zu sein außerdem Es bedeutet, dass diese Person ein unersättliches, ruheloses Wesen ist, das nie fertig ist und stets nach mehr strebt. Deshalb besitzt sie ein Gefühl der Unendlichkeit, denn es gibt immer Raum für Wachstum, und die persönliche Liebe macht dies möglich.

Liebe braucht einen anderen. Es gibt keine einsame Liebe. Deshalb bedeuten lieben und zusammenleben im Grunde dasselbe. Der Mensch existiert nicht allein. Die Welt, das Universum, existiert, aber nicht der Mensch. Der Mensch lebt in Koexistenz. Und er lebt in Koexistenz mit Gott, mit anderen Menschen und mit dem Universum. Er öffnet sich allen Wesen und stellt eine Beziehung zu ihnen her, indem er sich an ihrem jeweiligen Seinsniveau misst. Auf diese Weise… außerdem In Bezug auf Gott bedeutet es, ein Sohn zu sein, eine Verwandtschaftsbeziehung und göttliche Abstammung.

Die außerdem in Bezug auf andere Männer ist es Brüderlichkeit, brüderliche Liebesbeziehung. außerdem In Bezug auf die Welt bedeutet es Verfeinerung, Personalisierung oder, genauer gesagt, Hyperteleologisierung. Diese letzte Beziehung der außerdem Die Beziehung zur Welt ist mit dem Bestreben der Menschheit verbunden, sie zu verschönern, zu verbessern, menschlicher und persönlicher zu gestalten. Hypertheologisierung ist der persönliche Akt, der Welt und dem Menschen selbst einen höheren Sinn zu verleihen und sie über ihre natürlichen Grenzen hinaus zu erheben. Dieser Gedanke impliziert, die bloße Teleologie oder Tugend (Hyperformalisierung) zu transzendieren und die menschlichen Fähigkeiten dem Akt der Selbsthingabe und der Humanisierung des Kosmos zu widmen. Letztlich geht es darum, die Welt zu einem Ort zu machen, an dem Brüderlichkeit und Verbundenheit gedeihen.

Der AutorAlberto Sánchez León

Aus dem Vatikan

Leo XIV.: “Der Bischof ist ein Diener, berufen, dem Glauben des Volkes zu dienen.”

Am Donnerstagmorgen betonte der Papst in einer Audienz vor rund 200 neuen Bischöfen, dass “der Bischof ein Diener ist, berufen, dem Glauben des Volkes zu dienen”, und dass er die Leidenschaft und den Mut für eine neue Verkündigung des Evangeliums wiederentdecken müsse.

Francisco Otamendi-10. September 2026-Lesezeit: 3 Minuten

Heute Morgen betonte der Heilige Vater im Vatikan gegenüber den neuen Bischöfen aus fünf Kontinenten, die an einem Ausbildungskurs in Rom teilnehmen, die Bedeutung des Dienstes in seinem Wirken. Die 147 Bischöfe kommen aus Ländern wie Indien, Kongo, Papua-Neuguinea, Simbabwe, Kirgisistan und Thailand, obwohl der Papst in seiner Ansprache die Zahl auf 200 erhöhte.

Nachdem er alle zum Mitsingen des ”Veni Creator” ermutigt hatte – „Ich glaube, Sie haben alle eine Kopie. Ich hoffe, jemand hat heute Morgen eine bessere Stimme als ich… Lasst uns a cappella anfangen“ –, wollte der Papst alle in seiner Kirche daran erinnern, dass… Sprache Der Kern seiner Worte: Dienst am Glauben, an der Kirche.

“Der Bischof ist ein Diener.” 

“Zuallererst einmal ist etwas so Einfaches wie das hier nicht selbstverständlich: Die Gabe, die ihr empfangen habt, ist nicht für euch selbst, sondern um dem Evangelium zu dienen. Ihr seid erwählt und berufen, als Apostel des Herrn und als Diener des Glaubens ausgesandt zu werden”, erklärte Leo XIV.

Bevor ich mit Ihnen in einen brüderlichen Dialog trete, möchte ich kurz auf Folgendes eingehen, fügte er hinzu: “Der Bischof ist ein Diener, der Bischof ist berufen, dem Glauben des Volkes zu dienen. Das hat mit unserer Identität zu tun.”.

„Warum wurde ich gewählt? Das frage ich mich zumindest selbst“, verriet der Papst. 

“Dienen ist keine äußerliche Eigenschaft oder eine Art, eine Rolle zu erfüllen. Im Gegenteil, von denen, die Jesus zu Jüngern und Verkündern des Evangeliums beruft, insbesondere von den Zwölf, wird innere Freiheit, Armut des Geistes und Bereitschaft zum Dienst gefordert, der aus Liebe geboren ist, um die Wahl Jesu selbst zu verkörpern, der arm wurde, um uns zu bereichern (vgl. 2 Kor 8,9).“. 

Er habe uns den Stil Gottes gezeigt, der sich uns nicht in Macht, sondern in der Liebe eines Vaters offenbart, der uns zur Gemeinschaft mit ihm ruft, fügte er hinzu und erinnerte an einige Worte des heiligen Augustinus: “Über die Bischofsweihe sagt Augustinus: ‘Zuallererst muss derjenige, der über das Volk präsidiert, verstehen, dass er der Diener vieler ist’ (Diskurs 340/A, 1).”.

“Der ”Gier der Apostel nach Größe“: Jesus musste eingreifen.

Kurz darauf erinnerte der Heilige Vater daran, dass bei den Aposteln “ein gewisses Verlangen nach Größe” (ebd.) angedeutet worden sei, vor dem Jesus als Arzt eingreifen musste, um sie zu heilen. 

Tatsächlich erinnern wir uns an die Warnung des Herrn, als er die Zwölf Apostel darüber streiten sah, wer der Größte sei: “Wer unter euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein” (Mk 10,43-44). 

Was bedeutet es, ein Diener zu sein? 

Gleichzeitig fuhr der Papst fort: “Wir müssen uns heute fragen, was es bedeutet, Diener des Glaubens der Menschen zu sein. So wichtig und notwendig es auch sein mag, es genügt nicht, sich nur bewusst zu sein, dass unser Dienst im Geist des Dienens, im Bild Christi, verwurzelt ist.”.

Tatsächlich muss sich dies auch im Stil des Apostolats, in den verschiedenen Formen der Seelsorge und Leitung, im Wunsch nach Verkündigung widerspiegeln, und zwar auf so unterschiedliche und kreative Weise, je nach den jeweiligen Situationen, denen sie gegenüberstehen.”.

Ein demütiger Dienst, sagte Papst Franziskus

Der Papst zitierte hier Papst Franziskus, der mehrmals sagte: „Die einzige Autorität, die wir haben, ist der Dienst, und zwar der demütige Dienst!“ Es ist wirklich wichtig, dass wir über diese Worte nachdenken und versuchen, danach zu leben.

„Deshalb bitte ich euch, stets wachsam zu sein und in Demut und Gebet zu wandeln, um Diener des Volkes zu werden, zu dem der Herr euch sendet“, fuhr Leo XIV. fort.

“Die Nähe zu den uns anvertrauten Menschen ist keine opportunistische Strategie, sondern unsere wesentliche Voraussetzung”, sagte Papst Franziskus.Ansprache an die am Lehrgang teilnehmenden Bischöfe, 12. September 2019).

Leidenschaft und Mut bei der Verkündigung des Evangeliums

Zum Schluss sprach der Papst die Schwierigkeiten an und rief zu neuem Eifer auf. “Die Krise des Glaubens und seiner Weitergabe sowie die Schwierigkeiten, die die Zugehörigkeit zur Kirche und die Ausübung ihres Glaubens betreffen, laden uns ein, die Leidenschaft und den Mut für eine erneuerte Verkündigung des Evangeliums wiederzuentdecken.”.

“Wir dürfen nicht vergessen”, fügte der Nachfolger Peters hinzu, „die anderen Herausforderungen, eher kultureller und sozialer Natur, die uns alle betreffen und insbesondere einige Gebiete: das Drama von Krieg und Gewalt, das Leid der Armen, die Sehnsucht vieler nach einer brüderlicheren und unterstützenderen Welt, die ethischen Herausforderungen, die uns den Wert von Leben und Freiheit in Frage stellen, und die Liste wäre sicherlich noch länger.“.

“Wie aufmerksame Hirten” 

In diesem Sinne “sendet euch die Kirche als aufmerksame Hirten, die wissen, wie man den Weg, die Fragen, die Ängste und die Hoffnungen der Menschen teilt; Hirten, die Führer, Väter und Brüder für Priester und für Schwestern und Brüder im Glauben sein wollen.”.

Schließlich erklärte Leo XIV., er bete für sie, “dass es ihnen niemals an dem Hauch des Geistes mangele und dass die Freude ihrer Ordination, Möge es, wie ein sanfter Duft, auch jene umhüllen, denen sie dienen werden! Vielen Dank!.

Der AutorFrancisco Otamendi

Blickpunkt Evangelium

Wie oft muss ich mich noch entschuldigen? 24. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A)

Vitus Ntube kommentiert die Lesungen für den 24. Sonntag im Jahreskreis (A), der dem 13. September 2026 entspricht.

Vitus Ntube-10. September 2026-Lesezeit: 2 Minuten

Der heilige Petrus ist eine der sympathischsten und liebenswertesten Gestalten in den Evangelien. Er stellt Fragen, die viele von uns gern stellen würden, aber vielleicht nicht auszusprechen wagen. Wie der mutige Schüler, der für die ganze Klasse spricht, verleiht Petrus unseren Fragen eine Stimme. 

Die heutigen Lesungen drehen sich um das Thema Vergebung: Gottes Vergebung zu empfangen und diese Vergebung auch anderen zu gewähren. Im heutigen Evangelium tritt Petrus an Jesus heran und fragt ihn:“Herr, wenn mein Bruder gegen mich sündigt, wie oft muss ich ihm vergeben? Bis zu siebenmal?".

Das ist auch unsere Frage, auch wenn wir sie oft anders formulieren. Wir begegnen jemandem, von dem wir dachten, wir hätten ihm vergeben, und plötzlich stellen wir fest, dass die Wunde noch da ist. Die Erinnerung kehrt zurück, der Schmerz bricht wieder auf, und wir spüren, dass wir erneut vergeben müssen. Dann fragen wir uns: Wie oft muss ich vergeben, bevor ich wirklich sagen kann, dass ich vergeben habe?

Wir müssen unsere Entscheidung, derselben Person oder derselben schmerzhaften Situation zu vergeben, möglicherweise mehrmals erneuern. Das bedeutet nicht, dass unsere vorherige Vergebung falsch oder unaufrichtig war; es bedeutet lediglich, dass das Herz oft mehr Zeit braucht, um die Entscheidung des Willens zu treffen.

Das Gleichnis offenbart den tiefsten Grund für Vergebung. Wir vergeben, weil uns zuerst vergeben wurde. Gott macht immer den ersten Schritt. Seine Gnade geht unserer voraus. Jede christliche Vergebung ist eine Antwort auf die Vergebung, die wir bereits empfangen haben.

Zu lernen, um Vergebung zu bitten, ist noch wichtiger als zu vergeben. Wer seine eigene Bedürftigkeit nach Barmherzigkeit nie anerkennt, wird es schwer haben, anderen Barmherzigkeit zu erweisen. Wer hingegen regelmäßig vor Gott niederknien und sich der immensen Schuld bewusst ist, die ihm bereits vergeben wurde, lernt allmählich, anderen mit demselben Mitgefühl zu begegnen. Nur wer weiß, dass ihm vergeben wurde, weiß wahrhaftig zu vergeben.

Daher können wir Peters Frage auch umdrehen: Wie oft muss ich um Vergebung bitten? Bis zu sieben Mal? Jesu Antwort ist hier genauso gültig:“Ich sage nicht siebenmal, sondern siebzigmal sieben.”Das heißt, ohne mitzuzählen. Wir sollten niemals müde werden, Gott um seine Barmherzigkeit zu bitten, denn Gott wird niemals müde, uns zu vergeben.

Spanien

‘Reise zur Erlösung’, ein Jugendreiseplan zum Jubiläum 2033

Die Initiative schlägt eine neunjährige Reise vor, um junge Menschen nach Jerusalem zu begleiten, wobei Rom und Santiago als vorherige Etappen dienen.

Der makellose Sancho-10. September 2026-Lesezeit: 2 Minuten

Das Große Jubiläum der Erlösung wird 2033 gefeiert. Die Kirche arbeitet an der Initiative ‘Reise zur Erlösung’ (J2R2033), die junge Menschen auf diesem Weg begleiten und stärken soll. Drei zentrale Ereignisse sind geplant: Rom (2025), Santiago de Compostela (2027) und Jerusalem (2033). Die Initiative wurde am 7. September auf einer Pressekonferenz in Palencia vorgestellt.

Zu den Teilnehmern der Präsentation gehörten Monsignore Garciandía, der Vizepräsident der J2R-Stiftung, Fernando Moscardó, die Missionsbeauftragte der Stiftung, Mónica Marín, und der Bischofsvikar für die Verkündigung des Wortes und zuständig für den Bereich Jugendpastoral der Diözese, Pedro Brouilhet.

Eine neunjährige Reise in Richtung 2033

J2R2033 ist kein isoliertes Ereignis, sondern eine neunjährige Reise, die darauf abzielt, die sogenannte “verwundete Generation” in die “Generation der Erlösung” zu verwandeln und die sich als “Pilgerfahrt, Evangelisierung und Heilung” zusammenfassen lässt. Der Reiseplan beinhaltet auch eine Zwischenphase im Jahr 2030, die sich anlässlich des 1600. Todestages des Heiligen Augustinus auf dessen Person konzentriert.

Das Projekt hat seine erste Phase bereits abgeschlossen. Nach einer Reihe lokaler Pilgerreisen durch Europa im Juni 2025 verkündete eine Gruppe junger Menschen aus vierzehn Ländern am 1. August desselben Jahres in der römischen Basilika Santa Maria in Trastevere das Manifest der Jungen Christen Europas. Das Dokument hat bereits über 250.000 Unterschriften erhalten, darunter auch die von Leo XIV. persönlich, der die Initiative unterstützen wollte. 

Eine Initiative, die bereits an Unterstützung gewinnt

‘Das Projekt ’Reise zur Erlösung“ nahm vor über zwei Jahren im Netzwerk der Wallfahrtsorte des Heiligen Michael in Europa Gestalt an. Dessen Wallfahrtsort in Navarra wurde früher von Bischof Garciandía geleitet. Seither wird das Projekt vom Bischöflichen Unterausschuss für Jugend und Kindheit der Spanischen Bischofskonferenz, dem Erzbistum Santiago de Compostela und der Kirche in Jerusalem unterstützt, wo die Reise ihren Abschluss finden wird. Der Lateinische Patriarch, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, bestätigte, dass auch junge Menschen im Heiligen Land an dem Projekt teilnehmen möchten.

Das nächste Ziel wird das Heilige Jahr von Santiago de Compostela 2027 sein, das Monsignore Garciandía als Mobilisierung junger Menschen entlang der Pilgerwege in ganz Europa vorstellt, ohne dass ein physisches Zusammentreffen in Santiago erforderlich ist.

Der AutorDer makellose Sancho

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Erziehung

Zeit ist ein Geschäft, kann die Schule etwas dagegen tun?

Der Papst ruft Familien und Pädagogen dazu auf, angesichts künstlicher Intelligenz und technologischem Wandel das Schulwesen neu zu überdenken, ohne dabei die menschlichen Beziehungen aufzugeben.

Álvaro Gil Ruiz-10. September 2026-Lesezeit: 4 Minuten

Ein neues Schuljahr beginnt, und manche vertrauten Szenen wiederholen sich. Schulmaterialien vorbereiten, Elternabende, Wiedersehen mit Klassenkameraden, der Beginn der außerschulischen Aktivitäten… So viele Gefühle, Erfahrungen und Gewohnheiten werden gesammelt, sodass diese soziale und schulische Realität Jahr für Jahr einen tiefgreifenden und nachhaltigen Einfluss auf unsere Kinder hat. Aber ist dieser Einfluss wirklich so groß? Haben sich die Zeiten nicht geändert? Sprechen wir nicht von einem überholten System?

Bildung und Gesellschaft vor einem Jahrhundert, einem halben oder auch nur einem Jahrzehnt – oder sogar noch kürzerer Zeit – ähneln der heutigen Welt in keiner Weise. Wandel war schon immer unvermeidlich, doch das Tempo ist derzeit schwindelerregend. Alles verändert sich in atemberaubender Geschwindigkeit. Was gestern noch galt, gilt heute nicht mehr. Was bleibt konstant? Zweifellos bleibt der soziale, emotionale und akademische Einfluss der Schule und all dessen, was in ihren Mauern geschieht, auf unser Leben. Sie ist einer der einflussreichsten Faktoren, die unsere Zukunft prägen. Wenn wir also die Zukunft unserer Familien und unserer Gesellschaft sichern wollen, müssen wir der Bildung zukünftiger Generationen höchste Priorität einräumen und uns der Veränderungen, die wir erleben, bewusst sein. 

Der Papst wird die UNESCO besuchen

Leo XIV., der Papst, der bei seinem Besuch in Spanien großen Beifall erntete, ist sich der entscheidenden Bedeutung von Bildung und Schulen sehr wohl bewusst. Ein Beweis dafür ist sein bevorstehender Besuch bei der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur). Im Rahmen seiner Apostolischen Reise nach Frankreich haben die französische Kirche, die französische Regierung und die UNESCO selbst den Papst zu einem Besuch dieser internationalen Organisation eingeladen.

Das Treffen findet am 25. September in Paris im Hauptsitz statt. Dort wird er mit Khaled El-Enany, dem Generaldirektor (mit dem er sich bereits im Juni letzten Jahres getroffen hat), zusammentreffen, um aktuelle Herausforderungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Datenintegrität, Bildung und künstlerisches Schaffen im digitalen Zeitalter zu erörtern. Das Programm umfasst außerdem Podiumsdiskussionen und eine Ansprache des Papstes.

Was sagt Leo XIV. dazu?

Doch die höchste Autorität der katholischen Kirche hat ihre Gedanken zu diesen Fragen bereits in ihrer jüngsten Enzyklika dargelegt., Großartige Menschheit. Und das ist richtig so, denn es behandelt Themen, die Familien, Schulen und die Gesellschaft im Allgemeinen betreffen. 

Zunächst einmal ist er besorgt über das, was Papst Franziskus dazu aufgerufen hat. Laudato Si, Das “technokratische Paradigma» ist eine Logik, deren Algorithmus Effizienz, Kontrolle und Profit für Konzerne priorisiert. Diese Konzerne entwickeln Geschäftsmodelle, die Aufmerksamkeit und Zeit monetarisieren, wobei Männer und Frauen zur Ware werden. In diesem Modell sind die Jüngsten und am wenigsten Gebildeten die Schwächsten und Verletzlichsten und daher am anfälligsten für Sucht und Ausbeutung. Angesichts dieser Realität schlug Leo XIV. ein Bündnis zwischen Politik, Bildungseinrichtungen und Familien vor. Beispiele hierfür sind die wegweisenden Gesetzesvorschläge in Frankreich und Spanien zur Einschränkung der Nutzung sozialer Medien durch Minderjährige unter sechzehn Jahren, damit die Last nicht allein auf den Familien lastet. 

Der Papst stellt klar, dass die Schule der wichtigste Verbündete der Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder ist. Sie haben das vorrangige und unveräußerliche Recht, die Art der Bildung und Ausbildung ihrer Kinder gemäß ihren eigenen moralischen, kulturellen und religiösen Überzeugungen zu wählen. 

In Bezug auf die Schule spricht er auch von “unvermeidlichen Herausforderungen”, wie etwa der Überwindung von Hindernissen beim Zugang zu Grundbildung und Hochschulbildung. 

Bildung, um im Zeitalter der KI zu denken.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass die Schule sich an das rasante Tempo des gesellschaftlichen Wandels anpassen muss, was fast zwangsläufig erfordert, stets auf dem neuesten Stand zu bleiben. Angesichts von KI und anderen Realitäten schlägt der Papst eine ganzheitliche Bildung vor, die alle Dimensionen der Persönlichkeit umfasst, kontinuierliche Lehrerfortbildungen und einen positiven Dialog mit der Technologie, um diese verantwortungsvoll, kritisch und kreativ zu nutzen. 

Angesichts des ständigen Informationsflusses, den die Technologie uns bietet, sind wir aufgerufen, zu forschen, zu reflektieren und zu urteilen, um nicht in ein fragmentiertes und unausgewogenes Verständnis zu verfallen. Wir sind zu echtem kritischem und kreativem Denken aufgerufen. Denn, wie der Papst sagt, sprechen viele Pädagogen zunehmend von Entmenschlichung, weil Schüler zwar “vieles wissen”, aber Schwierigkeiten haben, Sinn in ihrem Leben zu finden. 

Um das wiederzuerlangen, was die Technologie nicht leisten kann.

Kurz gesagt: “Schulen sollen nicht mit der Geschwindigkeit der digitalen Welt mithalten, sondern das bieten, was die digitale Welt allein nicht leisten kann: gemeinsame Lernzeit und verlässliche Beziehungen.”

Daher sollten Familien, Bildungseinrichtungen und die Gesellschaft sich mit diesen Fragen auseinandersetzen. Wie kann ich bei meinen Kindern oder Schülern echtes Lernen fördern? Wie kann ich tiefe Freundschaften pflegen? Wie kann ich Respekt und Nähe zu allen Menschen stärken? 

Die Antworten auf diese und weitere Fragen sind sehr komplex, doch sie müssen angegangen werden. Daher sind alle Verantwortlichen im Bildungsbereich – allen voran die Eltern, gefolgt von den Lehrkräften und Erziehern und, als Träger des Gemeinwohls, die Politiker – aufgerufen, sich eingehend mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und Initiativen für Fortschritte zu entwickeln und umzusetzen. Und wie ließe sich dieser Prozess besser beginnen, als mit der sorgfältigen Lektüre und der Auseinandersetzung mit den Ideen aus Leo XIV. Enzyklika sowie seiner Rede vor der UNESCO Ende September? So können wir uns darauf vorbereiten, Kindern zu helfen.  

Kino

Carles Prats: «In Montserrat lernte ich eine andere Art kennen, Zeit zu verstehen.»

Nach vier Jahren, in denen er bei den Mönchen von Montserrat lebte, beleuchtet Carles Prats deren besondere Art, Zeit zu erleben, in einem Dokumentarfilm, der die Realität der Gemeinschaft ungefiltert und ohne Werturteile zeigen will: "El temps de Montserrat".

Teresa Aguado Peña-10. September 2026-Lesezeit: 6 Minuten

Vier Jahre lang drehte Regisseur Carles Prats, um dem Alltag der Mönche von Montserrat näherzukommen. So lange verbrachte er damit, das Kloster zu betreten und zu verlassen, um seine Vision zu formen. Die Zeit von Montserrat Der Dokumentarfilm «Die Zeit von Montserrat» möchte anlässlich des tausendjährigen Bestehens des Klosters den Alltag der Benediktinergemeinschaft ohne Wertung oder Kommentar zeigen. Das Projekt begann vor der Pandemie und ermöglichte es dem Team, ein ungewöhnliches, fast menschenleeres Montserrat zu erleben und Orte und Momente zu entdecken, die normalerweise den Touristen verborgen bleiben.

Prats, der es gewohnt ist, an Dokumentarfilmen über Kultur, Film und Musik zu arbeiten («Peret und der Ursprung der katalanischen Rumba», «"Dracula Barcelona"» ), bestätigt, dass diese Erfahrung besonders bereichernd war. Das Ergebnis ist ein nachdenklicher Blick auf eine Gemeinschaft, deren Alltag von Gebet, Arbeit und einem besonderen Zeitverständnis geprägt ist. Der Film wird auf dem BCN Film Festival präsentiert und feiert am 10. September im Rahmen einer Sondervorführung Premiere. A Contracorriente Filme.

Hinter dem Projekt verbirgt sich eine persönliche Geschichte. Nuria Casaldáliga, Prats' Schulfreundin und Nichte von Bischof Pere Casaldáliga, war es, die gemeinsam mit ihm die Initiative ergriff und den Dokumentarfilm realisierte. Ihr Tod im vergangenen Januar verleiht dem Ganzen eine noch tiefere Bedeutung. Die Zeit von Montserrat in einem Projekt, dem der Regisseur besonderen Dank ausspricht.

In diesem Interview spricht der Regisseur über seine Erfahrungen mit den Mönchen und darüber, was er über das klösterliche Leben, die Wiederholung und eine andere Art, die Zeit zu verstehen, herausgefunden hat.

Warum einen Dokumentarfilm über die Mönche von Montserrat drehen?

Montserrat war für mich schon immer ein sehr interessanter und inspirierender Ort. Vor einigen Jahren las ich einen Essay von Neil Postman, in dem er beschrieb, wie Benediktinergemeinschaften mit der Zeit umgingen. Er ging sogar so weit zu sagen, es scheine, als hätten die Benediktiner die Uhr erfunden.

Andererseits ist es äußerst kompliziert, einen Dokumentarfilm über den Klosteralltag zu drehen, da man dafür die Klosterbewohner dazu bringen muss, ihre Türen zu öffnen. Angesichts der Faszination für das Kloster, den dortigen Umgang mit Zeit und die Möglichkeit, Einblicke in den Alltag zu gewähren, machten Nuria Casaldáliga, die die Produktion leitete, und ich uns an die Umsetzung.

Der Dokumentarfilm legt besonderen Wert auf das Thema Zeit. Was kann man daraus lernen, wie diese Mönche mit ihrer Zeit umgehen?

–Es gibt einen Punkt im Leben, an dem man, zumindest in meinem Fall, immer wiederholender wird. Das sagte auch Jorge Luis Borges: “Es gibt einen Moment im Leben, in dem man aufhört zu lesen und stattdessen wieder und wieder liest.”

In der Dokumentation sagt der Abt, dass Wiederholung zu einem besseren Verständnis von sich selbst und der Welt führt. Ich glaube, ich befinde mich gerade auch in so einer Phase der Wiederholung, in einem Moment der Besinnung. Für mich war es eine bereichernde Erfahrung.

Die Gemeinschaft von Montserrat ist etwas ganz Besonderes. Es gibt etwa 50 Mönche, und die meisten von ihnen haben eine höhere Bildung, sodass man sich in einer Gemeinschaft wiederfindet, die in vielerlei Hinsicht kultiviert ist.

Wenn man die Mönche in der Basilika singen sieht, entsteht ein Bild, das wenig mit ihrem Alltag zu tun hat. Jeder hat seine eigenen Aufgaben: Einige sind für die Bibliothek zuständig, andere leiten die Herberge und wieder andere heißen die Pilger willkommen.

Darüber hinaus hat sich die Gemeinschaft stark verändert. Sie wird zwar von der Benediktinerregel, einem Text aus dem 6. Jahrhundert, geleitet, doch der Abt passt sie den heutigen Gegebenheiten an. So tragen heute beispielsweise alle Mönche Handys und schreiben sich gegenseitig Nachrichten. WhatsApp, etwas, das vor 200 Jahren nicht der Fall gewesen wäre.

Man könnte meinen, dass das Leben von Mönchen aufgrund ihrer Zeiteinteilung eintönig sei. Wie würden Sie auf dieses Vorurteil reagieren?

Das Leben hängt davon ab, was man mag und was nicht. Sie erklärten beispielsweise, dass der Philosoph Kant jeden Tag genau dasselbe tat. Vielleicht haben Freizeit, Urlaub, Reisen, Kinobesuche oder Videospiele in den letzten Jahrzehnten einen hohen Stellenwert erlangt. Daher rührt diese Idee.

Ich finde Wiederholung aber nicht schlecht; im Gegenteil. Aus der Perspektive der Meditation und Selbstfindung kann sie positive Auswirkungen haben.

Manche Menschen sind sehr unruhig und können dort nicht aushalten. Andere hingegen empfinden es als erfüllend. Ich habe beobachtet, dass die Mönche es genießen. Dieser strukturierte Tagesablauf ermöglicht ihnen ein erfülltes Leben.

Nachdem Sie jahrelang in dieser Gemeinschaft gelebt haben, was glauben Sie, kann das Klosterleben heute einer Gesellschaft bieten, die in einem immer schnelleren Tempo lebt?

–Ich glaube, wir leben in einer Gesellschaft, die in mancher Hinsicht oberflächlich ist. Alles bewegt sich sehr schnell, und wir haben uns an kurze Botschaften und stark fragmentierte Inhalte gewöhnt.

Dieses Zeitmanagement und der Zweck, für den man seine Zeit nutzt, bringen meiner Ansicht nach positive Dinge mit sich. Tatsächlich gab es historisch gesehen immer Menschen, die in Gemeinschaften an abgelegenen Orten leben wollten. 

Die Gemeinschaft von Montserrat ist keine abgeschlossene Gemeinschaft. Sie ist sehr eng mit der Welt verbunden: Es gibt Mönche, die außerhalb des Klosters unterrichten und an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen, obwohl sie weiterhin dem benediktinischen Zeitplan folgen. 

Gleichzeitig gibt es aber auch dieses eher introspektive und meditative klösterliche Lebensstilmodell, das ich für sehr positiv halte, insbesondere in einer zunehmend oberflächlichen Welt.

An einer Stelle des Dokumentarfilms sagt einer der Mönche, das Bild eines lesenden Mönchs im Garten sei verzerrt. Glauben Sie, dass die Menschen ein Bild vom Klosterleben haben, das nicht der Realität entspricht?

– Ja. In vielerlei Hinsicht ist die Realität dieser Mönche überraschend. Dieser Mönch leitet die Bibliothek und ist sehr diskret (er trat nur auf eigenen Wunsch in der Dokumentation auf, da er das Rampenlicht meidet). Ich fand seine Reflexion über das idealisierte Bild des lesenden Mönchs unter einem Baum sehr amüsant.

Auch die Lebensläufe der einzelnen Mönche sind überraschend. Der heutige Museumsdirektor war zuvor Leiter der IT-Sicherheit in einem amerikanischen Unternehmen. Der Leiter des Klosters war Filialleiter bei Burger King. Ein anderer war Gärtner, und ein weiterer lehrte an der Universität.

Es ist eine sehr vielfältige Welt, die man sich vor der Ankunft nicht vorstellen kann. Und ja, diese Stereotypen existieren tatsächlich.

Wenn man dann mit ihnen zusammenlebt, entdeckt man eine ganz andere Art von Beziehung. Am Ende des Tages treffen sie sich vielleicht, um Zeitung zu lesen, über ein Fußballspiel zu diskutieren oder Mensch ärgere Dich nicht zu spielen. Die Mönche sind lustig. Wie bei allen Menschen gibt es auch hier geselligere und zurückhaltendere Menschen, aber für mich war es eine sehr interessante und bereichernde Erfahrung.

Hat es Sie gestört, die Mönche dazu zu bringen, sich auf diese Weise zu entblößen?

–Es dauerte eine Weile, bis sie uns ihre Türen öffneten. Einer der maßgeblichen Dokumentarfilme über Klöster., Die große Stille, Er musste 18 Jahre warten, bevor man ihm die Dreharbeiten erlaubte. Wir mussten acht Monate warten.

Das versteht man erst, wenn man im Kloster ist, denn für die Mönche ist ihr Alltag, ihre Gebets- und Gottesdienstroutine, wichtiger als die Betreuung von jemandem, der kommt, um einen Dokumentarfilm zu drehen.

Ich war auch überrascht, dass alle Mönche Uhren tragen. Sie erklärten mir, dass der Abt bei ihrem Eintritt in die Gemeinschaft ihre Uhren einsammelt und sie nach dem Zufallsprinzip verteilt, sodass jeder Mönch am Ende wahrscheinlich eine andere Uhr hat als die, die er bei seiner Ankunft trug.

Die Mönche erzählen, warum sie ihr früheres Leben aufgaben, um ins Kloster einzutreten. Gab es dabei ein Zeugnis oder eine persönliche Geschichte, die Sie besonders berührt hat?

–Besonders beeindruckt hat mich die Geschichte eines Mönchs, der als junger Mann im Rahmen einer Exkursion Montserrat besuchte. Er sah die Mönche und beschloss, Teil der Gemeinschaft zu werden.

Um sicherzugehen, dass seine Berufung tatsächlich das Klosterleben war, bat er darum, ein Jahr außerhalb des Klosters leben zu dürfen. Man gab ihm ein Haus in einem kleinen Dorf in den Pyrenäen.

Die Dorfbewohner misstrauten ihm, weil er lange Haare hatte und sie ihn für einen Hippie hielten. Als sie erfuhren, dass er ein Mönch aus Montserrat war, änderte sich ihr Verhältnis zu ihm. Er blieb schließlich 19 Jahre in dem Dorf und arbeitete auf den Feldern.

Danach pflegte sie ihre kranke Mutter und später ihren Vater. Weitere zwölf Jahre vergingen. Mit anderen Worten: Sie hatte geplant, ein Jahr fort zu sein, verbrachte aber schließlich 31 Jahre dort, bevor sie sich zur Rückkehr ins Kloster entschloss.

Er kam zurück, klopfte an die Tür und sagte: «Sehen Sie, ich bin vor 31 Jahren fortgegangen.» Und er wurde wieder Mönch. Die Geschichte hat mich sehr fasziniert.

Was ist das Bewundernswerteste am Leben dieser Mönche?

Ich bewundere, dass sie zu dem Schluss gekommen sind, Mönche werden zu wollen. Viele versuchen es eine Zeitlang, und manche geben auf, weil sie merken, dass das Klosterleben nichts für sie ist.

Mich beeindruckt auch, wie anders das Leben in einer Gemeinschaft ist. Wir denken viel über Besitz nach: «Ich habe das gekauft, ich will das, ich will das.» Dort herrscht eine ganz andere Mentalität. Es ist wie eine geistige Befreiung von den Verpflichtungen, die der Konsumismus mit sich bringt.

Ich glaube, wenn man es richtig angeht, bereichert es einen. Montserrat hat fantastische Intellektuelle hervorgebracht, und die Veröffentlichungen der Abtei Montserrat sind wunderbar. Man sieht, dass Menschen, die dort im Kloster gelebt haben, absolut bewundernswerte Werke geschaffen haben.

Ein Mönch erzählte mir, dass sie eine Vierteljahreszeitschrift herausgeben. Er meinte aber: “Wenn sie nur alle sechs Monate erscheint, ist das nichts Besonderes”, denn für sie sei es wichtig, den Tagesablauf einzuhalten. Ich finde, das ist eine wertvolle Lektion: Prioritäten zu setzen und die wirklich wichtigen Dinge zu priorisieren. Alles andere kommt später.

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Berufung

100 años del Domund: nace una web de homenaje a un siglo misionero

El Domingo Mundial de las Misiones (DOMUND) cumple 100 años. Desde 1926, esta jornada ha impregnado la sociedad española y ha impulsado la evangelización en territorios de misión de forma importante. Con motivo del centenario, Obras Misionales Pontificias (OMP), lanza un homenaje a este siglo misionero con una nueva web interactiva y visual.

Redaktion Omnes-10. September 2026-Lesezeit: 4 Minuten

Este año 2026 se cumplen 100 años del Domund, y su celebración ya está en marcha. Obras Misionales Pontificias prepara la campaña de este año, que se celebrará por centésima vez el próximo 18 de octubre. Der Papst ha elegido como lema de esta Jornada “Uno en Cristo, unidos en la misión”, como pueden ver en su Nachricht A lo largo de septiembre y octubre, OMP irá informando de diversas iniciativas propuestas para celebrar esta efeméride en toda España.

De momento, OMP ofrece un homenaje a este siglo misionero (1926-2026), en esta innovadora web con un recorrido interactivo muy visual por los cien años del Domund en España (fotografías, vídeos, huchas…) y por los territorios de misión (datos estadísticos comparados, infografías…).

Aunque ahora se verá con más detalle, esta jornada del Domund ha impulsado la evangelización, la misión de la Iglesia, de forma notable: en cada uno de los 36.500 días de este siglo se han bautizado de media 9.000 católicos, y se han construido tres escuelas y una parroquia…, y muchas más iniciativas. 

A la izquierda, José María Calderón, director de OMP España, y a la derecha Serafín Suárez, misionero en África (Flickr / OMP España).

Líderes en generosidad, en dinero y en misioneros

¿Se acuerda usted de cuando salía de niño a pedir dinero por las misiones?, se pregunta OMP España. ¿Recuerda las huchas, los carteles, los encuentros, las películas?… Fue en 1926 cuando el Papa Pío XI quiso que toda la Iglesia dedicara el penúltimo domingo de octubre a rezar por la misión que la Iglesia realizaba en los territorios de misión y a colaborar con ella, a través de Päpstliche Missionsgesellschaften (OMP). 

El objetivo era recordar cada año a todos los bautizados la llamada a apoyar la evangelización hasta los confines de la Tierra.

En España, la invitación del Papa se asumió con fuerza, recuerdan, y cada año se organizaban conferencias, testimonios en colegios, vídeos… “Todo ello despertó en nuestro país un sentimiento misional que ha dado lugar a que en la actualidad los españoles seamos líderes en generosidad, tanto en dinero como en misioneros”.

(@web www.domund100.es).

Una web especial

Con motivo del centenario del Domund, como se ha señalado más arriba, Obras Misionales Pontificias ha buceado en sus archivos históricos y los comparte en la web especial domund100.es

La web está estructurada en tres partes, y busca ofrecer de una forma interactiva un recorrido por esta jornada misionera. 

La primera parte, “100 años contigo”, pone el foco en el Domund en España, y reúne fotografías históricas de las diversas iniciativas de esta jornada que despertarán la nostalgia de muchos. 

Se ofrece una explicación sobre el nacimiento de esta jornada, se presentan los carteles históricos por años, se recuerda las icónicas huchas del Domund… Entre otros muchos contenidos, se podrán conocer en la web las películas misioneras promovidas por OMP con actores como Fernando Fernán Gómez o Sara Montiel.

Frutos del Domund: 9.000 católicos, 3 escuelas, 2 sacerdotes… al día, durante 100 años

Con la jornada del Domund, el Papa Pío XI implicaba a todos los católicos en el sostenimiento de la evangelización en los territorios de misión, aquellas diócesis que dependían de la histórica Propaganda Fide (hoy Dicasterio para la Evangelización). 

En la segunda parte de la web especial “100 años por ellos”, OMP comparte los frutos de la acción misionera.

Tras un estudio minucioso de los datos de los Anuarios Pontificios de 1925, 1950, 1975, 2000 y 2025, se ofrecen mapas e infografías interactivas que permiten comprender el alcance de la evangelización en este último siglo, en el que se han multiplicado por cuatro las diócesis misioneras, y de media diaria, desde hace 100 años, se han bautizado 9.000 nuevos católicos, se han ordenado 2 sacerdotes y consagrado 5 religiosas, y se han construido 1 parroquia y 3 escuelas.

Imagen del mapa mundi interactivo que permite conocer la ‘explosión misionera’ en estos 100 años gracias al Domund (@web www.domund100.es).

Un mapamundi interactivo

En la web se puede comprobar cómo hace 100 años la evangelización estaba encomendada a institutos y congregaciones religiosas; y cómo en estos años se ha implantado la Iglesia y se ha dado lugar a 1.132 diócesis actuales que, tras haber sido fundadas por los misioneros, siguen necesitando el apoyo de toda la Iglesia. En un mapamundi interactivo se puede constatar la ‘explosión’ misionera en el último siglo, con un crecimiento de diócesis y católicos exponencial.

Evangelización en Nakuru (Kenia) (@web www.domund100.es).

Un ejemplo, la evolución de Nakuru (Kenia)

La web pone a una de estas diócesis como ejemplo de lo que sucede, a la vez, en todos los territorios de misión. En concreto, se presenta la evolución de Nakuru (Kenia), donde la ayuda del Domund ha permitido que año a año se haya podido ir construyendo la Iglesia local (conventos, parroquias, formación de catequistas y vocaciones, escuelas…). Además se ofrecen imágenes inéditas de misioneros en blanco y negro, que llevaban el Evangelio en los cinco continentes en condiciones mucho más complicadas que las actuales.

Jóvenes en Corea del Sur, con María Matos (@web www.domund100.es).

Los misioneros recuerdan el Domund

En la última parte de la web, “100 años para Él”, misioneros españoles recuerdan con cariño, comenta OMP España, cómo esta jornada les ha acompañado a lo largo de los años. Muchos de ellos descubrieron gracias al Domund su vocación, o han encontrado en el apoyo económico y en la oración oxígeno para seguir adelante en su misión. Y se termina con la oración del Domund, propuesta por el Papa León XIV.

Der AutorRedaktion Omnes

Aus dem Vatikan

Der Papst ermutigt dazu, sich für die Wahrung der Würde der Kinder Gottes einzusetzen.

“Hemos sido creados a imagen de Dios: comprometámonos a promover y defender la dignidad de hijos de Dios, con la luz y la fuerza del Evangelio”, ha pedido el Papa León XIV en la Audiencia de este miércoles, en su catequesis sobre la Constitución Gaudium et Spes.

Francisco Otamendi-9 de September de 2026-Lesezeit: 4 Minuten

Con la innovación de un saludo especial en lengua croata a un amplio grupo de fieles del Ordinariato militar de Croacia, muy numerosos hoy en la Plaza de san Pedro, y una bienvenida especial a diócesis y parroquias italianas, y a los ayudantes eclesiásticos de la Fundación Hilfe für die Kirche in Not, el Santo Padre León XIV ha proseguido el comentario de la Constitución conciliar Gaudium et Spes (GS), con su primer capítulo dedicado a la dignidad de la persona humana.

La Constitución Gaudium et Spes del Concilio Vaticano II subraya que la dignidad humana es “fundamento y condición” de aquellos “valores que hoy disfrutan la máxima consideración”, pero que necesitan no perder la relación con ‘su fuente divina’, para sustraerse a las posibles distorsiones debidas a ‘la corrupción del corazón humano’ (GS, 11)”.

El camino que ha permitido poner de relieve los rasgos y los derechos fundamentales de la dignidad de la persona representa una de las páginas más significativas de la historia humana, ha subrayado el Pontífice.

Sin embargo, el Papa ha alertado en la Allgemeines Publikum de que el camino que queda por recorrer “no ha terminado y debe afrontar las contradicciones, antiguas y nuevas, que impiden su plena realización”.

La dignidad humana, un don que procede del amor de Dios

La Iglesia recuerda que la dignidad humana brota del mismo ser de la persona, y he tenido ocasión de reafirmarlo también en la reciente encíclica ‘Magnifica humanitas’, ha señalado el Papa: 

“Cada persona, hecha constitutivamente para la relación, es pensada y querida por Dios para entrar en una historia de comunión con Él, con los demás y con la creación.

Su dignidad no depende de las capacidades que posee, de las riquezas o del rol que desempeña, ni de las decisiones justas o equivocadas que toma, sino que es un don que la precede y la excede, dado por Dios como expresión de su amor que nunca falla” (n. 50).

La dignidad infinita del ser humano, por tanto, ha manifestado el Papa León XIV, se arraiga en su identidad de criatura hecha “‘a imagen de Dios’, capaz de conocer y amar a su Creador”, proyecto y don de amor que trasciende las demás realidades creadas, las cuales están confiadas a su cuidado «para gobernarla y usarla glorificando a Dios”.

El fundamento último, en la fe

En la fe podemos comprender el fundamento último de la dignidad de la persona, puesto que el Hijo, “en la misma revelación del misterio del Padre y de su amor, manifiesta plenamente el hombre al propio hombre y le descubre la sublimidad de su vocación» (n. 22).

El papa León XIV saluda a la gente frente a la Basílica Santuario de Nuestra Señora del Buen Consejo en Genazzano, Italia, al sureste de Roma, el 7 de septiembre de 2026, víspera de la fiesta de la Natividad de la Santísima Virgen María. (Foto de OSV News/Simone Risoluti, Vatican Media).

Ser persona, relación con Dios y con los demás, don que hay que compartir

A continuación, el Santo Padre ha profundizado en la relación y en el don. “La persona implica siempre relación, comunión y participación con respecto a Dios y a los demás; por lo tanto, una relación filial con Dios Padre y una relación fraterna con Cristo y con todos los seres humanos. Excluye los cierres autorreferenciales. Ser persona significa percibirse a sí mismo como un don que hay que compartir, creciendo y madurando en la acogida, la reciprocidad y el servicio.

Esta dignidad, ha recordado el Papa, está confiada a la responsabilidad de cada uno; y al mismo tiempo, “exige también solidaridad y cuidado recíproco, superando las numerosas falsificaciones y manipulaciones que todavía hoy desfiguran su percepción y obstaculizan su realización”.

Tres expresiones: inteligencia, conciencia y libertad

Al ir concluyendo, León XIV ha señalado las tres expresiones más significativas de la dignidad de la persona que la Gaudium et spes destaca: la inteligencia, que hace del ser humano un buscador insaciable de la verdad; la conciencia, por medio de la cual da unidad y sentido a su propia vida; y la libertad, que lo convierte en protagonista responsable de sus propias decisiones.

Son dimensiones estrechamente vinculadas entre sí: es en la conciencia donde la verdad es reconocida como tal y donde la libertad puede experimentarla como su fundamento y posibilidad, ha dicho el Pontífice.

Finalmente, el Papa ha manifestado que “el Espíritu Santo, que da vida en Cristo, nos hace libres y nos asegura constantemente nuestra dignidad de hijos de Dios, liberándonos del miedo y guiándonos hacia la meta última (…).

Mensaje final: promover y defender la dignidad humana

“Hemos sido creados a imagen de Dios: comprometámonos a promover y defender la dignidad de hijos de Dios, con la luz y la fuerza del Evangelio”, ha alentado el Sucesor de Pedro, que ha recordado la fiesta de ayer.

Ayer celebramos la fiesta litúrgica de la Natividad de la Santísima Virgen María; que su ejemplo y su maternal intercesión os inspiren y acompañen en vuestra vida, ha dicho el Papa antes de dar la Bendición a los peregrinos y fieles en la Plaza de San Pedro.

Der AutorFrancisco Otamendi

Aktuelles

Leo XIV. in Frankreich. Damit die Welt Leben habe

El país galo espera al pontífice en una visita de 4 días y cinco etapas en las que visitará París, Saint-Denis, Lourdes y Metz. León XIV toma el testigo de Benedicto XVI, último Papa en pisar suelo francés en 2008.

Gonzalo Meza-9 de September de 2026-Lesezeit: 8 Minuten

La Conferencia Episcopal Francesa (CEF)  se reunió este martes en su sede parisina para presentar el viaje apostólico del Papa León XIV a Francia, del 25 al 28 de septiembre. En la conferencia de prensa participaron el cardenal Jean-Marc Aveline, arzobispo de Marsella y presidente de la Conferencia Episcopal Francesa (CEF); Mons. Benoît Bertrand, obispo de Pontoise y presidente del Comité de Organización del viaje; así como el arzobispo de París, Laurent Ulrich; el obispo de Tarbes y Lourdes, Jean-Marc Micas; y el arzobispo-obispo de Metz, Philippe Ballot, así como los coordinadores logísticos de la visita papal.

Serán cuatro días y cinco etapas: la sede de la UNESCO, París, Saint-Denis, Lourdes y Metz. León XIV será el décimo Papa en París. La última estancia de un pontífice fue la de Benedicto XVI, en 2008.

El cardenal Jean-Marc Aveline, arzobispo de Marsella y presidente de la CEF, dijo que la preparación  de este viaje no es solo material. Conviene prepararse para escuchar al Papa y vivir este acontecimiento como un regalo que se nos hace, dijo.

El cardenal no quiso anticipar el contenido de los mensajes, aunque sí apuntó su eje: la defensa de la dignidad humana, a la luz de su encíclica “Magnifica humanitas”. 

Monseñor Benoît Bertrand, obispo de Pontoise, vicepresidente de la CEF y presidente del comité organizador, resumió la preparación en tres palabras: alegría, diversidad y expectativa. La diversidad, precisó, va de las grandes multitudes a asambleas de medio millar de personas y a encuentros que no reunirán a más de diez. 

Sobre las expectativas de los franceses, que considera numerosas y no solo de los cristianos, habló de ser fortalecidos en la fe, de ser conducidos por los caminos de la misión, de que la Iglesia esté al servicio de los pequeños y de los pobres, y de quienes buscan a Dios. 

“El Santo Padre viene también a Francia para cuidar nuestra esperanza, porque tenemos muchísima necesidad de ella”, dijo. “Sin duda, este viaje será histórico”.

Para que el mundo tenga vida: un lema nacido en una calle de Roma

El lema oficial del viaje es “Para que el mundo tenga vida”. Procede del capítulo sexto del evangelio de san Juan, el discurso del Pan de Vida.

La propuesta salió del cardenal Aveline y el propio León XIV la aprobó personalmente. Aveline ha contado su origen: “Una mañana, mientras regresábamos al Seminario Francés por la calle de los anticuarios, en Roma, caminando con los dos vicepresidentes, reflexionábamos. Entonces se me ocurrió la idea: “Para que el mundo tenga la vida”. Esa misma noche escribí un breve correo al Papa. A la mañana siguiente, el pontífice me respondió: “Sí, esa es buena”».

El cardenal explicó por qué le parece significativo: “Porque expresa, en pocas palabras, una primera realidad: una palabra de Cristo: “He venido para que tengan vida y la tengan en abundancia”. También porque define, para la fe cristiana, quién es la persona de Cristo: “Yo soy el camino, la verdad y la vida”».

El “derecho a la ayuda para morir” en Francia

El lema no es baladí. El 15 de julio la Asamblea Nacional aprobó en lectura definitiva la ley que instaura el “derecho a la ayuda para morir”, con 291 votos a favor, 241 en contra y 29 abstenciones, después de que el Senado la rechazara en tres ocasiones.

El primer ministro, Sébastien Lecornu, y el presidente del Senado la remitieron al Consejo Constitucional, que el 14 de agosto la declaró conforme a la Constitución con tres reservas de interpretación, entre ellas una cláusula de conciencia para farmacéuticos y para establecimientos sanitarios. Emmanuel Macron la promulgó el 18 de agosto y el texto apareció en el Diario Oficial al día siguiente.

La ley abre el acceso, bajo condiciones, a personas mayores de edad con una afección grave e incurable que compromete su pronóstico vital. Se espera que será en Lourdes donde el Papa insista en el cuidado de la vida. 

Los catecúmenos, la sorpresa francesa

El segundo telón de fondo es un fenómeno que la propia Iglesia francesa no esperaba: el aumento sostenido de adultos y adolescentes que piden el bautismo.

Según la encuesta anual de la CEF publicada el 25 de marzo, 21.386 catecúmenos fueron bautizados en la Vigilia pascual de 2026: 13.234 adultos y 8.152 adolescentes. Es un 28 % más de adultos y un 10 % más de adolescentes que en 2025.

En diez años la cifra de adultos se ha triplicado, de 4.124 en 2016 a 13.234 este año.

Los jóvenes de 18 a 25 años son el grupo más numeroso, con un 42 %, seguidos por los de 26 a 40 años.

París es un caso aparte. La diócesis concentra alrededor del 10 % de los catecúmenos del país y sostiene setenta capellanías estudiantiles, sesenta y cinco seminaristas y dieciséis nuevos sacerdotes ordenados en 2025. En el conjunto de la provincia eclesiástica de París, que agrupa a las ocho diócesis de Île-de-France, los adultos que piden el bautismo pasaron de 1.249 en 2021 a 3.158 en 2026, un alza del 153 %.

Ante ello los obispos de Île-de-France convocaron en abril de 2025 lo que iba a ser un concilio provincial sobre el tema “Catecúmenos y neófitos, nuevas perspectivas para la vida de nuestra Iglesia en nuestras diócesis”. Hubo que cambiar la denominación de «concilio» porque el número de invitados excedía lo previsto por el derecho canónico y pasó a llamarse Asamblea Eclesial Provincial. Se abrió solemnemente el 31 de mayo en Notre-Dame de París y trabajará en tres sesiones: octubre de 2026, enero de 2027 y mayo de 2027. 

Es por ello que el sábado 26 por la mañana, León XIV se reunirá en el Instituto Católico de París con los miembros de la asamblea, catecúmenos y neófitos. Allí rezará también ante varias figuras de santos y beatos, que estuvieron en el antiguo convento “des Carmes”.

París: seis secuencias en día y medio

La etapa parisina es la más compleja. El Papa aterrizará en Orly el viernes 25 a las diez de la mañana. Después irá al Elíseo para entrevistarse con el presidente de la República y dirigirse a las autoridades, la sociedad civil y el cuerpo diplomático. A las tres de la tarde visitará la sede de la UNESCO, adonde quiso ir expresamente para hablar a la comunidad internacional sobre educación.

Luego recorrerá en papamóvil un itinerario de 2,5 kilómetros que va de la iglesia de Notre-Dame des Champs a la plaza Saint-Michel, por el bulevar de Montparnasse y el bulevar Saint-Michel.   

A las 17.15 el pontífice presidirá las vísperas en Notre-Dame con obispos, sacerdotes, diáconos, religiosos, religiosas, consagrados y seminaristas.  Esa misma noche presidirá una vigilia en el Estadio de Francia, en Saint-Denis ante más de 80.000 jóvenes de entre 17 y 35 años. Las plazas se agotaron en unas horas después de abrirse las inscripciones y hay lista de espera. 

El sábado 26, tras la visita a la Casa Bakhita, llegará la celebración más multitudinaria: la misa en la plaza de la Concordia y la avenida de los Campos Elíseos. Se esperan más de 500 mil participantes. Los organizadores creen que la multitud podría desbordar el Arco del Triunfo.

“Podemos esperar que la celebración de la Eucaristía sea un signo fuerte en la vida de la Iglesia y que ese signo pueda ser compartido por el pueblo de Francia como un signo de unidad», dijo el arzobispo de París, Mons. Laurent Ulrich. Estos momentos, añadió, manifiestan a la vez unidad, interioridad, intimidad y el deseo de un encuentro que tiene sentido mucho más allá de la Iglesia.

Lourdes: peregrino y pastor

La visita de León XIV a Lourdes se inscribe después de las dos de san Juan Pablo II, en 1983 y 2004 y de la de Benedicto XVI en 2008, con ocasión del 150º aniversario de las apariciones.

El Papa León XIV llegará al aeropuerto de Tarbes-Lourdes a las 19.05 del sábado 26 y luego acudirá a la gruta de Massabielle. 

Monseñor Jean-Marc Micas, obispo de Tarbes y Lourdes, dice que será un peregrino entre los peregrinos: tocará la roca de la gruta, beberá el agua, encenderá un cirio, se arrodillará y rezará en silencio, como hacen los peregrinos. 

Como pastor universal presidirá la misa del domingo por la mañana en la pradera del santuario y encabezará la procesión mariana con antorchas del domingo por la noche.

La afluencia prevista es considerable para una ciudad de poco más de 12.000 habitantes: 50.000 personas el sábado por la noche, 150.000 el domingo por la mañana y 25.000 el domingo por la noche.

En Lourdes tendrá lugar además el encuentro más delicado del viaje. León XIV recibirá en privado a siete víctimas de abusos sexuales. 

Monseñor Pierre-Antoine Bozo, obispo coadjutor de La Rochelle y portavoz de la CEF, explicó que el grupo se ha compuesto buscando el mayor equilibrio posible.

Metz: el otro régimen

La última jornada, el lunes 28, se desarrolla en Metz, en el cruce de las fronteras francesa, luxemburguesa y alemana. No es una elección fortuita. En Francia conviven dos regímenes en materia de cultos. El general es el de la ley del 9 de diciembre de 1905, que estableció la separación de la Iglesia y el Estado. 

Los edificios de culto anteriores a esa fecha, ya nacionalizados desde 1789, quedaron en manos públicas: las catedrales pertenecen al Estado y las iglesias parroquiales a los municipios.

El otro régimen, menos conocido, es el concordatario que rige en Alsacia y Mosela. Allí la ley de 1905 nunca llegó a aplicarse, porque en esa fecha esos departamentos formaban parte del Imperio alemán. Cuando volvieron a Francia en 1918 se mantuvo el derecho vigente, incluido el Concordato firmado en 1801 entre Napoleón y Pío VII. La ley del 1 de junio de 1924 confirmó la excepción y el Consejo Constitucional la avaló en 2013.

En la práctica, el régimen concordatario reconoce cuatro cultos: católico, protestante luterano, protestante reformado y judío. Sus ministros son retribuidos por el Estado y en las escuelas públicas se imparte enseñanza religiosa. Metz y Estrasburgo son las dos diócesis concordatarias y sus obispos siguen siendo nombrados por decreto del presidente de la República.

El procedimiento es peculiar: la Santa Sede propone un candidato, el presidente lo acepta mediante un primer decreto que se mantiene secreto, el Papa concede después la investidura canónica por una bula y un segundo decreto, previo examen del Consejo de Estado, se publica de forma simultánea en el Diario Oficial francés y en «L’Osservatore Romano». 

Monseñor Philippe Ballot, arzobispo-obispo de Metz, subraya lo que significa el lugar: «Mosela es el sitio ideal para un mensaje de paz. Es una tierra que ha conocido tres guerras y dos anexiones, y donde los enemigos de ayer se han hecho amigos», dice. «Así que es posible en todas partes donde hay guerra». Habla también de la fuerza del perdón a través de la reconciliación franco-alemana, y avanza que la jornada tendrá una dimensión europea e internacional.

En Metz, a las diez de la mañana el Papa presidirá un encuentro interreligioso en el centro de congresos Robert Schuman. Seis responsables de cultos leerán y firmarán con él una declaración común: el cardenal Aveline por los católicos, Christian Krieger por los protestantes, el gran rabino Haïm Korsia por los judíos, Chems-Eddine Hafiz por los musulmanes, monseñor Dimitrios por los ortodoxos y Antony Boussemart por los budistas. Una hora después participará en el acto «En las raíces de Europa por la paz y la unidad».

El homenaje a Robert Schuman recorrerá toda la jornada. Nacido en Clausen, en las afueras de la ciudad de Luxemburgo, hijo de padre moselano y madre luxemburguesa, Schuman fue diputado del Mosela durante más de cuatro décadas, vivió y murió en Scy-Chazelles, en las alturas de Metz, y allí está enterrado. El Papa Francisco lo declaró venerable.

Por la tarde el pontífice recorrerá las calles de Metz en papamóvil y a las cuatro celebrará la misa en la catedral de San Esteban. La despedida está prevista a las 18.30 en el aeropuerto de Metz-Nancy-Lorena.

El desafío logístico y económico

Las cifras generales dan la medida del operativo. El viaje costará 27 millones de euros, financiados en su mayor parte con donativos; a fecha de la rueda de prensa se habían recaudado 5,5 millones. 

Los días 25 y 26 se desplegarán 15.000 policías, gendarmes, fuerzas móviles y militares de la operación Sentinelle. Solo la etapa parisina moviliza a 15.000 voluntarios. 

Aunque el Estado francés no subvencionará la organización, sí asumirá la seguridad de los eventos, del Papa y de su comitiva

Cómo vive Francia este momento

El ambiente que describen los organizadores es de entusiasmo y alegría. En muchas iglesias de Francia se están organizando jornadas de oración y preparación espiritual, uno de esos sitios es la basílica del Sagrado Corazón de Montmartre, lugar de adoración perpetua desde 1885 y santuario nacional de la Misericordia, el cual organiza una novena y jornadas de oración en preparación para la visita papal.

Aveline habló de su propia emoción ante el impulso que despierta la visita, una alegría que percibe generalizada en todo el país y en todos los medios sociales y que a su juicio revela una gran sed espiritual de los franceses. 

Francia interesa al Papa, admitió el cardenal. Con el nuevo impulso de neófitos y catecúmenos, dijo, el país demuestra que resiste a la secularización. Contó también que León XIV está aprendiendo francés para expresarse con más soltura.

El obispo de Pontoise cerró la conferencia de prensa con una invitación abierta: que todos los franceses, católicos o no, creyentes o no, vengan a acoger y a escuchar al Papa León XIV en París, en Saint-Denis, en Lourdes o en Metz. 

Como señaló el arzobispo de París, Mons. Laurent Ulrich: el Papa viene «para cuidar nuestra esperanza, porque ciertamente tenemos mucha necesidad de ella».

Soy rebelde… y mis hijos no estrenan al principio de curso

"Os voy a desvelar un gran secreto, pero que no se entere el algoritmo, (creo que el mundo no está preparado para esto…). Bueno, allá va: la mejor manera de ahorrar es... educar"

9 de September de 2026-Lesezeit: 2 Minuten

Que levante la mano la madre o el padre al que el algoritmo no tenga “frito” con el 3×2 en material escolar, el cheque que te devuelve el 10000% de lo que gastes y los minipuntos que te permiten ahorrar más de lo que nunca jamás imaginaste. Os voy a desvelar un gran secreto, pero que no se entere el algoritmo, (creo que el mundo no está preparado para esto…). Bueno, allá va: la mejor manera de ahorrar es no gastar, y mejor todavía, educar a los niños en la sobriedad. 

Los lápices de colores de algún hijo mío son cada uno diferente y con un uso. Con una historia. La regla está rallada. El sacapuntas guarda ya muchas historias que vio escribir a un lápiz que acabó sus días muy pequeño. Me resisto a comprar todo nuevo cada año, teniendo cosas con mucho uso por delante. Al acabar el curso hago vaciar estuches en una caja y juntos observamos, limpiamos, ordenamos y desechamos. Los colegios te indican la lista de material necesario por niño. Y mi mayor acto de rebeldía en estos momentos es solo comprar nuevo lo imprescindible y los zapatos (manías mías: no quiero que pisen la huella de otro, en su sentido más literal). 

Cuando se acaba algo, se repone. Cuando lo pierden, se lo “vendo” a unos céntimos. Siempre tengo algo de stock, pero quiero que valoren lo que cuestan las cosas. 

Podréis pensar que quizás sean muy pequeños para captar este gran mensaje. Yo también pensaba que no servía para nada, que quizás esto serviría cuando ya tuvieran su propio dinero. Pero no. Estamos en el tiempo idóneo. 

En junio me llevé una sorpresa de estas que te llenan de satisfacción maternal al 100 %. A dos de mis hijos les tengo que comprar yo los cuadernos nuevos. Al resto se los dan en el cole, con la portada corporativa. Una de las que usa de estos (de 11 años) me vino mientras planchaba con dos cuadernos enteros en blanco. Y me dice: “mamá, he juntado las hojas que no he utilizado de todos mis cuadernos, y he sacado dos cuadernos nuevos, los he encuadernado yo: tómalos por si le sirven a alguien”. ¿Os ha recorrido el cuerpo la misma emoción que a mi? Una niña ha dedicado su tiempo a quitar todos los gusanillos, juntar hojas sin usar y fabricar dos cuadernos. Por supuesto que los usará su hermano, que le he podido comprar dos cuadernos menos. Y lo mejor es que no me ha pedido nada a cambio: no me ha dicho “¿con lo que te ahorres me compras algo?”. 

Este verano he sido la comidilla de la piscina, aparte de los bártulos típicos de una madre de 7, la merienda, mi toalla, el bebé… bajaba con una bolsa llena de calcetines desparejados, con agujeritos… y me he pasado los ratos remendando y emparejando. Si el cuerpo del calcetín está digno, la puntera y el talón se remiendan hasta que quede nivel colador. Los calcetines dan para un artículo nuevo, me hacen reflexionar demasiado. Estrenar calcetines es un gran placer de la vida, pero también lo es pensar que usando las cosas todo lo que me permiten soy dueño de un tesoro mayor del que nos vende el consumismo. 

Der AutorCarmen Lucena

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Initiativen

Las Conferencias Episcopales de África Occidental celebran su primera Jornada de la Juventud

En un videomensaje enviado a la primera edición de la Jornada de la Juventud de África Occidental (West Africa Youth Days), que aglutina 16 países y tiene lugar en Accra, capital de Ghana, el Papa León ha pedido a los jóvenes que sean “constructores de puentes entre los pueblos, las culturas y las religiones”.

Francisco Otamendi-9 de September de 2026-Lesezeit: 4 Minuten

La Jornada de la Juventud, que se celebra del 7 al 11 de septiembre de 2026 en Accra (Ghana), es un acontecimiento histórico promovido por las Conferencias Episcopales de África Occidental (RECOWA/CERAO), que recuerda la experiencia de las Jornadas Mundiales de la Juventud.

In seinem Videobotschaft, en francés e inglés, León XIV celebra “esta hermosa iniciativa” de las Conferencias Episcopales de los países de África Occidenteal, “que han situado a los jóvenes en el centro de sus prioridades pastorales”.

Estoy convencido de que estos valiosos momentos compartidos, les dice el Santo Padre, “les ayudarán a crecer en la fe y a enriquecerse cada vez más con valores como el encuentro y la apertura a los demás”.

“Impulsar un cambio positivo en nuestras sociedades”

Uno de los mensajes centrales del Pontífice, que efectuó en abril de este año un largo viaje pastoral a cuatro países africanos (Argelia, tierra de san Agustín, Camerún, Angola y Guinea Ecuatorial), es su llamamiento a “caminar juntos para impulsar un cambio positivo en nuestras sociedades. Caminar juntos significa asegurar que nadie sea marginado, aislado, excluido o rechazado”. 

En este sentido, León XIV anima a los jóvenes a que “seamos constructores de puentes entre pueblos, culturas y religiones. Debemos comprometernos a vivir como lo hizo Jesús, nuestro Maestro y Señor, quien no excluyó a nadie de su camino. Él reconoció la presencia de Dios en quienes vivían al margen de la sociedad, incluso en aquellos que no pertenecían a su pueblo”.

Logo de la Primera Jornada de la Juventud de África Occidental en Accra, capital de Ghana, del 7 al 11 de septiembre de 2026 (Dicasterio para el Servicio del Desarrollo Humano Integral, Santa Sede).

“Sois el presente de Dios, el presente de la Iglesia”

Antes, al comenzar, el Papa les anima a seguir adelante con esperanza. “En estos tiempos en que tantas crisis parecen ensombrecer el horizonte, quiero animarles a seguir adelante sin perder la esperanza. Sé lo mucho que la duda, la incertidumbre y, a veces, la inseguridad pueden pesar sobre tus hombros y trastocar tus planes para el futuro”.

Sin embargo, añade el Santo Padre, “no sois jóvenes sacrificados, como muchos podrían pensar. En la Iglesia-Familia de Dios, sois el presente de Dios, el presente de la Iglesia. Como dijo el Papa Benedicto XVI: “Sois ricos en cualidades, energía, sueños y esperanzas: ¡recursos que poseéis en abundancia! Vuestra juventud constituye una gran riqueza no solo para vosotros, sino también para los demás, para la Iglesia y para el mundo” (Mensaje para la XXV Jornada Mundial de la Juventud, 22 de febrero de 2010)”.

“Cuento con ustedes y confío en ustedes”

A continuación, el Papa León asegura a la juventud de África Occidental: “Queridos jóvenes, cuento con ustedes y confío en ustedes; la Iglesia confía en ustedes. Con sus palabras y sus acciones, envíen un mensaje poderoso a nuestro mundo, desgarrado por guerras y conflictos de toda índole”.

Abandonen “los placeres ficticios y superficialidad”

Sean testigos de amor, justicia y paz, añade el Pontífice. “No sacrifiquen su preciosa juventud en el altar de placeres ficticios y superficialidad. En efecto, “nuestras preguntas más profundas no encuentran ni oído ni respuesta en el interminable desplazamiento por nuestros teléfonos móviles, que cautivan nuestra atención pero dejan nuestras mentes cansadas y nuestros corazones vacíos. No nos llevarán lejos si los mantenemos encerrados en nuestro interior o en círculos demasiado estrechos. La realización de nuestros auténticos anhelos siempre requiere ir más allá de nosotros mismos” (Mensaje para la 40.ª Jornada Mundial de la Juventud, 7 de octubre de 2025)”.

El Papa León XIV en su llegada a la universidad en Yaoundé, en Camerún, en abril de 2026 @CNS photo/Lola Gomez.

Encomienda a la Virgen María el desarrollo humano integral de los países

Al concluir, León XIV encomienda a los jóvenes a la Virgen María, Reina de la Paz, “pensando especialmente en aquellos de vuestros países que a veces afrontan crisis complejas”.

Que ella interceda ante su Hijo, Jesucristo,ruega el Papa, “por el desarrollo humano integral de vuestras amadas naciones. Sobre vosotros, el clero, y sobre todos los que trabajáis con los jóvenes, invoco una abundancia de gracias divinas”.

Una iniciativa de los obispos de la región

La iniciativa de esta Jornada, señala el Dicasterio para el Desarrollo Humano Integral (DSDHI), “nace del deseo de los Obispos de la región con el objetivo de ofrecer a los jóvenes católicos un espacio común de fe, encuentro y formación”.

El tema elegido, “Tengan ánimo” (Jn 16,33), es el hilo conductor de los cinco días que reúnen a numerosas delegaciones juveniles de África Occidental, junto con obispos de la región, invitados internacionales y las delegaciones oficiales.

Burkina Faso propuso el encuentro

La idea de un encuentro de la juventud católica de África Occidental nació a petición de los propios jóvenes: fue Burkina Faso quien propuso la iniciativa ya en 2019, y los obispos dieron su aprobación al año siguiente, pero el evento tuvo que ser aplazado debido a la pandemia, explica el Dicasterio

El P. Vincent de Paul Boro, primer secretario adjunto de la CERAO, erklärt dass das Treffen pretende ser un “signo profético” para la región, capaz de convertir a los jóvenes, procedentes de 16 países y de diversas culturas y lenguas, “en protagonistas de una pastoral juvenil renovada y en testigos de unidad en un continente marcado por las tensiones”.

Representando al Dicasterio para el Servicio del Desarrollo Humano Integral (DSDHI), están presentes en Accra el P. Avelino Chico SJ, quien presenta un videomensaje de la nueva Prefecta, sor Alessandra Smerilli, F.M.A., y del Prefecto emérito, Cardenal Michael Czerny SJ.

Der AutorFrancisco Otamendi

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¿Cuál es el origen del Ángelus?

Nacido al ritmo de las campanas medievales, el Ángelus fue tomando forma a lo largo de los siglos hasta convertirse en una de las oraciones marianas más extendidas de la Iglesia.

Teresa Aguado Peña-8 de September de 2026-Lesezeit: 4 Minuten

Cada domingo, al mediodía, el Papa se asoma a la ventana del Palacio Apostólico para rezar el Ángelus con los fieles reunidos en la plaza de San Pedro. Es una escena que se ha convertido en una de las imágenes más reconocibles de la vida de la Iglesia. Pero ¿de dónde procede esta oración que, durante siglos, ha marcado el ritmo del día de los cristianos? Su historia comienza en la Edad Media, al compás de las campanas de monasterios y conventos, y fue tomando forma poco a poco hasta convertirse en el rezo que hoy conocemos.

El Ángelus es una devoción católica que recuerda la Anunciación y la Encarnación de Jesucristo, recordando especialmente el momento el pasaje del Evangelio en que el arcángel Gabriel anuncia a María la Buena Nueva. Así, su nombre procede de las primeras palabras con las que comienza la oración en latín, Angelus Domini nuntiavit Mariae («El ángel del Señor anunció a María»).

Origen monástico y el toque del atardecer

El primer antecedente se encuentra en las comunidades monásticas de la Alta Edad Media, donde las campanas sonaban para recitar la segunda plegaria, después de las Completas (parte de la Liturgia de las Horas). En el siglo XIII comenzó a extenderse la costumbre de rezar tres Avemarías al toque de la campana de la tarde. Los franciscanos tuvieron un papel importante en la difusión de esta práctica. En torno a la época de san Buenaventura, el Capítulo General de la orden celebrado en 1269 recomendó esta oración al escuchar la campana vespertina.

La devoción estaba vinculada al misterio de la Encarnación, pues las tres Avemarías invitaban a recordar el anuncio del ángel Gabriel a María. Esta práctica vespertina se extendió progresivamente por Europa durante los siglos XIII y XIV. La documentación permite afirmar que en la primera mitad del siglo XIV ya era una costumbre ampliamente extendida.

De la tarde a la mañana y al mediodía

La práctica no tardó en incorporar otros momentos del día. Durante el siglo XIV comenzó a difundirse también el toque de la campana por la mañana, acompañado de tres Avemarías. Una de las primeras referencias se encuentra en una crónica de Parma de 1318. De este modo, la oración fue adquiriendo progresivamente ese ritmo de comienzo y final de la jornada.

El mediodía se incorporó más tarde. En el siglo XV comenzó a extenderse en Francia el toque de las campanas a esta hora, relacionado tanto con la memoria de la Pasión de Cristo como con la petición de paz y protección. En 1456, ante la amenaza de la invasión otomana, el Papa Calixto III emitió una bula animando a los cristianos a rezar al mediodía al toque de las campanas, pidiendo así la paz y la protección divina. La costumbre se extendió posteriormente por distintos lugares de Europa.

Así quedaron asociados los tres momentos del día con la oración mariana: mañana, mediodía y tarde. Sin embargo, el Ángelus todavía no tenía la estructura exacta que conocemos actualmente.

La oración adquiere su forma actual

La configuración definitiva fue también fruto de un proceso gradual. El primer documento conocido que recoge la estructura del Ángelus tal como se reza hoy aparece en un catecismo veneciano de 1560, con los tres versículos bíblicos, sus respuestas, los Avemarías y la oración final.

En 1571, el Papa san Pío V incorporó el Ángelus en el “Pequeño Oficio de Nuestra Señora” (devoción litúrgica a la Virgen María). Más tarde, Benedicto XIII, en 1724, contribuyó decisivamente a su difusión universal al conceder indulgencias a quienes lo rezaran publicando el documento “Iniunctae nobis”.

La práctica siguió evolucionando. En 1742, Benedicto XIV estableció que durante el tiempo pascual el Ángelus fuera sustituido por el Regina coeli, conservando los mismos momentos tradicionales de oración. Finalmente, en 1815, el Papa Pío VII añadió el rezo de tres Gloria al final del Angelus en acción de gracias por los dones que la Santísima Trinidad ha otorgado a la Virgen. Esta última práctica es más propia de Italia.

El Ángelus hoy

La oración del Ángelus se rezaba tres veces al día: mañana, mediodía y tarde. Actualmente la costumbre más difundida entre los fieles es el rezo al mediodía.

Como decía Juan Pablo II, esta oración «invita a meditar el misterio de la Encarnación, animando al cristiano a tomar a María como punto de referencia en los diversos momentos de su jornada para imitarla en su disponibilidad para realizar el plan divino de la salvación».

San Josemaría también vivía esta costumbre. Así lo contaba Álvaro del Portillo en Entrevista sobre el fundador del Opus Dei: “Terminada la lectura del correo, rezaba el Ángelus al mediodía. Constituía un momento importante de su jornada, porque además de ser una conversación filial con la Virgen, marcaba el tiempo en que su devoción eucarística cambiaba de signo: hasta entonces había pasado la mañana dando gracias a Dios por la Misa que había celebrado; a partir del Ángelus comenzaba a prepararse para la Misa que celebraría al día siguiente».

¿Por qué los cristianos rezan el Ángelus?

El Ángelus lleva al cristiano al momento central de la Anunciación, cuando María acoge el anuncio del arcángel Gabriel y responde con su «sí» al plan de salvación de Dios. Por su obediencia, el Hijo de Dios se encarna y comienza la obra de la Redención.

Rezar el Ángelus es, por tanto, recordar el misterio de la Encarnación y unirse al «sí» de María, aprendiendo de ella a acoger con confianza la voluntad de Dios. También es una ocasión para acudir a su intercesión y vivir la comunión de los santos con tantos cristianos que elevan esta oración cada día.

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Aus dem Vatikan

Der Papst zu den Seminaristen: “Die Schönheit, sein Leben für Ihn und für die Kirche hinzugeben”

A los seminaristas que recorren años de estudio y disciplina en su formación para el sacerdocio, León XIV les ha recordado que la clave en su preparación para el ministerio sacerdotal es centrarse en “su relación con Aquel que los llamó”. El Papa ve en ellos “la belleza de dar la vida por Él y por la Iglesia”.

OSV / Omnes-8 de September de 2026-Lesezeit: 3 Minuten

– Courtney Mares, OSV News

El Papa León XIV ha animado a los futuros sacerdotes a aprovechar sus años en el seminario para fundamentar cada aspecto de su formación en una profunda relación personal con Dios.

“El núcleo de la experiencia del seminario reside en «aprender a estar con el Maestro, el Señor Jesús”, dijo el Papa en una Publikum con seminaristas italianos en el Aula Clementina del Vaticano.

“Toda vocación nace de un diálogo íntimo con Dios, cultivado en el silencio y la oración, que a menudo se produce a pesar del ruido a veces ensordecedor del mundo”, dijo el Papa.

Dios “eligió a quienes quiso”

El Papa se reunió con seminaristas de dos seminarios del sur de Italia: el Seminario Regional Pío XI en Apulia y el Seminario Episcopal de Aversa en Campania.

“En un mundo tan ansioso por celebrar la autorrealización, es verdaderamente importante reiterar que ninguno de ustedes ni ninguno de nosotros está aquí porque lo merezcamos. Sino solo por una libre elección hecha por Dios Padre, un signo y una promesa de un amor gratuito que siempre nos anticipa y nunca defrauda”, dijo el Papa León a los jóvenes.

“No hay competencia, ni clasificación, ni está escrito en ningún sitio que él haya elegido a los mejores: Él eligió a los que quiso”, añadió.

Necesario en un mundo que vive con prisas

El Papa subrayó que el tiempo dedicado al seminario es hoy más necesario que nunca, “en un mundo que vive con prisas”.

Precisamente porque vivimos en tiempos acelerados y ruidosos, “necesitamos un espacio y un momento en la vida donde podamos aprender a estar presentes, a discernir y a permitirnos formarnos sin atajos”, dijo. “El seminario no es un aplazamiento de la misión, sino un requisito previo para ella”.

Esperanza para toda la Iglesia, y belleza de dar la vida por Él

“Queridos seminaristas, su sola presencia en el seminario es un signo de esperanza para toda la Iglesia”, les dijo el Santo Padre. “No de un optimismo vago, sino de la certeza de que el Señor siempre llama, en cada época de la historia y en todo lugar”.

“Al miraros a cada uno de vosotros, contemplo la maravilla de Dios, que nunca se cansa de susurrar a los corazones de junge Menschen la belleza de dar la vida por Él y por la Iglesia”.

Agradecimiento por su “sí”, y también a las familias

El Papa León XIV agradeció a los jóvenes su “sí” al llamamiento de Dios, y reiteró que su presencia en el seminario es “un signo de esperanza para toda la Iglesia”.

El Santo Padre expresó también su “más sincero agradecimiento a las familias aquí presentes. Una vocación nunca nace sin un entorno propicio, y a menudo necesita un hogar, padres que oren y sepan soltar. A ustedes, queridas familias, mi gratitud y la de toda la Iglesia”.

Prepararse para ser enviados

A los seminaristas, les animó a recordar que están siendo preparados para ser enviados a comunicar la novedad de vida en Cristo al mundo: “A aquellas familias que apenas llegan a fin de mes, a los jóvenes de veintitantos años que hacen las maletas para buscar trabajo, a los ancianos que viven solos, a los marginados y a aquellos que han perdido el sentido de su propósito”.

“El sacerdote es enviado a todas las personas para que proclame a todos la belleza de la fe en Jesucristo, la buena noticia de nuestra salvación”, dijo el Sucesor de Pedro.

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– Courtney Mares es editora del Vaticano para OSV News. Síguela en X @catholiccourtney.

– Esta información se ha publicado originariamente en OSV News, y pueden consultarla hier.

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